The Project Gutenberg EBook of Handbuch der deutschen Kunstdenkmler,
Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 by Georg Dehio



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Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914

Author: Georg Dehio

Release Date: October 4, 2006 [Ebook #19460]

Language: German

Character set encoding: ISO 8859-1


***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMLER, BD.1, MITTELDEUTSCHLAND, 1914***





[Mitteldeutschland]





Handbuch der deutschen Kunstdenkmler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914


by Georg Dehio




Draft Edition!, (October 4, 2006)





Deutscher Verein fr Kunstwissenschaft
Georg Dehio
Handbuch der Deutschen
Kunstdenkmler
Begrndet vom Tage fr Denkmalspflege
Erster Band
Mitteldeutschland
Zweite Auflage
BERLIN
Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G.
1914





INHALT


_Vorwort._
_Verzeichnis der Abkrzungen._
   _a) Nach Begriffsgruppen._
   _b) Nach dem Alphabet._
_A_
_B_
_C_
_D_
_E_
_F_
_G_
_H_
_I_
_J_
_K und C_
_L_
_M_
_N_
_O_
_P_
_Q_
_R_
_S_
_T_
_U_
_V_
_W_
_Z_
_Ortsverzeichnis_
_ geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken._
_Knstlerverzeichnis._






[Blank Page]





_VORWORT._


Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fnf Bnden in den Jahren
1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die
mich bei der Ausfhrung der ersten untersttzt haben. Ihre Zahl ist so
gro, da ich sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die
Dankespflicht gegen Seine Majestt den Deutschen Kaiser, der auf Antrag
des Tages fr Denkmalpflege durch Allerhchsten Erla vom 27. Mrz 1904
die finanzielle Grundlage des Unternehmens sichergestellt hatte. Die erste
Anregung war von dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straburg
tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine gegeben
worden. Der erste Tag fr Denkmalpflege, Dresden 1900, setzte die
Errterung fort und erklrte sich hinsichtlich der Wnschbarkeit lebhaft
zustimmend, die Ausfhrbarkeit allerdings wurde mehrfach angezweifelt.
Unter diesen Umstnden mute ich selbst die Arbeit bernehmen, wohl
wissend, da sie mich auf eine lngere Reihe von Jahren vollstndig in
Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprielichen Ende zu fhren wre mir
auch nicht mglich gewesen ohne die treue und unermdliche Untersttzung
der mir beigegebenen Kommission. Sie bestand aus Hugo Lrsch, Cornelius
Gurlitt und Adolf von Oechelhuser. Fr Lrsch, dessen Tod wir im Jahre
1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen ein. Die Jahre des
Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir stets in dankbarer Erinnerung
bleiben.

Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter die Frsorge des
Deutschen Vereins fr Kunstwissenschaft. Die grundlegende erste
Bearbeitung hatte notwendig das Werk eines einzelnen sein mssen; die nun
folgende nachprfende und ergnzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der
Verteilung auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wre, wenn die Herren
Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen knnten, bei ihren amtlichen
Denkmlerbesichtigungen und bei ihrer Kenntnisnahme von der lokalen
Forschung stets einen Blick auf das Handbuch zu werfen und die ihnen ntig
erscheinenden Berichtigungen und Nachtrge gleichlaufend einzuzeichnen.
Auf diese Weise wrde ohne besondere Mhewaltung, fast automatisch, die
Sammlung des Materials sich bewerkstelligen lassen. Auerdem wiederhole
ich meine an alle Benutzer gerichtete alte Bitte, mich auf etwaige
Irrtmer oder Lcken, mgen sie auch noch so geringfgig sein, aufmerksam
zu machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer sich
verdienen.

Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mndlich oder schriftlich
zugegangenen Beurteilungen entnehme ich, da die Einrichtung des Buches
sich bewhrt hat, sie konnte somit ohne wesentliche Vernderungen in die
neue Auflage herbergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden,
da das Handbuch unter Verzicht auf Vollstndigkeit, die ein Vorrecht der
amtlichen Inventare bleiben mu, nur Sichtung und Auswahl gibt. Welche
Gegenstnde aufzunehmen, welche auszuschlieen seien, das wird immer
erneuter berlegung bedrfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht mir
mit Ratschlgen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls sollte der
bisher erreichte Umfang der einzelnen Bnde in Zukunft wesentlich
anschwellen drfen.

Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaen dennoch
eingetreten ist, so ist es eine Folge des gerade hier sehr starken
Nachschubs der Inventare. Zur Zeit der ersten Auflage waren etwa zwei
Fnftel des Gebietes noch nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der
bayrische Bezirk Oberfranken und wenige mter in Unterfranken und dem
Knigreich Sachsen.

Eine Vernderung, an deren beiflliger Aufnahme ich nicht zweifle, besteht
in der Einschrnkung der Abkrzungen. Ganz zu entbehren waren sie nicht,
wenn anders eine noch weitergehende Erhhung der Seitenzahl vermieden
werden sollte. Strittiger wird das Urteil ber eine zweite Vernderung
sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich dazu erst nach
langer berlegung entschlossen. Die Grnde sind folgende: 1.
Vollstndigkeit ist von vornherein ausgeschlossen; soll aber nur eine
Auswahl gegeben werden, so fehlt dafr jede konsequent anwendbare
Begrenzung. 2. Es kommt nicht selten vor, da der wichtigste Beitrag zur
Beurteilung eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden
Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten ist; die
Nachweise so weit auszudehnen, wrde aber in der Summe viel zu viel Raum
in Anspruch nehmen. 3. Bei der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den
Literaturangaben kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause ein,
so wird ein Zurckgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren sein, und
dort findet man ja regelmig auch die Literatur bereits verzeichnet. Die
Bibliographie der deutschen Kunstgeschichte ist eine Aufgabe fr sich, und
zwar eine sehr umfassende; ihre Lsung kann nicht nebenher auch von diesem
Handbuch verlangt werden.

Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten Auflage, wofern
nicht zu groe Schwierigkeiten sich einstellen, zum Schlu ein alle fnf
Bnde zusammenfassendes Sachregister zu bringen.

Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt nichts, als eine
summarische Orientierung zu geben. Sie beschrnkt sich auf Verzeichnung
der Kreisstdte, durch die im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird.
Weiterzugehen, smtliche in dem Bande beschriebenen Orte -- es sind mehr
als 2000 -- aufzunehmen, wre ein Ding der Unmglichkeit gewesen.

Straburg, 31. Dezember  1913.

*G. Dehio.*

[Blank Page]





_VERZEICHNIS DER ABKRZUNGEN._




_a) Nach Begriffsgruppen._



*beg.* begonnen.
*erb.* erbaut.
*voll.* vollendet.
*gew.* geweiht.
*zerst.* zerstrt.
*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.
*Jh.* Jahrhundert. _In Verbindung damit_ *A.* Anfang, *M.* Mitte, *E.*
Ende, *H.* Hlfte, *V.* Viertel.
*bez.* bezeichnet.
*I.* Inschrift.



*rom.* romanisch.
*got.* gotisch.
*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.
*Renss.* *renss.* Renaissance _als Substantivum und Adjektivum._
*Bar.* *bar.* Barock, barock.
*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko. _In   Verbindung  mit  diesen
Stilbezeichnungen._
*fr.* frh, *sp.* spt.



*K.* Kirche
*Kap.* Kapelle.
*Klst.* Kloster.
*Basl.* Basilika.
*Hllk.* Hallenkirche.
*Gr.* Grundri.
*Sch.* Schiff, *3sch.* dreischiffig.
*Msch.* Mittelschiff.
*Ssch.* Seitenschiff.
*Qsch.* Querschiff.
*Fig.* *Figg.* Figur, Figuren.
*Lhs.* Langhaus.
*Bg.* Bogen.
*Ark.* Arkade.
*Pfl.* Pfeiler.
*Sl.* Sule.
*Kapt.* Kapitell.
*Gwb.* Gewlbe.
*Epit.* Epitaph.



*Quadr.* *quadr.* Quadrat, quadratisch.
*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.
*1/2 kr.* halbkreisfrmig.
*5/8 Schlu.* Schlu aus fnf Seiten des Achtecks.



*N* *n* Nord, nrdlich.
*S* *s* Sd, sdlich.
*O* *o* Ost, stlich.
*W* *w* West, westlich.




_b) Nach dem Alphabet._


*A.* Anfang.
*Abb.* Abbildung.
*Ark.* Arkade.
*bar.* barock.
*beg.* begonnen.
*bez.* bezeichnet.
*Bg.* Bogen.
*bmkw.* bemerkenswert.
*E.* Ende.
*ehem.* ehemalig.
*Epit.* Epitaph.
*erb.* erbaut.
*Fig.* Figg. Figur, Figuren.
*fr.* frh.
*gegr.* gegrndet.
*gest.* gestiftet.
*gew.* geweiht.
*got.* gotisch.
*Gwb.* Gewlbe.
*Gr.* Grundri.
*H.* Hlfte.
*h.* heilig.
*Hllk.* Hallenkirche.
*I.* Inschrift.
*Jh.* Jahrhundert.
*K.* Kirche.
*Kp.* Kapelle.
*Kapt.*   Kapitell.
*Klst.* Kloster.
*1/2 kr.* halbkreisfrmig.
*Lhs.* Langhaus.
*M.* Mitte.
*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.
*Msch.* Mittelschiff.
*N* *n* Nord, nrdlich.
*O* *o* Ost, stlich.
*Pfl.* Pfeiler.
*quadr.* quadratisch.
*Qsch.* Querschiff.
*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.
*Renss.* Renaissance.
*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.
*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko.
*rom.* romanisch.
*S* *s* Sd, sdlich.
*1 sch.* *2 sch.* etc. einschiffig, zweischiffig etc.
*Ssch.* Seitenschiff.
*Sl.* Sule.
*sp.* spt.
*ursp.* ursprnglich.
*V.* Viertel.
*voll.* vollendet.
*W* *w* West, westlich,
*whgest.* wiederhergestellt.
*zerst.* zerstrt.





_A_


_ABLASS._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. Fenster E. 13.
Jh., seine Wlbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. Wohlerhaltenes rom. SPortal,
dessen 2 Sulen mit zierlichen Bltterkapitellen. Im brigen
anspruchsloser Umbau in sptester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstcken
aus dem 1539 aufgelsten Cisterc. Frauen-Klst. Srnzig) und A. 18. Jh. --
_Sakramentsnische_ um 1480; groes _Holzkruzifix_ in kraftvollen Formen um
1560; _Altarkruzifix_ Meiener Porzellan bester Zeit.

_ABTERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Pfarr-K.* Spgot. Seit 1809 Ruine.

[*K.* des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]

_ABTLBNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Wesentlich noch der rom. Urbau, flachgedecktes Schiff, stark
eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darber der Turm. -- Spgot.
_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Kanzel_ in Renss.-Formen.

_ABTSWIND._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Protest. Pfarr-K.* Spgot. mit jngeren Vernderungen. Am WTurm sehr
hbscher Bar.Helm, schlank mit doppelter Laterne und doppelter Kuppel. --
Bmkw. _Schnitzaltar_ um 1500; im Schreine groes Relief der Pietas,
kraftvoll und originell; auf den Flgeln (kaum von derselben Hand) links
Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei der
Auenseiten, vielleicht aus Nrnberger Werkstatt, unrestauriert. -- Eine
zweite, vollplastische _Pietas_. -- Reste von _Gaden_. -- Im Ort
charakteristische _Hoftore_.

_ACHELSTDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf.-K.* modern bis auf den rom. Turm an der SSeite, die Ausbildung der
Schallffnungen fllt durch Gte der Arbeit auf.

_ADELSBERG._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* Turm 1335, im Untergescho Sakristei. Langhaus 1732.
_Altarbltter_ von _G. M. Bolster_ 1737. ber dem Westeingang
_Rotsandsteinfigur_ St. Laurentius um 1400.

_ADELSBORN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schlo.* Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktrmen.

_ADELSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende quadr. Chor
lter.

_ADOLFSECK_ siehe Fulda.

_AHORN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Pfarr-K.* Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm des letzteren
mit 4 Ecktrmchen 1627. Aus derselben Zeit das Lhs. mit geputzter
Flachdecke. -- An den Chorwnden _Bronzetafeln_ mit Wappen und Inschr., von
Grabsteinen abgelst. _Wandgrab_ (Sandstein) _des Wilhelm v. Streitberg_
1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschftigten
Nrnbergers _Hans Werner_ (unter Mitwirkung seines Schwiegersohnes _Veit
Dmpel_ aus Altenstein). Wandgrab des _Wilh. Ludwig v. Streitberg_ {~DAGGER~} 1638,
Holz in steingrauem Anstrich.

*Schlo*. 4 Flgel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut 1621 von W.
v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der Traufe nach vorn; mchtige
runde Flankentrme mit berkragendem 8eck. Aufsatz und Haubendach.
_Mobiliar_ 17. und 18. Jh.

_AIDHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K*. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen Lhs.Decke gute
Stuckatur um 1770. Gute _Holzfig._ des hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte
_Glocken_, eine mit Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. -- In der Nhe
mehrere _Bildstcke_.

_ALACH._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K*. 1405. 1sch. mit Achteckschlu.

_ALBERSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K*. Gutes Beispiel einer Sptbarocklandkirche; um 1720; mit
gutproportionierter Fassade.

_ALBERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K*. rom. Turm mit gekuppelten Schallffnungen zwischen spgot.
3/8Chor und dem Schiff von 1823, _Altarwerk_ mit Figuren, auen Gemlde
von einem eigenartigen _Cranachschler_.

_ALBSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K*. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewlbe mit skulpierten
Schlusteinen. Umbau fr Emporen 1714.

_ALEXANDERBAD._ OFranken BA Wunsiedel.

*Brunnenhaus* 1782 von _Riedel_ nach franzsischer Bauart.

_ALITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K*. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im Dorf
_Bildstcke_ von 1581, 1682 und um 1750 (gut).

_ALKERSLEBEN._ Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.

*Dorf-K.* westl. Teil 12. (?) Jh., stl. Teil sptgot. 16. Jh.

_ALLENDORF_ b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ der Schule von Erfurt (?) M. 14. Jh. Ein
_gleicher_ aus der Schule von Saalfeld 1485, Flgel beiderseitig bemalt.

_ALLENDORF_ a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Stadt-K.* 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, bei welchem
Gwb. und Pfll. zerstrt wurden (Anschlu der Kappen an die Schildwand noch
sichtbar), 1sch. mit flacher Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der
Mittelachse nach S abgerckt. Glockenturm in der Flucht der WFassade
nrdl. am Sch. bez. 1427. 1898 durch _Schnermark_ restauriert.

*Wohnhuser* nach Brand 1638, in groer Zahl klassische Beispiele des
Fachwerkbaus.

*Totenhalle* a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.

*Ringmauern.* Ehemals doppelt. Die innere vollstndig erhalten, 3 Tortrme
neuerlich abgebrochen.

_ALLENDORF._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Kirche* hbscher Bau A. 18 Jh.

_ALLENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnenklst.*, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt zu
lndlichen Gebuden vernutzt. -- Im Dorf alte _Fachwerkhuser_ -- Die Burg
_Frankenstein_ ohne Spuren verschwunden. Jetzt knstliche Ruine (erb.
1888!).

_ALLMENHAUSEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.

*Dorf-K.* bez. 1581. -- _Grabmal_ zweier Herren von Schlotheim 1589, 1619.

_ALLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K. S. Johannis*, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. Chor,
Emporen in 3 Rngen, groer Kanzelbau ber dem Altar.

*S. Wigperti*, angeblich Grndung des 9. Jh.; im Bauernkrieg zerstrt; der
spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten der breite rom. Turm auf rck.
Chor, im Obergescho an den Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3
Kuppelfenster, deren feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der
Teilungssulchen, in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen
Charakter des brigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk
verschleppt?

*Rathaus.* Im Erdgescho spgot. Portal von 1472; das brige 16. und 17.
Jh; die Vertfelung des Sitzungssaales 1672.

*Schlo.* Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; zuletzt
bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hnde der Landgrafen
bergegangen. Der jetzige, noch immer sehr ausgedehnte Gebudekomplex aus
dem sp.Ma. und der Renss.; mavoll rest. Das Obergescho des hinteren
Schlosses hat E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von
welcher die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind
(hnlichen Charakters wie in Schlo Eisenberg); ferner ein Kamin,
gueiserne Ofenplatten, mehrere Mbel; Porzellane und Tapeten aus 18. Jh.;
reizender Ofenschirm von 1720.

_ALMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche * sptrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten Fenstern und 2
schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das
Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen.
Auen 2 Inschr. ber Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, ber eine
(Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln.

*Steinkreuz* mit Schwert.

_ALSBERG._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Kap. zum hl. Kreuz*, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten als
Begrbnissttte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, polyg. Chor,
deformiert, wenn auch im Kern alt. -- _Hochaltar_ E. 17. Jh.

_ALSLEBEN_ (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

*Stadt-K*. neu; alt (rom.) nur der, brigens formlose, Turm.

_ALSLEBEN_ (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Die vorm. *Kloster-K*. abgetragen. Ein rom. _Tympanon_ (Lwe und Drache
durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode gebracht. Ebendort ein
merkwrdiger rom. _Taufstein_, 8seitig, mit rohen Reliefs.

_ALTBESSINGEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K*. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist.
Stuckaturen). Einheitliche _Altarausstattung_ um 1690. _Gerte_
augsburgisch, von _F. X. Stipeldey_.

_ALT-BURXDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K*. Frhgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einflu von Klst.
Gldenstern, reizvoll durch schlichte, tchtige Durchbildung. Schiff u.
rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel 3 spitzbg. Fenster, darber
Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt mit vortretenden Anfngern. --
_Holzbildwerke_ des spgot. Altars.

_ALT-CHEMNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K*. rom. Portal 13. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh.

_ALTENBACH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K*. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. 1695 und
1838. -- Holzfigg. von einem spgot. _Flgelaltar_.

_ALTENBERGE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K*. spgot. -- Stattliches _Epitaph_ aus Stuck fr A. L. v.
Schwarzenfels {~DAGGER~} 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter _Ofen_ aus Gueisen
A. 17. Jh.

_ALTENBEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Dorf-K*. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher rom.
_Taufstein_.

_ALTENBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.

*Unterkirche (S. Bartholomi)*. Von den Hussiten 1430 zerstrt, 1459
wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze SSeite) umgebaut.
3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was fr die vermutete Benutzung des
lteren Chors im 13. Jh. sprechen wrde) und ungewhnlichem stl.
Abschlu: das Mschiff schliet mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die
Sschiffe abgeschrgt. WTurm 1668 (als Ersatz fr eingestrzte
Doppeltrme). -- Unter dem sdl. Ssch. als berrest einer rom. K. weit
kleineren Mastabes eine Krypta; quadr. mit 4grtigen Kreuzgewlben
zwischen rck. Gurten; die Mittelsttze aus 4 derben Rundpfeilern
gebndelt; anschlieend 1/2kr. Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh.

*Oberkirche (Franziskaner)*. 1sch. Anlage vor 1238, sehr schlicht
behandelt, Vernderungen A. 16. Jh.

*Bergerkloster (Augustinerchorherren)* gew. 1172; durch Brand 1588
zerstrt; jetzt nur die 2 WTrme und wenige Reste des Lhs. erhalten.
Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder Nachahmung von Sandsteinmotiven
in Backstein. Die Backsteine scharriert hnlich wie an den ltesten
Backsteinbauten an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine
regelmige kreuzf. Basilika im gebundenen System gewlbt. Die hohen Trme
haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar gekuppelter Fenster,
breite Ecklisenen und Stockwerkteilung durch Bogenfriese.

Von der ehemaligen *Nikolai-K*. nur der breite WTurm brig, rom., mehrfach
umgebaut.

*Rathaus 1562-1564* vom weimarischen Hofbaumeister _Nik. __ Grohmann_;
gehrt zu den knstlerisch bedeutendsten Rathusern der deutschen
Renaissance; 1663 renoviert. Gr. annhernd quadr. Die Komposition der
Hauptfront erinnert an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger
Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des Dachgesimses
allseitig frei werdend und das Gebude weit berragend; Krnung mit
einfacher welscher Haube; im Erdgescho 4eck. Vorbau mit Balustrade. Das
Hauptgebude trgt ein mchtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert
(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhuser. Weiterer Schmuck: zwei
Eckerker und mehrere Portale in italisierenden Formen. Am NOErker ein
_Fries_ mit nackten Knaben, an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd;
der entsprechende Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die
Halbfiguren der damals lebenden Glieder des Frstenhauses. Die
Fenstergewnde gotisierend, das Dachgesims im Verhltnis zu sonstigen
deutschen Bauten der Zeit ungewhnlich hervorgehoben: das Motiv des
dorischen Frieses allerdings miverstanden. -- Inneres. Im Obergescho
Vorsaal von mchtiger Erscheinung, durch 3 Holzsulen in 2 Schiffe
geteilt; Einfassungen der Tren aus Stein.

*Amtshaus* 1725. *Magdalenenstift* 1665 als herzogl. Witwensitz.

*Wohnhuser* aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse 2; aus
17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmllersche Str. 14b; 18. Jh.:
Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und besonders stattlich das
v. Seckendorffsche Haus am Brhl 1724.

*Herzogl. Schlo.* Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige sehr groe
Komplex aus 15.-18. Jh. -- _Schlokirche_ (mit Kollegiatstift). Im Unterbau
Reste aus 12. Jh.; Chor 1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4
Langjoche und 5/12-Schlu; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor auen mit
beraus reicher, wenn auch handwerkmig trockener Dekoration der Streben.
Das innere ohne hheren architektonischen Gehalt, aber malerisch von
groer Wirkung, wozu die 1645 ff. ausgefhrten Emporen und sonstigen
Ausstattungsstcke wesentlich beitragen. Im _Hochaltar_ Grablegung Holz
bez. CTR 1647. Das _Chorgesthl_ (1516, berarbeitet 1576) gerade in
seiner Stilmengerei nicht ohne Reiz; prachtvolle _Orgel_ 1735 von _G. H.
Trost_; _Kanzel_ 1595; _Grabmal_ des Markgrafen Wilhelm II. ({~DAGGER~} 1425) ursp.
freistehende Tumba; _Grabplatte_ der Kurfrstin Margarethe ({~DAGGER~} 1486)
Bronze, die lebensgroe Figur graviert, der Rahmen in flachem Relief, mit
groer Wahrscheinlichkeit als Jugendwerk _Peter Vischers_ anzusprechen.
Auch unter den brigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. --
_Hauptschlo_. Der von den Zeitgenossen gerhmte Bau Friedrichs des Weisen
(seit 1518) durch die Bauten von 1606 ff. und 1706 ff. groenteils
beseitigt. Von 1530 (?) der Rest der Hofgalerien im N der Kirche;
interessante Verdeutschung rmischer Vorbilder; im Erdgescho Rundbgen
auf toskanischen Rustikasulen, in den folgenden Geschossen von sukzessive
abnehmender Hhe Korbbgen, zuletzt jonische Sulen. Die jetzige
Haupterscheinung bedingt durch den Umbau 1706 bis 1744; Architektur von
_G. S. Vater_, Malereien von _J. H. Ritter_, Stuckaturen von den Brdern
_Castelli_; der Brand 1864 hat im Innern vieles beschdigt. Von den
sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das _Schnhaus_, ein Kasino im Sinne
rmischer Grten.

_ALTENBURG_ b. Bamberg OFranken.

Auf den Ruinen der historisch denkwrdigen *Burg* moderner Phantasiebau.

_ALTENBURG._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Burgruine.* Rundturm von 1388.

_ALTENBURG_ b. Naumburg, Pr. Sachsen.

Spuren der 1010 zerstrten *Burg* des Markgr. Gunzelin.

_ALTEN-DAMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1617 hnlich Hinternah.

_ALTENDORF._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit sptgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, Wehrgang,
Scharten.

_ALTENGNNA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* des 17. Jh. -- _Schnitzaltar_ um 1500, einer der besten des
Gebietes, auch gut erhalten.

_ALTENGRONAU._ RB Cassel Kr. Schlchtern.

*Wasserburg* mit 4 Ecktrmen, alter Huttenscher Sitz.

_ALTENHASSLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Martins-K.* (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. flachgedeckt;
im O starker Turm; dessen gewlbtes Erdgescho als Altarhaus. -- Innere
Ausstattung 1752.

*Lutherische K.* 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert.

*Amtshaus* bez. 1593 und 1684.

_ALTENHOF._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit Apsis, auch
noch einige Detailsrom. -- Schner _Kelch_ A. 16. Jh.

_ALTENKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* spgot. ursp. Hallenbau, spter die Pfeiler ausgebrochen und
Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl _Grabsteine_ aus 16. Jh.

_ALTENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das Schiff nach der
Architektur und Direktion des Pfarrers _H. G. Zincke_ 1718, der seit 1711
mehrere Kirchen (Growangen, Wippach) gebaut.

_ALTENSCHNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Prot. Dorf-K.* Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) von 1496;
Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten Balkendecke viele Wappen des
frnkischen Adels. -- _Epitaphe_ der Frh. v. Crailsheim und Geier;
hervorzuheben das in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von
Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.

*Burg* der Crailsheim sptmittelalterliche Wasseranlage mit quadr.
Bergfried und polyg. Bering.

_ALTENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.

*Schlo*. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der ma. Burg schwache
Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage von 1798-1803 und fr diese Zeit
bezeichnend; chinesisches Huschen, aber auch schon Ritterkapelle,
Sennhtte, Aeolsharfe. Schne steinerne Halbrundbank mit Bste der
Herzogin Charlotte Amalie 1801.

_ALTENSTEIN._ UFranken BA Ebern.

*Ehem. Dorf-K.* (auer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes Beispiel einer
intakten Renss.-Kirche kleinen Mastabes.

*Burgruine.* Das mchtige, weithin sichtbar gelegene Stammschlo der Stein
zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. In dem von einem
tiefen Graben umschlossenen Mauerring noch groe Reste einer starken
Renss.-Befestigung (2 groe Tortrme), sowie ein mchtiger sprom.
Bergfried (quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente der
stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.

_ALTENSTEIN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Ehem. Schlo*, jetzt Frsterhaus. Die ltesten Teile der Ruine nach 1438.
Wohnbau bez. 1620.

_ALTERSHAUSEN._ Sachsen-Koburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem Chor.

_ALTHAUSEN._ UFranken. BA Knigshofen.

*Dorf-K.* Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhht; Langhaus 1693. --
_Deckengemlde_ (Triumph des Kreuzes) von _Joh. Peter Herrlein_, gegen
1777.

_ALTHRNITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Schlo* 1650-54 von Meister _Valentin_ in Zittau fr den Zittauer
Brgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen und grozgigen
Gebudes steht in den Hauptmotiven in der Tradition der deutschen
Renaissance; 3geschossiger Hochbau auf 3eck. Gr.; 2geschossige, krftig
und zugleich flssig gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den
Schmalseiten; 1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe lag
im Innern).

_ALTJESSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K.* In der Anlage rom. Der spgot. _Schnitzaltar_ von den besseren.

_ALTMGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* ltester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und Langhaus unter
B. Johann VI. von Meien (1487-1512). Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl.
unausgefhrt; jetzt Flachdecke, mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor
reiches Netzgwb. -- Bmkw. _Grabdenkmler_ 1536, 1579.

_ALTOSCHATZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschlieende Rundbau
alter Karner (?) -- Stattliche ren. _Grabdenkmler_ aus Dresdener Werkstatt
1578, 1599; geringer das von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785.
[Spgot. Flgelaltar im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]

_ALTSCHNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Burg.* Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. -- Ausstattung 17. Jh.
Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte Balkendecken auf reich
behandeltem Stnder.

In der *Dorf-K.* _Altarwerk_ um 1500 und _Grabsteine_ der v. Wilkau A. 17.
Jh.

_ALTSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl sprom.
Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; die Einzelheiten an
die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. Unterspitzer Triumphbg. und
1/2kr. ffnungsbgg. der ehemaligen Seitenapsiden. -- _Altarwerk_ 1664.
Reste eines spgot. _Schnitzaltars_ auf dem Kirchenboden.

_ALTZELLE._ K. Sachsen AH Meien.

*Cisterc.-Klst.* (Ruine). ltestes und baugeschichtlich wichtigstes der
Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebude bezogen, 1198 Weihung der
K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. smtlicher Hauptgebude, 1540 Auflsung
des Klst., 1599 Blitzschlag und Verfall. -- _Kirche_. Erhalten nur 2
Bruchstcke der WWand; frhestes Zeugnis des Backsteinbaus in diesem
Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik glaubt Stiehl einen
italienischen Werkmeister zu erkennen). An Stelle des alten Chors
1787-1804 Mausoleum in nchtern klassizistischen Formen. -- Kreuzgang und
Klostergebude (wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis
Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebude. Am besten erhalten
das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. _Das Tor_; rom.;
bedeutende Abmessungen; Gewnde (ber 1 m im Boden) dreimal abgetreppt;
Basaltquadern mit Bruchsteinfllung, Archivolten Backstein mit
Basaltrundstben, Basaltsulen mit Wrfelkapitellen. _Winter-Refektorium_
(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang und in gleicher Flucht mit dem
Paradies der Kirche. Werkstoff Backstein. Anlage hnlich Maulbronn.
Niedrige in 2 Sch. kreuzgewlbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt und
1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten WWand Strebepfeiler
aus Backstein, an der OWand die frgot. Konsolen und rundbg. Schildbogen
des ehem. Kreuzgangs. Das spgot. (1506) erneuerte Obergescho ein
holzgetfelter Saal mit groen Vorhangbg. -- _Andreas-Kap_. (Wettinisches
Erbbegrbnis) an der SWEcke der K. nur in den quadr. Grundmauern erhalten.
-- Vom _Sommer-Refektorium_ auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit 4
hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom. _Portale_ in
die Stadt-K. von Nossen bertragen]. Das _Kapitelhaus_ an der OSeite war
ein rom. Steinbau. -- _Skulpturen_: a) im Mausoleum 4 wettinische
Hochrelief-Grabplatten um 1300, prachtvolle frgot. Gewlbeschlusteine,
Reste von hlzerner Altarplastik um 1500 [ein vollstndiger Flgelaltar in
Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten A. 15. Jh.; c) im Garten got.
Betsule um 1300.

_ALZENAU._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebude.

_AMALIENRUHE_ b. Meiningen.

*Herzogl. Gutshof*. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.

_AMMELSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im Turm
gekuppelte spitzbg. Fenster.

_AMMERBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm ber dem Altar. Groes spgot. _Altarwerk_ mit
Doppelflgeln.

_AMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Mhlhausen.

*Dorf-K.* modern. Bmkw. _Taufstein_ A. 14. Jh.

_AMNEBURG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

[*Kathol. K.* Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus
sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]

*Schlo.* Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866.
Noch immer groartige Ruine.

_AMORBACH._ UFranken BA Miltenberg.

*Benediktinerabtei-K.*, jetzt protestant. 1742-47 ausgefhrt als Umbau
einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs.
beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unberhrt rom.
die 3 Freigeschosse der Trme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen,
Detail ohne Feinheit. -- Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten
General _v. Welsch_, ausgefhrt vom Fhnrich _Schick_, der anscheinend
auch einige Umnderungen vornahm. Kreuzfrmige Basilika von 4 Joch im Lhs.
Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit
Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile
durchweg von migem Relief. -- Im Chor setzt sich das System des Lhs. in 2
Joch fort, Schlu 1/2kr. -- Das Bedeutendste an der K. ist die in
unbertroffenem Gleichma der Gesamtwirkung durchgefhrte Dekoration. Sie
rckt den Bau in die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die
_Stuckierung_ von _J. M. Feichtmayer_ und _Gg. Uebelher_. (Beide aus der
Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansssig, letzterer vorher in
den reichen Zimmern der Mnchener Residenz und der Klst.K. Diessen
ttig). Sie vertritt die deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist wei,
hie und da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blarot
gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den _Deckengemlden_
zugewiesen; voll. 1749 von _Math. Gnther_ aus Augsburg (einem Schler der
Asam, auch von Tiepolo beeinflut; bedeutendster deutscher Freskomaler des
18. Jh.); im einzelnen flchtig und maniriert, stupend sicher in
Massenverteilung und Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich
angepat. Die Seitenaltre stehen zum Glck nicht an den Schiffspfeilern,
sondern an den Seitenwnden unter den Fenstern; die antitektonische
Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr unumwunden aus; einige sehen
aus wie aus Korallenriffen aufgebaut. Ausgefhrt (bis nach 1760) von
Knstlern aus Wrzburg. Ebendaher die _Kanzel_ von _Joh. Wolfg. van der
Auwera_ und die prachtvollen _Abschlugitter_ des Lhs. von _Gattinger_.
Verhltnismig sehr einfach die _Chorsthle_; ein Teil soll zu
Beichtsthlen in der kathol. Pfarr-K. umgearbeitet sein.

*Klostergebude*. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tr im 2.
Gescho der SWand des sdl. Turmes, sie fhrte in einen Korridor ber dem
Kreuzgang. Aus letzterem 20 Sulchen von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh.,
erhalten. Die Hauptgebude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Frsten
von Leiningen) gro, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. der
Bibliotheksaal von ca. 1790.

*Kathol. Pfarr-K*. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok.
selten angewandten Hallensystem, hnlich S. Peter in Mainz, beide
vermutungsweise von _Jos. Val. Thoman_; das uere in Quadern von rotem
Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der
Chorapsis gruppierten Trme. _Deckengemlde_ von _Zick_. Die trefflichen
_Skulpturen_ des Hochaltars von _Joseph Keilwerth_ aus Wrzburg (einem
sonst unbekannten Knstler); besonders der h. Sebastian durch feine
Empfindung und ehrliches Naturstudium ber die Masse der zeitgenssischen
Produktion hervorragend. -- *Klostermhle* 1448. (Inschr.)

*Kurmainzisches Amtshaus* mit dem Wappen der Erzbischfe Dither v.
Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).

_AMORSBRUNN_ bei Amorbach. UFranken.

*Kapelle.* 1521. Geschnitzter _Flgelaltar_ mit der Wurzel Jesse, recht
gute Arbeit um 1500.

_AMSDORF._ Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

*Dorf-K.*, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis.

_ANNABERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Anna-K.* 1499-1520. Hauptbaumeister _Peter von Pirna_ (?), seit 1515
_Jakob von Schweinfurt_. -- 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., stl.
Schlu in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit
wie das Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und
zwischen sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die
oberhalb ihrer eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die
Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentmlicher die querschiffartige
Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgescho geschlossene
Sakristeien und ber ihnen gegen das Sch. geffnete Kapp. Die
Unregelmigkeiten durch schrge Stellung der WWand und den im SW
einspringenden Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch
einnehmende Empore ausgeglichen. Breite: Hhe = ca. 25: 20, die Pfll. sehr
schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller
Erinnerung an das Kreuzgwb. mglichst als Einheit behandelt; hergestellt
von _Barthel v. Durbach_ und _Conrad v. Buttigen_ (_Bdingen?_). Ihre
Rippen, auch in der Grundriprojektion gekrmmt (sog. gewundene
Reihungen, fr die schsische Architektur dieser Zeit bezeichnend),
wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Anstze an den Pfll. mit
gesuchter Willkr in ungleichen Hhen, auf ihren Knotenpunkten
phantastisch geformte Schlusteine. Noch raffiniertere Klgeleien am Gwb.
der sdl. Sakristei. Ausgeprgte Spitzbgg. sind berall vermieden. Die
Fenster schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen
Fischblasen. Das uere von fast rmlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur
am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die knstlerische Absicht des
stilgeschichtlich wichtigen Gebudes ist nur im Innern zu erkennen; sie
geht auf Schaffung eines weiten, bersichtlichen, rhythmisch wenig
bewegten Raumbildes bei Unterdrckung der organischen Strukturformen.

Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene plastische
Schmuck, jedoch in freierem Verhltnis zu den Strukturformen, als in der
echten Gotik. -- Die _schne Tr_ am nrdl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597
vom Franziskaner-Klst. hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder
beschrnkt; den unteren Teil flankieren, auf beraus knstlich
zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken sich
entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, darber zwei
Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs und seiner Gemahlin; im Hauptfeld
ber dem Trsturz die Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schoe des
Vaters, umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chre), tiefer der h.
Franz und die h. Clara; in der Krnung Moses, Johannes, Adam und Eva, ber
der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso klare als freie Komposition, die
Energie der sehr persnlichen Stilisierung, der poetische Schwung der
gegenstndlichen Auffassung bringen dies Werk dem Besten der
zeitgenssischen deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die
Identitt mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer
Pulthalter im Dresdener Museum. -- _Tr der alten Sakristei_; vollendet
1518 in der Zeit der Bauleitung durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes
greres Werk der Renss. in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got.
Erinnerungen fast ganz unterdrckt, wenn auch der neue Stil noch nicht
ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der schnen Tr nahe,
besonders frei und glcklich die Familienszene zwischen Anna und Maria. --
Von derselben Hand oder mindestens aus derselben Werkstatt der _Taufstein_
(ehemals im Cisterc.-Kl. Grnhayn); Sandstein, jedoch in genauer
Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende nackte Engel, am Fu
Taufkinder. -- Die 100 Felder der _Emporenbrstung_ (1514-1517) mit Reliefs
von _Franz von Magdeburg_; die ausfhrlichste Illustration des Neuen
Testaments, die je in monumentaler Form versucht worden; ferner die
Lebensalter. -- _Stuhlwerk_ von 1526, nicht mehr vollstndig. -- _Singechor_
1688 von _J. H. Bhme_. -- _Kanzel_ 1516, noch rein got.

_Altre_. a) Hauptaltar. 1522 von _Adolf Dowher_ (Daucher) in Augsburg
angefertigt, die architektonischen und ornamentalen Teile vielleicht nach
Entwurf _Peter Fltners_; entschieden gewollte aber noch nicht ganz
geklrte Renss.; Archt. aus mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer
Kalkstein; Hauptgegenstand Wurzel Jesse. -- b) Bergaltar (im nrdl.
Nebenchor) 1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer
FrRenss. Das zweite nrdl. Flgelpaar hat Gemlde mit Motiven aus Drers
Marienleben. -- c) Mnzeraltar (im sdl. Nebenchor) 1522, dem vorigen
hnlich. -- d) Bckeraltar (zunchst dem vorigen). -- e) Pflockscher Altar
nach 1521, durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung
des Schongauerschen Kupferstichs. -- f) Altar des Mnzmeisters Melch.
Jomisch 1537.

_Epitaph_ fr Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.

*Berg-K. S. Marien*. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; Halle; die
Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte Renss. -- _Altarwerk_ der
Bckerzunft A. 17. Jh., spter entstellt. Schner Intarsia-Stuhl.

*Hospital-K.* 1683, architekturlos. -- Bmkw. _Gemlde_ der Cranach-Schule
1557.

*Rathaus*. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. -- _Erzgebirgsmuseum_.

_ANNABURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Kirche* got., bar. verndert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert mit
bar. Grisaillemalerei. -- _Taufstein_ 1674; _Orgel_ rok.

*Schlo* an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfrst August. a) Das vordere
Schlo, Mittelbau und 2 Flgel, an den Ecken und ber dem Mittelportal
schwere Rundtrme. An der offenen vierten Seite steht b) das hintere
Schlo, vierstckig, nicht groer Mittelhof mit offener Loggia auf Sulen;
3 Risalite mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache
Renss.-Portale mit Stuckdecken.

_ANNERODE._ Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mhlhausen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erster Bau voll. 1269. Neubau
nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. Ecke mit
figrl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. Mustern.

_ANZEFAHR._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K.* 1711 mit spgot. polyg. Chor.

_APFELSTEDT._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Kirche* spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, der Turm
nrdl. des Chors. -- _Sakramentsnische_ 1434, darber Kreuzigungsgruppe.

_APOLDA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Stadt-K.* spgot. infolge fteren Umbaues ohne Interesse.

*Rathaus* M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.

_ARNSHAUGK._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* _Taufstein_ 1688. -- _Altargemlde_ (Kreuzigung) von _Paul Keil_
1616.

_ARNSTADT._ Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.

*Liebfrauen-K.* Baunachrichten fehlen. Nchst dem Dom von Naumburg, jedoch
in bedeutendem Abstand, der bedeutendste Bau Thringens aus dem 13. Jh.,
sehr lehrreich fr das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er
zerfllt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus sprom., Qsch.
und Chor entwickelt got. 1. _Langhaus_. Schwankende Baufhrung und
wiederholte Restaurationen (im 19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den
Bauhergang uerst unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A.
13. Jh. ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler
der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter Einflu des
Halberstdter Doms (so Giesau). Er uert sich in vernderter
Pfeilerbildung, Verlngerung um 2 Achsen, Einfhrung von Emporen ber den
Seitenschiffen, welche jedoch nicht als selbstndige Geschosse ausgebildet
sind; sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen sehr
schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest. 1888. -- Die
WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie bildet bis zum
Abschlugesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die einzige
ffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum Schlu
dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit verndert, jetzt rom. rest.). Die
Wendeltreppen der Trme enthalten alte Tren, auf eine Sngerbhne ber
dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fllt indes mit der Mitte
der Trme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was
die rom. Bauperiode ausfhrte, war der sdl. der beiden Trme. ber einem
niedrigen 4 seitigen Gescho zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine
Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der
Kraft und Leichtigkeit der Verhltnisse und Formen ein Muster seiner
Gattung (nahe verwandt den Trmen von S. Blasien in Mhlhausen). Im Detail
stehen sptromanische und tadellos frhgotische Formen unmittelbar
nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener
Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch grere Hhe der
Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt
aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht ber dem Qsch. (welches
damals noch das alte), sondern westl. desselben ber dem letzten Joch des
Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundri (das zerstrt
vorgefundene oberste Gescho freie Komposition von 1890). -- 2. _Querschiff
und Chor_ sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant und begonnen.
Sie erstreben mchtigere Raumentwicklung, ohne jedoch zu den lteren
Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch.
drfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen anschlieen, nur
sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerckt. Der Chor
beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm gestattete
Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in allen
3 Schiffen in gleicher Hhe, das System des Qsch. fort. Hierauf schlieen
die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt
sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schlu. Das Ergebnis ist bei
beschrnkter Grundflche eine sehr bedeutende Raumwirkung (die hnlichkeit
mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). Die Form der Rippen spricht fr
Vollendung im vorgerckten 14. Jh. -- Nach der 1309 erfolgten bergabe der
K. an einen Nonnenkonvent wurde in den sdl. Kreuzflgel und die sdl.
Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jngste Rest.
entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei wiederverwendet). Die
3 Chorkapellen von gleicher Hhe, die mittlere durch Fialen und Giebel
ber jeder Polygonseite ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Anstzen). --
An der NSeite 2 prchtige Portale, ein greres an der QschFront, ein
kleineres am Ssch. mit Zgen der Maulbronner Fr.Gotik. -- Doppelflgeliges
_Altarwerk_ im sdl. Nebenchor, bedeutendes Stck, bez. 1489 (wohl von
_Jakob Naumann_); im Schrein Marienkrnung, zu den Seiten Laurentius und
Bonifatius geschnitzt; aus welcher Schule die Flgelgemlde, ist nicht
festgestellt. -- Der nrdl. Nebenchor enthlt die Grber der Grafen v.
Schwarzburg. Hauptstcke: groe _Tumba_ Gnthers XXV. {~DAGGER~} 1368 und seiner
Gemahlin Elisabeth {~DAGGER~} 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen,
an der Spitze ein brtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog.
treuer Eckardt (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in
Breslau, Kreuz-K.). -- Groes _Prachtepitaph_ Gnthers XLI. und der
Katharina v. Nassau, errichtet 1590. -- _Skulpturen_. Am Portal des nrdl.
Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn
Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben
dem Portal des nrdl. Qsch. 2 Frstenstatuen, mnnlich und weiblich, E.
13. Jh., von migem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen.

*Oberkirche* (Franziskaner) beg. 1246. -- 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l,
Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Lnge sehr gute Akustik. Der Chor
nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schluwand.
Vortreffliches Mawerk. Eingnge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der
schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand
erst 1461 angefgt. -- _Epitaph_ des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute
Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. -- _Flgelaltar_ 1594, das
Gemlde niederlndisch. Zahlreicher die Ausstattungsstcke aus 1. H. 17.
Jh.: 3geschossiger _Hochaltar_ mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz;
_Taufstein_ mit 5 m hohem Baldachin; der _frstl. Kirchenstand_, ein auf 6
Sulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der _adlige Kirchenstand_;
die _Gemeindeempore_ in 3 Geschossen, Brstungsmalerei handwerksmig.

*Neue Kirche*. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer
niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hlzernen Decke mit
Emporen angefllt.

*Gottesacker-K.* 1738-43. Typisch fr die thringischen
Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Lngsachse verschobenes
Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw.
Grabsteine des 16.-18. Jh.

*Neidechsburg*. Ehem. Wasserschlo, die Grben und der runde Bergfried
erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten, darunter
hbsches Portal.

*Frstl. Schlo* neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit groem
Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane.

*Rathaus.* 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem
Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit sulengesttztem
Erkervorbau; in Nischen 2 _got. Statuen_, Erfurter Arbeit um 1730 in der
Art des _Joh. Gehart_.

*Zierbrunnen*. 1573.

*Brgerhuser*. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche
Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsulen 1585. Von der ma.
*Stadtbefestigung* das Riedtor und das Neutor.

_ARNSTEIN._ UFranken BA Karlstadt.

*Stadt-K. S. Nikolaus*. Gotisierend 1617, nach W erweitert 1725. Gute
klassizistische _Seitenaltre_ von _Georg Winterstein_ in Wrzburg 1790.
Reicher, meisterhafter _Orgelbau_ um 1700 aus der Karmeliter-K. in
Wrzburg. -- _Deckengemlde_ im Chor von _S. Urlaub_ 1726. lteste _Glocke_
14. Jh.

_Wallfahrts-K. Maria-Sondheim_. Erb. M. 15. Jh., unvollstndig ausgefhrt.
Jetzt groer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte durchquert von einer
3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen Anstze zu Gewlben (geplant war
3sch. Hallenkirche). -- _Deckengemlde_: Schlacht bei Lepanto mit Maria
Victoria, bez. _J. Ph. Rudolph_ 1770. Im Ossarium 2 interessante
_Steinreliefs_ von der alten Kanzel, Johannes und Markus in
Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil verwandt der Backofenschule
(der das Werk brigens nicht angehrt). Schne _Sandsteinmadonna_ um 1410,
typische Wrzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei um 1480. --
_Grabdenkmler_ in sehr groer Zahl und z. T. hoher Qualitt, am reichsten
vertreten die Familie v. Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag
vernutzt, jetzt im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere auen. Von
_Bildnissteinen_ hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, fast vollrund, starre
Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; Ludwig v. H. 1517. Von _Epitaphen_:
Philipp v. Hutten (1546 in Venezuela ermordet), vorzgliche Arbeit von
_Loy Hering_ in Eichsttt; Bernhard v. H., Art des lteren _Peter Dell_;
Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (_P. Dell_, wahrscheinlich der Jngere); vom
selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; Stephan Zobel mit Frau und
Kindern 1597. -- _lberg_ um 1500, besser als die meisten dieser Gattung.

*Schlo* (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, Wohnbau M. 16.
Jh., im Innern einiges zu beachten. --

*Rathaus*. 1520, wiederholt verndert, namentlich 1753.

*Spital*, groe Anlage von 1713-30.

_ARNSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg*. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, Fenster
rck. mit Kreuzstcken, im Erdgescho rippenlose Kreuzgewlbe.

_ARNSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Burgruine*. Eine der groartigsten am Harz; der spgot. Palas 5 stckig
erhalten.

_ARTERN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Marien-K.* in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. ltester Bestandteil
der jetzt in der M. stehende Turm auf oblongem Gr.; in seinem oberen
freien Teil hat er auf der breiten Seite 3 Paar gekuppelte
Rundbogenfenster, an der schmalen Seite 1 Paar; im Erdgescho spitzbog.
Kreuzgwb.; nach O und W ffnet er sich in groem Spitzbg. Im O ein platt
geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., jetzige Gwbl. und
Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als der Turm, 1sch., polyg. WSchlu.
Fenster noch spitzbg.

*S. Veit* in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmiges lat.
Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor (ohne Apsis) spitzbg. Gwb.,
Kreuzarm und das (kaum ursp.) 1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit
Satteldach und gekuppelten unterspitzen Schallffnungen, die Fenster der
K. rundbg.

_ASCHACH._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-_Epitaph_ von
Bildhauer _Julius Emes_.

*Schlo* (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In der Halle
geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter _Ofen_ aus 1. H. 17. Jh.

_ASCHAFFENBURG._ UFranken BAmtsstadt.

*Stifts-K. S. Peter und Alexander*. ltere Baudaten fehlen. Rom. 12. und
13. Jh. mit vielen spteren Zustzen; rest. 1713 und 1880. -- _Inneres_.
Hier hat der rom. Stilcharakter noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte
Pfeilerbasilika (jetzt Lattengewlbe aus 18. Jh.); weite
Querschnittsproportion; 9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich
profilierten Deckplatten; diese, sowie die einfache Tr am nrdl. Ssch.
der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. 12 Jh. -- Eine
zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau ein, nahe verwandt der
Peters-K. in Gelnhausen. Empore zwischen den (damals unausgefhrt
gebliebenen) Fronttrmen; sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen
Halle; rippenlose Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Bltterkapitelle
der stmmigen Sulen in ihrer Art ersten Ranges. In der WWand prachtvoll
umrahmtes Portal, im _Tympanon_ Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um
1250 der OBau. Der Einflu von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr
vonseiten der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor 2
quadr. Gwbb., am platten Schlu im 18. Jh. die Fenster vermauert; die
Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewlblinien unterspitz. Die rck.
Gurten auf Auskragungen; die Kreuzrippen, geschrfte Wulstform, auf
Diensten mit Schaftringen; rom. Bltterkpatt. -- Die Sschiffe des Lhs.
durch flache Kapellen erweitert. Am nrdl. Ssch. die groe, ber den
ueren Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe
zugngliche _Maria-Schnee-Kap_., erb. 1516 vom Kardinal Albrecht v.
Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen Reihungen, entartetes Mawerk; die
uere Giebeldekoration erinnert mit ihrem schreinermigen Reichtum an
die schsischen Bauten des Kardinals. -- _ueres_. Chor und Langseiten
verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt Bauteile aus vier
Stilperioden zu einer beraus malerischen Gruppe. Eine in der Seitenachse
liegende hohe Freitreppe, barock, fhrt zu einem Paradies; ehemals mit
schrger Sparrendecke, jetzt flach gewlbt. Der NTurm nicht ausgebaut;
dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der hohe Giebel der
Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der Empore entsprechend, 3 sprom.
Fenster. Der STurm wurde im 14. Jh. in kolossalem Mastab begonnen; ber
dem zweiten Gescho brechen die Motive ab und es folgt ein sptestgot.
Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hlzernen Helm. Das Lhs.
hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. -- An der NOSeite schner sprom.
_Kreuzgang_. Von ihm aus fhrt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang
zum _Paradies_, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit dem OBau
zusammengeht. -- _Ausstattung_. Groer _Hochaltar_ in Ciborienform aus dem
18. Jh. Die ehemals zahlreichen ma. Nebenaltre bis auf einen zerstrt.
Die _Beweinung_ von _Math. Grnewald_ bildete die Predella eines
Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild jetzt in
der Pinakothek zu Mnchen. In der Maria-Schnee-Kap. ein mit 1519
bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria von _Grnewald_ einschlo;
wahrscheinlich identisch mit dem jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd.
III) befindlichen Bilde; brigens ist auch der Rahmen an sich interessant
als Dokument der Vernderung der Altarform im bergang von der Gotik zur
Renss., eine Parallele zum Rahmen von Drers Allerheiligenbild. In einer
sdl. Seitenkp. _Schnitzaltar_ der 14 Nothelfer von merkwrdigem
staffelfrmigem Aufbau A. 16. Jh. -- _Chorsthle_ von 1659 jetzt im Qsch. --
In der nrdl. Turmhalle _Taufstein_ von 1487. -- Im nrdl. Ssch. (frher im
Chor) ein eherner _Baldachin_ aus der _Vischer_schen Htte bez. 1536; vier
mit graviertem Laubornament geschmckte Pfosten tragen einen an der
unteren Flche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die Zeichnung
erinnert an das (zerstrte) Gitterwerk des Nrnberger Rathauses. Der
Baldachin scheint fr das von Kardinal Albrecht in Halle projektierte
Grabmal bestimmt gewesen zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von
Brandenburg und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt trgt er einen
Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. -- _Kanzel_ aus Sandstein und
Alabaster, sehr reich, um 1590. -- An der WWand kolossales _Holzkruzifix_
aus A. 13. Jh. -- Auen ber der Freitreppe steinerne _Kreuzigungsgruppe_
1699.

_Grabmonumente_ und _Gedenktafeln_ in groer Zahl. Davon die wichtigsten:

_Im Chor:_ SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen {~DAGGER~} 982, gesetzt
1524; korrespondierend auf der Nseite das seiner Frau und Tochter,
Liudgard und Hildegard. -- Ehernes Epitaph des Kardinals Albrecht von
Brandenburg {~DAGGER~} 1545, gegossen 1525 in der _Vischer_schen Htte, groartiges
Reliefbildnis mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus 18.
Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstck gedacht,
Madonnenrelief von _Hans Vischer_ 1530: beide aus Halle hierher
bergefhrt. -- Epitaph fr Kurfrst Schenk v. Erbach {~DAGGER~} 1459, ausgefhrt im
16. Jh. -- Desgl. fr Kurfrst Anselm Franz v. Ingelheim {~DAGGER~} 1659, bmkw.
durch lebendige Portrtauffassung.

Im _Mittelschiff_ kurfrstliche Beamte. a) Sdliche Reihe: Caspar v. d.
Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. -- Wolf Beheim 1539. -- Dr.
Sachs 1570. -- Stephan v. Fechenbach 1577. -- b) Nrdliche Reihe: Melchior
von Graenroth, Erzgu von groer technischer Przision, 1584 von
_Hieronymus Heck_. -- Georg v. Liebenstein 1533 mit Anklngen an die Schule
_Backofens_; feste Rittergestalt, das Knien an dem (ganz an die Seite
geschobenen) Kruzifix vorzglich gegeben. -- Brendel von Homburg 1573. --
Ch. Math. v. Albersweiler 1567. -- Dr. Eisenberger 1575.

_Im Kreuzgang_. a) WFlgel. Gertrud Echter 1421, kniend in
Dreiviertelansicht, ber ihr Maria in den Wolken, schne manierfreie
Arbeit. -- b) NFlgel. Joh. v. Cronberg 1439, adoriert den h. Christoph. --
c) OFlgel. Schenk v. Weibstedt 1437, adoriert die Madonna auf der
Mondsichel. -- d) SFlgel. Scholastikus Kchenmeister mit seiner Mutter
1493. -- _Wandgemlde_, der Gekreuzigte u. Heilige, E. 14. Jh.

In der Sakristei 2 vorzgliche _Reliquienbsten_ 1473 von _Hans Dirnstein_
von Frankfurt. Degl. _Monstranz_. Rom. _Schachbrett_.

*Agathen-K.* Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. berarbeitet,
unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm sehr einfach
rom. Auen _lbergsgruppe_ aus 16. Jh., beschdigt, in Renss.Gehuse.

*U.L.F. Pfarr-K.* 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen
Verhltnissen. An der nrdl. Langseite rom. Glockenturm, das Obergescho
rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat bereinander, durch kein Gesims getrennt,
2 gekuppelte Schallffnungen, kleeblattfrmig, umschlossen von spitzbg.
Blendbg., ein Vierpa im Felde. ber den 4 Giebeln ein steinerner got.
Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.

Im Erdgescho eingemauert sprom. _Tympanon_, thronende Maria zwischen
Heiligen.

*Studien(Jesuiten)-K.* 1619-21. In WDeutschland der erste dem rmischen
Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen Molsheim u. Kln Bd. IV,
V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen Nischen, feines Flachornament in
Stuck, Beschlgemuster.

*Schlo*. Das alte Schlo zerst. 1552. Notbau 1556-1606. Neues (jetziges)
Schlo 1605-1614 von _Georg Ridinger_ aus Straburg (von ihm selbst in
einem umfnglichen Kupferstichwerk, Mainz 1616, publiziert). Waren die
wichtigeren Schlobauten der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten
mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck zum
erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage gegeben (etwas
lterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flgel um einen quadratischen Hof von
ca. 79 m uerer, 51 m innerer Seitenlnge, an den Ecken mig
vorspringende quadr. Trme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem
aus dem alten Schlo herbergenommenen Bergfried, jetzt mit dem NFlgel
hofseits verwachsen. Die Flgel haben wenig Tiefe (kaum 10 m im Lichten)
und in der inneren Teilung folgt Raum auf Raum ohne Korridorverbindung.
Aufgnge durch Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. -- Die allgemeine
Idee, aus dem Wasserschlo entwickelt, hier wohl sicher durch franzs.
Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in bereinstimmung mit dem
Kaufhaus in Straburg, dem Friedrichsbau in Heidelberg, dem Schlo
Gottesau und dem etwas jngeren Schlo in Mainz) mit der
ostfranzsisch-lothringischen Weise zusammenhngt; vgl. besonders die
Fensterverdachungen. Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten
Geschosse durch sehr krftige Gesimse, whrend vertikale Teilungslinien
fehlen. Der Fassadenlnge von 85 m (mit Einschlu der Trme) entspricht
eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und Teilung in 15
Fensterachsen; dazu das mchtige Dach, 12 m H. In der Mitte wird es durch
einen reicher als alle brigen Teile (ursp. jedoch einfacher
beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. Einziger Zugang durch das mig
groe Rustikaportal der SSeite. Eine Zugbrcke fhrte hier ber den
Burggraben, einst vorn durch eine _porta triumphalis_ geschmckt. (Der
Balkon 18. Jh.) Die Geschohhe der Trme nimmt nach oben etwas ab, sie
werden gekrnt durch eine Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher
Haube. Die stl. und nrdl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie die
Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der WSeite. -- In der Nhe
erscheinen die Verhltnisse zu schwer, wie bei den meisten Bauten dieser
Zeit; aus gehriger Entfernung betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse
meisterhaft aufgebaut. Die erhhte Lage ber dem Main fhrte zur Anlage
einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das mchtige Wappen des Bauherrn
Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. Erwhnenswert, da Ridinger vorher
hauptschlich an Festungsbauten beschftigt war. -- Die _Hoffassaden_
wiederholen das uere System mit der Abweichung, da das Erdgescho sich
in Arkaden ffnete (unglcklicherweise spter zugemauert). -- Die _innere
Ausstattung_, deren geschnitzte Tren, Mosaikbden, Stuckdecken,
Wandgemlde (im Kaisersaal Historien von _Georg Keller_, einem Schler
_Jost Ammanns_), ein Besucher des J. 1614 berschwnglich bewunderte,
wurde durch Umbauten seit 1770 zerstrt. Einigermaen verschont nur die
_Kapelle_; 1sch. Raum mit Netzgwb., Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor
von _Hans Junker_; Brger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich berlastet
mit (an sich reizvollem) Detail, figrlichem und ornamentalem. Wand-,
Decken- und Fenstermalerei zerstrt. Prunkvolles Portal. -- Im Schlo bmkw.
_Gemldegalerie_.

_ASCHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* 1606-15 nachgot.

_ASCHFELD._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1679. Wirkungsvoller _Hochaltar_ in elegantem fr. Rok., gegen
1740, Richtung der Auwera. -- _Kirchhofsbefestigung_ mit Gaden 16. Jh.

_ASMUSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Kirche* spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster Spitzbg.
mit Fischblasen, im Schiff Vorhangbgen.

_ASTHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

Ehem. *Karthuser-Klst.* gegr. 1409 durch Erkinger v.
Seinheim-Schwarzenberg. Kirche charakteristisch nachgot. Bau (1603 f.) auf
lteren Fundamenten. Das prchtige, mit Statuen geschmckte Renss.-Portal
an die Prokuratie versetzt. Treffliches _Chorgesthl_ renss., sptbar,
umgearbeitet. Mchtiger _Hochaltar_ 1730, Seinsheimsche _Epitaphe_. -- Vom
Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) Nikolauskap.
und der Verbindungsgang zur Kirche. berlebensgroes _Holzkruzifix_ um
1520.

*Dorf-K.* Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von _P. Dell_ d. .,
Moritz v. Sch. 1565 von _Thomas Kissner_.

_ATZENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Die stl. Schluwand mit 3 pyramidal gruppierten
Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.

_AUA._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Dorf-K.* daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim verlegten
Klosters; ein rom. _Taufstein_ Trger der Altarmensa.

_AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus der Juliuszeit
(1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage umgewandelt. Aus 13. Jh.
erhalten der WBau, ein sehr bmkw. Dokument aus der ersten Rezeption des
got. Stils. 1275 und 1280 die ersten Erwhnungen, zu welcher Zeit auch die
Bauformen passen. Erdgeschohalle und Empore, beide geteilt in 3 Sch. und
2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel rom. Erinnerungen, woraus
nicht notwendig ein nennenswert hheres Alter folgt. Doppelt gekehlte
Rippen mit Anlufen auf diagonal gestellten Kmpfern. Die oberen Pfll. aus
8 Runddiensten gebndelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll.
mit schnstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung von Masken
und Tieren. Die Fenster haben im Mawerk Nasen, z. T. in Blumen endigend.
Das Portal spitzbg. in rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgelst. Im
Obergescho Rosenfenster. Vergleichspunkte zu frnkischen Bauten dieser
Zeit fehlen; smtliche Details weisen auf den Oberrhein und ber diesen
hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft mit der franzsischen Gotik,
namentlich gilt dies von der Komposition der Rosen. -- _Hochaltar_ 1682.
_Kanzel_ 1790. Hauptschmuck des Turms die schne _Kreuzgruppe_ aus
_Riemenschneiders_ Werkstatt, dem Meister selbst nahe stehend. Bmkw.
_Steinrelief_ aus 14. Jh., die Jnger am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche
_Renss.-Grabmler_. Das des Truchsessen von Baldersheim aus der
_Riemenschneider_schen Werkstatt um 1520.

*Spital-K.* 14. Jh., umgebaut 1595. Frstbischfl. Schlo 1580-1620. In
den Turmrumen (Amtsgericht) schne Stuckdekoration um 1770, vielleicht
von _Matteo Basti_ (vgl. die Engelheimer Zimmer der Wrzburger Residenz).
Die Kap. in typischer unterfrnkischer Nachgotik. -- *Rathaus* 1671. -- In
der Nhe des Ortes mehrere schmuckreiche _Bildstcke_.

_AUBSTADT._ UFranken BA Knigshofen.

*Dorf-K.* renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.

_AUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten Portal
die Kanten als Rundstbe ausgebildet, im Tympanon der Gekreuzigte in
langem Rock. Empore und Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein
farbenreiches Innenbild.

_AUE AM BERG._ Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. berarbeitungen got. und
spter. -- Gemaltes _Triptychon_ um 1500.

_AUERBACH._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.

*Burgruine*. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.

_AUERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage die stl.
Stellung des Turms.

_AUERSWALDE._ K. Sachsen AH Flha.

*Dorf-K.* Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. rom. Gr. und
Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus fast quadr.; Chor ebenfalls
quadr., doch kleiner; beide Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum
gegliederter Rundbg., Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes
Kreuz, am Altar rom. Mensa. -- _Altarschrein_, schne Arbeit aus
Altenburger Werkstatt, 1503.

_AUFENHAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm,
einfachste Formen. -- Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.

_AUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Burg* aus Ma. gut erhalten.

In der *Schlo-K.* Grabstein fr Albrecht v. A. 1356; kunstvolles
zinnernes Taufbecken von _Caspar Enderlein_ ({~DAGGER~} 1633).

_AUGSFELD._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter Gewohnheit im
OTurm. -- Dekoration und Mobiliar in munterem, lndlich splendidem Rok.

_AUGUSTUSBURG._ K. Sachsen AH Flha.

Schlo gegr. 1568 durch Kurfrst August, wesentl. voll. 1573. Baumeister
_Hieronymus Lotter_ aus Leipzig, zum Schlu _Erhard van der Meer_ unter
Oberaufsicht des Grafen _Rochus v. Linar_. Der allgemeine Charakter ist
der eines Residenzschlosses mit festungsmigen Anklngen (Grben,
Kasematten usw.). Der Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86
m, in der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhuser, die durch
schmale Flgel verbunden werden, so da der Hof griechich kreuzf. wird.
Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung und in sehr niedrigen
Proportionen, die 4 eckigen Fenster mit got. Profilen sind die einzige
Belebung der glatten Wand, dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in
Rustika, derbe Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. ber dem
weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. Starke Akzente
geben die Eckbauten mit Zwerchhusern, steilen Walmdchern und hohen
Schornsteinen (durch spteren Umbau vereinfacht). Die _Ausstattung_ der
Wohn- und Festrume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Sle, 7 Vorsle,
74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet den mittleren Verbindungsbau
die

*Schlokirche* nach dem Plan _v. d. Meers_. Zwischen den tiefen Streben
ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen mit Halbsulen
in unten dor., oben jon. Ordnung, alles in schwerster Behandlung, das
Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk stuckiert. ber dem Altar groes
_Gemlde_ von _L. Cranach d. J._ von 1571, Kurfrst August mit seiner
zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. _Kanzel_ mit Gemlden von Hans
Schrer.

_AULIGK._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. Grabsteine des
16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von _Gottfr. Silbermann_, aus
Chemnitz versetzt.

_AUMA._ Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.

*Stadt-K.* 1520 und 1793. -- Reste eines _Schnitzaltars_ A. 16. Jh.

_AURA._ UFranken BA Hammelburg.

Ehem. *Benedikt.-Kloster*, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. Im
Bauernkrieg beschdigt, 1687-97 teils weiter zerstrt, teils umgestaltet.
Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von 9 Achsen, im O platter Schlu.
Ausstattung E. 17. Jh. Im ganzen entstellter berrest einer urspr.
bedeutenden Anlage. Vorlufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben
vom rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus Sttzenwechsel
im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schlu in 3 Apsiden. Ein westl.
Atrium mit Doppeltrmen 1689 abgetragen. -- In der jetzigen Stallung Rest
eines spgot. Kapitelhauses. Die rom. Wrfelknaufsulen in den Arkaden des
jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang.

_AUWALLENBURG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Burgruine Wallenburg*, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm,
rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtren.

_AXIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2
Rundbg. gegen das Sch. geffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N
einfach, im S verschrnkt. -- Aus frgot. Zeit _Taufstein_ und Reste von
_Wandmalerei_.




_B_


_BAALSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, rom. Anlage des 13. Jh. -- _Glocke_ E. 13. Jh. mit der Inschr.
_Heinricus Filius Tiderici me fecit_ (ein Glockengieer _Thidericus_
erscheint 1278 in Lhe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die
vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Gro-Wiederitszch,
Geringswalde, Niedergrfenhein, Oetzsch).

_BAHRA._ UFranken B A Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Frgot. _Sakramentsnische_. _Glocke_ mit Apostelnamen um 1300.

_BALDERSHEIM._ UFranken. BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1611, verndert 1901. Sehr guter _Grabstein_ 1493; andere 16.
u. 17. Jh. -- _Hochaltar_ um 1700 mit guten _Holzfigg_. vom sptgot. Altare
(nach 1500).

_BALGSTEDT A. U._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18.
Jh. im W des Turms neu errichtet. -- _Glocke_ 1311.

_BAMBERG._ OFranken. BAmtsstadt.

*Dom S. Peter u. S. Georg*. Grndungsbau Kaiser Heinrichs II. 1004-1012;
Brand 1081, der nur die Mauern stehen lie, darauf Rest. und zweite Weihe
1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn der Erneuerung
nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch
nicht vlliger Abschlu der Arbeiten. -- Der gegenwrtige Bau ist ein Werk
des 13. Jh. auf dem Grundri des frhen 11. Jh.; ob und wieviel aufgehende
Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den Neubau hinbergenommen, ist noch
nicht sicher festgestellt. Mae in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m,
Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr. regelmig kreuzfrmig mit der Abweichung,
da das Qsch. im W. Zwei Chre: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S.
Georg gewidmet; WChor, die Vierung einschlieend, S. Peter; zu beiden
fhren Stufen hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m
reduziert. Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. --
Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her
das gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei
Phasen auf: sptromanisch ist der OChor, auen und innen, und das Lhs. in
seiner Auenansicht; frhgotisch, jedoch nicht von der franzsischen,
sondern von der von dieser unabhngigen burgundisch-cisterciensischen
Frhgotik abgeleitet(1), der innere Aufbau des Lhs.;
franzsisch-frhgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz zu
verdrngen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht mglich. Der OChor ist
im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, da er
vor 1200 nicht denkbar; die Behauptung, da die WTrme 1237 vollendet
waren, schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs
(1203-1237), jedoch die Ausfhrung des WChors und der WTrme spter. Die
plastische Ausschmckung (s. unten) beweist, da noch vor ihrer
Aufstellung der Bau unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafr
die unruhige Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich
als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang
dieser Regierung, Vollendung nach lngerer Pause unter B. Berthold von
Leiningen (1257-85). -- Aus der Zeit der spteren Gotik (um 1450) nur die
Sepultur. Grndliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der
Dcher und Trme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-37
durch _Heideloff_ und _Grtner_.

_Ostbau_ (Georgenchor). Die Krypta umfat den ganzen Raum unter dem
hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen gestatten, das Msch.
breiter anzulegen, whrend die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf
gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum hher und
luftiger gestaltet, als je in Krypten lterer Zeit. Die Sttzen sind Sll.,
ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen
8eckigen, schon frgot. Einflu verratenden Deckplatten. Die Rippen mit
derben Rundstben besetzt. Der Eingang mu ursp. in der Mitte gelegen
haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem
ehemaligen Podest. -- Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des 8Ecks,
legt sich, besonders in der Auenansicht hervorragend schn kombiniert, an
die groe Wandflche, die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in
gleicher Flucht liegenden Unterbau der Trme gebildet wird. Der Aufbau 3
teilig in glcklichster Rhythmisierung; Erdgescho, Fenstergescho,
Zwerggalerie gesondert durch beraus reich gebildete Friese, vertikale
Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorsprnge und strkerer und
schwcherer Dreiviertelsulen. An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv
in einer schon von der Frhgotik berhrten Form. Die Kehlen der reich
abgestuften Fenstergewnde sehr wirksam mit Schellen besetzt. Das
Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht im inneren
Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den Fenstern
Arkatur; bezeichnend das Streben nach mglichst lebhaftem Formenwechsel
auch in der Form ihrer Sulenschafte.

_Langhaus._ Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem
gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den Quer-
wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundribildung,
die dadurch mglich geworden wre, ist nach deutscher Gewohnheit das sog.
gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich behindernd geltend,
da die Grundriabmessungen auf diese Teilung ursp. nicht eingerichtet
waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den stl.
Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschlu des Lhs. an den OChor tritt
deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen Gwbb.,
hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich wichtige
Tatsache zeigt sich auen an den Hochschiffswnden, ebenso an der N- wie
an der SSeite: von W gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten
Fenster vermauerte Fenster von gleicher Form und Gre, wie die offenen,
und zwar an den Stellen, wo innen die Gewlbegurte anfallen. Um als
berreste vom Bau des h. Otto zu gelten, sind sie zu gro; ich kann sie
nur auf eine jngere Restauration(2) beziehen, etwa nach Brand 1185, die
_noch nicht mit Gewlben rechnete_. Aus dem bei whrendem Neubau
eingetretenen Wechsel erklren sich nun auch die Unregelmigkeiten im
stl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, alternieren regelmig strkere und
schwchere Pfll., kreuzfrmig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der
Hauptpfll. das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere
wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in
Ebrach), whrend der bergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten
einfach rck., aber verhltnismig schmal, die Rippen Rundstbe mit
mandelfrmiger Schrfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefhl noch
nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare
Sonderung einerseits der die Gewlbe tragenden Hauptpfll. und des mit
ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der fllenden Wandflchen.
Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rckkehr zum gebundenen
System auffallend. Querschnitt.

_Westbau_ (Peterschor). Der Chor, fr den ursp. ein sechsteiliges Gwb.
beabsichtigt war, hat schlielich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und
in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer
zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich
franzsischen Elements in einer den jngeren Teilen des Klosters Ebrach
hnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister ttig, zuerst
burgundisch (Dijon), spter mehr nordfranzsisch gerichtet. Die Krypta
klein und jetzt unzugnglich. -- WChor und OChor sind in ihren ins Schiff
vorspringenden Abschnitten durch Brstungswnde geschtzt; nach auen mit
Arkaturen geziert, nach innen vllig glatt, selbst ohne Gesims; die
SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei.

_ueres_. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhrt in den bisherigen
Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den
Dchern in wiederholten Restaurationen verndert. 4 Portale: 2 unter den
OTrmen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren
wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der Pfosten
der Georgenpforte hinweist); 2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am
nrdl. Ssch. (Frstentor) und nrdl. Kreuzflgel (S. Veitspforte).
Denselben rein rom. Charakter haben die OTrme bis zur Hhe des
Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch unter
Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notsttze im 2. Fenstergescho noch
whrend des Baus eingezogen; die Fenstergliederung der beiden letzten
Geschosse entsprechend gendert). Entschiedener ist die Neuerung an den
WTrmen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der
Michaelskap. in Ebrach genau bereinstimmen und deren Vorbilder zum
charakteristischen Formenschatz Burgunds gehren; weiter nach oben tritt
der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer
tabernakelartigen Sulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks
umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast
gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der
franzsischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein
bestimmtes franzsisches Vorbild zurck: die Kathedrale von Laon. Doch ist
dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verstndlich zu machenden
Punkte miverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im
Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Trme erhalten hat: jetzt auf dem
Baldachin ber der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors,
NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, da die
franzsisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg
brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) Dieselben
Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch einen
franzsischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das Modell in
der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter
das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. am
Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, da das fr die Entwicklung
der WTrme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschlu vollstndig ein Werk
des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTrme nachgebildet, als man die Dcher
erneuerte; ursp. schlossen die WTrme richtig mit einem greren 8seitigen
Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken.

_Innere Ausstattung_. Aus Ma. nur das Chorgesthl; im WChor reicher, E.
14. Jh., im OChor etwas jnger. Die hie und da zerstreuten Schnitzaltre
sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand
allein der in der Sepultur. Der Wunsch Knig Ludwigs I. war, da das
heilige und groartige Denkmal in seinen Verunstaltungen verbessert und
der ungestrte Anblick dieses erhabenen Tempels im ursprnglichen Stile
wieder hergestellt werde. Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835
_Heideloff_, 1835-38 _Grtner_. Sie entfernten nicht nur alle
nachmittelalterlichen Gegenstnde, darunter 10 Renaissanceepitaphe (jetzt
in der Michaels-K.), sondern drngten auch dem der Spuren seines Lebens in
der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf.
(Selbst Fhrig, ein Nazarener, klagte damals ber die eingetretene
Vernchterung.)

Von grter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom fr die Geschichte der
_monumentalen Plastik_ im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen,
jede durch eine fhrende Knstlerindividualitt vertreten: Meister des
Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des Frstentors. a) Die
Arkaturen an den _Schranken des Georgenchors_ enthalten in ihren 26
Blenden die Reliefgestalten von _Propheten_ (NSeite) _und Aposteln_
(SSeite); die gemalten Inschriften ihrer Spruchbnder sind erloschen,
weshalb nur bei den wenigsten die Benennung mglich wird. Je zwei im
Gesprche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens einer skular an die
Kleinkunst gebunden gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil;
zugleich in ergreifendster Weise den Zusammensto konventioneller
Gebundenheit, in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings
aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur
Freiheit erwachten leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der
Charaktere, Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen;
die Krperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos.
Die Apostelseite in relativ gedmpfter, die Prophetenseite in strmisch
erregter Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, da der Knstler,
noch zaghaft, mit jener angefangen habe; es knnte aber auch sehr wohl
eine bewute Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der
SSeite ergibt ein berschssiges Feld, darin der h. _Michael_. Das
_Verkndigungsrelief_ am Pfl. rechts von der Chortreppe sa frher an der
NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen
Reihe (vielleicht bestimmt fr den Peterschor, dessen Schranken dann ohne
plastischen Schmuck, blo mit Gemlden in den Feldern, zur Ausfhrung
kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalschne zur Verfgung
stand. Sichere Datierung ist nicht mglich; am wahrscheinlichsten ist mir
die Zeit rund 1225-35. -- b) _Die Adamspforte_, links (SO) vom Georgenchor.
Am rechten Gewnde Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich,
Kunigunde, S. Stephan. Die Statuen sind spter eingefgt; wren sie fr
dieses Portal, auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so htte
der Knstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit Sulen
verwachsen, die in dem Organismus _dieses_ Portals keinen Platz finden;
Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem
architektonisch die _franzsische_ Schule einsetzt, und da der Bildhauer
der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich
nachgewiesen. Von derselben Hand rhren mehrere Statuen her, die jetzt im
Innern an den den Georgenchor nrdlich begrenzenden Pfeilern sehr
ungeschickt aufgestellt sind. Offenbar waren auch sie fr ein Portal
gedacht; vielleicht an der Stelle des spter dem westl. Qsch.
vorgeblendeten S. Veitsportals, also das Seitenstck zum Frstenportal. Am
Mittelpfeiler _Maria_, von ihr getrennt _Elisabeth_ (als
Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein Engel
(Verkndigung); am linken Pfl. ein _Papst_, am rechten der _h. Dionys_, an
seiner Front ein lebensgroer _Reiter_. Dieser knstlerisch und
ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an
sdwestfranzsischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen wurden
bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn, einer der
hl. drei Knige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir, indem
ich von der Bedeutung der rtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die
Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und
in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B.
beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria
und Elisabeth, indirekt zur Antike sind berall klar; auerdem mu der
Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben, wie
die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an
einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft
dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTrme zuzuschreiben sind, ist
nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er gehrt zu den ersten knstlerischen
Krften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, da wir keine seiner Gestalten in
dem von ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie ja auch
sein zu vermutendes Projekt fr die Erweiterung des WChors unausgefhrt
blieb). Viele interessante architektonische Reminiszenzen und Phantasien
stecken in den Baldachinen ber den Statuen, z. B. an dem ber dem Reiter
Reimser Mawerk der frhesten Art. -- c) _Das Frstenportal_ am nrdl.
Ssch. Am Gewnde die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in
ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des
Merseburger Doms), am Tympanon das Jngste Gericht. Die tektonische
Anordnung ist franzsisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, da die
Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht
von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich aber
mehr und mehr mit dem franzsischen; man erkennt die linke Seite als
ltere, die rechte als jngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser
Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder _der Ecclesia
und Synagoge_ haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem
Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stcke entnommen;
ebenso gehren der Werkstatt des letzteren der _Posaunenengel_ und der
_Abraham_ ber dem linksseitigen Kmpfer. -- d) Aus der lteren
einheimischen Schule das Bogenfeld und die Apostelbrustbilder des Portals
rechts vom Georgenchor (NO), die 2 kauernden Lwen an der OFassade von
einem spter vernderten Portal nach 1185. -- _Grabdenkmler __ des 13.
Jh._ Auf dem Peterschor Tumba des B. Suitger, nachmals _Papst Clemens_ II.
({~DAGGER~} 1047); glatter Deckel mit Randinschrift, an den Lngswnden Allegorien
der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der
Christus der Apokalypse (?), frher irrig als italienische Arbeit
ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der
Adamspforte. Indes halte ich, was wir jetzt vor uns haben, fr eine
nachmittelalterliche Kopie. Grnde: die Schriftform und die arabischen
Ziffern der Deckplatte; die Gleichheit des Materials der Deckplatte und
der Reliefwnde (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma.
vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, die nur als
Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der Papst am Georgenchor,
jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). -- Die 2 Tumben des
Georgenchors; B. Gunther ({~DAGGER~} 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief,
ungewhnlicherweise in Profil; B. Otto II. ({~DAGGER~} 1196), eingeritzte
Linearzeichnung, Gesicht, Hnde und Fe waren mit Messing eingelegt. --
Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran {~DAGGER~} 1237, hnlich dem des B.
Gunther; Standort jetzt am Eingang in die Antoniuskap. -- Noch immer nach
demselben Schema der Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen {~DAGGER~} 1283, s.
unten. -- _Grabdenkmler aus dem_ 14.-17. Jh. a) _im sdl._ Qsch.: rechts
vom Altar groartiges Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von
derselben Hand wie Diether von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also
trotz der individuellen Zge ohne Portrtwert); Bronzetafel fr den
Domherrn Wolfgang von Wrzburg 1610, Gu von _Jakob Weinmann_ von
Nrnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs von Rgheim 1561 von _Kilian
Sorg_; Bronzemonument B. Phil. Voit v. Rieneck 1672. -- b) _Im Peterschor_:
Epit. des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von _Loy Hering_ in
Eichsttt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an den Wnden
mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren in Flachrelief, herkmmlich
der _P. Vischer_schen Htte zugeschrieben. -- c) _Im nrdl. Ssch._: im 2.
Joche B. Albert v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide
ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also
technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die blo mit Inschrift
versehenen Bodenplatten von Bischfen des 16. Jh., deren zugehrige
Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Frstentor Denkmal des letzten
Frstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. -- d) _An dem sdl. Arkadenpfl.
des Msch._: B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B.
Friedrich v. Hohenlohe 1351, knstlerisch das wertvollste unter den
sptmittelalterlichen. -- e) _Monument des kaiserlichen Stifterpaares
Heinrich und Kunigunde_ von _Tilman Riemenschneider_, beg. 1499, voll. und
aufgestellt 1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form
Tumba; so hoch aufgebaut, da die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen
Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; Reliefs an den Wnden;
wenig Architekturformen. Die Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens
Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche,
3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den h. Benedikt von
seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs Seelenwgung. -- _Sepultur der
Domherren in der h. Nagel-Kap._ Die Wnde, soweit sie nicht von Altren
eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Gre 64 ikon.
Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung in bloen Umrissen,
1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in
grerer Hhe bloe Wappentafeln angebracht; fr eine Anzahl ist der Gu
in der Forchheimer Htte bezeugt; fr welche anderen die _P. Vischer_sche
in Frage kme, wre noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es fr die
Platte des Joh. v. Limpurg ({~DAGGER~} 1475), die dann die lteste in der Klasse
der gravierten von _P. Vischer_ wre. -- Spgot. _Schnitzaltre_ im nrdl.
Ssch. (aus Mhlhausen) und in der Nagel-Kap. -- _Kaiserglocken_ aus A. 14.
Jh. Die grere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179 cm,
Hhe 140 cm.

_Schatzkammer_ (seit 1907 in neuen Rumen geordnet) ist in ganz
hervorragender Weise reich an _Textilien_: drei den Reichskleinodien
beigezhlte Kaisermntel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Gnther
(smtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), groer Wandteppich mit
der Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus _Metall_: zwei rom.
Tragaltrchen mit Email und Elfenbeinschnitzereien, groer Bronzeleuchter
fr Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.),
Reliquiarien und Monstranzen. Schssel aus _Glasflu_ (Opus Alexandrinum
1. Jh.). Gegenstnde aus _Elfenbein_: Messerscheide (sptestens 9. Jh.),
Pontifikalkmme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. -- Bis ins 16. Jh.
fand alle sieben Jahre die groe Heiltumsfahrt (ffentliche Ausstellung
der zahlreichen Reliquien) statt.

*Kreuzgang*. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und Lisenen
der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An seinen
OFlgel stt das

*Kapitelhaus* 1731, angeblich von _Balth. Neumann_. Die Behandlung
prunklos, in schnen ernsten Verhltnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke
in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberhrt. 2 ehemals im
Dom befindliche _Altarbilder_ von _Merian_ und _Sandrart_.

*Alte Hofhaltung*. Weitlufiger Hof von malerischen Fachwerkhusern mit
Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit
prchtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe,
so da es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist
durch die knstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine
der allerglcklichsten und bezeichnendsten Schpfungen der deutschen
Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Wrzburg {~DAGGER~} 1577. Der entwerfende
Baumeister (_Erasmus Braun? Caspar Vischer?_) unbekannt. -- In demselben
Gebudekomplex eingeschlossen die berreste der

*Andreas-Kap*., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die
*Katharinen-Kap*. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.

*Neue Residenz*. Nachdem die Bischfe abwechselnd im Geierswrther Schlo
(an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem
verschwundenen Schlo auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von
B. Lothar Franz v. Schnborn der gegenwrtige Bau begonnen. Baumeister
_Leonhard Dientzenhofer_. Stckweise geplant und nicht vollstndig
ausgefhrt; Abschlu 1704. Zwei lange Flgel stoen im rechten Winkel
aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel die 3 antiken
Ordnungen sich folgen; im brigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es
fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschlu durch ein nachdrckliches
Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von
Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nchtern, an Klosterbauten der Zeit
erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der groe
Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von
Dientzenhofers jngerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die
Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der
Weise der lteren Architektur im Verhltnis zu seiner Ausdehnung sehr
niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der
Dekoration.

*Domherrenhfe*. Auf dem brigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch
die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die
Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in
der Klausur in frher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel
eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der
Zeiten natrlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien
umgebenen Hfen und ihren terrassierten Grten ist von groem Reiz. Viele
haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenber
dem Kapitelhaus) ist noch rom., die brigen got. Architektonisch am
bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von _J. M.
Kchel_, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbischfl. Palais) und aus
16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollstndigt
sich durch die Absteigequartiere der bte aus der Dizese: erhalten der
*Langheimer Hof* und der *Ebracher Hof*, beide noch M. 18. Jh. von _J. M.
Kchel_.

*Antoniterhof* mit *Laurenzi-Kap.*, got. Anlage, 1629 umgebaut,
unbedeutend.

*Clarissen-Klst.*, gegr. 1341, profaniert.

*Dominikaner-K.* (jetzt Militr-Depot). Chor 1380-87 in der gewhnlichen
polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Hhe mit flachen Decken.
(Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwstet.

*S. Gangolf*. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehren
einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden
got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got.
eingewlbt. Sprom., oben in got. Formen bergehend die Doppeltrme der
Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. -- In den sehr
verbauten Stiftsgebuden Reste eines rom. Kreuzgangs.

*S. Elisabeth*. Kleiner spgot. Bau, willkrlich neugot. rest. -- Ein paar
_Holzfigg._ aus der Schule _Riemenschneiders_.

*Franziskaner-Klst.* Die K. abgebrochen, die Konventsgebude als
Landgericht umgebaut.

*S. Getreu* (S. Fides?). Grndung des h. Otto, 1727 ff. gnzlich erneuert,
unansehnlicher Barockbau. In ihm groe _Kreuzigungsgruppe_, welche
Endpunkt von _Stationsbildern_ war, die sich von S. Elisabeth den Berg
heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an _Adam
Krafft_, die Auffassung ins Spiebrgerliche und Grelle gezogen.

*Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe*. Als Militrlazarett umgebaut.

*S. Jacob* (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen
erhalten; die got. und bar. berarbeitung des Innern seit 1866 entfernt;
anspruchslos im rom. Sinn restauriert, strend die neurom. Ausstattung. --
Flachgedeckte doppelchrige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms
das Qsch. im W., die Trme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte
Sulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der
normalen Form abweichend; Wrfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger
Deckplatte. Die stl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die
Erdgeschosse der Trme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im
b.-St., sonst sind die Trme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach
got. erneuert; die Krypta zugeschttet, ihre rom. Fenster hinter den
Chorsthlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr
schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der
Auenbau sich noch bewahrt hat.

*Karmeliter-K.* 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K. 1694
ff. von _Leonhard Dientzenhofer_, ein mittelgroer Barockbau der
nchternen Art. Um den rom. Bau nicht gnzlich zu zerstren, wurde der
Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentrme
eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr groe, mit
Zickzackornament eingefate Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher
schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen Rumen
unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. mu tiefer
gelegen haben. Interessant der groe rom. _Kreuzgang_. Am OFlgel
Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst
ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau hat ihn sehr
entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Mnchener Nat.-Mus.] Zur Geschichte
der Bamberger Lokalarchitektur bmkw. der sog. _Fremdenbau_ (links von der
jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.

*Katharinen-Kap*. s. Alte Hofhaltung.

*Liebfrauen*- oder *Obere Pfarr-K.* -- Der einzige bedeutendere got. Bau,
der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann wirklich
begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen fr 2. H. 14. Jh.
Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, da der damals vorgefundene Bau
flachgedeckt gewesen und auf Sulen geruht habe, die nur verstrkt zu
werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil
gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen,
durchaus got., auch sind die Sttzenabstnde des Innern nur bei einem got.
Bau mglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der
Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses
beraubt. -- Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gewlbt; innerer Schlu
5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den
Strebepfll. flache Kapellen. Auen treten die Strebepfll. nur als
dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach
durch und nehmen Strebebgg. auf. Das uere ist mit reichem, aber wenig
edlem Schmuckwerk berdeckt; ber den Kapp. Giebel, am Hochchor
Flchendekoration durch Stabwerk, eine groe Menge von Statuen war
vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur
Ausfhrung. Am nrdl. Ssch. die Brauttr unter einem hohen
Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm gehrt der zweiten
Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. --
_Das Innere_ bervoll von Altren und einzelnen Kunstwerken; berwiegend
18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh.
Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 groe _Holztafeln_, Reste eines Altars,
beglaubigtes Hauptwerk des _Veit Stoss_ bez. 1523, das Mittelstck ca.
2,50 : 3,50, ganz gemldemig komponiert; aber technisch nicht Relief, da
die Vordergrundfiguren vllig rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die
Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. hinwegrestauriert und dadurch die
Bewegungsmotive unverstndlich gemacht (vgl. die alte Abb. bei
Schellenberg). -- Gegenber in einer Kap. _Sakramentsnische_ bez. 1492;
Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2
Reihen bereinander; die Krnung 1864 verstmmelt; die schlechte
Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmige Arbeit. --
_Taufstein_ mit eingelegten Holzreliefs. -- Als Beispiele fr die
Lokalkunst des 18. Jh. wren noch zu nennen: die _Hochaltarplastik_ von
_J. J. Vogel_ und am westl. Ende des nrdl. Ssch. _Gemlde_, der verlorene
Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genieenden _Joh. Nik. Treu_. -- An der
_Brauttr_, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und trichten Jungfrauen, im
Tympanon Vermhlung Christi mit der Ecclesia. -- An der WFront roher
_lberg_ 1502. -- In der Schatzkammer bmkw. _Monstranz_ 1477.

*S. Martin.* 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von _Georg
Dientzenhofer_, damals in Waldsassen (Bd. III) ttig. Anlage nach dem seit
S. Michael in Mnchen fr kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema.
Imposantes tonnengewlbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und
Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nmlich auf der
Linie des Gewlbekmpfers; das Qsch. schmal, so da die Vierung kein
volles Quadrat bildet. berwiegend Korb- u. Stichbgen. An der Flachkuppel
perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des berhmten Jesuiten
_Pozzo_, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen wurde, sondern
von einem sonst unbekannten _Fr. Marcolini_. Fassade in reicher, schwerer,
unruhiger Gliederung.

*S. Matern.* Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen.

*S. Michaelis-K.* Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021,
zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und 1700
ff. -- Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der
Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50
br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so mu eine Gesamtlnge
von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Vernderungen, gerade im O
und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. Der Hauptchor got. umgearbeitet,
die Nebenchre in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und
spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so auch der Kern
der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der Pilaster des Hochschiffes
der Reparatur von 1610 angehren. Echte rom. Profile am letzten stl.
Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen kreuzfrmig gestaltet und trgt
Gurten im Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom.
Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; der ursp. Sinn
die Absicht auf Trme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (vgl.
Paulinzelle). Sie scheinen, wie fters so auch hier, nicht ausgefhrt
worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte; die berhhung
des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin ber dem
Grabe des h. Otto beweist, fr den die jetzige Anlage keinen Raum gewhrt
(vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer. Bambg. 1718). Am nrdl. Ssch.
kleiner Rest des rom. Bogenfrieses; vollstndiger am Qsch., wo auch die
Fenster rom. Ganz verndert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine
vorgeblendete Barockfassade. 1700 von _Leonhard Dientzenhofer_. -- _Innere
Ausstattung_, 1725-48, im Gesamteindruck durch die moderne Rest.
beeintrchtigt. Alle Mobilien aus Holz, die prchtige _Kanzel_ von zwei
Bamberger Knstlern, dem Tischler _Franz Bhm_ und dem Bildhauer _Reuss_.
Das _Altarbild_ im Chor von _J. J. Scheubel_ 1750. -- _Grab_ des h. Otto in
Tumbenform 14. Jh., mittelmig, stark verndert; an der Wand ein ikon.
_Grabstein_ in etwas lterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. -- Die
_Epitaphe_ von Bischfen wurden auf Anordnung Knig Ludwigs I. aus dem Dom
hierher versetzt. Hervorzuheben im nrdl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v.
Giebelstadt und B. Voit v. Wrzburg, von _Hans Wemding_ 1577, 1580; no 4
B. Ernst v. Mengersdorf, von _Hans Werner_ 1596; no 6 B. Neidhard v.
Thngen von _Mich. Kern_ 1598. Die Reihe des sdl. Ssch. bar. und rok. --
_Klostergebude_. Hauptbau 1696-1702 von _L. Dientzenhofer_, andere Teile
jnger. Gnzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.

*S. Stephan.* Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. brig
geblieben; 5 mal durch krftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in
dem oberen Geschosse gekuppelte Schallffnungen in frgot. Form. Die K.
vllig umgebaut; Chor 1628 von _Giov. Bonalino_, nach dem Plan des
Brandenburgischen Baumeisters _Valentin Junker_; Sch. 1677 von _Petrini_.
Annhernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen,
besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. -- Das Stuckrelief
ber der Vierung von _J. J. Vogel_.

_Propsteigebude_ (jetzt Prparandenschule) von _J. M. Kchel_ um 1760.

*Friedhofs-Kap.* an der Strae nach Hallstadt (Gnninger-Kap.), gestiftet
1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das uere in eleganten
Verhltnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache
Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schlieen
geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade groe _Relieftafel_, die
Stifter vor dem Gekreuzigten. -- *lteres Jesuitenkollegium* (Gymnasium)
1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.

*Jngeres Jesuitenkollegium* (jetzt ffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H.
17. Jh. und A. 18., die lteren in der Tradition der deutschen
Sptrenaissance.

*Ernestinisches Klerikalseminar* am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf
_B. Neumanns_ von _Justus Heinrich Dientzenhofer_.

*Altes Rathaus* (jetzt Hauptzollamt), groer schmuckloser Renss.Bau.

*Neues Rathaus* auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brckenturm
(z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von _Jos. Anwander_,
neuerlich mit Glck rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf
der Brcke von _B. Mutschelle_; alles zusammen beraus glcklich und
originell in der knstlerischen Ausnutzung der rtlichkeit, ein
malerisches Architekturbild ersten Ranges.

*Hochzeitshaus* am Fischmarkt 1618, die prchtigen Giebel 1871 zerstrt.

*Hauptwache 1774*, Bildhauerarbeit von _Kamm_.

*Gangolfstor*, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697
von _J. L. Dientzenhofer_.

*Privathuser*. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten.
Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jhrigen Kriege eine sehr
lebhafte Bauttigkeit mit einem Zuge zum ppigen, dem eine vortrefflich
ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. -- Hauptbeispiel das _Prellsche
Haus, Judengasse_ 14, und das _Concordiahaus_. Beide fr denselben
Bauherrn, J. J. T. Bttinger, und ungefhr gleichzeitig (angeblich
1721-31). In beiden erinnert die Grundridisposition auf ansteigendem
Gelnde und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische,
speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz
verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenrume noch
im Sinne des 17. Jh. in gedrckten Verhltnissen, in der noch durchaus
bar. Dekoration schwlstig und beinahe roh, aber von groer Kraft der
malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die berlieferung bringt den Bau
in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der
vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw.
_Concordiahaus_; ohne sehr gro zu sein in der Haltung eines monumentalen
Palastes. Den _Dientzenhofer_ zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32,
Nonnenbrcke no 1, Grnmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). -- Von _J.
M. Kchel_ (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse
7, 12. -- Von _Fink_ 1789: Langgasse no 13.

*Brunnen*. Neptunsbrunnen (Gabelmann) am Grnmarkt 1698; an der
Domterrasse 1777 von _Trautmann_.

*Sammlungen*. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften.
_Gemldegalerie_ auf dem Michaelsberg.

_BANZ._ OFranken BA Staffelstein.

*Benediktiner-Klst*. (jetzt Schlo). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von
_Joh. Dientzenhofer_. -- Das typische Schema der Barockkirche -- Langschiff
mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor -- ist nur im
allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie einer
Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie
Borromini und Guarini, sie berbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im
Grundri vllig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schrg und die
Gewlbegurten folgen ihrer Richtung. Die groe Pfeilermasse, die das Sch.
in zwei Querrume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten grerer und
kleinerer Ellipsen, die im Grundri der Gewlbegurten wieder aufgenommen
werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je 2
Seitenkapp. und der ber diesen angelegten Emporen. Fr das Auge
unmittelbar fabar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und soll es
auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es sich, und
auch nur fr einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche,
ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist
es in hohem Grade harmonisch und groartig, in der Wirkung noch erhht
durch die raffinierte Kunst der Lichtfhrung. Es bleiben nmlich dem
Beschauer die Fensterffnungen, immer den genannten magebenden Standpunkt
vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer
Theaterdekoration, an die man berhaupt durch die ganze Anlage erinnert
wird. Zum Schlu trennt eine durchsichtige Sulenstellung den Altarraum
von dem dahinterliegenden langgestreckten Mnchschor; der geheimnisvolle
Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher vorzglich
durchgefhrter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber gleichgltig, ja
roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold
gesetzten Altre und farbenkrftigen Deckenfresken kaum in Betracht. -- Die
Auenarchitektur kann an den, zum Glck wenig sichtbaren, Langseiten nur
abstoend heien; sie hat die Kosten der oben gerhmten Innenbeleuchtung
zu zahlen; recht tchtig dagegen die zweitrmige Fassade, zumal in der
Fernwirkung.

*Klostergebude*. Zum Teil lter als die K., zum Teil jnger. Der
kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthfe umfassende
Hauptbau, 1698-1704 von _Joh. Dientzenhofers_ lterem Bruder _Leonhard_.
Der Mittelbau der Fassade jnger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsrume,
auf einer tieferen Stufe des stark abfallenden Gelndes, 1752 ff. nach
Angaben von _Balth. Neumann_. Die Kunstformen durchweg einfach; das
gediegene Quadermaterial und die glckliche Ausnutzung der Terrainbewegung
wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen.

_BARCHFELD._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Schlo* der Familie v. Stein. 1571, mit lterem Turm, in dessen Verlie
originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt.

*Landgrfliches Schlo*, von 1690, im 18. Jh. gnzlich umgebaut, mit gut
eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire.

_BRENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* 1495. Nach wiederholten Brnden 1738 unter Leitung von _J. Ch.
Simon_ erneuert. Reste eines stattlichen _Altarwerks_, Renss. 16. Jh., mit
Sandsteinreliefs. _Grabst._ 1522, 1612, 1703

*Schlo* 15. und 16. Jh.

_BARNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Sptgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert,
Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.

_BARUTH._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefgt. -- v.
Gersdorfsche _Grabsteine_, 1597, 1620, 1628, 1629, 1658.

*Schlo*. Unregelmige spgot. Anlage, SFlgel 17. Jh. Ansprechende
Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit schner Stuckdecke und
zahlreichen _Portrts_.

_BASDORF._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*Gerichtslinde* mit Bnken und von Steinsulen getragenem Geblk zur
Untersttzung des Astwerks.

_BAUERBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie
auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster.

_BAUMERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640.

_BAUNACH._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit
vier Ecktrmchen.

*Wallfahrts-K.* (Sog. berkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und
reicher Auengliederung. -- Von der _Einrichtung_ (bar. um 1680)
erwhnenswert die spgot. _Tumba_ des seel. berkomm im Chor mit einh.
Spitzbogenblenden. -- _Johannesschssel_, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. --
Verschiedene spgot. _Holzfigg._ um 1500; teilw.l Bamberger Stils. -- Auf
dem freien Platz um die Kapelle _Predigtkanzel_; spgot. um 1500.

*Amtshaus*. 2geschossige langgestreckte Anlage; sptbar., mit Treppenturm.
A. 18. Jh. Innen guter _Kachelofen_ der Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.

*Rathaus*. M. 18. Jh.

*Hoftor* in der Eberner Strae; die sog. Hlzernen Mnner. Typische
Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in
barocker Tracht sttzen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.

_BAUTZEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Dom S. Peter*. lteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Meiener
Bischfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts
erhalten. Lebhafte Bauttigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15.
Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Brnden 1634 und
1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, da das Lhs. den
Protestanten eingerumt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. -- a)
_Westbau_. ltester Teil das vorspringende Mittelstck. Ein starker
Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des
Erdgeschosses ausgefhrt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am
Gewnde je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf
bergang zu 2trmigem Projekt. Ausgefhrt der STurm, nach Brand 1441
erneuert; Krnung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in vortrefflichem
Umri 1664 von _Martin Ptzsch_. Die Mitte und der rechte Flgel der
Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schliet sie ab. b)
_Langhaus_. 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schlu 3seitig mit 5seitigem
Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der Fluchtlinie nach
S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der NWand lter sind.
Schlanke kmpferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein
viertes Schiff angefgt; es ist durch groe 6teilige, besonders prchtige
Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen 4 Schiffen
gemeinsam; seine Firsthhe 39 m, whrend die Gwb.Scheitel nur 16m haben.
Ganze innere L. 60 m. Material in den lteren wie in den jngeren Teilen
Granit. -- _Ausstattung des protestantischen Teils_. Landstndische Empore
unter der Orgel, nach 1636. Frstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit
je einem groen Reliefbild. Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut.
-- _Ausstattung des katholischen Teils_. Vieles in neuerer Zeit beseitigt,
z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. Sulenbau aus Marmor 1722
von _Fossati_. [Die Statuen zweier Kirchenvter von _Permoser_, zu seinen
besten Arbeiten gehrend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemlde von
_Pellegrini_.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroes _Kruzifix_ von
_Permoser_. _Chorgesthl_ A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau
unbedeutend. Reizvoller _Rok.-Altar_ in der Sakristei. -- _Domschatz_.
Tragaltre 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um
1500. Eine Reihe sehr schner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl.
Petrus und Bartolomus, hervorragend. Bischofsstbe. -- _Bildnisgrabsteine_
des 16. und 17. Jh. in groer Zahl. Hlzerne _Wandepitaphe_.

*Liebfrauen-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. vllig
umgestaltet.

*Nikolai-K.* Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem
Stadtbrande 1634 Ruine. -- Auf dem Kirchhof _Denkmler_ des 18. Jh.

*Michaelis-K.* Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.

*Mnchs-K.* (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in
Backstein gegen O erweitert. Ruine.

*Tufer-K.* Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft verndert. --
Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufwndigen
Denkmlern des 17. und 18. Jh.

*Ortenburg*. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut
1483-86 im Auftrage des Knigs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark
beschdigt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. -- Die aus mehreren Gebuden
bestehende Anlage folgt dem Umri der Felsplatte. Der Hauptbau spgot.
Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch _Ezechiel Eckhardt_. Mchtiges
Dach mit 3 wohlgegliederten groen Zwerchhusern. Audienzsaal mit
ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figrliche berwiegt;
8 Felder mit Darstellungen aus der Frstengeschichte von Bhmen,
sterreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. --
Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloturm; unten Torfahrt;
darber 3teilige dikula, bez. 1486, in der Mittelnische _Knig Matthias
Corvinus_ thronend, von Engeln gekrnt, als Fuschemel ein Lwe; die
Wappen der Seitenfelder zerstrt; im ersten Obergescho Wachtstube; im
zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.

*Domstift.* Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753.

*Rathaus* wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch
feinbewegten Umri ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8
Eck-Turmes. Die _Sandsteinstatue_ des sog. Ritters Deutschmann krnte
ursp. einen Brunnen; 1576 von _Chr. Wolter_ in Dresden. Treppenhaus der
NSeite 1729. Prchtige Tr des Ratssaales 1664. Reihe von _Bildnissen_.
[Der Ratsschatz jetzt im Museum.]

*Gewandhaus*. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das
Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf.

*Schiehaus*. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und Scheibenbilder.
-- Von der einst sehr starken *Stadtbefestigung* hat sich ein
betrchtlicher Teil der inneren Trme erhalten. Ferner: der Lauenturm
1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit
steinerner Bar.Krnung 1717; an der Mauer das Denkmal fr Kaiser Rudolf
II. von _Martin Michael_ 1577, im 19. Jh. stark bergangen. Der Wendische
Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstbchen. Der Schlerturm
mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m
starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch
interessant und von imponierender Silhouette die alte Wasserkunst, erb.
nach 1558 von _Wenzel Rhrscheidt_. Die neue Wasserkunst 1600.

*Wohnhuser*. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils
erscheinen. Die lteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, da sie sich
nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) _Zwischen_ 1634 (_Stadtbrand_)
_und_ 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade ber und zwischen den Fenstern
Stuckdekoration in schweren Blumengehngen, um 1720 hinzugefgt. Burgplatz
no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. -- b) _Zwischen_ 1709 _und_ 1720.
Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in
Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenrume zu beachten. -- c) _Zwischen_
1720 _und_ 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade.
Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8.
Reichenstr. no 5. -- d) _Zwischen_ 1740 _und_ 1780. Reichenstr. no 24,
Tpferstr. 34.

*Stadtmuseum* am Kornmarkt.

_BAYREUTH._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTrme;
sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgroe
6jochige Basilika, Chor in der Hhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schlu.
Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weitrumige Verhltnisse, Formen uerst
nchtern. Das uere, ernst und kraftvoll, verrt wenig die
Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrckliche Behandlung des
Strebewerkes mit offenen Bgen; an den Fenstern mige Verwendung von
Fischblasen. Brauttr am Treppen-Turm der Sakristei 1575. -- Die Trme
5geschossig geteilt durch Mawerkfriese; kurze oktogonale Aufstze mit
welschen Hauben 1621. -- Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner
prchtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche _Hochaltar_ von
1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von _H. Werner_ erhalten.
Die wenigen brig gebliebenen _Statuen_ an den Chorstreben A. 15. Jh.
geringwertig.

*Schlo-K.* 1753 von _St. Pierre_; einfacher, niedriger Saal mit
Flachdecke; durch modernen Anstrich ernchtert; die leichte zierliche
Stuckierung von _Martino Petrozzi_. Gruftkap, fr das Markgrafenpaar
Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf.

*Spital-K.* 1748 von _St. Pierre_; ber dem schlichten quadr. Raum
Deckenbild von _Wunder_.

*Ordens-K.* in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens de la sincrit
(nachmals Roten Adlers) 1705-11 von _G. v. Gedeler_. Griechisches Kreuz
mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im
Aufri toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemlde von
_H. S. Beham_, frher in der frstl. Loge der Stadt-K.)

Betsaal der *Gravenreuther Stiftung* 1741 von _J. G. Weiss_.

*Kanzlei*. 1625 von _Abraham Schade_. Streng klassizistische, die
niederlndische Schulung _Schades_ verratende Formen. Die Temperantia und
Justitia ber dem gebrochenen Portalgiebel von _Abr. Gross_ aus Kulmbach
(vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nrnberg). Im 18. Jh. die Fassaden
symmetrisch verlngert.

*Altes Schlo*. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die
fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit
1667. Unregelmiges, nach dem Marktplatz (Maximilianstr.) offenes
Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten _Ch. Ph. Dieussart_. Auffallender
Weise hat das Erdgescho die reichste Behandlung: gequaderte dorische
Pilaster, ber den Fenstern Medaillons mit Bsten, alles in vortrefflich
reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergescho nur in Verputz,
ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur
ein Treppenaufgang alt.

*Neues Schlo*. 1754 von _St. Pierre_. Lang gestreckt, wenig tief, nur der
3 achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen. Eingangshalle und
Treppenhaus verhltnismig bescheiden. Die Wahl der Gemcher ist gro,
ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen
Frstensitzen aus der ersten Jahrhunderthlfte. Die Mittel waren geringer,
doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen und Natrlichen. Im
Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem
Relief; das Geblk nicht verkrpft; Rokokoornament (von _Petrozzi_) nur an
der flachen Hohlkehle; das Deckengewlbe (von _Wunder_) jetzt bertncht.
Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz
vertfelte Speisegalerie. -- Ursprnglich alleinstehend der 1759 errichtete
italienische Bau; der von _Petrozzi_ dekorierte Festsaal gibt eine
wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen.

*Opernhaus*. 1744-48, Fassade von _St. Pierre_, innere Einrichtung von
_Carlo Bibiena_ aus Bologna nach Entwurf seines Vaters _Giuseppe_. Die
Bhne berrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso gro ist, als die des
Zuschauerraums. Der letztere im Gr. berhhter Halbkreis, 3 Reihen Logen
und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinauffhren. Das
Parterre verhltnismig klein. Der Bhne gegenber die Frstenloge, zu
beiden Seiten der Bhne Trompeterlogen. Das Ganze fr die Hofgesellschaft,
die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bhne war, der
denkbar prchtigste und charakteristischste Rahmen. Die Flchtigkeit der
Ausfhrung bei der schwachen Beleuchtung damaliger Zeit nicht strend.
Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den plastischen Teilen
vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem franzsischen Louis XV.
noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist nicht Rokoko,
sondern eine spielende Abart des italienischen Barock, in der immer noch
viel mehr konstruktive Konsequenz brig geblieben ist, als das Rokoko
duldet. -- Die Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh.
verleiht dem Bayreuther erhhten Wert.

*Kaserne*. 1740 von _J. F. Graul_; groer 3flgeliger Bau von geschickter
Massenverteilung.

*Privathuser*. Ein lterer Typus, durch Vorliebe fr mehrstckige Erker
gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der
Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer,
franzsisierender entgegen; Hauptmeister _St. Pierre_ und besonders _Karl
Philipp Gontard_. Die splendide Ausfhrung in Sandsteinquadern heute durch
starke Ruschwrzung beeintrchtigt. Von _St. Pierre_: Friedrichstr. 2 und
7.

Von _Gontard_: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der
Gesellschaft Harmonie beim alten Schlo, in der Nhe sein eigenes Haus.

*Reiterstandbild* fr Christian Ernst 1698 von _Elias Rnz_ nach Entwurf
von _Leonhard Dientzenhofer_; frher vor dem alten, jetzt vor dem neuen
Schlo; eine wunderlich berfllte und dadurch kleinlich wirkende
Barockkomposition.

*Markgrfliche Schlsser* in der Umgegend:

*St. Georgen*. 1725 von _J. D. Rnz d. J._ Nur als Bruchstck erhalten
(jetzt Zuchthaus). Die Fassade lt den (durch _Decker_ vermittelten)
Zusammenhang mit Schlter erkennen; der Fries und die neuerfundenen Kaptt.
der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten
Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demnchst hergestellt werden.

*Eremitage*. Fr bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration
von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut
erhalten. Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst
durchgefhrte Maskerade. An einem nicht groen lnglichen Hof liegen die
Zellen, in die sich die Herren und Damen des Hofes als Eremiten
zurckzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgrfin Wilhelmine
schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach
einem natrlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem Gefhl immer noch
mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck kommt. Die ltere
Einrichtung blieb erhalten in den beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und
dem Refektorium; letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht,
phantastisch zu wirken, bringt es nur zu schwerflliger Willkr, in den
Gemchern Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine Meisterleistung
feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz
ohne Architekturformen, nur Rahmenwerk und Fllungen. Das obligate
Chinesische Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, da die Flachrelieftafeln
wirklich chinesisch sind. Die Portrts nur historisch von Interesse und
ihre Benennung nicht berall gesichert. -- Aus den 40er Jahren die
Orangerie, erbaut von _St. Pierre_. Eine im Halbkreis angeordnete
Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im Scheitel eine Unterbrechung, in
welcher als selbstndiger kleiner Zentralbau der Sonnentempel steht. Den
regelrecht durchgefhrten Architekturformen ist auch hier ein
phantastisches Element zugesellt, indem die Sulen eine Inkrustation von
bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall tragen. Dagegen das Innere
des Sonnentempels sehr ernsthaft und imposant. (Der reiche
Skulpturenschmuck nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen
Gemcher haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht
hingeworfene Blumenranken, farbig auf weiem Grund, das Relief von
schrfster Przision, als wre es Porzellan (als Ausfhrende werden
Italiener genannt). Erst aus den 70er Jahren drfte das Gartenzimmer
stammen, an dem der modernste Amorphismus noch viel zu lernen htte. --
Die Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen englisch umgearbeitet;
daher die Grottenarchitekturen und Wasserknste in ihrem Zusammenhange
nicht mehr verstndlich.

*Fantaisie*. Begonnen unter der Markgrfin Wilhelmine ({~DAGGER~} 1758), vollendet
1765 (von _Rud. Heinr. Richter_?). Ein Schlchen im Sinne des
vordringenden Klassizismus; seither mehrfach verndert.

*Sanspareil*. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw.
Reflex von Fnlons Telemach. In vollem Verfall.

_BECHSTEDTWAGD._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm und Apsis.

_BEDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1sch. Lhs. 15. Jh., berarbeitet 1699; der quadr. Chor
turmtragend, in der Anlage von 1290. -- _Ikonische Grabsteine_ der Familie
v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tchtig.

*Schlo*, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten
strkerer Bauttigkeit, 16. und 18. Jh.

_BEERENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewnden _Hochreliefs_ der
Madonnna und eines nicht erklrten mnnlichen Heiligen.

_BEERWALDE._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* 1783. -- 3 _Alabasterreliefs_ aus der Schule der _Walther_ (2. H.
16. Jh.), von einem Grabmal. Andere _Denkmler_ 1574, 1683, 1724.

_BEESENLAUBLINGEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon
rohes _Relief_, Christus zwischen Petrus und Paulus. -- Einfacher rom.
_Taufstein_.

_BEHRUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten;
Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh.

_BEICHLINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* 1710. -- Schlo wesentlich 16. Jh., formenarm.

_BEIERNAUMBURG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* hnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3
teilige Fenster in hbscher rom. got. Ausbildung.

_BELGERN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K*. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig,
Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. -- _Schnitzaltar_
1660 in Knorpelbarock, _Emporen_ 1632 mit interessanten
Kerbschnitzmustern, hlzerne _Epitaphe_ 1658, 1769.

*Klosterhof und Diakonatsgebude*. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die
lteren Teile Granit, die jngeren spgot. Backstein, 4 Ecktrme.

*Rathaus*, renss. 2stckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube.
An der SWEcke ein

*Roland*, an Stelle eines lteren im 17. Jh. errichtet.

_Privathuser_ verschiedentlich mit renss. Portalen.

*Meilenzeiger* als Obelisk 18. Jh.

_BELGERSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schlu. Durch die Ausstattung zu
malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der _Altarbau_ getragen von 2
Palmbumen, im Mittelfeld Kopie von _Rubens_' Kreuzabnahme. _Denkmler_
der Familie v. Ponickau.

_BELRIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.

*Burgruine* mit Spuren doppelter Ringmauer.

_BELVEDERE._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

*Herzogl. Jagdschlo.* 1724-1732. ueres in symmetrischer Anlage,
bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach lndlich. Inneres:
bescheidenes Rokoko.

_BENDELEBEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

*Dorf-K.* Umbau 1588. -- ber dem Altar _Holzrelief_, Abendmahl, um 1590;
_Kanzel_, bez. 1611, als Fu Mosesstatue; ber dem Eingang zur Gruft des
Herrn v. B. _Epit_. 1661, 2geschossig mit groem Mittelrelief (Kreuzigung,
Auferstehung) in berladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.

_BENKENDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster des
Turmes als Beispiele roher lndlicher Kunstbung von einigem Interesse.

_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* aus Findlingsblcken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12.
Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.

_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhht, hbscher Rok.-Altar.

_BERGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

Ehem. *K*., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.

*Burg*. Stammschlo der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut.

*Ringmauer* mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten.

*Berger Warte*. Runder Turm, am Trsturz bez. 1527.

_BERGRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K*. 1688-91, eingezogener Chor, auen Strebepfeiler. Auf der OSeite
die alte Ritterkapelle mit fnfseitigem unregelmigem Schlu. 1. H. 14.
Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von _Peter Wagner_ 1781. _Gemlde_ der
Nebenaltre von _Oswald Onghers_ 1695.

_BERGTHEIM._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K*. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes.
Juliuswappen. -- _Sakramentsnische_; 2 Kandelaberpfll. tragen einen got.
Giebel. -- Beim Schulhaus _Bildstock_ um 1600 mit Abendmahlrelief in der
Richtung des _Mich. Kern_; mehrere andere 18. Jh.

_BERKA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K*. 1739. -- _Taufbecken_ von der Gruppe Christi und Johannis
getragen. -- Stattlicher _Kanzelbau_.

Von dem 1251 gest. *Cisterc.-Klst.* schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine
gering.

_BERKA A. D. WERRA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Stadt-K*. Der quadr.
Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., hlzerne Emporen in 2
Rngen, hlzernes kassettiertes Tonnengwb. -- Sptgot. _Taufstein_ um 1530.
Chorgesthl und Kanzel sprenss. Groer _Crucifixus_ um 1500. Orgel mit
reichem Gehuse 1667.

*Fachwerkhuser.* ltestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu).

_BERLEPSCH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg*. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss.

_BERMBAGH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K*. neu. _Taufstein_ 1610 mit merkwrdigem, an die Holzarchitektur
der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 _Holzfigg._ A. 18.
Jh. -- Geschnitztes _Fachwerkhaus_ (no 27) aus 17. Jh.

_BERNBRUCH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K*. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. _Flgelaltar_ um 1480.

_BERNECK._ OFranken BAmtsstadt.

*Burg*, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und hoher
4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg,
_Hohenberneck_, erb. 1485.

*Rathaus*. 1657.

_BERNECKE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K*. Anlage rom. wie in Hain.

_BERNSTADT._ K. Sachsen AH Lbau.

_Stadt-K_. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewlbt, nach
Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. -- _Grabdenkmler_ 17.
und 18. Jh. in groer Zahl.

_BERNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

_Dorf-K_. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der
eichsfeldischen Kirchen _vor_ der, den meisten von ihnen widerfahrenen,
Barockisierung. Ausstattung rok.

_BERTELSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

_Dorf-K_. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. --
_Bildnisgrabsteine_ derer v. Gersdorf 1580 ff.

*Herrenhaus*. 1722 und 1790. -- Huser der Herrenhuter Unitt 1790.

_BERTSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K*. 1672 nach Ri von _Klengel_. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchlu.
Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll.
hlzerne Emporen. Spitzbg. Mawerkfenster. WTurm ber Dach 8eckig. --
_Kirchhof_; Portal Renss., Denkmler 18. Jh.

_BERZDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K*. Kleiner 1sch. Bau mit gewlbtem quadr. Chor. Durch den Brand im
Hussitenkriege nicht ganz zerstrt. Die rom. Rundbg.Fenster nach der
Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. -- _Schnitzaltar_ ca. 1480.
Emporen 1608.

_BESENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Herrenhaus* erb. 1686 von General v. Hanstein.

_BESSE._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Dorf-K*. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktrmchen. --
_Sandsteinrelief_, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.

_BETTENBURG._ UFranken. BA Hofheim.

*Schlo*. Von 1343 bis heute Besitz der Truchse v. Wetzhausen. Neubau
nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627.
Englischer _Garten_ 1790 mit romantischen Denkmlern fr Gtz v.
Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m.

_BETTENHAUSEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

*Pfarr-K*. mit Festungsmauer (Gaden). Schnes sprenss. Portal,
Deckenmalerei und Mobiliar 1770.

_BETZENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Schloruine*. Ringmauern und Rundtrme, sonst sehr zerstrt.

_BEUCHLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K*. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.

_BEUREN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Kloster-K*. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfltiger
Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke mit
Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergescho mit
Schieferhaube.

*Wach-Turm* aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten
Erkern. _Huser_ in Fachwerk.

_BEUTNITZ_ b. Jena Sachsen-Weimar. *Dorf-K*. Rechteck, frhgot. Chor,
Langhaus sptgot. mit Stabwerkportal, got. Beschlge, Turm zur
Verteidigung eingerichtet. _Kruzifix_ A. 15. Jh.

_BEYERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K*. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewnde aus Backstein.

_BIBRA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K*. In der Anlage rom. -- Rom. _Rauchfa_.

_BIBRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche*. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von
knstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen, gewlbter
5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus der Wrzburger
Schule. -- Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom _Hochaltar_ 4 Flgel
erhalten, auen mit Gemlden, innen geschnitzt, nur mit entfernter
Beziehung zu _Riemenschneider_. Dasselbe gilt von den Seitenaltren. Nher
steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender Papst (in der
Sakristei). -- Schlichte steinerne _Mawerkkanzel_. -- Von den
_Glasgemlden_ alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und
Dompropst Albert v.Bibra). -- Eine Reihe guter _Grabsteine_. Georg v. B.
1473, ausgefhrt um 1500 in der Riemenschneiderschen Werkstatt
(Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in Wrzburg). Auf 7
Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgefhrt in einem
Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils frher, teils spter. 5 Steine von
einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausfhrung mehrfach viele Jahre
vor dem Tode.

_BIEBELRIED._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K*. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. -- Im neuen
Hochaltar schner _Kruzifixus_ vielleicht von _Riemenschneider_ oder ihm
nahestehend; ebenso der _Salvator_ (vgl. das Exemplar im Dom zu Wrzburg).

*Johanniterkastell*. Regelmiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der
Auenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom Bau von 1275. An der SOEcke ein
vorgekragtes Chrlein von der ehemal. Kapelle.

_BIEBEREHREN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Rathaus*. Hbscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. -- Im Pfarrhof gutes
_Holzkruzifix_ um 1520. An der Brcke _Bildstock_ bez. 1432.

_BIEBERGAU._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K*. 1733. Bmkw. schne _Kanzel_ mit 4 Evangelisten, um 1750.

*Schlchen*, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh.

_BIEBERSTEIN_ siehe Fulda.

_BIEBERSTEIN._ Kr. Sachsen AH Meien.

*Pfarr-K*. Umbau aus Ma. 1676 gnzlich umgestaltet. _Altaraufsatz_ mit
ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von _Krmser_.

_BIELEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K*. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und
Fenstergruppe gleich Windhausen.

_BILDHAUSEN._ UFranken BA Kissingen.

Ehem. *Cisterc.-Klst*. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Altre nach
Laubach, Wchterswinkel und Reyersbuch gebracht. -- Von der alten Anlage
ist erhalten: Im Untergescho des Klosterbaues kreuzgewlbter,
zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar,
wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. Rume. --
_Torhaus_ mit rundbg. Durchfahrt; darber auen Steinmadonna aus 2. H. 14.
Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. -- _Alte Procuratie_. 17. Jh.
Schmuckreiche Erker. Schnes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich
geschnitzter Trumrahmung im Stil des grnen Zimmers der Wrzburger
Residenz. Die brigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. -- Hbscher
_Gartenpavillon_ von 1756.

_BIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schlo* im Bauernkriege verwstet, A. 18. Jh. erneuert.

_BINDLACH._ OFranken BA Bayreuth.

*Dorf-K*. Hbscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.

_BIRKENFELD._ UFranken. BA Hofheim.

*Schlo*. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau quadr.,
die langen Flgel abgesondert. Hbsche, vollstndig erhaltene
Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers _Gout_ von einheimischen
Dekorateuren.

_BIRKENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Zwei ansehnliche *Herrenhuser* derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und
Roterhof (Fachwerk) 1659.

_BIRNFELD._ UFranken BA Hofheim.

*Schlo*. A. 18. Jh. mit Wappen der Frstbischfe J. Ph. v. Greifenklau
und J. Ph. Fr. v. Schnborn. -- _Dorfhaus_ no 1 schner Fachwerkbau.
Tausendjhrige _Gerichtslinde_; der Sttzbau mit 2 konzentrischen
Kreisen von steinernen Sulen 1719.

_BIRSTEIN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K*. 1556. -- _Epit_. einer Grfin v. Isenburg 1596.

*Burg*. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3
Hfe im Anschlu an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am
geschlossenen mittleren Hofe westl. der Kchenbau, umgebaut 1549, und der
neue Bau von 1527, noch gotisierend; der sdl. Kapellenbau 1555, der
nrdl. Hauptflgel 1603. Im nrdl. Hof der neue Kanzleibau 1733. Neubau
des Hauptflgels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister _A. W. Faber_,
einem Schler _Stengels_, als standesgemes frstliches Residenzpalais,
doch verhltnismig einfach.

_BISCHHAUSEN_ b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.

*Dorf-K*. 1742 Umbau aus spgot. -- Groes handwerkliches _Epitaph_ der
Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got.
Reminiszenzen.

_BISCHHEIM._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K*. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung
nicht ohne Reiz.

*Herrenhaus* und Park um 1800.

_BISCHOFFERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K*. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.

*Gemeindeschnke* reicher Fachwerkbau um 1560.

_BISCHOFSGRN._ OFranken BA Bayreuth.

*Dorf-K*. _Altargemlde_, Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten
Inschr. 1304.

_BISCHOFSHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K*. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem
vortretendem WTurm mit Zinnenkranz.

_BISCHOFSHEIM._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Pfarr-K*. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich
behandelt. Auf dem Marktplatz gueiserner _Renss.-Laufbrunnen_ mit bmkw.
Reliefplatten.

_BISCHOFSRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K*. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am
Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und
profillos. -- _Grabsteine_ 1516. -- Reich geschnitztes _Fachwerkhaus_ 17.
Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. _Malerei_.

_BISCHOFSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Schlo* 1747 von _Chr. Heinemann_ fr den Landesherrn Kurfrst Joh.
Friedrich v. Mainz.

*Burgruine*, sehr zerstrt; unterhalb Spuren einer ehem. K.

_BISCHOFSWERDA._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Stadt-K*. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813
Wiederaufbau durch _J. G. Michael_. Einige _Grabdenkmler_ des 17. Jh.

*Begrbnis-K*. 1573, erneuert 1814. -- Kolossales _Sandsteinkruzifix_ E.
16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit groen Reliefs. Recht gute
_Holzfigg_. um 1500. _Grabdenkmler_ des 18. Jh. in groer Zahl.

*Rathaus* 1818 von _Thormeyer_. Wohnhuser aus derselben Zeit, sehr
bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austeritt das Gasthaus zum
goldenen Lwen. -- _Stadtmuseum_.

_BITTERFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K*. Gering spgot. -- Groer _Wandelaltar_ mit Doppelflgeln, die
Gemlde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle.

_BLANKENAU._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-K*. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr.
Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.

_BLANKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Schlo*. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf eifrmigem
Grundri hat rom. Mauerwerk, in jngerer Zeit drftig hergestellt.

_BLANKENBURG._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Stadt-K*. Turm von 1385, im brigen modernisiert.

_BLANKENHAIN._ Sachsen-Weimar VB Weimar

*Dorf-K*. spgot., verbaut. -- Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das
_Relief_ der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. -- _Epit_. v.
1722. -- _Grabst_. -- _Glasbilder_ aus 16. Jh.

*Schlo* (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Brnden 1527 und
1667 erneuert.

_BLANKENHAIN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K*. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg.
Turm ohne Bogenfeld. -- 5 _Holzfigg_. von einem zerstrten Altarwerk des
17. Jh.

_BLANKENHEIM._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im
bergangsstil. Teils zerstrt, teils profan umgebaut. Reichskulpierte
Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit Sulchen und reichen
Kapitellen. Interessantes Portal am nrdl. Ssch.

_BLEICHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Pfarr-K.* Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des
MSch. 1711 vllig verndert.

_BLINTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Dorf-K.* 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schlu und kleinem WTurm. --
Knstlerisch drftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten
Epoche von Interesse.

_BLOCHWITZ._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Dorf-K.* Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668.
Sandsteinkanzel 1550.

_BLOSSWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stckigem Schlu, Fenster
spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter _Holzplastik_ um 1510.
_Kanzelaltar_ von _Valentin Walter_ 1705. _Grabdenkmler_ 16.-18. Jh. in
groer Zahl, die ansehnlichsten fr Angehrige der Familie v. Schleinitz.

_BLUMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weitrumige Innere durch
Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. -- 9 _Epitaphe_, hervorzuheben
das des Joh. Chr. Weienbach {~DAGGER~} 1690. _Glocke_ 1475.

_BOCKENHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Edelhof* ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582, Wappen
1593.

_BOCKLET._ UFranken BA Kissingen.

*Badanlage* 1754.

_BODELWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tr bez. 1483.

_BODENLAUBEN_ (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.

*Burgruine* mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg
(vgl. Frauenroth).

_BODENRODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit
gekuppelten Fstrn. ursp. ber dem Altarraum. -- Ausstattung bar.

_BODENSTEIN_ b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schlo* im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem
Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. -- Auen nach W Trmmer
eines ma. Gebudes.

_BLLBERG._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. *Dorf-K.*, eingezogene Apsis, kein
Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. _Malerei_,
Teppichmuster.

_BOLZHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Chor 1614, Lhs. 1730. -- Auen _Madonna_, treffliche Holzfig. um
1540.

_BONNLAND._ U Franken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche
_Grabsteine_ der Herren v. Thngen und v. Ruwurm. -- _Abendmahlskelch_ A.
15. Jh.

*Schlo* (15.-17. Jh. Thngen, dann Ruwurm). Malerische 2flgelige Gruppe
aus sp. 16. Jh.

_BORAGK._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem
Beispiel von Burxdorf rck. zu ergnzen.

_BORITZ._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* wesentlich modern. Bmkw. _Schnitzaltar_ ca. 1500-1520, einer der
besten in schs. Dorf-K., angeblich aus dem Meiener Dom.

_BORNA._ K. Sachsen AH Borna.

*Haupt-K.* Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das
Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. --
_Altarwerk_ 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4
bewegliche und 2 feste Flgel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur
Gemlde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W Z,
dem Stil nach identisch mit dem Meister der schnen Tr in Annaberg
(Flechsig). -- Schne _Glocke_ 1493.

*Kunigunden-K.* nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als
Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein.

_BORNA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., auen polyg.
geschlossen. _Sandsteinkanzel_ um 1550 mit hbschem Relief an der
kreisrunden Brstung. Stattlicher _Taufstein_ um 1610. _Denkmler_ 17. und
18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617.

_BORNA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1753. _Altarwerk_ aus buntem Marmor 1756 von _Andrea Salvatore
Aglio_.

_BORNITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schlo*. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flgel um 1500, der sdl. um 1580,
der nrdl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte.

_BORSCH._ Sachsen-Weimar VB Dormbach.

*Kath. Dorf-K.* In reicheren Barockformen um 1730, so auch die
Ausstattung. An der Rckwand des bar. Altars _Schnitzwerk_ um 1500 (in
dieser Gegend nicht oft erhalten). -- _Fachwerkhuser_ 17-18. Jh.

_BORTHEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Altes Schlo* 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schnes rundbg.
Portal.

*Neues Schlo* 1700. _Bildnis_ der Grfin J. W. Bose, Meisterwerk von
*Antoine Pesne*.

_BOSAU._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.

_BOTTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter
Kanzelaltar A. 18. Jh.

_BTTIGHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* erb. 1701. Gute Innenausstattung. _Hochaltarblatt_ von _Mart.
Bolster_ 1706. _Holzfig._ St. Sebastian E. 15. Jh.

_BOYNEBURG._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Burg*. Stark zerstrte Ruine, 12. und 14. Jh., ber dem letzten der 4
Tore Rest der rom. Burgkap., 3stck. (got.?) Palas.

_BRACHSTEDT._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Got. _Sakramentsnische_.

_BRAMBERG._ UFranken BA Hofheim.

*Burgruine*. Erste Zerstrung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen
Bauten spgot.

_BRANDENBURG_ bei Lauchrden Sachsen-Eisenach.

*Burgruine* an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten
Thringens. 2 groe Bergfriede. Der der hinteren Burg 13. Jh., unten
6eck., oben rund; der der vorderen A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin
Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell fr
Feuergeschtz.

_BRANDENFELS._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Ansehnliche Burgruine*, Kap. 1248 (?).

_BRANDERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute
_Holzmadonna_. _Grabst._ 1559, 1640.

_BRANDIS._ K. Sachsen AH. Grimma.

*Stadt-K.* 15.-17. Jh. -- *Herrschaftshaus* 1696, recht stattlich.

_BRAUNA._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Schlo* um 1700. Gemldesammlung.

*Herrenhaus* aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg
Besitzer war.

_BRUNSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der
alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flgeliges _Altarwerk_ bez. 1512.

_BRAUNSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche* mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., wobei
treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt, gefunden.

_BRAUNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Schlo*. Wasserburg mit 4 Trmen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut.

_BREHNA._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Stadt-K.* (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.

_BREITENAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der OTurm ber dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.

_BREITENAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot.
Vernderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster
zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. -- Rom. flachged. Pfl.-Basilika
auf kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so
geordnet, da 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflgel;
Doppeltrme im W. Haupt L. 65 m. -- Der Hauptchor von den Nebenchren durch
eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von
schlankem Aufbau, mit verzierter Schrge und glatter Platte abgedeckt.
ber den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims
sich verbindend, fr jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung ergeben (vgl.
Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am WEnde zwischen den Trmen eine
gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich ffnende Vorhalle, darber eine
desgl. Empore; das Sttzensims sind Sll. mit Wrfel-Kaptt. an einem Kapt.
eine mnnliche Figur mit der Beischrift _Henricus_. -- Auenbau: Lisene mit
einfachem Dachgesims, an den Apsiden bereichert durch Bogenfries. Das
WPortal verstmmelt. Das 2. WGescho im 13. Jh. umgestaltet; daher auch
die Gwbb. der Empore. Die Trme ohne Obergescho (abgetragen? oder nie
ausgefhrt?) In der Mitte der WFront ein mchtiger Glockenturm, 1898
errichtet. -- An den spgot. Gwbb. des Qsch. ziemlich gut erhaltene
_Malereien_ (so 1866; jetzt bertncht). Von den Klostergebuden und
Ringmauern unerhebliche Reste.

_BREITENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Reichsburg*. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die
1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark.
Bergfried 9 m im Geviert, Mauerstrke ber 3 m. Die Burg liegt in einem
vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog.
Kemnate.

_BREITENBACH._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, auen 2 Fensterreihen, innen
Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und Erkertrmchen.

_BREITENHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.

_BREITENSEE._ UFranken BA Knigshofen.

*Pfarr-K.* Typischer Juliusbau (1598) mit selten in hnlicher
Vollstndigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flgelaltar mit Reliefs,
Sakramentsnische, Orgelgehuse und Spuren von Renss.Malerei [bertncht]
an den Langhauswnden).

_BREITENWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* 1681. 1sch. mit 4/8 Schlu; der westl. Dachreiter mit
umlaufender Galerie nach mittelthringischem Typus.

_BREITUNGEN_ s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen.

_BREMEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1730 durch den Frstabt von Fulda Ad. v. Dalberg,
Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch.
flachged. Innenraum mit wrdevollem Reichtum ausgestattet. -- _Kanzel_ und
3 _Altre_ aus Stuckmarmor, prchtig geschnitzte _Kommunionbank_.

_BREND-LORENZEN_ bei Neustadt a. S. UFranken.

*Dorf-K.* Als solche gro. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs.
nur die 2 stl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der
brige Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch.
gemacht. Einfache rundbg. WTr mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver
Turm, dessen Erdgescho als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in
die got. Zeit fr diese Gegenden typisch blieb); auen das rom. Geprge
wenig verndert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot.
Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssulchen mit
Wrfelknufen. -- Ausstattung bar. -- Auen an der NS. _lberg_ bez. 1497,
Figg. lebensgro, roh.

*Laurentius-Kap.* mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen
Zuflucht.

_BREUNA._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.*, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite
ungegliederte Gurten. -- _Steinkanzel_ 1561 mit 4 Evangelisten. _Taufstein_
rom. reich mit Blattwerk. 3 _Epitaphe_ derer v. d. Malsburg gering, gut
die _Bronzetafel_ 1631 von _Gottfr. Khler_ aus Cassel.

_BRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal
mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der eigenartig profilierte
Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schlu ein frgot.
Mawerkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipssen. --
[Fragmentierter _Flgelaltar_ E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no
2621-23. _Kreuzigungsgruppe_ 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no 2515.]
_Glasgemlde_ um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere _Denkmler_ 17. und 18. Jh.

_BRINNIS._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.*, rom. Unterbau, spgot. erneuert. -- Der spgot. _Schnitzaltar_
gehrt zu den besseren.

_BRONN._ OFranken BA Pegnitz.

*Dorf-K.* mit rom. Portal.

_BRUCHKBEL._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* 1724. Turm 1410, Abschlu mit Zinnen, erhhten Ecken, steinernem
Helm.

_BRCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.

_BRCKENAU._ UFranken BAmtsstadt.

*Schlo* (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Frstbten von Fulda.

_BRNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg.
und auch sonst noch got. Reminiszenzen.

_BRUNNHARDTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Kirche* von 1732.

_BUCH._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Cisterc.-Klst.* A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstcken und
ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf.
Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in
gleicher Flucht schlieen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch.,
also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewi die
Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff: Bruchstein
mit Hausteingliedern. -- _Klostergebude_. Auf der WSeite des Hofes das
2sch. 5jochige Refektorium. Verhltnismig gut erhalten das abgesonderte
Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.

_BUCH._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewlbte Chor im OTurm.
Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh.

_BUCHA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen
in der Mitte. -- _Kanzelaltar_ 17. Jh.

_BUCHAU._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schlu. Schner Giechscher
_Grabstein_ 2. H. 16. Jh.

*Schlo* der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden
Mauertrmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470.

_BUCHBRUNN._ UFranken BA Kitzingen.

*Ev. Pfarr-K.* Wohlgegliederter OTurm, berg.-Stil nach M. 13. Jh. -- Bmkw.
spgot. _Taufstein_ 1522.

*Kath. Pfarr-K.* um 1700, noch mit gotisierenden Anklngen.

_BUCHELOH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Groe *Dorf-K.* Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs. 1729;
aus derselben Zeit die _Kanzel_ und der hbsche _Taufengel_.

_BUCHHOLZ._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Katharinen-K.* 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch
unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen
1872. -- Die _Gemlde_ an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der
Franziskaner-K. in Annaberg, von einem schsischen (nicht oberdeutschen)
Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Drers Marienleben.

*Begrbnis-Kap.* _Flgelaltar_, im Mittel Gemlde mit dem hl. Wolfgang und
der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des Annaberger
Bergbaus, um 1520.

_BCHOLD._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und
die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Trme 1619. Gleichzeitig die
_dekorative Ausmalung_, hauptschlich Umrahmungsmotive um Fenster, Tren
und Chorbg., von _W. Ritterlein_, und die _Altargemlde_ in frbar. Aufbau.

*Schlo*. Runder rom. Bergfried, Bering annhernd kreisf., got.

_BCHENBACH._ OFranken BA Hchstadt.

*Dorf-K.* Spuren von Befestigung.

_BHLER._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Erb. von B. Julius 1611-14, Turm ber dem Chor.
_Sandsteinkanzel_ 1594.

_BULLENHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromi. -- Einheitliche
_Ausstattung_ um 1660. Stattliches _Bildnisepitaph_ eines Gf. v.
Schwarzenberg {~DAGGER~} 1579.

Im Dorf eine Reihe geflliger *Fachwerkhuser*.

_BUNDORF._ UFranken. BA Hofheim.

*Schlo* der Truchse v. Wetzhausen. SFlgel 2. H. 16. Jh. NFlgel um
1700. Hbsche Innendekoration A. 18. Jh.

_BRABERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Kapelle*. ltester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt
einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage
hergestellt.

_BURGEBRACH._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* Chor und Turm 1454, Schiff 1731. -- _lberg_ aus Frnbach
bertragen, ca. 1580-1600.

_BRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen
zusammengearbeitet. -- Reste der Stadtbefestigung.

*Klst. Brgel* s. Talbrgel.

_BURGGAILENREUTH._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Schlo*, nach Zerstrungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach
hergestellt.

_BURGGEHAIG._ OFranken BA Kulmbach.

Zahlreiche schne *Fachwerkhuser*.

_BURGGRUMBACH._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. -- Reiche _Bar. Kanzel_
A. 18. Jh. _Gemlde_ des ehemal. Hochaltars bez. _Francesco Mica_ 1714.
_Grabmal_ der Anna v. Grumbach ({~DAGGER~} 1598), liebenswrdige Kinderfigur in
Renss.-Aedikula. -- Im Dorf 4 bar. _Bildstcke_ mit reicher Plastik.

*Schlo*. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach; kam
dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden Bauten
unbedeutend, E. 16. Jh.

_BURGHSELER._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Alte Kapelle* (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach rtselhafter
3stckiger, in viele kleine Gemcher geteilter Bau aus A. 16. Jh.

*Dorf-K.* mit gut erhaltenem rom. OTurm.

_BURGHASUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Turmruine* sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges
Erdgescho, hohes 8seitiges Obergescho. Im Jahre 1896 strzte dieser
Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den
Zahnschnitt unter dem Obergescho, letzteres mit schlanken gekuppelten
Schallffnungen.

_BURGISDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit
gekuppelten Fenstern. Trloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der
Tr uerst primitive _Plastik_. An der OWand groes frhgot.
_Wandgemlde_.

_BURGJOSSA._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Wasserburg*. Rtselhaft der groe 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern ; die
Vermutung, da er der Rest eines groen Bergfrieds des 12. Jh. sei, hat
sich nicht besttigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573.

_BURGK._ Reu . L. LA Greiz.

*Frstl. Schlo* aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit.
Bedeutung. Einige hbsche dekorierte Gemcher.

_BURGKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.

*Rathaus* mit hervorragend schner Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel
vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhuser 17. bis 19. Jh.

_BURGLAUER._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. -- Wrzburger
Schule. _Holzfigur_ der Madonna, A. 16. Jh. _Grabsteine_ des Ritters
Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.

_BURGLEMNITZ._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* von rom. Anlage. -- Hbscher _Taufstein_ aus 1. H. 17. Jh.,
Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. _Altarwerken_.

_BURGREPPACH._ UFranken BA Hofheim.

*Ev. Pfarr-K.* Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. -- Bar. _Grabsteine_ der
Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.

*Schlo* nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr.
triklinienfrmig, der Eckpavillon turmartig berhht, Details in der
Richtung des Bamberger Sptbarock. Saal mit guten Stuckaturen und
Gobelins.

_BURGSCHEIDUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. Bedeutend
die 3 _Epit._ der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle drei von
_Christoph Weber_, in dem man hier einen hervorragend tchtigen Meister
kennen lernt; von ihm wohl auch die _Kanzel_.

*Schlo*. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh.
regelmige 3Flgelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen.
Ausgebaut 1724 ff. von _Daniel Scholz_ fr Gf. Levin v. d. Schulenburg.
Vom lteren Bau der SOFlgel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez.
1633. Der Scholzsche Umbau nicht in Vollstndigkeit ausgefhrt. Splendider
Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein reich,
aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefgt (ein spterer Gedanke)
der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal fhrt eine Freitreppe mit
geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und
Statuen reich ausgestattet.

_BURGSINN._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* neu. Guter, klassizist. _Hochaltar_ um 1770. -- An den
Langhauswnden gute _Epitaphien_ des 16. und 17. Jh. Neben dem Hochaltar
_lgemlde_, die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des _Osw.
Onghers_.

*Wasserschlo*. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden
Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit
noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh.
Das ursp. Aussehen einer frnkischen Wasserburg gut bewahrt.

*Fronhofschlchen*. 1607. Hbscher, 2geschossiger Renss.Bau mit
ausspringendem Treppenturm und gegrndetem Erker.

*Neues Schlo*. 1620. Einfach.

_BURGSTDT._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Stadt-K.* 1522, 1sch. flachgedeckt. Schlu 5 Seiten des 10Ecks,
bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.

_BURGWALDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Umbau von 1700, bmkw. _Schnitzaltar_ aus 2. H. 16. Jh.

_BURGWENDEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis.
Lhs. 1695 erweitert.

_BURGWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* Eine ehemalige Pfl.Basilika im bergangsstil des 13. Jh., die im
30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581.

_BURGWINDHEIM._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* einheitlich bar., nicht bedeutend.

*Kurie* des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, fr _B. Neumann_ in
Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau,
der einen einzigen groen Saal enthlt, entwickelten sich in dreifachem
Vorsprung 4 Eckpavillons; bei migen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.

_BURKARTSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute _Grabsteine_ 16. Jh.

_BURKAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1725 und 1897. -- Vortreffliches Relief der hl. _Sippe_ A. 16.
Jh. -- _Altar_ im Ohrmuschelstil. -- v. Braun- und Wartenbergsche _Gruft_ A.
18. Jh., mit Denkmlern.

_BURKHARDRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche*. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.

_BURKHARTSWALDE._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende
gefhrt. -- _Altaraufsatz_ ca. 1640, reich in der Dekoration, das
Statuarische mittelmig. Got. _Sakramentshuschen_ 14. Jh., ziemlich
derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 _Epit._ E. 16. Jh.

_BUSCHDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Bmkw. das rom. _Sakramentshuschen_.

_BUTTENHEIM._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10
Grabmler der Familie v. Stiebar 1491-1579.

*Schlo* der Frhh. v. Seefried.

_BUTTHART._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1769 von _Geigel_, Turm 1594. -- _lberggruppe_ 17. Jh.,
berlebensgro, nicht schlecht.

_BUTTLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. -- _Kanzel_ und _Hauptaltar_
von auffallend feiner Qualitt (aus Klst. Amneburg).

_BUTTSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K.* S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der
seitlich stehende Turm hnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch
fr eine barockisierte thringische Kleinstadtkirche. -- Prunkvoller, sehr
katholisch aussehender _Altar- und Kanzelbau_ 1727. Deckenmalerei von
_Fr. Dom. Minetti_.

*Friedhof* mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den
_Grabsteinen_ vom 16. Jh. ab viel Gutes.




_C_


(Siehe im brigen *K*)

_CHEMNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Schlo-K.* (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. 1499 ff.,
der K. 1514-1525. Vom rom. Bau rhren her das Chorquadrat, die auen
platt, innen mit 1/2kr. Nischen schlieenden, mit Tonnen berwlbten
Nebenchre und das sdl. Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die
(vermauerten) Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., wo
eine mit den Wohnungen der Mnche kommunizierende Empore gewesen zu sein
scheint, rom. zu got. Der anschlieende OFlgel des Kreuzgangs frgot. Das
Lhs. spgot. von hnlichem Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna,
nur schmler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen rom.
Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke besonders konsequent
durchgefhrt; die Gurtrippen fehlen ganz. Empore nur im nrdl. Ssch.
Auerhalb der westl. Stirnmauer eine Vorhalle und ber ihr zwei, nur bis
zur Schiffshhe ausgefhrte Trme. ber der kleinen Tr des nrdl. Ssch.
erhebt sich in voller Hhe der Wand eine eigentmliche _plastische
Dekoration_, bez. 1525. Sie ahmt ein Baugerst von rohen Stmmen nach; die
ste teils gekappt, teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen
liegenden Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Lwen; darber, in
Hhe der Trgewnde, der Kaiser Lothar und die Kaiserin Richenza als
Stifter; im folgenden Gescho die Maria und 4 Heilige, im dritten die
Trinitt und Engel. Neben der schnen Pforte in Annaberg die wertvollste
plastische Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Krperbildung hat
Wucht und Wrde, die Behandlung des Fleisches ist weich und breit, die
Gewandung erinnert an die Wrzburger und noch mehr an die Mainzer Schule;
eventuell Vermittlung durch den _Backofenschler_ in Halle. -- Im Innern
die aus einem einzigen Stamm geschnitzte _Gruppe_ der Stupung Christi;
die gegenstndliche Auffassung grell naturalistisch, die knstlerische
Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt der Tulpenkanzel im
Freiberger Dom. [Die schne Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im
Museum.]

*Kloster*. Wenige Reste erhalten: ein Mawerkgiebel in Backstein E. 15.
Jh., dekorative Bruchstcke von einem Bau des Kf. Moritz.

*Jakobi-K.* 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. -- Hallenkirche von 4
Jochen, Sschiffe mit 8Eckschlu, der Hauptchor zu einer 3sch. Anlage mit
7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert in sdwestl. Richtung. -- [_Heiliges
Grab_ aus Holz geschnitzt von _Georg Johann Kil_ 1480; es ist 2,75 m l.,
1,25 m br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer Laube
auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je ein schlafender
Wchter; im Obergescho der Leichnam Christi; drauen vor den 8
Bogenffnungen (je 3 an den Langseiten und 1 an den Schmalseiten) standen
auf Konsolen ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus
usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab _P.
Vischers_. Das Figrliche derb handwerksmig, das Architektonische mit
seinen geschmeidigen Mawerkformen in seiner Art vortrefflich. Das stark
beschdigte und mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des
Chemnitzer Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K.
stammende Kunstwerke.] [Flgelgemlde des abgebrochenen Hochaltars aus A.
16. Jh. im Museum.] Auch der an seine Stelle getretene Bar.-Altar
entfernt; seine Gemlde, von _A. F. Oeser_, jetzt in der Sakristei. -- 2
_Abendmahlskannen_ 1663, Augsburger Arbeit.

*Johannis-K.* Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstrung 1547
erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal mit hnlicher Umrahmung von
Astwerk wie das der Schlo-K.; im Mittel _Relief_ mit der Auferstehung der
Toten nach Hesekiel c. 37; darber ein zweites mit dem Jngsten Gericht. --
_Kanzel_ 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt. -- _Taufstein_, am
Fue betende Kinderfiguren (vgl. Annaberg; das Motiv erhlt sich bis A.
17. Jh., s. Weibach AH Flha).

*S. Pauli-K.* 1760. _Altarbau_ von reicher Archit., steinerne Freifiguren
der beiden Johannes, Gemlde v. _Ch. W. E. Dietrich_.

*Rathaus* ursp. 1496, durch ftere Brnde beschdigt; in einigen Rumen
Einzelheiten aus Fr.Renss.

*Wohnhuser*. Durch den Stadtbrand im 30jhr. Kriege und andere im 18. Jh.
viel zerstrt. Die berreste zeigen, da Chemnitz eine reiche Fr.Renss.
der lombardischen Richtung besa. Das Portal im Hofe der inneren
Klosterstr. no 8 bez. 1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den
Hallenser _Backofenschler_ (vgl. Portal der Schlo-K.). Sehr gut das
Portal Markt no 15 bez. 1559.

_Altertmersammlung_ im Knig-Alberts-Museum.

_CHRISTENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817 erhht und
modernisiert. Chor 1520, 2stckige Auenhalle als Kanzel. Frnkischer
_Steinsarg_.

_CHRISTES._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Wallfahrts-K.* am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch. Basilika von 3
Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot. _Wandmalerei_.

*Bauernhaus*. Reicher Fachwerkbau 1619.




_D_


_DAGOBERTSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* sptgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit Spindeltreppe.
Rom. Altarmensa.

_DAHLEN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Stadt-K.* Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schlu 1475. Lhs. 3sch. Halle
aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit schwchlich profilierten
Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu reicher Renss. -- Stattlicher
spgot. _Sakramentshaus._ _Mosesstatue_ (Kanzelfu) um 1500. Schner,
interessanter v. Schleinitzscher _Grabstein_ um 1530 in der Art des _Hans
Schickentanz_.

*Schlo*. 1744-51 fr Gf. Heinrich v. Bnau. Grundri in Form eines H.
Auenarchitektur sehr einfach. Im Innern besonders bmkw. der Saal in
weiem Stuckmarmor; die Kinderreliefs in der Art _Knflers_, die
Deckenmalerei 1756-59 von _A. F. Oeser_; von demselben das Treppenhaus und
der Kaisersaal. Bmkw. _Bildnisreihe_ von _Silvestre_, _Liotard_, _Graff_,
_Oeser_, _Vogel_. Meiener _Porzellan_ z. T. ersten Ranges.

_DANKMARSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K*. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm von 1431, das
Kielbogenportal 1586.

_DARSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

_Dorf-K_. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen Zobel-Echter. --
_Deckengemlde_ bez. _Thalheimer_ 1765. _Hochaltar_ mit reicher und
tchtiger Sandsteinplastik (Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von _Joh.
Juncker_. _Kanzel_ aus derselben Zeit, Holz. -- _Bildnisgrabsteine_ der
Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des _Peter Dell_), 1554, 1560, 1772. --
_Kelch_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1777.

*Schlo* der Zobel. Zwei durch einen (jngeren) Zwischenbau verbundene
Giebelhuser mit runden Ecktrmen, etwa A. 17. Jh.

_DAUMITSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K*. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. fr die Verhltnisse prchtig
erneuert; die Brstungen der Emporen und die flache Decke ganz bemalt;
besonders reich der _Altarbau_.

_DAUTZSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K*. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Vernderungen. Schiff,
Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt. -- Rom. _Taufstein_.

_DEHLITZ U. B._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K*. Gut erhaltene frhestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen,
platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe.

_DELITZSCH._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K*. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche 1404,
Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch eingefgte WTurm auf
lteren Grundmauern. Die Emporen sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein.
_Oelberg_ 1410; _Schnitzaltar_ 1437 mit Doppelflgeln von 1492; gelobt ein
_Triptychon_ von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap. ansehnliche
Renss.Grabmler 1576, 1584, 1614, 1615.

*Gottesacker-K.* Wertvoller _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. (das J. 1550 das der
bertragung, nicht der Entstehung).

*Spital-K.* spgot. 1sch. Doppelflgeliger _Schnitzaltar_.

An *Brgerhusern* einige Renss.Portale. *Stadtmauern* und 2 Trme.

_DERMBACH._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Kathol. Pfarrk.* Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den Kirchen in
Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewlben ber reicher
Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische der imposante _Hochaltar_ mit
korinth. Sll. aus farbigem Stuckmarmor und 4 sehr groen geschnitzten
Figg. _Kanzel_ und Schalldeckel in Stuckmarmor. _Gesthl_ und 4
Beichtsthle gut geschnitzt, Eichenholz. _Wappentafel_ des Abts v.
Dalberg. -- Daneben das 1730 erbaute Franziskaner-Kloster.

*Evangel. Pfarrk.* Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch. mit
Tonnengewlbe aus Holz. 2 Emporen bereinander auf Rundsulen. 2 gute
reiche _Barockportale_. _Holzrelief_ des Abendmahls um 1475, nach der
Tradition aus der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. Bar.
_Epitaph_.

*Schlo* der Frstbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras. --
_Gasthaus_, Fachwerkbau 1613.

_DETTELBACH._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Oft vernderter Mischbau. Die spgot. Hlfte knnte als
Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden Kapellen,
Schlu in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein ebenfalls polyg. schlieender
WBau angefgt. -- Reichliches _Altargert_ um und nach 1700, durchweg
augsburgisch.

*Wallfahrts-K.*, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. Ein
Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses von SpGotik
und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh. der grazise spgot. Chor. Das
Gwb. in kunstvollen gewundenen Reihungen, an den Schlusteinen die
Wappen der Frstbischfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad v. Thngen
(1519-40). -- Der Juliusbau nach neuem Plan und in grerem Mastab (aus
den Akten geht nicht hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf
zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l., 11,5 m br. Der
Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich nhernd, in seiner bequemen Weite
renss.-mig. Decke Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf
Renss.Pilastern. Die Mnchsempore im nrdl. Qsch. 1659 eingebaut. --
ueres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got. in den spitzbg.
Fenstern mit Fischblasenmawerk und den abgetreppten Strebepfeilern,
renss. in den Gesimsen und dem schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt
eine groe glatte Flche als Folie fr einen der prunkvollsten Portalbaue.
Dieser in frbar. Formcharakter, von _Mich. Kern_ 1611-13. Um die nicht
groe rundbg. Trffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, die in ihren
Motiven sich den Altarbauten dieser Zeit eng anschliet; ebenso in der
Anordnung des berreichen plastischen Figurenwerks. -- _Innenausstattung_.
Aus der Juliuszeit nur die beraus prunkvolle _Kanzel_ (Sandstein und
Alabaster) erhalten, 1626 von _M. Kern_; gegenstndliches Motiv die Wurzel
Jesse; in der dekorativen Empfindung noch viel Sptgotisches. Im Zentrum
groer _Gnadenaltar_ in Stuckmarmor, von _Augustin Bossi_ 1779; das
Gnadenbild (Pietasgruppe) um 1500. -- Im _Kirchenschatz_ hervorragendstes
Stck Monstranz von _Joh. Zeckel_ (Augsbg), um 1700.

*Klostergebude* 1616-20, 4flgelige Anlage in einfachster

*Rathaus* A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich nicht ohne
monumentale Wucht eine doppellufige Freitreppe auf, ber dem Podest eine
Laube und ber dieser ein polyg. Chrlein; die einfach behandelten Fenster
asymmetrisch verteilt; die Giebel der Schmalseiten mit derber
Blendengliederung. Das Innere groenteils verndert, gut erhalten und
bmkw. die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromi.

*Stadtbefestigung* vollstndig erhalten, wenn auch in brckligem Zustande.
36 vollrunde Mauertrme in Abstnden von 26-30 m. Gewhnlich folgt auf 2
kleinere ein grerer. Von den einst 5 Toren noch zwei.

_DIEBACH._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Rom., A. 13. Jh. Kreuzfrmiger Chor im Ostturm. Querschiff und
Langhaus stark verndert. -- 3 sptgot. _Holzfigg._ E. 15. Jh.

_DIEDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel in
charakteristischer Zusammenordnung.

_DIENSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. --
_Schnitzaltar_ nach 1500, wohl der beste der Gegend.

_DIETENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Ehem. *Kloster*. Die spgot. Konventgebude als Landsitz umgebaut. wenige
rom. Reste der K.

_DIETERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter
Blankverglasung. Gesthl rok.

Schnes _Fachwerkhaus_ mit Zahnschnitten 17. Jh.

_DIETLAS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Schlo Feldeck*, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534. Rechteckige
Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen. Viereckiger Bergfried. In der
8 Meter hohen Ringmauer des Hofes ein Rundbogenportal.

_DIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.*, ehedem Propstei-K. zu Mnster-Schwarzach. Beg. 1325 (Inschr.)
noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch., 2 gerade Joche und 5/8 Schlu.
Langhaus flachgedeckt, Basilika in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit
Mittelturm. Binnenpfeiler 8eck. (in der 4. Achse sdl. eine Sule!);
Scheidbogen in der stl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor
quadrat. Kapellen: Anfnge nicht ausgebauter Trme. Vgl. die Doppeltrme
in Hafurt, Gerolzhofen, Knigsberg i. Fr., hier jedenfalls an den analog
disponiert gewesenen rom. Bau von Mnster-Schwarzach angeknpft und in der
Gegend das frheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute _Altre_ um
1720. Im Hochaltar _Gnadenbild_, Madonna um 1400, Holz, von miger
Qualitt, aber mit originellen Zgen.

_DINGELSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Marien-K.* 1688.

Das *Franziskaner-Klst.* auf dem Korbschen Berge neu. Die Altre enthalten
alte _Schnitzfigg._ aus einem der frheren eichsfeldischen Klster. Bmkw.
die _Stationsbilder_ der Wallfahrt.

_DINGSLEBEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Alte Grndung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches Rok. mit
Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und bezeichnendes
Gesamtbild. -- Vom lteren Bestande der spgot. _Taufstein_.

_DIPPACH._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. -- _Taufstein_
1649 mit guten Skulpturen.

_DIPPOLDISWALDE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Marien-K.* Von der lteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; die 4 durch
gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke treppen sich zurck. Das
Portal rom. organisiert, aber spitzbg. geschlossen; es war eine offene
laubenartige Vorhalle beabsichtigt wie in Wechselburg. Im brigen spgot.
Halle auf fast quadr. Gr.

*Nikolai-K.* Gut erhaltene Basilika im b. St. wohl erst nach M. 13. Jh.
(im 20. Jh. erneuert von _Lossow_ und _Khne_); Lhs. flach gedeckt, Chor
mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll. frgot. Laubkaptt. Das 3sch.
Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis
unregelmig polyg. (5/10). Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch.
eine eckige Vorlage, um welche sich das Gesims verkrpft, die Arkaden
spitzbg., ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie
schlieen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg. Sonst das
uere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein Turm ist nicht und war
nie vorhanden. -- Das Innere war reich _bemalt_; zwischen Arkaden und
Fenstersohlbank Einteilung von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. --
_Flgelaltar_ (rest.), Schrein geschnitzt, die Flgel auch auf der
Innenseite bemalt, um 1520, ber den Meister s. Oberbobritzsch.

*Schlo*, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten Teil
bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter der Bauten des Kurfrsten
Moritz, also um 1530-40. Interessant die Pilasterordnung nach ital.
Vorbild. Proportionen nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten.

*Rathaus* E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschrnktem got.
Stabwerk und Sitznischen, darber Wappen bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute
Statuen, Maria und Laurentius, A. 16. Jh.

*Haus* am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern hnlich
denen am Schlo flankiert, in den Zwickeln Delphine.

_DITTERSBACH._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. -- _Grabstein_ der
Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh.

_DITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 17. Jh. Interessanter Gewlbebau mit steinernen Emporen.

_DBELN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K. S. Nikolai*. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885. Hallenkirche
von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. Pfll. glatt 8eckig,
Gwbb. auf Konsolen, in dem Ssch. kreuzf., im Msch. sternf., Fenstermawerk
z. T. aus 14. Jh. Miger WTurm, die oberen Teile nach Brnden 1629 und
1730. -- Bedeutender _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. vielleicht von _Hans Degen_;
im Schrein 3 fast lebensgroe Statuen, auf den Flgeln je 2 Heilige in
Hochrelief, reiche durchbrochene Krnungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m
h. -- _Kanzel_ vom Tischler _David Schatz_ 1599. -- _Taufstein_ , prchtig
aus Sandstein und Marmor, 1603. -- _Epitaphe_ des Brgermeisters
Zimmermann, Holz, 1662; des G. Petsch, Sandstein, 1617. -- Bmkw. _Kelch_
ca. 1470.

*Gottesacker-K.* neu; von der alten verwendet die bemalte hlzerne _Decke_
von Hans Dittmann 1685.

*Rathaus*. Umbau 1571, 1733. -- _Altertumsmuseum_.

*Wohnhuser*. Einige Renss. Tore und Fenster.

_DBEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. -- _Schnitzaltar_ 1594, wohl vom
Leipziger _Valentin Silbermann_. -- Rom. _Grabst._, wohl fr den Burggrafen
Konrad v. Dben, andere 1605, 1633.

*Schlo*, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert.

_DOBERGAST._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch das Material eine
fr diese Zeit und Gegend ungewhnliche Erscheinung.

_DOBICHAU._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche*. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die fr den Kirchenbau wenig
brig hatte. Klassizismus in rmlicher Gestalt.

_DHLEN._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* neu; zahlreiche _ikon. Grabst._ 16. und 17. Jh., darunter einige
gut charakterisierte martialische Gestalten aus dem 30j. Kriege. Auf dem
Kirchhof feiner jonischer Rundtempel als _Denkmal_ fr A. Ch. v. Schnberg
1801.

_DOHNA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrert. Der
Formcharakter pat zu der an der OChorwand befindlichen Inschr. 1489.
Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle. Die Rippen sitzen am Schaft wie
abgebrochen und greifen, einander berschneidend, aus einem Joch ins
andere ber. An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke
eingreifende Turm in den unteren Teilen aus lterer Bauepoche;
Achteckchor. -- _Schnitzaltar_ um 1500, mit besonders reicher in Laubwerk
aufgelster Krnung. -- _Taufstein_, 6eckig, berzogen mit Ma- und
Laubwerk in vielfachen berschneidungen. -- *Pfarrhaus* 1493. Tr mit
Vorhangbg.

*Schlo* der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstrt, Fundamente erkennbar.

_DOMMITSCH._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im 7j. Kriege
zerstrt. WTurm. Rathaus einfacher, stark vernderter Renss.Bau.

_DORFPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Gute _Holzfigg._ der Madonna um 1460 und St. Sebastian um 1500.
-- Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna 1. H. 17. Jh. von _Hans
Klanbacht_.

_DRINGSTADT._ OFranken BA Staffelstein.

*Pfarr-K.* Chor 1412, Lhs. 1716.

_DRNA._ Pr. Sachsen Kr. Mhlhausen.

*Dorf-K.* 1713. Groer _Taufstein_ mit Mawerk etwa 14. Jh.

_DORNBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K.* 1576, spgot., 1717 umgebaut. -- _Weinkanne_ und _Kelch_ schne
Augsburger Arbeiten.

*3 Schlsser*, das steile Felsenufer der Saale malerisch krnend. 1. _Das
nrdliche_. Rom. 8eck. Hauptturm, Palas und Nebengebude rom. und spgot.,
groer Kchenbau. Im sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte Wandmalerei
des 16. Jh. 2. _Das mittlere_. Reizender Rok.Bau um 1740. Von Italienern
erbaut und dekoriert. Grazise Stuckdecken. Von jedem der 3 Geschosse
gelangt man auf eine andere Terrasse des Gartens. 3. _Das sdliche_.
Sptrenss. Am Portal bez. 1608. Im Innern Tren mit Intarsien. Die drei
Goethezimmer in Empire.

_DORNDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O ber
mittelalterl. Resten Turm mit geflliger Haube.

_DORNHAGEN._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Unter spteren Umbauten der rom. Mauerkern des Lhs. erhalten,
ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus ursp. in voller Br. des
Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade verbunden. Sprom. Umbau, aus
welchem die Fenster des Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. -- Reste der ma.
_Friedhofsbefestigung_.

_DORNHEIM._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

*Dorf-K.* alt. -- _Epit._ des Chr. v. Entzenberg. 1585.

_DORNREICHENBACH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* erneuert 1653. -- _Grabdenkmler_ des 16. und 17. Jh., schlichte
tchtige Arbeiten.

_DTHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* rom., umgebaut. -- _Kreuzigungsgruppe_, lebensgro, Holz, 15. Jh.

_DRACKENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* spgot. und 1653. -- Bmkw. 3 _lgemlde_, die einst den Kanzelbau
von 1643 schmckten.

*Lobdaburg*. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des Bergplateaus,
ganz zerstrt. In der mittleren steht der Palas in 3 Geschossen, rom., 12.
Jh.; an der SSeite des Rittersaales kunstreiche Arkadenfenster.
Kaminanlage. Der NFlgel enthielt eine gerumige Kapelle, von ihr erhalten
2 Rundbogenfenster und eine als Erker vorgekragte Altarnische. Am
Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage. -- Die untere Burg gehrt zu
Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda).

_DREITZSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O.

*Dorf-K.*, umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrstungen mit
historischen und ornamentalen _Malereien_ reich staffiert.

_DRESDEN._ K. Sachsen.

_Kirchen_

*Annen-K*. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut 1765-69 von
_J. G. Schmidt_. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr. Abschlssen. Emporen
zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. Flache Holzdecke. Neuerdings Umbau
zur Gewinnung besserer Beleuchtung 1907 von _R. Schleinitz_. [Denkmler in
mehrere Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender Renss.Altar von _Hans
Walther_.]

[*Bartholomus-K*. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, abgebrochen
1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien, jetzt im Stadtmuseum.]

*Dreiknigs-K*. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau 1732-39. Der
Plan von _Pppelmann_, der innere Ausbau von _Bhr_. Einfaches Rck. Im W
eingebaut ein quadr. Turm. An dessen Innenseite eine hohe Nische fr den
Altar. Seitlich Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Fr das
Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein ovaler Mittelraum
abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Rnge Emporen. Muldenfrmiges Holzgwb.
(Die oberste Empore 1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten ganz
einfach. Das WPortal aus dem lteren Bau herbergenommen. Der Turm 1854
vollendet.

[_Dreiknigsaltar_; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.), vielleicht
von _Hans Eifflnder_ A. 16. Jh.; die Flgelreliefs von geringerer Hand.]
-- Der jetzige _Altar_ 1738 mit schnem Gitter, die Plastik von _B. Thom_.
_Kanzel_ aus der lteren K., 1688. -- Statue der _Dorothea Stubing_
({~DAGGER~} 1677), von einem greren Denkmal, tchtige Arbeit (Altert.-Ver.). --
_Gemlde_: Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der Art _Wolgemuts_, doch
geringer; _Pastorenbildnisse_ 1698-1818. -- Unter dem _Altargert_ manches
bmkw.

*Frauen-K*. An Stelle einer lteren spgot. erb. 1726-1738 vom
Ratszimmermeister _George Bhr_, letzte Arbeiten bis 1743. Nach einer
langen Epoche kleinmtiger Bescheidenheit erhebt sich hier der
protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder seit Paul Frankes
Wolfenbtteler Marienkirche (1604) zu einem groen und freudigen
monumentalen Entschlu. Das Zweckliche der Predigtkirche ist sorgfltig
durchdacht, aber Bhr bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den
geometrischen Spielereien in den Grundrilsungen vieler Vorgnger den
Rcken und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der einfachen
Rotunde fr den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m im Lichten gespannte Kuppel
wird getragen von 8 durch Rundbogen verbundene Oblongpfeiler, zwischen
ihnen Emporen in 7 Rngen, seitwrts gegen die Umfassungsmauern
Verbindungsgnge zu den sehr bequemen und ausgiebigen Treppen, so da die
3600 Sitzpltze fassende Kirche sich schnell und sicher entleeren kann.
Zuzugeben ist, da die Lsung sthetisch doch nicht ganz befriedigt. Denn
die Emporen sind hier ein nur vom sachlichen Zweck, aber nicht vom
baulichen Organismus geforderter Appendix. Sie bringen eine Unruhe in den
Raum, die ein Zentralbau am wenigsten vertragen kann. Zur Entschdigung
hat Bhr es gewagt, dem Auenbau eine an einer protestantischen Kirche
bisher unbekannte Kraft und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine Pracht.
Die Formen sogar von ziemlich trockener Brgerlichkeit. Aber der
Hauptumri ganz ausgezeichnet gut, wrdevoll und zugleich grazis
elastisch. Der Grundri erscheint hier quadratisch, in den Mitten und an
den abgestutzten Ecken durch Risalite belebt, welche die Aufwrtsbewegung
der Masse sehr glcklich einleiten. Von ganz origineller Wirkung, dabei
konstruktiv voll Zweckmigkeit der konkav geschwungene Kuppelhals.

Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegrbnissen 1722 Kunstwert.
Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum. In der K. ein
_Schmerzensmann_ in Marmor vom zerstrten Epitaph des Kanzlers Pfeifer um
1634, von _Hegewald_ oder einem andern Schler _Nossenis_. [Epit. Bnau
von _Hans Kramer_ im Alt. Museum.]

*Friedrichstdter-K*. 1728-32. Die Anlage erinnert an die Dreiknigs-K.
und soll, gleich dieser, von _Pppelmann_ herrhren. Das uere zeigt den
Meister des Zwingers in einer bis zu erstaunlicher Nchternheit sich
herbeilassenden Beschrnkung. --

*Kath. Pfarr-K. S. Michaelis,* erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts.

*Josephinenstift und Kirche*, 1760 von _Ch. F. Exner_.

*Reformierte K*. 1760 von _Samuel Locke_.

*Kathol. Hof-K*. von _Gaetano Chiaveri_ aus Rom 1738-46; nach
Unterbrechung fortgesetzt von _Knffel_ und _Schwarze_, aber ohne
Planvernderung. Die Formen rmischer Sptbarock, die Anlage unrmisch.
Als basilikaler Langbau mit Chorumgang und hohem Frontturm erinnert sie,
ganz allgemein gesprochen, an den deutsch-gotischen Kirchentypus; nebenbei
auch etwas an die Schlokapelle in Versailles. In allen Einzelheiten ist
die Grundrilsung originell. Das hochrumige, 52 m lange Msch. schliet
am stl. wie am westl. Ende im 1/2Kreis. Die Langseiten haben 6 relativ
enge Joche. Verdoppelte Sschiffe. ber den inneren eine Empore, die auch
ber die runden Endigungen sich fortsetzt. Auch der Aufbau scheint in der
Gliederung der Pfeiler und der Art ihrer Verbindung mit dem Gewlbe (Tonne
mit Stichkappen) gotisch inspiriert. Sehr originell die uere Silhouette.
Die Dcher ganz flach geneigt und durch Attiken mit Balustraden und
dichtem Statuenkranz verdeckt, so da fr das Auge rein horizontale
Abschlsse entstehen. Der in Pfeiler- und Sulengruppen aufgelste Turm
(83 m H. gegen 93 m Gesamtlnge) fhrt einen Gedanken weiter, den zuerst
_Borromini_ in Sta. Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu
allen rmischen Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im Sinne einer
gotischen Kathedrale, die am Auenbau gleichmig an allen Seiten
durchgefhrte Pracht. Dagegen fehlt dem Innern die spezifische
Barockpoesie, die an gleichzeitigen sddeutschen Kirchen so stark ist; es
wirkt bei aller Wucht der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe
Rolle der Stuckdekoration. -- _Hochaltar_, mit dem ber 9 m hohen Gemlde
von Christi Himmelfahrt, von _Raf. Mengs_ 1752 ff. Seitlich _Marienaltar_
und _Josephsaltar_ von demselben 1750 und 1751. Die Gemlde in den
Kapellen von Italienern und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den
_Deckenbildern_ mchte das krftigste das in der Benno-Kap. von _Anton
Maulbersch_ sein. In der Nepomuk-Kap. malte _Karl Palko_. -- _Kanzel_ von
_Permoser_ und _Hackl_, Holz in Wei und Gold staffiert; die Bhne von
einem schwebenden Wolkenknuel mit Evangelisten und Engeln getragen; im
Gegensatz dazu Brstung und Treppengelnder in einfachen Flchen; am
Schalldeckel Trophe der Marterwerkzeuge. -- _Weihwasserbecken_, Muschel
auf einer Wolke, aus der Engelskpfe hervorlugen. -- Im Umgang
_Beichtsthle_ von _Hackl_. -- Im NWSchiff weichlich virtuose _Statue der
h. Magdalena_ von _Francesco Baratta_. _Johannes d. T._ in der Tauf-K. des
SOSchiffes angebl. von _Lorenzo Bernini_ (??). In der Gruft _Statue
Christi_ an der Martersule von _Balthasar Permoser_ 1721. Die 59
doppeltlebensgroen Standbilder an den Dachbalustraden von _Lorenzo
Mattielli_. -- Ausgezeichnet vertreten ist die Goldschmiedekunst der Zeit
durch Arbeiten von _Drentwett_ und _Bauer_, beide Augsburger.

*Kreuz-K*. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal vollstndig
erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind Grundri und Ansichten
erhalten: Hallenbau in der Richtung der Erzgebirgsschule. Der etwas ltere
Chor war in seiner reichen Dekoration an Streben und Fenstern der
Marien-K. zu Bernburg hnlich und rhrt von denselben Meistern her,
_Hanns_ und _Matthias Kumoller_. -- Der jetzige Bau nach der Zerstrung des
vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit um den Plan zwischen dem
Ratszimmermeister _J. G. Schmidt_ (Schler _Bhrs_ und dadurch Vertreter
der deutschen Barocktradition) und dem Hofbaumeister und Akademiker
_Krubsacius_ (der dem eben aufkommenden Pariser Klassizismus zuneigte).
Ein Gutachten _Chiaveris_ verhalf _Schmidt_ zum Siege. Die Anlage ein
Kompromi zwischen zentraler und longitudinaler Grundform. Von dem
rechteckigen Umfang kommt der WBau fr Turm und Emporentreppen in Abzug;
ferner sind am OEnde die Ecken abgerundet; als Gemeindehaus verbleibt ein
Quadrat, in dem aber doch wieder durch elliptischen Grundri der Emporen
die west-stl. Achse strker betont ist. Die Emporen gesttzt auf wenige
schlanke, die bersicht nicht hemmende Pfeiler. Ihretwegen kein massives
Gewlbe, sondern nur ein verputztes Schalwerk gewagt. Der Auenbau nach
_Schmidts_ Tode (1774) von _Chr. F. Exner_. Der Turm erst 1788 von _G. A.
Hlzer_, im einzelnen ohne Reiz, aber mit seinen wohlproportionierten
Maen ein sehr glckliches Element in der Stadtsilhouette. -- Das Innere
nach Brand 1897 von _Schilling_ und _Grbner_ durchgreifend umgestaltet,
in der Lichtfhrung verbessert und in der Dekoration mit frei modernen
Einzelheiten.

*Sophien-K*. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche Teile ihrer
ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 fr das (1265 gegr.) Barferklst.
Hallenkirche von 2 Schiffen und 2 Chren. Um 1400 die Kap. der Familie
Busmann angebaut, Gwb.Konsolen mit Bildniskpfen. -- 1421 Erweiterung der
K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als K. umgebaut. 1737
der protestantische Hofgottesdienst aus der Schlokapelle hierher verlegt,
wobei smtliche Ausstattungsstcke mit bernommen. 1834 und 1864
berarbeitung im Sinne akademischer Neugotik. Letzte Neueinrichtung 1910.
-- Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles entfernt. _Hauptaltar_ 1606
von dem Hofarchitekten _Giovanni __ Maria Nosseni_ aus Lugano unter
Mitwirkung von _Sebastian Walther_. Aufbau aus mehrfarbigem Marmor in
schulmiger italienischer Hoch-Renss., nur das seitlich den Umri
belebende Schnrkelwerk aus der deutschen Formenwelt. [Das h. Grab der
Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des Altert.Ver.] _Grabmal Nossenis_
({~DAGGER~} 1620) beg. 1616; wohl von ihm selbst seine knieende Bildnisstatue, ein
Meisterwerk vornehmer Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von
seinen Schlern _Sebast. Walther_ und _Hegewald_ der Schmerzensmann, eine
Transposition von Michelangelos Christus in der Minerva zu Rom.
_Epitaphe_: v. Osterhausen 1615 von _Hans Reis_; Marcus Gerstenberger
1613, wohl dazu gehrig das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch
falsches Pathos bei meisterhafter Durchbildung (von _Nosseni_?). Groes
Alabasterrelief der _Kreuztragung_ von einem Unbekannten aus A. 17. Jh.
Epitaphe fr Paul John 1631, R. v. Bnau 1643 (Stadtmuseum), Herzogin
Sophie 1653, A. v. Schnberg 1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen;
Engelschall von _R. Mengs_, Strau und Hermann von _A. Graff_.

_Profanbauten_

*Knigl. Schlo*. Groe unregelmige Baugruppe, deren Bestandteile
infolge vielfacher Vernderungen sich nicht mehr leicht historisch
scheiden lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung 1471-76) sind einzelne
Mauerteile (Flgel an der Schlostr.), doch keine Kunstformen erhalten.
Das 16. Jh. wandelte die Burg zum Schlo um. 1701 wtete ein schwerer
Brand. Nur das Innere wurde von August dem Starken mit Pracht neu
eingerichtet, das uere in unscheinbarer Weise eilfertig instand gesetzt.
Der Knig trug sich lngere Zeit mit dem Plane eines neuen Schlobaues an
anderer Stelle. -- Mit dem _Georgenbau_ 1533 (nach der berlieferung von
_Hans Schickentanz_) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim Brande
1701 nur das Erdgescho erhalten. Das eine der beiden _Portale_ beim Umbau
1899 in den Winkel gegenber der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor
in ausgeprgt lombardischem Stil; die ursp. Bekrnung war hher, ein zu
ihr gehriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit _Totentanz_
im Mus. des Gr. Gartens. -- _Moritzbau_. Ein vollstndiger Um- und
Vergrerungsbau begann 1548. Entwurf von _Caspar Vogt_, Oberaufsicht von
_Hans Dehn_. Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und Zubauten. Den
Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. groe Modell im Grnen Gewlbe. Als
Hauptfassade hat die WSeite des groen Hofes zu gelten. In der Mitte
erhebt sich der mchtige, aus dem ma. Bau herbergenommene Hausmannsturm,
berhht und mit Bar.Helm versehen 1674 von _Klengel_. Vor ihn legte sich
der groe Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er sollte, da der
Turm keine Tren hatte, die Verbindung zwischen den beiden Hlften
vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerckt). Das jetzt das Erdgescho des
Hausmannsturms durchbrechende Grne Tor nach 1691. Aus der Zeit Moritzens
stammen die in die Winkel des Hofes verlegten groen Treppentrme
(Schnecken) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau, und die ihnen zunchst
liegenden Zwerchhuser. Nur die Schnecken und der Altan haben architekt.
Gliederung; die sonstige Fassade ist glatter Verputzbau; die sie
schmckende sehr reiche Sgraffitomalerei (von den Italienern _Ricchini_
und _de Thola_) ist verschwunden. Am Altan die erste Brstung mit Reliefs,
wohl von _Hans Walther_. -- Das Tor an der Schlostrae 1589; krftige
Rustikasulen dorischer Ordnung tragen einen Metopenfries; der Aufsatz
umgestaltet. Der _Kleine Schlohof_ 1592 von _Paul Buchner_ in derber
deutscher Renss. Der Durchgang zum Groen Hof nebst Portal in vornehmeren
Barockformen 1682. -- Von der _inneren Einrichtung_ der lteren Teile ist
infolge von Brnden und Umbauten wenig brig: Die Deckenmalerei im sog.
Wettinzimmer von _Hans Willkomm_ und _Gg. Fleischer_; dagegen von
Italienern die Decke des sog. Porzellanzimmers im Hausmannsturm; zartes
Groteskenornament in Stuck auf farbigem Grunde in der Art der
raffaelischen Loggien, speziell an dessen in Genua ttigen Schler _Perino
del Vaga_ erinnernd (vielleicht aus der genuesischen Knstlertruppe, die
1538 nach Prag berufen war). -- Aus der ersten Zeit August des Starken
stammt die Ausstattung der Chambre de lit und des Thronsaals. -- Von den 7
Rumen des Grnen Gewlbes besitzen das Silberzimmer und der
Preziosensaal Stuckdecken aus 16. Jh.; andere haben 1721-24 ihre
Dekoration erhalten, als August der Starke in ihnen den unvergleichlichen
Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch heute dort bewahrt wird,
aufstellen lie. -- Aus letzterer Zeit auch der Gardesaal nahe der
englischen Treppe; diese ist lter, von 1669. -- Verschiedene
Nebengebude, wie das Ballhaus und das Komdienhaus, sind verschwunden. --
Die _Schlokapelle_, im Moritzbau im S des Hausmannsturms, wurde 1602 und
1662 umgebaut, nach dem bertritt des Kurfrsten Friedr. August I. zur
kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst entzogen und zu den Wohnrumen
geschlagen. Der erste Bau unter Moritz folgte dem Typus der Schlokapelle
zu Torgau. Davon hat sich das (an den Jdenhof versetzte) herrliche
_Portal_ erhalten, bez. 1555, Formen und Verhltnisse in rein
italienischem Geist, doch von einem Deutschen (_Hans Walther ?, Christoph
Walther_?) Der _Altarbau_ von 1602, von einem der _Walther_, ist in die
Schlokapella zu Torgau bergefhrt. Der _Taufstein_ jetzt in der
Sophienkirche, um 1555, mit Vernderungen 1602. Ebendahin gelangten die
wertvollen _Altargerte_.

*Palais am Taschenberg*. 1707 ff. unter starkem Anteil von _Pppelmann_.
Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und 4 Geschosse. Das
Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch reichen Fensterschmuck
ausgezeichnet. Im Innern eine groartige (nur zur Hlfte erhaltene)
Treppenanlage. 1756 ff. die seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von
_Schwartze_. Die kstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von
_Gottfr. Knffler_. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die
Kapelle.

*Kanzleihaus* (jetzt Hofapotheke), 1567 von _Hans Irmisch_; die
Sgraffitomalerei, von _Benedikt de Thola_, zerstrt; einige Mobilien aus
der Erbauungszeit.

*Stallhof* (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfrstl. Stall,
1586 ff. von _Paul Buchner_; nach Ausweis alter Zeichnungen eine nicht nur
sehr ausgedehnte, sondern auch berraschend glnzende Anlage,
Sgraffitomalerei an den Wnden, reich dekorierte Zwerchhuser am hohen
Dach; jetzt ganz verunstaltet. 2. Der lange Gang, seit 1731 als
Gewehrgalerie benutzt; die 53 Frstenbildnisse (meist von _Heinrich
Gding_ ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder nur
kulturgeschichtlichen. Auen das derbkrftige Jagdtor, die Bildwerke von
_Andreas Walther_. 3. Der Stallhof selbst; im 18. Jh. fr die
Gemldegalerie umgebaut; seither weiter verndert. Zwei prachtvolle
bronzene Sulen (1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen.

*Zeughaus* (heute Albertinum) 1559-63 von _Paul Buchner_, gebrtig aus
Nrnberg, bis dahin in den Niederlanden ttig, von wo er die reiferen
Renaissanceformen einfhrte. 4 Flgel umgeben ein gestrecktes etwas
verschobenes Rechteck. Das Erdgescho (das sich allein in ursp. Gestalt
erhalten hat), wird durch toskanische Sulen rundum in zwei Schiffe
geteilt; erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur.

*Zwinger*. 1711-22 von _Matthus Daniel Pppelmann_ (1662 bis 1736). Die
monumentale Gestaltung eines Renn- und Festspielplatzes, dergleichen um
jene Zeit in Florenz, Wien und Paris fters, in Dresden selbst im Jahre
1709, in provisorischer Holzkonstruktion zur Ausfhrung gekommen waren.
Etwas von der phantastischen Pracht der Bhnenarchitektur ist auf die
Anlage bergegangen, aber gemigt durch eine hohe, klare und fr den
gegebenen Zweck beraus glckliche Grundridisposition. Den Zwinger von
der SWHauptpforte betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m Tiefe
und 107 m Breite; aus den Langseiten treten Flgel mit Segmentbogenschlu
hervor, wodurch das Ganze kreuzfrmige Gestalt erhlt, mit Erweiterung der
Querachse auf 204 m. Die dem Eingang gegenberliegende Seite (wo jetzt
_Sempers_ Galeriegebude steht) blieb offen und man wei nicht genau, mit
welchem Programm _Pppelmann_ hier zu rechnen hatte. (Vor der Eingangseite
zog sich der breite Stadtgraben [jetzt Ostraallee] hin und links schlossen
sich die hohen, schon damals mit Bumen bepflanzten Wlle an). Den groen
Hof umgibt eine Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr erheben
sich mehrere Pavillons, 4 an den Langseiten des Mittelhofs und 2 am Schlu
der Kreuzflgel. Von ihnen aus schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu,
whrend die Arkadengnge eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck
hngen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen. -- ber der
genialen Phantastik der Behandlung darf der Wert der Gesamtanlage nicht
bersehen werden: der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und die hohe
Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil der
Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts zu schaffen, ist
ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist aus umfassenden italienischen
Studien hervorgegangen; selbst _Palladio_ drfte mit seinen
Villenentwrfen nicht ohne Einflu gewesen sein. Charakteristisch fr den
Zwingerstil ist die enge Verbindung von Architekturformen mit _figrlicher
Plastik_. Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner Dekoration Jupiter,
Neptun, Vulkan und Apoll gewidmet. Von _Permoser_ der Atlas auf dem
Wallpavillon, die vier Jahreszeiten am Eingangspavillon, die Entwrfe zu
den Faunen unter den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T. spt; so die
Statuen am Uhrpavillon von _J. B. Dorsch_ 1785. -- Auerhalb des Hofes im
nrdl. Winkel das Nymphenbad; das im sdl. Winkel gelegene groe Opernhaus
ist nach Brand 1849, das kleine 1841 abgebrochen.

*Palais im Groen Garten*. Der Garten beg. 1676 unter Johann Georg II.;
schnurgerade Alleen, Rennbahn fr Reiterspiele, Naturtheater, Irrgarten,
Wasserknste, zahlreiche Pavillons (im heutigen Bestande aber nur in
einzelnen Andeutungen noch zu erkennen). In der Mitte das _Palais_, 1679
von Oberlandbaumeister _J. G. Starke_. Es sollte italienisch gebaut
werden. Anklnge speziell an die Gartenpalste Genuas (durch das Buch von
Rubens sehr bekannt) nicht zu verkennen. In der Verbindung des
Monumentalen mit dem Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung. Gr.
gestreckter Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden
Querflgeln. Im Aufri folgen sich: Erdgescho in Rustika; Hauptgescho
mit Pilastern und groen Fenstern; Attika als Halbgescho. Der Mittelbau
hat auf beiden Seiten eine weitlufige Freitreppe in der Hhe des
Erdgeschosses und ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im
Erdgescho, jonisch im Hauptgescho. Die Mauerflchen neben ihr und ber
den Fenstern sind mit Festons und Draperien geschmckt; ferner spielen
Nischen mit Statuen und (im Attikagescho) Bsten eine Rolle. Auf dem
mittl. Dachfirst eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen herrschen gerade
Linien, wie berhaupt der Bau mehr renaissancemigen als barocken
Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende Saal in seinem
gravittischen Prunk sehr eindrucksvoll; Gliederung der Wand durch Nischen
mit berlebensgroen Standbildern antiker Gttinnen (vom Niederlnder
_Dierks_), Buntmarmorsulen, schwerem verkrpftem Hauptgesims,
Spiegelgewlbe -- alles kraftvoll mit Stuck und Farbe dekoriert. -- Die
Marmorstatuen und Vasen des Gartens (einst 150) in Rom und Venedig
bestellt, von _Baratta_, _Balestra_, _Corradini_ und angebl. auch
_Bernini_, von dem aber heute nichts mehr nachzuweisen. Die in
entfernteren Teilen zerstreuten Sandsteinbildwerke meist von deutschen
Knstlern; bmkw. die Apotheose eines Frsten (Eugen v. Savoyen?) von
_Permoser_ (ursp. an anderem Ort). --

*Japanisches Palais* in der Neustadt. Hie ursp. hollndisches. Erster
Bau 1715 von _Pppelmann_ fr Gf. Flemming. Dann vom Knig angekauft und
1729-41 umgebaut und vergrert von _Pppelmann_ ({~DAGGER~} 1733) und _Longuelune_
unter Oberleitung des Generalintendanten _Jan de Bodt_. _Pppelmann_
gehrt der Elbflgel und der Arkadenhof. -- 4 Flgel im Rck., auen 74 : 56
m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage, jede Vorlage durch
Pavillondach herausgehoben. Die krftigste wagerechte Teilungslinie ber
dem Erdgescho; es folgen Hauptgescho und Mezzanin, durch senkrechte
Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel, getragen
von 4 Paaren gekuppelter Sulen. Die eigenartig geschwungenen Linien des
Kupferdachs sollen an Japanisches erinnern. Augusts Plan, das ganze Innere
einheitlich mit Porzellan zu dekorieren, kam nur zum kleinsten Teil zur
Ausfhrung. -- Die dekorative Plastik, vornehmlich im Hof, von _J. Ch.
Kirchner_. Die Gartenanlage von _Pppelmann_, frher reichlicher mit Vasen
und Statuen dekoriert.

*Kurlnder Palais*. Erster Bau fr Gf. Wackerbarth 1718, Umbau 1728
wahrscheinlich durch _Joh. Christoph Knffel_. Die Anlage gruppiert sich
unregelmig, doch mit trefflicher Raumausnutzung, um mehrere Hfe. Die
nicht sehr ausgedehnte Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgescho
und Hauptgescho mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern hat der
Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollstndig erhalten; die _lgemlde_
ber den Tren von _Silvestre_ und _Casanova_, die _Bildwebereien_ mit
Darstellungen aus dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem Brsseler
_van dem Borcht_ nach David Teniers d. J. Der Festsaal von _Joseph Deibel_
in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer war (um 1761).

*Landhaus.* An der Stelle des in der Belagerung von 1760 beschdigten
Flemmingschen Palais 1770 von _F. A. Krubsacius_. Die 77 m lange
Schauseite auf die Wirkung in enger Strae berechnet. Die Hofseite gab
Gelegenheit zu einem krftig vortretenden Mittelbau mit riesigem
Treppenhaus. Die Einzelformen sehr einfach, auf eigentliches Ornament ganz
verzichtend.

*Regimentshaus* 1710.

*Hotel de Saxe* und *British Hotel*. Ursp. vornehme Adelshuser, um 1720
von _George Bhr_. Geistvolle und prchtige, lebhaft bewegte Kompositionen
bei recht derber Detailbildung.

*Hoymsches Palais* (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstrae von
_Knffel_, die gegen die Rampische Str. von _Krubsacius_,
Lisenengliederung von guten Verhltnissen, sparsames Zierwerk. Im Hofe
reizender _Brunnen_ von _Gottfr. Knffler_.

*Coselsches Palais*. Gleich dem vorigen fr das schsische Sptbarock
besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 von _Knffel_ in der bei
ihm beliebten Lisenenarchitektur mit schwachen Gruppierungskontrasten. Die
vorspringenden niedrigen Flgel 1762 hinzugefgt.

*Palais des Chevalier de Saxe* (Palais Prinz Johann Georg) 1764-70 von
_F. A. Krubsacius_. 1855 umgebaut. Es hatte ursp. ein einziges
Hauptgescho, darber ein Halbgescho und die in dem hohen Dach
angebrachten Mansardenzimmer. Charakter: vornehme Einfachheit. Die
Trophen und Putten von _Gottfr. Knffler_. Im Park Zierbauten -- Ruine,
Tempel, Einsiedelei (1799) und dergl. -- von _Weinlig_ (_?_), Vorahnungen
der Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik.

*Ministerpalais in der Seestrae.* 1753 als Privatgebude, in der Art
_Knffels_. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur; 4
Geschosse, von denen nur das erste und das letzte durch Gurtgesimse
abgesondert, so da doch wieder ein Dreiklang entsteht.

*Palais des Grafen Brhl, spter Marcolini* (jetzt Stadtkrankenhaus) 1746.
Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur. In der Achse
kleiner Ehrenhof. Die Hermen an den Torpfeilern von _Wiskotschill__, die
wunderlichen Lwen __ (nach chinesischen Mustern?) von  J. B. Dorsch_. Von
der Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal und ein
pompejanisches Zimmer. Im Garten der groartige _Neptunsbrunnen_ nach
_Longuelunes_ Entwurf von _Lorenzo Mattielli_ 1741-44, eine Fels- und
Grottenarchitektur mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem
Gruppenbau. [Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von _Knffler_
jetzt im neuen Stndehaus; die einst im Garten zerstreuten Vasen und
_Einzelstatuen_ auf der Brgerwiese.]

*K. Stallgebude*. 1794 von _Ch. Weinlig_.

*Justizministerium.* 1733 angeblich von _Pppelmann_.

*Blockhaus* (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von _Zacharias Longuelune_,
als wichtiger Richtungspunkt fr die Straenzge der Neustadt. Ein
wesentlicher Bestandteil, die Krnung durch Pyramide und Obelisk mit dem
Bilde Augusts des Starken, blieb unausgefhrt. Das jetzige Obergescho
ber dem Hauptsims nach 1880.

*Palais des Grafen Wackerbarth,* begonnen 1725 als Kadettenhaus, dazu
Reitbahn.

*Rathaus der Altstadt.* 1741-45 nach _Knffels_ Entwurf.

*Rathaus der Neustadt*. 1750-54 von _Berger_ und _Winkler_; sehr schlicht,
nur durch die sorgfltig abgewogenen Verhltnisse wirkend.

*Gewandhaus* 1768 von _J. G. Schmidt_.

*Brgerhuser*. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende Stadt. Von
ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht glnzende Bauttigkeit, die
durch den 30j. Krieg unterbrochen wurde. Von dessen Ende bis zum 7j.
Kriege ist Dresdens klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist
diese Epoche im brgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz groer
Einbuen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung von 1760 und
die umgestaltende Ttigkeit des letztverflossenen Menschenalters. Im
Folgenden nur eine Auswahl charakteristischer Beispiele.

a) _Aus der Sptgotik_. Marien-Apotheke; spitzbg. Tor um 1460-70, im
schrgen Gewnde Sitznischen mit Baldachin, in Bgg. verschrnktes
Stabwerk; jetzt im Zoologischen Garten; ein zweites kleineres an der
Hofseite des Hausflurs. -- Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. -- Gewlbte
Hausflure Schlostr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem Netzwerk.
-- [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene Votivmadonnen jetzt im Altert.-Ver.].

b) _Frhrenaissance_. Ecke Frauenstr. und Neumarkt Runderker mit reizendem
Kinderfries um 1530. -- Reich mit Masken belebte Treppentr in Schlostr. 1
und 20. -- Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538.

c) _Hoch- und Sptrenaissance_ 1550-1650. In sonst umgebauten Husern
Fenster aus dieser Epoche: Webergasse 3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13;
Wilsdruffer Str. 3, 6, 10, 13, 20, 31, 36, 40; Schlostr. 6, 12, 15, 18,
23; Schssergasse 5, 11, 17, 27. -- Da in dieser Epoche die Firste
regelmig parallel zur Strae angelegt werden, kommen grere Giebel nur
an Eckhusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw. Exemplare haben
sich nicht erhalten. -- Ganze Fassaden: Schreibergasse 12 mit 3geschossigem
rck. Erker an der Ecke. -- Seestr. 1, Erker hnlich dem vorigen. --
Wilsdruffer Str. 15 Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter
Stellung, Details nach Serlios Musterbuch. -- Schlostr. 11 Hotel Stadt
Gotha, krftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein, vor A. 1591.
-- Schlostr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten Ecklisenen. --
Schlostr. 30, Erker mit den Halbfiguren des Kurf. Christian II. und
seiner Gemahlin, 1612 von _Hans Steyer_. -- Schlostr. 11 und 34, wo auch
ein grerer Giebel. -- Hbsche, doch nicht hervorragend reiche Portale:
Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weiegasse 2. -- Reste
alten Holzbaus selten.

d) _Barockbauten_ 1650-1690. Ecke Wilsdruffer Str. 14 und Groe
Brdergasse 1 um 1650-60, Schlostr. 14 um 1660 -- mit Kartuschenumrahmung
der Fenster --, Wilsdruffer Str. 15 vorzglich erhaltener reicher Erker um
1680. -- Ebenda 42 um 1690. -- Rampische Str. 9 groe Fassade in
niederlndischer Art um 1690.

e) _Barockbauten_ 1690-1715. Sporergasse 2, groes Haus, mit einfachen
Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art _Klengels_ nahestehend, um 1695. --
Portal Neumarkt 12, jetzt als Fenster umgebildet. -- Scheffelstr. 5, dor.,
jon. und korinth. Pilasterordnungen, an den Fensterbrstungen aufgehngte
Tcher, um 1700. -- Landhausstr. 13 um 1710. -- Groe Brdergasse 39 unter
_Pppelmanns_ Einflu um 1710, polyg. Erker. -- Huser derselben Richtung
von zunehmender Stattlichkeit sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von
_J. G. Fehre_, einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke
durchgehende Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoteilung
geschickt gelst; Galeriestr. 14 von _G. Hase_; Groe Brdergasse 31; An
der Mauer 2 von _George Bhr_, fr sich selbst, 3achsig, originelle
Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von _Georg Hase_, 5achsig, flacher
Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen. -- Frauenstr. 9, tiefes
Grundstck, Fassade 3achsig, Hof mit gewlbten Bogengngen durch 5
Stockwerke. -- Schlostr. 5 um 1710. -- Jdenhof 5 (fr den berhmten
Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll rhythmischen Lebens,
eine der feinsten unter den _Pppelmann_ nahestehenden, mit Ausnahme des
Erdgeschosses ganz unverndert. -- Groe Klostergasse 2, wohl von
_Pppelmann_ selbst bez. 1715. -- Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5.
f) _Barockhuser_ 1715-40. Wilsdruffer Str. 7, Goldener Engel, die 4
mittleren der 6 Achsen durch reiche Fensterverdachung ausgezeichnet und
ber dem Dachgesims mit einem Stichbogengiebel gekrnt. -- hnlicher
Kompositionsgedanken auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische Str. 33.
-- Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front, durch Wechsel der
Verdachungen rhythmisiert. -- Heinrichsstr. 2 von _Fehre_ 1720. -- Hauptstr.
26 um 1730. -- Jdenhof 2 bez. 1736. -- Knigstr. 1 bez. 1734; hnlich 5.

g) _Rokokohuser vor_ 1760. Frauenstr. 14 um 1750 mit reizendem
plastischem Schmuck von _Knffler_. -- Sophienstr. 1, Gliederung durch
Lisenen, zwischen den Fenstern trefflich gezeichnete Kartuschen. --
Altmarkt 1 von _Knffel_ 1741.

h) _Rokokohuser nach_ 1760. An der Frauenkirche 20 von 1764. -- Breitestr.
12. -- Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische Glieder, nur mit frei ber
die Flche verteiltem Stuckornament. -- hnlich Landhausstr. 4. -- Im ganzen
jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der Flchen,
z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5; Augustusstr. 2.

i) _Der Klassizismus_: Landhausstr. 18 und 27. -- Pillnitzer Str. 26. --
Johannesstr. 23. -- Pirnaische Str. 50. -- Polierstr. 19. -- Gewandhausstr. 7
dorisch.

*Museen*: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung fr
Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im neuen Rathaus; M. d. Ver. f.
schs. Volkskunde.

*Denkmler.* Reiterstandbild _Augusts des Starken_ auf dem Markt der von
ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von _Ludwig Wiedemann_. Denkmal fr den
_Kurfrsten Moritz_ nach 1553 (jetzt an der Brhlschen Terrasse); in einer
dikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg. vor festem
Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrngt, bergibt seinem Bruder
August das Kurschwert. Meister unbekannt [_Hans Walther?_].

_DROYSSIG._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* Der stl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg. Fenstern
deutet auf 13. Jh. -- Guter spgot. _Schnitzaltar_. Zahlreiche
_Grabdenkmler_ 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich.

*Schlo*. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundri, 5 (ursp. 6)
halbrunde Trme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und bar. Reizvoll
malerischer Eindruck.

_DRGENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 1775. Altre und Kanzel von _J. B. Kamm_, Deckenfresken von
_Wunder_ bez. 1770, Hochaltargemlde von _Mattenheimer_.

_DUTTENBRUNN._ U Franken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung 17. Jh.




_E_


_EBELEBEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh.

*Dorf-K.* Umbau 1702; grfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642. Epit. der Herren v.
E. 1569. --

*Frstl. Schlo* 16.-18. Jh.

_EBELSBACH._ UFranken BA Hafurt.

*Schlo.* Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren v. Rotenhan.
Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern regelmiges Rok. mit
Ecktrmen. Nur an 2 Seiten wohnmig ausgebaut, Fachwerk ber
Quaderunterbau. Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh.

_EBENHARD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der Anlage frgot.,
Lhs. rok.

_EBERN._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen. Die
letzteren schlieen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende (ltere)
Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger Bildung, im Chor und in den Ssch.
einfache Kreuzgwbb. Die runden Pfll. haben schlichtes Kmpfergesims.
WEmpore jnger (1492). Auen Quaderbau, bar. und modern rest. Turm im W.
Im nrdl. Sschiff prchtiger _Bar.-Altar_, Bamberger Arbeit.
_Sandsteinkanzel_ ca. 1610. -- Rotenhansche _Epitaphe_, ein bronzenes 1539,
ein steinernes 1559 vielleicht von _Kilian Sorg_. -- Neben der K. 2stckige
*Michaelis-Kap.* 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor, kleines
_Relief_ mit Jngstem Gericht.

*Marien-K.* auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem polyg.
Chor, darin fein gemusterte Sterngewlbe (1518), die Strebepfeiler auf
statuarische Ausstattung berechnet. -- Wirkungsvoller _Hochaltar_ 1750,
Altarbltter von _J. A. Glantschnigg_ 1745, 1746. _Pietas_ um 1480.

Ehem. frstbischfl. *Amthaus* (jetzt Gericht), renss.

*Rathaus* 1604. Steinernes Erdgescho in 4 Sulenarkaden geffnet,
Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am Giebel Dachreiter. Mehrere
wohlerhaltene Tor- und *Mauertrme,* 2 bar. *Brunnen,* Neptun und Pallas.

_EBERSBACH._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfgung eines
zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus an einen lteren
Langbau. Hlzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb. Ringsum Emporen in 3
Geschossen. Die _Inneneinrichtung_ ein besonders stattliches Paradigma der
Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den Emporen 54
biblische Gemlde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar 1787. Hbsches
Gesthl. Der Prospekt der Silbermannschen Orgel von 1738 ist einer der
prachtvollsten Sachsens.

*Herrenhaus* um 1700.

_EBERSBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Burgruine.* Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Trme erhalten. 1274
zerstrt, 1396 wieder aufgebaut.

_EBERSDORF._ Reu j.L. LA Schleiz.

*Frstl. Schlo* 1690-93.

_EBERSDORF._ K. Sachsen AH Flha.

Ehem. *Stifts-K.* um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und A. 16. Jh. --
Das Lhs. 1sch. begonnen, noch whrend des Baues durch Einziehung von Pfll.
in ein 2sch., ein weiteres und ein schmleres geteilt; dadurch schneidet
ein Pfl. unsymmetrisch in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb.,
Chor gestreckt mit Schlu aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der SWEcke. --
_Schnitzaltar_ 1513 mit 4 beweglichen und 2 festen Flgeln. Aus derselben
Zeit Reste eines schnen _Chorgesthls_. _Ikon. Grabst._ des Dietrich v.
Harras, des khnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert die
_geschnitzten Figg._ eines Engels und eines Diakons als Lesepulthalter,
jetzt im Altert.-Ver. in Dresden: nach Flechsig vom Meister der schnen
Tr in Annaberg.]

_EBERSRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern.

_EBRACH._ OFranken BA Bamberg II.

Ehem. *Cisterc.-Klst*. gegr. 1127, die lteste und stets vornehmste
Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende Kirche Neubau des 13.
Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht lange nach Beginn des Baues, 1218 und
1221. Letzte Vollendung 1282. Trotz der langen Bauzeit vllig einheitlich
im Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die spteren
Jahrhunderte brachten keine Vernderungen, auer in den
Ausstattungsstcken, bis Abt Wilhelm Rohirt (1773-91) durch _Materno
Bossi_ den ganzen Innenbau in einer dem franzsischen Louis XVI.
verwandten Manier neu dekorieren lie. Der groartigste frgot. Bau, den
Deutschland hervorgebracht hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch
sthetisch vernichtet. Immerhin verdient _Bossi_ insofern Dank, als er
nicht ganz so rcksichtslos verfuhr, wie in hnlichen Fllen vor ihm viele
Barockmeister. Er lie das neue Gewand sich eng an den alten Gliederbau
anschmiegen, so da man den khnen und strengen Rhythmus desselben noch
immer herausfhlt. Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem bergangsstil
zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in franzsischen, sondern
in jenen burgundischen Schulformen, die wir heute am besten in den sdlich
von Rom gelegenen Cistercienserkirchen Fossanova und Casamari kennen
lernen. Wer jene in Erinnerung hat, erstaunt ber die hnlichkeit des
Eindrucks trotz der vernderten Zierformen. -- Die Anlage als kreuzf.
Basilika tritt zumal im Auenbau klar und einfach in die Erscheinung. Auf
das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor 3 Joche in gleichem System, bei
engeren Intervallen. Der stl. Schlu geradlinig. Um ihn setzen sich die
Sschiffe als Umgang fort und an diesen schliet sich, niedriger und in
Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nrdl. und sdl.
Flgel dieses ueren Umgangs war im ersten Plan noch nicht enthalten
(Scheidewnde dnner als im OFlgel und nicht in den Pfeilerachsen;
Gegenprobe in der von Ebrach abgeleiteten K. in Riddagshausen bei
Braunschweig). L. bis zum Schlu des Hauptchors 76 m, mit Zuzhlung der
Kap. 87 m. Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den
Cisterciensern berall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen
3Ecks, in franzsischer Weise vom Sockel gemessen. Die Gwbb. sind im Msch.
rok., in den Ssch. annhernd quadr. Das Qsch. etwas schmler als das Msch.
und stark ausladend, so da jeder Flgel 3 rok. Gwbb. enthlt
(Rekonstruktion des Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll.
kreuzf. und mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis
zur Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Hhenlinie, wo sie
jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen haben. Die
Gewlbescheitel, was fr die franzsische Filiation bezeichnend ist,
wagerecht. Die krftigen spitzbg. Gurten und Rippen und die mit frgot.
Laubkrnzen geschmckten Schlusteine sind erhalten; ebenso die spitzbg.
Form der Arkaden und Fenster; hinter den Beichtsthlen verborgen sind auch
einige frgot. Eckblattbasen und Halbsulenkapitelle verschont geblieben.
Das Hochschiff hat an der stl. Chorwand wie an den Fronten des Qsch.
frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet wie in Fossanova; ein solches mu
sich auch an der WFront befunden haben, wurde aber durch eine grere
hochgot. Rose (jetzt Copie, das Original im Mnchener National-Mus.)
ersetzt; die Komposition des Mawerks ist der Rose am Qsch. der Notre-Dame
in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar auf sie zurck,
sondern auf eine in den Entwrfen zum Straburger Mnster vorkommende
Variante (ausgefhrt in Rufach i.E.). Das uere wird klar und krftig
durch Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg.
fehlen (wie immer bei den lteren Cisterc.-K.). Ein fr die
Schulzusammenhnge bezeichnender Unterschied ist der, da am Chor und an
der OWand des Qsch. Konsolengesimse von spezifisch burgundischer Fassung
angewandt sind, whrend an der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche
Rundbg.-Friese auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert.

_Ausstattung_. _Bossi_ hat einige Prachtstcke aus 17. und A. 18. Jh., die
ihm fr die Einheitlichkeit der Wirkung ungefhrlich waren, beibehalten,
die meisten aber neu hergestellt; verschwunden ist alles Mittelalterliche
mit Ausnahme einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Knigin
Gertrud, Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg
(hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh. Zahlreicher,
doch nicht hheren Ranges, die Denkmler der Renss.Epoche. Das sog.
_Mausoleum_ des ersten Abtes, Adam, ist ein wunderlicher gotisierender
Versuch italienischer Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 _Orgeln_.

*Michaels-Kap.* 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch. Die Art, wie
das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der K. eingreift, beweist, da
sie vor dieser begonnen war, wozu das berlieferte Weihungsjahr 1207 pat.
Indes ist der vorhandene Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs
deckt sich nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen
mehrfachen Wechsel der Baufhrung; die OPartie mit nordfranzsischer
Frbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die westl. Teile unter
Einflu des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch verhltnismig unfein und in
einer den Cisterciensern sonst fremden Weise berladen, immerhin
eindrucksvoll.

*Klostergebude.* Sie erffnen fr Franken die Reihe jener im Verhltnis
zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, in denen die sddeutschen
Klster im letzten Jahrhundert vor der Skularisation ihren Ruhm suchten.
1687 bis 1698 von _Leonhard Dientzenhofer_, Umbau und Erweiterung 1716 ff.
nach Plnen _Balthasar Neumanns_, ausgefhrt von _Joseph Greising_
({~DAGGER~} 1722). Die Scheidung der verschiedenen Anteile nicht berall leicht.
Die Gebude wurden weit nach W vorgeschoben. Ihre Grundflche das 6fache
der ma. Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienfrmig geffnete Hfe. Die
NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen des deutschen
Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern; den in seiner Lnge
eintnigen Bau unterbrach _Neumann_ durch ein machtvolles Mittelmotiv mit
brillantem Treppenhaus. Eine zweite, noch prchtigere Schauseite ffnet
sich nach W zu den groen, jetzt verwsteten, Gartenterrassen, in deren
Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von _Jakob __ van der
Auvera_. Die Dekoration der groen Aula (Kaisersaal) liegt
stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und Rokoko; Stuckatur von
_Hnnicke_ (der von hier nach Pommersfelden ging), die Fresken von
_Lnenschloss_ (1722), _Antonio Nave_, _Jo. Ad. Remela_ (spter in
Bronnbach ttig).

_EBSDORF._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in S und N.
Spgot. Chor.

_ECKARDSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. *Wallfahrts-* jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus mehreren
Baufhrungen 1467-1525. Sptgot. _Sakramentshuschen_. Im klassiz.
Hochaltar _Gemlde_ bez. Asam 1760. _Renss.Epitaphe_ 1544, 1547.

_ECKARTSBERGA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Pfarr-K.* stillos verbaut; die sdl. Erweiterung zur Beschaffung eines
greren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die Kanzel; Altarbau 1607.

*Burgruine,* groe regelmige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede.

_ECKERSDORF._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* 1525 aus ehem. Schlokap. erweitert. -- _Grabst_.

_ECKSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen stl. Seite sich ein kleineres 1/2
8Eck anschliet. -- _Taufgestell_: Muschel auf Delphinen.

_EFFELDER._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung lterer, vielleicht noch rom.
Teile. Der gewlbte polyg. Chor gut ausgebildet, das flachged. Lhs. im 17.
Jh. berarbeitet. -- Grabsteine unerheblich. -- Kirchhofsmauer mit
Schiescharten.

*Schlo.* Hauptbau 1470 und 1533.

_EFFELDORF._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Wrzburger Jesuiten. Lhs.
1753. Hbsche _Ausstattung_ bar., rok. und klass.

_EFFELTRICH._ OFranken BA Forchheim.

*Dorf-K.* um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht seltenen
Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang und 3 spitzged.
Ecktrme erhalten; ber dem Eingang der Ringmauer 3 _Holzfigg_. aus A. 16.
Jh., um einiges lter daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg.
Weitere Holzplastik im Innern.

_EGENHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und Freitreppe, von
Oberstleutnant _Joh. Mich. Mller_ um 1766. Ostturm 1585 nachgot.
Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem Klassizismus.

_EGGOLSHEIM._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 1826, erhalten der frrom. T.

_EHLEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Kirch-Turm* rom. 12. Jh. Im niedrigen trlosen Erdgescho kuppeliges
Kreuzgewlbe.

_EHRENFRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh., der
unsymmetrisch anschlieende platt geschlossene Chor aus 14. Jh. --
_Altarwerk_ mit 4 beweglichen und 2 festen Flgeln, wichtig; die
hervorragend schnen Schnitzfigg. im Stil des Annaberger Meisters _W Z_
von 1512; auch die Flgelgemlde bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und
Tannenberg). -- Ausgezeichneter spgot. _Kelch_.

_EHRINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. Chor, WTurm.

_EHRINGSDORF._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

*Dorf-K.* rom., Turm frhgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte _Apostel_
von einem sptgot. Altar.

_EIBAU._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde von Bertsdorf;
15,5 m br., 32 m l., Schlu 5/10, zwischen den eingezogenen Strebepfeilern
3fache Emporen, auch um den Altar herumgefhrt. Auf dem Kirchhof
zahlreiche Denkmler. Die _Wohnhuser_ des 18. Jh. zeugen von groer
Wohlhabenheit, viele mit Tren aus Sandstein oder Granit.

_EIBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten, wurde
1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt. 3 sch. 3jochige Hallenkirche
mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf leichten Rundpfeilern; reiches Mawerk,
charakteristisch fr die letzte sptgot. Phase. Einige Vernderungen 1624.
-- Auf den stattlichen _Bar. Altren_ von E. 17. Jh. sind sptgot.
_Holzfigg._, z.T. von hoher Qualitt, und Renss-._Reliefs_ von 1625
wiederverwendet; _Gemlde_ von _Osw. __ Onghers_. _Taufstein_ um 1600,
Alabaster, originell komponiert und im Figrlichen hervorragend gut.
Vielleicht von derselben Hand _Grabstein_ eines kleinen Mdchens mit
Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. _Kreuzgruppe_ aus der Umgebung
_Riemenschneiders_. Unter den _Altargerten__ _ gute Augsburger Arbeiten
des 17. und 18. Jh. -- Auen am Lhs. _lbergkap_. mit berlebensgroen
Figg. um 1620.

*Hl. Kreuz-Kap*. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend. Qsch und
1/2kr. Apsis. Gute Altre aus der Erbauungszeit, einer mit _Gemlde_ bez.
_Oswald Onghers_ 1660.

*Rathaus* 1706 vom Wrzburger _Peter Zwenger_ in schwerem sp. Barock,
Erdgescho und Hauptgescho wirkungsvoll kontrastiert. -- Hbsche
_Wohnhuser_ des 18. Jh.

*Stadtbefestigung*. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. 15
Rundtrme in Abstnden von 60-80m. 3 Tore (das vierte abgebrochen). --
_Mariensule_ 1660 und _Sebastianssule_ 1773, vortrefflich. In einem
Privatgarten bmkw. steinerne _Madonnenstatue_ 2. H. 14. Jh. Mehrere
_Bildstcke_ mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh.

_EIBSTADT_ (Gro- und Klein-). UFranken BA Knigshofen.

*Dorfkirchen.* Got., mit OTrmen ber dem Altar. Diese Verbindung ist fr
das ganze Gebiet, in rom. wie in got. Zeit, typisch.

_EICHELSDORF._ Ufranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.

*Schlo* 1678. Groer Saal mit Stuckdecke 1703.

_EICHSTAEDT_ (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

An beiden *Kirchen* querrck. WTrme, in der Anlage rom. -- In beiden Reste
von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau.

_EILENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Stadt-K.* Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus 15. und 16. Jh.
-- _Altaraufbau_ und _Kanzel_ 1684.

*Rathaus*. 1544.

_EINBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Chor sptgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien 18. Jh.

_EINHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1726. lterer stark befestigter Kirchhof mit hohen Tortrmen.

_EINSIEDEL._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* neu. _Schnitzaltar_ mit ausgezeichneten Flgelgemlden von einem
Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl. Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter
_Kelch_ in der Art des Freiberger Meisters _Samuel Klemm_, 2. H. 17. Jh.

_EISENACH._ Sachsen-Weimar BAmtsstadt.

*Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai*. Baugeschichte unbekannt, wohl E. 12. Jh.
-- Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel von Sll. und Pfll. und zwar
so, da die Reihe mit Pfll. beginnt und schliet. Ornamentierte Kaptt.
Kein Qsch., aber sdl. am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch
vier Geschosse 8eck., in trefflicher Architektur, die abschlieenden
Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des Inneren 1894. An der
NSeite das ehem. Klst.

*Franziskaner-K*. Der Orden fate in Thringen zuerst 1224 in Erfurt Fu.
1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive Kirche. Sie wurde 1597
abgebrochen, 1883 in den Fundamenten freigelegt. Anlage rck., enorm
gestreckt, 55 m l., nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite
Schiffe geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb.

*Dominikaner-(Prediger-)K*. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236 dem neuen Orden
bergeben und schlicht got. weitergebaut. Anlage 2sch. Auf derben 8eck.
Pfll. sehr hohe und weite spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Mawerk
des 14. Jh. -- Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. -- _Grabrelief_ mit
Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das lteste Beispiel der Epitaphform in
Thringen. (K. u. Klst. beherbergt jetzt das Thringische Museum.)

*Markt-K. S. Georg*. 1515, nach Verwstung 1525 vermauert 1560 und 1598.
3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke.

*Annen-K*. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal 1634.

*Gottesacker-K*. 1692-97 von _Joh. Mnzel_ in der Grundform des griech.
Kreuzes. Geputzte Holzdecke.

*Residenzhaus*. WFlgel 1507, NFlgel mit groem rundbg. Portal 1559 von
_Hans Lindemann_.

*Stadtschlo* 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schner Festsaal;
wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich rok. geschnitzte
Pferdestnde.

*Rathaus* 1508, nach Brand rest. 1638. Der schne Turm von _Hans
Lindemann_.

*Marktbrunnen* mit S. Georg. 1549, erneuert 1708.

*Lutherhaus*. Die jetzige Fassade mit schnem Portal 1563 von _Hans
Lindemann_.

*Nikolaitor* sptrom. und einige got. Stadttrme.

Im *Museum* einige thringische Altre, einzelne Schnitzfigg. des 15.-16.
Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh.

_EISENBERG._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Stadt-K.* 1494, einfacher 1sch. Bau.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. bis auf geringe Spuren zerstrt.

*Rathaus* 1579.

*Schlo*. Hauptbau v. 1677 von _Wilh. Gundermann_ aus Altenburg. Bmkw. die
Kap.; ein Umgang von korinth. Sulen mit geradem Geblk trgt 2geschossige
Emporen. Stuckierung in vollen schweren klassizistischen Barockformen,
wohl von Italienern ausgefhrt. -- *Superintendentur*. Ansehnlich
sptrenss.

_EISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* Beg. 1505 und schnell zu Ende gefhrt. Ein Hauptwerk der
sdthringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs. 25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche,
die Gwbb. nach Brand 1632 durch Holzdecke ersetzt (das Inv. lt im
Zweifel, ob der Querschnitt Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit
Netzgwb. Der im NOWinkel stehende Turm mit lterem Unterbau. 3 Portale in
W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die Strebepfll.
eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen macht sich das verschrnkte
Stabwerk in gehufter Anwendung bemerklich.

*Gottesacker-K*. 1542. ber dem WPortal Gedenktafel fr die Pastoren Jonas
{~DAGGER~} 1553 und Kindt {~DAGGER~} 1549, treffliches _Sandsteinrelief_. Die zahlreichen
brigen Gedenktafeln von geringem Kunstwert.

*Schlo*. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt; der
runde Haupt-Turm im Kern ma.

*Schulhaus*. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rtselhafte
Steinfigur (Hirt).

*Superintendentur*. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh.

_EISINGEN._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* 19. Jh. -- Am Chorbg. _Kruzifix_ von _Riemenschneider_, der
Krper von feinster Durchbildung, Fassung neu.

_EISLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Andreas-K*. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498) mit rom.
und frgot. Resten. Im W ber rck. formlosem Unterbau 2 schlanke 8eck.
Trme. Am 1. und 2. Gescho mit sprom. Bogenfries, am 3. mit got. Gesims.
Die Fenster der Sschiffe anscheinend frgot., was berraschenderweise auf
eine schon frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf
ungewhnliche Hhe der Sschiffe im Verhltnis zum Hochschiff schlieen
liee (vgl. den Giebel zwischen den Trmen). Die Pfll. des Triumphbogens
rom. Aus dem nrdl. Nebenchor fhrt eine Tr mit Eselsrcken und magerem
Stabwerk, abschreckendste Spgot., in einen groen Seitenturm; untere
Geschosse 1486, obere 17. Jh. -- Groer _Schnitzaltar_, einer von den
besseren, _Kanzel_ A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nrdl. Nebenchor ein auf
beiden (!) Seiten bearbeiteter _Grabst_.; die eine zeigt in eingeritzter
trefflicher Umrizeichnung den Grafen Burkhard v. Mansfeld ({~DAGGER~} 1229), die
andere in uerst rohem und altertmlichem Relief 2 Figuren mit dem
Mansfeldschen Wappen, ohne Umschrift; _Grabsteine_ der btissin Oda
({~DAGGER~} 1351); der Grfin Barbara v. M. ({~DAGGER~} 1511); des Gf. Hans Georg ({~DAGGER~} 1579);
der Grfin Katharina ({~DAGGER~} 1582). Groe in Erz gegossene _Tumba_ des Gf.
Hoyer v. M. ({~DAGGER~} 1541), der Tote, gewappnet, den Helm zu Fen, an den Ecken
berragt von 4 freistehenden Sulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite
_Tumba_ aus Marmor; fr welchen der Mansfelder Grafen, ist nicht
nachweisbar. Von sonstigen _Grabst_. und _Epit_. ist vieles verschwunden.

*Nikolai-K*. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb., kurzer
Vorchor, 5/8 Schlu, einfacher niedriger WTurm. -- _Schnitzaltar_ und
_Taufstein_ spgot.

*Petri-Pauli-K*. 1486-1513. Halle, der vorigen hnlich, etwas
geschmckter, Netzgwb. -- _Schnitzaltar_.

*Annen-K*. Unregelmige, nie vollendete Anlage. Der gewlbte Chor 1514,
das Schiff mit Gewlben von Holz und Gips um 1600. (Wiederhergestellt
1908.) Im W Mansfeldische Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Mawerk. --
_Grabmal_ des Gf. Karl v. M. ({~DAGGER~} 1594); der Tote in voller Rstung auf
einfachem Sarkophag. Steinerne _Moseskanzel_.

*Geburtshaus Luthers,* 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr von seinem
ursp. Aussehen. -- _Gemlde_ von 1569, Luthers letzte Ordination
darstellend, mit vielen Portrts, nebst anderen Gemlden des 16. Jh., aus
den Hallen des alten Gottesackers stammend.

Besser erhalten *Luthers Sterbehaus,* aus A. 16. Jh.

*Schlo,* ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut gehrig;
hoher frma. Bergfried.

*Altstdtisches Rathaus* 1519-1530. Die groen Fenster durch 3 Pfosten
geteilt, der obere Abschlu treppenfrmig. An der NOEcke ein gekrnter
_Kopf_, nach der Abb. im Inv. zu urteilen sptes 13. Jh., eingemauert; im
Volksmunde _Kopf des Knoblauchknigs_ Herman v. Luxemburg.

*Neustdtisches Rathaus* mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss. 1580.

_ELGERSBURG._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Schlo*. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt A. 20. Jh. von
Grbner-Dresden; die wenigen vorhandenen Kunstformen weisen auf 17. Jh.

_ELGERSHAUSEN._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Frgot. WTurm. -- _Kindergrabstein_ 1626.

_ELISABETHBRUNNEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Brunnenhaus*. Renss. 1596.

_ELISABETHENBURG_ siehe Meiningen.

_ELLINGSHAUSEN._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1775. Gute _ikon. Grabst_. der Familie v. Bose 16. und 17. Jh.
Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern.

*Schlo* der v. Bse 1604, reizvoller Treppen-Turm. -- Geschnitzte
_Fachwerkhuser_.

_ELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Schlo*. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und malerische
Baugruppe. Groer _Ofen_ bez. 1596.

_ELSA._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, auen Strebepfll.

_ELSNIG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der Schlacht bei T.
berhmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
Apsis, rck. Turm im W. -- In der Nhe kreisrunder *Burgwall*.

_ELSTER._ K. Sachsen AH Olsnitz.

*Petri-Pauli-K*. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmckte
Emporenbrstungen. -- _Kanzel_ 1682, _Altar_ 1737.

_ELSTERTREBNITZ._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenstndlich
interessantes _Tympanonrelief_. -- _Altarwerk_ mit 2 beweglichen und 2
festen Flgeln, um 1500. Figurierte _Glocke_ 1460, bez. _Nik. Eysenberg_
von Leipzig.

_ELSTERWERDA._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. -- 12 v. Maltitzsche
_Bildnisgrabsteine_, 9 aus 16. Jh., die brigen 17. Jh.

*Schlo* beg. ca. 1720 von Joh. v. Lwendahl, 1727-38 von Knig August II.
weitergefhrt. Dreiflgelanlage in einfacher Behandlung. -- _Pestsule_
1738.

ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. *Stadt-K.* 1726. 3sch. kreuzgewlbte
Hallenkirche in einfachen Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundri. --
Ansehnlicher Hochaltar aus Marmor und Sandstein, _Gemlde_ (Kreuzabnahme)
von _Chr. W. E. Dietrich_ 1733 in Anlehnung an Rubens. Prchtige _Kanzel_;
als Fu (anstatt der im 16. und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein khn
bewegter Engel. Gute _Grabdenkmler_ des 18. Jahrh.

*Rathaus* 1717, ganz schlicht. -- Im ehemaligen Schlopark (das Schlo
abgebrannt) _Sandsteingruppe_, Apotheose eines Helden (wohl Augusts des
Starken) von _Balt. Permoser_.

_ELTERLEIN._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schlu und Holzdecke;
einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und Ausstattung. --
_Taufstein_ von Engeln getragen, bez. _Sebald Teuscher_ 1697.

_ELTINGSHAUSEN._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm rom., Chor und Lhs. 1745. _Decken-_ und _Hochaltargemlde_
bez. _J. A. Herrlein_ 1746, auf den architekturlosen Seitenaltren je 1
_Holzstatue_, gut rok.

_ELTMANN._ UFranken BA Hafurt.

*Stadt-K.* Rest. 1835 von _Klenze_, erhalten blieb der got. Chorturm (E.
13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). -- Zierliche sptgot. _Sakramentsnische_.

*Heil. Kreuz-Kap*. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf ellipt. Gr.

*Friedhof* angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark berarbeitet.
Grabsteine got. und Renss.

Im S der Stadt *Wallburg* mit gut erhaltenem rundem Bergfried aus 12.-13.
Jahrh., Zinnenkranz neu.

_EMPFERTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach,

*Kirche* von 1719.

_EMTMANNSBERG._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749.

*Schlo* einfach bar. 1689, ber dem Portal groe Wappentafel.

_ENGELSBERG._ UFranken BA Miltenberg.

*Kapuzinerklst*. 1629.

_ENGELSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, rom. Anlage mit OTurm.

_ENGENTAL._ UFranken BA Hammelburg.

*Dorf-K.* nachgot. aus der Juliuszeit.

_EPPRECHTSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel.

*Burgruine*.

_ERBENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* 1609 mit Turm aus Ma. Burghnlich ummauert. _Grabstein_ des
Frsters Martin Rod 1716.

_ERBSHAUSEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Dorf-K.* Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar gute _Skulpturen_
aus der Werkstatt _P. Wagners_.

_ERDMANNSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom. wie Fremdiswalde. -- Auf dem Altar _Kopie_ von _Rubens'_
Antwerpener Kreuzabnahme.

_ERFURT._ Fr. Sachsen.

Die Stadt besa am Schlu des Ma. ber 90 Kirchen und Kapellen, darunter
36 klsterliche Ansiedlungen. Der Stiftung nach vielleicht am ltesten die
kleine Bonifaziuskap. auf dem Domhgel, neben S. Severi, ein schlichter
kleiner Steinbau, im sp. Ma. umgebaut.

*Stifts-K. S. Marien (Dom).* Gegr. angeblich 741. Neubau seit 1154.
Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung des Chors 1349-70. Zweiter
Umbau des Lhs. 1452 ff. und Hinzufgung der dritten Turmspitze durch
Meister _Hans von Straburg_. Ausbesserung nach Brand 1472 durch _Hans
Pfau_. Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. -- Vom rom. Bau des 12. Jh.
haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nrdl. und sdl. Flgel bis
zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des Chors angeordneten Trme im 1. und 2.
Gescho; im Innern die Kmpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Trme
anstoen. Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse sprom.
13. Jh. (der sdl. soll 1201, der nrdl. 1235 vollendet worden sein). Den
rom. Bau haben diese Trme stattlich berragt, durch die spterhin
eingetretene Erhhung und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich
als dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte, wurden
sie auer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als die unvergleichlich
gnstige Lage am Bergrande zur Schaffung einer krftigen Silhouette die
Aufforderung gab. Dieser folgte _Hans v. Straburg_ in der Weise, da er
die wohl schon vor ihm got. berhhten Trme durch einen Zwischenbau
verband und ber diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete. Der Helm
brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine Erneuerung 1850 folgt
den durch alte Ansichten berlieferten Umrilinien. -- Der zwischen den
Trmen liegende rom. _Chor_ war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den
Durchgang zu dem fast als selbstndiges Gebude auftretenden viel
breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, das letzte
im Schlustein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten Haupt zusammengezogen
(34 m lang, bei 88 m Lnge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau
des Chors zeigt den vllig systematisch durchgebildeten Stil der spteren
Hochgotik und ist durch schne Raumverhltnisse ausgezeichnet. Mit dem
Chorbau ging die knstliche Verschiebung des Bergrandes durch eine auf
gewaltigen offenen Bgg. ruhende Terrasse (Cavaten) und der majesttische
Treppenaufgang (Greten aus gradus) zusammen. Und die notwendig
gewordene Tiefe der Grundmauern fhrte zur Anlage einer _Krypta_
(inschriftl. voll. 1353), dergleichen sonst nicht in den got.
Baugewohnheiten liegt. -- Die im 15. Jh. geforderte Erweiterung des
_Langhauses_ als Hallenkirche mute wesentlich in der Breitenrichtung
erfolgen; da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden
sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m) angelegt,
was keine gnstigen Raumverhltnisse ergeben konnte. Einfache Sterngwbb. --
Am _uern_ ist vor allem die Massenverteilung und Silhouette der
Ostansicht eigentmlich und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K.
eine der schnsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie fters zeigt
sich die Phantasie des Ma. noch glcklicher in der sukzessiven Ausnutzung
zuflliger Gelegenheiten durch wechselnde Geschlechter, als in der
folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen Idee. Die mit dem Chor nicht
parallele, sondern auf die NSeite konvergierende Richtung des
Treppenaufgangs gab den Gedanken zu der prchtigen _Torhalle_ auf
dreieckigem Gr. als Anbau an den nrdl. Kreuzarm. Die beiden freiliegenden
Seiten werden ganz von mchtigen Portalen mit hohen Wimpergen eingenommen;
ein zweites, mit je einem Fenster versehenes Gescho springt etwas zurck.
Die Formen sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas
lteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest. von 1868 ber
jedem Joch Giebel fr quergestellte Sschiffsdcher, whrend der
Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, niedriger gelegt wurde.
Neu ist auch der obere Abschlu der WSeite. berhaupt hat die Rest. den
spgot. Bau nach Krften hochgotisch korrigiert. Torflgel mit reichem got.
Rankenbeschlge. Lwenkpfe rom.

_Kreuzgang und Stiftsgebude_. OFlgel: spgot. 2sch. Halle, die dem Hof
zugekehrte Seite in sprom. Formen mit einzelnen gotischen; diese
berwiegen bereits am letzten Fenster; nach auen gegen die Terrasse
springt die 1451 gest. Clemenskap. vor. Das Obergescho des OFlgels nahm
das Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen Decke
dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der Universitt zu
Promotionen und sonstigen Festlichkeiten diente; jetzt sehr verwahrlost.
Der W- und SFlgel entsprechen der fortschreitenden got. Stilentwicklung;
mit Ausnahme des nrdl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite
gleichzeitig. Am SFlgel der ehemalige Kapitelsaal. Alle Gebude haben
durch den Brand 1472, sodann durch sptere Vernderungen gelitten.

_Innere Ausstattung_. Durch die Rest, des 19. Jh. von ihren stilwidrigen
Elementen befreit. -- Prachtvolles _Chorgesthl_ bez. 1469, 1484.
_Hochaltar_ mchtiger Holzaufbau von 1697. Um 1420 groer gemalter
_Flgelaltar_, in der Mitte die Einhornjagd. -- Mitten im Chor lebensgroe
bronzene _Leuchterfigur_, bekleidet, von starrster Bildung bei
sorgfltiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung von Zeit und Ort
der Entstehung nicht zu geben. Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg.
_Glasgemlde_ im Chor, bez. 1403, die beste und grte Reihe, die
Thringen besitzt. -- An der OWand des nrdl. Qsch. 4 Nischen, ihr Inhalt
aus Altem und Neuem gemischt. Besonders merkwrdig'> ein bogenfrmiger
rom. _Altaraufsatz_ aus Stuck, an der Stirnseite Christus und die heil.
Eoban und Adolar, darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische
Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den Knien, archische
Zge verbunden mit wuchtiger Monumentalitt. Es ist mglich, da die
Madonna nicht ursp. fr die Nische gearbeitet war; erheblich lter als die
Reliefs der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere
Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. -- An entsprechender Wand des
sdl. Qsch. _Sakramentshaus_ von _Hans Friedemann_ 1560, trefflich
aufgebaut, doch schwach, wie immer bei diesem meistbeschftigten Meister
der Erfurter Sprenss., in der Figurenplastik. _Holzrelief_ der Beweinung
E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um 1400. -- Im sdl. Ssch.
eiserner _Leuchter_ mit Schmerzensmann um 1450. Links vom WEingang
Taufstein mit groem phantastischem berbau von _Hieronymus Preier_ 1587.
An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene _Tafelgemlde_ um 1500.

_Grabdenkmler_. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen mit zwei Frauen
(wohl Ernst II. {~DAGGER~} 1264, ausgefhrt etwa zwei Jahrzehnte spter). Epitaph
des Joh. v. Allenblumen {~DAGGER~} 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit
Eleganz reprsentierend. Bronzeepitaph des Henning Gden von _P. Vischer_
1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prchtige dekorative Steinepitaphe der
Familien v. Herstall von _H. Friedemann d. J_. und v. d. Weser von _Enders
Gutschell_ 1576. -- Wichtig ist der Dom durch eine grere Reihe von
_bronzenen Grabplatten_ (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang junger
Geistlicher, schne flandrische Gravierung um 1350. Als lteste
einheimische Arbeit bmkw. Herm. Schindeleib {~DAGGER~} 1427. Heinrich v. Gerbstdt
{~DAGGER~} 1451, ausgefhrt nach 1472 in der _Vischer_schen Werkstatt in Nrnberg;
desgl. Hunold v. Plettenberg {~DAGGER~} 1475, Konrad v. Stein {~DAGGER~} 1499, Joh. v.
Lasphe {~DAGGER~} 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte (Halbfigur) von
strahlender Renaissanceschnheit, wird als ein Werk _Hermann Vischers
d. J._ anzusehen sein. -- Gegossene Bronzeplatten Erfurter Ursprunges:
Eoban Ziegler 1561 (von _Eckhard Kcher_) und G. Oland 1597 (von _Melchior
Mhring_). Die schne bronzene Wappentafel fr Konrad v. Breitenbach
{~DAGGER~} 1579 von _Friedemann d. __._

_Skulpturen am ueren_. Am reichsten ausgestattet die beiden Portale am
Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren, Apostel, kluge und trichte
Jungfrauen, Ecclesia und Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre
lteren Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualitt weit niedriger.
Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens Rechtfertigung, auen
Kreuzigung. An den Chorpfeilern 3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus
A. 15. Jh. mit dem Zeichen _i_ eines damals in Erfurt vielbeschftigten
Meisters.

_Im Dommuseum_. Merkwrdige, reich mit Reliefs verzierte sprom. Ampel fr
12 Dochte. Bronzene Reliquienbste E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh.
_Kasel_ der hl. Elisabeth E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf
Leinwand E. 13. Jh. Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei
Reste von Holzplastiken und Malerei.

_In der Domkurie_. 2 Altarflgel mit Aposteln ca. 1420. 3 Tafeln mit
mnnl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung ca. 1490.

*Collegiat-K. S. Severi*. Erste Nennung 836. Auf Neubau deutende
Ablabriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um 1450. -- Anlage und Einzelheiten
enthalten manches Eigentmliche. Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche
kommt der rumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum Ausdruck. Das
erste und letzte Joch breiter als die brigen; man ist hierbei von einem
ehemaligen Qsch. ausgegangen, das an dem groen Rosenfenster der NSeite
noch zu erkennen ist. Die Trme wie am Dom und nach dessen Vorbild im O.
spter um einen dritten mittleren vermehrt; schlanke hlzerne Helme. Bei
schlichtester Einzelbildung wird durch bloe Linien und Massen ein echt
knstlerischer Eindruck erreicht. -- Im Chor _Sediliennische_ um 1300. --
_Taufstein_ 1467, berstiegen von einem dreiseitigen mit der Spitze bis
zum Gewlbe hinanreichenden Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur
erinnernd, hchster Handwerkstriumph in der Bewltigung des
Steinmaterials. -- Hlzerne _Kanzel_ von _Hans Friedemann d. ._ 1576. --
_Orgelbau_ in grozgigem Barock. -- Im sdl. Ssch. gemalter _Flgelaltar_
von einem guten Sddeutschen um 1520 (Schule des Peter von Mainz). -- In
der Blasiuskap. _Schnitzaltar_ um 1500, bedeutend, doch sehr
verrestauriert. -- Die Kirche ist reich an bmkw. Steinplastik. _Denkmal des
hl. Severus,_ um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, frh (vor 1472)
auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen aus dem Leben
des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar im nrdl. Qsch.
einverleibt; die vierte mit der Anbetung der Knige jetzt im sdl. Ssch.
(fast genaue Wiederholung derselben Komposition am WPortal der Nrnberger
Lorenzkirche). Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus zwischen
Frau und Tochter krnt heute den Severialtar; in der Qualitt den
Seitenplatten berlegen; von neueren Kritikern nicht unbedingt berzeugend
dem sog. _Meister der Barfer-K._ zugeschrieben. -- Feine _Madonna_ am
Chorbogen um 1370-80 von _Joh. Gehart_; von demselben Johannes d. T. und
Katharina. -- Im Chor Alabasterrelief des _hl. Michael_ bez. 1467,
knstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der Zeit schwer
einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister des Taufsteines. -- Die
_Madonna am NPortal_ ist lter als dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit
um 1370. Bedeutend der daneben befindliche groe _Crucifixus_, um 1500.

*Schotten-Klst.-K. S. Jakob.* Basilika aus A. 12. Jh., mit Vernderungen.
Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so weiten Abstand, da
ausgebrochene Zwischensttzen, wohl Sll., vermutet werden mssen. Die
ursp. Flachdecke durch Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade
(1772). Got. Turm mit welscher Haube. -- _Grabstein_ des Walter v. Glizberg
und seiner Frau, lebensgroe Figuren in starkem Relief auf vertieftem
Grunde, Behandlung sorgfltig aber wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch
spter?). Gute _Holzmadonna_ A. 16. Jh.

*Prediger-K*. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht von
1238 kann nicht auf das vorhandene Gebude bezogen werden; dieses beg.
1308. -- Sehr lang gestreckte, querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m,
geteilt in 15 Joche von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schlieen
platt (mit Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mnchskirche
von der Laienkirche durch eine Schranke und einen spteren Lettner (1410)
geschieden. Das Msch. scheint in Absicht auf flache Decke begonnen zu
sein; die Hochwand hat auen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf
vorgekragte kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr groes Portal
des figrlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Trme am Chor eine jngere
Hinzufgung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen, das Kapitelhaus erhalten.

_Hochaltar_; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit; Retabulum, groe in
5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des figrlichen Schmucks, wohl Gemlde,
beraubt und verstellt durch einen groen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der
bedeutendste Erfurts; die gemalten Flgel nicht Wolgemut hnlich,
berhaupt nicht frnkisch). Hinter der Mensa ein steinerner Zierbau in
Laternenform, 5seitig auf schlankem Fu, hinten mit einer steinernen Wand
verwachsen und durch eine Treppe zugnglich gemacht; wohl
_Sakramentshaus_; in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden
gleichzeitig mit dem Lettner (1410), whrend die steinerne Umrahmung fr
einen _Celebrantensitz_ lter ist; in der Nische gutes _Fresko_, etwa M.
14. Jh. -- In die innere Schranke eingelassen ein _Tafelbild_,
figurenreiche Kreuzigung, nach M. 14. Jh. -- Im Chor _Marienstatue_ um
1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch die delikate
Behandlung. -- _Grabsteine_. Dieser Zweig der Plastik ist in Erfurt, vgl.
auch die brigen Kirchen, reich und gut vertreten und lt u. a. die
Entstehung des Epitaphs neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die
beiden Typen noch nicht deutlich gesondert am _Ehegrabstein_ des Rudolf
Vitztum {~DAGGER~} 1365, der Schriftrand fr Erfurt frhestes Beispiel gotischer
Minuskeln. Am Lettner Gf. Gnther v. Schwarzburg als Mnch, {~DAGGER~} 1345, kniend
in Profilansicht, die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief,
Bemalung neu. Theodorich v. Lichtenhayn {~DAGGER~} 1366, ebenfalls kniend und mit
Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden. Gottschalk Legat {~DAGGER~} 1422,
Epitaphform, Mann und Frau in starkem Gefhlsausdruck betend vor dem
Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig {~DAGGER~} 1450, hnliche Anordnung. ber dem
SEingang Gethsemanerelief bez. 1484; der Knstler _Joh. Wydemann_ zugleich
Donator; sein Stil von Nrnberg abhngig. _Wandepitaph_ fr Paul Mues von
_Friedemann d. ._ 1579. _Bildnisgrabstein_ des Superintendenten Aurifaber
{~DAGGER~} 1575. Groes _Steinepitaph_ des Jakob Neffzer {~DAGGER~} 1586, elegante Arbeit
eines Unbekannten. _Bildnisepitaph_ des Kriegsrats Burchard {~DAGGER~} 1632, Von
derselben Hand Senior Silberschlag {~DAGGER~} 1635 (vgl. Epit. Mohr in der
Barfer-K.). -- Prchtige _Abendmahlskanne_ 1618 von _Erasmus Wagner_.

*Barfer-K*. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige K. voll.
1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor hinzugefgt; Einwlbung
des Lhs. A. 15. Jh. -- Querschifflos. Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit
gestellt, auf je 1 von ihnen fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb.
auf abwechselnd kurzen, vorgekragten und vollstndig bis zur Erde
reichenden Diensten; die Pfll. im W zierlich gebndelt, die drei stl.
einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schlu, Lhs. 6 Doppeljoche, ganze L. 78.
Formencharakter von edler Einfachheit, weniger herb als in der Prediger-K.
Der in der zweiten Bauperiode hinzugefgte Turm in verwegener
bereckstellung ber dem letzten Joch des nrdl. Ssch.

_Hochaltar_ ehemals doppelflgelig, in neugot. Rahmenarchitektur falsch
zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich noch nicht gengend
gewrdigten Gemlde nach 1400, die Holzskulpturen altertmlicher, aber
nicht notwendig lter. Frhester Schnitzaltar Erfurts. -- Im sdl. Ssch.
reiche _Schlusteine_ mit dem Zeichen _i_ (vgl. Epit. Legat in der
Prediger-K. und Chorstatuen am Dom). -- _Chorsthle_ um 1325-50 sehr
einfach. -- _Grabmler_: in der sog. Saalfeldschen Kapelle sdl. am Chor
Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba; vorzgliche
Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten Seite zeigt; Saalfeldsche
Platte, Schmerzensmann mit 6 Portrtfigg.; Margarete v. Mila 1494, dem
Gegenstand nach, Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen
Form nach Grabstein. Am Ende des nrdl. Ssch. Albert v. Beichlingen
{~DAGGER~} 1371, von derselben Hand (Meister der Barfer-K.) wie der Grabstein
der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung durchaus statuarisch.
Grabstein Berld v. Vitztum 1478. Epit. Balth. Hirschbach 1583 von _H.
Friedemann d. ._ Epit. Nacke 1587. Epit. _Mohr_ 1626. -- _Gemlde_: in der
Saalfeld-Kap. Flgelaltar A. 15. Jh. -- _Abendmahlskannen_ von _Erasmus
Wagner_ 1621 und _Andr. Jrg_ 1679.

*Regler-K.* (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. Bau die 2trmige
WFassade (alt indes nur der sdl. Turm). Ganz schlichte Anlage.
Unvollstndige Flachdeckbasilika; das nrdl. Ssch. zum Kreuzgang
geschlagen, darber eine gegen das Hauptschiff sich ffnende Empore.
Gestreckter platt geschlossener Chor. -- Groes doppelflgeliges
_Altarwerk_ um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.; frher
irrig _Wolgemut_ zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern (an
Auentafeln, Innentafeln und Predella drei verschiedene Hnde). An der
Auenwand und sehr verwittert: _Epitaph_ des Heinrich Frimar 1417,
Kreuzigungsgruppe, darunter 2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen.

*Augustiner-K*. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers). 1289-1325;
1435 das ursp. 1sch. Gebude zu einer Basilika mit sehr hohen Ssch.
erweitert, dazu langgestreckter Chor; in allen Teilen Holzdecke. Der
8eckige Turm sitzt ber einem Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut,
von einem Nachfolger des _Meisters i._ -- _Kreuzgang_ aus 15. Jh. ber dem
NFlgel eine nach der K. sich ffnende Empore. Die _Lutherzelle_ nach
Brand 1872 erneuert.

Im Innern der K. die Steinumrahmung eines _Levitensitzes_ A. 14. Jh. --
_Glasmalereien_ im Chor 2 H. 14. Jh. -- _Grabsteine_ der Adelheid v. Amera
{~DAGGER~} 1298, gravierte und mit schwarzer Paste gefllte Umrizeichnung.
_Grabst_. der Titularbischfe Joh. v. Lepanto {~DAGGER~} 1316 und Ludwig v.
Marronia {~DAGGER~} 1323 und des Professors Heinrich v. Frimar {~DAGGER~} 1354, alle drei
ausgefhrt ca. 1370-80 von derselben, geschmackvoll und eigentmlich
arbeitenden Hand (Meister der Barfer-K.), neu bemalt. Heinrich v.
Meiningen {~DAGGER~} 1382 (Art des _Joh. Gehart_); Theodor Brun {~DAGGER~} 1462 (vom Meister
des hl. Michael in S. Severi??).

*Ursulinerinnen-K*. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem spter ein
nrdl. Ssch. hinzugefgt wurde. Im O rck. geschlossen mit 3 hohen
Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb. mit hbschem leichtem Rokokoornament.
ber dem Eingang _Steinrelief_ mit der Anbetung der Knige. -- Zahlreiche
Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung 1313-1445, mit reliefierter
1436-1540. Hochaltar mit gemalten Doppelflgeln 2. H. 15. Jh. Auf einem
Nebenaltar _Pietas_ (Holz) um 1420. Eine ltere desgl., berlebensgro, im
Klst. Ebendort _Wandteppiche_ aus 14. Jh.

*Kaufmanns-K*. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch. rom.,
Sschiffe got. Die Trme zu Seiten des polyg. Chors erneuert, der nrdl.
1684, der sdl. 1859. -- Taufstein 15. Jh. mit 7 sitzenden Prophetenfigg. --
Gut kennen zu lernen die Erfurter Renaissancemeister _Friedemann_ Vater
und Sohn: Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau 1585,
v. d. Sachsen 1592.

*Allerheiligen-K*. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller Weise
der Straengabelung angepat, Turm 2. H. 13. Jh. -- Hochaltar 1757. Pietas
E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter Zeichnung 1381, 1405, mit Relief
1418, 1422, 1536; des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von
_Friedemann d. J._

*Martins-K*. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303 1sch. Langhaus
1483, 1755 mit flachem Tonnengewlbe versehen. -- _Ausstattung_ bar.
_Monstranz_ von _C. X. Stipeldey_ in Augsburg 1780.

*Michaelis-K*. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hbsche spgot.
Sakristei mit reliefgeschmcktem Erker. Guter bar. Orgelbau. --
_Crucifixus_ 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten _i_, des
tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh. Im Innern und auf
dem kleinen Friedhof _Grabmler_ von Renss. bis Klassizismus.

*Dreifaltigkeits-Kap*. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck.

*Andreas-K*. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. -- ber dem
Haupteingang _Kreuzigungsrelief_ um 1730 (zu vgl. mit dem
Severisarkophag). Sandsteingruppe der _Beweinung_ ca. 1430-40 von einem
Nachfolger des Meisters _i_.

*K. des groen Hospitals*. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit 3seit. Schlu.
-- _Epit_. Ziegler 1462, tchtig.

*K. des kleinen Hospitals*. _Gedenkstein_ der Stifter, der
Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von Leubingen, ca.
1420-30.

*Thomas-K*. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner _Schnitzaltar_ M.
15. Jh.

*Wigperti-K*. 1475, Rechteck mit 3seit. Schlu. -- An der WFront 3 Statuen
um 1430, handwerklich. Besser eine _Madonna_ um 1450. Im Kreuzgang
_Kreuzigungsrelief_ aus der Nachfolge des Meisters _i_. -- Sakristei mit
guter SpRenss.-Einrichtung.

*Neuwerks-K*. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh. -- Auen
_Madonna_ um 1380, feiner belebt und wahrer gefhlt, als das meiste dieser
Zeit (nicht von _Joh. Gerhart_). Eine zweite im Innern um 1400. Ziemlich
prchtiger _Hochaltar_ um 1730. Der ltere von ca. 1500 in der Sakristei.

*Lorenz-K*. Gegr. 1140, Neubau 1413, verndert im 17. Jh. -- Am SPortal
_Sandsteinstatue_ des hl. Wenzel um 1450. Auen neben dem Eingang _Epit.
Buseloyben_ um 1430, an der SWand _Epit. Salfeld_ 1405. Im Innern Epit.
der _Gebr. Eberbach_ 1581 von _Friedemann d. ._ -- Die Holzskulpturen der
modernen Altre von Antiquaren in Mnchen und Lbeck.

*Egidien-K*. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Grndung. Jetzt
zu Wohnungen eingerichtet. Nur die stl. Giebelwand zeigt kirchliche
Bauformen. Unter der K. Durchfahrt vom Wenigenmarkt zu der einst
befestigten Krmerbrcke. Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen
haben sich die Trme erhalten:

*Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomus-Turm* (mit
_lbergrelief_ vom E. 15. Jh.), *Pauls-Turm, Georgen-Turm*. Durchweg
einfache spgot. Bauten.

[*Rathaus**.* Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen;
Einzelheiten im stdtischen Museum.]

*Alte Universitt* (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite nach der
Michaelisstrae 1548-50; diese unverndert; im Innern und an Nebengebuden
vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. -- Die sehr konservativ gesinnte
Krperschaft hat die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der
Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng
symmetrischen Komposition darf man den stillen Einflu des neuen Stils
erkennen. Die langgestreckte, 2stckige Front hat 7 Achsen. Das groe Tor
in der Mitte ist ein Prunkstck geometrischer Knstelei. An den
Doppelfenstern des Erdgeschosses regelmiger Wechsel von geraden Schlu-
und Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmig rck.; an der
Schmalseite verndertes System; der alte Giebel im 17. Jh. durch einen
Halbwalm ersetzt. Das Auditorium maximum mglichst im Anschlu an die
frhere Form wiederhergestellt.

*Collegium Saxonicum* in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener FrRen.

*Wohnhuser.* _Haus zum Rebstock_ (Futterstr. 2) 1447. In einer Nische des
dritten Stockes feine gleichzeitige _Madonna_. Der spgot. Bau noch in
wesentlichen Zgen erhalten. -- _Haus zum roten Stern_ (Allerheiligengasse
11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. -- _Haus zur hohen Lilie_
(Friedrich-Wilhelmsplatz) 1538. Feine frhe Renss. -- _Haus zum
Greifenstein_ (Michaelisstr. 48). 1549. -- _Haus zum goldenen Rade_
(Marktstr. 50) 1554. -- _Haus zum goldenen Hecht_ (Anger 37) 1557.
Typisches Portal mit Sitznischen am Gewnde; Steinmetzzeichen der beiden
_Hans Friedemann_. -- _Haus zum roten Ochsen_ (Fischmarkt 7) 1562. Im 1.
und 2. Gescho antike Anordnungen; im 3. Gescho Fenster mit gotisierenden
Gewnden; am Zwerchgiebel wieder Ordnungen. -- _Haus zum breiten Heerd_
(Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von _Hans Friedemann d. ._ Die Ordnungen
gleichmig durchgefhrt; reiches, krftiges, an Heidelberg erinnerndes
Detail. Im Erdgescho Netzgwb.; im Obergescho mchtiger Hausflur;
Wendeltreppe. Die Wirkung durch moderne Erweiterung gestrt. -- _Haus __
zum groen Christoph_ (Regierungsstr. 62). Altes Gasthaus. 1605. -- _Haus
zum Stockfisch_ (Johannisstr. 169) 1607. Langbau, die Giebel ber den
Brandmauern. Im Erdgescho schachbrettartiger Wechsel glatter und
ornamentierter Quadern, nach niederlndischer Art. -- _Haus __ zum
Mohrenkopf_ (Johannisstr. 168) 1610,

*K. Regierung,* ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte
Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts Patrizierhaus
der Renss. zum stolzen Knecht mit schnem Erker bez. 1540, Mitte und
linker Flgel unter Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den
Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister (_M. v. Welsch?_ _M.
Dreysigmark?_). Schner Festsaal in mavollem Sptbarock, die Stuckaturen
von _August Grninger_ aus der bekannten Mnsterer Knstlerfamilie, die
Plafondmalerei schwach.

*K. Haupt-Steueramt* 1695 fr Lothar v. Schnborn, Erzb. von Mainz und B.
von Bamberg.

Auf dem Fischmarkt *Roland* als rmischer Krieger, 1691 von _Israel v. d.
Milla_, einem niederlndischen (?) Italisten, der Kopf nach dem Moses
Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und Eichenstr. *Neptun* von einem
ehemaligen Brunnen um 1700.

_ERLABRUNN._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte Flachdecke,
Engelskpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. -- _Kanzel_ und _Taufstein_
aus der Erbauungszeit. -- _Bildstock_ 1601, gotisierend.

_ERLACH._ UFranken B A Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Got., im 18. Jh. verndert. -- 7 adlige _Grabsteine_ (meist
Seinsheim) von 1540-82; ein lterer (1493). _Bronzeplatte_ mit Inschr. und
Wappen (Hauschild von Hirschau).

*Schlo,* Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hbsche Renss.Laube
1545.

_ERLAU._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Schiff mit Holzdecke, gewlbter 3/8 Chor in sorgfltiger
Durchbildung. Das 4flgelige _Altarwerk_ (aus der Rochlitzer
Kunigunden-K.) innen geschnitzt, auen gemalt, A. 16. Jh.

_ERMLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit OTurm, in dessen Erdgescho das Altarhaus; keine Apsis.

_ERMSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Stadt-K.*, gnzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger rom.
OTrme. -- _Grabst_. 1561, 1602.

_ERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Groer Bar.-Altar.

_ESCHDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. _Sakramentsnische_ 1524.
Gemaltes _Altarwerk_ bez. 1588. C G (_Christoph Grohmann?_).

_ESCHEFELD._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Chor in spgot., Portal in sptrom. Formen. -- Spgot. _Altarwerk_
mit 2 festen und 4 beweglichen Flgeln. _Glocken_ 14. Jh.

_ESCHENSTRUTH._ Kr Cassel-Land.

*Dorf-K.* Unter jngeren Vernderungen der rom. Kernbau erhalten, am
besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang ins Schiff. Im Fenster des
schon ursp. rck. Chores kleines spgot. _Glasgemlde_.

_ESCHWEGE._ RB Cassel Kreisstadt.

*Markt-K. S. Dionys.* Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh. --
Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte rund mit 4 Diensten,
nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg. des Msch. Gwb. ca. 2,5 m hher
als die Scheidbgg. WTurm einspringend.

*Neustdter S. Katharinen-K*. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521, Turm 1374 mit
neugot. Aufbau. -- Hallenkirche von 4 Jochen, Schafte rund mit 4 Diensten
und Laubkaptt., welche sich auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. --
_Kanzel_ 1589 mit 3 Reliefs.

*S. Nicolaus-Turm*. 1455, Zopfdach.

*Schwarzer Turm*. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei.
Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg. Fenstern.

*Hospitals-K. S. Elisabeth*. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die sdl.
Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch.

*Schlo*. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen.

*Ballhaus*. 1578.

_ESPENFELD._ Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt.

*Dorf-K.* OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen.

_ESPERSTADT._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Turm mit gekuppelten rom. Schallffnungen und vermauerter
Rundbogentr. Umbau 1612.

_ESSELBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. -- _Holzfig_. St.
Barbara aus _Riemenschneiders Werksttte_. -- Spgot. _Glocken_.

_ESSFELD._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 19. Jh. Erhalten der 5geschossige sptrom. Turm, 13. Jh., bar.
Haubendach.

_ESTENFELD._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom. Bar. Portal 1690.
Stuckdecke um 1720. -- _Hochaltar_ E. 18. Jh. mit Gemlde von _Bolsterer_
1708. Reiche _Kanzel_ von _J. G. Moritz_ 1753. _Marienstatue_, Holz, 1. H.
14. Jh.

*Hof des Karthuserklst*. Engelgarten 1668. -- An den Straen der nchsten
Umgebung zahlreiche (9) _Bildstcke_.

_ETTENHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706.

_ETTERSBURG._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

In der modernen *K.* _Doppelgrabstein_ des Ludwig von Blankenhain und
seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (drfte aus der Klosterkirche Oberweimar
hierher verschleppt sein).

*Schlo* ganz einfach.

_ETTLEBEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* A. 18. Jh.

*Dorf-Brunnen*. Malerische Anlage auf acht jonischen Sulen mit Kuppel.

_ETWASHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen.

*Kirche*. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke _Balthasar Neumanns._
Kreuzanlage mit wenig verlngertem WArm; das Mittel in den Winkeln durch
Kreissegmente erweitert; nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4
Paar gekuppelter dorischer Sulen, durch einen Durchgang von der Wand
getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche voll perspektivischen
Reizes. Sie ist undekoriert geblieben. Die Kuppel ganz flach und durch
Stichkappen von den Kreuzarmen her zerschnitten. Nicht glcklich, wie
fters bei Neumann, die Lichtfhrung. Am westl. Ende ein eleganter Turm,
neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurckweichen.

_EUERBACH._ UFranken BA Schweinfurt.

*Kath. Dorf-K*. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit.

*Prot. Dorf-K*. Chor und Turm spgot. Verschiedene _Renss.-Epitaphe_.

*Schlo* um 1600.

_EUERDORF._ UFranken BA Hammelburg.

*Dorf-K.* Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872 stark erneuert.
Reste von spgot. _Altarplastik_ in der Richtung _Riemenschneiders_; der
Salvator hnlich dem in Bibelried.

_EUERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1730. Mit guter, etwas jngerer, schner rok. Ausstattung. Der
isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung, umgebaut E. 16.
Jh., Juliuswappen. -- _Glocke_ 13.-14. Jh.

_EUSSENHAUSEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am Turm eingemauert
interessante frgot. sitzende _Madonna_ (stark beschdigt). Hinter dem
Hochaltar Reste von _Wandmalereien_ aus 1. H. 15. Jh.

_EUSSENHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. -- _Pietas_ um 1500. -- Vor der K.
groer, reicher steinerner _Prozessionsaltar_ A. 17. Jh. *Kellerei*.
Charaktervoller Bau von 1638.

_EYBA._ Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.*, im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf.

*Edelhof* der Herren v. Knitz, gutes Beispiel fr Anlagen dieser Art aus
dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.).

_EYERSHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.

*Dorf-K.* Flotter Rok.-Bau um 1750, glckliche Fassade mit WTurm. Elegante
gleichzeitige Einrichtung. _Deckenbild_ (Huldigung der hl. 3 Knige) von
_Gg. Anton Urlaub_ 1753 (1909 restaur.).

_EYRICHSHOF._ UFranken BA Ebern.

*Schlo* (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und 1883), 2flgelig
mit Rundtrmen; auf der NSeite schliet sich ein Rokokoflgel (um 1730)
an. Inmitten eines prchtigen Parkes. -- Bmkw. _Einrichtung_: besonders
gute _Renss. Schrnke_ (Schweizer Arbeiten) und reiche europische
_Porzellansammlung_.

*Schlokap.* Sptbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. -- Zinnerne
_Taufschssel_, schn sprenss.




_F_


_FAHR._ UFranken BA Gerolzhofen.

Auf dem Friedhof bmkw. *Kreuzigungsgruppe*, Sandstein, 3/4 lebensgro,
ausgefhrt etwa 1430-40, doch zurckgeblieben (wie das bei handwerklichen
Arbeiten oft vorkommt) auf der Stilstufe von 1400.

_FHRBRCK._ UFranken BA Karlstadt.

*Wallfahrts-K. Mari Himmelfahrt*. 1686-98. Kraftvoller Bar. Bau in der
Richtung _Petrinis_, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb., gute Auenarchitektur.
Turm im NO. _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit. _Blatt_ des Hochaltars
von _O. Onghers_ 1695. Groe _Madonna_, Holz, von _P. Wagner_ 1798.

_FALKEN._ Pr. Sachsen Kr. Mhlhausen.

*Dorf-K.* Schiff und Turm 1500, der gerade schlieende Chor frgot. [Eine
rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.]

Das *Schlchen* von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches
Gerichtshaus.

_FALKENBERG._ RB Cassel Kr. Homburg.

*Burgruine*. War 1250 schon vorhanden.

_FALKENHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Rom. Anlage. -- 6 _Grabmler_ 1579-1725.

*Herrenhaus*. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.

_FALKENSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Schlo*. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnrumen aus 16.
Jh.

_FAMBACH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* Turm rom., oben got., mit 4 Schtzenerkern. Im spgot. Langhaus
Emporen und bemalte Decke. 1778. -- _Kanzel und Altar_ 1617, 1623, Holz, in
guter SpRenss.

FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Dorf-K.* 1667. Gute _Schnitzbilder_
von ehemaligen Altren um 1508.

_FASANERIE._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Jagdschlo* des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die im
klassizistischen Stil ausgefhrte Einrichtung des Saales und einzelner
Zimmer mit den alten Tapeten und den auf die Wnde geklebten allegorischen
Bildern, auch einzelnen charakteristischen Mbeln und fen derselben Zeit,
groenteils unversehrt erhalten.

_FECHENBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* erb. 1732. Am _Pfarrhof_ Sandsteinfig. der Madonna um 1400.

*Burgruine Kollenburg*. Ziemlich gut erhaltene, typische Renss. Anlage mit
lteren Resten, an der SSeite des Palas rom.

_FECHHEIM._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm steht
zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. (Emporensaal) von 1702.
-- 3teiliges _Altargemlde_ bez. 1480, sehr rest. -- Befestigter _Kirchhof_

_FEILITSCH._ OFranken BA Hof.

*Schlo* 1747.

_FELDECK_ siehe Dietlas.

_FELSBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Stadt-K.* Spgot. 1sch. flachged. Gewlbter polyg. Chor.

*Kirchhofs-Kap.* Rom. und spgot.

*Burgruine* mit hohem Rund-Turm.

_FILKE._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Mauerschedel.* Ruine einer im 14. Jh. zerstrten Kirchenbefestigung.
Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten Gaden. Kirchenruine rom.

_FINDELBERG._ UFranken B A Knigshofen.

*Wallfahrts-K.* 1570, 1672, 1780.

_FISCHBACH._ UFranken BA Ebern.

*Schlo*. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenber Kapelle von 1756 mit
hbscher Auengliederung.

_FLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Stadt-K.* Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung aus M.
18. Jh.

*Rathaus* 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.

Gut erhaltene *Stadtmauer* mit starken Trmen, interessant die auf den
Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore abgebrochen.

_FLEMMINGEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. Chor-Turm;
Chorverlngerung 1490. Wohlerhaltenes rom. Portal um 1200. Im _Tympanon_ 2
Quadranten mit stilisierten Blumen, am Gewnde die eine Sl. mit
senkrechter Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.

_FLEMMINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm,
Halbkuppelapsis, Sulenportal wesentlich erhalten. _Kanzelaltar_ 1739.

_FLHA._ K. Sachsen AHauptstadt.

*Stadt-K.* 1741 (rest. 1880). -- Altar mit bmkw. Gemlden um 1525, verwandt
dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.

_FORCHHEIM._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* 1719 von _George Bhr_ und _Fehre_, zentrale Anlage hnlich der
K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der Erbauungszeit. --
_Taufstein_ 1725, reiche, tchtige Arbeit. Altar mit _Gemlde_ von
_Butzus_.

*Schlo*. Einfacher Bau von 1558.

_FORCHHEIM._ OFranken BAmtstadt.

*Martins-K*. 823 zuerst erwhnt, 1335-1803 Collegiatstift. -- 3sch. Halle
mit erhhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und Chor
Rippengwbb., die 1720 durch _J. Vogel_ aus Bamberg stuckiert wurden. Im S
Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
Haube von 1669. -- _Hochaltar_ 1696 von _Neuner_, 1837 verndert;
_Apostelaltar_ 18. Jh., Gemlde von _Oswald __ Onghers,_ Skulpturen von
_Goldwitzer_. -- An den Pfll. des Msch. 8 _Gemlde_ auf Holz in der
Richtung _Wolgemuts_, vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin;
3 _Gemlde_ (Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten Hochaltar. --
_Skulpturen_. Im _Inneren_: Im Msch. und Chor 12 _Apostel_, Holz, aus E.
15. Jh., doch nur in einem entfernteren Sinn der Schule des _Veit Sto_
zuzurechnen. In der Marien-Kap. _Pietas_, Holz, recht tchtige Arbeit des
frhen 16. Jh. _Derselbe_ Gegenstand in vernderter, dem Schnheitsideal
des Klassizismus besser zusagender Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar
vom bambergischen Hofbildhauer _Kamm_ 1786. Sehr interessant das 8figurige
Relief in Lindenholz mit dem _Abschied Christi von seiner Mutter_, nach
1520 von einem guten, noch nicht nher festgestellten Nrnberger Knstler
mit Erinnerungen an _Sto_ und _Drer_. _Epitaphe_ des Ph. v. Egloffstein
1558 von _Peter Dell d. J._ in Wrzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 von
_Hans Werner_ in Bamberg. Am _ueren_: Neben dem WPortal Martin und
Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh., am Chor Kolossalfigur Christi 14.
Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., recht gut; lberg aus Sandstein A. 16. Jh.
im gewhnlichen Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfltige
Gewandung die Durchschnitts-lberge berragend.

*Marien-Kap*. soll von _Otto v. Bamberg_ A. 12. Jh. erbaut sein; rom.
Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter Raum, jetzt mit
Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar spgot. _Skulpturen_. _lberg_ von Ton
M. 15. Jh.

*Spital-K*. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. 5
_Tafelgemlde_ der Nrnberger Schule E. 15. Jh.

*Franziskaner-K*. 1690.

*Schlo*. Grndung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus rom. Zeit das
an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. 1353-63 als Bischfl.
Bambergische Residenz hergestellt; noch fters umgestaltet; 4geschossiger
steinerner Kastenbau mit Rckgebuden in Fachwerk um 1558.
Stilgeschichtlich wichtige _Wandgemlde_ 1831 und 1907 freigelegt; nur die
letzteren befriedigend rest. Rest eines greren Zyklus um 1353 die 3
Propheten der Hauskapelle. Ebenda Anbetung der drei Knige, Verkndigung
Mari und Jngstes Gericht. Von verschiedenen Hnden, aber zeitlich
einander nahe (1390-1400). Italienische Anklnge durch bhmische
Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nrnberger Stil des frhen 15.
Jh. Im Erdgescho Darstellungen, die von H. Kehrer als Satiren auf Knig
Wenzel (?) gedeutet wurden.

*Rathaus*. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.

*Katharinenspital*. Schner Holzbau 1611.

*Nrnberger Tor*. 1698.

_FRDERGERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Architekturlos; hbscher _Schnitzaltar_ mit Reliefflgeln um
1510.

_FRANKENBERG._ K. Sachsen AH Flha.

*Stadt-K.* 1741. -- *Herrenhaus*. 1553.

_FRANKENBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Burgruine*. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen Geschlechtes. Der
Bergfried aus sehr groen Buckelquadern noch 24 m hoch erhalten. Sonst
zusammenhanglose Trmmer. Zerst. 1448 und 1525.

_FRANKENBERG._ RB Cassel Kreisstadt.

*Liebfrauen-K*. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. 1359. Gr. und
System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, und die hnlichkeit der Anlage
wrde noch grer sein, wre nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem
ursp. Plan ausgefhrt, dann aber breiter und hher fortgesetzt.
Einspringender WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. Ganze
L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), H. 12. Die
runden Pfll. mit 4 Diensten, verhltnismig sehr stark. Das lockere
Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Querschnitt die Gwbb. von
genau gleicher Scheitelhhe, die Scheidbgg. und smtliche Bgg. der Ssch.
stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
bertrieben schlank, 2teilig, im Mawerk ein spitzbg. Vierpa mit 2
Dreipssen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich und deshalb im
First hher als das Dach des Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll.
herumgekrpft. Einfach rhrenfrmige Wasserspeier. An der WFront das Dach
abgewalmt, so da die Mauer horizontal abschliet. Der Turm steckt mit
seinem ersten Obergescho halb im Dach, so da erst das dritte (letzte)
ganz frei wird. Er schliet mit Balustraden und leicht zurckspringenden 4
Giebeln, der mig hohe Helm 8seitig. -- Hbsches _Wandtabernakel_ 2. H.
14. Jh. -- _Kanzel_ von Stein 1554. -- _Balkenkpfe_ der ehemaligen Empore,
meisterlich geschnitzt von _Phil. Soldan_ 1529.

*Marien-Kap.* Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der sdstl.
Diagonalseite des sdl. Kreuzarmes der Hauptkirche angebaut. Da auf
normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, hat der Gr. unregelmig
zentralisierende Gestalt: der grere Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks,
ein 3 eck. Raum vermittelt zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhhe ist
der des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krnt das schlanke Polygon.
Die Behandlung ist sehr reich und glnzend, in jener schulgemen
Reinheit, Schrfe und Eleganz, die fr jene Epoche das Hchste war. Demn
ueren war ein sehr reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stck, zugedacht und
scheint auch ausgefhrt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des Innern
vieles verstmmelt. Erhalten der sehr bmkw. _Altar_. Die Mensa getragen
von 3 Standfigg. (sehr beschdigt). Hohes, 3teiliges Retabulum von
feinster Arbeit. Erstes Glied eine niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat
der Strebepfll., Fialen usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgescho
3 Blendbgg. fr Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im
dritten Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon
einigemal der Eselsrcken vor; sonst der Formencharakter einer etwas
pedantischen Hochgotik streng festgehalten.

*Spital-K*. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. die
reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten Kragsteine 1515.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und sehr verbaut.
Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und A. 16. Jh.

*Rathaus*. Fachwerk von 1509, Erdgescho verputzter Steinbau, die 2
Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere Erker mit Spitzdchern;
trotz der drftigen Herstellung aus neuerer Zeit wirkt der Bau in der
Gruppierung noch immer hbsch und lebendig.

_FRANKENHAUSEN._ Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.

*Oberkirche*. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer zu erraten.
-- _Grabdenkmler v. Biela_ 1773; Oberst _Mayer_ 1667 saubere, tchtige
Arbeit; andere wenigstens kostmgeschichtlich bmkw. _Werner_sches
_Erbbegrbnis_ mit Eisengitter A. 18. Jh.

*Unterkirche*. Chor spgot., polyg. Schlu mit Pfll. in der Mittelachse.
Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rngen auf massiven Pfll. mit
Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewlbe. -- _Taufstein_ aus Marmor,
_Altarleuchter_ und _Taufschale_, alles fr diese Zeit und Gegend bmkw.
gut gearbeitet. _Tafel_ mit den Portrts von Luther, Melanchthon und
Johann dem Bestndigen (Schule _Cranachs_).

*Rathaus* 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemlde gibt den alten
Bestand.)

*Pfnnerschafts-Haus*. Sitzungszimmer 1615.

*Frstl. Schlo*. Groer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.

*Wohnhaus* Burmann, Klosterstrae. Zierliches Detail im bergang von Got.
zu Renss. Alte Decken.

_FRANKENHAUSEN_ (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.

*Kirche*. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle -- An
der Apsidenkuppel erloschenes Gemlde, _Jngstes Gericht,_ um 1300.
Darber zweite Farbenschicht mit spgot. Rankenwerk.

_FRANKENSTEIN_ b. Salzungen Kr. Meiningen.

Von der alten *Burg* nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige
burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh.

_FRANKENTAL._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1587 und 1607. -- Schnes _Altargert_ E. 17. Jh., Dresdener
Beschau. -- _Grabdenkmler_ 18. Jh.

_FRAUENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Burgruine*. 1252.

_FRAUENBREITUNGEN._ Sachs.-Mein. LA Meiningen.

*Pfarr-K.* Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit spitzbg. Fenstern
und Emporen, an deren Brstungen 49 _Gemldefelder_. Wertvoller
_Flgelaltar_ bez. 1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in frnkischem
Schulcharakter, auf den Flgeln Reliefszenen, auen Gemlde nach der
Drerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich -- _Glocken_ 1616.

*Edelhof* (v. Gleichen) renss., malerische Diele.

Ehem. *Amtshaus* 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.

*Gerichtslinde*. Kreisrund ummauert, 4 Eingnge mit Stufen.

_FRAUENHAYN._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Kirche*. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. ber dem Chor bmkw.
got. Dachstuhl.

_FRAUENHORST._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. Fenstern in der
OWand. -- Spgot. _Schnitzaltar_.

_FRAUENPRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig mit
polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, 2geschossiger Anbau mit
Herrschaftsempore und Gruft der Schenken v. Tautenburg; schne
Metallsrge.

*Domnengebude* mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll.,
Triglyphenfries, Krnung mit Ritterfiguren von verhltnismig guter
Bildung.

_FRAUENROTH._ UFranken BA Kissingen.

Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte sprom.
Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. (Empore
ausgebrochen). -- Ein kostbarer Schatz das _Grabmal_ des Minnesngers Otto
v. Botenlauben (aus dem Geschlecht der Grafen v. Henneberg) {~DAGGER~} 1266 und
seiner Gemahlin Beatrix, ausgefhrt etwa 1280-1300. In der poesievollen
Idealisierung hfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch mit der
thringisch-schsischen Gruppe in Zusammenhang, den verwandten Stcken in
Reinhardtsbrunn und Erfurt knstlerisch berlegen, dem Wiprecht von
Groitzsch in Pegau nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth
verschleppt und von demselben Meister die Madonna in Lauter.

_FRAUENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Ehemalige *Cisterc.-Klst.-K*. 1860 abgebrochen. Erhalten ein rom.
Kragstein mit Lwenkopf. -- *Herrenhaus* 1632.

_FRAUENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern erneuert.

*Burgruine* aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von 1614.

*Schlo.* 1585-87. Zwei Flgel rechtwinklig zusammentoend, durch
stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau in strenger toskan. Ordnung.

_FRAUREUTH._ Reu . L. LA Greiz.

*Dorf-K.* 1733, gro, nchtern.

_FREIBERG._ K. Sachsen. A Hauptstadt.

*Marien-K.* (Dom). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. Bei dieser
Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von E. 12. Jh. fr den OBau
vernutzt, woher z. T. dessen unregelmige Gestaltung; ferner erhielt sich
unversehrt die goldene Pforte am sdl. Qsch. Die zwei unvollendeten
WTrme setzen fr das Schiff eine grere Breite voraus; aus welcher Zeit
stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist Hallenkirche. Die 3 Schiffe
von gleicher Breite, sehr schlanke kmpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven
Flchen, Netzgwb. ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum grten Teil nach
innen gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung um jeden
Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene Emporenanlage hier zum
ersten Mal.

_Die goldene Pforte_. So genannt nach der ehemaligen Vergoldung einzelner
Teile, die zum polychromen System gehrte. Urkundliche Anhaltspunkte zur
Datierung fehlen; die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13.
Jh. Dank langjhriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten)
spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau. -- Der
Hhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. Die erreichte
Harmonie der Erscheinung ist um so bewunderungswerter, als hier zwei
grundverschiedene Traditionslinien, die deutschrom. und die
franzsisch-got., zusammentreffen. Die erste behlt im knstlerischen
Wollen die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die
umfassende Verbindung von Architektur und figrlicher Plastik. (Ein
Wettbewerb um die Prioritt besteht nur mit dem Frstenportal am Bamberger
Dom; er kann nicht mit Sicherheit entschieden werden; im architektonischen
Detail manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der
italisierenden Knigslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt
und der Plastiker verschiedene Personen, so ist doch die Komposition, die
nur dem ersteren angehren kann, ganz einheitlich. Um den verlangten
Reichtum voll entwickeln zu knnen, ist das Gewnde sehr tief angelegt: 9
Rcksprnge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der
Bogenlufe(3) und der Kmpfer so angelegt, da es im Gr. eine regelmige
Zickzacklinie von gleicher Seitenlnge bildet. (So schon an dem brigens
nchternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende Unterschied
gegenber dem franz.-got. Schema liegt darin, da die Statuen (dort in
dichter Reihung) mit den Sll. wechseln und da sie, was fr das
statuarische Motiv eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll.
verwachsen sind, sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen.
Ganz franzsisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende Besetzung
der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenstndliche Programm ist
franzsisch; es drngt in ein einziges Portal zusammen, was an
franzsischen Kathedralen meist auf drei verteilt wurde. -- Im Mittelpunkt
der ganzen Komposition steht das Trbogenfeld mit der Anbetung der drei
Knige -- Mariens hchster Ehrentag im irdischen Stande. Darber, in der
ersten Archivolte, ihre Krnung im Himmel; von ihr, wie von Christus,
werden nur Kopf und Schultern sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die
brigen drei Archivolten tragen Bestandteile des Jngsten Gerichts; die
uerste die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein
merkwrdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr achtbare
Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, Evangelisten, Abraham, der
die Seelen in Empfang nimmt, die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten
am Gewnde erkennt man sicher links Daniel, die Knigin von Saba, Salomo,
Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die Ecclesia. -- Aus
derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch einige andere Werke, sehr
verstmmelt, aber doch mit Spuren hohen Wertes, erhalten: zwei kleine
_Bogenfelder_ und eine _Hochrelief-Platte_, aus den Umrissen Moses und die
eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel gehrig (vgl.
Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf dem zerstrten rom. _Lettner_,
der, nach Fragmenten zu urteilen, hnlich dem Wechselburger aufgebaut war,
stand die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte _Kolossalgruppe_
der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, die Figuren 2,2 m h.]. --
_Tulpenkanzel_ um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung,
knstlerische Feinheit der Formenanschauung, hchste Virtuositt der
aufgelsten Steinmetzarbeit. Die Bhne als groer Bltterkelch mit den
Halbfiguren der Kirchenvter, getragen von 4 ganz ins Lichte
ausgearbeiteten Stengeln, zwischen deren Verschlingungen Engelskinder sich
tummeln. Der Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumste und
Bretter. An ihrem Fue sitzt ein Mann in Handwerkertracht (etwa der
Meister, der Predigt lauschend), hher auf dem mittleren Baumstamm ein
jngerer Mann (wohl der Geselle), der mit Rcken und Armen die Treppe zu
sttzen sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhndchen, whrend auf
der anderen Seite zwei Lwen Wache halten. -- _Bergmannskanzel_ 1638, die
Architekturformen noch in ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am
Treppengelnder ohne Feinheit, tchtig charakterisiert die Tragefiguren
zweier Bergleute. -- Chor und Qsch. dienen als _Frstengruft_. In der
Vierung das kolossale Freigrab des Kurfrsten Moritz, 1558-63. Eine fr
diese Stufe der Renss. charakteristische Kollektivarbeit vieler Meister
aus vieler Herren Lnder. Die Brder _Gabriel_ und _Benedikt Thola_ aus
Brescia zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte _Hans v.
Dehn-Rothfelser_; der Hoftischler _Georg Fleischer_ schnitzte das Modell.
Die eigentliche bildnerische Arbeit von _Anton von __ Zerroen_ aus
Antwerpen. Der Gu von _Wolff Hilger_. Nicht klar die Rolle des Lbecker
Goldschmiedes Wessel. Auf rck. Gr. 2 Geschosse, durch ein verkrpftes von
gekuppelten toskan. Sulen getragenes Geblk getrennt. Am Sockel sitzen 12
allegor. Figuren der Knste und Wissenschaften, auf dem Geblk antike
Krieger mit den Wappen der schs. Landesteile, auf den Wandflchen
Inschrifttafeln; Material schwarzer und farbiger belgischer Marmor. Als
Krnung eine sarkophagartig ausgebildete schwarze Platte und auf dieser,
in weiem Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens mit
dem Kurschwert und anderen Waffenstcken. Die architektonischen Profile
und das sonstige Ornament sind vortrefflich, die Figg. ungleich, meist
nicht mehr als handwerklich. Frher umstanden das Monument die von Moritz
in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; das Gitter von
1595 (seit 1884 mit verndertem Platz). -- Der eigentliche Chor erhielt
seine jetzige Gestalt seit 1585, wesentlich ein Werk des Bildhauers und
Architekten _Nosseni_ aus Lugano; Gu der Figg. von _Carlo di Cesare_ aus
Florenz. Die Wandflchen unter und zwischen den 7 got. Fenstern erhielten
eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, unten gekuppelte
Sll., oben Pilaster. Sockel und Geblk stark vorgekrpft, alle Formen
hchst nachdrcklich, eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor,
oben Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Mnner und Frauen des
kurfrstlichen Hauses berlebensgro, vergoldete Bronze, tchtige,
lebensvolle Auffassung, gediegene Materialbehandlung; in der oberen Reihe
8 Propheten; an der Decke gemalt das Nahen des Jngsten Gerichts, sehr
manieriert. Im Chorschlu Altar mit Kruzifix, dahinter Charitas und
Justitia; oben gegen das Fenster sich abzeichnend die groartige Fig. des
Auferstandenen. Der Stil dieser Arbeiten des _Carlo di Cesare_ steht etwa
zwischen _Jacopo Sansovino_ und _Giovanni da Bologna_, whrend _Nossenis_
Bildnisfigg. mit _Leone Leoni_ zu vergleichen sind. Auf dem Fuboden des
Chors messingne gravierte _Grabplatten_ von 28 Familienmitgliedern, von
Heinrich dem Frommen {~DAGGER~} 1541 bis auf Sibylla Maria {~DAGGER~} 1643. 1811 wurde das
_Grabmal der Kurfrstinnen Anna_ und _Wilhelmine_ aus Schlo Lichtenberg
hierher versetzt, bez. _Balthasar __ Permoser_ 1703. -- Im Schiff und in
der Turmhalle viele _Epit_.; anderes in der St. Annakap. [Die ma.
Ausstattung groenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum und
im Dresdener Altert.-Ver.]

*Jakobi-K*. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gnzlich um- und verbaut;
um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. -- _Altarwerk_ bez. _Bernhard
Diterich_ 1610. -- _Kanzel_ 1564, schne Sandsteinarbeit. -- _Taufstein_
bez. 1555 H. W. (_Hans Walter_), glnzend reiche Komposition, am Fu vier
Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange beliebt: um 1510 in
Annaberg, 1610 in Drntal, 1650 in Pfaffroda). In der Sakristei groes
bar. Elfenbeinkruzifix, _Balth. Permoser_ zugeschrieben.

*Nikolai-K*. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren
Teile der westl. Doppeltrme. Letzte berarbeitung 1752. An der NSeite ein
schner rom. Kopf eingemauert. -- Chor 1386.

*Petri-K*. Von der rom. Anlage im SO der Hahnen-Turm erhalten; sonst
Neubau 1401 und 1728.

*Thmerei* (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgescho schn gewlbte Rume, im
Obergescho kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das uere
wenig verndert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Mawerk- und
Blumenmuster beschdigt.

*Schlo Freudenstein*. Grndung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch _Hans
Irmisch_, seit 1572 unter _Gf. Rochus v. Linar_. An der knstlerischen
Ausstattung waren der Hofmaler _H. Gding_ und der Ltticher _H. Schrer_
beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militrmagazin.

*Rathaus*. 1410, nach Brand 1471 verndert.

*Kaufhaus*. Schnes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer
Ornamentik. Trinkstube 1545.

*Brgerhuser*. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10;
Kesselgasse 24 von 1534. -- Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16, Innenraum
1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus;
Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. 1553;
ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker und schner
Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.

*Museen*: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver.

Sdl. vor der Stadt die drei *Kreuze*, die Krper jetzt im Alt.-V.
Altvaterwasserleitung ber das Muldetal, M. 17. Jh.

FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. *Stadt-K. U. L. F.* etwa
1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht gro
(ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit
Vierungs-Turm und westl. Doppel-Trmen, sowie durch die Energie der (im
ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache von
nachdrcklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert um
1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die
Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom.
Nebenapsiden, in der Auenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen.
Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach zwischen
den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die rautenfrmigen
ffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einflu), im
Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten Fenster. Das
Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom. Jochteilung; an der
Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries
des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die ber die Fluchten des Lhs.
seitlich vortretenden WTrme, fast genaue Wiederholungen des Naumburger
OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie drfen unter die vornehmsten
Architekturbilder, die Thringen zu bieten hat, gerechnet werden. Im
Einzelnen bemerke man, da vom STurm die Fenster des ersten
Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, also
nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurckzukehren. Zwischen
den Trmen springt jetzt ein einfach gehaltenes got. Paradies vor, nach 3
Seiten offen. -- Im SKreuz jetzt ein vermauert vorgefundenes rom.
_Tympanon_, Maria zwischen 2 rauchfaschwingenden Engeln, nach den engen,
parallelen Wulstfalten zu schlieen E. 12. Jh., groes Kind,
Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. _Schnitzaltar_. Im Altarhaus
bmkw. _Tafel_ mit h. Sippe. _Taufstein_ mit Puttenfries um 1600 (vgl.
Markrlitz). Zahlreiche _Bildnisgrabsteine_, bmkw. das des Ritters v.
Taubenheim 1536 in frhrenss. Umrahmung.

*Rathaus*, got. Steinbau, oft verndert.

*Schlo Neuenburg*. Einst die strkste und nchst der Wartburg wohl
glnzendste Feste Thringens, jetzt im Gesamteindruck nchtern, fast
kasernenmig; schon Kurfrst August 1552 und die Herzge von
Sachsen-Weissenfels 1666 bis 1746 haben diese Wandlung herbeigefhrt. Der
erste Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mchtige
Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, was vom rom. Bau sich
erhalten hat, ist eine _Doppelkapelle_, die zum Besten und Bezeichnendsten
gehrt, was uns von der hfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben
ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die beiden Geschosse -- das
untere fr das Gesinde, das obere fr die Herrschaft -- durch eine (1856 in
historisch unmglicher Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel
kleinerer als heute) vergitterter ffnung gesondert. Nur der kleinere
stliche Teil der Unterkapelle gewlbt; seine Bestimmung durch das alte
Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten freien Verhltnissen,
4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten Wandsll. und einer aus 4
schlanken Schaften zusammengesetzten Mittelsttze; die Quergurte in
Zackenbgg. aufgelst (morgenlndische Reminiszenz?), das Blatt- und
Rankenwerk der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen
gemischt, von phantasievoller Erfindung und glnzender, die Form fast frei
vom Grunde lsender Technik (jetzt in verstndnislos greller Bemalung und
Vergoldung). Zu beachten ist, da trotz der vorgerckten Zeit dem got.
Stil nach der formalen Seite keinerlei Zugestndnisse gemacht sind. -- Von
einigem Interesse der _Frstensaal_ von 1552 und das sog. _Knigin
Luisenzimmer_ in gutem Zopfgeschmack.

_FREIENFELS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Kirche*. 1700. -- *Schlo*. 1690.

_FREIENHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Sandsteinquaderbau 1777.

_FREMDISWALDE._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.

_FRENSDORF._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* 1353. Angaben ber die vorauszusetzenden Vernderungen spterer
Zeit fehlen.

*Pfarrhaus*. Von _G. Bonalino_, dem Erbauer der Stephans-K. in Bamberg und
der Ehrenburg in Coburg.

_FREYBURG_ siehe Freiburg a. Unstrut.

_FRICKENDORF._ UFranken BA Ebern.

Elegante 3jochige *Brcke* ber die Baunach um 1750 mit rok. Brckenfigg.

_FRICKENHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in der Regel nur
aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich hier in unberhrter
Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken bildet ein schmales Rechteck
zwischen Mainufer und Weinbergen, einzige Hauptstrae dem Flu parallel;
in der Mitte zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein
drittes am Main, Mauern und Trme (rund) vollstndig erhalten.

*Pfarr-K.* Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 (vorher Flachdecke).
4jochige Hallenkirche von klaren weiten Verhltnissen. Das Msch.-Gwb. als
Tonne konstruiert mit aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss.
Profil und Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit spgot.
Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) tangiert den Chor des 17.
Jh. -- _Hochaltar_ 1617, Holz, hoher vielgliedriger Etagenbau mit
zahlreichen Statuen; auf der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel.
_Seitenaltre_: nrdl. um 1620, sdl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor
um 1730 mit Gemlde von _J. M. Wolcker_. Am Chorbg. groes _Kruzifix_ 17.
Jh., interessant ein _Sebastian_ aus M. 16. Jh. -- 13 _Grabsteine_ und
_Epitaphe_ der Renss. -- Auen _lberg_ A. 16. Jh., einer der besseren;
nicht ein Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch.

*Rathaus*. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne dea spgot.
Charakter zu verndern. Auf dem Platz bewegte bar. _Mariensule_ bez.
1710.

*Knabenschule* (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. -- Domkapitelscher
*Kellerei* 1475 (mit hbscher Kelter von 1753) und mehrere stattliche
_Wohnhuser_ des Barock. -- Zahlreiche herrenmige *Huser* aus 16. und
17. Jh. und vollstndige, wenn auch auf halbe Hhe erniedrigte
*Ringmauer*.

_FRIEDERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K*. Ursp. rom., sehr verbaut. -- Groer spgot. _Schnitzaltar_ mit
Doppelflgeln um 1520, die Gemlde von einem Leipziger Meister, der sich
auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) findet.

_FRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Schlo.* Neubau 1887. Lange Reihe von _Bildnissen_ der Familie von
Oppell, 1563 bis A. 19. Jh.

_FRIEDEWALD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Schloruine*. Nach 1476. Regelmiges Viereck mit 4 starken runden
Ecktrmen.

_FRIEDRICHRODA._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* Turm 1538, sonst 1770.

_FRIEDRICHSWALDE._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1sch. spgot., renov. 1566. -- Der _Schnitzaltar_ gehrt zu den
wertvolleren aus A. 16. Jh.

_FRIEDRICHSWERTH._ Sachs.-Gotha LA Waltershausen.

*Schlo*. 1680-89 von _Jeremias Ttleb_ fr Friedrich I.,
Trikliniengrundri. Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. die Kapelle
mit ppiger _Stuckdecke_.

_FRIESAU._ Reu . L. LA Burgk.

*Dorf-K.* Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. -- Tchtiger
_Schnitzaltar_ bez. 1446. Etwas jnger ein zweiter. -- Schner _Kelch_ bez.
1509.

_FRIESENHAUSEN._ UFranken Kr. Hofheim.

*Kath. Pfarr-K*. erb. 1713-15 durch den Wrzburger Domherrn Fuchs v.
Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne auf toskan. Pilastern, reiche
Stuckdekoration. Auen desgl. Pilaster in Haustein und profilierte
Fenstereinrahmung. Der Turm springt zur Hlfte aus der WFassade vor. Die
Stilformen der reich und gediegen ausgefhrten K. nahe verwandt den
Wrzburger Bauten _Jos. Greisings_. -- _Marmoraltre_ aus der
Erbauungszeit. _Orgelgehuse_ um 1750. Groes _lgemlde_ bez. _J. M.
Bolster_ 1707. _Kelch_ 1467; anderes bar. und rok.

*Ev. Pfarr-K.* 1521, einfach spgot. _Epitaphe_ v. Ostheim 1515, 1573.

*Schlo*. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. Quaderbau in
guten krftigen Renss. Formen. Die Brcke vor dem Eingangstor (bez. 1700)
flankieren 2 lebensgroe steinerne Turnierritter. Schnes ueres
Gittertor um 1730.

_FRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.

*Dorf-K.* Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. Apsis. -- Ikon.
_Grabstein_ 1605.

_FRITZLAR._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stifts-K. S. Peter.*. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem durch Brand
1078 zerstrten Bau (sicher nicht dem ersten) haben sich die unteren Teile
des heutigen Stiftschors erhalten; sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von
der um 1100 errichteten greren Basilika das Wesentliche des bestehenden
kreuzf. Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren
Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung als Gwb.Bau im 1.
Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. Nachrichten fehlen. Welche Rolle
die bei der Erstrmung der Stadt 1232 auch der K. zugefgten Dampna
gravia gespielt haben, wre noch zu untersuchen. Seitdem nicht mehr
wesentlich verndert.

_Krypta_. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum in 3 Sch. zu 6 Jochen,
grtige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf Sll. mit gerippten Wrfelkaptt. und
steilen Basen mit Ecksporen; zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das stl. Ende
zugleich mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. -- Die nrdl.
Nebenkrypta zerfllt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit breitem
Apsidenschlu, wird als Chor der 1078 zerstrten K. gedeutet; der vordere
Abschnitt (unter dem Martinschor, d. i. NFlgel des Qsch.) ist mit der
Hauptkrypta gleichzeitig. -- Die Nebenrume der SSeite bilden die untere
Sakristei und die alte Schatzkammer (Falkenberger Kap.).

_Oberkirche_. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen Formen ohne
grere Bauunterbrechung. Die alten Mauern des Qsch. an den Ecken
verstrkt. Chor quadr. mit polyg. (5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in
3 Doppeljoche nicht regelmig: erstes Joch, (stl.) quadr., zweites
berquadr. (8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und
Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene lngsrck. mit vielfach abgetreppten
Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Sull. Arkaden-ffnungen
unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze zusammengefat,
Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur
Pfl.-Gliederung, derbrck., kein Schlustein, Scheitel stark steigend (3,7
m ber den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster in den
Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bndelpfll. aus gequetschtem Pfhl und
hoher vielgliedriger Deckplatte (woraufhin Abhngigkeit vom Wormser Dom
behauptet wird; die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). --
Das sdl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. -- Die schlanken WDoppeltrme in 6
Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit Lisenen und Bgfriesen
gegliederten vom Bau des 12. Jh., die beiden letzten, jederseits mit 2
Doppelarkaden geffneten, aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhhung des
Zwischenbaues, Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Trmen liegende
Erdgeschohalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden geffnet, 12. Jh.
Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 Joche tief, links von der rundbg.
Mittelffnung 2 spitzbgg., rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch.
Obergescho: 18. Jh. -- Die Langseiten klar und zierlich mit fein
profilierten Lisenen und Bgfriesen. An der Hauptapsis fllt der Mangel
aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschlu durch Zwerggalerie. -- Reiche
bar. _Altarausstattung_ E. 17. Jh. bis A. 18. Jh. _Pfarraltar_ 1724.
Daneben das turmartige _Sakramentshaus_ aus 2. H. 15. Jh. Lettner
abgebrochen. Reste von spgot. _Schnitzaltren_ unbedeutend. Verstmmelter
_Celebrantenstuhl_ 14. Jh. _Kanzel_ 1696. Etwa gleichzeitig das _Gesthl_
im Sch. mit geschnitzten Wangen. -- In der Krypta schlichte got. _Tumba_
des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Sule sein Bild, sitzend,
Hochrelief.

Die _Stiftsgebude_ bilden mit der K. eine malerische Gruppe. Der groe
8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; geschlossene Wnde mit Fenstern. Im
Obergescho des Ost-Flgels Musikzimmer mit sptgot. ornamentaler
Wanddekoration. Im Keller des SFlgels sehr bmkw. berlebensgroes
_Hochrelief des hl. Petrus_, sitzend, wohl sptestes 12. Jh.

_Grabdenkmler_. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ltesten (M. 14. Jh.) in
der Falkenberger Kap. Was aus spteren Zeiten stammt, ist durchweg von
geringer Qualitt.

_Schatzkammer_. Sie enthlt mehrere wichtige Stcke. Altarkreuz um 1000,
dicht mit Edelsteinen besetzt und daher ornamentlos, Gravierung der
Rckseite und Fu um 1200. -- Tragaltrchen mit den Halbfigg. der Apostel,
braunes Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fu und Nodus
um 1400. Merkwrdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. Scheibenform, in
Elfenbein geschnitzt.

*Evang. Pfarr-K.* (ehem. *Minoriten*). Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche
aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je 4 Fenstern, polyg. Schlu.

*Ursulinerinnen-K*. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh.

*Frauenmnster-K*. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.

*Rathaus*. Got., dem ehem. Casseler hnlich, durch Umbau im 19. Jh.
gnzlich entwertet.

*Hochzeitshaus*. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. Steinernes
Erdgescho.

*Wohnhuser*. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. Mehrere
Fachwerkbauten. Im Hessischen Hof schner spgot. Kamin.

*Marktbrunnen* mit Rittersule 1564.

*Ringmauern* und *Tore,* ferner 6 an der Gemarkungsgrenze verteilte
*Warttrme,* schlecht erhalten.

_FROHBURG._ K. Sachsen AH. Borna.

*Stadt-K.* Sptgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jnger. -- Ikon.
_Grabplatten_ 1555, 1668.

*Schlo*. Starker schlichter Bau von 1544.

_FRHSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. -- Am Chorbg.
_Reliefbrustbild_ in Renss. Umrahmung um 1525, Wappen der Haberg.
Bedeutendes _Grabmal_ des Ernst v. Crailsheim {~DAGGER~} 1569; auf einfachem
Sockelbau knien vor dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen,
wuchtige, tchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene
Wandarchitektur, erst in der Krnung reicher bewegt. Das Ganze gehrt zu
den besten Kompositionen der in der Regel zu wster berladung neigenden
Zeit.

Crailsheimsches *Schlo,* einfache Wasseranlage mit 4 runden Ecktrmen,
sp. 16. Jh., Dcher 18. Jh.

_FRONHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der ber dem Altarhaus stehende
Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor polygon seiner Gwbb. beraubt.
Spgot. Um- und Zubauten.

*Steinhaus* (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.

_FUCHSSTADT._ UFranken. BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Erb. 1766 durch den Neumannschler Hauptmann _J. M. Fischer_.
Ausstattung einheitlich und von bedeutender Wirkung. Die
_Stuckmarmoraltre_ und Stuckaturen von _Materno Bossi_. Der gediegene Bau
durch moderne Rest. stark beeintrchtigt. Turm rom. 12. Jh.

_FULDA._ RB Cassel Kreisstadt.

*Dom*. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. Zweiter Bau 792-819;
Basilika mit O. und WChor. Wiederholte Brnde und Restaurationen lieen
angeblich die Grundsubstanz des karolingischen Baues unverndert, bis 1704
bis 1712 ein Neubau (der gegenwrtige) durch _Joh. Dientzenhofer_ aus
Bamberg ausgefhrt wurde. Auch dieser mit Benutzung alter Mauerteile. --
Der wertvollste Teil der Leistung ist das Innere, das dem Besten der
Epoche zuzuzhlen ist. Es enthlt mehr als blo allgemeine Erinnerungen an
die Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, im
Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der Weise fortentwickelt, da
die Pilasterpaare nicht in einem geschlossenen, nur durch Nischen
gegliederten Pfeiler liegen, sondern da sich zwischen ihnen ein
wirklicher Durchgang in die Abseiten ffnet; darber eine sehr
nachdrcklich behandelte Statuennische. Es wechseln solchermaen breitere
eingeschossige und schmlere zweigeschossige Joche. Jenen (3 an der Zahl)
entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete Kuppelrume; diesen (2
an der Zahl) schmale, schwachbeleuchtete, kreuzgewlbte Abteilungen. So
begleitet den krftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer Rhythmus
des Lichts, der seinen Hhepunkt in dem sehr hellen Raum unter der
Hauptkuppel findet. Das Motiv der Statuennischen ist im Qsch. und Chor
fortgesetzt. Beide haben im Innern polygonale Abschlsse. Die groen
Altarbauten des Qsch. heben sich gegen mchtige Fenster ab und der
Baldachin des Hauptaltars steht vor der ffnung gegen den Mnchschor,
woraus sich prchtige malerische Blicke ergeben. Die Formengebung ist
nicht so extrem barock, wie an anderen Bauten _Dientzenhofers_, die
Frbung wei und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. Die
alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch den Umbau
stimmungslos geworden. -- Nicht ganz so gut geraten ist das uere, zumal
in den Seitenansichten. brigens solide Quadertechnik. Das System der
rmischen Barockfassade mit dem deutschen der Doppeltrme verbunden. In
den letzteren der Kern der alten rom. Trme mit ihren Wendeltreppen
erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten auf die Schrgansicht von der
Schloterrasse her gerechnet, wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift;
seitlich erweitert sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrnte
Kapp. -- Anschlieend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar) groenteils
schon 1668. -- Im Innern der K. einige nicht bedeutende _Skulpturen_ aus
der alten K., darunter (rechts vom Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in
eine karolingische Sl. gemeielt. -- Annexe der alten Klosterk. waren im O
eine 973 errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistckiges Paradies
verbunden, im N die noch vorhandene:

*S. Michaelis-K.* Erb. 820 als Kapelle des Begrbnisplatzes der Mnche.
Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten Kern unverndert gelassen. Die
Anlage gibt den am meisten gebruchlichen Typus altchristlicher
Grabkirchen: Rotunde mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5,
Mauerstrke 0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen
verbunden sind, trgt einen den Umgang bersteigenden Mauerzylinder, ursp.
mit Steinkuppel. Im O fr den Altar eine kleine 1/2runde, auen rck.
Apsis. Die Mitte nahm eine Nachbildung des h. Grabes ein (bei der
Neuausstattung 1731 vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und
Mittelraum durch einen von 4 Durchgngen durchbrochenen Mauerring
getrennt; der Umgang mit ringfrmigem Tonnengwb.; der innere Kreis mit
einem ebensolchen, das in der Mitte von einer kurzen Sl. mit rohest
jonischem Kapt. getragen wird. In diese noch unverndert bestehende
karolingische Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung
eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche gab man
1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang ein zweites Gescho; beide
Geschosse mit Balkendecke, der mittlere Zylinder erhht und mit Holz
gedeckt; ferner wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem
Turm angefgt (erhht 1315). Weitere Vernderungen des 17. und 18. Jh. bei
der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von altem Detail vorhanden ist, gehrt
zum grten Teil der rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Sulen des
Erdgeschosses. 4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Wrfelkapt.
Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Fhrung der Lagerfugen.

*Stadt-K.* 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung hnlich Neumanns
Dominikaner-K. in Wrzburg; die Dekorationsformen ein ermattetes Rok.,
jedoch noch ohne klassizistische Tendenz. Von den 2 Fassaden-Trmen der
nrdl. got. 1447. -- Fresken von Herlein.

*Klst. Frauenberg* (Franziskaner) 18. Jh.

*Nonnen-Klst.-K*. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine der
merkwrdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr
verstrkt hat, so htte sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten.
Groer 1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen
Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Auenbau
Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.

*Hl. Geist-K. u. Spital*. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2
Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.

*Abtsburg (Schlo)*. 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt.
Vlliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Flgel der tiefen
triklinienfrmigen Anlage von _Andrea Gallasini_. Hauptstck des Inneren
der Kaisersaal von _F. J. __ Stengel_, die mchtigen Hermen, welche die
Decke tragen, von _D.F. Humbach_. Die bedeutende (heute entstellte)
Gartenanlage nach Plnen des kurmainzischen Hofbaumeisters _M. v. Welsch_
ausgefhrt von _Stengel_ 1722. Das Orangeriegebude eines der besten
seiner Art; die vorzglichen Stukkaturen von _Andreas Schwartzmann_ (?),
Deckengemlde von _E. Wohlhaupter_. -- In der Umgebung des Schlosses noch
mehrere einfach-vornehme Gebude des 18. Jh., den Charakter des
geistlichen Frstensitzes vervollstndigend: _Priesterseminar_, _H.
Geistspital_, _Alte Universitt_, 3flgelige Anlage des 18. Jh. mit
stuckiertem Prunksaal von _Gallasini_, _Landesbibliothek_ 1771-78, mit
schn und zweckmig durchgefhrtem Hauptsaal.

*Stadtbefestigung* aus Ma., mehrere Rundtrme erhalten. _Haartor_ 16. Jh.
Das monumentale _Paulustor_ 1711, 1771 versetzt. Auf den Hhen der
Umgebung mehrere Warttrme.




_G_


_GAIBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* 1740 nach Plnen von _Balth. Neumann_ von einem Maurermeister
aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundri elliptisch,
ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich fr die Gewlbe
pikante Schnittlinien ergeben. Turm stl. am Chor in der Hauptachse. Fr
Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrilinie des Haubenhelmes.
Fassade einfach. -- Gute Rok. Einrichtung. Altre aus Stuckmarmor. Bmkw.
Orgelgehuse.

*Kreuz-Kapelle* im Schlopark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der
_Dientzenhofer_. Spbar. Zentralbau; auen kreisrund, innen quadr.
Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel ber toskan.
Pilastern. -- Altre spbar., gut in den Raum komponiert.

*Schlo*. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn
als quadr. Wasserschlo mit runden Ecktrmen ber mchtigen
Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Frstbischof
Lothar Franz von Schnborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister
_Johann Leonhard Dientzenhofer_ umgebaut, vielleicht nur Ausfhrung von
Plnen des Mainzers _M. v. Welsch_. Besonders beachtenswert die
Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern
aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im
Charakter nicht frnkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire
und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Gescho ein typischer
Reprsentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen
Mnchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europischem
Porzellan.

_GAMIG._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo*. Treppen-Turm und Erdgescho der Hauptfront 16. Jh., sonst 18.
und 19.

*Kapelle* aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke 8eckige
Pfll., so gestellt, da ein mittleres Quadrat von 4 Rck. und 4 kleineren
Quadraten an den Ecken umschlossen wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige
Sterngwbb. ueres modernisiert. In der Betstube schner _Grabstein_ des
Hans v. Carlowitz {~DAGGER~} 1578.

_GANGLOFFSMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Weiensee.

*Dorf-K.* Lt nach Gre und Anlage eine ehem. Klst.-K. vermuten. Aus
rom. Zeit 2 OTrme, die sich in derselben Weise wie es an den WTrmen
Niedersachsens gewhnlich ist, aus querhausartigem Unterbau erheben und
eine Galerie mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot. platt
geschlossener Chor. -- Sch. 1785. -- Spgot. _Schnitzaltar_.
_Sakramentshaus_.

_GNHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. Im Lhs. bmkw.
Rest eines _Steinaltars_, die Hochreliefgruppe um 1639, Richtung _M.
Kerns_.

*Schulhaus* 1614.

_GARSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorfkirche*. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.

_GRTENROTH._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Groes _Wandgrab_ fr M. A. v.
Redwitz, {~DAGGER~} 1576; demselben Meister begegnet man in Wernstein.

_GATTERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Klauskirche* S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im wesentlichen
intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem trlosem Turm.

_GAUASCHACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1786 von _A. S. Fischer_ in Wrzburg, in der Anlage den
Landkirchen Neumanns folgend. _Deckenstuckatur_, _Altre_ und
reliefgeschmckte _Kanzel_ gut klassizistisch.

_GAUERSTADT._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Pfarr-K.* Typische Anlage des frheren Ma. (Rck. mit eingezogenem quadr.
turmtragendem Chor) in spgot. Ausfhrung.

_GAUKNIGSHOFEN._ UFranken B A Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1724-30 (nach Entwurf von _B. Neumann_??). Reiches und
vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration 1776, schon mit klassizistischen
Anklngen, recht gut. _Deckengemlde_ bez. _J. A. Urlaub_ 1777. Vornehmer
_Hochaltar_ in Stuckmarmor, frhestes Rok., um 1730, _Seitenaltre_ und
_Kanzel_ um 1750.

*Schlchen* der Rosenbach rok. -- Am Haus no 33 _Steinrelief_ des
Marientodes, gute Arbeit um 1450. -- Zahlreiche _Bildstcke_.

_GAUSSIG._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schlo.* Anlage A. 17. Jh., stark berarbeitet um 1800, in
palladianischem Klassizismus, vornehme Innenrume. Grere
Gemldesammlung.

_GAUTZSCH._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des protestantischen
Kirchenbaues gerechnet. -- _Bste_ des _Grafen E. Ch. v. Manteuffel_, dem
_Andreas Schlter_ nahestehend.

_GEFELL._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Dorf-K.* Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. r Chor mit Turm.

_GEFREES._ OFranken BA Berneck.

*Pfarr-K.* got., reich geschnitzter Altar.

_GEHREN._ Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.

*Stadt-K.* neu. _Grabst_. des Herrn v. Bernstedt 1597. --

*Schlo,* schmuckloser Renss.-Bau. Schne Tr aus dem abgebrochenen Schlo
Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.

_GEILSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.

*Schlo.* 1667 aus einer alten 4trmigen Wasserburg umgebaut; reiche
Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener Groen Garten; in
Verfall.

_GEISA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Stadt-K.* Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor mit
Kreuzgewlbe und gutem Mawerk. -- Got. _Taufstein_. _Opferstock_ 1517.
_Kanzel_ A. 18. Jh. -- W-Turm mit Wasserspeiern und Mawerkgalerie. Schnes
got. Portal bez. 1497.

*Gangolfs-Kap*. mit _Auenkanzel_ in reicher Renss. Zahlreiche
_Grabsteine_ 16. Jh. 2 _Schnitzfigg_., Reste eines Altars um 1490-1500.

*Ringmauern* aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtrmen; der groe
Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der Steingasse eingemauert.
Auf dem Gangolfsberg Reste eines alten *Schffenstuhls*.

Einfaches *Schlo* (Frstabt von Fulda) 1719.

GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. *Stadt-K.* 1484-1513, umgebaut
1689. Rck. mit Schlu aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses
Mawerk. _Schnitzaltar_ und _Kruzifix_ E. 15. Jh.

*Kaufhaus* 1668, tchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgescho.

_GEISLEDEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz
bar. (Vgl. Wstheuterode.) Auen Pilastergliederung. Der groe, gut
komponierte _Hauptaltar_ im Formcharakter E. 17. Jh. Rom. _Taufstein_.

_GEISMAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Groenteils neu. -- _Hauptaltar_ um 1700. Linker
Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar
des 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter _Seitenaltar_
Schnitzwerk um 1500, Qualitt gering. _Kanzel_ 17. Jh.

_GEISMAR._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1805. Der groe Altar (1. H. 18. Jh.) aus dem ehemaligen
Klst. Teistenburg.

_GEISSEN._ Reu j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* rom. Anlage, verunstaltet. -- _Kanzelbau_ hinter dem Altar um
1750. _Schnitzaltar_ um 1500, nach Flechsig vom Meister von Chemnitz.
(Erfurter Ausstellung 1903.)

_GEITHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Stadt-K.* Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten sprom.
Doppeltrmen. Ausgezeichnetes rom. Portal mit 3 Rcksprngen, in die
Kanten eingelegt Viertelssulen. Chor 14. Jh. unregelmig. Gemeindehaus
spgot. Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Trmen hher
als diese empor. -- 1593 im Msch. flache Felderdecke mit umfnglichen
_Malereien_ nach evangelischem Programm. Aus gleicher Zeit der _Altarbau_
von _Michael Grnberger_ in Freiberg und die _Kanzel_ von _Peter Basler_
ebenfalls in Freiberg. _Glocken_ 14. Jh.

_GELCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Spgot. Anlage in bar. Umbau. -- _Grabstein_ mit Familienrelief
1593.

*Joh. Nepomuk-Kap*. 1754. -- Statue des _gegeielten Heilands_ unter
prchtigem Baldachinbau.

*Rathaus*. Tchtiger Fachwerkbau 1666.

Deutschherrische *Wasserburg,* im Bauernkrieg zerstrt, bescheiden whgest.

_GELDERSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Der Unterbau des Turms (nrdl. am Chor) und die Kreuzrippengwbb.
der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., die Formen verwandt der
Michaelskap, in Ebrach. Lhs. nachgot. 1602. Einrichtung sptrok. ca.
1760-70.

_GELENAU._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Dorf-K.* 1581. Verhltnismig reiche Ausstattung. _Altarwerk_ 1724.
_Taufstein_ vortreffliche Arbeit des _Andreas __ Lorentz_ 1581. Von
demselben die eigenartig entworfene, reich skulptierte sandsteinerne
_Kanzel_. Groes _Epitaph_ (4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schnberg,
lebhaft an die Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von _A.
Lorentz_.

_GELLERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schlu, ausgemalt 1714 von _A.
Brckner_ aus Schweinfurt. WTurm 1557.

_GELNHAUSEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Marien-K.* Kreuzfrmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im Qsch. und Chor
gewlbt; 1 WTurm, 2 OTrme, Zentral-Turm. Im wesentlichen aus den 3 ersten
Dezennien des 13. Jh. Doch sind einige Reste einer lteren Anlage
eingebaut. Aus ihr der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der
OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der K. sichtbar). Der
Turm schliet mit Rhombendach. -- Gegen 1220 Neubau als flachgedeckte
Basilika. Gegen 1230 Ausbau der OTeile in glnzender romanisierender
Frhgotik durch Meister _Heinrich Vingerhut_ (wofern man die betr.
Inschrift an der Giebelarkade des nrdl. Qsch-Portals als
Architekteninschrift gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze
Lhs., die westl. Vierungspfll. bis ber die Kmpfer, die untere Hlfte der
Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. flachgedeckt mit spitzbg.,
weitgeffneten Arkaden; die Gwbb. der Nebenchre grtig. Die
Bauerscheinung in den Hauptpunkten rom., nur in den Zierformen frgot.
berhrt, aber unmittelbare Kenntnis franzsischer Bauten nicht
voraussetzend. Der zweite Meister (_Vingerhut_) war am Mittelrhein und in
Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der er beide Elemente zu
verschmelzen verstand, erwarb er sich groen Beifall und wurde fr die
Vermittlung der frhen Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den
Plan der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schlu des Chors und die den
Vierungsraum betrchtlich berhhende Kuppel mit Zentral-Turm. Im brigen
gibt er dem Bau eine neue Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W
nach O. Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Sulchen der Arkadenpfll. Die
Kreuzarme richtet er fr Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten die reichen
franzsischen Profile der Vierungsbgg. und an den Eckdiensten die
diagonale Stellung der Basen und Kapitelle. Die Stirnwnde des Transepts
durch eine Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Mawerk aus Steinplatten
ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit -- gemeinsame
burgundische Vorbilder) belebt. Prchtig in der Vierungskuppel die
dekorative Verwertung der Rippen; um den groen ringfrmigen mit
Blattkranz geschmckten Schlustein stehen auf den Kappen die Namen von 8
Winden; die Fensterffnungen auch hier als Rosetten. -- An die Wnde des
Chorquadr. eine Arkatur und darber eine Scheinempore vorgeblendet; die
Apsis in 5/8 Schlu kam neu hinzu; sie hat ber der Arkatur schlanke
spitzbg. Fenster und ber diesen kreisrunde mit Vierpa ausgesetzte
ffnungen. Die Blendbgg. kleeblattfrmig. Der Gurt, der den Vorchor von
der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; er wird von
einem Bndel von 7 Diensten getragen, die zweimal von Schaftringen
durchbrochen sind. Sind auch die Mauermassen tatschlich erst wenig
aufgelst, so herrscht doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen
dem Gotischen verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch dieser Bauteil
auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich umbildet, zurckgeht: die
Notre-Dame in Dijon. Das Ornament an Kapitellen und Konsolen zeigt rom.
und frgot., konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive
nebeneinander, immer in lebensvoller und technisch meisterhafter
Behandlung. Es gehrt zum Schnsten, das diese Epoche in Deutschland
hervorgerufen hat. Die Bauepoche schlo (um M. 13. Jh.) mit dem polygonal
(3/6) in den Vierungsraum vorspringenden Lettner.

_ueres_. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. Auf engem
Gr. entwickelt sich eine hchst belebte Massengliederung. Jede der 5
Polyg. Seiten des Chors schliet mit einem kleinen Giebel, darber ein
spitziges 8seitiges Zeltdach (vgl. Sinzig und Mnstermaifeld). ber den
Nebenapsiden steigen schlanke 8seitige Trme auf; um M. 13. Jh. zu
gegenwrtiger Hhe gebracht; die Helme ursp. kaum so schlank wie jetzt. In
der Mitte beherrschend und zusammenfassend der Vierungs-Turm, auch er
8seitig und mit 8 Giebeln. Auffallend gro die Zahl der Tren. An den
Sschiffen ihrer 3; vom ersten Meister; die grte derselben wahrscheinlich
ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie durch eine noch prchtigere
Komposition; dann noch 2 am Qsch., so da die keineswegs groe K.
schlielich 5 Portale hat. -- Die Sakristei M. 14. Jh. hinzugebaut, die
Obergeschosse der Sschiffe 1446. _Innere Ausstattung_. _Hochaltar_; Mensa
13. Jh., Schrein bez. 1500 _Nikolaus Schit_. Madonna mit 4 Heiligen,
lebensgro, volle schwere Formen, Flgel gemalt; ber dem Schrein reiche
Krnung mit dem Schmerzensmann. -- Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend,
die _Seitenaltre_. -- Der hl. _Kreuzaltar_ (Laien-A.) am Lettner kann
ursp. keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die brigen zum
Jubeljahr 1500. -- Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. schnes frgot.
_Weihwasserbecken_. -- Ein hohes _Chorgesthl_ 2. H. 14. Jh. -- Von den
zahlreichen, jetzt meist entfernten _Grabsteinen_ trugen nur wenige
Bildnisfiguren; darunter der Stein des aus einer Gelnhuser Familie
stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, ausgezeichnetet Entwurf
in miger Ausfhrung; eine andere gute Arbeit der Stein des Schultheien
Koch 1603; im sdl. Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh.
-- _Glasmalerei_ der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn auch stark ergnzt.
-- Die oberen Blenden des Chorquadr. waren ausgemalt, 15. Jh., darunter
Schicht des 13. Jh., sehr beschdigt und jetzt entfernt, wie berhaupt die
letzte, hinsichtlich der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den
Gesamteindruck doch zu neu gemacht hat.

_Skulpturen_. Tympanon des NW-Portals: Christus thronend zwischen Maria
und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. heiliger Bischfe. Tympanon am sdl.
Qsch.: Maria mit dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden
Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nrdl. Qsch.: Kreuzigung. Die
Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale umrahmende Rankenornament.
-- Im besten got. Naturalismus das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln
_figrliche Reliefs_ (weit geringer) mit Totenerweckung und Hlle; die
Statue Christi jetzt in der Sakristei.

*Peters-K*. sprom., jetzt verwstet und verkommen (Fabrik). Ursp. kreuzf.
Gewlbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflgeln, 3 Jochen im Lhs. Die
OTeile um 1200-1220, in halber Hhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten
das Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des Lhs.
darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und Ecksll. lassen
fr das Msch. Rippengwbb., fr die Ssch. Gratgwbb. als beabsichtigt
vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte Basilika mit einfachen
Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. ber den
Nebenapsiden erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und Lisenen
geteilte Rundtrme (Zeichnung von 1831). Ein vom Triumphbogen stammendes
prachtvolles Blattkapt. liegt als Brunnenuntersatz im sdl. Ssch. Das
nrdl. Seitenportal mit sitzender Fig. des _hl. Petrus_ vom ersten Meister
(vgl. Aschaffenburg), im sdl. Seitenportal die Eck-Sll, auf Lwen, in der
Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung an den Kaiserpalast erinnernd.

*Hospital zum h. Geist*. Zuerst erwhnt 1233. Die K. war eine kleine
flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem Ssch., das Chorquadrat
gewlbt; 1893 fast ganz zerstrt.

[*S. Michaels-Kap*. Zweistckig, im Erdgescho Beinhaus, zuerst erwhnt
1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; nach einer Zeichnung zu
urteilen beste fr. Gotik in der Art der jngsten Teile der Marienk.]

[*Brcken-Kap*. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung wegen
abgebrochen.]

*Franziskaner-K*., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste Erwhnung
des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von grtigem Kreuzgwbb. ber
1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis zerstrt. -- Kreuzgang
(jetzt Stall) E. 13. Jh. -- Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh.
errichtete grere K. 1826 abgebrochen.

*Pfalz*. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch,
erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der
Zerstrung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858
Erhaltungsarbeiten. -- Angelegt als Wasserburg (vgl. Bdingen,
Wchtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur
in den Grundzgen zu erkennen. Die heutige Ruine gehrt der schon im 14.
Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die
relativ besterhaltene und knstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht
die grte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen
Eigenschaften Bau aus einem Gu. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die
Eingangshalle vielleicht lter. -- Der Gr. bildet ein Trapez: an der
schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon
abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen
OSeite Ringmauern, an die sich Wirtschaftsgebude anlehnten. -- Die
Ringmauer 2,10 m stark, Quaderverblendung, Fllung aus Bruchstein und
Mrtelgu; Rstlcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. -- Der
quadr. _Bergfried_, als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen
der SMauer und der Eingangshalle; hlzerne Zwischendecken; kleine Tr nach
dem Wehrgang (dessen Hhe daraus zu bemessen ist), eine grere auf eine
von Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen;
der obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. -- Das _Eingangstor_
zeigt keine Spuren von Zugbrcke und Fallgitter; doch Anstze zu einem
(zerstrten) Guerker. Es fhrt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene
Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got.
erneuert. Die Sll. haben Wrfelknufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur
im Elsa nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf
eingemauert, jetzt im Palas. -- ber der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb.
beraubte, ebenfalls 2sch. _Kapelle_. -- Der _Palas_ lehnt sich an die
nrdl. Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgescho mit
kleinen Fensterschlitzen und das erste Hauptgescho. Die Tr, durch eine
Doppelfreitreppe zugnglich, liegt nicht in der Mittelachse (auerdem eine
noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie fhrte direkt
in den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines
Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, da 4 Sll. die Balkendecke
trugen; an der NWand der schne Kamin. Links an der Tr sind die Ark.
durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang
und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemcher. Ein Obergescho war sicher
vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon
jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehrt zum
formenschnsten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht
hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. -- Am OEnde
des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m uerer Durchmesser) von
ungewisser Bestimmung gefunden.

*Johanniterhof,* vom Ordenshaus in Rdigheim dependierend; kleines sehr
herabgekommenes Gebude in der Holzgasse; die paarweise gestellten
Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen fr 14. Jh., der SGiebel mit
Kreuzstcken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle.

*Deutschordenshuser*. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die
landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen;
14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus
Renss.

*Hof der Abtei Arnsberg*. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14.
Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.

*Hof der Abtei Haina*. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten.

*Steitz,* Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein
Lavabo und andere interessante Einzelheiten.

*Romanisches Rathaus,* spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein Fachwerkhaus
verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von Kunstformen: die im
Kleeblatt geschlossene Tr ber einer vorgebauten Plattform und im dritten
Gescho 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze
Ausdehnung des Gebudes einnehmenden Saal beleuchteten. Da das Haus
ffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; unter den in Frage
kommenden gilt die Bestimmung als Rathaus fr die wahrscheinlichste.

*Gotisches Rathaus,* wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich fr
Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.

*Frstenhof,* langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der
pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser
Zeit einige gute Einzelheiten.

*Wohnhuser*. 4 _romanische_ mit mehr oder weniger bedeutenden Resten aus
der Erbauungszeit: Langgasse 257, ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285
[Obermarkt 101, 1895 abgebrochen, die Werkstcke der schnen gekuppelten
Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. _Gotisch_: Bischofshof,
jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; Tpfergasse 69; Untermarkt
443 Hinterhaus; Obermarkt 341, altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle
Steinhuser. Ein got. Fachwerkhaus Langgasse 264.

_GEMNDEN._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus 1488. Turm
zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. 1486 auf lterer Grundlage.
Das uere einfach; WPortal erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertrmchen
geschmckte Turm macht durch seine stattlichen Verhltnisse eine gute
Figur im Stadtbild. -- Ausstattung neu. Hbsche Zunftstangen E. 18. Jh.
Glocken 14. Jh. und spter. -- An der ueren OWand des Langhauses _Relief_
Christus am Kreuz zwischen den Schchern; zu Fen Assistenzfiguren und
Soldaten, M. 15. Jh. An der Kirchenmauer das ehem. _Sakramentshuschen_
von 1488; ruins.

*Rathaus.* 1593. Giebel erneuert.

*Rentamt*. Behbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten
Ecktrmen. ber dem Portal Wappen der Hutten.

*Scherenburg*. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, sowie ein
groer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). Nur wenige
Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer hbsches Ortsbild.

_GENSUNGEN._ RB Kassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung.

_GEORGENTHAL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Cisterc.-Klst.-K*. Trmmer. Grundmauern ausgegraben. Sie erweisen einen
hchst ansehnlichen Bau von 73 m Lnge. Nach den jngsten Untersuchungen
von H. Giesau 2 Bauperioden in folgender Weise zu unterscheiden: 1.
Zugrunde liegt eine kreuzfrmige Basilika nach dem Hirsauer Schema, am
Chor 5 Apsiden in staffelfrmiger Anlage (Talbrgel). Im Lhs. 10 Arkaden,
Wechsel von strkeren und schwcheren Pfll. Reste eines WPortals mit
einfach abgetreppten Gewnden. Dieses der Grndungsbau aus der Mitte des
12. Jh. 2. Umbau fr Gewlbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden wurden
niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschlu des Hauptchores.
Um ihn wurde ein rck. Umgang von 4,2 m Breite herumgefhrt, aus seiner
ueren Wand rck. Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit
Umgang und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach Giesau nicht
haltbar.) Die bauliche Ausfhrung des Umbaues unter Leitung eines
Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch auch das gesamte
Detail. An der Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m
Seitenlnge). -- Von der groartigen Klosteranlage erhalten:

*Klausur* auf der SSeite der Kirche. Umfngliche Grabungen von Pfarrer
Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt cisterciensischem Geprge,
der von Maulbronn sehr verwandt. Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in
Maulbronn mit der Schmalseite an den Kreuzgang stoend, wahrscheinlich
3schiffig. Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang vom
Kreuzgang geschieden (ltere Art der Anordnung). Rippenstcke,
Schlusteine und Sulenbasen maulbronnisch, jedoch im Stil
fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. Auf der Nordseite des
Chores, in geringer Entfernung von ihm zwei 3sch. Sulensle, durch einen
von N nach S laufenden schmalen gewlbten Gang getrennt, Bestimmung
ungewi, vielleicht _Abtshaus_. Ornamentierte Sulenschfte mit
Wrfelkaptt., 2. H. 12. Jh. -- _Kornhaus_, got. mit interessantem
Mawerkfenster. -- In der Nhe rom. _Palas_ der Grafen v. Kefernburg,
verbaut.

_GEPUTZIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Herrenhaus* (v. Wallwitz) 1735 von _David Schatz_, einfach tchtig.

_GERA._ Reu j. L. Hauptstadt des Frstentums.

*Salvator-K*. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.

*Trinitatis-K*. 1313, vergrert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die got.
Auenkanzel. -- _Grabmal_ des Kanzlers Joh. v. Freiersleben {~DAGGER~} 1770, um
einiges spter ausgefhrt, klassizistische Richtung. -- Groes
_Kreuzigungsrelief_ mit Stifter, 1630. -- Auch von den _Denkmlern_ auf dem
Kirchhof verdienen einige Beachtung.

*Rathaus.* 1576 und spter. An der Hauptfront hoher 8eck. Turm, dem zu
Altenburg nachgebildet.

*Regierung*. 1722.

*Waisenhaus*. 1724, erneuert nach Brand 1780.

*Stadtapotheke* mit renss. Erker.

*Privathuser* des 18. Jh.

*Marktbrunnen* mit Simson, 1685.

_GERA._ Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* Sehr alte Grndung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom.
Einzelheiten. Hoher _Kanzelaltar_.

_GERBERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schlu.

_GERBRUNN._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. -- _Kanzel_
mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. -- Hbsche _Holzfigg_. des Rok.

_GERBSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Mansfeld.

[*Nonnen-Klst.-K*. Der 1688 eingestrzte rom. Bau durch Abb. bekannt, auch
einige formierte Reste erhalten, hier und im Museum zu Halle.]

*Stadt-K.* Nchternstes 18. Jh. -- Groer interessanter _Schnitzaltar_ um
oder vor M. 15. Jh. -- *Rathaus* in schlichter Renss. Im Keller gekuppelte
rom. Lichtffnung.

_GEREUTH._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K.* um 1700, mit hbscher einheitlicher Einrichtung. In der
Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten derselben
Zeit. *Schlo.* Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths
3geschossige Anlage in 3 Flgeln mit fein durchgefhrter Auengliederung.

_GERLACHSHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute _Ausstattung_,
besonders die Seitenaltre in Stuck, wohl von _Andreas Mayer_, Gemlde von
_Dahlwein_. -- An der Strae nach Sommerach reich skulptierter _Bildstock_
1511, einer der schnsten in Unterfranken, ruins.

_GERMERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*K*. des ehem. *Prmonstratenser-Nonnen-Klst*. Gewlbte rom.
Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schlieen in gleicher Flucht mit 3
Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. WBau doppeltrmig (wegen
Bauflligkeit niedergelegt, 1905 in der alten Gestalt wieder aufgebaut).
Dazwischen, zugleich das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore,
die von 4 Paar Sll. mit Wrfelknufen getragen wird. Im System des Msch.
nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten Gurt- und Schildbgg. auf;
keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die
Sschiffe abgebrochen. -- Unter dem stark berhhten Chor eine Krypta mit
gurtenlosen Gwbb. -- Hlzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der
Fachwerkarchitektur. -- Am Auenbau ist nur die OAnsicht einigermaen
intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln, sonst ungegliedert.
*Klostergebude*. Einige Reste mit rom. Fenstern in den Domnenhof
eingebaut.

_GERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Benedikt.-Klst*. Jetzige *K*. 1778. *Scheune*. Groartiger
Quaderbau in Hufeisenform 1672.

_GEROLZHOFEN._ UFranken BAmtsstadt.

*Stadtpfarr-K*. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. 1479.
Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere 1899 hinzugefgt).
Chor 1sch., 1 {~DAGGER~} 5/8, flankiert von zwei Trmen, deren Erdgeschosse sich
als Kapellen gegen Chor und Lhs. ffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler
und gekehlte Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf
Konsolen in Scheitelhhe der Scheidbogen. Auen durchweg Strebepfeiler, z.
T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., gute Arbeiten aus
A. 16. Jh.). -- Einrichtung spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg.
_Holzkruzifix_ mit Naturstamm, _Riemenschneider_ nahestehend. Geschnitzte
_Rosenkranzmadonna_ nachgot. Gruppe der _Taufe Christi_ vermutlich von
_Peter Wagner_ um 1760. -- Gutes _Ciborium_, wrzburgisch um 1680.

*Johannis-Kap*. (Karner) beg. 1497. Erdgescho 2sch., Obergescho 1sch. in
3 Achsen und 5/8 Schlu, zierliches Netzgewlbe und reich gegliederte
Fenster. Auen (W) einlufiger Treppenaufgang. [Schnitzaltar,
_Riemenschneider_ zugeschrieben, jetzt im Nat.-Mus. Mnchen.]

*Friedhofs-Kap*. 1737. Altarbilder von _Chr. Urlaub_ (1745, 1748) und
_Wolker_ (1748). Das schne schmiedeeiserne Gitter am Tor (2. H. 17. Jh.)
stammt aus Klst. Ebrach.

*Bezirksamtsgebude*. Ehem. frstbisch.-wrzb. Oberamtshaus, um 1614.

*Rentamtsgebude*. Ehem. frstbisch.-wrzb. Amts- und Zenthaus. Turm und
Anlage im Kern mittelalterlich (von einer Burg der Herren v. Fuchs),
Erscheinung wesentlich aus A. 17. Jh.

*Spital*. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken.

*Stadtbefestigung*. Interessant durch den doppelten Mauergrtel, Abstand
stellenweise ber 100 m. Er diente als Zuflucht fr die umliegenden
Drfer.

_GERSDORF._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* 18. Jh., mit ma. Resten: _Sakramentshuschen_, der Eingang von
Engeln bewacht; _Altarfigg_.; vorzglich ein lebensgroer _Crucifixus_ A.
16. Jh.; diese jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener
Altert.-Ver.

_GERSFELD._ RB Cassel Kreisstadt.

*Kirche*. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und WTurm. --
_Grabsteine_ der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.

*Friedhofs-Kap*. 1632, an den Emporen Malereien.

*Schlo* (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.

_GERSTUNGEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche*. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in 3 Geschossen,
um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen ffnet sich gegen das spgot.
gewlbte Altarhaus, ber welchem der 8eck. Turm. -- Steinerne _Kanzel_
1588. _Grabsteine_ (v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.

*Fachwerkhuser*. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus aus A. 17. Jh.
(jetzt Oberfrsterei) und das v. Boyneburgische am Markt (Apotheke).

_GESEES._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Vernderungen;
Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schlu; Turm in N. -- _Hochaltar_ 1673,
noch im Aufbau gotischer Flgelaltre. Steinerne _Kanzel_ 1562. --
Befestigter Friedhof.

_GESTUNGSHAUSEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Pfarr-K.* A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich
anschlieend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewhnlich reich
und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. tragen zwischen
Stuckornament kleine Gemldefelder vom Coburger _J. Schuster_ 1714.
3geschossige Empore bez. 1712. _Moseskanzel_ 1727. _Taufstein_ 1643. Um
den Kirchhof Mauer mit hohem Torturm.

_GIEBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. -- _Kanzel_ in strenger
Hochrenss. E. 16. Jh., Mosestrger. Groes _Epitaph_ einer Frau v. Zobel
1606.

*Schlo der Zobel,* whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte Wasseranlage
mit runden Ecktrmen.

*Schlo der Geyer,* Ruine.

_GIEBICHENSTEIN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_. _Grabsteine_ 1474, 1560.

*Burgruine* ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.

_GIECH._ OFranken BA Bamberg.

*Schloruine* bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.

_GIESEL._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Jagdschlchen*, erb. 1717 vom Frstabt v. Butlar an Stelle einer Burg
des 16. Jh.

_GIESSMANNSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Schlo* 1694. Rck., in der Lngsrichtung schmaler Gang, in der
Querrichtung Vestibl und doppellufige Treppe. 2geschossiger Aufbau mit
durchlaufenden tosk. Pilastern. ber dem Dach schmlerer Oberbau in
Fachwerk. Dachreiter. Einflu bhmischer Schlsser.

_GLASHTTE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. ausgefhrt --
18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und 9Eckschlu. Kunstlos bemalte
Felderdecke 1669. -- Rest wertvoller _Altarmalerei_ aus derselben Zeit;
ebenso die _Glasgemlde_ im Chor. -- _Taufbecken_ aus Messing A. 16. Jh.,
gestanzte Zeichnung der Verkndigung. -- _Schne Grabplatte_ des Pfarrers
M. Kittel {~DAGGER~} 1639, bemalt, hnlich der des Sup. Cademann in Pirna.

_GLASTEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* frgot. mit platt geschlossenem Chor, darber Turm mit 4
gekuppelten Fenstern und Satteldach.

_GLAUCHAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* 1726 mit Benutzung lterer Teile, darunter 2 Reliefs aus 15.
Jh. -- _Orgel_ 1730 von _Gottfr. Silbermann_.

*Gottesacker-K*. Renss.Pforte mit beschdigten, ehemals schnen Reliefs.

*Hinterglauchen*. Schnburgisches *Schlo*. Die Erscheinung wesentlich
bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, ganz einfach
behandelte Hauptfront durch 4 Zwerchhuser gegliedert, deren Giebelabstze
nach dem verbreiteten Schema der schsischen FrRenss. als Viertelskreise
gebildet sind.

_GLAUSCHNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Herrenhaus* einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.

_GLEINA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. _Fresken_. -- Gute Typen
von _Bauernhfen_.

_GLEISBERG._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz einer dem Chor
nrdl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. -- _Taufstein_ aus
Porphyr mit primitiv eingeritztem Ornamente. -- _Flgelaltar_ um 1510-20,
burische Arbeit, doch vorzglich gut erhalten; die Gemlde der
Auenflgel stehen hher.

_GLEISENAU._ UFranken BA Hafurt.

*Prot. Dorf-K*. 1711. *Schlo-K*. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. --
*Schlo* (Gro von Torckau) 1773.

_GLEUSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Schlo.* Geflliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung sehr
malerisch zwischen Bumen. -- Innendecken mit _Muschelwerkstuck_ und
eiserner Ofen von 1769.

_GLOSSEN._ K. Sachsen AH Lbau.

*Schlo,* erb. 1688 fr H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage,
Formen einfach.

_GNANDSTEIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Einheitlicher, unvernderter Gewlbebau (Sternmuster) aus A. 16.
Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in Stuck wie in Geithain. Gute
_Steinkanzel_ mit Mawerkschmuck bez. 1518. In den Chorfenstern
_Glasgemlde_ aus der Erbauungszeit. _Betstube_ mit reicher Sammlung von
Wappen des schsischen Adels. _Epitaph_ H. v. Einsiedel 1557 mit langem
von Melanchthon verfatem Gedicht. Epit. Joh. v. Einsiedel 1582,
Sandstein, Marmor und Serpentin, z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche
Grabsteine mit lebensgroen Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausfhrung
gleichzeitig um 1640. 4 weitere bis 1756.

*Schlo* (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). Anlage
langgestrecktes Rechteck, einem Hhenzuge folgend. Im innersten Hof
freistehender runder Bergfried. Am selben Hof rom. Palas mit 3teilig
gekuppelten rundbgg. Fenstern; eine andere Gruppe hat Kleeblattschlu. An
einem zweiten greren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit
Einrichtung des 16. Jh. 4flgeliges Altarwerk.

_GNTZHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes Beispiel
einer vornehm schlichten Landarchitektur. -- 1sch. Lhs., quadr. Chor, WTurm
(ohne Eingang). Das gut gegliederte, ornamentlose Portal an der SSeite. --
Reizende _Sakramentsnische_ E. 15. Jh. Interessantes, leider verstmmeltes
_Wandgrab_ des Konrad v. Rosenberg {~DAGGER~} 1596.

_GOCHSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Groenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung,
ins 14. Jh, hinaufreichend.

*Rathaus.* Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus (no 183) von 1612.

_GDA._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* Netzgewlbte Halle von 1505. Von einem Bau aus 1. H. 13. Jh.
einige fein skulptierte Zierstcke gefunden. -- Hbsche _Sandsteinkanzel_
1514. Zahlreiche _Bildnissteine_ des 17. Jh., recht gut der des Heinrich
v. Bnau 1605.

_GDEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.*, 2 einfache rom. Tympana.

_GHREN._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.*, kleine apsidenlose rom. Anlage. -- _Schnitzaltar_ 1512.

_GHRENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.

_GOLDKRONACH._ OFranken BA Berneck.

*Pfarr-K.* got., Sandsteinemporen mit durchbrochener Arbeit.

_GLLINGEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

*Benediktiner-Klst.,* eines der ltesten in Thringen. Von der sprom. K.
wenig erhalten, nmlich: 1. Reste der Apsidenmauer, 2. der viel
Eigentmliches bietende WBau. Er ist als breiter Turm ausgebildet. Die an
die K. anschlieende Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und
verdeckt. Von den Sschiffen der K. fhrten unter weiten Bogenffnungen je
6 Stufen in die hochrumige Krypta; 3x3 grtige Kreuzgwbb.; die breiten
Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; als Sttzen krftige Sll. (auch an
den Wnden) mit Eckblattbasen und flach skulptierten Wrfelkaptt. Die
Formen, von trefflicher Ausfhrung deuten auf die Sptzeit 12. Jh. ber
der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren stl. Vorraum sich anscheinend als
Empore gegen die K. geffnet hat. Am nrdl. und sdl. Ende desselben
Vorraums Tren zu kleinen Treppentrmen, die in die oberen Teile des
Haupt-Turmes hinauf fhrten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, auen mit
Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; im letzten
Gescho weite gekuppelte Fensterffnungen mit profilierten Gewnden.

_GOLLMUTHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.

*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit
(1819).

_GLSOORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* aus Granit einfach frgot.

_GOMPERTSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen Sll. 1808;
alt im Unterbau der stl. Turmchor.

_GONNA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* Rom. OTurm. -- _Taufstein_ E. 16. Jh. mit 6 Reliefs.

_GORNOORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. -- _Schnitzaltar_ 1490 vom Saalfelder
Meister der Baldachine.

_GRSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* neu. Der spgot. _Schnitzaltar_ nchst dem in S. Jakob in
Sangerhausen der bedeutendste des Kreises.

_GRSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, das
brige 16. Jh. und neuer. -- _Crucifixus_ bez. HF, energische Arbeit E. 15.
Jh.

_GORSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* spgot. -- Reicher _Schnitzaltar_ spgot., _Kanzel_ und _Taufstein_
1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.

_GSCHWITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im OFenster
Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflgeln.

_GOSECK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem Sohne dieses Hauses,
dem groen Erzbischof Adalbert von Bremen, in ein *Kloster* umgewandelt.
Die 1043 und 1056 gew. *Kirche* hat sich in den OTeilen erhalten, welche
1625 als Schlokap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmiger
rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung (veranlat durch
abschssiges Gelnde) eine Krypta. In das Schlo (ein wenig interessanter
Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut ein WTurm im bergangsstil des 13. Jh.
-- _Ecce __ homo_, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit eines
sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen Knstlers.
_Altartafel_, Hinrichtung der h. Katharina, von _L. Cranach d. _. Groes
reiches _Epitaph_ des Bernh. v. Plnitz {~DAGGER~} 1628.

_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Ochsenfurt.

Der Ort enthlt an Kirchenausstattung, Bildstcken, Fachwerkhusern,
Befestigungsresten allerlei hbsche Kleinigkeiten.

_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich von _B.
Neumann?_). Stattliche Fassade. Hochaltar um 1730. Reiche Seitenaltre um
1760. -- Interessante _Kirchhofsbefestigung_, wohl 14. Jh.

*Vogteihaus,* charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schnes
schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein hnliches in
Manau).

_GSSNITZ._ Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.

*Stadt-K.*, im 15. Jh. nach relativ groartigem Plan beg., im 16.
verkmmert ausgefhrt, im 17. umgebaut.

_GSSWEINSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Kloster-K*. 1730-39 von _Balthasar Neumann_. Doch hatte schon 1728 der
angesehene Mainzer Architekt _F. A. v. Ritter_ Plne eingeliefert.
Inwieweit Neumann diese bercksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage
im lat. Kreuz. Das Qsch. schliet aus dem 6Eck, sogleich an der Lngswand
beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen Gang
verbunden. Die Flachkuppel nach auen nicht sichtbar. Das Tonnengwb. mit
starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere Ausstattung schon in
den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung
von konstruktiv nicht zulssigen Elementen zu Sttzen und Streben an
Vierzehnheiligen. Der Auenbau, wie immer bei N., einfach, mit 2
Front-Trmen. -- ber dem Portal eine gewaltige _plastische Gruppe_, die h.
Dreifaltigkeit. An der Rckseite eingemauert ein _Grabdenkmal_ von _Hans
Werner_ 1588.

_GOTHA._ Hauptstadt von Sachsen-Gotha.

*Augustiner-K*. Gegr. 1366, berarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck.
von 49 : 14,5. -- _Frstenstand_ am Chor in derbem Bar.; desgl. die
_Kanzel_; Rest eines got. _Altarwerks_. Die groe _Gedenktafel_ fr Herzog
Johann, {~DAGGER~} 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. -- Das Klst. verbaut; der
Kreuzgang rest.

*Margarethen-K*. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp.
3sch. Hallenkirche. -- _Denkmal_ fr Herzog Ernst den Frommen 1728 von
dessen Enkel errichtet. -- _Taufstein_ bez. 1687. -- Sehr schne bar.
Engelsfigg., Holz.

*Schlo Friedenstein*. 1643-1654 fr Herzog Ernst d. Fr. von _Andreas
Rudolfi_. Gro in den Abmessungen, in der Ausfhrung sparsam, nchtern,
schwerfllig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines
frstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am
Ende des groen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3
Flgeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Trme
mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie
fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengnge auf schweren
gequaderten Pfll. -- Die innere Einteilung ohne grere Raumentfaltung.
Tiefe, niedrige Gemcher. Darunter leidet die 1685 ff. hinzugefgte
prunkhaft derbe Barockdekoration. -- Einige Rume M. 18. Jh. Das
Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751
vom Nassau-Saarbrckener Hofarchitekten _Stengel_. Die Schlo-K. nahe
verwandt der zu Weienfels (vgl. dort). In der Frstengruft viele, z. T.
aufwandreiche, Srge. Orangerie von _G. H. Krohne_.

*Schlo Friedrichstal*. 1711. Nach franzsischen Mustern in vereinfachter
Formgebung.

*Rathaus,* beg. 1567, verndert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener
Feinheit der Erfindung und Ausfhrung; bez. 1574, aber noch im Charakter
der FrRenss. An der SFront eingemauertes _Reliefbild_ eines h. Bischofs
aus 13. Jh.

Gute *Barockhuser* die stdt. Sparkasse und der ehem. Preuische Hof.

Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmler der Barockzeit erhalten.

_GOTTESBREN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Ehem. *Wallfahrts-K*. bez. 1331, platter Chorschlu, Ssch. im 15. Jh.
hinzugefgt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. auf kurzen
Diensten. Vortreffliches Detail.

_GOTTESGRN._ Reu . L. LA Greiz.

*Kirche* aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher Altaraufbau;
das eingefgte Holzrelief mit dem Abendmahl ist lter, um 1500,
anziehendes Stck.

_GOTTLEUBA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstmmen und
Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff renss. Portal bez. 1553.

_GOTTSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten Fenstern
Wrfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. -- berreste eines
_Schnitzaltars_ aus 15. Jh.

GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. *Pfarr-K.* Vom spgot.
Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen mit Sterngwb. und der Turm an der
NSeite des Schiffes; dieses erweitert 1775. -- Mehrere _Holzbildwerke_ in
der Art _Lendenstreichs_. Der bar. _Marmor-Altar_ aus der Barfer-K. in
Saalfeld bergefhrt. Auf dem Friedhof zahlreiche Schmiedekreuze des 17.
und 18. Jh.

_GRADITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Schlo* mit Nebengebuden E. 18. Jh.

_GRFENBERG._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 18. Jh. einfach.

_GRAFENGEHAIG._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht vom Umbau
1448. Groes _Kruzifix_ 1532.

GRFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. *Dorf-K.* Rom. Anlage, der Turm
ber dem Chor.

_GRFENRODA._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* Stark modernisiert. Groer _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.

_GRAFENRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von _Joh. Mich. Fischer_, einem
Schler _Neumanns_. Besonders die Fassade reich ausgebildet. Von den 2
OTrmen nur der sdl. got. _Deckengemlde_ bez. _Joh. Zick_ 1756.
Vorzglicher, triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit lterem
_Gemlde_, wohl von _Onghers_; von demselben 1671 der hl. Sebastian auf
einem Nebenaltar. _Seitenaltre_ und _Kanzel_ von _J.P. Wagner_ 1766.
_Chorsthle_, _Taufstein_, _Stationsbilder_ in spterem Rok.

*Rathaus.* Giebelhaus in Fachwerk 1602. -- Groer _Bildstock_ 1628. Ein
kleinerer 1694.

_GRFENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Wesentlich Erneuerung 1724. -- Stattlicher _Kanzelbau_ hinter dem
Altar. Ikon. _Grabstein_ der Familie v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste
von mittelalterl. _Wandmalerei._

*Schlo Wespenstein*. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit
interessanter Torhalle.

_GRFENTONNA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Haupt-K*. Groe 1sch. spgot. Anlage, barock berarbeitet. -- _Altarwerk_,
wohl das umfangreichste, das Thringen besitzt. Die 3geschossige Archit.
1646 (oder eher 1687?). Die Reliefs von einem auseinander genommenen
Flgelaltar des Klst. Grimmental, angebl. aus Nrnberg. 10 _Grabsteine_
der Grafen v. Gleichen 1525-75.

*Kettenburg*. Das alte Schlo der Grafen v. Gleichen. Jetzt Zuchthaus und
ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke 14. Jh. Andere Bauteile zeigen
Formen der Renss. des 16. Jh.

_GRAMSCHATZ._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung um
1740.

_GREBEHNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit stilisiertem Baum.

_GREBENSTEIN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Stadt-K.* 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von niedrigen
Verhltnissen. Die Sschiffe haben ber jedem Joch ein besonderes Dach mit
einfachem Giebel. Reich skulptiertes Portal, die Figg. sehr verwittert.
WTurm 1905 rest.

*Rathaus* in Fachwerk A. 17. Jh.

2 *Fachwerkhuser* um 1480.

*Burgruine*. Der Palas um 1500.

Gut erhaltene *Stadtbefestigung*.

_GREIFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Sprom. OTurrn, in dessen Erdgescho der Chor. Gleichzeitig die
WMauer. Im brigen Umbau 1. H. 15. Jh.

_GREIFENSTEIN_ b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.

*Burgruine*. Sehr groe, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch Grben
getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt 1137, zerfallen seit
1560.

_GREITZ._ Hauptstadt von Reu . L.

*Oberschlo*. Groe unregelmige Anlage, auen formenarm, im Innern
hbsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, auch Reste von Renss.

_GRETHEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. -- Tr mit rom.
Eisenbeschlag.

_GRETTSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshuschen. Lhs. mit
stattlicher Fassade von Hauptmann _J. M. Fischer._

*Rathaus.* Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau mit
Freitreppe. Davor _Dorflinde_ mit Sttzenbau.

_GRIESHEIM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* mit rom. Details. -- Zahlreiche _Grabsteine_, z. T. nicht bel. --
Stattliches adl. *Schlo* aus A. 18. Jh.

_GRILLENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Burgruine* mit 5 Rundtrmen; seit 1217 genannt.

_GRILLENBURG._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Schlo.* 1558 unter Oberleitung von _Hans Dehn-Rotfelser_, jetzt vllig
verndert; auf der Brcke 2 lebensgroe _Jger_ in Sandstein um 1600 in
der Art des _Chr. Walther._

_GRIMMA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron*. 1251, erweitert 1277. Reste in
der jetzigen Superintendentur.

*Frauen-K*. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von regelmiger
kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, am Qsch. 1/2kr. Nebenchre.
Der WBau mit 2 Trmen, im Gr. etwas schmler als das Lhs., noch in rein
rom. Formen; die Trme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube
mit 3 gekuppelten ffnungen, der Giebel darber von der Rest. 1888. Das
Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. Formen, die ursp.
flache Decke im 15. Jh. durch Gewlbe ersetzt. Am Chorschlu Gruppe von 3
hohen schmalen spitzbg. Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchre hochgot.
-- _Denkmler_ 1693-1760.

[*Nicolai-K*. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. --
Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren Wertes die Gemlde
von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. Schallgefe. Lange Reihe von
Bildnissen jetzt im Stadthause.]

*Augustiner*-K. (bei der Landesschule) 1290, berarbeitet A. 15. Jh. Rck.
von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. -- Denkmler und Bildnisse ohne
Bedeutung.

*Gottesacker-K*. 1556, einfach rck. -- Grabplatten und Denkmler ohne
Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische Arbeiten des 18. Jh.

*Schlo.* 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schnes groes Fenster, vier
schmale, durch zierliche Sulchen getrennte, spitzbg. geschlossene
ffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen zusammengefat, in dessen
Feld ein Vierpa. Weiter ausgebaut E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden
Epochen Bauformen erhalten. -- *Rathaus* 1442, Freitreppe 1585, Giebel um
1600, -- *Knabenschule* an der Frauen-K. 1614. -- An *Wohnhusern* meist nur
einzelne Teile aus lteren Epochen. -- *Altertums-Museum*.

_GRIMMENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. *Wallfahrts-K*. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 neben dem Portal
des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berhmte _Altar_ jetzt in
Grfentonna.]

*Linde* mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt fr einen der ltesten
Bume Deutschlands.

_GRDITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, Granit. --
_Grabdenkmler_ des 17. und 18. Jh., v. Ziegler und v. Metzrodt.

*Schlo.* Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.

_GROITZSCH._ K. Sachsen AH Borna.

*Frauen-K*. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des Schiffes;
sonst verndert.

*Aegidien-K*. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.

*Burg*. Zerstrt bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender
Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; lichter Durchmesser
3,3.

_GROSSBARTLOFF._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Anstndiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., auen
Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. -- 2 _Nebenaltre_ in
Stuckmarmor. Schne *Kanzel.* _Taufstein_ aus der lteren K. bez. 1606.

_GROSSBODUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* Bar. -- *Schlo*. Quaderbau von 1331, Tren und Fenster 1584. --
*Amtsgericht*. Schner Fachwerkbau mit Erker 1660.

_GROSSBREITENBACH._ Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren.

*Stadt-K.* 1680, einfach gerumig.

_GROSSCORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht ursp.),
Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von _Antonio Perri_. --
Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696.

_GROSSDITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Dorf-K.* mit spgot. und renss. Portalen.

_GROSSECKMANNSDORF._ K.Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes
Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter _Altar_ 1706; Emporen mit
biblischen _Malereien_, handwerklich, aber nicht ungeschickt; flache Decke
mit Kehle; bewegte Dachlinie.

_GROSSENBEHRINGEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Schlo* der Herren v. Wangenheim 1547.

_GROSSENHAIN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert und
erweitert von _J. G. Schmidt_ in Dresden (Schler _Bhrs_). Die Idee der
protestantischen Predigtkirche klar und nachdrcklich ausgesprochen. ber
dem alten (5/8) Chor der Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O
durch eine gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darber Kanzel und
Orgel) in der Mitte der nrdl. Langseite, ihr gegenber an der SSeite
vorspringender breiter Querflgel; also Erweiterung der Querkirche zu
T-frmigem Gr. Die Muldendecke wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll.,
die der Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. fat 2000
Personen. -- _Schnitzaltar_ 1499, die Flgelgemlde bez. E.W. Schne got.
_Kelche._

Ruine des *Nonnen-Klst*. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit Zellengwb.
jetzt Bierkeller.

_GROSSENLDER._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Kirche.* Erhalten der Chor im bergangsstil des 13. Jh. Quadr. Vorchor
mit Kreuzgwb., darber Turm, mehrmals erhht, der beschieferte Helm mit
Erkertrmchen 16. Jh. Die Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit
rom. Gewndform. An den ueren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte
Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches Portal mit
Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit groen skulptierten Stiftswappen. Die
Sakristei mit Tonnengwb. und 1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ltesten
Kirche (gegr. 822). -- _Grabmal_ der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.

_GROSSENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* Turm ber dem Chor 1480, Sch. 1650.

_GROSSFAHNER._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Kirche.* Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch 5 rom.
Scheidbgen des ehemaligen nrdl. Ssch. aus 12. Jh. zu erkennen. -- 2
*Schlsser* der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. _Wappentafel_ bez.
1502. Im Innern einige Rume in reicher Barockausstattung.

_GROSSFURRA._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

*Dorf-K.* S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen
berwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. Tren am Ostende
des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewlbtem Chor.

_GROSSHARTHAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1794. Feines _Buchsbaumkruzifix_ um 1700. Schner
_Wappengrabstein_ um 1500.

*Schlo* 18. Jh., neuerdings sehr verndert. Erhalten die stattliche
franzsische _Parkanlage_ mit Sandsteindekoration.

_GROSSHEIRATH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige Empore 17. Jh. Der
sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. mit Schweifkuppel und Arkaden 1720.

_GROSSHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Schlo.* Groe unregelmig 4flgelige Anlage, mit Benutzung lterer
Teile nach 1676 fr M. v. Gersdorf zurechtgemacht und erweitert.
Verwahrlost.

*Katharinenhof*. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und
Waisenhaus.

_GROSSHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.

*Rathaus,* schner Fachwerkbau auf massivem Erdgescho 16. Jh.

_GROSSKMEHLEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* Umbau des 18. Jh. -- Im Altarbau von ca. 1620 sind 2
niederlndische _Schnitzaltre_ (von _Jan Bormann_?) kombiniert,
wahrscheinlich Geschenke der dnischen Gemahlin des Kurf. Christian II.
(vgl. Prettin). Die Flgelgemlde sehr verdorben und schwer zu beurteilen.
_Moseskanzel_ aus Stein. In der Turmhalle groes _Triumphkreuz_.
_Grabsteine_ des sp. 17. Jh.

*Schlo.* Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden Ecktrmen.

_GROSSKOCHBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.*, rom., Turm ber dem quadr. Chor, brigens 15. und 18. Jh. --
_Schnitzaltar_ vom Saalfelder Meister der Baldachine, E. 15. Jh. --
*Schlo,* einfache Sprenss. 16. und 17. Jh.

_GROSSKRBLITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda

Vom ehemaligen *Edelhof* das schne sprenss. Hoftor.

_GROSSLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Umbau von 1596, Turm um 1400. -- Lobenswerter _Hochaltar_ um
1700, gleichzeitig der _Taufstein,_ spter das _Chorgesthl_. Auf den
Seitenaltren gute (leider neu bemalte) _Holzskulpturen_ des fr. 16. Jh.,
ausgezeichnet besonders eine _Pietas_ von einem mit Riemenschneider nur
entfernt verwandten Knstler um 1520. Auen _lberg_, lebensgroe
Sandsteinfigg., handwerklich.

*Antonius-Kap.* 1399. ber dem Portal Figurennische mit dem Wappen der
Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar
_Grablegungsgruppe_ um 1500, als Antependium interessantes Relief,
Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500. Die groen
Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, in etwas manierierter
Gefhlsseligkeit. Reich bewegte _Kreuzigungsgruppe_ um 1750 (vom
ehemaligen Hochaltar).

Stattliche *Huser,* mehrfach mit Marienbildern des 18. Jh. geschmckt. --
_Bildstcke_ 1501, 1513, 1713, 1795.

_GROSSLBICHAU._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* im Chor _Sakramentshaus_ 16. Jh. Frgot. _Kruzifix_.
_Schnitzaltar_ aus Altenburger Werkstatt, vgl. Maua.

_GROSSMLSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* gilt fr eine der ltesten Stiftungen in Thringen; das jetzige
Gebude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. -- Taufgestell, Kanzel
und Gesthl 1723; dem Kanzelbau eingefgt 2 gemalte _Flgel_ 1520 von
_Peter v. Mainz_ mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. _Grabstein_
1612.

_GROSSNEUHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stattliche *Dorf-K*. 1729 mit opulenter Ausstattung. -- *Schlo* der Grafen
v. Werthern-Beichlingen 1710.

_GROSSOLBERSDORF._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh., _Altarwerk_ um 1645 mit den knienden
Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand v. Einsiedel, wohl von _Joh. Bhm_
in Schneeberg. Eigenartig prchtiger _Kelch_ des Freibergers _Samuel
Klemm_.

_GROSSOSTERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der Streben und
Fischblasenfenster des 3seitigen stl. Schlusses weisen auf ca. 1500; wohl
lter in der Anlage der breite, nur vom Schiff aus durch ein Pfrtchen
zugngliche WTurm, dem ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktrmchen
einen charaktervollen Umri gibt. -- Bmkw. spgot. _Schnitzaltar_ mit den 14
Nothelfern. Eleganter renss. _Taufstein_ 1594. _Pastorengrabsteine_ 17.
Jh.

_GROSSOSTHEIM._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Dorf-K.* mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe der
_Beweinung Christi_, Holz, um 1501. -- Vor dem Ort _Kapelle_ mit dem Wappen
des Mainzer Kurfrsten Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige
Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Nach den ueren Umstnden knnte eine
Arbeit aus der Werkstatt _Backofens_ vermutet werden, was nher untersucht
werden mte.

Fast vollstndig erhaltene ma. *Stadtbefestigung*.

_GROSSPTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. Die auen
eingemauerten Reliefs scheinen lter. -- Groer und vortrefflich erhaltener
_Schnitzaltar_; _Sakramentsnische._

_GROSSRHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Groer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. Einige Reste
von spgot. _Altarplastik_.

_GROSSSCHNAU._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. Schlu. --
_Altarbau_ 1802 mit Gemlde von _J. E. Zeissig_ in Dresden, genannt
Schenau, 1786. -- _Bildnisgrabsteine_ des H. v. Nostitz {~DAGGER~} 1607, des Malers
Schenau {~DAGGER~} 1806. -- Ansehnliche _Bauernhuser_.

_GROSSSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Gilt als typisches Beispiel einer frhrom. Missionskapelle; got.
und bar. verndert.

_GROSSSEDLITZ_ s. Sedlitz.

_GROSSSTECHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Hbsche spgot. *Dorf-K*.

_GROSSTHIEMING._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. -- Guter
_Renss.Altar_ mit Gemlde um 1620.

_GROSSWALBUR._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und bar. Helm steht
seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; das Lhs. noch einmal 1748
erneuert. -- Hbsche spgot. _Sakramentsnische_. _Kanzel_ 1538. Mehrere gute
_Kelche_ aus 17. Jh.

_GROSSWEITZSCHEN._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Der WTurm rom., alles brige stillos verbaut. -- [_Schnitzaltar_
aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]

_GROSSWENKHEIM._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm frhes 15. Jh. Kirche 1769-72. _Deckenbild_ von _J. P.
Herrlein_. Pietas aus Gustein 1. H. 15. Jh. _Monstranz_ E. 16. Jh. Auf
dem Kirchhof: _Denkmal_ des letzten Abtes von Bildhausen {~DAGGER~} 1812.

_GROSSZSCHOCHER._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* von rom. Grndung; OTurm und Chor spgot. Altar und
Herrschaftsstbchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh.

GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. *Pfarr-K.* Rom. Anlage mit spgot.
und noch spteren Vernderungen. Holzdecke 16. Jh. -- Geschnitzte
*Fachwerkhuser* 17. Jh. -- *Dorf-K*. Chorturm mit rom. Kern, Lhs. 16. und
17. Jh. -- _Sandsteinkanzel_ 16. Jh. -- *Brunnen* mit Tritonen und Nereiden
1720.

_GRUBNITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.*, Kernbau wesentlich rom.

_GRUMBACH._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von _Gottfr. Unger_ mit
lebendig erzhlten biblischen Szenen ausgemalt. Prunkvoller Altarbau 1688,
das exaltierte _Statuenwerk_ von _J. F. Richter_ aus Meien.

_GRUNAU._ K. Sachsen AH Zittau.

*Kathol. K*. 1739

_GRNAU._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Karthause,* gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich ausgedehnten
Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende Reste des 17. und 18. Jh.

_GRNHAIN._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Vor der Stadt die Trmmer des reichen *Cistercienser-Klst.* gleichen
Namens.

_GRNLICHTENBERG._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. --
Lebensgroer _Crucifixus_ A. 16. Jh. -- _Schnitzaltar_ 1431; ein zweiter E.
15. Jh.

_GUDENSBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Stadt-K.* 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler beraubt. Der
etwas schmlere Chor hat 1 Joch und Schlu aus dem 6Eck. Rippenprofil
geschrfter Rundstab. Im Mawerk 2 Spitzbgg. ohne Nasen, darber groer
3Pa.

*Spital-Kap,* spgot., auch die alten Spitalgebude vollstndig erhalten. --
*Schloruine*, seit 1388 in Trmmern.

_GGEL._ OFranken BA Bamberg.

Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verndert, besonders 1612. --
_Hochaltarblatt_ 1620 von _Fuger_, _Statuen_ der 12 Apostel von _M. Kern_.
Schne _Wappensteine_ mehrerer Bischfe.

_GUMPERDA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* rom. Die spteren Vernderungen greifen weniger tief ein, als
gewhnlich; 2 Tren mit plumpen _Tympanonskulpturen_, ungewhnlich der
Gegenstand: Sndenfall, Adam grabend und Eva spinnend. -- _Schnitzaltar_
bald nach 1400 (also einer der ltesten des Gebietes), 13 Heilige unter
Baldachinen, Abschlu nach oben gerade.

_GUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* rom. Anlage. Emporen und Gesthl in guter Behandlung A. 18. Jh.
[_Flgelaltar_ gegen 1400 im Dresdener Altert.-Ver.].

_GNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1713. Wertvoller got. _Schnitzaltar_ (aus Erfurt?).

_GNTERSLEBEN._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon mit blindem
Mawerk, in welches Figrchen eingestreut sind. -- _Rok.Altar_ mit guter
Kreuzigungsgruppe. Schne _Monstranz_ um 1710, augsburgisch. -- An einem
Hause gute got. _Madonna_, Stein.

_GNTHERSLEBEN._ Sachsen-Gotha Kr. Gotha.

*Dorf-K.* rom. WTurm, sonst 17. Jh.

_GUTMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 18. Jh., gut rest. _Gutsgebude_, wirkungsvoller Bau um 1700.

_GUTTAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* nach Brand 1813. -- Aus derselben Zeit das strenganmutige
*Herrenhaus,* 1stckig, in der Mitte offene Halle mit dor. Sll.

_GUTTENBERG._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* um 1800, Grabmler 16.-18. Jh.

*Schlo,* malerischer Komplex, groenteils 18. Jh., Zwinger und Tor aus
sp. Ma. Schne Wappentafel 1482.

_GTZINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Wrzburger Hofspital);
_Gemlde_ von _Onghers_.




_H_


_HAARHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* rom. OTurm, sonst got. und bar.

_HABESBURG_ (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.

*Burgruine* sehr zerstrt.

_HAFENLOHE._ UFranken. BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* _Holzfig_. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des spten 13.
Jh., lebensgro, gut berarbeitet. _Sandsteinfig_. St. Eucharius um 1350.

_HAIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Kirche* modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.

_HAIN B. HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* rom. Turm ber dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.

_HAIN B. STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* rom. Anlage wie in Hain b. Heringen.

_HAINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. -- Kanzel 1622;
Altarbau 1733; ziemlich guter _ikon. Grabstein_ 1424.

_HAINA._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

Ehem. *Cistercienser-Klst.* Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt 1224 kann
sich nur auf die ersten Anfnge des Kirchenbaues beziehen. Weiterhin
fehlen alle sicheren Nachrichten. Der Grundri einheitlich im normalen
Schema des Ordens: Chor rck. mit plattem Schlu, an der OWand des Qsch. je
3 Kapp., Lhs. von 9 Jochen. In der Ausfhrung 3 Abschnitte. 1. Unterbau
der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang (OFlgel) in das erste
Joch des Lhs. fhrende Tr rundbg., wenn auch mit gotisierendem Blattwerk.
2. bergang zum Hallensystem und zur frhgot. Stilform unter einer
wesentlich franzsich gefrbten Bauleitung, ohne Anklnge an den deutschen
bergangsstil. Der jngste Bearbeiter der Baugeschichte von H. (O. Liemke)
setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis 1228 und erklrt H. fr den
zweitltesten rein got. Bau in Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und
vor Marburg. Diese Behauptung enthlt nichts geradezu Unmgliches, aber es
fehlt ihr doch auch jede festere Begrndung. Die Schulrichtung ist
dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), und ich halte es
noch immer fr das Wahrscheinlichste, da sie in Hessen zuerst hier
eingesetzt hat. Danach wren die ltesten got. Teile in H. in die 40er
Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau von Chor und Qsch. Die Fenster sind
hier 2teilig, der groe Kreis der Krnung mit Sechspa ausgesetzt (in
Marburg noch glatt), besonders schn das 22 geteilte groe Fenster des
Chorschlusses. Die Fenster der 5 stl. Langhausjoche bleiben 2teilig,
nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krnung eine Gruppe von
Dreipssen. -- Das angenommene Verhltnis zu Marburg bezieht sich nur auf
die OTeile. Mit der Annahme des Hallensystems knnte H. im Vorsprung
gewesen sein. Der Querschnitt hnelt in der Schmalheit der Sschiffe und
der starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger steilen
Hhenproportion den westflischen Hallenkirchen. Enorm stark im Verhltnis
zur Arkadenffnung sind die Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg,
nur da der dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen
Kragstein gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgescho
sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit kleinen Fenstern
gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges) ohne Durchbrechung; im
2. Gescho dnne Wandung, Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4
WJoche und die WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verndert
ist das Detail, am aufflligsten in den Mawerkformen. -- Am 6. Pfeilerpaar
_Lettner_ E. 13. Jh. in schlichten, sprden got. Formen. Im Chor
_Wandtabernakel_ 1. H. 14. Jh. von schrfster Feinheit der Meielarbeit. --
_Chorsthle_ 14. Jh. -- _Grabsteine_ der Grafen v. Ziegenhain (der letzte
{~DAGGER~} 1450). _Steinrelief_, auf Landgraf Philipps Klosterreformation
bezglich, 1542. -- _Glasmalereien_ des 14. Jh., grau in graue
Teppichmuster (mehrere neu). -- _Glocke_ im Dachreiter lter als dieser,
1225 vom Erzbischof von Mainz geweiht und mit dessen Siegel versehen.

*Klostergebude* (jetzt Irrenanstalt). OFlgel des Kreuzgangs E. 13. Jh.,
S- und WFlgel 1. H. 14. Jh., NFlgel 1858. Im O 2 Sle, jeder mit 23
Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 25 Gwbb. (Obergescho neu), westl.
anschlieend die Kche, stl. die sog. Wermutskammer. Die Gebude am
westl. Flgel mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.

_HAINDORF._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Marien-K.* 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor entspricht
dem Msch. WTurm. -- _Sakramentshuschen_ spgot. -- _Steinskulptur_ (Krippe)
unter einem von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. -- In
der Sakristei _Gewlbemalerei_.

_HAINEWALDE._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. _Innenausstattung_
im ursp. Zustande. Recht hbsch die Orgel. Charakteristische Denkmler. --
Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche _Gruftkapelle_ in reicher bar.
Nischenarchitektur mit allegorischen Figuren.

Altes und neues *Schlo,* 1564 und 1749; groartiger Terrassengarten.

_HAINICHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.

_HALLBURG._ UFranken BA Gerolzhofen.

Von der *Burg* (als castellisch zuerst erwhnt 1230) stehen noch der ma.
Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau.

_HALLE A. S._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dom* (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von
Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer Dominikaner-K.
der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Vernderungen umgebaut. Eingehende
Untersuchung steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch geht die
bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurck, sicher der ganze Chor
(totale L. 68 m). Das uere ist in Tradition der Bettelordenskirche
turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen zerlegt, ber den Abseiten in
dichter Reihung Renss.-Zwerchhuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. -- Von
erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die _plastische Ausstattung_.
Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich
kurze Zeit der Ausfhrung (1523 bis 1526) setzt eine stark besetzte
Werkstatt voraus. An ihrer Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch
als Dirigent des Ornaments, ein Schler _Hans Backofens_ aus Mainz (wohl
von demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das
Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu,
der eingehende und verstndnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa,
Como) gemacht hatte. 1. Die zwei _Weihetafeln_ an der NWand des Innern,
bez. 1523, das prachtvolle Wappen des Kardinals in dikula, dazu die hll.
Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. _Sakristeitr_ und sdl. _Auenportal_
bez. 1525. 3. _Kanzel_ bez. 1526, nicht gro, aber von hchstem
plastischem Reichtum. 4. An den Pfeilern des Inneren groartiger
_Statuenzyklus_ (Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei
Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Krper- und
Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der Kpfe, das ganze Pathos
der Empfindung und das malerische Formgefhl, dies alles ist im Wesen
schon barock. [Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als
Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; _Grnewalds_ Tafel mit
den hll. Erasmus und Mauritius jetzt in der Pinakothek zu Mnchen.]
_Chorgesthl_ von spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. _Emporen_
und Altar M. 17. Jh.

*Markt-K. U. L. Fr*. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S.
Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg lie sie 1529
abbrechen bis auf die Trme und verband diese durch einen Neubau, das
jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der sptesten Gotik im Anschlu an
die Schule des schsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10
schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute
steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekrmmten
Flchen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewlbe hat keine struktive
Bedeutung mehr und verschmht auch formal jeden Zusammenhang mit den
Sttzen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das stl. Turmpaar (vor der
Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Brcke verbunden. Die
Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe
zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die blauen Trme, spgot. mit rom.
Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krnung von 8
kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca.
1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener
komplizierten Stabwerkverflechtungen und berschneidungen, in denen sich
besonders die schsische Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der
Fenstergewnde herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich
bemalten und vergoldeten _Emporen_ (von _Nickel Hofman_ 1550-1554) geben
eine interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament.
Eine zierliche, doch hchst verzwickte, lediglich mit geometrischem
Ornament rechnende Komposition ist die _Kanzel_ aus Sandstein; der Meister
sucht nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgeprgte
Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk ber den Emporen, 1562-1575 von _Ant.
Pauwart_ aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments
veranschaulichen die _Brutigamssthle_, eine ausgezeichnete Arbeit von
1595. Aus derselben Zeit der originelle _Schalldeckel_ der Kanzel (1596).
Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von _Ludolf v. Braunschweig_ u. s.
Sohne Heinrich. Groer _Wandelaltar_ mit je 3 Flgeln, in allen Teilen
gemalt, 1529 von einem Cranachschler. An der OWand des nrdl. Ssch.
_Tafelbild_, Christus die Wechsler vertreibend, bez. 1498, in der
Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk.

*Moritz-K*. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem Msch.; Schlu
mit 3 Polygonalchren in gleicher Flucht. Die 4 OJoche und der Chor 1388
ff.; die westl. Hlfte (an Stelle des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M.
15. Jh. Die beabsichtigten westl. Doppeltrme nicht ausgebaut. Die Gwbb.
1557 rest. Im ueren sind die Strebepfeiler der stl. Hlfte mit Stben,
Giebeln und blinden Fialen berreich dekoriert; die westl. einfach; die
Fenster mit Eselsrcken und Scheitelblumen. -- Im Innern mehrere
_Steinskulpturen_ von _Konrad v. Einbeck_ (welcher auch die uere
Dekoration der stl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte
Konsolen ber den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, Anbetung des
Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, alles andere in Kopfdarstellungen):
an einem Pfl. _S. Moritz_ v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in
der SOVorhalle _Eccehomo_ von 1416, im Nackten aufmerksame
Naturbeobachtung, klagende Maria und _Christus_ an der Martersule und ein
_Relief_ mit der Anbetung der drei Knige -- alles mit Knstlerinschrift.
Eine _Bste_ im nrdl. Nebenchor, von hchst bmkw. Energie der
Individualisierung, gilt fr Konrads Selbstbildnis, ist aber erheblich
jnger. -- _Altar_: Mensa mit rom. Ornament, groes und wertvolles Retabel
mit 3fachen Flgeln, im Mittelschrein Schnitzfiguren, die Gemlde 1511 von
_Georg Jhener_ von Orlamnde. -- Steinerne _Kanzel_ mit ausgedehnten
Reliefs in konventionell italisierendem Stil, 1592 von _Zacharias
Bogenkrantz_; Schalldeckel 1604.

*Ulrichs-K*. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). Spgot.
unsymmetrische Halle; es fehlt das sdl. Ssch.; beg. 1339, Gwb. in
Netzform 1510. Tympanon (Marientod) 14. Jh. -- Einfaches modern ergnztes
_Chorgesthl_ E. 14. Jh. _Taufkessel_ v. 1430, hnlich dem der Markt-K.
und von denselben Meistern. -- Altar: Mensa mit blindem got. Mawerk bald
nach 1339, der Schrein mit Doppelflgeln 1488. -- _Sakramentshuschen_ um
1525, fr die barocke Strmung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine dikula
in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm und umspielt
von den sten eines Baumes in spgot. Stilisierung. -- _Kanzel_,
Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645. -- In der Sakristei
wertvolle _Gefe_, darunter Weinkanne und Hostienbchse 1580,
emaillierter Kelch 1654.

*Neumarkt-K*., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten.
Sandstein-Taufstein von 1478.

*Glauchaische K.,* 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.

Der *rote Turm,* freistehender selbstndig gebauter Glockenturm
1418-1506. Erstes Gescho Rechteck, die 2 folgenden verzogenes 8Eck.
Schlanker Helm, die Ecktrmchen vielleicht erst aus M. 16. Jh. Der
Sockelumbau aus Backstein neugot. 1825.

*Betsule* 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der Kreuzigung.

*Moritzburg,* 1484-1503 erb. von Erzbischof _Ernst v. Magdeburg_, beendet
durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. Abrecht v. Brandenburg; durch
einen Brand im 30j. Kriege schwer entstellt; von Kunstformen wenig
briggeblieben, zum Teil Ruine. Die Fenster im NFlgel bezeichnende
Beispiele der sich auflsenden Sptgotik.

*Rathaus,* unregelmige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die neue Laube von
1558 wrde als Renss.Versuch des Sptgotikers _Nickel Hofmann_
interessieren, ist aber, wie alle lteren Teile, deformiert. Die
Backsteingiebel zeigen die Mawerkbekleidung in dester Entartung. -- Der
*khle Brunnen,* Haus des erzbischflichen Gnstlings H. Schnitz,
vollstndig verbauter Frhrenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher
Innenausstattung. Im selben Charakter die *Residenz* seit 1530, ursp. als
Kollegiengebude fr die vom Kardinal geplante Universitt bestimmt. --
*Wage* vor 1575, mit gutem Portal. -- 2 Tfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus
dem *Talhaus* jetzt im stdt. Museum in der Moritzburg eingebaut.

*Stadtgottesacker* auf dem Martinsberg, stlich vor der alten Stadtmauer.
Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, einen verschoben vierseitigen
Begrbnisplatz umgebend. 1558 von _Nickel Hofmann_ begonnen, mit dem 94.
Bogen erst 1594 vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert
mit Benutzung von Aldegrever Stichen.

*Leipziger Turm,* letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor dem
Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, 15. Jh., Haube 16. Jh.

_HALLENBERG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden

*Burgruine*. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt.

_HALLSTADT._ OFranken BA Bamberg.

*Pfarr-K.* 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. -- Ansprechendes
Beispiel einer nicht reich aber sorgfltig ausgefhrten Kleinstadtkirche.
Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch und gleich breit, Rundpfll.,
Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, im W Empore, sehr hohes Dach,
ausgebauter Chor. Altre und Gesthl bar., ansehnlich und von gutem
Geschmack. Auen tchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm
im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit _lberg_.

_HAMMELBURG._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage mit
flachgedecktem Mschiff und netzgewlbten Sschiffen. Der Unterschied
zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und der spielerischen,
derben Sptgotik im Lhs. sehr bedeutend; immerhin gehrt der ganze Bau
noch zu den besseren in dieser Gegend. -- An der Auenseite got. und renss.
_Grabsteine_, der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von _Peter
Dell d. ._ 3 figurenreiche _Kreuzwegreliefs_ um 1520.

Ehem. *Schlo* der Frstbte von Fulda, jetzt Bezirksamt. Einheitlicher
Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. Vier Flgel um einen rechteckigen
Innenhof, trockenes Sptbarock.

*Marktbrunnen*. 1541 von _Joh. Schoner_. Frische und exakt durchgebildete
Frhrenss.Arbeit.

*Klst. Altstadt*. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen der
einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen die harte
Innenarchitektur noch ertrglich. Nach auen fast ganz schmucklos.

*Schlo Saaleck*. Erstmals erwhnt 1282. Aus 13. Jh. der massige, runde
Bergfried aus groen Buckelquadern. Die Wohnbauten im 19. Jh. gnzlich
erneuert. Das ganze Schlo steht prchtig in der Landschaft.

_HANAU._ RB Cassel Kreisstadt.

*Marien-K.* Die Erhebung zur Stifts-K. veranlate die Erbauung eines neuen
greren und mit Aufwand durchgefhrten Chors 1487. 4 Joche im Lngsteil,
3/8 Schlu; Netzgwbb. mit Wappenschmuck in den Schlusteinen und reicher
Meielarbeit an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit reichem
Fischblasenmawerk; hohl geschwungene Abdeckung der Strebepfll. Das Lhs.
erneuert 1558-61; hlzerne Emporen in 2 Rngen; die Mauern niedriger als
die des Chors, der Dachfirst in gleicher Hhe, Turm im sdstl. Winkel. --
Der Chor diente 1451-1612 als _Begrbnissttte_ fr das grfliche Haus
Hanau-Mnzenberg. Die Grabsteine sind durchweg heraldisch, und es ist der
Brauch festgehalten, Wappen und Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand
zu setzen. Einigen Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v.
Nassau {~DAGGER~} 1477, berlebensgroe, kniende Steinfigur; Philipp III. {~DAGGER~} 1561,
Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und
Pilasterarchit., gefllige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, im
Ornament hauptschlich Groteskenwerk und Anfnge von Rollwerk; Helene von
der Pfalz {~DAGGER~} 1579, Seitenstck zum vorigen, die Archit. pompser, das
Rollwerk hat breitere Ausdehnung gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles
auf niederlndischen Einflu deutend), Philipp Ludwig I. {~DAGGER~} 1580,
knstlerisch das beste Stck der Reihe, im Stilcharakter der
internationalen Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar disponiert
und fein gestimmt in den Verhltnissen, treffliches Ornament, das Rollwerk
mit groer Zurckhaltung. -- Vom got. _Chorgesthl_ 2 Wangenteile erhalten,
ungewhnlicherweise mit Portrtfiguren aus dem Grafenhause geschmckt. --
_Orgel_ 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr
Prachtgehuse (von _Franz Nagel_ aus Miltenberg) auffallend abstechend. --
An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt und rest.

*Wallonisch-Niederlndische K*. (reformiert). Gegr. 1599. Doppelkirche,
veranlat durch den zweisprachigen Charakter der Gemeinde, die doch ihre
Zusammengehrigkeit auch uerlich betonen wollte. Ein grerer und ein
kleinerer Zentralbau, jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von
23 m Durchmesser, sind ineinander verschrnkt. Umgnge von 12 resp. 8
Sandsteinsulen tragen die flachen Decken und die nur 1geschossige Empore.
Zugang zu den letzteren durch Treppentrmchen in den einspringenden
Winkeln zwischen den beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch
den in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichfrmig
ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster rundbg. mit
Mawerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders durch die ungeheuren, unter
sich nicht gleichhohen, aber die Mauern an Hhe weit bertreffenden
Walmdcher empfngt das uere einen ganz eigenartigen Umri.

*Johannes-K*. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schlu in 3
Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Mawerk, schwere
Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. Gleichzeitig neue
Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem Orgelprospekt. Begrbnissttte
der letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg.

*Stadtschlo*. Unregelmige Gruppe, meist Sptrenss., im heutigen Zustand
kunstarm und interesselos.

*Altstdter Rathaus*. 1537-52. Oft verndert, jetzt whgest. Erdgescho
ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk mit Erkern. Eingebauter
Justitiabrunnen. -- Ein gegenberliegender spgot. Erker vom lteren
Rathaus.

*Neustdter Rathaus*. 1725-33 von Baudirektor _Hermann_. Gute
Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgescho Arkaden, teils offen,
teils verblendet; 2 Obergeschosse mit leichtem Mittelrisalit, dessen
Giebelfeld mit Hochreliefs gefllt ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem
First kleines Uhrtrmchen

*Gymnasium*. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Sptrenss.

*Fachwerkhuser* 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.

_HANNBERG._ OFranken BA Hchstadt.

*Dorf-K.* befestigt.

_HANSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Bedeutende *Burgruine*. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstrung durch Knig
Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos von Northeim). Spter welfisch und
seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren
v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. -- Die Hochburg
umschliet einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen Rume nicht
sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk und Details mit einer im 14.
Jh. nicht mehr gewhnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem
Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstrkung durch Zwinger mit
Rondellen. Die beiden grten Durchmesser sind 125 und 150 m.

_HAPPERTSHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* modernisiert. Ausstattung und _Holzfigg_. 18. Jh. Bmkw.
_Madonna_ A. 15. Jh.

_HARDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die Ausstattung in
Stuck und Farben einheitlich. -- _Altaraufsatz_ recht bedeutend.

_HARLE._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schlu. Groer WTurm, ffnet
sich gegen das Schiff mit einer hlzernen Empore von 1589.

_HARRA._ Reu j. L. LA Schleiz.

*Dorf-K.* Mischbau spgot. und barock. -- _Altarwerk_ A. 16. Jh. sehr
interessant (so im Inv.).

_HARRBACH._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* Gute, klassizistische _Ausstattung_, gefertigt vom Schreiner
_Schmidt_ in Nordheim 1788. -- An der Sdseite Holzfig. der _Madonna_;
teilweise ergnzt, wrzburgisch, E. 15. Jh.

_HARSDORF._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* OTurm got., Lhs. 18. Jh., hlzerne Doppelempore.

_HRTENSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* (fast neu) in burghnlicher Lage umgeben von fester Ringmauer. --
Schner _Kelch_ A. 16. Jh. _Taufstein_ und _Sakramentsnische_ um 1500, in
reicher aber unfeiner Steinarbeit. _Bildnisgrabsteine_ v. Wildenfels 1558,
1602. _Glocke_ mit Reliefs M. 15. Jh.

_HARTENSTEIN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Schlo* (Frst Schnburg). Von der Burg des Ma. Teile der Vorburg
erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von _Meyner_, _Graff_
u. a. -- Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, ansehnlicher Fachwerkbau des
17. Jh.

_HASLOCH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Am neuen Altar spgot. _Flgelbilder_ von nicht bler Qualitt;
Verkndigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. 15. J., schwbisch?

_HASSEL._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* (z. Z. auer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal mit
_Tympanonskulptur_ hnlich dem in Aue. -- Auf dem Altar ein guter
geschnitzter Rok.Aufsatz.

_HASSENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken von einem der
in dieser Zeit in Thringen viel beschftigten Italiener (Castelli?).

*Schlo* (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende Pilaster nach
palladianischem Muster.

_HASSENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., ber dem
quadr. Chore der Turm, wie hufig gebruchlich an der mittleren Saale;
erhalten noch das Hauptgesims und der WGiebel mit Steinkreuz; bar.
verndert.

_HASSFURT._ UFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, in manchen
Beziehungen verwandt der von demselben Wrzburger Bischof erb. K. in
Knigsberg i. Fr. -- Breitrumige Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark
berhht. Steinerne WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht
ausgefhrt), flankiert von 2 Trmen (der in SO aus lterer Anlage). -- Die
bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. -- Am Chorbg. unbemalte
_Holzstatue Joh. d. Tufers_, sehr vorzglich, die Zuschreibung an
_Riemenschneider_ fr mich nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt
_Madonna_ (durch moderne Bemalung beeintrchtigt) und auf dem (neuen)
Hochaltar die 3 _irischen Heiligen_, S. Kilian durch das Schwert als
Wrzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger _Altargerte_ 17. und
18. Jh.

*Ritterkapelle*. Die Bedeutung der Adelsfraternitt, durch und fr die sie
gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklrt. Chor beg. 1390, Lhs. 1431,
Abschlu (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. unter Frstb. Julius von
Wrzburg 1603-05 und (sehr willkrlich) M. 19. Jh. durch_ Heideloff_. --
1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schlu. Sehr eigentmlich
und schwerlich dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen
Chor und Lhs.: ersterer nmlich geht mit schrgen Mauerstcken in die
Lhs.Wnde ber und der Chorbg. wird 3teilig. Das Lhs. wird ursprnglich
3sch. geplant gewesen sein, es wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgefhrt;
erst 1603 erhielt es die vorhandenen 3 groen Kreuzgwbb. und die
zugehrigen Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot.
umgearbeitet. Unverflschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt sich
der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. Mit dem
unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade und Fialen von
Heideloff hinzugefgt) sind 3 Reihen Wappenschilder verbunden, andere im
Innern an den Schlusteinen der Netzgwbb., zusammen 226. Frher noch mehr,
da der Wappenfries auch ber die WWand des Chors sich hinzog (jetzt unter
dem erhhten Dach von 1603 versteckt). Ferner war auen an den Fenstern
und Strebepfll. ein ganzes Heer von _Statuen_ in Aussicht genommen; zhlt
man die durch Konsolen und Baldachine bezeichneten, schlielich leer
gebliebenen Pltze fr sie zusammen, so htten sie sich auf 52 belaufen
mssen. Zur Ausfhrung kamen die _Bogenfelder_ am S- und WPortal, bewegte,
gemldemige Kompositionen, in der plastischen Ausfhrung stmperhaft
(Zug der hll. drei Knige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst
noch zahlreicheren _Grabdenkmlern_ sind 15 innen und 11 auen erhalten;
mehrere urspr. von guter Qualitt, aber durch. lfarbkrusten entstellt.
Ausstattung neugot.

*Spital-Kap. z. Hl. Geist*. 2. H. 15. Jh. _Schnitzaltar_ mit interessanten
bemalten Flgeln, E. 15. Jh. (Kirchenvter, Aposteltrennung in reicher
Landschaft). -- Das Spitalgebude einfacher Bau des B. Julius 1614.

*Bischfl. Amtshaus* (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Wrzburger Schule
um 1725. -- Stattliche _Zehntscheuer_ 15. Jh., rest. 1617.

Von der _Stadtbefestigung_ 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten.

_HASTRUNGSFELD._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* Rom. Anlage, Turm im O.

_HATTENBACH._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Dorf-K.* Unscheinbarer kleiner rom. Bau.

_HAUEDA._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_.

_HAUNECK._ RB Cassel Kr. Hnfeld.

*Burgruine*. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.

_HAURDEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die
reichgeschnitzten Trger des Dachreiters. -- Rom. _Taufstein_.

_HAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* Zahlreiche _Grabdenkmler_ der Familie v. Drnberg.

*Schlo.* Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut.

_HAYNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Sprom. *Dorf-K*. mit verhltnismig reich ausgebildetem Portal.

_HAYNSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Ruine* der ehem. bischflichen Burg; erhalten ein hoher, runder rom.
Bergfried, Mauerstrke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Lnge erhalten. Wohnbau
renss.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof hbsche
klassizist. Grabdenkmler.

_HEICHELHEIM._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O erweitert, Lhs.
mit Holztonne 1686.

_HEIDAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. (jetzt Domne). Kirche E. 13. Jh. 1sch. in 5
Jochen und 5/8 Schlu. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen auf Kragsteinen, die
Strebepfll. entsprechen nicht den Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen
Nonnenempore ber 2sch. Halle; spter frstlicher Kirchenstand mit groem
Ofen von 1669. Sehr einfacher ungewlbter *Kreuzgang*, etwas reicher das
Refektorium. A. 17. Jh. ein _Schlo_ eingebaut; Saal mit Brettertonne;
Alabasterkamin 1619.

_HEIDENFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. *August.-Chorherrenstift* (jetzt Nonnen). Die K. (got.) A. 19. Jh.
abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock 1726-34. Gleichzeitige
Stuckdekoration. Die Gastzimmer ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal
(jetzt Kapelle) 1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien
und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf _B. Neumanns_ fr Neubau
der K. um 1750 nicht ausgefhrt.)

*Dorf-K.* mit vollstndiger Ausstattung von _J. P. Wagner_ 1791.

_HEIDINGSFELD._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter Rest. die
genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). Im Lhs. 6 Arkaden auf
schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und Fugesims. Das Qsch. in seinen
Fronten gleichfluchtig mit den Sschiffen. Chor 1408 verlngert. Aus
gleicher Zeit die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit
Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite (Lhs. 23,5 m l.,
20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm in der SOEcke. 2 rom. Portale, an
der WFront und am nrdl. Kreuzarm. -- Groer _Hochaltar_ 1712. Feines
_Sakramentstrmchen_ M. 15. Jh. Sptestgot. _Kanzel_, Stein, das Mawerk
in Astverschlingungen umgedeutet, an der Brstung Statuetten (nur 3 alt);
das Meisterzeichen h b auf den Wrzburger _Hans Bock_ zu beziehen.
_Taufstein_ renss. 1581. _Chorsthle_ um 1710, ziemlich einfach. Im Chor
_Steinrelief_ mit Beweinung Christi bez. 1508, allgemein als Werk
_Riemenschneiders_ anerkannt, auch in seinen Schwchen fr ihn
charakteristisch. Aus seiner Werkstatt die _Kreuzgruppe_ am Chorbg.
Brgerliche _Epitaphe_ des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein fr das
Ehepaar Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt
_Riemenschneiders_. -- An der SSeite des Lhs. lberg-Kap. 1510.
_Totenleuchter_. _Michaeliskap_. Kirchhofsmauer mit 2 Tortrmen.

*Spital-K*. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.

*Stadtbefestigung* mit mehreren Trmen und 3 Toren, 14. Jh.

*Rathaus* spgot. und bar. -- Haus no 380 frgot. Giebelbau. -- *Zehnthof* von
S. Burkard in Wrzburg 1574. -- An mehreren Husern steinerne _Marien-_ und
_Heiligenstatuen_ 16.-18. Jh. Got. _Bildstcke_.

_HEILGERSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* Sandstein-_Epitaphe_ der Stein-Lichtenstein, M. bis E. 16. Jh.

*Schlo* nach 1700, 3flgelig mit 2 Geschossen.

_HEILIGENKREUZ_ b. Meien. K. Sachsen.

Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Profanierte Bruchstcke. Wesentlich rom.
Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat mit Apsis, und Nebenapsis vom
sdl. Qsch. Auch die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der
Klostergebude, rom. Anlage mit got. Zustzen.

_HEILIGENSTADT._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, sehr alter Taufstein,
Emporenbrstungen mit biblischen Bildern, Grabmler 1670, 1672.

_HEILIGENSTADT._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*S. Marien-K.* (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon in 1. H. 9.
Jh. vorhanden. Fr die bestehende K. Geldsammlungen 1276, beg. angeblich
erst 1304, womit die Formen nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist
lter, M. 13. Jh. (?) -- 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem
Chor. Die Scheitelhhe der Gwbb. in ganzer Lnge gleich, dagegen die
Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat auer dem regelmigen 5/8
Schlu 2 gerade Joche, die von schlanken OTrmen (nur einer ausgefhrt)
flankiert werden. Das Lhs. beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3
sehr schmale und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung
der Sschiffe sind diese Unregelmigkeiten fr die Auenansicht
ausgeglichen, wodurch im Innern des nrdl. Ssch. die Gwb.Grundrisse sich
stark verschieben. Am Ende des nrdl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer
lteren Anlage (M. 13. Jh.) und ber ihr eine Empore; auf der SSeite
symmetrisch eine Brstungswand, aber keine Emporenteilung. Lhs. und Chor
in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt nach dem gleichs. 3Eck. Die
sehr mchtigen Pfll. sind rom. gegliedert (vielleicht, gleich der sog.
Krypta, aus lterem Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener
Weise Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die turmlose
WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von _Joh. Wirauch_. -- Die
_Ausstattung_ hat unter der puristischen Rest. 1863 schwer gelitten. [Die
schne Kanzel von 1584 in die Dorf-K. zu Rhrig gebracht.) Schlichter got.
_Taufkessel_. _Tumba_ des Erzbischofs Adolf v. Mainz {~DAGGER~} 1390. -- Bmkw.
_Statue_ eines Chorknaben mit Lesepult, im Motiv dem bekannten Naumburger
nahe verwandt, doch jnger (A. 14. Jh.). Am NPortal _Tympanonrelief_ S.
Martin und der Bettler, stark verwittert.

*S. Marien-K.* (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltrmen.
Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: 1. die
WTrme und das erste Joch des Lhs. Sie sind als Abschlu eines lteren
(vielleicht im Stadtbrande 1333 zugrunde gegangenen) Gebudes anzusehen.
Formcharakter um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in
Sachsen und Thringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil ein
glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbnder gegliedertes
Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit Giebelchen gekrnt, und
zwischen diesen in miger Hhe aufsteigend eine steinerne Dachpyramide.
Sowohl am Mauerteil als am Dach Hervorhebung der Kanten durch krftig
profilierte Stbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon weder gro noch
reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschnheit den besten der
Zeit zuzuzhlen. -- 2. Lhs. um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5
Jochen, das Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Krftige Rundpfll.
mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Hhe. -- 3. Chor A. 15. Jh.,
1sch., hher als das Lhs. Die angebaute groe Kap. richtet ihren
polygonalen Schlu nach Norden und ergibt in der Auenansicht eine gut
wirkende Gruppe. -- Die bei der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren
umfangreicher spgot. _Wandmalerei_ wurden bei der Neubemalung nicht
bercksichtigt. Auch die prchtige bar. _Altarausstattung_ (1675) ist
beseitigt. Ebenso die meisten _Grabsteine_. Erhalten ein Taufkessel von
1492. [Interessanter Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im
Museum.]

*S. Aegidien-K*. Der lteste und bestausgefhrte Teil ist der rck. Chor,
beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. in nchterner Hochgotik.
Hallenkirche von 5 Jochen, im Querschnitt mit der in Mitteldeutschland
nicht hufigen Modifikation, da die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
Scheitel in der Hhenlage des Msch.Kmpfers). Dadurch wird die
Raumwirkung, bei starker Lngenausdehnung, gedrckt. Die WFassade (beg.
1370) schliet sich der von S. Marien an. Doch ist von den Trmen nur
einer (s) ausgefhrt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgescho mit
Ecktrmchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm
1853, Sakristei 1904. -- _Vierzehnnothelfer-Altar_ 1638, reicher und
origineller Aufbau in Sprenss. _Kanzel_ spbar. 18. Jh. _Chorsthle_ E. 17.
Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener _Taufkessel_ 1507.
_Denkmal_ der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3.
Drittel 14. Jh. _Grabstein_ des Kantors Koch {~DAGGER~} 1605, Ausfhrung spter, in
krausem, schwulstigem Fr.-Bar.

*S. Annen-Kap.* 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit groem Wurf. Der
Nachdruck liegt auf dem Auenbau. Fr die Gotik ungewhnlich das Thema der
zentralen Anlage: Regelmiges 8Eck, im Aufbau vergleichbar den Trmen von
S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich, wie dort, aus einem
Kranz von 8 Giebelchen und endet in einer Laterne, die verkleinert die
Komposition des Ganzen wiederholt. Fr die Formbehandlung bezeichnend die
kraftvolle Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser 6,5; H.
bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfu 6,3; von dort bis
Laternenspitze 6,3.

*Rathaus.* 1738. Davor Neptunsbrunnen.

*Schlo* des kurfrstl. Vizedoms. 1736 von _Chr. Heinemann_. Solider
Quaderbau, in der Behandlung recht nchtern. Drei Geschosse zu 13 Achsen.
Einziger Kontrast der Segmentgiebel ber dem flachen Mittelrisalit.
Mansarddach. Im Innern Stuckdekorationen an Wnden und Decken.

*Gymnasium* (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von _Heinemann_.

*Gefngnis*. Erb. 1740 als Waisenhaus.

*Wohnhuser*. ber den Stadtbrand 1739 geht weniges zurck. Stattliche
Herren- oder Beamtenhuser aus 18. Jh. sind der Preuische Hof, das
Deutsche Haus, der Eichsfelder Hof und das Ilbergsche Haus.

_HEILIGENTAL._ UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die K. (z. T.
konomiegebude) in typisch 1sch. langgestreckter Anlage mit 7/12 Schlu.
Die Formen einfache frische Frhgotik, etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor
Rippengwbb. mit Wulstprofil und vorgelegten Plttchen; auf Wandsulchen
mit Laubknufen; Fenster 2teilig mit strengem Mawerk. Langhaus
flachgedeckt. Die flachgedeckte Gruft unter der WEmpore zeigt zwischen
den beiden Eingngen Anstze eines ehemaligen Baldachinaltars. -- 2 gute
_Rittergrabsteine_ (v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.

_HEILIGENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; Figuren von
grter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle scheinen von hohem Alter.

_HEILSBERG._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. WTurm. --
Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit 17 _Figuren_ aus Altarwerken
um 1500, aus einer trefflichen, von Franken beeinfluten, aber
selbstndigen Werkstatt.

_HEIMBACH._ RB Cassel Kr. Rotenberg.

*Dorf-K.* in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 von _A.
Rossini_.

_HEINITZ._ K. Sachsen AH Meien.

*Schlo.* Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines knstlichen Sees; im 1. V.
16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentmlichen Gratformation der
Albrechtsburg; 1585 weitere Vernderungen im Sinne eines heiterprchtigen
Landsitzes.

_HEINRICHS._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* Inschr. 1453 und 1503. Die _Wandmalereien_ im Chor und Lhs.
bilden einen Zyklus von der Heilsverkndigung bis zum Jngsten Gericht;
letzteres zerstrt. -- Gute _Fachwerkbauten_ im Ort.

_HELBA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Gutshaus* 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.

_HELDBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schlu; die Sterngwbb. wohl noch
mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; Fischblasenfenster;
reich berstabtes Portal 1536; Turm nrdl. am Chor. -- _Kanzel_ 1536 in
Frhrenss., die Reliefs bertragungen Cranachscher Gemlde; von derselben
Hand der _Taufstein_.

*Gottesacker-K*. E. 15. Jh. -- Mehrere ikon. _Grabsteine_, gut der an der
WFront von 1541.

*Amtsgericht*. Fachwerkbau 17. Jh. -- Sonstige *Fachwerkhuser*;
hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schner steinerner Wappentafel.

Bmkw. Reste der *Stadtbefestigung*.

*Veste*. Die Gebude gruppieren sich um ein verschobenes Viereck. Der
knstlerisch bedeutendste Teil der Neue Bau (spter und jetzt
franzsischer Bau) 1560-64 von _Nic. Gromann_; gestrecktes Rck. von
geringer Tiefe; nach dem Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn
Erinnerungen an das Heidelberger Schlo vorliegen, wie behauptet wird, so
knnen sie hchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht werden: 2teilig
mit Giebelverdachung, die Gewnde durch Zahnschnitt gegliedert;
Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstcke sind die 2 Erker; sie springen von der
Erde auf als rck. Risalite vor und sind mit antikisierend flachem Giebel
geschlossen; an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche
Flchenfllung mit Trophen, Rollwerk und figrlichen Reliefs. Zugang
durch vorspringende runde Treppentrme. Vorgemach mit Kamin in reicher
Meielarbeit; ein anderer im Frstengemach.

*Schlo-K*. 1663-65 jetzt in Verfall.

_HELDRUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Stadt-K.* im 30jhr. Kriege zerstrt, Neubau 1682.

*Schlo* von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.

_HELFTA._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Cistercienser-Nonnen-Klst.,* jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. ohne
gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore und einiges auf die 2. H.
13. Jh. weisende Detail.

_HELLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.

*Wasserburg* (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und 4 Ecktrmen,
erneuert im 18. Jh.

_HELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Klosterhof*. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. umgebaut,
von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. erhalten sind. Auch die Kirche
im Kernbau rom.

*Stadtmauern* mit Turm teilweise erhalten.

*Brgerhuser*, niederschsischer Fachwerkbau in guten Exemplaren.

_HELMBRECHTS._ OFranken BA Mnchberg.

*Pfarr-K.* got. mit Flachdecke.

_HELMERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.

_HELMERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Weitrumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. Lndlich reiche
Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, meist heraldische
_Grabsteine_ des 17. Jh., Familien v. Heldritt, v. Zweiffel, v.
Wangenheim.

Hennebergischer *Freihof,* Amtswohnung des Amtsrichters, Fachwerkbau um
1600.

_HELMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Mhlhausen.

*Dorf-K.* 18. Jh. _Taufstein_ 14.-15. Jh., reich mit Mawerk geschmckt.

_HELSA._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, da die
Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein kleineres Quadr. umschreibenden
Steinsll. getragen wird. Fein behandelte hlzerne Emporen aus derselben
Zeit. Der Turm steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung
verbunden, die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jhr. Kriege.

_HENFSTEDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Die Anlage fr die ma. Bauten des Werratals die typische: 1sch.
mit eingezogenem, turmtragenden quadr. Chor. Im 17. Jh. erneuert. -- Ikon.
Grabstein 1521; mehrere heraldische aus 18. Jh. -- *Herrenhaus* 1595. --
*Ruine Osterburg*.

_HENNEBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* um 1500. Das Obergescho des Turmes wohl das lteste Beispiel
vom Fachwerkbau im Werratal.

*Burg* der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den thringischen
Landen. Am besten erhalten der Bergfried, rund, 14 m h., die Ringmauern
noch in 10-15 m H.

_HENNERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* architekturlos. -- _Altarwerk_ ursp. doppelflgelig, von
demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in der Nikolai-K. in
Dippoldiswalde begegnet.

_HERBSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* spgot. Anlage. -- Mehrere _Grabsteine_. _Doppel-Wandgrab_ des
Junkers Christoph Knobloch und seiner Frau {~DAGGER~} 1612.

*Schlo.* Gr. unregelmiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 und 1594. Im
Rittersaal schne Stuckdecke.

_HERCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche
Patronatswappen. -- _Altar_ und _Kanzel_ interessante Arbeiten aus der
Erbauungszeit.

_HERDA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* Got. Chorturm mit Fachwerkgescho und bar. Haube.
Tonnengewlbtes Sch. 17. Jh. -- _Schnitzaltar_ um 1500. -- Schlichtes
*Herrenhaus*, reicher Ofen.

_HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Stadt-K.* 1731. -- *Schlo* (der Grafen v. Schwarzburg) nach 1590,
Rechteck mit 4 runden Ecktrmen, einfache Renss.

_HERLESHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Kirche* einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., das
Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nrdlicher Anbau 1606, Westtr 1777. --
_Wandgrab_ des Georg v. Reckrath {~DAGGER~} 1558, der Verstorbene in einer Nische
stehend, Sandstein. (Er war Erbauer des neuerdings gnzlich umgestalteten
Schlosses.) Schne _Glocke_ 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).

_HERMANNSFELD._ Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.

*Dorf-K.* mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.

_HERMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Schlo.* Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. Rest, nach
Brand 1739 durch _George Bhr_. -- Umfassungsmauer mit runden Ecktrmen
(vgl. Moritzburg). Hauptbau: Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmig;
Aufbau 2geschossig, in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an
den Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige
Fenstergewnde sind berreste aus 16. Jh. Im Erdgescho auf der
Vorderseite flachgewlbter breiter Korridor, auf der Rckseite die meist
quadr. Zimmer; Obergescho 1758 umgestaltet. -- _Wandteppiche_ mit
Darstellungen aus dem chinesischen Hofleben, wohl franzsisch M. 18. Jh. --

Groer _Park_ Mischung franzsischer und englischer Gartenkunst.

_HERPF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen durchsetzt,
deren Schnitzereien zu den besten der Gegend gehren. _Kanzel_ 1620.
_Deckenmalereien_ 1772. _Portrts_ von 3 Hennebergischen Frsten des 16.
Jh. -- Geschnitzte *Fachwerkbauten* 17.-18. Jh.

_HERRENBREITUNGEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. An Stelle einer im 10. Jh. genannten
kniglichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach Aufhebung des
Klst. 1553 als Schlo-K. eingerichtet. Im 30jhr. Kriege schwer
beschdigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung und Bemalung aus dieser Zeit
gut erhalten. 1911 der Chor ausgegraben. -- Schsisch-thringischer
Schulcharakter, Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der Fassade Spuren
einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein Turm (W) und zwar ganz in das
Msch. einspringend. Dieses wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrngt.
Sttzen auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kmpfern, auf der
SSeite Wechsel von Pfll. und Wrfelknaufsulen. Hauptchor und Nebenchre
kommunizierten durch Doppelarkaden. -- _Bildnisgrabstein_ des letzten Abtes
{~DAGGER~} 1541 gefunden. Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried von
Orlamnde {~DAGGER~} 1124 war noch 1875 vorhanden und ist seitdem verschwunden,
[hlzerne Nachbildung der Renss. in der Lwenburg bei Wilhelmshhe]. Ein
im Lhs. liegendes _Weihwasserbecken_ zeigt hochaltertmliches Ornament,
vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit.

*Dorf-K.* 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen Michaels-Kap.

Im Dorf einige gute *Fachwerkbauten*.

_HERRMANNSGRN._ Reu . L. LA Greiz.

*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.

_HERRNHUT._ K. Sachsen AH Lbau.

*Gemeinhaus der Societt*. Erb. als Erziehungshaus 1724 von Gf. Zinzendorf
durch den Zimmermann _Chr. David_. Schlichter Bruchsteinbau mit
Obergescho in verputztem Fachwerk.

*Gemeinsaal* (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit Flachdecke und
Mansardendach. Einrichtung einfachst. An einer Langseite Podium mit den
Bnken der ltesten und dem den Altar vertretenden Tisch. -- Der rck.
Platz, in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsumt von den
Chorhusern der ledigen Brder, Schwestern, der Witwen usw.

*Herrschaftshaus*. Der 1725 von Zinzendorf errichtete Fachwerkbau machte
1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der Unitt).

*Vogtshof*. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrert.
Groer, einfacher, schloartiger Bau.

Die *Wohnhuser* des 18. Jh. fters mit einem Anflug von schlichter
Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.

_HERRNSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau 18. Jh.)
zugngliche WTurm E. 12. Jh. -- Bezeichnete _Glocke_ 1308.

_HERSFELD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*K*. des ehem. *Benedikt.-Klst*. Gegr. 769, erster Neubau 831, zweiter
Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. gew. 1144, 1761 von den
Franzosen niedergebrannt, jetzt Ruine. -- Groartige Raumschpfung in
schlichten strengen rom. Formen. Bruchstein mit (ursprnglichem?) Verputz
und sorgfltig behandelten Hausteingliedern, rote und weie Schichten
wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzfrmigem Gr. Ganze lichte Lnge
(nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13,
Langchor 20:13. Abweichend von der normalen Anlage des ausgebildeten rom.
Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflgel, das Fehlen einer
Absonderung der Vierung vom brigen Qsch., der ber das Quadrat
verlngerte Gr. des Chors. (Aus diesen und anderen Grnden kann vermutet
werden, da der bestehende Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9.
angeschlossen habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr.
Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Sttzen 4 Paar Sll. mit steilen attischen
Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, in jeder Blende 2 kleine
Fenster; der unter der Apsis liegende Raumteil durch strkere Pfll.
abgesondert und mit 3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden
gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die
Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flgel eine Apsis und 3 Tren, die
Apsiden von ungewhnlich schlanker, hoher Figur, so da sie in die
Fensterregion hineinragen und hier nur fr einen Okulus (mit Vierpa!)
Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jetzt ganz zerstrte) Arkaden, die Sll. mit
monolithen verjngten Schaften, schlichten, mchtigen (Seitenlnge mehr
als 1 m) Wrfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst
profiliertes Gurtgesims, ungewhnlich groe Fenster mit wenig
abgeschrgten Gewnden. Hhe 23m (bereinstimmend mit der unter gleicher
Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentmlich der WBau,
ein Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes
Rck., zur Hlfte ber die Flucht der Trme vor-, zur anderen Hlfte in das
Msch. einspringend, tonnengewlbt, nach W mit offenem Bogen, nach O
Portal. Die mchtigen Mauermassen dieser Vorhalle dienen als Substruktion
eines 1/2kreisfrmig zwischen den Trmen vorspringenden Chors. Breite
Treppen innerhalb der Trme fhren zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein
vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in situ erhalten).
Von den Trmen, die sehr stattlich waren, nur der sdl. erhalten; die 2
obersten Geschosse haben jederseits zwei Doppelfenster und Blenden. Im
letzten Gescho ein rundbg. gewlbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen,
die nahe dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen. -- Das
uere hchst einfach; etwas lebhafter gegliedert nur die OApsis: 4
Pilaster mit herumgekrpftem Schmiegengesims, darber das interessante
Motiv eines Kranzes kleiner flacher Nischen, Vorlufer des
Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese fehlen berall. Durch einen Sockel mit
attischer Basis nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter
Bruchstein, an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel von wei und
rot. -- _Vorbau_ am nrdl. Kreuzarm, Tr und Fenster in reichen sprom.
Formen, an den Kapitellen der Ziersulchen mannigfache figrliche
Darstellungen. -- In einiger Entfernung (SO) von der K. ein _Einzelturm_ in
reichen Formen des 12. Jh. -- _Stiftsgebude_ am sdl. Kreuzarm mit sprom.
Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12
Apostel, in den Zwickeln Vgel, Tiere, Engel. -- _Lullusglocke_ angebl. M.
11. Jahrhunderts.

*Stadt-K.* Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als Hallenkirche von 4
Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und polyg. Schlu, im W vortretender
Turm von 6 Geschossen. Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.

*Spital-K*. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal gruppierten
Fenstern unverndert.

*Rathaus.* Krftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. Aller Schmuck auf
die Giebel geworfen, die das hohe Dach vollstndig einschlieen, je 2 an
den Langseiten, je einer an den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.

*Kantorwohnung* bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das Datum gltig wohl
nur fr den Unterbau.)

Vor der Stadt *Schloss Eichhof,* got., spgot. u. renss. ber dem Tor
Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier bte.

_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 1545; A. 18. Jh. berarbeitet und das Innere als Emporensaal mit
einigem Aufwand neu eingerichtet. Hbscher Dachreiter 1727. -- Auf dem
Kirchhof v. Gersdorfsche _Grabmler_.

_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. und Altarhaus
stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische Auenansicht.

_HERZBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Schlo.* Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, am nordwestl.
Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt 1643.

_HERZBERG._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Haupt-K*. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. Netz-Gwbb.
Eigentmlich die 3 verdrckten Halbpolygone im Chorschlu. -- Die
_Bemalung_ der Gwbb., Evangelisten, Propheten, Verkndigung, Jngstes
Gericht, hat sich gut erhalten.

_HERZOGENAURACH._ OFranken BA Hchstadt.

*Pfarr-K.* Ursp. rom. Basilika wie Mnchaurach; die rom. Sulenbasen
stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. mit hlzerner Tonnendecke.
-- _Steinskulptur_ 15. Jh. betender Tempelritter. -- Got.
_Sakramentshuschen_.

2 ansehnliche *Tortrme*.

_HESSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. --
_Taufstein_ gemischt got. und renss. -- _Grabsteine_ der Familie v.
Heberg.

_HESSENSTEIN._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*Schlo.* Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.

_HESSENTAL._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Kapelle.* Groe 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem Tuff,
angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten Schler _Backofens_
(demselben, der im Dom von Halle gearbeitet hat).

_HETTSTEDT._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Stadt-K.* Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. _Kanzel_ 1587. Gute
_Beweinung_, Stein, ca. 1500. -- Ruinen eines bedeutenden got. *Schlosses*.

_HETZLAS._ OFranken BA Forchheim.

*Dorf-K.* mit befestigtem Kirchhof.

_HEUSTREU._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Dorf-K.* got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe Ecktrme.

*Berg-K*. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und 17. Jh.

_HEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollstndige
Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.

_HILDBURGHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

*Stadt-K.* 1785 von _A. F. v. Kelau_. Kuppelraum umgeben von Emporen in 2
Geschossen, stl. anschlieend rck. Altarraum. Die Kuppel aus Holz, im
Auenbau nicht zum Ausdruck kommend; berhaupt die ganze Behandlung sehr
sparsam.

*Neustdter* oder *Waisen-K*. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten Ecken;
die Emporen haben auch im W analogen Gr., so da im Innern ein gestrecktes
8Eck. Das uere Putzbau mit Teilung durch dorische Pilaster, darber
Triglyphengeblk.

*Reformierte K*. (jetzt kathol.) 1722.

*Rathaus.* Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, doch von
charakteristischer Massengruppierung; groer schlichter Renss.Giebel,
seitlich runder Treppenturm mit welscher Haube.

*Regierungsgebude* 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.

*Schlo* (jetzt Kaserne) 1685-1707 von _E. Gedeler_. Ein mittlerer
Hauptflgel und 2 anstoende Nebenflgel umgeben einen Ehrenhof. Im Innern
stuckierte Decken, an die Schlsser in Gotha und Friedrichswerth
erinnernd.

Im Schlopark *Denkmal* fr die Knigin Luise von Preuen 1815 von
_Schulze_.

*Wohnhuser* des 18. Jh., nur fr den Spezialisten von Interesse.

_HILFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Wallfahrts-K.* 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor rom.
Spuren, Tren rundbg. mit Perlstab. Das Sch. ffnet sich mit groem
Rundbogen gegen W ins Freie -- _Crucifixus_ aus fr. Ma. _Statue_ des h.
Bonifatius 1661. _Grabplatte_ des Frsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681.

_HIMMELKRON._ OFranken BA Berneck.

*Cistercienser-Nonnen-Klst.* Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl nicht viel
spter. Abmessungen mittelgro. Anlage 1sch., in der westl. Hlfte
Nonnenempore, polyg. Chorschlu ohne Einziehung. Die Baufhrung zeigt zwei
Abschnitte. Vom ersten der WBau und die an die Klostergebude stoende
SWand im ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen
Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wlbung beabsichtigt, wie die mit
der Mauer bndigen Strebepfll. an der stl. Hlfte der NWand anzeigen;
ausgefhrt nur im Chorgewlbe (1 Joch 5/8 Schlu). Ferner wurden in dieser
Bauperiode (E. 14. Jh.) die Fenster vergrert und die 3sch. 6jochige
Erdgeschohalle unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb
flachgedeckt; der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trgt jetzt
stuckierte Stichkappengewlbe von 1699. Westfassade verbaut. Kleiner
Dachreiter. -- _Kreuzgang_ 1473 (Inschr.), nur ein Flgel vorhanden; er
zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll und glnzend, wie weit und
breit nichts hnliches zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb.
ruhen auf spiralfrmig kannelierten Wanddiensten mit ppigen Laubkaptt.;
ber diesen Statuen (groenteils zerstrt) Baldachine; in den mittleren
Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde Engel aus Stuck, an den Wnden
Passionsreliefs. Die auf einer Konsole kniende _Statue der Stifterin_
Elisabeth v. Knsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu
denken. -- Groe Zahl von _Grabsteinen_: am Boden Burggrfin Anna v.
Nrnberg {~DAGGER~} 1383; an der Wand zunchst dem Eingang Agnes v. Orlamnde
{~DAGGER~} 1300, dem Stil nach 50 Jahre spter. Tumba eines Grafen v. Orlamnde mit
dem meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die brigen von geringerem Interesse.
-- _Holzkruzifix_ nicht von _Veit Sto_.

*Markgrfl. Schlo* (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von _St. Pierre_.

_HIMMELPFORTEN._ UFranken BA Wrzburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erb. angeblich 1264. Rck. mit leicht
eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in 2 Joche gewlbt; derbe
Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. Die Strebepfll. am Schiff lassen auch
fr dieses auf ehemalige Wlbung schlieen; bei der Rest. unter der
btissin Katharina _IV._ (1592-1630) wurden die Mauern berhht und mit

flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. Fenster mawerklos.
Die westl. Hlfte des Sch. von der Nonnenempore eingenommen; die 3sch.
gewlbte Halle, auf der sie ruht, spter als Sepultur eingerichtet.
Hbsche _Wendeltreppe_, in der sich got. Mawerkmotive mit spten
Renss.formen vermischen (bez. 1612). Auen im O und W Renss.Giebel und ein
zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal in frgot. Formen jetzt neu, doch
wohl nach dem alten kopiert, bezeichnend fr die cisterciensische
Auffassung der got. Formen. _Grabsteine_: Elisabeth v. Hutten {~DAGGER~} 1383,
Margarethe v. Hutten {~DAGGER~} 1400, Ludwig v. Hutten {~DAGGER~} 1414, Katharina v. Hutten
{~DAGGER~} 1415. -- Die _Klostergebude_ renss., der Kreuzgang noch got. Auch die
ltere Ummauerung des Klosterbezirks erhalten.

_HIMMELSTADT._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Groer Hochaltar aus der
Werkstatt _P. Wagners._

_HIMMELTAL._ UFranken BA Obernburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1232, barock umgebaut. -- _Grabstein_
des Konrad v. Bickenbach 1354.

_HINTERNAH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. Nach alter
berlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. Altarhaus mit Turm. In
dieser Zeit und noch spter sind in genauer Wiederholung dieses Schemas,
nur in den Maen wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen
errichtet.

_HIRSCHBERG._ Reu j. L. LA Schleiz.

*Frstl. Schlo,* erb. 1678, verdet.

_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. 1sch. Lhs.
1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.

_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau deuten, 1508
nach O erweitert. -- _Schnitzaltar_ 1518. Gute _Sandsteinepitaphe_ 1623,
1732. Rom. _Trbeschlag_.

_HIRSCHFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um 1780, die
_Statuen_ und _Reliefs_ in der Art _J. P. __ Wagners_.

_HIRSCHFELDE._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf 2 schlanken
8eck. Pfll. lter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte Chor. -- Emporen
und Stuckdekoration 1718. Ausstattung groenteils aus derselben Zeit. --
Schne _Glocke_ 1573. Hbsche _Sandsteindenkmler_ rok. und
klassizistisch.

Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von _Husern_ in Lausitzer Bauart, z. T.
mit laubenartig vorgebautem Obergescho.

_HOCHBERG._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* Groenteils neu. -- Bmkw. Ausstattung 1772-88. Sehr gut die
_Kanzel_ von _Peter Wagner_, klassizistisch. _Madonna_, Holz, um 1480. --
_Stationsbilder_ (Steinreliefs) und Kreuzigungsgruppe 1626.

_HOCHKIRCH._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* Groer Saalbau von 1717. -- _Denkmal_ fr den in der Schlacht bei
H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den Formen nach um 1780.

_HCHST_ b. Gelnhausen RB Cassel.

*Wendelin-Kap*. 1415 (?), rest. im 18. Jh.

_HOCHSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 1616. Altar im Aufbau got. Flgelaltre 1612, die Gemlde bez.
S im Ring mit 3 Herzen.

*Kapelle* in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl berrest einer Burg.
Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von Langheim {~DAGGER~} 1473.

_HOCHSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas hher als die Ssch., Chor 1
Joch und 5/8 Schlu. Der isoliert stehende Glockenturm wahrscheinlich
ehemaliger Torturm.

*Rathaus* renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.

HCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. *Stadt-K.* um 1400, aus welcher
Zeit der gewlbte polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und
mit Emporen versehen; Fassade italisierend bar. -- _Wandtabernakel_ 14. Jh.
_Altre_ und _Kanzel_ rok. Im Chor auf schner got. Konsole S. _Georg_ E.
15. Jh. Hlzerne _Pietas_ A. 15. Jh.

*Spital-K*. 1517, unbedeutend.

*Schlo.* Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert.

*Torturm* aus sp. Ma.

_HCKENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. -- _Altarwerk_ mit 2
beweglichen und 2 festen Flgeln, um 1515. -- _Grabsteine_ und
_Wappentafeln_.

_HCKENDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 19. Jh. Ausstattung und _Denkmler_ 16. und 17. Jh., nicht ohne
Interesse.

_HOF._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K. S. Michael 1230.* Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, erhalten
nur der Unterbau der WTrme und die Vorhalle. Der alte Gr. scheint dem der
gleichzeitig gegrndeten Stadt-K. in Bayreuth hnlich gewesen zu sein.

*Lorenz-K.* Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des WTurms; sonst
Umbau des 16. und 19. Jh. -- _Flgelaltar_ 1470. -- _Grabsteine_ A. 17.Jh.
_Bronzeepitaph_ 1730.

*Spital-K*. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke mit 90
Gemlden von _M.H. Lohe_; weitere 53 auf den Brstungen der Doppelempore.
Originelle Ausstattung. Schnitzaltar 1511. Gemaltes Epitaph eines
Cranachschlers 1573; ein anderer bez. H H B 1556 (wohl _Joh. Hagenberger
d. ._).

*Rathaus* 1563-66 von _Nickel Hofmann_ von Halle; 1823 eingreifend
verndert.

_HOF._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 wesentlich
umgestaltet. Mchtiges _Altarwerk_ aus Sandstein, Alabaster und Holz mit
Malereien auf Zinkblech, zum Andenken an Dietrich v. Schleinitz {~DAGGER~} 1612.
_Taufstein_ um 1600. _Denkmler_: fr H.A. v. Haugwitz {~DAGGER~} 1544, die in
Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende Ritterfigur wre
des _Hans Schickentanz_ wrdig; S.J. v. Schleinitz {~DAGGER~} 1559, von einem
geringeren Dresdener Meister; andere aus derselben Familie 1595, 1612,
1660.

*Schlo.* Die beiden lteren Flgel um 1570, die jngeren nach M. 18. Jh.
Prchtiger Kamin aus Meiener Porzellan, aus dem Boxbergschen Palais in
Dresden stammend. _Gemlde_ von _A. F. Oeser_. Zahlreiche
_Sandsteinfiguren_ aus 18. Jh.

_HOFGEISMAR._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Liebfrauen-K*. in der Altstadt. -- bergangsstil, z. T. got. umgebaut
(Inschr. 1330). -- Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus dem 12Eck
geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am sdl. Ssch. zierliches got.
Portal von eigentmlicher Anlage. Am WTurm rundbg. Portal mit
Wrfelknauf-Sulen. -- _Chorgesthl_ 14. Jh., an den Wangen groe Bltter.
-- ber dem Pfarrstand spgot. _Altarflgel_.

*K. in der Neustadt*. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit einfachen
Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, Der 1sch. Chor mit
polyg. Schlu hher und schlanker. Der WTurm hat diagonal gestellte
Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, oberer 1460.

*Gilde- und Hochzeitshaus*. FrRenss. Modern umgebaut. *Schlchen
Montcheri*. 1789 von _S. L. Du Ry_, eine fast genaue Wiederholung des
Schlchens in Bad Nenndorf.

_HOFHEIM._ UFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von Wolf
Behringer) und besonders eingreifend 1740. -- Mehrere Reste von
_Holzplastik_, u. a. ein hl. Diakon, Richtung _Riemenschneiders_.

Wohlerhaltene *Stadtbefestigung* 16.-18. Jh.

_HOFSTETTEN._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte _Pietas_,
Holz, 1. H. 16. Jh. -- Am Chorbogen _Selbdritt_ um 1700.

_HOHENBERG._ OFranken BA Rehau.

*Burg,* gut erhalten und sehenswert.

_HOHENEICHE._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon.

_HOHENGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) neu. Der ppige Rok.Altar aus S. Martin in Heiligenstadt
von _E. Rickmann_ um 1760; auf ihm spgot. _Pietas_.

_HOHENKIRCHEN._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. -- _Kanzelaltar_ 1776.

_HOHENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.

_HOHENLEUBEN._ Reu j. L. LA Gera.

*Frstl. Schlo,* spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich
geworden.

_HOHENLOHE._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K.,* erb. ca. 1240. Ungewhnl. Anlage, fast
gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hbsche rom. Portale an den
Kreuzflgeln, am Chor Drillingsfenster.

_HOHENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schlu, Emporen ringsumgefhrt
(Vernderungen 1889). Schner _Taufstein_ 1764.

_HOHENSTEIN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 16.-18. Jh. _Holzrelief_ mit Abendmahl, Sockel eines Altarwerkes
aus 16. Jh. Groes reiches _Grabmal_ des Generals v. Imhof {~DAGGER~} 1768.

*Schlo* 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener Empire-Saal.
Reste von rok. Gartendekoration.

_HOHENTURM._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus mit 1/2
kr. Apsis, feine rom. Tr.

_HOHLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. _Pietas_.

_HOHNSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1725 von _George Bhr_. Die Umfassungsmauern einer lteren K.
muten benutzt werden. Gr. nherungsweise quadr. mit abgestutzten Ecken,
eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; Emporen und Bnke zentrisch
aus Kreissegmenten; Kanzel und Orgel ber dem Altar. -- ueres schlichte
Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der Dcher und des
sdstl. angeschobenen Turmes nicht ohne Reiz.

*Schlo.* Der ursp. sehr starke Bau halb zerstrt, der bestehende seines
Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. [_Kanzel_ im Dresdener
Altert.-Ver.]

_HOLLFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 1774-77 von _Neumann d. J._ und _Vogel_. -- _Statuen_ der
Fassade und des Hochaltars von _J.L. Kamm_, _Gemlde_ der Seitenaltre von
_Anwander_.

_HLLRICH._ UFranken BA Gemnden.

*Schlo.* Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flgel mit 4
Ecktrmchen.

*Ruine Reuenberg*. Erb. durch die Thngen 1333. Aufrecht stehen der
Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebudes und des Beringes.

_HOLLSTADT._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Dorf-K.* stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, Eckturm.

Ehem. *Hof* des Klst. Bildhausen, schner Komplex von Renss.Bauten.
_Stuckdecken_ 18. Jh.

_HOLZHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch um 1780.
Nebenaltre Frhbarock um 1660; auf ihnen _Holzfigg_. St. Kilian und St.
Rochus nach 1500.

_HOLZKIRCHEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Kloster-K.* erb. von _Balthasar Neumann_ 1730. Signierter Gr. in
der Wrzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die interessanten
Konkurrenzplne _L. Dientzenhofers_. Reiner Zentralbau, in der Komposition
fr Neumann auffallend einfach. Fast regulres Achteck, im Innern
abgerundet. An den Ecken korinth. Sulen auf hohem Sockel, die ein
architraviertes Hauptgesims tragen. Darber die im Querschnitt nicht ganz
halbkreisfrmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Auen die Glieder aus
rotem Sandstein, Mauer wei. An den Ecken korinth. Pilaster, dann Geblk
und Attika. Auf dem Pyramidendach zierliche Laterne in Form eines
Tempietto. Trotz der nicht bedeutenden Mae (innerer Durchmesser 15m, Hhe
20 m) ist der Raumeindruck des Innern mchtig. Die Proportionen nach einem
genau durchgefhrten Triangulationssystem. Die stark klassizistische
Architektur ist fr _Neumann_ in dieser Frhzeit ungewhnlich; nur die
(nicht erstklassigen) Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen,
da wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. -- An der Auenseite
eingemauertes _Rotsandsteinrelief_ des 12. Jh., aus zwei nicht
zusammengehrigen Stcken bestehend: Kopf eines Heiligen; Christus auf der
Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. Die ikonographische Idee nicht recht
verstndlich. -- _Neumanns_ Risse fr das _Klostergebude_ kamen nicht zur
Ausfhrung. Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste des sprom.
Kreuzgangs.

_HOLZZELLE._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Benedikt.-Nonnen-Klst*. Drftige Reste. Eine ltere Zeichnung der Ruine
zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Trme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch.
(ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf welche jedoch der Chor nicht
hinweist). [Ein figurenreiches, nach der flchtigen Abb. zu urteilen,
bedeutendes _Tympanon_ jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]

_HOMBERG._ RB Cassel Kr. Homberg. *Pfarr-K.* S. Maria. Beg. 1340, Turm
1374 von _Heinrich v. Hesserode_ (Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen,
Chor 1sch. 3 Joche und 5/8 Schlu. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten.
Gwbb. der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Mawerk und Gewnde
reich gegliedert. Der mchtige WTurm in sehr reinen Formen. Stattliches
WPortal.

*Marktbrunnen*. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der Passion wohl von
einem Stationsweg.

*Got. Huser* hinter der Kirche und Gasthaus Krone.

*Stadtmauer* mit Trmen.

_HOMBURG A. MAIN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Schlo*. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. -- In der
_Burkhardusgrotte_ (im Schloberg) guter _Altar_ von 1613 mit Figuren und
Reliefs aus Alabaster, in der Art des _M. Kern_.

_HOMBURG_ a. d. Wern. UFranken BA Gemnden.

*Burgruine*. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll gelegen.
Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei Teile, die Hauptburg,
die im Bering und in einigen Bauteilen auf das 12. Jh. zurckgeht. Durch
Halsgraben geschieden von der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit
Kapelle, Wirtschaftsbauten und starker, von groen Mauertrmen bewehrter
Ringmauer.

_HOPFERSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* spgot. -- Guter _lberg_ um 1500. -- An der Auber Strae bmkw.
_Bildstock_ A. 15. Jh.

_HRNITZ (ALT-)._ K. Sachsen AH Zittau.

*Schlo* 1651 vom Zittauer Meister _Valentin_. Die Giebel der rck. Anlage
mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.

_HRNITZ (NEU-)._

*Schlo* 1751, gutes Beispiel dafr, wie bei uerster Beschrnkung der
dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle Wirkung erreicht
werden konnte (jetzt Brauerei).

_HRSELGAU._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* 18. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh. mit ungewhnlich groen, nicht
blen Figg.

_HRSTEIN._ UFranken BA Alzenau.

*Pfarr-K.* Schiff rom., Chor got.

_HOSTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. -- _Altar_ um 1580 in der
Art des _Hans Walther_, spter umgearbeitet; _Denkmler_ 1641, 1788.

_HUBERTUSBURG._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Jagdschlo*. Seit 1721 fr den Kurprinzen Friedrich August von _J. Ch.
Naumann_, fast ganz neu gebaut 1743-51 von _Joh. Chr. Knfel_, eine
Hauptleistung der Dresdener Schule. Sehr grorumige Anlage inmitten
weiter Forsten. Zuerst in Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflgel durch
einen krftigen polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die
Seitenflgel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit
stammen auch einige Nebengebude. Der Umbau verlngerte die Seitenflgel
und schlo das Ganze zu einem groen Viereck von 97,5 : 80,5 m ab. Das
uere blieb einfach in der Behandlung; die innere Ausstattung, an der
_Matielli_, _Knffler_, _Dieterici_ und _Oeser_ teilnahmen, ist
groenteils zerstrt; eine Ausnahme macht der westl. Ecksaal und die
Kapelle; letztere in einfachen Architekturformen, aber durch die
durchgehende Verwendung von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die
Plastik des Hochaltars von _Matielli_ drfte dessen Kunst in ihrem
Hhepunkt darstellen; die Gemlde der Seitenaltre von _Silvestre_; die
reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem Weihwasserbecken
wohl von _Knffler_.

_HLFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Wallfahrts-K*. Spgot. Hallenkirche, roh und drftig, neuerdings
ausgebaut. Der _Crucifixus_ (Hlfenskreuz) gilt fr Arbeit des 12. Jh.;
vielleicht eher archaistische Nachahmung.

_HUMMELSHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ aus der Saalfelder Schule.

_HMPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* got. 1603, rest. 1725 und 1826. _Schule_ 1623.

_HNFELD._ RB Cassel Kr. Hnfeld.

*Protest. K*. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig vom ma.
Bau brig gelassen.

*Kathol. K*. Sptestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. -- _Taufstein_ 1495.

*Ringmauern* gut erhalten.

_HUTSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Burgruine*. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. An der
Ringmauer Reste des Wehrganges.

_HTTENGESSS._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597.




_I_


_ICHSTEDT._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

*Dorf-K.* 1719, rom. Chorturm, tchtiges Renss.Epitaph.

_ICHTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Nonnen-Klst.-K*. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Sddeutsches Schema.
3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. 1154). Das Qschiff
ber die Sschiffe nicht hinausragend. Im 17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die
Doppeltrme im W verderbt erhalten. -- Herabgekommenes Schlo 16. und 17.
Jh.

_IHLEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. Rechteck mit
eingezogener 1/2 kr. Apsis.

_ILMENAU._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Stadt-K.* 1609 erneuert mit Schonung der got. stl. und westl. Teile.
Hinter dem Altar hoher _Kanzelbau_ etwa 1760-70.

*Schlo* 1616, im 18. Jh. etwas berarbeitet. -- *Marktbrunnen* 1702.

_IMMENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Stadt-K.* Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. Chor und
WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmleren Gwbb. Schafte 8eck. mit
einfachem Kmpferglied. Scheidebgg. aus derselben Grundform profiliert. --
_Sakramentshaus_, _Weihwasserstein_, _Chorsthle_ spgot.

*Rathaus.* Fachwerkbau des 17. Jh.

*Ringmauern und Trme* z. T. erhalten.

_IMMICHENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Kirche* des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen,
nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.

_INGERSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* Mischbau, lteste Teile 1398. -- Am *Herrenhof* Hoftor mit
Nebenpfrtchen in guter Renss.

_INGOLSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* 1751 von _Balthasar Neumann_. 1sch. flachgedeckte Anlage mit
WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils gleichzeitig (Hochaltar),
teils lter. _Epitaphe_ der Herren v. Geyer 1570, 1601.

_IPTHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.

*Wallfahrts-K*. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch wegen der
inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich sind es Wrzburger Knstler,
die sich in diesem volkstmlich abgestimmten Rokoko munter und dreist,
dabei mit entschiedener Begabung, haben gehen lassen. _Deckengemlde_ bez.
_G.A. Urlaub_ 1762.

_IRMELSHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.

*Pfarr-K.* Zahlreiche v. Bibrasche _Epitaphe_ 16.-18. Jh.

*Wasserburg* der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus Ma. und
Renss. -- Kamin 1561.

_ISLING._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben Zeit die
Ausstattung.




_J_


_JGERSBURG_ b. Forchheim. OFranken.

*Schlo.* 1718-21 von _Joh. Dientzenhofer_ fr Bischof Lothar Franz v.
Schnborn. Einfaches 3stckiges Herrenhaus mit Ecklisenen, giebelgekrntem
Mittelrisalit, hohem Dach.

_JAHNA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes Sch.,
eingezogener polyg. Chor mit _Glasgemlden_.

_JAKOBSTAL._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779.

_JECHABURG._ Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.

*Dorf-K.* 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. -- Auf dem Frauenberg
Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt mit Chorquadrat, Apsis
und Nebenapsiden.

_JENA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K. S. Michael*. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. 13. Jh.,
Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach erneuert, sehr
verstndnislos 1873. Noch immer prchtige Raumwirkung. Hallenkirche mit 7
Jochen und Langchor; frher direkt mit dem nrdl. anstoenden Klst.
verbunden: unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der
Deutschordenskirche in Wrzburg). 2 Sakristeirume mit Piscine und got.
Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Frstengruft eingerichtet und mit
Metallarbeiten von schner Arbeit. In den Westjochen kunstvolle
Bienenzellengewlbe. Im Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873
nach O verlngert). Im nrdl. Ssch. steinerne Emporen, alte und neue
Bestandteile gemischt. Auen an der SSeite ein reiches spgot. Portal, von
geknstelter Komposition, aber malerisch wirksam; Kielbogen mit
Teilungspfosten, das Ganze in einer tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an
deren Vorderkante ein schwebender Bogenfries, darber eine Fenstergruppe.
Der WTurm unter Vernderung des Bauprogramms nachtrglich (E. 15. Jh.)
hinzugefgt. Feine, interessante Bauformen. ber der Eckvermittlung vom
4Eck zum 8Eck befanden sich (jetzt zerstrt) Fialen, von welchen dnne,
mit Kantenblumen gezierte Strebebgen ausgingen. -- Spgot. _Taufstein_;
spgot. _Kanzel_ ganz rest.; bronzene _Grabplatte Martin Luthers_ nach dem
Gemlde von _Cranach_, fr Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt;
_Grabstein_ der Familie _Cospoth_ 1632-1676; zahlreiche _Gedenktafeln_. --
[Von den einst 16 Altren nur das Mittelstck eines einzigen erhalten,
jetzt im Museum, wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350].
Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Auen ein verwittertes
_Selbdritt_ und (am Turm) ein stilgeschichtlich interessantes
Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer _Hans Gronig_.

*Collegienkirche* (Dominikaner). Ursp. 1sch.; spter ein niedriges Ssch.
im N hinzugefgt. Das spgot. Gewlbe lt eine ursp. flache Balkendecke
vermuten. Der im S anstoende Kreuzgang z. T. erhalten. _Orgel_ 1701, mit
reichem Prospekt, groe Menge von _Gedenktafeln_ und _Wandgrber_ fr
Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; auen am Turm groes
dekoratives schsisches _Wappen_ 1557 mit Inschr. betreffend die Grndung
der Universitt. -- Vom anstoenden ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858
Universitt, sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten.

*Garnisons-K*. 1686. Viele Gedenktafeln.

*Katholische K. Joh. Bapt.,* rom., 11. Jh. Die Kmpferkaptt. am ehemaligen
Apsidenbogen knnten noch sptottonisch sein. Sonst der Chor spgot.
umgebaut. Dagegen im Langhaus 3 frhrom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus
der thringischen Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus
und andere Vergrerungen entstellt. -- Neben dem SPortal _Grabplatte_ der
Jutta Sellerz 1382. Auf dem Friedhof doppelseitige _Passionsstatue_ auf
Sule bez. _Hans Gronig_ 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle
unter den _Grabmlern_ des 17. und 18. Jh.

*Rathaus,* ehemals mit offener Erdgeschohalle, um 1340, rest. 1700. Bmkw.
der groe Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung des 17. Jh. --
*Burgkeller,* derbe Renss. um 1546. -- *Ghre* (Weinhaus) am Markt, mit
spgot. Portal.

*Haus Weimar*. 1618, 1666; im Innern ziemlich prchtige Stuckdecken --
Mehrere Professorenhuser des 17. und 18. Jh. -- Reste der
*Stadtbefestigung,* dazu der malerische runde Pulverturm (13. Jh.?) ber
Bastei von 1430.

_JESBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Schloruine*. Seit 15. Jh. in Trmmern.

_JESTDT._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Kirche.* Rom. Turmchor, spter nach O verlngert. Im flachgedeckten
Schiff Rundbg.Fenster. Got. berarbeitungen 1588, 1599 (Inschr.). Hlzerne
Emporen. -- _Grabmal_ des Wallrab von Boyneburg {~DAGGER~} 1572, der Ritter in
voller Rstung kniet vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind.

*Edelhof* 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.

_JOACHIMSTEIN._ K. Sachsen AH Zittau.

*Fruleinstift*. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. Groe
prchtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflgeln in der Mitte und an den
Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, Erdgescho als Sockelbau, die
Obergeschosse in den Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel
und geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibl und
Treppenhaus, groer Saal durch beide Obergeschosse, im kreuzgewlbten
Erdgescho Logier- und Wirtschaftsrume, im 1. Obergescho
Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer der 12 Stiftsfrulein.
_Bildnisse_ der schsischen Kurfrsten und aus der Familie v. Ziegler. --
Der franzsische Garten wenig verndert. Reichliche Dekorationsplastik. 2
gesonderte Pavillons mit groem Gartensaal.

_JOHANNESBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. *Benedikt.-Propstei,* gestiftet 1013. Von den Gebuden nur das
Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, auer kleinen rom. Fenstern keine
formierte Architektur. Fr die K. erwiesen zufllige Grabungen kreuzf.
Gr., auch wurden rom. Kapitelle gefunden (verschleudert).

_JOHANNISBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Kirche* der 812 gegr. *Benedikt.-Propstei*. Am WTurm, dessen bar.
Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschliet, schnes sprom. Portal mit
Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. Inneres barock. --
*Schlobau,* jetzt Domne, 1769 umgebaut von _Herwarthel_ aus Mainz (nach
Entwurf von _Welsch_?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die groartigen
Gartenanlagen z. T. erhalten.

_JHSTADT._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* 1675. -- _Altarwerk_ von _Andreas Petzold_ 1676, Holz, 6,3 m Br.
: 9 m H., in der Mitte in lebensgroen freien Figuren die Anbetung der
Knige.

_JCHSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1628. Hbsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.

_JUNKERSDORF._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* Frgot. Turmchor mit umfnglichen _Wandgemlden_ aus M. 15. Jh.
(rest. 1906), an der OWand Jngstes Gericht; ferner S. Michael und Szenen
aus der Geschichte von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht
des Chorbg. die klugen und trichten Jungfrauen. An der WWand des Lhs. S.
Christoph u. a. m. Smtliche Szenen auf weiem Grund mit roten Sternen.

_JUNKERSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K.* sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. -- Schnes
*Fachwerkhaus* von 1617.




_K UND C_


_CABARZ._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* 1670. Mit hbscher _Kanzel_.

_KADITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* um 1500. -- _Altar_ 1756 von _F. G. Knfel_.

_KAHLA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Stadt-K.* Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die
Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei
Reste von Schnitzaltren. -- Steinfigg. von einer _lberggruppe_ um 1500. --
Reste von *Stadtbefestigung*. -- *Leuchtenburg,* 3/4 Stunden stl. auf
hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12. Jh.,
Geschtztrme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert (Burghotel).

_KLBERAU._ UFranken BA Alzenau.

Wallfahrts-K. got.

_CALBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von _David Schatz_,
eigentmlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche
Barockausstattung.

_KALBSRIETH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 18. Jh. -- Guter spgot. _Schnitzaltar_.

_CALDERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Pfarr-K.* 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um weniges
lter. Schlichter sptestrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen
spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes
Ssch.

_CALLENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Unterschlo*. 8eck. Turm, dessen untere Hlfte im 15. und 16. Jh., dessen
obere Hlfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil
vollstndig umgestaltet.

*Oberschlo*. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem
damals geplanten, sehr umfangreichen Schlobau des Herzogs Johann Casimir
ist nur die _Schlo-K_. erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche
in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und
Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewlbe. Emporen auf Kreuzgewlben. Reich
geschnitzte Holztr von 1639 auf der Empore. Rest. 1845 und 1882. -- Die
farbigen _Glasfenster_ aus alten und neuen Teilen gemischt. --
_Steinkanzel_ und _Taufstein_ mit kopisem Schmuck in originellem
Frhbarock. -- Der anstoende Wohnbau 1831, 1882.

_KALTENBORN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Augustiner-Chorherrenstift*. Wenige Ornamentreste der rom. K.

_KALTENLENGSFELD._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche.* Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721.

_KALTENNORDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Martinsburg*. Das alte Schlo߫ Ruine, das neue Schlo߫ 1752-54
schlichter Bau fr die Behrden.

_KALTENSUNDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Kirche* auf dem stark befestigten Hgel der untergegangenen Wolframsburg.
Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm ber dem Chor. --
*Fachwerkhuser* 17. und 18. Jh.

_KALTENWESTHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* auf befestigtem Hgel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen
Bretterdecke groes _Gemlde_ der Himmelfahrt.

*Burgruine*. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.

_CAMBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Stadt-K.* Der vortretende WTurm berrest der rom. Anlage, sonst spgot.
Hallenkirche mit Vernderungen 1703.

*S. Cyriacus* (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom.
Pfl.Basilika.

*Burgruine*. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.

_KAMENZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Haupt-K*. Die Zeit des ersten Baues ungewi, Wiederherstellung nach Brand
im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff
erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das
Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind,
da je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefat werden. Der Turm
springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. --
Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. _Kreuzigungsgruppe_ (ehemals auf dem
Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., aber mit
altertmelnden Zgen. _Michaelisaltar_ 1498, im Schreine die Figur des
Seelenwgers, Flgel bemalt. _Hauptaltar_ um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein,
je eine an den Flgeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in der
Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergesprnge. Protestantische
Einrichtung: _Kanzel_ 1566. _Holzemporen_ an den Langseiten 1675-1709. --
_Votivgemlde_ von einem Nachfolger Cranachs (wohl _Wolf Krodel_).
_Epitaph_ mit Jngstem Gericht von _Andr. Dreler_ 1554. Sonstige
Epitaphgemlde E. 16. und A. 17. Jh. _Bildnisgrabsteine_ (v. Lttichau, v.
Nischwitz) aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m.

*Kloster-K*. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundri der
Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste sptgot. Gesthls.
Mehrere _Schnitzaltre_ von bmkw. guter Qualitt aus dem 2. und 3.
Jahrzehnt des 16. Jh.

Unbedeutende kapellenartige Bauten des spten Ma. sind die Katechismus-K.
und die Just-K.

Von den lteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles
zerstrt. Einige Renss.Tore. Adelshuser der Bar.Zeit wie z. B. die
jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570,
in der Art _Chr. Walthers._

_KMMERZELL._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* Gerumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. -- _Bilder_ aus
der ehemal. Universitt in Fulda.

_CANITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.

*Schlo.* 1758, Trikliniengrundri, die Flgel nach rckwrts. Der
Hauptsaal hat schlichte Holztfelung und gemalte Tapeten. Park in
franzsischer Anlage.

_KANNAWURF._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Schlo.* Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.

_CANNEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* got. Prchtige _Sandsteinkanzel_ A. 17. Jh., darunter kniender
Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.

_KAPELLENDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,* gegr. 1235 mit Resten einer
lteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erhht, neue
Nonnenempore in Lnge des alten Schiffs. Mehrere _Grabsteine_ und
_Epitaphe_, interessant das fr den Markgrafen von Kirchberg und seine
Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.

*Burg* (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh.
mit gesondertem Kchenbau, doppelter Mauerring, Trme 12.-16. Jh.,
Haupttor Renss.

_KARBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute
Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung _Riemenschneiders_.

_KARLBURG._ UFranken BA Karlstadt.

Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der frnkischen
Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.

*Pfarr-K.* spgot. und 17. Jh.

_KARLSDORF._ RB Cassel. Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* (franzs. Kolonie). 1704 von _Paul Du Ry_.

_CARLSFELD._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Dreifaltigkeits-K*. 1684-88, von _Hans Georg Roth_, angeblich nach, dem
Plan eines Italieners (?). Fr Sachsen lteste Vorform des spter von
_George Bhr_ gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit
abgestutzten Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit
Treppen fr die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel ber dem Altar. -- Die
virtuos geschnitzten _Altarfiguren_ italienischen Stils vielleicht von
_Andreas Petzold_.

_KARLSFRIED._ K. Sachsen AH Zittau.

*Burg*. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die
Ruine lt wenig mehr als den Gr. erkennen.

_KARLSTADT._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau
einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren
Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte
Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8
Schlu (wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach),
das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kmpferlosen Pfll. und
Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe Dach
verdeckt die OSeite des schnen rom. Turms. -- 1614 _dekorative Bemalung_
von _W. Ritterlein_ (vgl. Buchold). Spgot. _Wandgemlde_ im Chor und Qsch.
(sehr rest.). Zierliche _Steinkanzel_ mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt
_Riemenschneiders_. In der Rienecker-Kap. groer steinerner _Salvator_ 2.
H. 14. Jh. Vortreffliche _Holzfig_. des hl. Nikolaus von
_Riemenschneider_. Am Turm interessante Steinstatue, _S. Georg_ zu Pferde,
um 1520. -- Zahlreiche _Grabdenkmler_: hervorzuheben die Bildnissteine der
Vgte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp {~DAGGER~} 1550 von _Peter
Dell d. J._ Im sdl. Qsch. Denkmal fr Friedrich v. Hutten 1727. -- In der
_Sakristei_: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende Arbeit von _Ph. H.
Drentwett_ in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber, von _J. M. Maurer_
in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. -- 2
_Glocken_ 14. Jh., eine 1502.

*Spital-K*. 15. Jh., flachgedeckt. -- Altre einheitlich 1689.

*Rathaus* 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw.
Einrichtung aus fr. 17. Jh.

Zahlreiche gute *Fachwerkhuser*: ltestes no 82 von 1449; no 341
Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von 1721.

*Bezirksamt*. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.

*Stadtmauern und Trme,* 14. Jh., groenteils erhalten.

ber der Stadt die *Karlsburg* (Ruine). Die erste Grndung wird auf den
Frankenknig Karl Martell zurckgefhrt. Seit ca. 1080 Besitz der Bischfe
von Wrzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des
Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische
sehr schne _Madonna_, Holz, um 1490.

_CARTHAUSE._ RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. *Kloster-K*. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den
Fenstergewnden Sulchen mit Blattwerk.

_KASENDORF._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* 1492, Vernderungen 17. Jh. -- Lhs. flachgedecktes Rck.,
netzgewlbter Chor 2 Joche und 3/8 Schlu. _Glasgemlde_ 1486. _Ikon.
Grabstein_ 1560 bez. _FH_, ein anderer 1688. _Gemlde_ des 17. Jh. mit
interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem
Augsburger Reichstag 1530. _Altar_ 1662.

_CASSEL._ Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.

*Brder-K*. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch.
voll. 1376. -- Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewlbt, im Hauptschiff 8
Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schlu aus 8Eck.
ber dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. -- _Relief_ vom Tympanon
des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. -- _Epitaphe_ mit
Relieffigg. aus 16. Jh.

*Stifts-K. S. Martin.* Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue
Weihe 1462. -- Groe Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTrmen.
Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit
einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche
Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung
der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel gefhrt. An den
Schlusteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung
des Innern fllt das uere ab. Von den Trmen nur der sdl. vollendet,
zum Schlu in Renss.Formen bergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen,
der NTurm ebenso ausgebaut. -- Im Chor _Marmorgrab_ Philipps des
Gromtigen {~DAGGER~} 1567 und seiner Gemahlin von _Elias Godefroy_ (_Gottfro_)
aus Cambray (Kmerich) {~DAGGER~} 1569, vollendet 1570 von seinem Schler _Adam
Beaumont_; davor im Fuboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und
Allegorien. _Epitaphe_ der Landgrfin Christine mit Bronzerelief von
_Phil. Soldan_ 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft _Srge_ der
landgrflichen Familie. -- _Orgel_ 1600 von _Hans Scherer_.

*Luther-K*. am Graben 1734 von _G. Ghezzi_. Einfacher, turmloser Saalbau
in Straenflucht. _lgemlde_ von _J. G. __ Tischbein_.

*Oberneustdter (franzsische) K.* 1698-1706 vom Hugenotten _Paul Du Ry_.
Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrnt von einer schweren Laterne, die
Formen innen und auen die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein
profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht
verkennen wird. Erhhung durch die oberen Emporen 1874.
_Graumarmordenkmal_ des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.

*Kathol. K*. 1770-1776 von _Simon Louis Du Ry_. Da den Katholiken damals
nicht das Recht freier Religionsbung zustand, erhielt die in
fortlaufender Straenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar
stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer
Simplizitt, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer
Umgang. Die Flchen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs wei, von _Grin_.
Spgot. _Altarflgel_ angeblich aus Hersfeld. _lbilder_ von _L. Cranach_
und _J.H. Tischbein_. Bronzene _Standleuchter_ 1626.

*Hof- und Garnison-K*. 1757-1770. Saalbau.

*Unterneustdter K.* 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in
der Mitte der flachen Decke.

*Bettenhuser K*. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.

*Hospital S. Elisabeth mit K*. Gegr. 1383, erneuert 1587.
_Sandsteinstatue_ der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische.

*Renthof*. Einfacher groer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich
durchgebildete Portale und ein _Brunnen_ mit sitzender Statue in rmischer
Feldherrntracht. Im Innern sprliche Reste alter Bemalung.

*Marstall,* voll. 1585. Vierflgelanlage mit Volutengiebel. Treppentrme
in den Ecken des Binnenhofes.

*Zeughaus* 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche
Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.

*Druselturm* und *Zwehrenturm*, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415
angelegten Stadtbefestigung.

Sog. *Kunsthaus,* ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 fr Ldgrf. Moritz den
Gelehrten, umgebaut 1696 von _Paul Du Ry_.

*Orangerieschlo* 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen
Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung des malerisch
empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden Gebudes
franzsisch. Architekt _Paul Du Ry_ (nicht sicher). Der innere Ausbau erst
1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten Wnden. Vom einstigen
Statuenschmuck vieles zerstrt. In einem anschlieenden Pavillon das
*Marmorbad* 1720-28 mit den ihrer Zeit berhmten Skulpturen von _Pierre
Monot_. Als Gegenstck das *Kchenschlo* 1765. Unterhalb der Orangerie
breitet sich der groartige *Augarten* aus, entworfen von _Le Notre_, E.
18. Jh. anglisiert.

*Alte Gemldegalerie*. 1751 von _Charles Du Ry_.

*Garde du Corps-Kaserne*. 1768 von _S. L. Du Ry_.

*Museum Fridericianum* (Bibliothek). 1769-79 von _S. L. Du Ry_,
klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten
dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen;
einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2
Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschlu durch Balustrade mit
Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.

*Au-Tor*. 1782 von _S. L. Du Ry_, die 2 Wachthuser abgebrochen. Der
Triumphbogen (1824 von _Bromeis_) auf den Platz vor dem Regierungsgebude
versetzt.

*Privathuser.* Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge,
einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der
ltesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Brderstr. 2 ao. 1597;
Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgescho des Hauses Brink 8
hbsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh. mit
Diamantquadereinfassung der Fenster. Von _Charles Du Ry_ das Haus Theodor
Landr Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch
das Haus am Friedrichsplatz gegenber dem Theater und eine fast mit dem
Asamhaus in Mnchen wetteifernde Stuckfassade Knigsplatz 55. Das Haus des
Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz und Knigsstr. (jetzt k. Schlo)
bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk _S. L. Du Rys_ beg. 1767
(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfrstliches Palais eingerichtet).
Von _demselben_ 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775 das franzsische Rathaus.
Zahlreiche Bauten in grzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jrmes.

_CASTELL._ UFranken BA Gerolzhofen.

Oberes und unteres *Schlo*; jenes die Stammburg der jetzigen Frsten
Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus
auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schlo sptbarock.

*Pfarr- und Schlo-K.* 1780 in khl elegantem Frhklassizismus. Groe
umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in
Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes
Nachklang des Neumannschen Kirchentypus.

_KATHARINENBERG_ b. Wunsiedel, OFranken.

Ehem. *Wallfahrts-K*. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.

_KAUERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Herrenhaus*; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701
ff.; in der Kapelle ein _Reisealtrchen_ aus Elfenbein, gute franzsische
Arbeit des 14. Jh.

_KAUFUNGEN._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis.

_KAUFUNGEN._ Kr. Cassel-Land.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs
II. auf einem Knigshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot.
Vernderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, da die
Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten
gesichert ist. Die frhe Entstehungszeit macht den Bau besonders
interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60
m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Ma der
Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist
die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau
dieselben Mae kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine
Apsis hatte, ist ungewi; hher die Nebenapsis am nrdl. Kreuzarme. Die
sehr hohe ffnung bezeichnend fr Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg,
Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden
des Lhs. lt sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die
Sttzen waren Pfll. Durch die jngste Untersuchung (Holtmeyer) ist
wahrscheinlich gemacht, da die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind
(genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen (vgl.
S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant wre es, wenn es sich
besttigte, da auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der
Lettnereinrichtung jngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der
Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene
Vernderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgescho stand durch 3
Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die
Eingangstr der Wwand berflssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere
Tren in der N- und SWand scheinen auf Nebenrume in der westl.
Verlngerung der Sschiffe gefhrt zu haben, mit denen sie durch die oben
erwhnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist Gestalt und
Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die Nonnenempore und ffnete
sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse,
das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen erinnert der WBau sehr an
westflische und niederrheinische Anlagen dieser Zeit, von denen es sich
immerhin durch die westl. Eingangstr unterscheidet. Rtselhaft ist der
verhltnismig groe 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit dem
brigen Bau in keinem zeitlichen und urschlichen Zusammenhang. Holtmeyer
erklrt ihn fr lter als die K. und vermutet in ihm einen berrest
(Bergfried?) der Knigspfalz. -- Technische Ausfhrung von grter
Einfachheit: Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale
rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag fr die Trflgel. --
Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur
Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit
Westfalen. Am Chor wiederholte nderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. --
Reste der _Ausstattung_ unerheblich. 2 spgot. _Holzreliefs_ mit Heinrich
und Kunigunde knnten zum Chorgesthl gehrt haben. _Grabsteine_ meist
sehr beschdigt, gut der der btissin Anna v. d. Borch 1521. --
_Stiftsgebude_. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage,
ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht
sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur stt eine Kap. mit 1/2
Apsis, sicher rom., vielleicht noch etwas lter als die Klst.-K. (in den
Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen Renterei
am WFlgel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit
quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von
Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen
Pfalzanlage.

_KAUSCHWITZ._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers;
hohes Kegeldach mit Gaupen und krnender Durchsicht; Treppenanbau in
Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes.

_CAVERTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. -- Reicher Altarbau
3teilig mit dominierenden groen _Sandsteinreliefs_; um 1580; angeblich
von _Aegidius de Bruigt_ (de Brugk). Reizvolle geschnitzte _Kanzel_ um
1600. --

Mehrere bmkw. _Denkmler_ 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v.
Schleinitz 1584.

_KEFFERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar
hnlich dem zu Ershausen.

_KEILA._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.

*Dorf-K.* 1696, unbedeutend. -- im Chor _Gemlde_ (Kreuzigung) von _Paul
Keil_ aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk).

_KELBRA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Kirche* des 1251 gegr. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Von einem lteren Bau der
rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Sptgotik
durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert.

_KEMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* Spgot. Ziegelrohbau. -- _Altartriptychon_ mit Gemlden von _L.
Cranach d. J._ -- _Sakramentshaus_, zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein,
in der Art der gewhnlich _Adam Krafft_ zugerechneten frnkischen
Arbeiten.

_KENTZGAU._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. -- Reste des
ehemaligen *Wasserschlosses*. -- berlebensgroe _Kreuzigungsgruppe_ um
1620.

_KERSBACH._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 1744 von _Kchel_, einem Schler Neumanns.

_KERPSLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Groe *Dorf-K*. 1720 mit WTurm von 1456. -- Daran auen _Relief_,
Kreuzigungsgruppe. -- Pomphafter _Kanzelbau_ 3geschossig, bis zur Decke
aufsteigend.

_KESSELSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Schlo Philippsruhe* 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. Bedeutende
Anlage mit Flgelgebuden und Eckpavillons. Groer Park und Orangerie.
Umbauten 1873.

_KEUDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Ansehnliches *Herrenhaus* (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im
Winkelhaken, steinernes Erdgescho, 2 Obergeschosse in Fachwerk. Schner
Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken.

_KEULA._ Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.

*Dorf-K.* 1662. -- ber dem Altar groes anscheinend nicht wertloses
_Relief_ mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh.

_KIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. verndert.

_KIRCHAICH._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* Sprom. E. 13. Jh., berarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh.
-- _Holzmadonna_, gute lndliche Arbeit E. 15. Jh.

_KIRCHBRACHT._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und
eingezogener Turmchor. Die sprlichen Details weisen auf E. 14. Jh.

_KIRCHENEHRENBACH._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 1796. -- Altarstatuen von _B. Mutschelle_ aus Bamberg. --
Grabmler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W.
(_Hans Werner_).

_KIRCHENLAMITZ._ OFranken BA Wunsiedel.

*Pfarr-K.* erweitert 1596 durch _Georg Zapf_. Altar 1687.

*Gottesacker-K*. 1660. -- *Rathaus* 1705.

_KIRCHGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath). Einheitlich 1686. Sehr prchtiger _Hochaltar_ 1691.

_KIRCHHAIN._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stadt-K.* (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H.
14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und spter) sehr entstellt. -- Zierlicher
spgot. _Taufstein_.

_KIRCHHASEL._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt.

_KIRCHHEIM._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und
Gipsaltre einheitlich E. 18. Jh. von _M. Bossi_ im Charakter Louis XVI.

*Synagoge* 17. Jh., interessant (hnliche in Bechhofen, M.-Franken).

_KIRCHLAUTER._ UFranken BA Ebern.

*Schlo.* Bar.Anlage aus der Zeit des wrzburgischen Frstbischofs Joh.
Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte
Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen _Stuckdecken_ um 1720.

_KIRCHOHMFELD._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* got., oberes Turmgescho und Dach mit Schnitzereien um 1670. --
_Epitaph_ Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und
Inschriften in Bronze.

_KIRCHSCHNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

Schlo der Grafen v. Schnborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen gute
Stuckaturen. Inmitten eines prchtigen Parks.

_KIRCHWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Kap. S. Valentin.* 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.

*Fachwerkhuser* mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des
Eselsrckens an den Trstrzen, wie fters auf dem Eichsfeld in dieser
Zeit, konserviert.

_KIRSCHKAU._ Reu j. L. LA Schleiz.

*Dorf-K.* 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem Kreuz.
Im Innern keine Teilungen. Auen mchtiger dorischer Fries auf desgl.
Pilastern. ber dem nrdl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube.

_KISSINGEN._ UFranken BAmtsstadt.

*Alte Pfarr-K.* Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore
von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des _Materno Bossi_.

*Friedhofs-Kap.* Chor von 1446. Lhs. 18. Jh.

*Salinengebude.* Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.

_KITTLITZ._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* Groer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie das
gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. -- [Guter
spgot. _Schnitzaltar_ im Museum zu Bautzen].

_KITZINGEN._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K. Joh. Bapt.* Der unregelmig an der NSeite stehende Turm mit dem
anschlieenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um 1416
Plannderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der
NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine fr Franken seltene Anlage
die Teilung des Ssch. durch eine berwlbte Empore, die sich auch an der
WSeite fortsetzt; eingefgt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schlu. In allen
Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Lnge
55 m. -- Die Formen zeigen den Fortgang von der spten schulgerechten
Hochgotik zur eigentlichen Sptgotik. Klare, elegante Raumverhltnisse. --
Zugang zur Empore durch eine berdeckte Freitreppe, die in die
Auenansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose WBau
auf reiche ornamentale und figrliche Schmckung angelegt, wohl nie ganz
vollendet und jetzt in starker Zersetzung. -- Rest. 1885 und 1909. --
_Inneneinrichtung_ groenteils neugot. 1885. Ansehnlicher _Sakramentsturm_
um 1470. Ziemlich reiches Chorgesthl nach 1450. Vornehme klassizistische
_Marmorkanzel_ von _Materno Bossi_ 1793. An der Chorwand 4
_Passionsreliefs_, Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus der Zeit, aber
nicht aus der Werkstatt _Riemenschneiders_. Flotte _Alabasterreliefs_ um
1700. An der Sakristeitr schne _got. Beschlge_. _Familien-Epitaph_ des
Wolf v. Crailsheim, 1556 von _P. Dell d. J._ -- Hauptportal mit Altan an
der NSeite, um 1400, am _Tympanon_ Jngstes Gericht. Am WPortal
_Marienkrnung_ gegen 1450. -- _Altargerte_ 17. und 18. Jh., die besten
Stcke von augsburgischen, einige von rtlichen Meistern.

*Protestant. K.,* (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen,
angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von _Ant. Petrini_. 1sch.
flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gewlbter 3/8 Chor mit
seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade
in schweren ernsten Barockformen. -- Gute _Altargerte_ 17. Jh.

*Kapuziner-K.* 1652. Die Altre gehren zu den besten dieser im
allgemeinen wenig ttigen Zeit; eines mit _Gemlde_ von _Osw. Onghers_
1679. Virtuoses lebensgroes _Kruzifix_ um 1650; ein zweites desgl. am
Chorbg. und ein reich dekoriertes _hl. Grab_ fr Prozessionen, beide um
1700.

*Hl. Kreuz-K*. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von _Balthasar
Neumann_ 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten
asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum dominiert;
vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Sulenpaare gestellt,
von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar ber ihren
Kmpfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der Kreuzarme angeschnitten.
Die letzteren schlieen im N und S gerade, im O und W werden sie durch
Kreissegmente verlngert. Die geistreiche Raumdisposition, in der die
Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, nicht aufgehoben
ist, wrde noch bedeutender zur Wirkung kommen, wre nicht die
Lichtfhrung wenig glcklich (ein bei Neumann fters vorkommender Mangel).
Die Wand- und Freisttzen in toskan. Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt
gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist
etwas rmlich. Schner Kronleuchter um 1750. -- Schn und echt neumannisch
das Herauswachsen des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade.
Beachtung verdient die *Friedhofsanlage* (in SW der Stadt) von 1542.

*Rathaus* 1561-63 von _Hans Eckhart_ von Schaffhausen. Eckbau. 3 Geschosse
mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel mit
Segmentstcken berbaut. Im Innern: Erdgescho groe gewlbte 2schiffige
Halle, Obergescho mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten Gescho
getfelte Ratsstube.

*Huser*. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen und
Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bren, Stuckdecken in fr. Rok.
Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.

*Marktbrunnen* mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.

*Mainbrcke* aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Frstbischofs Joh. Phil. v.
Schnborn) erneuert.

*Befestigung*. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt.
In Resten erhalten, besonders der mchtige Marktturm. Vom ueren Bering
die Mainstrecke mit 8 Halbtrmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe
runde Falterturm 1469.

_KLEINBARDORF._ UFranken BA Knigshofen.

*Dorf-K.* Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit hbscher Fassade. --
_Deckenbild_ von _Joh. Peter Herrlein_ 1781.

*Schlo.* Renss.Bau 1589-90, berarbeitet im 17. Jh.

_KLEINBAUTZEN._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz
gestiftete Einrichtung bietet im groen Kanzelaltar und dem Betstbchen
hchst prchtige _Holzschnitzwerke_, noch im Charakter des FrBarock.
Zahlreiche _Grabdenkmler_ der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v.
Rechenberg, v. Nostitz.

_KLEINEBERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Sprom. Turmchor. -- Spgot. _Altarwerk_.

_KLEINFURRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* OTurm ber dem Altar; aus rom. Anlage.

_KLEINGESTEWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm
und Apsis.

_KLEINHEILIGKREUZ._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Wallfahrts-K.* erb. 1696 vom spteren Frstabt v. Schleifras.

_KLEINHERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Neubau 1724. Recht tchtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit.
Interessantes _Triumphkreuz_ bez. _HF_ (vgl. Grschen).

_KLEINHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.

*Schlo* der Frsten v. Lwenstein. Groer, nicht sehr geschmckter Bau in
Trikliniengrundri. Der gewhnlich als Baumeister in Anspruch genommene
Bamberger _Joh. Dientzenhofer_ war hier wahrscheinlich nur Ausfhrer eines
fremden Planes, und zwar des Darmstdter Hofbaumeisters _de la Fosse_.

_KLEINLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* 15. Jh., Turm (O) um 1300. -- _Grabsteine_ der Zolner 1574,
1577, 1584. -- _Friedhofsbefestigung_ 13.-14. Jh.

_KLEINLAUCHSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* enthlt interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von
ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.

_KLEINOCHSENFURT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* im Kern rom., verndert A. 17. Jh. -- Ansehnliche _Altre_ mit
Wappen des Frstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). -- _Wartturm_ am
Main.

_KLEINRINDERFELD._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* 1740 _B. Neumann_ wegen des bernommenen Risses moniert. Der
Bau ausgefhrt erst 1768. Doch knnte er auf Neumanns Ri zurckgehen. Die
Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. --
_Altre_, A. 18. Jh., aus der lteren K. herbergenommen. _Kanzel_ gute
Rok.Arbeit.

_KLEINSCHIRMA._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks an
Decke und Emporen, 16. Jh. -- _Sandsteinkanzel_ und _Taufstein_ 1557.
_Altarwerk_, geschnitzt von _B. Diterich_ 1614.

_KLEINSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und spter.

_KLEINWERTHERN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Einfache *Dorf-K*. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Groes
_Sandsteinepitaph_ des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere
derartige Arbeit in diesem Gebiet.

_KLEINWOLMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* Ursp. spgot. (netzgewlbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. --
*Herrenhaus* um 1720.

_CLETZEN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Verbaute rom. *Dorf-K*. Spgot. _Schnitzaltar_.

_KLINGA._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Schpfung
des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr.
Apsis; einiges rom. Detail.

_KLINGENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der groe
Kanzelaltar. -- *Herrschaftshaus* einheitlich 1682.

_KLINGENBERG._ UFranken BA Schweinfurt.

*Schlo* (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhhe gelegen. Zwei Flgel, die
durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch
mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor und
Graben hoch umgeben.

_KLINGENTAL._ K. Sachsen AH Auerbach.

*Pfarr-K.* 1736. Zentrale Anlage in regelmigem 8Eck (vgl. Carlsfeld,
Schmiedeberg und Loschwitz).

_KLIX._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* neu. Auf dem _Altar_ Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung,
Auferstehung und Jngstem Gericht, Gedrnge kleiner Figuren, um 1580 in
der Art des _Chr. Walther_. _Kanzel_ 1702. Zahlreiche _Grabdenkmler_ der
Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das groe _Wandgrab_
des Ch. F. v. Gersdorf 1725.

_CLDEN._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* Sprom. Backsteinbau.

_KLOSTERLAUSNITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Kirche* beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs.
und Trme abgetragen und der OBau stark verndert. 1863 ff. nach den
Plnen von _v. Quast_ rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung
der in den Trmmern gefundenen Stcke und besonders nach Vorbild von
Paulinzelle und Talbrgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher
festgestellt?

_KLSTERLEIN-ZELLE._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Cisterc.-Klst*. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel
unter jngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umrizeichnung die h.
Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. _Martinus me
fecit_; der Stil weist auf 13. Jh.

_KLOSTERRODE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Ehem. *Prmonstratenser-Klst.,* gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein
gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grtigen Kreuzgwbb.; kleine Nebenrume
mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten Wrfelkapitellen.

_KLOSTERVEILSDORF._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Ehem. *Klst. Michaelisberg* (Michelstein) gegr. 1189; rege Bauttigkeit A.
16. Jh. -- Fr landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so
da nur noch verstreute und verbaute Gebudeteile erhalten sind.

_KNAUTHAIN._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* modern mit eingefgtem bmkw. rom. Portal. [Flgelaltar aus A.
16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines groartigen _Denkmals_ der
Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. --
Stattliches Schlo um 1700.

_KNAUTNAUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh.,
hnlich der zu Groitzsch.

_KNOBELSDORF._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von
einfachem Aufbau, aber sorgfltiger, schner Behandlung; merkwrdig der
1/4kreisfrmige (anstatt rechtwinklige) Rcksprung fr die Sll. Im brigen
stillos verbaut.

_COBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Coburg.

*Moritz-K*. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit
erheblichen Vernderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll. und
Fenster 1520 ff. von _Konrad Krebs_ (vgl. Torgau). Das Innere 1701
barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten
Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch.
durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8
Schlu. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Trme
einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch
die Orgelbhne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem
skulptiertem Detail. Die Doppeltrme bauen sich in 5 niedrigen, durch
Wasserschlge geteilten Geschossen schwerfllig auf; nur der linke
(nrdl.) trgt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes,
reich geschmcktes Oktogon; das oberste zurckspringende Mauergescho und
der Bar.Helm A. 17. Jh. -- Das Hauptportal ist mit glcklicher malerischer
Wirkung dem WChor angegliedert; _Statuen_, einerseits Adam und Eva,
andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nrdl.
Strebepfll. nach 1520. -- _Mobilien_ 18. Jh. -- _Grabdenkmler_: am Schlu
des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. {~DAGGER~} 1595, ausgefhrt bis 1605
von _Nik. Bergner_, einem thringischen Meister (aus Rudolstadt?); der
Sockel und das Hauptgescho nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal
(entsprechend den Chorwnden), darauf 2 fortschreitend in der Hhe
abnehmende Geschosse und Krnung (ganze H. 12 m). Zwischen der beraus
reich geschmckten Rahmenarchitektur groe Reliefbilder; auf dem Sockel
die reichlich lebensgroen knienden Freifigg. des Herzogs und seiner
Familie. In Gre und Schmuckflle auch von den Weimarer Grabmlern, die
ihm am nchsten kommen, nicht erreicht. Die zugehrigen Bodenplatten jetzt
an der Wand. -- Heraldische _Grabplatte_, Bronze, fr Joh. Ernst {~DAGGER~} 1553,
gegossen in Nrnberg vom Bchsenmeister _Bernh. Eberlein_. -- Ikon.
Grabplatte, Bronze, fr Joh. Casimir {~DAGGER~} 1633, handwerklich. -- Bronzeteile
von anderen Grabplatten. -- Im Lhs. (Ssch.) ikon. _Hochreliefplatte_,
Stein, des Ritters Albrecht v. Bach {~DAGGER~} 1441. -- Viele Grabsteine an der
Auenwand, verwittert. -- _Kelche_ und sonstige Altargerte in grerer
Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzglicher Arbeit ein _Hostienschrank_
von 1607.

*Ehrenburg.* Herzog Joh. Ernst beschlo 1540 die bersiedlung von der
Veste in die Stadt (vgl. den hnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern),
Erbauung der neuen Residenz 1543-49 und Benutzung des ehem. Barferklst.
Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister _Bonallino_. Nach
schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 Ausbau in
neugot.-englischem Stil durch _Rnier_. -- Die alte Anlage umschlo 3 groe
Hfe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel
vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner
Wirtschaftsgebude und Stlle. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der
alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die alten
Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte Durchfahrt
seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der den
Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die
Auenfronten an der Stein- und Rckertstr. einheitlich aus der Bauzeit
1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach
Zwerchhuser. Im Hof gehren dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit
mchtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFlgels (Altane) 1626 in
krftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden Mawerkbrstungen;
die obere Loggia spter geschlossen. Der schne Brunnen stark renss. Die
Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. -- _Inneres_: Die Rume des
16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten Gwbb. bewahrt, nicht mehr
die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die zu den prchtigsten ihrer Zeit
gehrenden Bar.Rume nach 1690; die Knstler nicht bekannt; der Charakter
der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in Gotha,
Altenburg, Eisenberg und Grofahner. Der Riesensaal; 28 Riesen, von
der Hfte ab aus hermenartigen Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht
hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm sttzen, whrend der andere
jedesmal einen Bronzekandelaber hlt. Weier Saal ebenfalls reich
stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke des
Gobelinzimmers und des Roten Zimmers. Der Bibliothekssaal um 1730. Die
Schlokirche (gew. 1738) ist die glnzendste dieser Epoche in Thringen;
stilistisch noch unberhrt vom Rokoko. In den nchsten 70 Jahren ruhte die
Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in
vorzglicher klassizistischer Behandlung. -- Deutsche _Gemlde_ des 16. und
17. Jh., darunter 4 von _L. Cranach d. ._

*Justizgebude* am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der
Maler _Peter Sengelaub_, von dem die umfangreichen (verschwundenen)
Fassadenmalereien herrhrten, soll auch die Architektur entworfen haben.
Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgeprgter
Horizontalkomposition, darber hohes Dach mit sehr reich behandelten
Giebeln und Zwerchhusern. Leider ist eine fr die Abrundung der
Komposition ntige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: der
vor den Verkaufslden des Erdgeschosses sich hinziehende offene
Sulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins
reichte. Die glckliche Massenverteilung in Verbindung mit dem reichen
plastischen Schmuck der Trme, Erker und Giebel (von _Nik. Bergner_) und
der Bemalung der Wandflchen stellte den Bau in die Reihe der prchtigsten
Bauten der Sprenss. in Thringen. Das Innere 1896 gnzlich verndert.

*Gymnasium Casimirianum.* 1601 ff. von _P. Sengelaub_ und _Nik. Bergner_.
Die Anlage dem Regierungsgebude hnlich, jedoch nur 2geschossig, dadurch
ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der
Dachregion, deren Zwerchhuser die Zahl 6 und volle Geschohhe erreichen.
Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In den Details kommen noch
Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster) und sogar einzelne got. vor
(wie auch an Joh. Casimirs Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild
des Grnders von _Veit Dmpel_ 1628. Das Innere enthielt 3 groe
Auditorien (also hnliche Grundstze der Einteilung wie in der
gleichzeitigen Universitt in Helmstdt).

*Zeughaus* 1616-21 von _P. Sengelaub_. Der Formencharakter den beiden
vorigen hnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal
Rustikasulen).

*Rathaus* 1577, im 18. und 19. Jh. stark verndert, die Fassade (1750)
unbedeutend, frheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke schner
Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Groer Saal mit
geschnitzter Holzdecke. Frstenportrts (Joh. Friedrich II. von
_Sengelaub_).

*Hofapotheke,* Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil aus einem
Bau des 16. Jh. adaptiert.

*Wohnhuser* des 16.-18. Jh. in grerer Zahl und oft gut erhalten;
namentlich ist Coburg eine Stadt schner Erker. -- Besterhaltenes
Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; ebenda no 4 sog. Kemnate
(Trinkstube der frstl. Beamten); Spitalgasse no 25 mit steinernen
Hofarkaden. Zahlreiche Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse.
Erker in der Judengasse, Spitalgasse und am Markt. -- SpBarock:
Gymnasiumsgasse no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda no 12 mit
reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach vertreten (ganz hbsch
Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher der Klassizismus. -- Die einst
zahlreichen Fachwerkhuser zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben;
von ihm krzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.

*Brunnen* Rckertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.

*Veste* (166 m ber der Stadt). Unter Otto III. als knigliches Gut
erwhnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der Grafen von
Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran). 1353 durch Erbgang an das Haus
Wettin, dem es verblieben ist. -- 3 rom. Pfll. im Erdgescho des jetzigen
Frstenbaues sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte
1840 Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr zu
kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte Doppelkap. ist
verschwunden. Im heutigen Bestande der Veste ist nur weniges (das Zeughaus
in den Auenmauern) lter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine
umfassende Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende
war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschlo. Der Plan von 1553
zeigt in bereinstimmung mit dem heutigen Bestande eine doppelte Ringmauer
mit Zwinger. Verstrkung der Auenwerke unter Johann Kasimir durch _Gideon
Bacher_ 1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung
1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflute die bauliche
Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht zu empfehlen ist. -- Die
Ringmauern umschreiben, dem natrlichen Fels sich anschlieend, ein
ungefhres Oval von ungefhr 230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein
imposantes Bar.Tor von 1671 (der Straenzug, sowie der hinter dem Tor ber
der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern). Die beiden keilfrmigen
SBasteien mit ihren malerischen kleinen Auslugtrmen schon auf Abbildungen
von 1625 und 1626. Die SFront hat bereinander 3 Verteidigungsgnge. Der
Wehrgang des obersten, stl. vom hohen Haus, ist moderne Imitation. Der
vom NWEingang ausgehende Tunnel um 1553. Der ihn schtzende Rote Turm
verschwunden. Die Brenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefhrdete
OSpitze durch den groen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier wird der
Bergfried der ma. Burg vermutet. Die ber ihr liegende hohe Bastei eine
knstliche Aufschttung nach dem 30jhrigen Kriege. -- Das Innere des
Berings wird durch eine Quadermauer in 2 weitrumige Hfe ohne
geschlossene Gebudefolge zerlegt. a) _der stl. Burghof_. Das
Hauptgebude besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden Flgeln:
Hohe Kemenate und Frstenbau, der letztere auf den Grundmauern des
rom. Palas, die spgot. Teile nach 1501, die in Fr.Renss.-Formen
ausgefhrten von _Nik. Grohmann_ 1553-58; im wesentlichen jedoch die
Fassade M. 19. Jh. Hinter der offenen Galerie 2 Rume mit wohlerhaltenen,
z. T. reich geschnitzten hlzernen Decken. Der schne Kachelofen aus A.
17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in Mnchen erworben. Im O.
schliet sich die Kapelle an; durch fteren Umbau, namentlich auch im 19.
Jh., historisch entwertet; Wiederherstellung beabsichtigt. Der WFlgel
(Hohe Kemnate) hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte
Bankettsaal jetzt Waffensaal; die Trumrahmung neu, alt der eiserne Ofen
mit Reliefplatten um 1480. Im selben Gescho das sog. Lutherzimmer; die
Erscheinung wesentlich neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer,
in dem Luther 1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und
vollstndig verndert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist Altes und
Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer mit spgot. Trgestell und
renss. Kachelofen (wohl fremd). Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die
Wandbekleidung mit Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg
bergefhrt; sie gehrt zum Schnsten, was in dieser Art in Deutschland zu
finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von _Wolfgang Birkner_; die Mbel
verschiedenen Ursprunges, aus den Vorrten der Veste zusammengestellt. --
b) _der westl. Burghof_. An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus
(hohes Haus) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstckiger Giebelbau,
von hbscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus Zink 1850); der Turm hat
den ma. Charakter eingebt. Die Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um
1540. Im brigen enthlt der Hof schlichte Wirtschaftsgebude. -- Die
Verlegung der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, da die
bauknstlerische Entwicklung der Veste ber diese Zeitgrenze nicht
fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im einzelnen rgerlich
und irrefhrend genug, fr den summarischen Eindruck aber sind sie
ziemlich unschdlich, und zumal die Auenansichten von unvergnglichem
Reiz. Ein wertvoller Zuwachs die im 19. Jh. angelegten _Kunstsammlungen_,
aus denen hervorzuheben: 2 Altarflgel, frnkisch, 1. H. 15. Jh., 12
Tafelbilder von _Cranach_ und seiner Werkstatt; 7 Frstenbilder von _Jost
Stettner_ M. 16. Jh.; zahlreiche Portrts aus 2. H. 16. und 17. Jh.;
karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim; Sandsteinmadonna aus
Knigsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in
Coburg; von einem ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von
demselben Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von _Veit Sto_
(?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh.
Ausgezeichnete Mbel, Glser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, auch
mit Miniaturen und Handzeichnungen.

_KOHREN._ K. Sachsen AH Borna.

*Stadt-K.* Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt
berarbeitet; 1878 rest. -- _Altarwerk_ 1616, Holzaufbau mit bmkw.
Gemlden.

*Burg*. 2 starke Rundtrme erhalten.

_COLDITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Gottesackerk. St. Nikolai*. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tr. Denkmler
des 16.-18. Jh.

*Stadt-K.* 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgerte.

*Rathaus* 1540, Giebel 1650. -- *Wohnhuser* des 16. und 17. Jh. --

*Schlo.* Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert 1578-91 von
_Hans Irmisch_ unter Beibehaltung got. Teile. Spter verwahrlost. Am
besten erhalten die eingebaute Allerheiligen-Kap. mit _Portal_ in
prunkvoll derben Formen von 1584.

_CLLEDA._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Peter-Pauls-K*. 1266 den Cisterc.-Nonnen berwiesen. Ursp. 3sch.
Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine rundbg. Fenster,
dagegen die Arkaden spitzbg.

*Wiperti-K*. Bmkw. groes _Alabasterepitaph_ der Familie v. Werthern 1586.

_KOLMDORF_ bei Bayreuth OFranken.

*Schlchen* Karolinenruhe 1760.

_KNIGSBERG I. FR._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Stadt-K.* beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroer, mit
Aufwand durchgefhrter Bau; durch Brand im 30j. Kriege sehr beschdigt.
(Rest. A. 20. Jh.) -- Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen. Langchor von 2
Jochen und 5/8 Schlu. Im nordstl. Winkel Turm, im sdstl. Sakristei.
Der Chor war durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Hhe der
Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. Auen die
Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in diese eingeordneten
_Statuen_ nur die eine der Maria verschont; von den brigen wenigstens die
Konsolen mit Tragefiguren. Unter dem Mittelfenster Blende mit 3
Baldachinen, denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem
Kaffgesims Spuren von Wandmalerei. Nchst der Sakristei _lberg-Relief_. --
Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, voll. 1446; davon erhalten, doch mit
Beschdigung und Umarbeitung im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese,
rundbg. mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen und
bereck gestellte Streben, hnlich denen des Chors mit Statuenblenden und
Baldachinen geschmckt. Das letzte Gescho E. 17. Jh. -- Viel strker hat
das Lhs. gelitten; das Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; drftig. -- Die
*Ausstattung* des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und Kanzel
sprenss. -- _Grabsteine_ 1593, 1675, 1676, 1682, 1703.

*Gottesacker-K*. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. -- Unter den
zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, andere
gegenstndlich interessant.

*Wohnhuser*. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; reiche
Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstmlichen Fachwerkbaues,
sondern vom Steinbau beeinflut.

_KNIGSBRCK._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Stadt-K.* 1682 von _Chr. Gottschick_ und _G. J. Spie_. Prchtiger
_Altar_ 1692 mit leidlichen Gemlden. Interessantes _Epitaph_ M. v.
Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. -- Auf dem *Friedhof* charakteristische
Gruftkapellen und Denkmler des 18. Jh.

Die *Wohnhausarchitektur* bietet zahlreiche schlicht reizvolle Stcke aus
18. Jh.

_KNIGSFELD._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* erneuert 1754. -- Kostbarer Altarbau aus Marmor, Serpentin und
Alabaster 1613.

*Schlo,* ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss.

_KNIGSHAIN._ K. Sachsen AH Zittau.

*Kath. Pfarr-K*. 1766 von _J. J. Kuntz_ in Reichenberg, 1sch. Rck.,
gedeckt mit 2 bhmischen Kappen. Entlang der Lngswnde unter den Fenstern
Emporen auf gewlbten Arkaden. -- _Hochaltar_; ber dem Tabernakel groes
Rahmengemlde, von fliegenden Engeln getragen; bez. _Phil. Leubner_ 1780.
-- Schner _Kelch_ E. 15. Jh.

_KNIGSHOFEN_ im Grabfeld UFranken.

*Pfarr-K.* 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualitt. Quaderbau.
Hallenkirche von 5 Jochen mit mig gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die
Raumverhltnisse ungewhnlich in die Breite gehend, zum Ausgleich das
Msch. stark berhht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale,
leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung ist das
Bravourstck eines got. Nachzglers aus der Juliuszeit; aus eben derselben
das noch got. Oktogon des im SO stehenden Turmes, das mit einer welschen
Haube brigens recht gut ins Verhltnis gesetzt ist; kunstvolle 2lufige
Schneckenstiege. -- Das Relief des _Jngsten Gerichts_ im Bogenfeld des
WPortals sehr hnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere
_Messingkronleuchter_ 17.-18. Jh. berlebensgroe _Madonna_, Holz, um
1500. Andere spgot. _Skulpturen_ in der Kapelle ber der Sakristei. In
letzterer frgot. _Aquamanile_ (Pferdchen) und elegante _Elfenbeingruppe_
der Kreuzigung, 18. Jh.

*Rathaus* ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung stdtischer
Altertmer.)

*Wohnhuser* am Markt, bar. und rok., im bergang zum thringischen Typus.

*Marktbrunnen,* Schmiedeeisen, 16. Jh.

*Befestigung* (Frstbisch. wrzburgisch) nach Specklinschem System, einige
Bastionen erhalten.

_KNIGSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1810. -- *Festung*. Die Anfnge gehen bis ins 12. Jh.
Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Plnen
des Nrnbergers _P. Buchner_ 1591. Die Christiansburg 1589-91 von
_Buchner_ und _Irmisch_. Johannissaal (Neues Zeughaus) 1631. Die
Friedrichsburg 1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand
1744 zerstrt. Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (Gardehaus)
1598, beide von _Buchner_. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die
Magdalenenburg und die Kommandantur, verndert nach Brand 1806. Bildnisse
in groer Menge, u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von _A.
Graff_. Der 180 m tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von _Joh. v.
Bodt_. Die Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl.
Kmpfer; umgebaut 1515 und 1631. -- Schnes _Elfenbein-Kruzifix_ von
_Melchior Barthel_ um 1670.

_KNIGSWALDE._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. -- Spgot.
_Schnitzaltar_.

_KNIGSWARTHA._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 17. Jh. mit got. Resten. -- Adlige _Grabdenkmler_ in groer
Menge.

Schlo erb. fr den Reichsgrafen v. Dallwitz {~DAGGER~} 1796. Nchterne
Lisenenarchitektur. -- _Bildnisse_ des wenig bekannten aber vortrefflichen
Malers _Hagelgan_ 1755.

_CNNERN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Stadt-K.* 1498. 2sch. Halle mit fehlendem sdl. Ssch. WTurm im Kern rom.
-- Spgot. _Taufkessel_.

_CONRADSBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Kloster-K. (Benediktiner). Erste Grndung vor 1133, jetziger Bau
undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs.
fehlen (waren sie etwa berhaupt nicht zur Ausfhrung gekommen?). Der Chor
nach dem Hirsauer Schema; die Nebenchre kommunizieren mit dem Hauptchor
durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen berstiegen. Die
abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen Rundstbe,
die oben in ein berfallendes Blatt zusammenlaufen. Die grtigen
Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors
eingestrzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt notdrftig
eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Sulen
Prachtstcke blhendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte wechseln
regellos mit spiralisch kannelierten.

_CONSTAPPEL._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ltesten des
Meiener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei
der Erweiterung 1884 die Schluwand durchbrochen und im W ein Turm
hinzugefgt). -- _Taufstein_ mit Reliefs 16. Jh. _Altartafel_, Beweinung,
von einem nicht unbedeutenden Knstler aus der Nhe _Cranachs_.
Lebensgroe Bildnisse Luthers und Melanchthons aus _Cranachs_ Werkstatt.

_CORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit rck. WTurm im bergangsstil.

_KORBUSSEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verndert um 1500.

_KORNBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Ganz schmuckloser 1sch. got.
Bau mit 8 (meist zerstrten) Kreuzgwbb., Chorschlu aus 8Eck, WEmpore ber
2sch. Halle. -- Zweistckige Klostergebude um einen Hof ohne Kreuzgang.

_KOSELITZ._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Dorf-K.* Bmkw. Altargemlde von _C. Roesler_ 1800.

_KSSERN._ K. Sachsen AH Grimma.

Herrenhaus, erb. 1695 fr Oberhofjgermeister Dietrich v. Erdmannsdorf. In
reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von _Pppelmann_;
besonders stattlich der groe Saal.

_KSTRITZ._ Reu j. L. LA Gera.

*Frstl. Schlo* 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der
klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.

_COSWIG._ K. Sachsen AH Meien.

*Pfarr-K.* 1sch. Saal mit 3/8 Schlu 1497, erhht und mit Volutengiebeln
versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemldezyklus an der Empore und
der flachen Decke. -- _Schnitzaltar_ E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.

_KTIZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Herrenhaus.* M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von _Samuel __ Locke_;
in der Ausstattung manches Hbsche.

_KTZSCHENBRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Pfarr-K.* Netzgewlbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. -- _Altar_ 1638 von
_Zach. Hegewald_, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs
und Sandsteinstatuetten; _Denkmler_ 1675, 1738. -- Im Dorf reizende renss.
_Brunneneinfassung_ mit Puttenrelief von _Hans Walther_ (?).

_KOTTMARSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 1735, die hbsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und
Lbauer Ratslogen) gleichzeitig.

_KRAKAU._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Mehrere lgemlde 16. Jh. und gute _Bildnisgrabsteine_ 17. Jh.

_KRANICHFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Stadt-K.* 1496, 1sch. flachgedeckt, gewlbter polyg. Chor. nderungen
1702. -- Hbsches _Gesthl_ 1520; _Grabstein_ einer Grfin Gleichen 1570.

*Schlo* (Oberschlo߫). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche
Gruppe hat seither viel verloren. Der lteste Teil der sog. dicke Turm,
aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengewlbe,
Ecksulen mit Wrfelknufen; die Auenwand mit fein profilierten Lisenen.
-- Sonst das uere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine
Menge grerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der
SSeite ihrer 8). -- *Unterschlo* mit umfnglichen ma. Resten, jetzt
modernisiert.

_KRANLUCKEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.

_KRAUTHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlngert. -- *Schlo*
1710 einfach.

_CRAWINKEL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).

_KRAYENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Burg*. Ausgedehnte, sehr zerstrte Anlage. Der Palas aus der Zeit der
Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg
verwendet.]

_KREINITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schlo* seit 1776.

_KREIPITZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Schlo.* 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die
in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpfrtchen 1628.

_KREUSSEN._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hbsches spgot.
_Sakramentshuschen_. Groer _Altar_ 1688. -- An der SSeite 2stckige got.
Kapelle, jetzt Sakristei.

_KREUZBERG._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Franziskaner-Klst*. 1681-95.

_KREUZBURG._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Nikolai-K*. Rom. Apsis 1215 in sehr groen Abmessungen; in 7 Nischen je 1
Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert 1785.
Hoher WTurm 1428.

*Liborius-Kap*. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten; Fenster
und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.

*Friedhofs-Kap*. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von
den rom. Formen wenig briggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624.

Got. *Klst.-K*. vor der Stadt, jetzt Scheune.

*Wohnhuser* mit Renss.Portalen.

*Stadtmauer* aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.

*Schlo.* Palas 1170, stark verndert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz
und Spuren des Wehrgangs.

*Werrabrcke* 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223.

_KREUZEBER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schlu, Pilaster und
Fenstereinfassungen in Sandstein.

_KREUZWERTHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. _Schnitzaltar_
ca. 1510-20.

*Schlo* der Frsten Lwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736,
unbedeutend und verrenoviert.

_KRIEBSTEIN._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Schlo.* Die gut berlieferte Baugeschichte lt 4 Abschnitte
unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An
den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der Rstkammer gut erhaltenes
_Wandgemlde_ um 1400.

_CRIMMITSCHAU._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Stadt-K.* 1513. Einfach behandelter wohlrumiger Hallenbau von 15 : 22 m,
geteilt in 5 Netzgewlbe; der unsymmetrisch anschlieende rck. Chor mit
NTurm aus 14. Jh. -- _Epitaph_ v. Schnberg 1597, reicher Sulenbau mit
vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der Schule
_Nossenis_. Halbzerstrter _Taufstein_ mit Reliefs, treffliche Arbeit aus
1. H. 17. Jh. -- Mehrere schne _Kelche_ aus M. 15. und A. 16. Jh.

_CRBERN._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* 1750-55, stattlich. -- _Denkmler_ der Familien v. Breitenbach
und v. Seydewitz aus 16. Jh.

_CROCK._ Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.

*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr
verndert. -- Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor.
Vorspringender WTurm. Charakteristischer sptestgot. _Taufstein_ 16. Jh.

_CRLLWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* spgot., durch zierliches Mawerk in den Fenstern, einen in
dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.

_KRONACH._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant
durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8
Schlu, Kreuzgwbb. mit groen dekorierten Schlusteinen, 1. H. 14. Jh. --
Lhs. 5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. -- M. 16. Jh.
Verlngerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit
reicher Stabberschneidung, darber Statue des Joh. Bapt. 1540. --
Ausstattung groenteils neu. In einer Seitenkap. _Pietas_ M. 15. Jh.
_Grabdenkmal_ von 1580 von einem Nachfolger des Eichstdters _Loy Hering_.
-- In der Nhe (NO) zierliche 2stckige Kap. 1512.

*Rathaus.* Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der
Plassenburg.

*Wohnhuser* in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.

*Brunnen* mit S. Michael um 1650.

*Stadtbefestigung* des 16. Jh. groenteils erhalten. Entwrfe zu ihrer
Modernisierung von _Balth. Neumann_ 1741.

*Veste Rosenberg,* ehem. der Bischfe von Bamberg. Gut erhaltene, fr die
Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck.
Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer
Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3.
Befestigungsgrtel 17. Jh. Krftiges Rustikator 1662 hnlich wie in
Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)

_KROSIGK._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.*, Ruine einer typischen rom. Anlage.

_KRUKENBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Burgruine*. Bmkw. die 1126 gewlbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte
kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck.
Anbauten mit Tonnengwbb, schlieen sich kreuzfrmig an. Der got. Palas aus
der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in groen Teilen
erhalten.

_CRUMBACH._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schlu. Interessant der runde
WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an
der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.

_KHNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* Lhs. rck., schmlerer 5/8 Chor mit gutem Mawerk 1323. --
_Kanzel_ 1630 mit schnen Intarsien. -- Als Gattung bmkw. die buerlichen
_Epitaphien_.

*Schlo,* frher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch
mittelalterl., Nebenturm renss.

_KULM._ Reu j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit
quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.

_KULMBACH._ OFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439.
Wohlrumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche und
5/8 Schlu. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 hlzerne Tonne), WTurm
mit Mawerkfriesen und Spitzhelm. -- Imposanter _Barockaltar_ mit flotten
Skulpturen, am Sockel Portrtrelief des Markgrafen Christian (1603-55).
_Taufstein_ mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., vielleicht von _Hans
Werner_ von Bamberg. _Grabsteine_ 17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v.
Lainack. Glasgemlde ca. 1550. -- Pfarrhaus 1730.

*Spital-K*. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom
Hofbaudirektor _Fr. Grael_.

*Friedhofs-Kap*. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh.,
zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.

*Rentamt* (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und
geschmckter Barockbau 1694. Zwei schne Toranlagen.

*Bezirksamt* (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln
wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 _Caspar Vischer_.

*Rathaus* 16. Jh., Fassade 1752. -- Einige _Wohnhuser_ der Renss.

*Stadtbefestigung* teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie blich rot
angestrichen, und Pranger.

_CUNEWALDE._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 1780. Groer Saalbau mit Doppelemporen. -- Kanzel 1656. Bmkw.
Reste von spgot. _Altarplastik_. Zahlreiche _Grabdenkmler_ des 17. und
18. Jh.

_KUNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1774 und 1860. Gutes dreiflgeliges _Altargemlde_.

*Burgruine* (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleiberg). Vom rom.
Bau der Bergfried und die Sdwand des Palas erhalten.

_KNITZSCH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Einheitlich von 1706. -- Zwlf _Denkmler_ 1608-1782.

_KNSBERGK._ UFranken BA Mellrichstadt.

Bedeutende *Burgruine*, z. T. rom.

_KUPFERBERG._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Stadt-K.* 1280-1300. Frgot. Basilika mit groem Chorturm. -- Ansehnliches
Spitalgebude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einflu von _Balthasar
Neumann_ (?).

_KRBITZ._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Fr diese dem
Kirchenbau ungnstigste Zeit ein auerordentlich stattlicher Bau, dem
protestantischen Kultus angepat. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die
Ssch. 2geschossig, Erdgescho 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg.
Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel
dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen 4)
eingeschoben, uerlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der WEmpore
die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich
eingerichtet (erhalten ein _Kamin_ von einfach vornehmen Formen, die als
Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten).
Die Formen auen und innen ernst und schlicht, mit manchen got.
Nachklngen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen
rundbg., aber mit Mawerk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit
toskan. Ordnung, brigens von strengster Behandlung. -- _Altarwerk_ aus der
Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. -- _Kanzel_ bez.
1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brstung,
berraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben
ausgezeichneten Knstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in
uerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von puritanischer
Einfachheit und Trockenheit. -- _Familiengruft_ der Herren v. Feilitzsch
mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche lportrts derselben
Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflgeliger _Altar_ um 1500 (schlecht
rest.).

_KRNACH._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* 1723, vielleicht nach Angaben _B. Neumanns_. Eingezogener Chor
mit 3seit. Kappenschlu, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt,
Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung.
-- Im Dorf 4 _Bildstcke_, einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr
stattlich die groe Freigruppe der _Kreuzigung_ bei der Griemhle,
Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766.

_CORSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.

_KYFFHUSER._ Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.

*Burgruine*. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr.
Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf hheres Alter (?). Von der sehr
ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. -- Die
_Kapelle_ von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser
Gegend.




_L_


_LAAS._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener
quadr. Chor und berwlbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten,

_LAMPERTSWALDE._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. --
Denkmler.

*Schlo* um 1690-1700.

_LANDESWEHR_ bei Meiningen.

*Burgruine.* Von der 1525 zerstrten ma. Burg stammt der schrg am Boden
liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die Steine
der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des Residenzschlosses in
Meiningen, verwendet.

_LANDSBERG_ bei Meiningen.

*Schlo* des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von _Dbner_.
Innen groe Kunst- und Waffensammlung. 2 fen des 16. Jh, aus Saalfeld.
Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thringische _Altre_ E. 15. bis A. 16.
Jh. Vertreten sind: _Valentin Lendenstreich_, der _Meister der
architektonischen Baldachine_ und der _Meister des Neusitzer Altars_.

_LANDSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Stadt-K.* sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher
Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geffnet. Rom. Tympanon,
S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Lwe.

*Doppelkapelle* der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste
Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. -- Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2
gesonderten Geschossen, die durch eine ffnung im Boden des oberen in
Verbindung stehen. Jedes hat 3 grtig gewlbte Schiffe von gleicher Hhe.
2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant
dekorierte Sulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des
Knigslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch
beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt auerhalb der
SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergescho, als Wohnraum dienend,
ist sptere Zutat. -- Die 2 merkwrdigen _Portale_ in Sachsen analogielos.
Das grere in der Architekturform einfach, nur Rcksprung, aber die
Leibungsflche reich ornamentiert, an den Pfosten figrliche Reliefs, im
Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles sehr
verwittert. Am kleineren giebelfrmiger Sturz ohne Entlastungsbg.
Schnitzaltar, um 1500.

_LANGBURKERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo.* Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen
Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749.

_LANGENAUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal;
_skulptiertes Tympanon_, Christus im langen Rock am Kreuze stehend, zu
Fen die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler Stilisierung,
neben ihm 2 Palmenbume; hchst buerisch, wohl 12. Jh.

_LANGENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873
rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch.
Kreuzgewlbehalle.

_LANGENHESSEN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Triumphbg. und Chor sprom. -- Groes spgot. _Altarwerk_ von 1502
mit 4 beweglichen und 2 festen Flgeln, in den Gemlden Einflu der
frnkischen Schule.

_LANGENLEUBA._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; ein schnes Portal mit 2 Sulenpaaren 1841
zwecklos zerstrt.

_LANGENLEUBA._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Rom. OTurm ber dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung im
18. Jh. -- Vornehmes _Grabmal_ fr Joh. v. Kuntsch {~DAGGER~} 1714.

*Schlo* 1707, gro und ehemals prchtig, jetzt in Verfall.

_LANGENNAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung
fast lckenlos erhalten, behagliche Stimmung.

_LANGENREINSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle
mit massivem Turm enthalten rom. Formen. -- _Schnitzaltar_ 1500.

_LANGENSALZA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Bonifazius-K*. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh.
weitergefhrt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und
eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern
nur eine hlzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf
kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentrme projektiert,
von denen nur der nrdl. ausgefhrt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau erreicht
die fr dieses Gebiet ungewhnliche Hhe von 81 m. Das groe WPortal hat
seinen _plastischen Schmuck_ im Bauernkriege verloren; es waren am Gewnde
12 Statuen in zwei Rngen und 234 Statuetten an den Bogenlufen; das von
einem Mittelpfosten getragene Tympanon enthlt (ziemlich unversehrt) in 3
Reliefstreifen das _Jngste Gericht_, Kompositionsschema von S. Lorenz in
Nrnberg; von einem frnkischen Knstler (?) am Pfosten ein _Opferstock_.
Um einiges einfacher das nrdl. Seitenportal, im Tympanon _Kreuzigung_. --
Das Obergescho ber der Sakristei hat eine bmkw. _bemalte Bretterdecke_
aus A. 16. Jh.

*Stephans-K*. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im
Stadtbrande von 1506 zerstrt. Die drftige Herstellung gab nur
Bretterdecken und erhhte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster
erhielt. Reichere Bauformen enthlt nur die gerettete Auenansicht der
Sschiffe. Sie sind mit einer Mawerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln,
zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrnt. Die Fenster
des Mawerks beraubt. An der SSeite groes, lebhaft gegliedertes Portal.
Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau aus
einer lteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. -- Unter den
_Grabsteinen_ sind die ltesten die des Dietrich v. Salza {~DAGGER~} 1308 und
Gnther v. Salza {~DAGGER~} 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschdigt.

*Augustiner-K*. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck;
abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstcke erhalten.

*Rathaus* 1742. -- *Marktbrunnen* 1582. -- Zahlreiche Reste der
*Stadtbefestigung*.

_LANGENSELBOLD._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.

*Schlo* des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten
_Grabstein_ eines Abtes aus 15. Jh.

_LANGENSTEIN._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K.* Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb.
mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend.

_LANGEWIESEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren.

*Stadt-K.* 1675.

_LANGHEIM._ OFranken BA Lichtenfels.

*Cistercienser-Klst.,* gegr. 1132, verwstet 1525, Neubau des
Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des Konventshauses
1730 ff., Brand 1802, Skularisierung 1803, darauf Abtragung der Ruinen.
Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem Klostertor und ein Flgel des
Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6
Kreuzgwbb., deren Kmpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefhr wie
im Refektorium zu Heilsbronn), der Schlu 5rippig ber 1/2kreisfrmigem
Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, platt geschlossene
Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die Klosterbauten wetteiferten in
Gre und Opulenz mit denen von Ebrach. Der erhaltene Flgel trgt am
Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.;
wahrscheinlich von _Balth. Neumann_; Plne desselben fr Langheim in der
Sammlung Eckart in Wrzburg.

_LANGHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten
Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgemlde.

_LANGULA._ Pr. Sachsen Kr. Mhlhausen.

*Dorf-K.* modern, reich geschmckter spgot. _Taufstein_.

_LAUB._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* Bedeutende berlebensgroe _Sandsteinmadonna_, stilistisch der
Madonna im Wrzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der
Konsole datierbar auf ca. 1320.

_LAUCHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Stadt-K.* 1479-96. Groer einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber
vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum
Strebepfll. WTurm ber nach S und W offener Halle.

*Rathaus.* Renss., wohl jnger als die Wappentafel 1563. --
*Stadtbefestigung* teilweise erhalten, am besten das Obertor.

_LAUCHRDEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im
W. Emporen und hlzernes Tonnengwb. -- [Schnitzaltar jetzt in der
Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. -- _Kemenate_ der v. Rotenhan
mit Inschr. 1562, 1575. Hbsches Hoftor. Kamin.

_LAUCHSTDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu
E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802
errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt.

_LAUDENBACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Dorf,* Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen
Mainufer.

*Pfarr-K.* Charakteristischer Juliusbau von 1613.

*Burg*. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im
Bauernkrieg zerstrt. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50
m l., 0,50 m h.). -- Nettes Schlo im Dorf einfach renss.

_LAUENSTEIN._ OFranken BA Teuschnitz.

*Burg.* Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstrung 1290, der Stumpf des
Bergfrieds in hrenfrmigem Verband und Teile der Ringmauer und die
Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamnder Bau (O). Der Hauptbau (N)
1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit
Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in
der Kap. Fresken.

_LAUENSTEIN._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594
erneuert, System hnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen.
_Altarbau_ aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bnau {~DAGGER~} 1609
und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz {~DAGGER~} 1591; groartiges, in 3
Stockwerken staffelfrmig sich verengendes Gerst von starken Sll.,
zwischen denen Reliefbilder; auf den Abstzen Freifiguren, zuunterst der
kniende Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgefhrte Werk
stilistisch aus niederlndischen und italienischen Elementen gemischt,
gehrt zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. -- Von
demselben Knstler die groe _Moseskanzel_ und der _Taufstein_; Migung
der Architekturformen, bergewicht der figrlichen Plastik. --
_Bnaukapelle_ (Erbbegrbnis) beg. 1609 von _Lorentz Hornung_, einem aus
der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstcke das
Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von
Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf Frbung und Vergoldung;
virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostmlichen, ein Fortwirken jener
niederlndischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel das Grabmal des
Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.

*Burg.* Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere
Erneuerung und Ausschmckung durch Gnther v. Bnau aus Bruchstcken zu
ahnen.

_LAUSA._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz
vergessen. -- _Altar-Kanzel_ 1789. -- _Sandstein-Denkmler_ 1632, 1688,
1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 -- eine
stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. -- *Pfarrhaus* um 1650.

_LAUSIGK._ K. Sachsen AH Borna.

*Stadt-K.* (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen vllig
erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine Trme,
sparsamste Formen; nur die Tr (W) hat flachgeritztes Blattornament im
Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit Schachbrettfries, oben
Bogenfries, am Gewnde 1/4 Rundstbe anstatt Sll.

_LAUSKE._ K. Sachsen AH Lbau.

*Schlo.* Umgebaut 1770 von Graf v. Breler in einem an die ital. Renss.
sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit
kassettierter Kuppel. -- Familienbildnisse und Mbel.

_LAUSNITZ,_ s. Klosterlausnitz.

_LAUSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstcke aus derselben
Zeit.

_LAUTER._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* 3/4 lebensgroe _Steinmadonna_ E. 13. Jh., eine der
allerschnsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des Botenlaubengrabmals
in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort verschleppt (eine Zeitlang
als Bildstock benutzt).

_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher
in Grorckerswalde). Guter _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. und Reste der
Altarbekleidung. _Kindergrabsteine_ 1585, 1586.

_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Schlo.* 18. Jh. Schner Saal mit dekorativen Gemlden. Hbsches
Gartenhaus um 1770.

_LAWALDE._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. _Kirchhof_, Torturm 17.
Jh.

_LEBIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb.
-- Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.

_LEHESTEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1683. -- Schlo, ehemals Besitz des Deutschordens; Wasseranlage;
Rundturm mit Eingang von 1551.

_LEIDENHOFEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose
rundbg. Tr und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgescho des
OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.

_LEIHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit
eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nrdl. Langseite. Die bar.
Ausstattung charaktervoll und gut.

_LEIMBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Schlo.* A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.

_LEIPZIG._ K. Sachsen. Kr. Meiningen.

*Nikolai-K*. lteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg
geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet.
Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4
breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstben und oben in Sgefries und
Hohlkehle schlieend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube,
etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus spteren Umbauten; im 14. Jh.
Auflsung des rck. Mauerkrpers in drei 8eckige Trme; 1555 durch
_Hieronymus Lotter_ der Mittelturm erhht und mit einem Helm versehen, die
Seitentrme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschlu mit gestrecktem Vorchor
vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschlieende Michaels-Kap.; die
SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen.
Die Ssch. durch Emporen erweitert, hnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau
des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten
Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die _Gemlde_ im Museum, anderes in der
Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] _Kanzel_ spgot., sehr reich
ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. -- 1784-97 eingreifende Umgestaltung
des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flchen)
als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafr ber dem
Astragal ein khn geschwungener Kranz von Palmenwedeln -- offenbar ein
durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. -- _Altartisch_, _Leuchter_
und _Taufstein_ aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten
Seite. Die _malerische_ Ausschmckung von _Oeser_. Schmerzensmann Stein
ca. 1400.

*Thomas-K*. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft
umgebaut. Der lteste Teil wohl die sdl. Turmhalle, 14. Jh. Der
gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs.
1482-96 vllig neu aufgebaut von _Claus Roder_; 3 Sch. von gleicher
Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. --
[_Altar_ 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. _Taufstein_ 1614 von
_Georg Kriebel_. [Der reiche und interessante hlzerne Deckel im Ver. f.
Gesch. Leipzigs; ebenda der Frstenstuhl von 1683, dessen Trophenkrnung
an die Befreiung Wiens aus der Trkengefahr erinnern soll.] _Grabstein_
des Ritters _Hermann v. Harras_ {~DAGGER~} 1451 (ausgefhrt wohl einige Jahrzehnte
spter). Stein fr Georg und Apollonia _v. Wiedebach_ 1517, kniend von
vorn, lebensvolle Figuren, vorzgliches spgot. Rankenwerk. -- Groes
Alabasterdenkmal der Familie _Bachofen_ nach 1550 mit Weltgericht und
Auferstehung. -- Epitaph fr _Seb. Hillger_ {~DAGGER~} 1570, Messing mit Email. --
Bronzeplatte fr _Nic. Selneccer_ {~DAGGER~} 1592, saubere Arbeit. -- Denkmal des
_Joh. Jenitz_ 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule _Nossenis_. --
Groes Hngeepitaph fr _Daniel Leicher_ {~DAGGER~} 1617; wohl von _Georg Kriebel_
aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in
dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter
Knorpelmanier. -- Vortreffliche Sandsteinplatte fr _Georg Weinrich_ 1687.
-- Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ltesten 1573-1617 von _Johann
de Perre_.

*Pauliner-K*. (Universitts-K.). Vom ltesten Bau (1221? 1231?) nichts
erhalten auer ein paar Fundstcken. Die jetzige Gestalt durch drei
Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man
die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m
L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schlu (29 m L.); im 16. Jh.
hinzugefgt die Nebenchre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von
dem die ganze Breite der 3 Chre einnehmenden Lettner nur geringe Reste
erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. -- _Flgelaltar_ A. 16. Jh.,
die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole
aufgestellte lebensgroe Figur des h. Paulus. -- Von einem Nebenaltar
stammen zwei wertvolle _gemalte Tafeln_ des 14. Jh. -- Holzstatue des _h.
Dominicus_, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine knstlerisch
hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der
Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. -- Holzstatue des
_Markgrafen Diezmann_ {~DAGGER~} 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher,
manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. -- Grabstein des
_Nickel Pflugk_ {~DAGGER~} 1482, hohes Relief in Sandstein. -- Grabplatte der
Herzogin _Elisabeth von Sachsen_ {~DAGGER~} 1484, flaches Relief, interessant durch
die Technik der getriebenen Bronze. -- Schner Grabstein mit der
Reliefgestalt eines _Unbekannten_ 1515. -- Wandgrab des _Lorenz v.
Reutlingen_ 1528. -- Desgl. des _Caspar Brner_ 1547. -- Drei Bronzeepitaphe
von gleichartiger Behandlung: des _Christopher __ v. Kruschwitz_ {~DAGGER~} vor
1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in
frhen, noblen Renss.Formen (Meister _NT_, Gieer _J. Behem_); des _Adam
Moller_ 1549; des Dr. _Joachim v. Kneitlingen_ 1553; drei Grabplatten der
_Familie Maw_ 1616-20, Sandstein, ganze Figg. in hohem Relief mit wenig
Ornament, ehrlich und grndlich, zumal im Stofflichen musterhaft. --
Hngeepitaph des _B. Golnitz_ {~DAGGER~} 1635, Holzarchitektur mit bergewicht des
Figrlichen, wilde Sp.Renss. -- Charakteristische Beispiele aufwandreicher
und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmler des _J. J. Pantzer_ von
1673 und des _G. T. Schwendendrffer_ von 1685. -- Mehrere _Gedenktafeln_
in der Form von lgemlden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von
einem Cranachschler. -- Lasset die Kindlein zu mir kommen von _L.
Cranach d. ._ -- Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebude 1830 und 1893
abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen _Wandmalereien_
(abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw.
Kunstwerke).

*Barfer-K*. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts
erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden
4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine
ber dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.).
Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die
Mitte der SSeite; gegenber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894
gotisierend.

[*Johannes-K.,* ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen
erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmler
erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien _Meyer_ und _Perger_ 1616, eine
3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit
Knorpelornament, die Gemlde von _Johann de Perre_; Marmorepitaph des
_Andr. Winckler_ 1675, in der Mitte die lebensgroe Statue des
Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. -- Marmorepitaph des _J. G.
Sieber_ von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von _Melchior Barthel_. --
Marmordenkmal fr Ch. F. _Gellert_ {~DAGGER~} 1769, einfacher Wandsarkophag mit den
trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefportrt des Dichters
haltend. -- Schner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen)
aus der Thomas-K.]

*Johanneskirchhof*. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen
Gitter der Erbbegrbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische
Grabmler des 18. Jh.

*K. zu Eutritzsch,* stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schlu und spgot.
Netzgwb. -- [Marienaltar, buerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der
Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in
Dresden.]

*Paulinum* (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., spter im Gebrauch der
Universitt). Nahm ursp. das ganze Dreieck zwischen Pauliner-K., der alten
Stadtmauer und der heutigen Universittsstrae ein. Die letzten Reste 1893
abgetragen. -- Die _Wandgemlde_ im Durchgang zur Paulinumsbibliothek
(jetzt abgesgt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebuden der Universitt hat
sich nur erhalten: das _Frstenhaus_, erb. 1558, wahrscheinlich von _Paul
Wiedemann_, als Privathaus, seit 1648 der Universitt gehrig. Die Fassade
mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstcke die runden zweistckigen
Erker.

*Rathaus,* 1556 ff. unter Leitung des Brgermeisters Hieronymus Lotter von
_Sittich Pfretschner_ und _Paul Wiedemann_, 1907 vollstndig, aber getreu
im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im brigen
abgebrochenen Pleienburg aufgenommen. -- Der alte Bau gestreckt und
niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte
Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher
gegliederten Zwerchhusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten
Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgescho ein Tor in feiner,
wohlverstandener, jon. Ordnung (_Paul Wiedemann_). In verwandter
Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tr im
Hauptsaal; darber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzgchen
und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In
der Ratsstube Bildnisse schsischer Frsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an
das Mus. der Bild. Knste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber
an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]

*Brse,* 1678 von _Christian Richter_ (?). Ein nicht groer, aber
prchtiger Bau: Einziges Hauptgescho ber niederem Unterbau. Die schmalen
Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf
hollndisch-naturalistisches Laubwerk. Abschlu durch Balustrade. An der
Schmalseite gerumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das ppig schwere
Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister _Giov.
Simonetti_. Deckengemlde von _Hans am Ende_ 1687.

*Wage,* 1555 und 1570.

*Fleischbnke,* um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.

Die *Nikolaischule,* 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.

Die *Innungshuser,* soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige
Sammlungen von Interesse.

Verhltnismig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig eine
lehrreiche Folge von *Wohnhusern* des 16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr.
19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m.
_Renaissance_: 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt);
Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit
Gemlden aus der Faustsage um 1615; Brhl 15 um 1540, Katharinenstr. 9 um
1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr.
26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615,
Gerbergasse 12 bez. 1690. -- Gute Beispiele von _Hfen mit Holzgalerien_
Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. -- _Erker_ in
reicher _Holzschnitzerei_: Katharinenstrae 21 um 1660; Katharinenstr. 20
um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um
1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der schnsten. -- Fassaden unter
_hollndischem_ Einflu: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, Giebel um 1670,
zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistrae 15; Hainstr. 17 sehr
charakteristisch; Brhl 21 unverletztes altes Geschftshaus. -- In
_deutschem Barock_: Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; Hainstr. 23,
Brmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig
Katharinenstrae 31 vom Maurermeister _Fuchs_ 1701-4; vom selben ebenda
23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, und Markt 17
Hohmannsches Haus, der Hhepunkt des Leipziger Barocks; Katharinenstr. 16
von 1715 mit wohldurchdachtem Grundri, das Detail der Fassade sehr
manieriert. In Pppelmanns Art von _G. Werner_ Hohmanns Hof 1728
Petersstrae 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner Richtung
gehren ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22; Reichsstr.
37 bez. 1720; Brhl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und
Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem
Mansardendache. -- _Rokokobauten_: Katharinenstr. 27, das Portal im
Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten
Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklngen;
Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasgchen 5 und Petersstr.
22 mit Erkern. -- Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens
(1694) hat darauf bezglich ber der Tr eine treffliche Hochreliefgruppe
von etwa 1720.

Ehemalige *Landhuser,* schloartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 fr Kammerrat
Richter, die Fassade in _Knffels_ Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar];
Schlo Gohlis, um 1750, ausgemalt von _A. F. Oeser_ um 1780; Johannesgasse
6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von _Pierre Coudroy_ um 1780.

*Denkmal* des Kurfrsten Friedrich August III, auf dem Knigsplatz, 1780
nach _A. F. Oeser_, Sockel von _Dauthe_.

*Stadtgeschichtliches Museum* im alten Rathaus.

_LEISLAU._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut.

_LEISNIG._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch
lteren Formen. -- Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4
Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schlu. Pfll. 8seitig
mit leicht konkaven Flchen, Gwbb. stern- und netzfrmig, Fenster und Turm
in charakteristischen Formen der Sptzeit des 15. Jh. -- _Hochaltar_ 1663
von _J. Richter_ und _V. Otte_; der Aufbau setzt das spgot. Schema in
Barockformen um (ca. 9 m h.). -- _Taufstein_ 1638 unbedeutend.

*Gottesacker-K*. S. Nikolai 1540 und 1674. -- _Schnitzaltar_ 1509. -- Auf
dem Fuboden zahlreiche Grabsteine. _Wanddenkmler_ 1592, 1671, 1708,
1725, 1727, letzteres an der ueren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.

*Schlo Mildenstein*. Der lteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal
und darber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Groer runder
Turm unten in vorzglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngebude 14.
und 15. Jh. mit starken Vernderungen im 17. Jh.

_Sammlung des Altertumsvereins_.

_LENGEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Rom. *Dorf-K*. Anlage wie in Hain.

_LENGENFELD UNTERM STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Kath. K*. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.

*Fachwerkhaus* 1619 aus Buchenholz.

_LENGFURT._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* 1612-13. Hochaltar geflliger Baldachinaufbau aus der Zeit um
1780, die lebensgroen Figg. in der Richtung _P. Wagners_. Auf dem linken
Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung
des hageren Krpers von uerster Feinheit und Delikatesse.

*Dreifaltigkeitssule* am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen
und Engelskpfchen. Die bertragung einer sterreichischen Sitte nach
Franken erklrt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebrtigen
Wiener Hofkammerrats v. Neuff.

_LENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche* mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich
klassizistische Ausstattung.

*Zwei Schlsser*. Am lteren mchtige Ruinenreste aus Ma.

_LEUBA._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* neu. Zahlreiche _Grabdenkmler_ des 17. und 18. Jh.

*Schlo.* Stattlich schlichter Bau um 1700, fr H. Chr. v. Schweinitz.
_LEUBACH._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1795 mit hbscher Fassade und Mittelturm.
_Ausstattung_ feine Rok.Altre (aus Kloster Bildhausen stammend).

_LEUBEN._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* neu; aus der alten _Glasgemlde_ von 1512 und das schne
_Denkmal_ des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden).

_LEUBEN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schlo* um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. Mbel,
Porzellan, Bildnisse.

_LEUBINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.*, quadr. Chor und Apsis rom.

_LEUBNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil
1511, weitere Vernderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die Felderdecke
ausgemalt 1671 von _Gottfr. Lucas_; von demselben die Brstungen der
3geschossigen Empore. _Sandsteinaltar_ mit grofiguriger Plastik 1730 von
_J. B. Reinboth_ und _J. Ch. Ebhardt_. _Sandsteinepitaphe_ 1573, 1609,
1726, hervorzuheben das undatierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art der
_Walther_.

_LEUTENBERG._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Stadt-K.* neuklassisch 1812. -- *Friedhofs-Kap.,* geschnitzter sitzender
_Schmerzensmann_ aus 16. Jh. -- Schlo *Friedensburg*, groe unregelmige
Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher
Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; die
Dekoration des sog. Apfelzimmers unter hollndischem Einflu.

_LEUTERSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche,* rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten
Holzsulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse.
-- Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm und ungefhr 15 Gaden.

*Wirtshaus* Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.

_LEUTRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* mit geradem Chorschlu, rom. und frgot. Einzelformen, stark
verbaut.

_LEUZENDORF._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* 1732 im Charakter des frhen Rok. Einheitliche Einrichtung,
geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausfhrung. -- In der
Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes *Renss.Schlchen*
mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750.

_LICHTENAU._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Stadt-K.* 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. -- *Stadtmauer* z. T.
erhalten, u. a. bedachter Rundturm.

_LICHTENBERG._ OFranken BA Naila.

*Rathaus* 1560. -- *Schlo* 1562, 1628 (Ruine).

_LICHTENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Schlo* renss. 3flgelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll.
Schne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.

*Schlo-K*. 1600. 2sch. mit WEmpore.

_LICHTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Burgruine.* Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vgte; erst A. 19. Jh.
verlassen und groenteils abgebrochen. Umfngliche Anlage mit doppeltem
Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der
NSeite kleiner rom. Mauerrest.

_LICHTENFELS._ OFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewlbte Halle, jetzt durchgehende
Flachdecke; eingezogener netzgewlbter Chor; Turm seitlich. -- Auen am
Turm spgot. _lberg_.

*Klosterlangheimer Hof,* jetzt Rathaus, 17. Jh. -- Auf dem Markt S.
*Florianssule*. -- Zwei stattliche ma. *Tortrme*.

_LICHTENHAIN._ Vorort von Jena Sachsen-Weimar.

*Kirche.* In der Anlage rom., Vernderungen got. und spter. An der NWand
auen _Wandgemlde_ 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament.

_LICHTENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen
Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen
Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. --
_Altargemlde_ von _Christ. Leberecht Vogel_ 1790.

*Schlo.* Infolge hufiger Vernderungen ohne archit. Bedeutung.

_LICHTENSTEIN._ UFranken BA Ebern.

*Burg.* Eine der stattlichsten Burgen im nordstl. UFranken. Stammburg der
Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3
Hhenburgen nebeneinander; die stliche fast intakt erhalten mit starkem
Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enthlt besonders die westl. Burg; die
brigen Bauten got. und spter.

_LICHTENTANNE._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.*, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm ber dem spgot. polyg.
Chor. -- Rest eines _Schnitzaltars_ um 1500 aus einer sehr guten
oberfrnkischen Schule.

_LICHTENWALDE._ K. Sachsen AH Flha.

*Schlo.* Aus dem rom. Bau ein _Tympanon_, Kampf eines Lwen mit einem
Drachen, groartig stilisiert. -- Groer Neubau fr Graf v. Watzdorf,
1722-26; hchst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung; berhmter,
gut erhaltener Garten.

_LIEBENGRN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Dorf-K.* 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die
Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden drflichen
Kunst. -- _Bauernhuser_ in Blockverband.

_LIEBENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Burgruine.* Got. Palas in 3 Geschossen groenteils erhalten.

*Kirche* 1822 nach Idee eines antiken Theaters.

_LIEBENWERDA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Nikolai-K*. Weitrumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu
(1903). _Taufstein_ 1671.

*Rathaus* 1800. -- *Schlo*. Vom got. Bau der mchtige Torturm (Lubwort)
erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. -- _Amtsgericht_ 1579 und 1766.

_LIEBSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale
hnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. -- _Altargemlde_ aus 15. Jh. (nicht
_Dirk Bouts_) mit Umrahmung von 1673. -- _Ikon. Grabstein_ des Rudolf v.
Bnau {~DAGGER~} 1615; des Pfarrers Jos. Simon {~DAGGER~} 1618 (vielleicht vom Meister des
Kademannschen Epitaphs in Pirna).

*Schlo Kukukstein*. Malerisch ber der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der
Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402,
der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgemlde. Portrts u.
a. von _A. Graff_.

_LIEBSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Schlo* (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen
erhalten hat, gehrt der sptesten Gotik mit Hinneigung zur Renss.

_LIMBACH._ UFranken BA Hafurt.

*Wallfahrts-K*. Groer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und
ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von _Balth. Neumann_.
Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam.
Groartiger Hochaltar von _P. Wagner_, um die freistehende Mensa eine
1/2kreisfrmige Sulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. _Madonna_ E. 15.
Jh. _Pietas_ A. 15. Jh. -- Hbsche, charakteristische Dorfstrae.

_LINDENHART._ OFranken BA Pepnitz.

*Pfarr-K.* Chor got., brigens 1684.

_LINDENTAL._ K. Sachsen AH Leipzig.

Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden _Schnitzaltars_ um
1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]

_LINDEWERRA._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1738. Spgot. _Schnitzaltar_ mit Flgelgemlden.

_LINDFLUR._ UFranken BA Wrzburg.

Evang. K. 1596, rest. 1782. -- _Epit. Wolfskeel_ 1562, das Ehepaar
symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im
Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Wrzburger Dom.

_LIPPERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von _Michael Zanck_ ausgemalt,
55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen quadr. Feldern.

_LIPPOLDSBERG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Rom. 2. H. 12. Jh.
Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes System,
im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem WTurm und dem
ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der
Ssch. haben ein Obergescho, das durch eine kleine Tr mit der
Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes werden von
Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. grtig, verstrkt durch
rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren
Mschiffsseite mit Vorlagen, krftig rck., versehen, welche die 1/2kr.
Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die
Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dnnen eingelegten Sulchen;
der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze System
zeigt den Gewlbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung. Sehr
schlicht das uere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das grte Portal im
sdl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wlste der
Sockelgliederung mit kleinen Wrfelknufen endigen, ist sehr eigentmlich
mit vertieften Kreisen und bereck gestellten Quadraten verziert. --
_Taufstein_ rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Trmchen, in denen
Figg. stehen, dazwischen figrliche Reliefs; stark verwittert.

_LIPTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. --
Denkmler des Hans und Dietrich v. Grnrode A. 17. Jh., Portrtfiguren von
tchtiger Charakteristik.

_LISBERG._ OFranken BA Bamberg II.

*Burg.* Gilt fr eine der ltesten in Franken.

_LISSEN._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Pfarr-K.*, im Ma. mit einem kleinen Mnchskonvent verbunden, verstmmelte
kleine got. Basilika.

_LITZENDORF._ OFranken BA Bamberg.

*Pfarr-K.* 1715-1718 von _L. Dientzenhofer_. Saalbau. Die SSeite als
Hauptschauseite; Pilaster und Geblk dorisch; in der Mitte das in dieser
Verwendung originelle Motiv einer groen durchgehenden Nische, in welcher
das Portal.

_LBAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Nikolai-K*. 1513 ff. Unregelmige Hallenkirche, im 18. Jh. stark
verndert, rest. 1884. -- Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum
Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkmler in das Rathaus
bergefhrt.]

*Johannis-K*. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs.,
gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck.
Krnung.

*H. Geist-K*. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Vernderungen. Die
Sakristei hat die von der Meiener Albrechtsburg bekannten
tiefausgehhlten Kappen.

*Kirchhof* der abgebrochenen Frauen-K. Grfte und Denkmler des 18. Jh.

*Rathaus.* Anstndiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung lterer Mauerteile. --
*Wohnhuser* des 18. Jh.

_LOBEDA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K.* spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. -- Got.
_Kirchensthle_; _Lesepult_ 1622; _Kanzel_ 1556; sitzende _Madonnenstatue_
spgot. In der Turmhalle spgot. _Wandgemlde_. _Grabstein_ renss.

*Schlo* (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend.

_LOBENSTEIN._ Reu j. L. LA Schleiz.

*Frstl. Schlo,* A. 18. Jh., ganz einfach.

_LBICHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Schlo* fr Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des
neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in
seltener Einheitlichkeit erhalten.

_LBSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Apolda.

*Dorf-K.* Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau ber dem Altar. --
_Schnitzaltar_ A. 16. Jh., gehrt zu den besseren. -- Bmkw. rom.
_Altarleuchter_.

_LOCKWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Magebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit
2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein
bezeichnendes Stilbild. Schner _Kelch_ 1. H. 16. Jh.

_LODERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* 1518. Herrschaftssthle (im Chor) und Altarbau Musterstcke
ppigen Barocks.

_LFFELSTEIG._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* 1732 im _Greising_'schen Typus.

_LOHMEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1786. Aus der Schule _G. Bhrs_. Gr. 8eckig mit verlngerter
weststl. Achse; chorlos; Kanzel an der sdl. Langseite, an der nrdl. der
ausgebaute Turm. -- 3 Gemlde des alten Flgelaltars 1575. -- *Schlo* 1524.

_LOHR._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Von der lteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein
merkwrdiges dekoratives Bruchstck, Arkatur mit Kleebogen, eingemauert an
der nrdl. Seitenwand. -- Im brigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden
rundbg. auf got. berarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe
1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde von
Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen Grafen v.
Rieneck; 11 meist ansehnliche _Bildnissteine_ sind noch vorhanden;
hervorzuheben der des Thomas v. R. {~DAGGER~} 1431. Gut sind auch Reinhard {~DAGGER~} 1518
und Agnes {~DAGGER~} 1519. Die Tafel fr Philipp v. R. {~DAGGER~} 1559 von P. Dell d. J. Die
Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im Schiff; die besten die der
Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen 1629 in der Richtung des M.
Kern. -- _Taufstein_ 1488.

*Rathaus.* 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im
Erdgescho ringsum groe (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz
ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundstben. Die beiden
Obergeschosse modern umgestaltet; regelmig verteilte breite 2teilige
Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten polyg.
Turm. Im Innern Vorpltze und Sle mit renss. Decken.

*Kurmainzisches Schlo,* jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke Rundtrme
zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflgel 1561, Sdbau 17. Jh.

Mchtiger *Stadtturm* mit groem Guerker (14. Jh.).

_LOHRA._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Pfarr-K.* bergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewlbte Pfl.Basilika ohne Qsch.
und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die Gwbb. der
Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695.

_LOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. *Doppelkapelle*. Im
Erdgescho tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 33
grtige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergescho flachgedeckt;
Altarhaus quadr.

_LOHRHAUPTEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.*, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm
(vgl. Wlfersheim), in dessen Erdgescho ehemals der Chor; die Fenster der
Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.

_LOMMATZSCH._ K. Sachsen AH Meien.

*Pfarr-K.* Lhs. 1504-14 von _Peter Ubrich_ von Pirna; als 3sch.
Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgefhrt, neuerdings
gewlbt. Ein sonderbares, knstlerisch nicht reizloses Bild gewhrt der
WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das
jetzige Portal modern), wurde von Ubrich erhht, um das steile Dach der
Hallenkirche zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3
Spitzhelmen bekrnt.

_LOMNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* neu, spgot. _Schnitzaltar_.

_LONNEWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Kleine rom. Anlage wie Laas. -- Burischer _Flgelaltar_ um 1510.

_LORENZKIRCH._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas grer als
diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind
jngere Umgestaltungen. -- _Denkmler_ des 17. Jh.

_LOSCHWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Kirche* 1705 von _George Bhr_, verndert 1848. -- Flachgedeckter Saal in
lnglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit
Dachreiter, Formen sehr einfach. -- Mehrere _Gedchtnistafeln_ in Bronze. --
Charakteristische *Wohnhuser* E. 18. und A. 19. Jh.

_LSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gemlde, bez.
1522 _J. L._

_LSSNITZ._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Rathaus* 1606.

_LCKENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* 1690.

_LUDWIGSCHORGAST._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche,
hnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. -- Schner messingner
_Kronleuchter_ 1697.

_LUDWIGSTADT._ OFranken BA Teuschnitz.

*Pfarr-K.* 18. Jh., ltere Grabsteine.

*Marien-Kap.* (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden
Exedren. Die Anlage hnelt der Kap. auf dem Marienberg in Wrzburg und der
karoling. Pfalzkap. in Alttting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen
die Grundlagen.

_LUDWIGSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg.* Nicht bedeutend, doch gut erhalten.

_LUGAU._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Kirche* neu. Bmkw. Reste von _Plastik_ des fr. 16. Jh. Darunter ein
groes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnren der Renss.

_LUNGWITZ._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Wohlerhaltener *Landsitz* aus M. 16. Jh. 2 Flgel im rechten Winkel,
Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben hchst malerische Gruppe bei
einfacher Behandlung des Einzelnen.

_LUPPA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Rom. flachgedeckte Anlage der gewhnlichen Art, doch von
stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem Sch.

_LUSAN._ Reu j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs.
M. 16. Jh.

_LTZEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Stadt-K.* bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.




_M_


_MACHERN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* spgot. 1615. -- Zahlreiche _Denkmler_, meist der Familie v.
Lindenau.

*Schlo* 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer Tempel der
Hygieia und eine Ritterburg, in welche manche alte Bruchstcke
eingebaut sind.

_MAGDALA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* des 14. Jh., groe 1sch. Anlage, oft verndert. -- Mehrere
_Gedenktafeln_ aus 17. Jh. _Kanzelbau_ 1739.

*Rathaus* mit schnem renss. Portal 1571.

_MAIBACH._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenaltre
schweres Rok. um 1750.

_MAIDBRONN._ UFranken BA Wrzburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschdigt und
noch im 16. Jh. aufgelst. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E.
13. Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. ber dem WBau mit
flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine frnkische Eigentmlichkeit
der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Wrzburg). -- Auf dem bar.
steinernen Hochaltar _Steinrelief_ der Beweinung von _Riemenschneider_,
nach 1520. Die Grabsteine liegen noch grtenteils im Pflaster des Lhs.

_MAIENLUFT._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Von der 1444 zerstrten *Burg* ist der sehr hohe Bergfried aus
Quadersteinen gut erhalten.

_MAINBERG._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils
1686. Einrichtung spgot. und bar.

*Schlo* (ehem. Hennebergisch). Groe giebelreiche Anlage um rechteck.
Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die brigen Teile 16. Jh. mit
Vernderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgewlbten spgot. Kapelle drei
_weibl. Heilige_, Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse _Steinfig_. der
Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und _Grabstein_ des Wilh. v. H. {~DAGGER~} 1534.
_Kachelfen_ 17. Jh. -- Stattlicher _Pflegamtshof_ um 1700 in der Art
_Greisings_.

_MAINBERNHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. -- Gutes
_Kreuzigungsrelief_ 1498.

Altertmliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. *Wohnhuser* (Herrenstr.
no 87 prchtiger Hof mit Holzgalerien) und vollstndig erhaltene
*Befestigung* (21 Trme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor die
Barockkrnung um ihres trefflich gefhrten Umrisses willen zu beachten.
Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner
Freikanzel von 1816.

_MAINROT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Kirche* 1680 in gutem deutschem Barock unter Einflu der gleichzeitigen
Bamberger Architektur.

*Rathaus* 1733. Mehrere *Huser* in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18.
Jh.

_MAINSONDHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* nachgot. 1583. -- _Altre_ um 1700, gute Kanzel mit
Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der _Taufstein_. -- 4
Bechtolsheimsche _Grabmler_ 18. Jh.

*Schlo* (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher
Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um 3eck. Innenhof,
ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. _H_
1628.

_MAINSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* 1717 mit got. Turm.

*Ebracher Klosterhof*. Schloartige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktrmen,
reichgegliederte Renss.Giebel. Groartige Podesttreppe, vierarmig um 4
freistehende Pfll., gotisierende Mawerkbrstungen, zu oberst Rundbgg.
Halle mit jon. Sll. -- In mehreren architektonisch reich durchgefhrten
Terrassen geht der Hof in den Garten ber, Anlage 1727, jetzt wst.

_MALITZSCHKENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* got. um 1300, Granitquaderbau.

_MALSCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. -- Brgerliche
_Grabdenkmler_ des 17. und besonders 18. Jh. in betrchtlicher Menge.

_MANGERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach.

Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).

_MANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* wesentlich 1744; hlzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Rngen.
Kanzelaltar.

_MANSFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

M. ist Name fr drei getrennte Orte: 1. Schlo-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3.
Kloster-M. (Dorf).

*S. Georg*. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details
rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. -- 2 _Schnitzaltre_;
eherne _Grabplatte_ des Grafen Reinhard v. Mansfeld {~DAGGER~} 1569; _Wandgrab_
1572; ein _zweites_, prunkvolleres 1712; _Tafel_ mit dem Bildnis M.
Luthers 1540.

*Schlo.* Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen
groen Gebudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von
Ruinen und modernen Wohngeb. -- Gr. im Inv. Pr. Sachsen. -- Eine stattliche
Anlage, etwa um 1400, die Schlokap. _Sakramentsnische_ mit umfnglicher,
einem Altarbau hnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. _Taufstein_
1522. Schnes _Epitaph_ 1525, dem _Backofenschler_ des Hallenser Doms
nahestehend. -- Zwei Tren zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in
den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530.

*Kloster-K*. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmige
Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint,
Sttzenwechsel. Wrfelkapitelle, Bogenfriese, alles hnlich den Kirchen
des Nordharzes.

_MARBACH._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben
frgot. Schallffnungen in 1 : 2 Achsen. [_Schnitzaltar_ im Altert.-Ver.
Dresden.]

_MARBURG._ RB Cassel Kreisstadt.

Elisabeth-K. Gegrndet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung
und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth {~DAGGER~} 1231. Die
Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, mute dem Neubau weichen;
sie lag im Bereich des jetzigen nrdl. Querarms. -- Neben der Liebfrauen-K.
in Trier ist die Elisabeth-K. der frheste Bau Deutschlands in
einheitlicher und abgeklrt gotischer Gedankenentwicklung. Die in jngster
Zeit fr Wetzlar und Haina erhobenen Priorittsansprche haben keinen
gengend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen
nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons,
Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem
Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil
anwendet, ist sehr selbstndig. Der Sondercharakter des Planes besteht in
der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem
streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser
beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gelst. Von der
Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau
symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein
Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlustein, ein halbes
10Eck anschliet. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie
vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend
von den westflischen Hallenanlagen, fr die Sschiffe sehr schmale Joche
und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewlbe wie
auch die Scheidbgen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden muten, um
die gewollte Gleiche der Scheitelhhe zu erreichen (formal eine
empfindliche Hrte, die von nun ab auf lngere Zeit in der hessischen
Schule die Regel blieb). Die Wnde des Chors und Qsch. sind in 2
Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Lger in Soissons und
St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs.
bertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster
sind in beiden Reihen von gleicher Gre und Form und dank der Abwesenheit
von Sschiffsdchern von geringem Abstand, so da die Auflsung der Wand
schon weit gediehen ist. Das Mawerk ganz einfach, groer von 2 Spitzbgg.
getragener Kreis, bei krftigem Profil von trefflicher Wirkung. Die Pfll.
kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur Hhe gestimmt,
weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkadenffnungen, wie denn
berhaupt das Lhs. im Verhltnis zu der hohen Raumschnheit der
Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. -- Das uere ergibt sich in
seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch strt hier nichts
mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die
Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschrnkt sich, wie im Gegensatz
zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies
Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die
Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der Hhe der oberen
Fensterbgen einen starken Rcksprung zu machen; Wasserschlge,
entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr
oberer Abschlu ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkrpft, so da sich
Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache
Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das
Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermgen
dadurch zugleich als Umgnge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgem
die Strebepfll. Durchlsse erhalten. -- Trotz der nur mittelgroen
Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55,
Querschiff 39, H. der Gewlbe 20,2) die Baufhrung langsam. Der nrdl.
Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das
Langhaus und der Unterbau der Trme bis zum ersten Gesims beendigt 1270,
Wlbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortfhrung und
Vollendung der Trme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig
Wandel. Dagegen knnen wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht
unterdrckt werden. Mehreres sprche dafr, da ursp. ein Zentralbau
geplant war: die Herrschaft der lteren Ritterorden, die Bestimmung als
Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren
Unsicherheiten im Anschlu der OTeile an die WTeile, besonders zwischen
dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E.
vorangeht, so drfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. --
Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle
und harmonische Fhrung der groen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das
von der Clner Schule beeinflute groe mittlere Prachtfenster, noch
weniger der berreich geschmckte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehrt
wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine
von franzsischen Vorbildern unabhngige, die rom. Portalidee in got.
Formen bersetzende Lsung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch
rundbg. -- Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefhl durchgefhrt
und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzge verwischt. Ihr gehrt
u. a. der Dachreiter aus Zinkgu ber der Vierung, an Stelle eines
einfachen lteren, und die Umgestaltung der Dcher.

_Ausstattung_. Sie ist von seltener Vollstndigkeit und Stileinheit. --
_Mausoleum der h. Elisabeth_ im nrdl. Kreuzflgel. Der das Grab
bersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt
und stand vermutlich frher ber dem Hochaltar. Das _Gemlde_ der Rckwand
(Tod der Elisabeth) durch bermalung des 19. Jh. entwertet. Der
_Sarkophag_ jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes
_Relief_. -- _Hochaltar_ um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars
ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefgten Mensa
erhebt sich eine Retabelwand; sie enthlt 3 gleich hohe Nischen, darber
Wimperge und Fialen, letztere schon bereck gestellt; das Ornament von
vollendetster Meielarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint,
da die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche
bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rckwand
Anstze zu einem nicht ausgefhrten Kreuzgwb., welches vermutlich den
metallenen Reliquienschrein tragen sollte. -- 4 _Seitenaltre_ an den stl.
Querschiffswnden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFlgel, Johannes-
und Martins-Altar im SFlgel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr
Retabelschmuck nicht zur Ausfhrung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit
Schnitzwerk gefllte Schreine, auf den bemalten Flgeln bez. 1511, 1512,
1514. -- _Lettner_ unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist
vieles erneuert und verndert, namentlich die Mittelpartie ber dem
Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezgliche Figg.
enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hlzerne Bogen aus E. 13.
Jh. gehrte zum alten _Kreuzaltar_; neben ihm ursp. die jetzt in die
Sschiffe verwiesenen _Kredenztische_. Von Interesse die kleine Emporbhne
an der Rckseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach
dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). -- An der SSeite des Chors
_Celebrantenstuhl_ 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils
nachgehend. Die reizende _Statue der h. Elisabeth_ aus sp. 15. Jh., die
Nebenfigg. neu. -- Hinter dem Hochaltar _Piscina_. -- An der NSeite
_Wandtabernakel_ aus 15. Jh. -- Unter der Vierung die _Chorsthle __ __ der
Ritter_, einfach, E. 13. Jh. -- _Grabdenkmler_. Die Mehrzahl im sdl.
Kreuzflgel (Landgrafenchor) vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die
Tumben ganz oder berwiegend neu. I. stl. Reihe: 1. Konrad von Thringen,
Deutschordensmeister {~DAGGER~} 1241, Ausfhrung jnger; 2. Aleydis {~DAGGER~} nach 1333 und
ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich {~DAGGER~} 1308 (frher irrig fr eine Frau
gehalten!) und sein Sohn Heinrich {~DAGGER~} nach 1297; 4. Johannes {~DAGGER~} 1311; 5.
Ludwig I. {~DAGGER~} 1458, ausgefhrt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. {~DAGGER~} 1471,
ausgefhrt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. {~DAGGER~} 1484; 8. Wilhelm
II. {~DAGGER~} 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen
benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des
Gelehrten. Am Chorschlu Margarethe von Nrnberg. Die knstlerisch
bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgefhrt ca. 1315-30 von demselben
ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal
in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld gehrt.
Zu beachten ist, da Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausfhrung fllt,
die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur
Gemahlin hatte. -- Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung.
-- Von den in diesem Bauteil aufgehngten Trauerschilden, Wappen, Fahnen
ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die _Schilde_ Konrads und
Heinrichs aus 13. Jh. -- Im nrdl. Kreuzflgel 3 gravierte und niellierte
_Platten_ des Hans von Drnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. --
Ornamentale _Gewlbemalerei_ im Chor spgot. -- _Glasmalerei_. Jetzt nur in
den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer ursprnglich
greren Folge. Das nordstl. und sdstl. Fenster der oberen Reihe 2. V.
14. Jh. Alles brige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht.
Haseloff entschied sich fr Beginn bald nach 1249. Der Stil wrde dieser
Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die
Baufhrung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der
Stilcharakter unfranzsisch, aus der byzantinisierenden Epoche der
deutschen Monumentalmalerei zu erklren. Kunstwert vom Besten.
Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h.
Elisabeth. -- _Schrein der h. Elisabeth_ in der Sakristei, rck. Kasten mit
steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der
hl. Elisabeth u. der zwlf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl.
Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810
gestohlen; zu den allervorzglichsten Exemplaren der Gattung gehrend.
_Kruzifix_ auf dem Kirchhof sdl. vom Chor 16. Jh.

*Dominikaner-K*. (Universitts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche,
Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite
wegen des anstoenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8
Eck geschlossene Chor hher als das Sch.

*Barfer-Klst*. zur Bibliothek umgebaut.

*Karner* bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgescho 2 frgot. Kreuzgwbb. Das
hhere Obergescho, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung
umgestaltet.

*S. Kilians-Kap*. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet,
jezt Schule.

*Kugel-K.* Gest. 1477 fr die Brder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482.
1sch. mit 7 Joch und Schlu aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp.
Bemalung. Groes Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das
Fritzlarer). -- Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.

*Gottesacker-Kap. S. Michael*. Einfach frgot.

*Luth. Marien-Pfarr-K*. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473.
Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat
nach innen gezogene, keilfrmige, an der Stirn mit starken Diensten
besetzte Strebepfll. Die Fenster in jngerer Zeit berarbeitet. Das uere
des Lhs. verhltnismig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darber
befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden
und Kragsteinen fr (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich
gegliedert. Der Turm hat mchtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschlu
mit Gruppen grerer und kleinerer Fialen, Zinnenkrnzen, schlankem von 4
Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. _Altaraufsatz_ 1625 mit vielen
Alabasterskulpturen, letztere mit Zustzen nach 1667. _Messingtaufkessel_
um 1590. _Wandtabernakel_ um 1350 mit Stifterwappen, 2
Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkrnung 2-1/2 m hoch. Das
schmiedeeiserne Gitter 1503. _Wandgrab_ des Landgrafen Ludwig III. {~DAGGER~} 1604
und seiner Gemahlin Hedwig von Wrttemberg {~DAGGER~} 1590, lebensgroe
Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. --
_Desgleichen_ fr Ludwig _IV._ {~DAGGER~} 1626 und Magdalena v. Brandenburg {~DAGGER~} 1616,
errichtet

1628, dem vorigen in der Anlage hnlich. Schne Abschlugitter 1592 und
1831.

*Siechenhaus-Kap*. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.

*Rathaus.* 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundri, hoher 3stckiger Aufbau
mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhlt einen krftigen Akzent
durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die
Nebenakzente der Erkertrmchen an den Ecken. Ein hbsches Detail die
spgot. Tr mit Relief der h. Elisabeth von _Ludwig Jupe_ 1524. Getfelter
Saal.

*Frstl. Kanzlei* (Regierungsgebude). Einfacher Renss.Bau von 1575.

*Deutsches Haus*. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken
adaptierte Gebudekomplex (jetzt zum Teil fr Universittsinstitute)
bildet die Umgebung der Elisabeth-K., frher mit einer hohen Mauer
klsterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder
gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unverndert, das lteste Bruderhaus
mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im bergangsstil. Als
Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren
die landwirtschaftlichen Gebude, davon erhalten der Fruchtspeicher von
1515 und die Mhle von 1513.

*Wohnhuser*. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr.
133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hlzerne Trmchen mit
Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des
Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgescho spgot. Mehrere gute
Fachwerkhuser und Portale der Sp.Gotik und Renss.

*Schlo.* Groenteils 13.-15. Jh. Drei Flgel sind so geordnet, da sie
einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der
Verteidigungszweck wog nicht ausschlielich vor, so da einem groartigen
Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum
gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche
Schloarchitektur der frheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet
hat. Der _Saalbau_ hat ber dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der
gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll.
verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verstrken und ber dem
Dachgesims in freistehende 8eckige Trmchen mit Wendeltreppen auslaufen.
(Die Spitzdcher neu, vorher welsche Hubchen.) In der Mitte der NSeite
ein Risalit mit Staffelgiebel. Knstlerisch der wichtigste Bestandteil ist
der das ganze Obergescho einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14
br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der
Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2
Sch., die von 2  5 quadr. Gwbb. berspannt werden. Die krftigen, unter
sich gleichen Rippen (im Profil geschrfter Rundstab, begleitet von 2 sehr
kleinen Kehlen; hnlich im Schlo Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung
durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den
Kanten der 8eckigen Pfll. heraus, welche demgem bereck gestellt sind.
An den Wnden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmckten Schlusteine
sind das einzige Ornament. Der rumliche Rhythmus erhlt seinen Charakter
durch die tiefe Lage der Kmpferpunkte (2,6 m ber Boden bei 7,8
Scheitelhhe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerckte 2teilige
Fenster, mit einer oberen kreisfrmigen ffnung Gruppe bildend, alle 3 von
spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine
Rckbildung des Mawerks). -- Die 3 in den Saal fhrenden Tren wurden 1572
mit ppigem Renss. Tfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schfer
willkrlich verndert, der auch den groen Renss.Kamin durch einen neugot.
ersetzte). -- _Kapelle_. Zweistckig, mit grter Raumausnutzung den engen
Ortsverhltnissen angepat. Die eigentliche Kap. im Obergescho. Der Gr.
verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An
ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schlieen sich im O und W
symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezfrmig
sich verengende Nischen, fr die der Raum durch erkerartigen Ausbau ber
der strkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem stl.
Polygon fhrt ein Durchgang in die ber dem Burgtor liegende Sakristei.
Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des
berganges von der Frgotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit.
Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner nheren
Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit
abgebrochenen Laubbscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige
Zeichnung des Mawerks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem
Vierpa verschmolzen werden. Fubodenmosaik aus farbig glasierten
Tonplttchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schfer
entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler
S. Christoph whgest. Am uern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem
Rcksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei
rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht
berliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen
Belebung des Schlobildes gnstig beitrgt. -- Der sdl. und westl. Flgel
wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verndert. --
Abgesondert steht der _neue Bau_, 1489 ff. -- Von der _Schlobefestigung_,
die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfate, sind einige Trme erhalten;
dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der
Stadtbefestigung.

_MARGETSHCHHEIM._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614,
Juliuswappen.

_MARGRETENHAUN._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.

_MARIABUCHEN._ UFranken BA Lohr.

*Wallfahrts-K*. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur
unter Einflu Petrinis.

_MARIABURGHAUSEN._ UFranken BA Hafurt.

*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K*. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher
verlegt. Langsame Bauausfhrung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale
langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHlfte
flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewlbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7
Joche), die OHlfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schlu. Die die
beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den
Gwb.Kmpfern, 2 Tren fhren schiffwrts auf eine flache Empore. --
_Hochaltar_ streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750)
reizende _Madonna_, Holz, E. 15. Jh. Von den _Grabsteinen_ interessant der
des Heinrich v. Seinsheim {~DAGGER~} 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in
der Universittssammlung Wrzburg.] -- _Klostergebude_. Erhalten zwei
Flgel aus 17. Jh.

_MARIA-EHRENBERG._ UFranken BA Brckenau.

*Wallfahrts-K*. 1666, erweitert 1732.

_MARIASONDHEIM_ s. Arnstein.

_MARIENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K. S. Marien.* 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche
25,6 : 43,3 m; der stl. Abschlu unregelmig 5seitig; an den Gwbb.
spgot. Rippendurchsteckungen. -- Am _Altaraufbau_ von 1617 groes Gemlde
des Hofmalers _Kilian Fabritius_, manieristisch gewandt.

*Hospital-K*. _Flgelaltar_ aus der Schule _Wolgemuts_.

*Rathaus* 1533-39; der Plan aus Halle, von _Joh. Hofmann_, wohl einem
Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tchtiger, etwas derber
Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebude durch Brnde
gelitten.

*Haus* Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer
Strae Nr. 447 und Markt Nr. 104.

_MARIENSTERN._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die ber E.
13. Jh. zurckgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das sdl. Ssch. unten
zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche
einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., ohne
Kaptt., mit dem Gewlbefu durch Konslchen verbunden. hnlich schlicht
der brige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt,
z. B. Laubkrnze an den Schlusteinen. Die Fenster 2pfostig und mit
kleinlichem, drrem Mawerk. Die WFassade bar. bergangen.

_Hochaltar_ 1751 von _Franz Lauermann_ aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen
1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit
der Kanzel und den Nebenaltren verfahren. 2 spgot. _Nebenaltre_, nicht
bel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand _Glasgemlde_ ca.
1370-80. -- Kreuzgang in der Ausfhrung der K. vorausgegangen, bald nach
1250. Sehr einfach. Groe fensterartige ffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen.
-- Aus E. 17. Jh. das Haus der btissin, 1731 der neue Konvent; gerumig,
in der Behandlung anspruchslos. -- _Bar.Plastik_: 12 Statuen auf der
Brstung des Kirchgangs, Mariensule 1720, Dreifaltigkeitssule 1723,
Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von _Jkel_ aus Prag. --
Im Schatz ein interessanter beraus reicher rom. _Speisekelch_ nach 1250
und 2 gotische. _Kaselkreuz_ in Reliefstickerei um 1530. -- _Denkmler_:
Bronzene Grabplatten fr Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz,
Bischof von Meien {~DAGGER~} 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten fr
btissinnen 1664, 1697, 1710.

_MARIENTAL._ K. Sachsen AH Zittau.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung
wesentlicher alter Teile. -- In der K. groer _Crucifixus_ und anmutiges
_Selbdritt_, um 1515. -- _Brunnen_ um 1700. -- _Stationsberg_ mit kolossaler
Kreuzigungsgruppe 1728. -- Auf dem Kirchhof bmkw. _Bildnissteine_ der
btissinnen.

_MARIENWEIHER._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Einfacher Barockbau (fr Franziskaner) 1717, der Turm 1742
(_Balth. Neumann zu Rate gezogen_). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
Schlu. Decke und Wand _reich stuckiert_, im Scheitel 6 grere Gemlde.
Klassizist. Hochaltar mit _Gnadenbild_ von ca. 1480. _Nebenaltre_ 1770.
_Regina coeli_ 1695. _Grabstein_ einer Grfin von Hohenzollern 1416. Auen
_Kreuzigungsgruppe_ um 1520-30 -- Auf einer Anhhe gelegen, bietet die K.
nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich
stuckiert. WTurm um 1745.

_MARISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem Turmchor;
der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. -- *Pfarrhaus*. Fachwerkbau M.
17. Jh. -- Schlo. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktrmen, geschweifte
Kuppeldcher. _Hofportal_ reich geschmckt, doch von roher Arbeit.
_Stuckdecke_ 1670.

_MARKERSDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* sprom., wenig verndert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von _Jak.
Mller_ im Museum des Schsischen Altert. Ver. in Dresden.]

_MARKRLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Groenteils Neubau 1694. Bmkw. _Epitaph_ fr Friedrich und
Margaretha von Burkersroda ({~DAGGER~} 1570, 1582) bez. _HK_; von derselben Hand
(der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und
geschmackvolle _Taufstein_ von 1599.

_MARKSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche* 1667, 1sch., mit hlzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf
geschnitzten Rundsulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte _Kanzel_,
ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thringer Museum
zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Trmen.

*Schlo* (zeitweise Residenz einer schs. Herzogslinie) 1583, mit guten
Sandsteinskulpturen. 1. ber den Fenstern 9 Kpfe, 2. Unter den beiden
Eckerkern je eine mnnliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des
Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schner Bekrnung. Der Treppenturm
hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T.
ebenfalls aus schnem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer
mit rok. Stuckdecken.

*Wohnhuser* mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.

_MARKTBREIT._ UFranken BA Kitzingen.

*Prot. Pfarr-K*. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten
spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert.
Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18.
Jh. -- Eine Reihe tchtiger _Bildnisgrabsteine_. Hervorzuheben Fr. v.
Seinsheim {~DAGGER~} 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch
aufgefate Doppelepitaph fr Wilh. v. Hohenrechberg. Auen Wolf Eckhardt
1555 bez. _W.E._ -- Unter den _Glocken_ die lteste mit Alphabet in got.
Minuskeln 13. bis 14. Jh.

*Friedhof* vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in
Mainbernheim). Unter den hlzernen Arkaden lange Reihe von
Bildnisepitaphen der Renss.

*Rathaus* beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die
kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem Maintor (ao. 1600), die
Rckfassade mit dem schwarzen Turm zu prchtigen Architekturbildern. Im
2. Gescho groe Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getfelte
Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.

Seinsheimsches *Schlo* (Amtsgericht) 1580. -- Unter den Wohnhusern einige
von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten
Erkerfassaden am Eingang der Schusterstrae, E. 17. und A. 18.Jh., auch
bmkw. Inneneinrichtung. Gegenber dem Amtsgericht schner *Fachwerkbau*
1607 und *Mainkran* 1773. Auch von auen gesehen ist das Stadtbild von
groem Reiz. Der Mauerring (1529-50) groenteils erhalten. Die hohen
schlanken Rundtrme teils mit spgot., teils mit bar. Dchern.

_MARKTHEIDENFELD._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 1613. -- Hbsches *Brgerhaus* (Kaufhaus Flasch) 1745, die
Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im
Stiegenhaus und Saal gut erhalten.

_MARKTLEUGAST._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit
eleganter aber sparsamer Stuckierung.

_MARKTSCHORGAST._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).

_MARKTSTETT._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; --
Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. -- _Wohnhaus_ Herrenstr. Nr. 144, sehr
hbsche Anlage 1750.

_MARKTZEULN._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.

*Rathaus* mit Stiegenturm 1588. _Holzhuser_, 16. und 17. Jh. in guter
Erhaltung. [An Haus 53 berreste aus Klst. Langheim]

_MARKWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* ursp. rom. mit Chorturm.

_MARTINFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1723, mit hbscher geschieferter Turmkrnung. Der schne
_Stuckmarmoraltar_ aus dem ehemaligen Klst. Beuren. _Schnitzrelief_ von
einem lteren Altar A. 16. Jh. -- Stattliche *Edelsitze* (v. Bodungen) 1580
und 1611.

_MARTINSKIRCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und
eingezogenem Altarbau. Die Wnde des letzteren 1699 durchbrochen und
Flgel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. -- Mehrere bar. _Grabsteine_.

*Schlo* 1754 fr Graf Fr. W. v. Brhl (Bruder des bekannten Ministers).
Hufeisenanlage. Formen in feinem, mig reichem Rok. Die innere Einteilung
ist ungestrt geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend.

_MASSENBUCH._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* 1702. Gutes _Hochaltarblatt_ von _Nikolaus Treu_ 1776. ber dem
WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Schnrain.

_MAUA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor. _Schnitzaltar_ aus derselben
ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in
Arnstadt und der in Grolbichau.

_MAUERSCHEDL_ bei Mellrichstadt UFranken.

Kleine 1sch. *Kirche* mit stl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa
gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 *Zellen* aus etwa 14.
Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage fr das schon 1424 nicht mehr
bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.

_MAXEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* gegr. 13. Jh., jetzt formlos. -- Wertvolles _Altarwerk_ aus
Sandstein mit figrlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute
_Holzplastik_.

*Schlo* mit reizvollem Architekturstck aus der Fr.Renss. Anbau 1727.

_MECKENRIED._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. -- _Mobilien_ E.
17. und A. 18. Jh.

*Friedhofs-Kap*. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals
befestigten Friedhofes. -- _Bildstcke_ bar.

_MECKFELD._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1500, vom _Meister der Baldachine_.

_MEEDER._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der turmtragende rom. Chor ist, wie fter vorkommt, durch eine
gerumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerckt (vgl. aus der
Nachbarschaft Gro-Wallbur); ungewhnlich die reiche und gut erhaltene
Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die groe Strke der
nrdl. und sdl. Mauer lt den Turm auen oblong erscheinen; auf das
dritte rom. Gescho folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen
von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. -- Reiches Sternberg-Rosenbergsches
_Wandgrab_ 1576. -- *Herrenhaus* (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten,
reichen Stuckdekoration.

_MEERANE._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* Wesentlich 1503 mit spteren Umbauten; rom. der zwischen Schiff
und Chor stehende Turm. Reste eines groen Altarwerks von _Jak. Mller_ in
Altenburg 1506.

_MEERHOLZ._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Isenburgisches *Schlo,* 1564 aus einem Prmonstr.-Nonnenklst. umgebaut;
hat groenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlgel enthlt die
*Pfarr-K.,* an den Fenstern entartetes Fischblasenmawerk. -- Neben dem
Gemeindehaus ein alter *Wartturm.*

_MEINEWEH._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzglich gearbeitetes
_Alabasterepitaph_ des Gnther v. Bnau {~DAGGER~} 1706.

_MEININGEN._ Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.

*Stadt-K.* Sie wirkt nach der eingreifenden und willkrlichen Rest.
1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer
rom. Basilika. Von ihr ist ber der Erde erhalten der nrdl. Fassadenturm
bis zur Firsthhe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst
von 1884 (vorher got. vernderte); die 8eckigen Obergeschosse und der
runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal
durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstcke in der Bibliothek der K.
Rom. Fubodenfliesen im Museum. Rom. Trklopfer an der inneren WTr. 2.
Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz
neu. -- Von den _Grabdenkmlern_ nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt.
Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des
Stadtschultheien Lorenz Reps {~DAGGER~} 1563, des Hans Phil. Schenk zu
Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hnningen 1576, der Ottilie v. Hnningen
1574. Die spteren in Epitaphform. -- lteste _Glocke_ M. 14. Jh.

*Residenzschlo* (der Name Elisabethenburg neu). ltester Teil der 1511
durch Lorenz von Bibra, Bischof von Wrzburg, erbaute NFlgel; stark
neugot. verndert. Das neue Schlo 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit
Erhaltung einiger Innenrume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die
bar. Stuckdecke des Riesensaals von _J. N. Bestheimer_ unter Leitung des
Rmers _Alessandro Rossini_. -- Im SFlgel die _Schlo-K_. 1682-92, mit
Stuckdecke, schner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok.
Flgelgemlde eines ehemaligen Altars, frnkisch um 1510. -- Reiche
_Kunstsammlung_. Die Gobelins ehemals im Schlo Ichtershausen. Porzellan
aus Klst. Veilsdorf.

Im _Hennebergischen Haus_ die Kunst- und Altertumssammlungen des
Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus
der Schlokapelle zu Ellingshausen. Auf dem _Friedhof_ treffliches
Grabrelief des Reinhard von Wechmar 1488. Im _Englischen Garten_
knstliche Ruinen 1793.

Teil der ma. *Ringmauer* hinter der Burggasse.

_MEISSEN._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.

*Dom und Schlo*. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck.
Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen ber der
Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs.
springt frei in den Hof vor, so da die Fassade dem Ankmmling als erster
Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgefhrten Zubau
zweier Trme (von _Carl Schfer_) das historische Bild wesentlich
verndert.

*Dom*. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem
Wechsel der Bauidee, zuletzt spteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehrt der
Gr. mit Ausnahme der beiden Chre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen;
das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTrme ber die Fluchtlinie der Ssch.
vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren
fertig: das _Qsch_. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das
erste (stl.) Joch des Lhs., die Trme bis zu 12,3 m H. und wohl noch
weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau
des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. auer der
Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der
anstoenden Querschiffswand). Auen am sdl. Kreuzflgel schne frgot.
Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die
Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das
Obergescho ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am
ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. -- 3.
Hallenmiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs
geschont in der Weise, da nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem
eine Empore angelegt wurde; Verlngerung des Chors; zum Schlu der SOTurm,
sein durchbrochener Helm wohl noch jnger. -- 4. Von den um 1400
weitergefhrten WTrmen nur das zierliche Reliefmawerk unter dem 2.
Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das groe (jetzt innere) WPortal
in akademisch nchternem Prunk. -- 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal
die Frstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und
3/8 Schlu; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung
hnlich der Schlokap, zu Altenburg. -- 6. Seit 1479 das hohe
Fenstergescho des WBaus, wohl von _Arnold v. Westfalen_, dem Erbauer der
Albrechtsburg; es sollte den (durch den bergang zum Hallensystem massig
vergrerten) Giebel des Lhs. maskieren; wie der obere Abschlu
beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh.
trug er 3 (wohl hlzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904
begonnenen Ausbau steinerner Doppeltrme wird der berlieferte Charakter
der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges vllig verndert. -- 7.
Sakristei ca. 1500-1506. -- 8. Begrbniskap. Georg des Brtigen 1534.

_Inneres_. -- _Lettner_ frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die
Naumburger Schule anschlieend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die
steinerne Rckwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche
Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altre des Doms
groenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. -- _Hochaltar_.
Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Knige, ca. 1520. Der Meister des
singulren, sehr hervorragenden Werkes steht der niederlndischen Kunst
nahe (jedenfalls nicht _A. Drer_!). -- _Lettneraltar_, unter Einflu
_Cranachs_; eher von diesem selbst das _Triptychon mit dem Schmerzensmann_
in der S. Georgskap, bez. 1534. -- Im Stirnfenster des Chorhaupts
_Glasgemlde_ aus 13. Jh. -- _Sakramentshuschen_ mit Tabernakel ca. 1506.
-- _Chorsthle_ unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. -- An der OWand des
Qsch. Spuren von _Wandgemlden_ des 14. Jh., Jngstes Gericht. -- _Kanzel_
2. H. 16. Jh. -- _Statuen_ aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein
Frstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als
Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch
der Stil weist; gegenber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt
die 3 Statuen der Johanneskap., tchtige und anziehende Arbeiten. -- Aus A.
15. Jh. der massenhafte _Schmuck des WPortals_ in einer fleiigen
kleinlichen Manier; besser das sdl. Seitenportal. -- _Die Grber der
Frstenkap_. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren
{~DAGGER~} 1428, ausgefhrt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem
Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine
gravierte Figuren, Klagemnner und Wappenhalter; Werkstatt nicht
nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern
des schsischen Hauses. Diese smtlich aus der _Vischer_schen Werkstatt in
Nrnberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Wrzburg {~DAGGER~} 1472, Flachrelief;
1472 lebte noch _Hermann V._ und war _Peter V._ noch nicht zwanzig Jahre
alt; bei der groen hnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B.
Job. Rot in Breslau wird die Entstehung spter anzusetzen sein. Dagegen
knnte das Denkmal Kurfrst Friedrich des Guten {~DAGGER~} 1464, gravierte Platte
(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B.
Kaspar v. Schnberg {~DAGGER~} 1463 von _Hermann V._ herrhren. Von _Peter_
Kurfrst Ernst {~DAGGER~} 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel fr
den Domherrn Heinrich Strecker {~DAGGER~} 1486. Seinem Sohne _Hermann d. J._ werden
von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte {~DAGGER~} 1500, Amalie von Bayern
{~DAGGER~} 1502, Sidonie {~DAGGER~} 1510, Friedrich {~DAGGER~} 1510; sie gehren zum Besten, was auf
diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer
Friedrich II. und Johann, ausgefhrt um 1540 (von derselben Hand Barbara
in in der Georgenkap.). -- _Grabplatten im Langhause_: Bischof Dietrich
III. von Schnberg {~DAGGER~} 1472, im Charakter der _Vischer_schen Werkstatt;
Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weienbach {~DAGGER~} 1487;
Hochreliefplatte (Epitaph) fr denselben, Bronzegu aus einer
schsisch-thringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten
fr Dietrich von Schnberg und Andreas von Knritz. -- _Georgenkapelle_:
Triptychon von _L. Cranach_. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete
Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs {~DAGGER~} 1539, gravierte Platte
der Herzogin Barbara {~DAGGER~} 1534.

_Kreuzgang_. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und sdl. Quersch.
Der lteste Teil der nrdl. Flgel und _Maria-Magdalena-Kap_. vor 1274;
die brigen Flgel 1491.

*Schlo.* Der Hauptbau (seit 1676 Albrechtsburg genannt) erbaut 1471 bis
ca. 1485 von _Arnold von Westfalen_ (_Westveling_). Epochemachend in der
Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den
Palast berzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in
jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Rume in gleicher
Hhenlage. Bezeichnend fr den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament.
Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Gescho Rippen, in den
folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr groen Fenster
verzichten auf Mawerk, als oberer Abschlu ist der seither in der
schsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingefhrt. Andere fr
die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und
die groe in einem Turmgehuse aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe.
Hchst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so
da sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstrken
von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gewlbe durch
senkrechte Belastung aufzuheben (ein Gedanke, der im Obergescho der
Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten
Teilungslinien, dafr betonen Gurtgesimse die Bedeutung der
Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der
eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hlt die Wage eine mit
Bewutsein gebte (im lteren Schlobau blo zufllig zustande kommende)
malerische Kontrastierung der Massen. -- Die an einigen Bauteilen,
Wappensaal des NAusbaues und Ausschmckung des groen Wendelsteins, sich
zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf _Jakob von
Schweinfurt_ ca. 1525-30.

*S. Afra,* gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift,
durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten
got. Formen, der 1sch. gerade schlieende Chor in gleicher L. mit dem
Msch. des Lhs. Die Sakristei berrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.).
Um 1390-1400 das sdl. Ssch. und der Chor erhht. Konventsgebude nach
1600. -- Hlzerne _Kanzel_ 1657. _Grabsteine_ des 16. und 17. Jh. in der v.
Schleinitzschen Grabkapelle.

*Franziskaner-K*. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter
(jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewlbte 3sch.
Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet
quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das sdl. Ssch. ein.

*Frauen-K*. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend.
Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schlu; Netzgwb.; in die
Ecke zum sdl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergescho eine
Sngertribne trgt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt.
Mchtiger WTurm, letztes Gescho Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals
hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den
Ssch. quergestellte Dcher ber jedem Joch. -- Kirchhofstor gut renss. -- In
der Sakristei _Tafelbild_ 1496.

*Johannes-K*. und *Jakobs-Kap*. unbedeutend und jetzt profaniert.

*Martins-K.,* kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch.
flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen
sich in staffelfrmiger Einziehung. Einfache Tr an der SSeite in Formen
aus A. 13. Jh. Aufgedeckte _Wandgemlde_ aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900
wieder berstrichen.

*Nikolai-K.* War eine rom. Anlage hnlich der Martins-K., in got. Zeit
umgebaut. Sehr beschdigte _Wandgemlde_ 13. Jh. Interessantes gemaltes
_Triptychon_.

*S. Wolfgang,* Begrbniskap. im Meisetal, in der Art _Arnolds __ __ von
Westfalen_, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck.
Schiff.

*Rathaus* stattlich spgot. seit 1479.

*Kornhaus* 1520-24 von Meister _Jakob von Schweinfurt_. -- Haus gegenber
dem SEingang des Doms 1526; wohl von _demselben_; letztes Kmpfen der Got.
gegen die Renss. -- Auch in der Stadt einige alte Huser zu beachten, z. B.
das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.

_MELKENDORF._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte
Flachdecke um 1730. Auen am Eingang zur Sakristei 2 sprom. Sulenkaptt.
eingemauert.

_MELKERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1687. In allen Teilen Fachwerk. ber der Front niedriger Aufbau
als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.

_MELLINGEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Groe *Dorf-K*. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. -- Hlzernes
_Brunnenhaus_ 1667. -- _Dorflinde_ mit Steintisch.

_MELLNAU._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Burgruine,* erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.

_MELLRICHSTADT._ UFranken BAmtsstadt

*Pfarr-K.* Der allein interessante Teil ist der stl.; frgot. mit rom.
Nachklngen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2
mchtigen Trmen (nur der nrdl. ausgebaut). Ihr Erdgescho bildet
Nebenchre, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in
einer spitzbogigen Arkade ffnen. Leibung ungegliedert. Kmpfer mit rom.
Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei
Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Trmen rck., das andere
quadratisch, hatten frher wohl auch Rippengwbb., wofr die in der SWEcke
des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kmpfer deutet auf einen
ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das uere zeigt sich als massiger
Quaderbau mit sprlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden
Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit spterem Mawerk), in der Mitte und an
den Ecken Strebepfll. Giebelabschlu und Rundseiten mit Spitzbogenfries.
Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse.
In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schallffnungen.
Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nchterner Bau der Juliuszeit
in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar.
verndert. -- _Sakramentshuschen_ feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh.
-- _Grabplatte_ eines Herrn von der Ker {~DAGGER~} 1387.

*Spital-Kap.* mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.

*Grossenberg-Kap.,* kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. _Holzfiguren_ und
3 _Altre_ aus A. 17. Jh., Sandstein.

Reste der *Stadtbefestigung*.

_MELSUNGEN._ RB Cassel Kreisstadt.

*S. Nikolaus-K*. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch.
polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. ber den Sschiffen Walmdcher.

*Schlo* 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. -- *Rathaus,*
freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktrmchen. In der Nhe ansehnliche
Holzhuser des 17. Jh. -- *Fuldabrcke* 1569. -- *Ringmauern* aus Ma.
groenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.

_MEMLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Benediktiner-Klst.-K*. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt
drftige Ruine. Flachgedeckte kreuzfrmige Basilika. Die Stilformen weisen
auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des
lteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Wrfels, Lhs.
6 Arkaden, 2 WTrme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Lnge 59 m. --
Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Grtige
Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden auen und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung
des Bogenfrieses kommt an den ltesten Teilen des Magdeburger Doms vor.
Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer Hhe; die Pfll. quadratisch mit
2 krftigen 3/4 Sulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchfrmig,
undekoriert; die mchtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der
attischen Basis. Alle Fenster rundbg. -- ltere Ansichten zeigen einen
niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTrme;
vielleicht waren sie schon zerstrt, vielleicht auch unausgefhrt
geblieben. -- Die _Klausur_ lag ungewhnlicherweise auf der NSeite. --
ltere Besucher sahen an den Pfll. gemalte mnnliche und weibliche
Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar,
das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.

*Dorf-K.* Reste von spgot, Altarplastik und groes Holzrelief mit
Beweinung Christi 1500.

Von der ehemaligen *Kaiserpfalz* ein Torweg und Mauerreste von 5 m Strke.

_MENGERSDORF._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* 1521, Vernderungen 1668, 1736.

_MENGERSREUTH._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hlzerne Tonne mit
_Gemlde_ um 1700.

_MERGELSHCHHEIM._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.

_MERKERSHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.

*Dorf-K.* 1737. Deckenfresko von _J. P. Herrlein_ 1777 (vgl. Oberafeld).

*Pfarrhaus* renss. und rok. An der Straenseite bmkw. got. _Steinmadonna_
von ca. 1350.

_MERKWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Umbau von 1713; die mit Halbkuppel berwlbte Koncha der alten
rom. K. jetzt Sakristei.

_MERSEBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt*. Die rom. Epoche, die des
bergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der
erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium
beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 vllige Erneuerung des Chors
und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines
Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.)
geht der ganze gegenwrtige Grundri einer regelmigen Kreuzbasilika
zurck; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe
flankierenden OTrmen (die als Treppentrme zu einem Zentralturm zu denken
sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie
hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Grten ohne Quergurte,
die Pfll. mit Kerben auf den Flchen und feinen Sulchen an den Ecken. --
2. Formen der bergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die
Konstruktionen des bergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch
entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch.,
die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis
dieser Bauepoche war eine Gewlbebasilika von schwerer und nchterner
Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung
vorgerckt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den
Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle
errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. -- 3. Die spgot.
Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur
Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der
Jocheinteilung unregelmig blieb; Netzgwbb.; auen an den Ssch. eine
Folge von Staffelgiebeln mit Flchenmawerk aus Backstein; ferner
erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als
Specimina der oberschsischen Schulrichtung bmkw. sind. -- Rest, von _Fr.
Adler_ E. 19.Jh. -- Der wenig ansehnliche _Kreuzgang_ spgot. mit lteren
Resten. -- _Kanzel_ 1514 mit Zustzen von 1526, die letzteren schon mit
RenssElementen. -- _Chorgesthl_ von 1446; die Reliefbilder an der Rckwand
von einem sehr unbegabten handwerklichen Knstler, der sich _Caspar
Schockholz_ zeichnet. Viel besser der _Fnfsitz_ von ca. 1480-90. -- Reste
von _Schnitzaltren_ zerstreut. -- In der Vorhalle steinernes _Taufbecken_
12. Jh.; die vier Paradiesesflsse, als nackte hockende Mnner
dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gef, daran unter
Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die
Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl.
Byzantinische Elfenbeine und spter das Frstenportal am Bamberger Dom). --
In der Kap. am WFlgel des Kreuzgangs groes und gutes Sandsteinrelief
eines _h. Georg_, E. 14. Jh. -- Zahlreiche _Grabdenkmler,_ unter denen nur
einiges zu nennen. In der Vierung Gegenknig _Rudolf v. Schwaben_ {~DAGGER~} 1080,
Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Giehtte;
flachstes Relief, nur der Kopf strker hervortretend; etwas unter
Lebensgre; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die
Ornamente zierlich und sorgfltig; die Augen hatten Einlagen von Glasflu,
ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umstnden mu
Ausfhrung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der lteste
datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im nrdl. Qsch. Bischof _Thilo
v. Trotha_ {~DAGGER~} 1514, wahrscheinlich von _P. Vischer_, eherne Tumba in
Kistenform, mit der Rckseite an die Wand gelehnt, ganz ohne
architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehrige
Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinitt. An
der NWand Epitaph des Bischofs _Adolf v. Anhalt_, im sdl. Qsch. groe
hlzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im nrdl. Ssch. Grabstein
des Bischofs _Friedrich v. Hoym_ {~DAGGER~} 1382, interessant durch den erstrebten
Portrteindruck, Spuren von Bemalung. -- In der Vorhalle Grabstein des
Bischofs _Sigismund v. Lindenau_ {~DAGGER~} 1544, an einem Pfl. das zugehrige
Epitaph, bezeichneter Bronzegu von _Hans Vischer_ aus Nrnberg. -- Im
stl. Kreuzgang (soll nchstens in die Vorhalle versetzt werden)
_Rittergrabstein_ um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschdigte
Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem
selbst). -- _Gregoriusaltar_ und _Marienaltar_ um 1515-20, von einem
Leipziger Meister (vgl. Friedersdorf). Im nrdl. Qsch. groes
allegorisches Gemlde auf die _unbefleckte Empfngnis_ 1518. Mehrere
ansehnliche Denkmler aus Renss. und Bar.: v. Bibra {~DAGGER~} 1584, Kostitz 1610,
v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den
_Glocken_ wird eine (die Schnurre) dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta
und Nona 1498.

*K. und Klst. St. Petri,* gegr. 1091, skularisiert 1562. Aus der rom.
Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des
nrdl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. -- Teile des Klst.,
darunter das groe Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende
Gewlbe im Stil der bergangsteile des Doms.

*Neumarkts-K. S. Thomas,* ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher
Decke und Sttzen Wechsel; davon nur der Chor unverndert; zwei reiche
Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.

*K. des Collegiatstiftes St. Sixti,* erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got.
Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verndert.

*Stadt-K. St. Maximin,* spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19.
Jh. beseitigt.

*Gottesacker-K.,* 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg.
_Portaltympanon_ mit ausgezeichnet schnem Rankenornament im
bergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.

*Schlo.* Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff.
unter Herzog Georg von Sachsen durch _Melchior Brunner_; die Wirkung ist
gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der gerumige, annhernd
quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehrt zu
den eindruckvollsten, grozgigsten Anlagen dieser Art. Treppentrme,
Erker, Portale und Zwerchhuser in krftigen, nicht schwlstigen
Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, da
sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. --
Ausgezeichnetes _Brunnenhaus_. -- An den Schlogarten aus 2. H. 17. Jh.
erinnern vier Obelisken. -- _Gartensaalbau_ 1727.

*Rathaus* 1475, verndert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A.
17. Jh.

stl. der Gottesacker-K. die krzlich ausgegrabenen Fundamente der *Burg*
Knig Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine
vorgeschichtliche Anlage.

_MERXHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Ehemalige *Augustiner-Klst.-K.* gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit
got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstrt. Schnes rom.
Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten ausgekehlt. Die Klostergebude
modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks,
reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.

_MESCHENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Dorf-K.* spgot., dann fters verndert. -- Spgot. _Kanzel_.

_MESPELBRUNN._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Schlo.* Alter Bau 1419 fr Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration
und Vergrerung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, berhmt
durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart.

_METZELS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Geschnitztes *Holzfachwerkhaus,* bez. 1511 auf dem got. Trbalken. Kleines
Museum buerlicher Altertmer.

_MEUSELBACH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Knigsee.

Kirche, 1743. Die _Kanzel_ und das originelle _Taufbecken_ aus derselben
Zeit.

_MEUSELWITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* 1604, nach Brand 1640 hergestellt. -- *Schlo,* 1724 fr
Feldmarschall Graf Seckendorff; groes Viereck mit kleinem Mittelhof;
pompse Wirkung beabsichtigt, abgeschwcht durch die geringwertigen
Surrogatmaterialien.

_MICHAELISBERG_ s. Klosterveilsdorf.

_MICHELAU._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 1804-11. -- Holzbauten hnlich Marktzeum.

_MICHELBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Kirche.* bergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewlbebau mit
schmlerem quadratischem Altarhaus, darber Turm. Im Schiff 3 rck.
Kreuzgwbb. ohne Rippen.

_MICHELFELD._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. -- Guter
_Bildnisgrabstein_ 1626.

_MICHELSBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* Rom. Anlage, 1575 berarbeitet. 1sch. mit schmlerem rck. Chor,
kein Turm.

_MIEKEL._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1550, mehrmals erweitert. -- Feiner und vornehmer Kanzelaltar
1686. _Grabdenkmler_ der v. Gersdorf, v. Lben und v. Ponickau.

*Schlo* erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an
Schlo Moritzburg. Kurfrstliche _Bildnisse_ des 16. und 17. Jh.

_MIHLA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche.* Lhs. 1711-15, Turm rom. Groes _Steinrelief_ des 14. Jh.
Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v.
Wangenheim, durch die Empore zum Teil verdeckt. Geschnitzter _Flgelaltar_
E. 15. Jh., eines der grten Altarwerke Thringens. Recht gute
Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs.
Die 2 Flgel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt.
_Grabstein_ mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rstung,
um 1660. Groes _Kruzifix_, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters
der Erfurter Grablegung. Groe _Truhe_ mit sehr reichen spgot. Beschlgen
aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v.
Herstall.

Das *Graue Schlo* bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm
an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeielte
Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist spter in der
Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebude aus Quadern 1735.

Das *Rote Schlo*. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgescho
aus Stein mit schnen renss. Fenstern. Darber 3 Geschosse aus z. T. reich
geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr groe Dielen bereinander. In
der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele
die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schrnke des 17. Jh. Einer der
besten Holzbauten Thringens.

Geschnitztes *Holzfachwerkhaus* mit guten Schnitzereien no 30.

_MILDENFURT._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Ehemalige *Prmonstratenser-Klst.-K.* gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50.
Nchst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthringen.
Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schlo des 16. Jh., erhalten.
Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den
regelmigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchre
(krzer) schlieen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der
Mauerdicke der Kreuzflgel. Das Lhs. im gebundenen System gewlbt; 4
Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen
ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im
W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den _Klostergebuden_ haben sich das
Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlgel des Kreuzganges, entstellt,
im jetzigen Brauhaus erhalten.

_MILTENBERG._ UFranken BAmtsstadt.

Altertmliches Stadtbild von groem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen
Fachwerkhuser, meist 16. Jh., so das *Gasthaus zum Riesen* 1590.

*Pfarr-K.* Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. vollstndig
umgebaut und erweitert. Auen ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTrmen. --
*Franziskaner-K.* barock.

*Rathaus.* Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte
Ecktrmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. -- Am Wochenmarkt hbsches
Rok.-Wohnhaus von dem mit _Ritter_ in Mainz in Verbindung stehenden
Lokalmeister _J. M. Schmidt_.

Schner Renss. *Laufbrunnen*.

*Burg.* Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener
Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.

_MILTITZ._ K Sachsen AH Meien.

*Pfarr-K.* 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. -- Hbscher _Altaraufsatz_
mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.

*Schlo.* Die Anlage geht auf 13. Jh. zurck, die Erscheinung auf Umbau
1663.

MILZ b. Rmhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. *Dorf-K.* von Mauer
und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. -- Viel _Fachwerkhuser_.

_MISTELBACH._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hlzerne Tonne mit bmkw. Malerei.
Grabsteine 16. und 17. Jh.

_MISTELFELD._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes
Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darber Turm. An der 5achsigen
Langseite in der Mitte Tr und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei
Mawerkfenster.

_MITTELDORF._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grtigen Kreuzgwbb., etwas
schmlerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jnger.

_MITTELSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um
1600.

*Karner* mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.

_MITTWEIDA._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Marien-K.* Erneuert nach Brand 1454 durch Meister _Arnold v. Westfalen_
bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien
Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, da seine Achse
auf die sdl. Pfeilerreihe fllt; das nrdl. Schiff durch Empore geteilt;
diese Unregelmigkeiten von eigentmlich malerischem Reiz; die nrdl.
Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das uere trocken elegant, der
Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. -- _Altarwerk_ mit
reicher Holzschnitzerei 1661 von _Valentin Otto_ und _Joh. Richter_, beide
aus Meien. _Sandsteinkanzel_, von Mosesstatue getragen, an den Brstungen
der Treppe und Bhne die 12 kleinen und 4 groen Propheten; gefertigt 1667
von _Cl. K. Buchau_ in Dresden.

An einigen Wohnhusern hbsche Fr.Renss Tren.

_MITTWITZ._ OFranken BA Kronach.

*Schlo* nach 1525.

_MOGGENBRUNN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Schlo* 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der
Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Trklopfer aus
16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.

_MOHORN._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. -- _Schnitzwerke_:
Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Groer _Altarbau_ 1604 von
ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte groes Abendmahlsrelief.
Treffliche _Bildnisreliefs_ 1686, 1711.

_MHRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen.
Anziehendes Gesamtbild des Inneren. -- Zahlreiche _Fachwerkhuser_ 17. und
18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 M.
Luthers Stammhaus.

_MLBIS._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* wesentlich 1688. _Glocke_ 14. Jh. _Bosesche __ Grabmler_.

*Herrenhaus* (v. Bose) 1714, einfach vornehm.

_MOLSCHLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* spgot. -- Doppelflgeliges _Altarwerk_ 1518; im Schrein
ungewhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende
des h. Jakobus d. . auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund.
-- Schnes Fragment eines zweiten _Schnitzaltars_.

_MOLSDORF._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Schlo* 1734 fr Graf Gotter. Bar. im bergang zum Rok. Luxurise
Innenausstattung. Groer Park.

_MMBRIS._ UFranken BA Alzenau.

*Dorf-K.* Grabsteine 1548, 1562.

_MNCHRDEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. *Benedikt.-Klst*. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in
landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebude. Das
Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pchterwohnung) zeigen Reste
schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. -- An der *Dorf-K*.
Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft vernderter Gemengbau. An der sdl.
Auenwand 3 _Bildnisgrabsteine_ von bten 1367, 14.., 1474.

_MORITZBURG._ K. Sachsen AH Dresden N.

*Jagdschlo.* 1542-46 von _Hans Dehn-Rotfelser_ fr Kurfrst Moritz;
kleinere Vernderungen 1593-1660; Kap. 1672 von _W. C. v. Klengel_;
1722-30 Umbau und Erweiterung durch _Pppelmann_. -- Die Anlage des 16. Jh.
hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken
runden Ecktrmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten
weiten Hof stand das Schlo, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m);
erst _Buchner_ schmckte ihn 1593 mit den auf lteren Abbildungen
sichtbaren Volutengiebeln. _Pppelmann_ legte die Hofmauer nieder,
vergrerte das Mittelschlo um ein Bedeutendes in Hhe und Breite,
verband es durch Flgel mit den Ecktrmen, umgab das Ganze mit Terrassen,
Rampen und Brcken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des
Umbaus. Die Auenwnde sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch
(lngst erloschene) Ausfhrung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch
immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der
Lage inmitten eines (auch erst von _Pppelmann_ erweiterten) Waldsees. Im
Innern fllt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die
Dekoration der Kap.; das Deckengemlde von _Joh. Fink_, die porzellanene
Altarplastik von _J. J. Kndler_. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44
Vasen, 44 Putten, 4 grere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch
empfundene Stcke. Der Jger an der SWEcke aus lterer Zeit,
wahrscheinlich 1602 von _Christoph Walther_.

*Fasanerieschlo* 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschlo. Dort
schweres, derbes Bar. vor Eintritt des franzsischen Geschmacks; hier die
andere Grenze des Rok. schon berschritten, gesuchte Einfachheit in
spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische
Anklnge, als Symbole der Natrlichkeit, die Rume winzig fr intimste
Zurckgezogenheit eines Liebesidylls.

_MRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr
hochbusigen Kreuzgwbb.; schmlerer rck. Chor; turmlos.

_MOTZLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* 16. Jh., umgebaut 1733. -- Ausstattung gleichzeitig. Am
_Hochaltar_ 2 auffallend gute Holzstatuen. _Kruzifix_, _Pietas_ und
_Altarreste_ spgot.

_MCHELN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Kleine frgot. *Templer-(?)K.* Sorgfltige Ausfhrung in Sandstein. 1sch.
mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schlu, im W Empore. Die Rippen auf
geschmckten Konsolen.

_MCHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Stadt-K.* Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H.
18. Jh.

*Rathaus* 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in
malerischer Gruppierung.

_MCKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Schlo* 1737 fr Margarethe v. Lwendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in
anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das
Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte
Schlokap. 1746, auf dem Altar groe Kreuzigungsgruppe in Meiener
Porzellan. Vom Park wenig erhalten, groes Gittertor um 1800 mit Motiven
vom Brandenburger Tor in Berlin.

_MCKERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.

_MDESHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Groes
Deckengemlde und Altarausstattung aus derselben Zeit.

*Wallfahrts-Kap*. _Holzfiguren_ in der Richtung _Riemenschneiders_.

_MGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Stadt-K.* Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewlbeschlustein bez.
1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm
eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck.
Pfll. mit konkaven Flchen; Fenster 3teilig mit uerst nchternem
Mawerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schlu. -- _Sakramentsnische_ mit Halbfiguren
von Propheten und Engeln. berlebensgroes Kruzifix. [_Flgelaltar_ von
_M. Krodel_ 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der sdl. Vorhalle
groes prachtvolles Gitter bez. 1648. -- _Grabmal_ des Melchior v.
Saalhausen {~DAGGER~} 1504, hchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller
Rundung; recht tchtig auch die des Joh. von Haugwitz {~DAGGER~} 1591 und des
Diakonus Stein {~DAGGER~} 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor fr
Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.

*Schlo Ruhetal*. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was
vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.

*Rathaus.* Spteste Gotik ca. 1550, durch stilvolle Rest. entwertet.

_MGLENZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.*, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verstndnisvolle
Durchfhrung eines got. Netzgwb., fr jene Zeit etwas Unerhrtes.

_MHLBECK._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K.* von einfach rom. Anlage. Rasenstein. _Sakramentshuschen_ und
doppelflgeliger _Altarschrein_ spgot.

_MHLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Ehemaliges *Cisterc.-Nonnen-Klst. Gldenstern*. Ein sdl. Auslufer der
mrkischen Backsteinbaukunst. Grndung 1227, die magebenden Baudaten
nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen
1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der
kleeblattfrmige Unterbau der nrdl. Apsis). Das Ergebnis 1sch.
Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze Lnge
60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den
Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattfrmig (mit got. vergrerten
Fenstern), oben 1/2kr., die jngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8.
Die Gwbb. smtlich nach einem der mehreren Brnde des 14. oder 15. Jh.
erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt.
der Sulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Vernderungen
durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die
Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. -- Das uere in guten
Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben;
gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht rtselhaft das rom. Portal der
SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch
Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf
den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und
Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der
alte beim Brande 1539 eingestrzt). -- Eingreifende Wiederherstellung
1901-06. -- Die _Ausstattung_ der klsterlichen Zeit abgegangen. Einfacher
Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemlden, bez. H. G. B.
(_Heinrich Godechen_), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkmlern
(1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch
und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umri. Von denen des
16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. -- _Klausurgebude_. Gelegen auf der
NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt
Kuhstall, das btissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert,
Zellengwbb. im Erdgescho deuten auf einen ziemlich aufwndigen Umbau um
1500; demselben gehrt auch der mit einem Mawerkmuster (Netz aus sich
schneidenden Kreisen) bersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser
Giebelwand und der Kirchenfront fhrt eine Mauer mit Laufgang auf die ca.
100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptflgel (um 1530) unten schlicht,
das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem
anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., berzogen. Die Anbauten in
schlichter Fr.Renss. nach 1554.

*Neustdter-K*. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verndert. --
Guter spgot. _Schnitzaltar_ um 1525, spter in Renss.-Rahmen gebracht.
Mehrere _Grabsteine_.

*Friedhof* 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. _Altargemlde_ 1614.

*Schlo.* Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach
154S als kurfrstliches Verwaltungsgebude einfachst erneuert. In der Kap.
neugot. Altar mit guten _Figuren_ des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).

*Rathaus.* Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Mawerk hnlich der
Abtei dekorierte OGiebel drfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur
der WGiebel dem Jahre 1543 angehren. Inneres modernisiert. (Sammlung des
Geschichtsvereins)

_MHLFELD._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Turm frgot. Lhs. 1593. -- _Grabsteine_ 1481, 1611, 1704.

_MHLHAUSEN._ OFranken BA Hchstadt.

*Pfarr-K.* Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. -- Schne _Bildhauerarbeiten_
des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, _Bilder_ aus der Schule _Wolgemuts_(?),
_Grabmal_ von _Hans Werner_ 1613.

_MHLHAUSEN._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.

_MHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

Von den 11 K., die Mhlhausen im Ma. besa, sind jetzt 5 im kirchlichen
Gebrauch.

*S. Blasien*. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens
gelangt. ltere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom.
Basilika knnte der WBau bis zu dem in Hhe von 14,5 m liegenden
Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Trme.
Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in
Umri und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten
verschieden. Der nordwestl. hnelt in Komposition und Einzelheiten
durchaus dem sdwestl. der Liebfrauen-K. in Arnstadt; offenbar dieselbe
Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Hhe, sein Partner nur 2 von je
6,7 m Hhe. Am nrdl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurck.
am sdl. Turm stehen sie lotrecht bereinander. Beiden gemeinsam ist die
Verstrkung der Ecken durch Bndel von je 3 Runddiensten, die sich mit den
krftigen Gesimsen verkrpfen und in jedem Gescho auf halber Hhe mittels
Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. Whrend die Auenarchitektur des
WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen hlt, die zu einem
Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe
fhrende Tr frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm
(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Auenarchitektur frgot. Schmuckformen
auf (mit speziellen Anklngen an Laon), wie auch die lotrechten Linien
gegenber den wagrechten strker betont sind, worauf schon die vernderte
Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau
erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau drftig, mit quergestelltem
Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzfrmige
Strebepfll. und noch spter in der Mitte eine formlose Strebemauer. -- Um
1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen.
bergangsformen mit Anklngen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines
basilikalen Aufbaus bald verlassen. -- Das Lhs. ist Hallenkirche von 5
Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und
4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein
ringsumlaufender Bltterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen
weiten Fenster 3teilig, Mawerk aus Vier-- und Dreipssen. -- Am uern
haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im
S ein in 4 Rcksprngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben
abgestutzten Giebel berstiegen; darber Rosenfenster, dessen Mawerk aus
einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit
Fialenkrnung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk
besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der nrdl. Front
fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten
ausgearbeitet, die Rose bedeutend grer und aus 14 radianten Blttern
gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen
kleinere Giebel ber jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdchern
entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der
Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit
entsteht. Beeintrchtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m
hohe Aufschttung des ehemals als Begrbnisplatz benutzten Gelndes. --
Groer _Schnitzaltar_ E. 15. Jh. -- Steinerner _Levitensitz_ A. 14. Jh. --
Steinerne _Kanzel_ E. 15. Jh. -- _Taufstein_ 1596. -- _Epitaph_ des Hermann
von Heylingen {~DAGGER~} 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fu der
betende Stifter. -- An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes _Gitter_ von
1707. -- Unter den _Altargerten_ der Sakristei mehreres bmkw.

*S. Marien.* Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen
Basilika im 2trmigen WBau. Nur der nrdl. Turm unverstmmelt, im Typus
von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so da die Fassade
(vor Zerstrung des sdl. Turmes) schlielich dreitrmig war. -- Im brigen
ist die K. vllig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der
einheitliche Charakter des Innern lt auf eine nicht zu lange Bauzeit
schlieen. Der Chor 1328 vollendet. -- Hallenkirche mit einer fr dieses
System ungewhnlich reichen Grundrigliederung. Das Lhs. ist bei 5
Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der
Breitenberschu fllt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das ber die
Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine grere
Breite von den brigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die
inneren Ssch. als Nebenchre (1 quadratisches Joch und Schlu aus 8 Eck),
das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schlu) fort. Die tief
ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlusteine
dienen mehrfach tief herabhngende, mit Blttern besetzte Stengel. -- Dem
ueren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen;
dafr ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. ber jeder
Fensterachse ein in Mawerk aufgelster Giebel; das Motiv trat zuerst an
der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschrnkung auf den
Hauptchor; hier in der regelmigen Wiederholung wird es monoton, vollends
durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel
ohne Mawerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des
Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des sdl. Qsch. fungiert
als Hauptportal; darber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan.

_Ausstattung_. Hauptaltar mit spgot. _Flgelschrein_, in der Mitte
Marienkrnung, auf den Flgeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte
Auenflgel, Predella jnger. Dahinter _S. Nikolausaltar_ (versetzt). Im
nrdl. Ssch. 2 gemalte _Triptycha_. Steinerner _Levitensitz_ M. 14. Jh.
_Ratsstuhl_ 1604. In den Chorfenstern beschdigte _Glasgemlde_ aus 14.
Jh. _Skulpturen_: Der Schmuck des Hauptportals in den Mnzerischen Unruhen
zerstrt: An der Brstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach
der rtlichen berlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die
alljhrlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen htten.
Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei
Knige. An der Spitze des Giebels Jngstes Gericht in verkrzter
Darstellung. -- Am Teilungspfosten des nrdl. SPortals eine Heilige mit
Kirchenmodell.

*S. Jacobi*. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb.
wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur
das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete uere. Die WFassade ber
ungegliedertem Unterbau 2 Trme, der nrdl. quadratisch, der sdl. 8eckig,
gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertrmchen begleitet
sind, die ihren Platz ungewhnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks
haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Tren sind mit
den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Mawerk des 14. Jh.

*S. Kiliani*. Unbedeutender Bau des 14. Jh.

*Allerheiligen*. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nrdl. 1 Schiff
unter Schleppdach hinzugefgt. Unverhltnismig hoher WTurm, unten
schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.

*Kloster-K*. der Berinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt
Turnhalle.

*Barfer-K.* Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck.
von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus
der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier
auch die 3 Tren. Im sdstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck.
75 : 10,6 m. Der ltere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und
ohne Strebepfll., der stl. Teil besser. Jetzt Packhof.

[*Prediger-K.* beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch
lange Hallenkirche.]

*Hospital-K.* Ganz kunstlos; jetzt Magazin.

*S. Petri.* E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor,
jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.

*S. Georg*. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfltiger Quaderbau
mit gutem Mawerk an den Fenstern, von denen 3 an der stl. Schluwand.
Die an beiden Langseiten angeordneten Tren mit den Fenstern
zusammengezogen, in einfacherer Fassung das Motiv der Jakobi-K. -- Angebaut
eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.

*S. Martini.* Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jngerem aus dem
6Eck geschlossenem Chor.

*S. Nikolai.* Die grte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut,
jetzt mit Holzdecken. Das uere ganz schlicht. Der im sdl. Chorwinkel
stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.

*Rathaus.* Planloses Aggregat verschiedenartiger Rumlichkeiten. Die
Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.

*Stadtbefestigung.* Erhebliche Teile erhalten.

_MLLERDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm. An der Auenseite eingemauert zwei heidnische
Gtterbilder (??).

_MNCHAURACH._ OFranken BA Hchstadt.

*Pfarr-K.* Kreuzfrmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjngten
Sll., Wrfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes
WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.

_MNCHENBERNSDORF._ Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.

*Dorf-K.* 2 _Altarflgel_ von _Valentin Lendenstreich_ aus Saalfeld 1503.
-- Typische *Wasserburg* aus 2. H. 16. Jh.

_MNCHENGOSSERSTDT._ Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.


_MNCHENLOHRA._ Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.

Ehemalige *Nonnen-Klst.-K.* Gewlbte rom. Pfeilerbasilika auf normal
kreuzfrmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die
Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit krftigem
attischem Profil; die Kmpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und
Rankenwerk geschmckt. Im Msch. grtige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh.
Die Ssch. waren zerstrt, jetzt erneuert. Die westl. Hlfte des Lhs. wird
von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewlbter Halle von 2
Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und
stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Wnden dnne 3/4 Sll.;
dieselben am sdl. Hochschiff. Der WBau (2 Trme mit Glockenhaus ber der
Empore) war zerstrt, jetzt erneuert. (Grundmauern eines lteren WChors.)

_MNNERSTADT._ UFranken BA Kissingen.

*Pfarr-K.* Ansehnlich groe ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut,
erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal fhrt
in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Gescho ehemals Kap., die
sich im Rundbg. gegen das Msch. ffnete. Darber setzt der Turm ins 8Eck
um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes
Obergescho und Spitzhelm 17. Jh. -- Im Neubau der Juliuszeit wurde das
ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschlu an den WBau) bis zu der
durch den got. Chor gegebenen Hhenlage erhht, das System der
flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den
alten Werkstcken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden,
von W nach O in der ffnungsweite abnehmend, Sttzen Rundpfll. mit
toskanischem Kapt. Das sdl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert.
WEmpore aus der Juliuszeit. -- Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschlu an das
Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Trmen (vllig ausgefhrt
nur der im SO). -- _Hochaltar_ neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus
alten und neuen Stcken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten
Hochaltar, Frhwerke _Riemenschneiders_; die Flgelreliefs jetzt auf der
Rckseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Mnchener Nat.-Mus. Ferner
enthlt der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar
in Nrnberg erstanden) und ein groes Hochrelief, _Kreuzigung_, wohl mit
Recht _Veit Sto_ zugeschrieben, gedrngt, unruhig, in forcierter
Charakteristik. Als _Flgel_ des _Sto_schen Altarwerks, ja sogar als
eigenhndig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizscker) die 4
jetzt im Chor hngenden Tafeln in Anspruch genommen. -- _Einzelne
Schnitzbilder_ von zerstrten Altren in der K. zerstreut; ferner
_Salvator und 12 Apostel_ aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben
bemalt. -- An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit groem rohem
_lberg_, einem _Heiligen __ Grab_, einer _Messe des h. Gregor_,
verdorbenen _Epitaphen_.

*Markt-Kap.* Einfacher Bau von 1410.

*Augustiner-K*. 1752. Gerumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend,
die Dekoration wird allein durch die sehr groen und vordringlichen
Mobilien bewirkt. -- _Deckenbilder_ von _Joh. Anwander_. Reicher _Schatz_
des 18. Jh.

*Aula* im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von _Zeni_.

*Stadtbefestigung* mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen
aus E. 14. Jh.

*Rentamt* (frheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof
groer Erker 1671 und Portal 1611 von _Julius Ernes_.

_MNSTERSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen.

Ehem. *Benediktinerabtei*. Die Grndung wird auf Karl d. Gr.
zurckgefhrt. Groartiger Neubau durch _Balth. Neumann_ 1727-1743, eine
seiner bedeutendsten Schpfungen, auch die Innenausstattung von den ersten
Knstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil
weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten
haben sich nur einige Bruchstcke der Abteigebude aus der Zeit vor
Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von _Neumann_ ein
kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten.
-- Mainbrcke mit Bildstcken der Renss. und Standfig. der Immaculata um
1750.

_MUPPERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurck. 1720-22 umfangreiche
Rest. und Erweiterung. -- Prunkvolle _Moseskanzel_. -- _Bildnisgrabstein_
des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schrfe der Arbeit
ausgezeichnet. -- Reste von ma. _Wandmalerei_.

_MRSBACH._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. -- Gute spbar. _Einrichtung_. --
_Renss. Epitaphien_ um M. 16. Jh.

*Dreifaltigkeits-Kap.* Spgot. um 1516. Gute spgot. _Ho1zfiguren_.

Im Dorf *Fachwerkhuser*.

_MUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Stadt-K.* (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer
stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der
Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.

_MYLAU._ K. Sachsen AH Plauen.

*Burg* in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit
hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls
IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15.
Jh.), umgebaut unter den v. Schnberg (E. 16. Jh.).




_N_


_NGELSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Untere K.* Gehrte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr
verstmmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht
romanisierend frgot. Detail.

2 berdachte *Brunnen* 1660 und 1568.

_NANKENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. -- Von dem ehem. spgot.
Hochaltar 2 schne _Reliefflgel_ erhalten. -- Spuren ehem. Befestigung.

_NASSWANG._ OFranken BA Lichtenfels.

*konomiegebude* des Klst. Langheim um 1750, eigentmlich die zentrische
Anlage.

_NAUENDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhltnismig
aufwandreich.

_NAUENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* spgot. -- Treffliche _Kanzel_ um 1580, in rein archit. Formen,
ohne figrl. Beiwerk.

_NAUHAIN._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgescho 12.
Jh. -- Hbscher kleiner _Altar_ aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt,
die Flgel beiderseits mit tchtiger Malerei.

_NAUMBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen

*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in
Holz erneuert. -- Der 1866 verzeichnete Flgelaltar nicht mehr vorhanden.

_NAUMBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom SS. Peter und Paul.* Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Fr
Thringen das Hauptwerk der schnsten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf.
Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltrmen in O und W, aber ohne
Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chre erweitert
auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, eine
regelmige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L., die Gestaltung des
WBaus ungewi. Der Neubau begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter
dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen am
Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit facettierten oder
geperlten Blttern, Beginn rheinischer Einflsse. Die Vorkrypta unter der
Vierung um 1220 oder noch spter; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen
schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles
Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schlu) entspricht
der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die Formen hnlich
denen des Vorchors; die Kaptt. gehren zu den schnsten des
Sptromanismus. Gwbb. grtig, trotzdem mit Schlusteinen (nur einer,
Lwenkopf mit hngender Zunge, erhalten).

_Oberkirche, romanische Teile_. Sie umfassen den ganzen Dom mit Ausnahme
der beiden (got.) Chre. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der
Formcharakter deutet durch seine geringe Abwandlung auf verhltnismig
kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard
(1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausfhrung
schlo sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem erkennt man
nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet) eine kurze Pause.
Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein.
Innerhalb des deutschen bergangsstils steht N. auf dem konservativen
Flgel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg sind vorhanden,
aber vom got. Element wird nur zurckhaltend Gebrauch gemacht. Die
Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg, ebenso das innere System,
jedoch in den Verhltnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in
gedrckter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Tren. Keine Diagonalrippen
(diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte Schlusteine,
Pinienzapfen, Tierkpfe (vgl. sonst Dom zu Magdeburg, Chorumgang, und
fters in Westfalen). Gerader, mig steigender Gwb. Stich, Kappen in
Strke von 50 cm. -- Das System das gebundene. Die Msch. Joche berquadr.
(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten
3/4 Sll. und schwcheren Vollsll. in den Winkeln; die Vorlagen steigen
ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. auf, wo sich die Kmpfer mit einem
durchlaufenden Gesims verkrpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage
abzglich der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne
gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des Magdeburger Chorumgangs
zusammengehend. Die Fenster des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in
den Arkadenachsen. Merkwrdig die Widerlagerung durch bermauerung der
Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwrts schrg abfallenden Lagerfugen.
Das uere in guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand
Lisenen, deren Weiterfhrung aufgegeben wurde. -- _Hauptportal_ am sdl.
Qsch. in einer dem Kreuzgang sich anschlieenden (spteren) Vorhalle; das
Gewnde sehr tief, 9 Rcksprnge, aber wenig Schmuck auer dem
Tympanonrelief, der Eindruck nchtern; vor 1228. Im Innern des Altarhauses
2 _Tren_ (zu den Turmtreppen) mit auserlesen schner Blattwerkfllung der
Bogenfelder im Stil der Krypta.

_Die Trme_. Das stl. Paar rein rom., quadr. bis zur Hhe des (um sie
herumgefhrten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in
rom. Zeit, dann noch einmal in got., berhht. Dcher bar. (Ein Bild der
ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTrmen der Stadt-K. in
Freiburg a. U.) -- Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode,
weitergefhrt um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTrme; doch kam
nur ein Gescho zur Ausfhrung; der sdl. blieb ganz liegen (erst 1894
ausgebaut), der nrdl. im 14. Jh. mit 2 weiteren Geschossen versehen, die
sich im Motiv an das erste anschlieen. Zwischen den WTrmen und dem WChor
eine Lcke von fast 2 m, nach auen durch eine Verbindungsmauer verdeckt.

_Die Chre_. a) _Der westliche_. Obgleich zeitlich dem Hauptbau
unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er
stilistisch einen groen Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr.
mit 6teiligem Gwb., Schlu aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch
breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewnde innen
einfach abgeschrgt, auen etwas voller gegliedert, Mawerk aus 2
Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspa aufgelste Platte. Hchst
eigenartig und gegenber den einfachen Architekturformen von besonders
glnzender Wirkung die Wanddekoration ber dem Chorgesthl: unten eine
tiefnischige Arkatur, die Krnungen ihrer Miniaturgewlbe ein durch die
vorgefundenen Fragmente nicht hinlnglich beglaubigtes Werk der jngsten
Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von groer Schnheit, jedoch die
Mehrzahl ergnzt; darber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich
absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer Hhenlage, vor die Wanddienste
gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der
Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, ber dem Kaffgesims Fortsetzung des
Laufgangs und der Standbilder. Das uere in knappen Formen; reicher nur
das in der Kehle mit berfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und
die originellen Fialen ber den Pultdchern der sonst ganz einfach
gehaltenen Strebepfll. -- b) _Ostchor_. Schmal rck. Vorderjoch und Schlu
aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (frhestes
Beispiel fr diese erst in der Sptgotik hufiger vorkommende Abweichung
von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert;
andere, namentlich das Fenstermawerk und die abgerissenen Blattbschel
einzelner Kaptt., zeigen die jngere Zeit; Konsolen und Baldachine an den
Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur Ausfhrung
gekommene Statuen.

_Die Lettner_. Der stl. ist der ltere, gleichzeitig mit der Vorkrypta,
an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf
Bndelpfll., tragen die Bhne. Die Rckwand hat in der Mitte den
Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Tren, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte
Stufen hinauffhren; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bhne;
gegen Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingnge zur Krypta aus den
Kreuzflgeln. Als ltestes erhaltenes Beispiel eines ausgebildeten
Lettners von besonderem Interesse. -- WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig.
Die Anlage unterscheidet sich von der des stl. dadurch, da der Chor
keine Krypta hat und sein Fuboden nur um wenige Stufen hher liegt, als
das Schiff. Somit eine von 2 festen Wnden getragene Bhne. Durchgang in
der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. Die Verbindung von
Architektur, Ornament und figrlicher Plastik ist eine dekorative
Meisterleistung hchsten Ranges; im einzelnen gehren die Laubkaptt. zum
Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt.

_Monumentale Skulpturen_: a) _Am rom. Bau_. Tympanon am Portal des sdl.
Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2 Engeln
getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Flgel; sehr flaches Relief;
gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. -- In der Erdgescho-Kap. des
NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. Konsole; von einem mig
begabten Mann aus dem Kreise der Knstler, die das frgot. Turmgescho nach
Bamberger Muster ausfhrten. -- b) _Am WChor_. Mit der architektonischen
Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig ausgefhrt, mit den
Sulenbndeln aus einem Block. Dargestellt sind in 12 Standbildern die
Stifter und Wohltter der K. in ihrer Frhzeit, 4 Eckardiner und 4
Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus im
Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgefhrt wurde, gehrte
selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1.
Gerburg, 2. Konrad (Gesicht und rechter Arm ergnzt), 3., 4. Hermann und
Regelindis, 5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III.
angeklagt, im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde comes occisus), 6.
Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe
geschildert; nach anderer Deutung Adelheid, btissin von Gernrode; 12.
Dietrich. Werkstoff: grobkrniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals
wiederholt, zuletzt nach 1532; ursprnglich nur einzelne Teile -- Augen,
Haare, Gewandsume, Schmuck und Wappen -- mit dnner Lasurfarbe
hervorgehoben. Die Tracht ist genau die zeitgenssische, Loden und Leder
ihr Material. Der Knstler hat alles Konventionelle abgestreift; er steht
der Natur mit offenem Blick, aber doch auch mit voller knstlerischer
Freiheit gegenber, und ebenso frei hat er aus der franzsischen Schulung
seinen persnlichen Stil herausgearbeitet, einen mit unbefangener
statuarischer Wrde gepaarten Realismus. Diese Gestalten sind nicht
Portrts, aber sie knnten dafr gelten. Sehr merkwrdig an einigen von
ihnen, besonders am comes occisus und der ihm zunchst stehenden, der
Ausdruck momentaner Gemtsbewegung. -- c)_Am WLettner_. Die
Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme,
Petri Verleugnung, Wchter, Pilatus Handwaschung (die beiden letzten
Felder 1734 von einem Stmper ergnzt, doch vielleicht gesttzt auf echte
Fragmente). Das Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede
Platte bei 65 cm Hhe 30 cm tief ausgehhlt. Wahrscheinlich ein Werk des
Meisters der Chorstatuen aus vorgerckter Lebenszeit; jene um 1250-60
begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung von unerhrter
Selbstndigkeit gegenber der Tradition; der Realismus der Form noch
ungeschminkter; Charaktere und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der
Schilderung, die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte
berschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen zugedeckt. Die
an ungewhnlicher Stelle, nmlich an der Lettnertr, angebrachte
_Kreuzgruppe_ zeigt die letzte Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden
des Hauptmeisters. Der Gekreuzigte deckt sich im Umri vollkommen mit dem
Wechselburger, aber wie vllig anders ist die geistige Auffassung! Bei
Maria und Johannes das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst
die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. -- Von einem andersgestimmten
Schler des Hauptmeisters der _Diakon_ mit Lesepult, ursp. wohl im Chor,
jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene
Datierung auf ca. 1500 nicht berzeugend). -- Im OChor Trbogenfeld mit
_Weltenrichter_ zwischen Maria und Johannes dem Tufer; durch den
unvollendeten Zustand fr das Technische von besonderem Interesse;
Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am OPortal des
Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister zugeschrieben werden
mu; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualittshhe, wird
also nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen in Arbeit
genommen sein. -- Ebenfalls aus der Schule des Lettnermeisters das
_Brustbild Johannes des Tufers_ ber der Tr der Johanneskap. im
Domkirchhof. -- _Altre_. Vieles vom alten Bestand zerstrt oder versetzt.
_Hauptaltar_; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in wunderlicher
Stilmischung. -- Auf dem Nebenaltar im letzten Joch des sdl. Ssch.
_steinernes Retabulum_ mit Crucifixus und vier Frauen, um 1350. -- Spgot.
_Schnitzaltre_ in der Krypta ohne Bedeutung. -- Reste von 3 oder 4
_Tafelaltren_ aus der Werkstatt _Cranachs_ im Dom zerstreut. Der
Barbara-Altar im nrdl. Ssch. vollstndig, aber in schlechtem
Erhaltungszustand.

_Gesthl_: a) _Im OChor_: schner frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenber
ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) _Im
WChor_: Stuhlwerk bez. 1516. -- _Kanzel_ von 1466 jetzt in der
Johannis-Kap.

_Grabdenkmler_. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im OChor
Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum Gedchtnis des
Kirchengrnders Hildeward, ausgefhrt A. 14. Jh. Dieser lteste Grabstein
der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. -- Im sdl. Ssch. Grabstein
Mnch 1563; Grabstein Bruchterte {~DAGGER~} 1391 (von derselben Hand wie der
Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck {~DAGGER~} 1576, bez. _M. S._;
Epitaph Bnau {~DAGGER~} 1591, von demselben; Wandstein des Domherrn Schleinitz um
1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stcke. -- Im nrdl. Ssch.
Bronzemedaillon fr Rudolf von Bnau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. _H.
K._ -- Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 (von derselben
Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknpfung an die
Stileigentmlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein Bischof v. Goch {~DAGGER~} 1422;
Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; Bronzebildnis (in Stein
eingelassen) des A. v. Knritz 1496; gravierte Platte des Bischofs
Dietrich III. von Bocksdorf {~DAGGER~} 1466, aus der _Vischer_schen Werkstatt, wohl
Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer
schsisch-thringischen. -- In der Vorhalle _Marmordenkmler_ der Maria v.
Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall 1771.

_Glasgemlde_. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?), im
OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). -- 2
_Teppiche_ aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der
Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg {~DAGGER~} 1535). -- 8 _Mebcher_
aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. -- _Klausur_. Ursp. fr
die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Anstze zum Kreuzgang und die
fr diesen bestimmte Tr in der WWand des nrdl. Querhauses vorhanden. Vor
1228 an die SSeite verlegt. SFlgel rom., WFlgel gotisierend, eingewlbt
um 1270, die Zellen darber erst Holz, nach 1532 massiv. _Domkirchhof_ mit
manchen der Beachtung nicht unwerten Denkmlern des 16. Jh.

_Dreiknigs-Kap._ 1416, Untergescho lter, das Ganze sehr verwahrlost. An
der Auenwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3 Knige in Einzelstatuen.

_Dompfarr-K. S. Marien_. Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die
groenteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom. Mauerreste
des Schiffs.

_Johannis-Kap._ Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das Detail
zierlich und geistreich im Stil des WChors.

_Domherrenkurien_, a) gidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-1210)
erhaltene Teil umschliet die Kap., kenntlich am Erkerchor; giebelfrmige
Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel;
originelle berfhrung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot.
Bau rest. 1581 (die Bischfe residierten im sp. Ma. meist in Zeitz).

*Moritz-K.* Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige
K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde
durch die Rest. 1875 entfernt. -- Ein im Innern und uern gleich einfacher
Bau. Dem Hauptschiff ist nur nrdl. ein Nebenschiff angefgt; der
langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen
Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach.
Holzdecken. Die doppelten Fassadentrme gehen auf rom. Anlage zurck.

Groer _Crucifixus_ aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in
vergrberter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen
Wuchtigkeit. Dazu gehrig Maria mit eigentmlich barocker Hufung der
Gewandmotive, kaum von derselben Hand. -- Verdorbener _lberg_ (? 13. Jh.).
-- Trmmer sp. ma. _Altarplastik_. -- _Grabdenkmler_ ohne hheren Wert;
archologisch von Interesse der giebelfrmig abschlieende, jedoch mit
umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin
{~DAGGER~} 1125, ausgefhrt etwa E. 13. Jh.

*Stadt-K. S. Wenzel.* Nach Brnden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden
Herstellungen in hchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. 1411-73 die
stl. Hlfte; fr sich betrachtet ergibt sie einen normal angelegten,
langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schlu in ziemlich groen Abmessungen,
zu beiden Seiten 2 Trme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen
(das geradlinige Mauerstck mit Portal an der NSeite); ob die jetzige
Grundridisposition noch 1473 oder nach 1517 getroffen wurde, ist
zweifelhaft. Entscheidend fr sie ist die Rcksicht auf die an dem
Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen
und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich anschlieendem westl.
Abschlu (1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu einem
Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. Das
Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. Die Decken flach, in letzter
Gestalt 1724. Bei bedeutender Hhe ist der Raumeindruck ein sehr
eigentmlicher. Am Auenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit
viel eigenwilligen Zgen im Einzelnen und starker malerischer
Gesamtwirkung; die WTeile fast rmlich vereinfacht, ausgenommen die 3
Portale im N, S, W. Von den Trmen nur der nrdl. ausgefhrt. Um 1600
baute _K. Steiner_ das Obergescho der Sakristei in gut verstandenen got.
Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma.
_Altren_ nichts erhalten auer einigen gemalten Tafeln: Lasset die
Kindlein zu mir kommen 1529 von _L. Cranach_, eine der besten Arbeiten
seiner spteren Zeit; Anbetung der drei Knige 1522, Frhbild _Cranachs_?
Heilige Nacht von _Barth. __ Spranger_, A. 17. Jh. -- _Hochaltar_ riesiges
Schreinerwerk von 1680 mit Gemlde von _Hermes_ in Dresden. -- _Kanzel_ um
1740. -- Messingenes _Taufbecken_ 1441, am 6seitigen Kessel Reliefs, Fu
neu. -- Von historischem Interesse der _Grabstein_ des Pagen Gustav Adolfs,
Augustus v. Leubelfing -- Trmmer eines groen Marmorgrabmals um 1630, u.a.
Standbild der Caritas. -- Im _Schatz_ gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes
_Krugelstein_ 1680.

*S. Othmar.* 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender,
gerade geschlossener Altarnische; der stl. Teil in 2 Jochen 3sch., der
westl. mit flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm ber dem
Altarhaus. Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. -- Aus lterer
Zeit, ca. 1520, ein guter 3flgeliger _Schnitzaltar_. -- Im SFenster des
Altarhauses _Glasgemlde_ 1539.

*S. Marien.* 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb.
aus Holz, hbsche Stuckaturen und flchtige Gemlde. Das uere
nchternster Art.

*Wenzelskirchhof.* Einige Grabmler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das
des Hans Weis, 1568, im Erbbegrbnis Patschke links vom Eingang.

*Rathaus.* Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Frstenstube,
1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am
hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschrnkten
Kielbgg. in trockenster Sptgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thringen
seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen
in feiner Frhrenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Frstensaal, dessen
Stuckdecke jedoch 1655. -- _Trinkhorn_ etwa M. 14. Jh. mit schnem
Lederfutteral.

*Wohnhuser.* Die Epoche nach den groen Stadtbrnden 1517 und 1532 durch
Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich
Hervorragendes darunter. -- *Marktbrunnen* mit S. Wenzelstatue 1579.

*Stadtbefestigung*. Seit 1820 groenteils niedergelegt; erhalten das
Marientor von 1446; klassizistische Wachthuser am Jenaer Tor.

_NAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* sprom. berraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gewnde je
2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreibltter
ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt,
Rosetten und freies Randornament.

_NAUNDORF._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schlu; die stilistische Erscheinung
aus Renovation 1737. -- Mehrere _Grabmler_ des 16.-18. Jh.

*Schlo* E. 16. Jh. mit einigen Vernderungen im 18. Jh. Aus der ersten
Bauzeit die mchtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. -- Reichhaltige
_Portrtgalerie_.

_NAUSTADT._ K. Sachsen AH Meien.

*Kirche* um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewlbtem Chor
und 5/8 Schlu. -- _Altaraufsatz_ um 1600, heiter und vornehm;
Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. -- _Sandstein-Wandgrab_ des A. v.
Miltitz {~DAGGER~} 1629, prchtige und gute Arbeit. -- Ein _anderes in Marmor_ von
_J. J. Kndler_, dem berhmten Porzellanformer.

_NEBELSCHITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

Vornehme bar. *Dorf-K.,* erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der
interessante Plan angeblich von _Gaetano Chiaveri_, dem Erbauer der kath.
Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschlsse im O und
W. Im Innern gut organisierte Wand- und Gewlbegliederung. Die Ausstattung
steht nicht auf der Hhe der Architektur. _Gemlde_ des Hochaltars von
_Palko_.

_NEBRA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche* beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit
reichem Portal, im _Bogenfeld_ S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das Schiff
nach Brand 1666 drftig hergestellt. Ansehnliche _Epitaphe_ 1670, 1678
bez. _C. P._

*Burgruine* sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., briges M. 16. Jh.

_NEIDECK._ OFranken BA Forchheim.

*Burgruine* bedeutend, zerstrt 1553.

_NEMMERSDORF._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* Der kleine Bau hat 3 Trme, einer got. im O, 2 bar. im W.
*Schlo* A. 16. Jh., schlicht.

_NENKERSDORF._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. --
_Altarwerk_ 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Flgeln.

_NENNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines
Sulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.

_NENTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Dorf-K.* Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so
verbunden, da dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb
einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen
gewinnt.

_NESCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., Turm mit hbschem Bar.Helm 1693. -- Bmkw.
_Sandsteinaltar_ nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von
_Grabdenkmlern_.

*Altes Schlo* 1723 fr den sterreichischen General Herzog Ludwig v.
Teck. Franzsischer _Park_ mit viel und guter _Sandsteinplastik_.

*Neues Schlo* 1766-75 fr W. v. Riesch von _F. A. Krubsacius_ aus
Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von
sehr geschickter Grundriteilung. Das ovale, zur Hlfte aus der
Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthlt 2 Treppenarme mit Podest. In
derselben Achse nach der andern Seite oben ein lnglich 8eck. Saal mit
wenigen Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon.
Sulenstellungen aufgelst sind. Dieselben bilden die Durchgnge zu den
langgestreckten eingeschossigen Seitenflgeln, welche die 300 Bume
fassende _Orangerie_ enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art
_Gottfr. Knfflers_. Die Formbehandlung des ueren im bergang zum
Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nchternheit. -- Der
neuere _Park_ im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit
reitendem Knaben. Schnes Gittertor. Im Tiergarten behagliches
Jagdhuschen.

_NESSELRDEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Schlo,* mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592.

_NETRA._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Pfarr-K.* Alt nur der OTurm, dessen Erdgescho als Altarhaus diente.
Epitaph v. Baumburg 1600. -- _Schlo_ aus Renss.

_NETZSCHKAU._ K. Sachsen AH Plauen.

*Stadt-K.* modern. Von einem groen und bedeutenden _Altarwerk_ von 1659
nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit wahrscheinlich von
_Joh. Heinr. Bhm d. ._, die Komposition dem _Cranach_schen Altar in der
Stadt-K. zu Schneeberg entnommen.

*Schlo.* Baukrper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen,
hnlich Sachsenburg und Meien; die extravagant spgot. Tr derselben Zeit
zuzuschreiben, ist kaum mglich. Der groe Saal des obersten Geschosses
mit mchtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes
_Portrt_ Karls v. Bose in lebensgroer Figur, 1623.

_NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. -- Mehrere bmkw.
_Huser_ in Fachwerk. (Die Datierung des ltesten auf 1400 mu Zweifeln
begegnen.)

_NEUDROSSENFELD._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* Hbscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca.
1760); Stuckaturen von _G. B. Petrozzi_, Malerei von _J. M. Wolker_.

_NEUENBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Benedikt.-Klst. Andreasberg*. Die Kirche aus rom. Zeit (Weihedatum
zu 1023 berliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis, Triumphbg. und Teil
des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb., einfache Wrfelknaufsulen
ohne Eckbltter. Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die brigen
Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und spter verzopft. Grabsteine von
Prpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten wieder rom. Formen auf. --
_Klostergebude_. im Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.

_NEUENGNNA_ bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ in der Art des _V. Lendenstreich_.

_NEUENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.

*Schlo* aus Ma., 1639 erneuert.

_NEUGERSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* Stattlicher Saalbau 1738. -- _Kanzelaltar_ 1753, von Gebr.
_Herzog_, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.

_NEUSHAUS._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* 1591-95 noch stark gotisierend. -- _Bildnisgrabstein_ des Hans
Gottsmann {~DAGGER~} 1611 und seiner Gattin; Erzgu von sorgsamer Ausfhrung,
vielleicht aus derselben (Nrnberger?) Werkstatt, wie die v. Bnausche
Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl zu Fen des
groen _Epitaphs_ im Chor; dieses aus Alabaster; der architektonische
Aufbau vortrefflich, weniger die figrliche Plastik.

_NEUHOF._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Schlo* der Frstbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktrme.

_NEUHOF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Schlo.* Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im
Erdgescho, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit
Wendeltreppe. Umbau 1866.

_NEUHTTEN._ UFranken BA Lohr.

In der unscheinbaren *Pfarr-K.* eine wertvolle rom. _Kreuzpartikel_ des
11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fu sp. 18. Jh.

_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Stadt-K. S. Nikolaus.* 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3
Jochen, unregelmig anstoende Kreuzflgel, netzgewlbter Polygonalchor.
Im Chor und Msch. _Wandmalereien_, kolossaler S. Christoph u. a. m.

_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hnfeld.

Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgescho der
kreuzgewlbte Chor. -- _Wandtabernakel_ 1560, _Taufstein_ 1588 von Meister
_Henthoos_. _Flgelaltar_ A. 16. Jh. -- Auf dem Turm hlzernes Obergescho
und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktrmchen. In der Sakristei Tr mit rom.
Beschlgen wiederverwendet.

_NEUKIRCHEN._ K. Sachsen AH Meien.

*Kirche.* Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die
Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw.

_NEUMARK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm.

_NEUMARK._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden spgot.
_Triumphkreuz_ und _Glasgemlde_ von 1489.

*Schlo* (v. Rmer) 1483, mit jngeren Zutaten. Reihe von
_Familienportrts_.

_NEUNHOFEN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der
letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhltnissen reich
dekoriert. -- Spgot. _Altarwerke_ 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder
Meister der Baldachine. -- Auen _Gedenktafeln_ von 1367,
Sandsteinreliefs.

_NEUNKIRCHEN A. BR._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d.
i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres nrdl. Ssch. mit
Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die
8seitigen Obergeschosse spgot. -- Im Innern _Steinfigg._ der hh. 3 Knige
und der h. Jungfrau um 1400; _Marientod_, derbes Holzrelief um 1500;
_Marienstatue_ des Nebenaltars um 1500. _Grabsteine_ 14. und 15. Jh.,
darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor
1459. _Epitaph_ mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen,
feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. _Epitaphe_ Buttenberg 1600, Stauffenberg
1698. Zahlreiche _Gemlde_ 16. Jh., darunter bertragungen des Drerschen
Marienlebens. Auen _lberg_ roher Art.

*H. Grab-Kap*. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.

*Rathaus* 1718, unbedeutend. -- *Stadttore* E. 15. bis E. 16. Jh., z. T.
mit schnen Wappensteinen.

_NEUSALZA._ K. Sachsen AH Lbau.

*Kirche* der bhmischen Exulanten 1679, unerheblich.

*Stadtanlage* und Wohnhuser kulturhistorisch von einigem Interesse.

_NEU-SCHNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Schlo* 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das
Datum 1524 eingeschlossen werden?

_NEUSES._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. ltere Teile vielleicht noch aus
rom. Zeit. Umbau 1785.

_NEUSITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* 1723. -- _Schnitzaltar_, bez. 1515, in der Bemalung gut erhalten,
irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines Schnitzers,
der flchtig durch _Riemenschneiders_ Werkstatt gegangen.

_NEUSORGE._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Schlo,* erb. um 1720 von General v. Arnheim. Groartige Anlage in
Hufeisenform. Im Garten gerhmte dekorative _Skulpturen_ von _Gottfr.
Knffler_.

_NEUSTADT._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Pfarr-K.* S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches
bedeutend schmler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken
runden Schften in ungleicher Hhe hervor, gegen das Msch. erheblich
tiefer. -- _Sakramentshuschen_ sptestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit
gering. -- Spgot. _Flgelaltar_. -- Auen am Chor schner ikonischer
_Grabstein_ des Ritters v. Fischbach und seiner Frau {~DAGGER~} 1448, ausgefhrt
spter.

*Toten-Kap.* 1576, noch got.

*Schlo.* Spgot. und Renss. Ohne Interesse.

Daneben *Junker Hansens Turm*. Rundbau von ca. 50 m Hhe, hbsche Krnung
in Fachwerk.

*Wohnhaus* in der Nhe der Pfarr-K. Erdgescho Stein, reiche Fr.Renss.,
Oberbau aus Fachwerk jnger.

_NEUSTADT A. MAIN._ UFranken BA Lohr.

*Pfarr-K.* (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlngerung des Chores
nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch _H.
Hbsch_; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. -- Gr.
kreuzfrmig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebenchren (jetzt
Turmuntergeschosse; unzugnglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit
Sttzenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg.
zusammengestellt; die Hhenverhltnisse aus Miverstndnis der ihm
mitgeteilten Mae durch _Hbsch_ gesteigert. Alt die ganze NMauer, die
zwei Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der
Sakristei wertvolles _Epitaph_ von 1381. -- _Grabsteine_ an den
Langhauswnden von gutem Mittelschlag. -- Auen eingemauerte bedeutende
Reste von frgot. _Skulpturen_ (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S.
Gertraudis und Karl der Groe, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer
Blende zusammengestellt.

*Klst.-Gebude* gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche
Mawerkfenster des Kreuzgangs erhalten.

_NEUSTADT A. D. SAALE._ UFranken BAmtsstadt.

*Kloster-K.* Die Pfll. der NSeite haben rom. Kmpferplatten. Aus ihnen
lt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch.,
rekonstruieren. Das nrdl. Ssch. spgot. eingewlbt, wobei je ein Pfl.
alternierend ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das sdl. Ssch. beseitigt und
mit dem Msch. zu einem groen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen.
Am Sdportal 2 rom. Lwenkpfe aus Metall. -- Die zahlreichen
_Barockaltre_ Mittelgut; ebenso die (stark bertnchten) _Epitaphe_ des
16. Jh.; besser eines von 1669.

*Pfarr-K.* 1795, 1832. Mchtige korinthische Sll. tragen die Decke und
sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr.
Sulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer
Kreisstellung, die den Altar enthlt. Das uere denkbarst nchtern. --
Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.

Reste der ma. *Umfestigung*; unerheblich bis auf das _Hohetor_ (1578), das
zu den mchtigsten Exemplaren seiner Gattung gehrt; der obere Teil im
Dreiigjhrigen Kriege zerstrt und danach etwas verndert wieder
hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal
geteilt; ber dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit
Volutengiebeln.

In der Nhe *Schlo Neuhaus* 1767 von _Heinrich Todesco_ fr Herrn v.
Borri; bmkw. innere Ausstattung.

_NEUSTADT A. D. ORLA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Stadt-K.* E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Hhe mit flacher
Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schlu; Netzgwb.; unter dem Chor ein
ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster
3teilig mit reichem Mawerk. Im nrdl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein
hoher Turm in der Art des Jenaischen. -- Formenreicher _Taufstein_ 1494. --
Groes _Altarwerk_ mit beiderseits gemalten Flgeln aus 2. V. 16. Jh.
(nicht von _Cranach_). Zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln.

Hospital-K. got. und 1706. -- Gemaltes _Triptychon_ von 1495 (?). Got.
_Schnitzfigg_.

*Schlo.* Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten;
sehr verbaut. Hintergebude 1674.

*Rathaus;* spgot., bedeutend; der linke Flgel der Marktfront ist der
ltere Teil (1465?), der rechte ein jngerer Anbau; dadurch der groe
Erker jetzt in die Mitte gerckt; mit ihm gruppiert sich glcklich die
Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung des Erkers hchst charakteristisch
fr die spteste Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der groe
OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got.
Zwerchhusern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw., durch
Rest. des 19. Jh. auen und innen mehrfach verndert. -- *Ratskeller,* 16.
und 17. Jh. -- *Haus* der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574.

_NEUSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. -- _Grabstein_ 1581 wird
gelobt.

_NEUSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Wertvolle *Fachwerkhuser* um 1600.

_NEUSTDTEL._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Stadt-K.* aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. -- Bedeutender _Altarbau_
aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von _J. C. Hhnel_.
_Kanzel_, ausgezeichnetes Schnitzwerk.

_NEUTZ._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hbsches kleines Portal
mit eigentmlichen Zgen, die ffnung mit Perlstab umsumt, wie auf dem
Petersberg, A. 13. Jh.

_NIEBRA._ K. Sachsen AH Zwickau.

Ansehnliche got. *Dorf-K.* -- Groer _Schnitzaltar_ mit 4 Flgeln.

_NIEDER-ASPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. lterer OTurm, in dessen
Erdgescho der Chor. Schn gegliederter Holzhelm. 1902 nach W um 2
Doppeljoche vergrert und im Innern rest.

_NIEDERDORFELDEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Burgruine.*

_NIEDERELSUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tr; die jetzige
Verbindungstr zur K. jnger.

_NIEDERFROHNA._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.*, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von _Andr. Petzold_
1690.

_NIEDERFLLBACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 _Grabsteine_ der Familie von
Reitzenstein.

_NIEDERGRFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor;
um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingewlbt und zu stattlicher
Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf,
Roda.

_NIEDERGURIG._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schlo* um 1700 fr Graf Ltzelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten
Wirtschaftsgebude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte
stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter
den _Portrts_ eines von _Angelica Kaufmann_ 1786.

_NIEDERHOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* Neubau nach Dreiigjhrigem Krieg. Ausstattung zum Teil lter
und nicht ganz ohne Interesse.

_NIEDERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Flha.

*Dorf-K.* 1746 mit geringen rom. Resten. -- _Sandsteinaltar_ und
_Sandsteinkanzel_ 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. -- _Glocke_ 1464.

_NIEDERLSSNITZ._ K. Sachsen. AH Dresden-N.

*v. Minckwitzscher Weinberg.* Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, Winzerhaus,
Pavillon 1713-29.

*Wackerbarths Ruhe.* Hauptgebude 1853 im ueren umgestaltet, Kapelle
1775 von _Knffel_, Jakobsturm 1743.

*Weinberghaus Friedstein* 1771.

_NIEDERMITTLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* 17. Jh., rom. WTurm, Schallffnungen mit Wrfelknaufsulchen.

_NIEDERMLLERN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen
erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. _Taufstein_ mit rom. Kuppa auf
spgot. Fu.

_NIEDERMLLRICH._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Kirchturm* spgot. Im Erdgescho der ursp. Altarraum.

_NIEDERODERWITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf,
noch grer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Rnge Emporen. Einheitliche
Ausstattung aus gleicher Zeit. -- _Pfarrhaus_ 1746.

_NIEDEROPPURG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Kirche* 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit
flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration auf
farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgefhrt, die damals viel an den
thringischen Hfen beschftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne
Gitter.

*Schlo* 1708 fr C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg;
gro, regelmig, in sehr nchternen Formen. Die innere Ausstattung bis M.
18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders fen bmkw.

_NIEDERPLANITZ._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer
Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hlzerne Felderdecke mit
biblischen Gemlden. Bauherr der kurfrstliche Rat und Professor in
Wittenberg Dr. v. Beust. -- Bmkw. _Altaraufsatz_ aus Sandstein bez. 1592.
_S. L._ (_Samuel Lorenz_). -- _Bildnisgrabsteine_ v. d. Planitz 16. Jh. --
_Kelch_ 1656.

_NIEDERPRETZSCHENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* 1731-33, zentrale Anlage, hnlich der zu Lohmen, also in der
Richtung George Bhrs; erbaut von _J. Ch. Simon_.

_NIEDERRABENSTEIN._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* _Taufstein_ mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl.
Weibach), 1595 von _Michael Hogenwald_. In der Sakristei Sandsteinreliefs
vom ehemaligen _Altarwerk_, vermutlich vom selben Meister.

_NIEDERROSSLA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

Gutes Beispiel einer greren *Dorf-K*. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen;
groer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.

_NIEDERRUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Schlo* (v. Nostitz) 1752 von _Andr. Hnigen_. Inneneinrichtung Rok. und
Empire.

_NIEDERSTEINBACH._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. --
[_Altarbehang_, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].

_NIEDERTREBRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1750. Gro und relativ reich; aufwndiges Altar- und Kanzelwerk.

_NIEDERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen
Kreuzgewbb., schmlerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg. Gwbb. --
1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch. verndert.

_NIEDERZWEHREN._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Der Chor im OTurm, einem hbschen und charaktervollen Vertreter
seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktrmchen nach Brand 1552, im
Erdgescho Reste von _Wandmalerei_ aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe
Wehrmauer mit Schiescharten.

_NISCHWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Wesentlich 1752. Das _Altarbild_ von _Stefano Torelli_, einst
weit und breit berhmt.

*Schlo,* erbaut fr den Minister Gf. v. Brhl von _J. C. Knffel_, im
7jhrigen Kriege zerstrt, seit 1778 wiederhergestellt. _Deckenmalerei_
von _A. F. Oeser_. Vor dem Mittelbau 2 hbsche _Sandsteinfiguren_, Schfer
und Schferin, von _Gottfr. Knffler_.

_NDA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.*, spgot. um 1500. -- _Grabstein_ einer Frau von Milwitz 1597;
ausfhrliche, saubere Darstellung des Kostms.

_NOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* wie Wolkramshausen. _Glocke_ 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figrl.
Reliefs.

_NORDECK._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Burgruine.* Die lteren Teile rom.

_NORDHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom* (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Knigin Mathilde als
Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau:
Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. -- Chor gestreckt rck. mit plattem
Schlu (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten
Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; ber der stl. Hlfte ein
rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hlfte 2
rck. Kreuzgwbb. mit frhestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen
unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit
romanisierendem Gewnde; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog.
Dreifaltigkeitsfenster), am Gewnde Rcksprung mit Sulchen (Schaftringe,
Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln,
wie in Maulbronn und Walkenried. Auen an den Ecken Lisenen, die auf zirka
4 m Hhe abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu
Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Trme. Sie sind in
drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren
haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand
1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister,
dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren
anderen Anklngen die Halbmondkonsolen der Quergurte). -- Unter dem Chor
rom. _Krypta_ aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur ber die
westl. Hlfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grtig zwischen breiten
Gurten, stmmige Wrfelknaufsulen; Treppen fhren in den Unterbau der
Trme. -- Das gegen M. 14. Jh. vllig erneuerte, im 15. vollendete (oder
berarbeitete?) _Langhaus_ geht zu grerem Mastab ber. Im Gr. 26,5:32
m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit
Bndeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16.
Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmawerk; das Hauptportal am stl.
Ende des sdl. SSch.; die WFront, der Tren entbehrend, war nicht
Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Trme. -- _Hochaltar_ mit
Statuen aus Holz, 1726. -- _Sakramentshuschen_ 1455. -- _Chorgesthl_ E.
14. A. 15. Jh., berladen mit ornamentalen und figrlichen Schnitzereien
wenig gewhlten Geschmackes. An den Wnden des Chors 6 _Steinstatuen_, 3
mnnliche und 3 weibliche, in frstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach
den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen
nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem
(lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gewhnt gewesen
sein mag; die Krperformen ganz ungengend, die Gewandmotive geknstelt;
belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenstnden zum
Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straburger Mnsters
bereinstimmend). -- An der O-- und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne
Wert. -- _Ikon. Grabsteine_: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. -- _Kreuzgang_,
nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.

*Frauenbergs-K.* (Klst. S. Mari novi operis). Einheitlicher, aber im
Detail zurckgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von _Zeller_ 1912).
Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal
kreuzfrmig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kmpfer
aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine
Krypta. -- _Hochaltar_; Schnitzwerk von 1459 (die berlieferte Inschrift
nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4
Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das
ornamentale Beiwerk zerstrt. -- _Kanzel_ und _Taufgestell_ 1768. -- An der
sdl. Auenwand _Grabstein_, 1370 mit eingeritzter Figur _Klostergebude_
verbaut, Kreuzgang abgebrochen.

*Nikolai-K*. Sptgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der
turmlosen WFassade einfachst rom. -- _Hochaltar_ um 1600, wahrscheinlich
ein Hauptwerk des Nordhuser (spter vornehmlich in Magdeburg ttigen)
Bildhauers _Christoph Kapup_, erst 1646 zusammengesetzt von _Joh. Duck_.
Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. -- _Kanzel_ und
_Taufgestell_ 1588. -- Umfangreiches _Marmorepitaph_ des Dr. Conrad
Frommann {~DAGGER~} 1683 mit Relief der Grablegung. -- _Epitaph_ der Elisabeth
Stromer {~DAGGER~} 1596 in Form eines gemalten Flgelaltars; die Gemlde ohne
Bedeutung. -- Weitere _Grabdenkmler_ 1664, 1676, 1774. -- Bronzene
_Epitaphplatte_ von 1577. -- Im sdl. Ssch. Maria auf der Mondsichel,
spgot. _Schnitzwerk_. -- 9 _Kelche_, der lteste 1351, die anderen 15. bis
17. Jh.

*Blasien-K.* Unregelmiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit
gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere
Bauabsichten (Mawerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen
kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausfhrung (Hallensystem), so da der
sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktrmen berstiegene WBau geschont
blieb. _Hochaltar_ und _Gesthl_ 1735. -- _Kanzel_ 1592. An den 6
Brstungsfeldern _Reliefs_. -- Reich geschnitztes hlzernes _Epitaph_ des
Cyriacus Ernst 1585. -- _Alabastergrabmal_ W. v. Eberstein 1700. --
_Grabgemlde_ 1592. -- _Epitaphgemlde_ fr Ursula Meienburg von _L.
Cranach d. ._ 1529. -- _Desgl._ fr Michael Meienburg {~DAGGER~} 1555, groe
bedeutende Arbeit von _L. Cranach d. J._ bez. 1558, Auferweckung des
Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M.

*Petri-K.* Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das
Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., fters umgebaut und geflickt. -- _Kanzel_
reiche Renss. E. 16. Jh. -- Bronzener _Taufkessel_ 1429; an der Wandung 16
Heiligenreliefs, als Trger 4 Mnner in der Zeittracht; rohe
Handwerksarbeit bez. _Mester Tile_. -- _Alabasterepitaph_ mit lebensgroer
Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer {~DAGGER~} 1552.

*Altendorfer K*. Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.,* um 1350. Ungewhnlicher
Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen.
Nonnenempore Sdschiff. Das Ganze sehr entstellt.

*S. Jakobi-K.* 1744 an Stelle eines rom. Baues.

*Kirchhof S. Cyriaci*. Im 18. und 19. Jh. grndlich umgebaut. In der
Kapelle bmkw. _gravierte Grabplatten_, darunter die bedeutendste fr die
Brder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die
zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben
(niederdeutschen? niederlndischen?) Werkstatt zu stammen. -- [3 andere
Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind
untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem
Martinsstift gehrte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter
_Messingplatten_ (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus
E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thringischen Werkstatt;
jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]

*Rathaus.* 1608-10 auf lterem Gr. Im Erdgescho eine Laube von 6
Bogenffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck.
gestrzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemcher des 17.
Jh. erhalten. -- *Ratskeller* 1710.

_NORDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere
Ausstattung. Groer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ aus
2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters _I H_ (vgl.
Meiningen, Bibra, Ellingshausen). _Bronzeplatte_ fr Caspar v. Stein,
gegossen 1633 von _Georg Werter_ aus Coburg. Grere _Epitaphe_ der
Familie v. Stein 1706, 1745. -- Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez.
1583.

*Schlo.* Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. -- *Huser* in
geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.

*Dorftor* mit Steinschem Wappen.

*Rathaus* A. 18. Jh. Der bescheidene buerliche Fachwerkbau wirkungsvoll
gemacht durch eine zweiflgelige Freitreppe mit Laube.

_NORDHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* bar., mit got. Chor. -- Schnitzbild der _Pietas_ um 1500, bei
starken Migriffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf.

Ehem. frstbischfl. *Amtshaus,* schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem
anderen Hause _Steinmadonna_ um 1350.

_NORDHEIM V. D. RHN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der
alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild.

Im Dorfe 2 v. d. Tannsche *Schlsser,* das eine, der sog. Judentempel, im
Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640.

Ehem. *Zehenthaus.* Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.

Reste der alten *Befestigung*.

*Sebastians-Kapelle.* Erb. 1636. Gute _Holzfigur_ des hl. Sebastian A. 16.
Jh. Sehr originelle Darstellung des _Abendmahls_ mit 30 cm hohen
Holzfigrchen, M. 15. Jh.

_NORDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Cassel.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne
charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frhest got., noch M. 13. Jh.,
die 3 stl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm lter
als die K., anscheinend Wehrbau.

_NOSCHKOWITZ._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Schlo.* Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen
sprlich.

_NOSSEN._ K. Sachsen AH Meien.

*Kirche* 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster
Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen
Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thringischer, das andere
aus frnkischer Tradition.

*Schlo.* 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das alte
Haus mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Sdseite, wohl von einem Schler
_Paul Buchners_; 1667 grndliche Umgestaltung der ma. Teile.

_NOSTIZ._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 1679. Die hbsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A.
18. Jh. -- v. Zieglersche _Denkmler_.

_NTHNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Schlo.* Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der
aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht mehr
in seiner Gestalt von damals.

_NOTTLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* 1521. Der spgot. _Schnitzaltar_ wird zu den besten des Gebietes
gerechnet.




_O_


_OBBACH._ UFranken BA Schweinfurt.

*Schlo.* lterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh.
Westflgel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der
Richtung _Balth. Neumanns_.

_OBERAILSFELD._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* 1760.

_OBERAUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Schlo.* 1690.

_OBERBIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgescho rundbg. rippenloses Kreuzgwb.
-- Spgot. _Schnitzaltar_. -- Kirchhofsmauer mit Schiescharten und 2
Rundtrmen.

*Burgruine.*

_OBERBOBRITZSCH._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschlu mit 4 Giebeln und Dachreiter. --
Das 6flgelige _Altarwerk_ bez. 1521 gehrt zu den bedeutendsten des
ganzen Landes, die Gemlde von demselben liebenswrdigen Freiberger
Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet.

_OBERCRUMPA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche.* Eine der merkwrdigsten des Kreises. Der eigentmliche Gr.
erklrt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die
gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen
erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel
versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine auen und
innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.

_OBERCUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* Vergrert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen.
-- Die _Denkmler_ des Kirchhofs mit Aufwand.

_OBERDRRBACH._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.

_OBEREICHSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Anlage rom. Der trlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff
und gegen dieses mit Doppelarkade geffnet; aus Umbau 14. Jh. die
3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot.
_Schnitzbilder_.

_OBEREISENHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

Nicht uninteressant die Reste der ehem. *Marktbefestigung*, ein Rundturm
bez. 1536.

_OBERELLEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche.* Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im
_Bogenfeld_ Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom.
Kmpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.

*Herrenhaus* got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergescho
in Holzfachwerk.

_OBERESSFELD._ UFranken BA Knigshofen.

*Pfarr-K.* in sptem Rok. Gleichzeitiges _Deckenbild_ von _J. P. Herrlein_
1777 (vgl. Markershausen).

_OBEREUERHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

Stattliche *Dorf-K.* mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige
flotte Inneneinrichtung.

*Schlo Euerburg* (v. Heberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstr mit
korinthischen Sulen und Reliefs.

_OBERFLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. _Kelch_ 15. Jh.

_OBERGERSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit
Felderdecke und Emporen. -- Reste eines wertvollen gemalten _Flgelaltars_
um 1550, vielleicht von _Andreas Dreler_ in Kamenz. -- Charakteristisch
zopfige _Denkmler_ von guter Qualitt.

_OBERGREISLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* mit rom. Spuren, darunter ein Sulenportal, im Tympanon das Lamm
und die Evangelistenzeichen.

_OBERGRNBERG._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darber
Turm mit rom. Kuppelfenstern.

_OBERHASEL._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

*Dorf-K.* -- _Schnitzaltar_ vom Saalfelder Meister der Baldachine,
trefflich erhalten.

_OBERKAUFUNGEN_ s. Kaufungen.

_OBERKOTZAU._ OFranken BA Hof.

*Pfarr-K.* Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im
Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. -- _Altar_ mit gut geschnitzter Kanzel 1691.
Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ meist 2. H. 16. Jh. -- *Schlo,* groer
Komplex, berwiegend aus 18. Jh.

_OBERLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim,

*Dorf-K.* wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. _Kanzel_ 1705, reich mit
Reliefs besetzt. 4 _Grabsteine_ der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.

_OBERLEINACH._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Rom. Lhs., 1608 erhht, 1723 erweitert. An der SSeite
schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenlufen
stilisiertes Rankenwerk. -- Hbsche _Sakramentsnische_ um 1400,
gleichzeitige _Steinfig_. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer
_Taufstein_.

_OBERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh., verschnert unter Chr. v. Holtzendorff 1742.
Charakteristische Sandsteindenkmler des 18. Jh.

*Schlo* samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v.
Holtzendorff, im 7j. Kriege verwstet. Im Innern noch einige mit Aufwand
dekorierte Rume, der Saal im Obergescho um 1730, kleinere Zimmer im
fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park berreste von
Kaskaden- und Brunnenfigg.

_OBERLIND._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455,
berarbeitet 1748. -- Hbscher spgot. _Taufstein_. -- Von Interesse die
wehrbaumige Ummauerung des Kirchhofs.

_OBERLSSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Bennoschlchen* um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2
Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.

*Hoflnitz.* Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene
Obergescho bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.

*Spitzhaus* (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg.
Fenster, origineller Kontur durch das groe geschweifte Dach mit
Zentraltrmchen. Entstellende jngere Anbauten.

*Haus Sorgenfrei* 1786 mit bmkw. Gartenhaus.

*Meinholds Weinberg*.

_OBERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und
korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schlo-K.
zu Meiningen). -- Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten;
einer bez. 1565.

*Kapelle* an der Werrabrcke mit reichem Hennebergischem Wappenschild
1534.

*Pfarrhaus* 1638 (1688?).

*Fachwerkhuser* von 1573, 1578, 1595.

*Dorflinde*. Die ste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung,
ringsum gemauerter Sitz und Metisch mit 5 in die Platte vertieften
Rundmaen bez. 1525.

*Werrabrcke*, 5jochig, 16. Jh.

_OBERMERZBACH._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K.* Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.),
Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figrliche Detail am
Chorbogenkmpfer.

_OBERNBREIT._ UFranken BA Kitzingen.

*Prot. Pfarr-K.* 1731. -- _Moseskanzel_ 1696. Altargerte augsburgisch 18.
Jh.

*Rathaus.* Stattlicher hoher Steinbau. ber dem rundbg. Tor Brandenburger
Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. -- _Bckerhaus_ des 18. Jh. mit
steinernem Verkaufstisch.

_OBERNDORF._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

*Dorf-K.* Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe
abgetragen. OTurm ber dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.)
eine rck. schlieende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung
durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Wrfel-Kaptt. ber das Ma einer
Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?

_OBERNEUKIRCH._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1723, 1873 vergrert. Schlichter groer Saalbau (1500 Stnde),
Ausstattung um 1750. _Grabdenkmler_: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637,
mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.

*Schlo* 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche _Bildnisse_ der Frhr. v.
Huldenberg.

_OBERNSEES._ OFranken BA Bayreuth.

*Kap. S. Rupert.* Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080
falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.

_OBERODERWITZ._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 1816 von _K. Ch. Eschke_, groer Emporensaal in nchternstem
Klassizismus.

OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. *Dorf-K.* got., mchtiger
Turm mit 4 Schtzenerkern.

_OBERPESTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j.
Kriege. -- Lebensvoller _Pastorengrabstein_ 1637. Auf dem Kirchhof Gruft
der Familie Opitz 1770.

_OBERREICHENBACH._ OFranken BA Hchstadt.

*Dorf-K.* mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Grndung.

_OBERREINSBERG._ K. Sachsen AH Meien.

*Schlo.* Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens
und der Kunstformen 1500-1650.

_OBERROSPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff, schmlerer gewlbter polyg. Chor.

_OBERROTTENBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Knigsee.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1498, Art des _V. Lendenstreich_.

_OBERSCHWAPPACH._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. -- Bmkw. Altre aus M. und E. 17.
Jh.

*Schlo.* Sommersitz der bte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von _Joh.
Leonhard Dientzenhofer_ (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst.
Obertheres. Gr. triklinienfrmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den
Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen
Proportionen; 3 flache, hauptschlich in der Dachanlage zur Geltung
kommende Risalite. Ausgedehnter _Garten_ in 3 Terrassen, Treppen mit
Brunnenbecken.

_OBERSCHWARZACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

Frstbischfl. *Jagdschlchen* (Forstamt) um 1600.

_OBERSEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.

_OBERSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Trme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollstndig
erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. --
Reste der *Dorfbefestigung*.

*Bildstock* vor dem Dorfe von 1448 mit eigentmlich romanisierendem,
verknotetem Sulenbndel. Der Aufsatz von 1551.

_OBERTHERES._ UFranken BA Hafurt.

Ehem. *Benedikt-Abtei.* Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Vlliger Umbau
1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von _Joh. Greising_, 1809
abgebrochen. Erhalten blieb (als Schlo) der Klosterbau, 3flgelig,
Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der
unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. -- Ehem.
Verwaltungsgebude 1696. -- _Rathaus_ 1727 und einige hbsche _Wohnhuser_;
ber einem Hoftor der Renss. effektvolle _Pietasgruppe_ des 18. Jh. --
Originell aufgebauter _Bildstock_ 1630.

_OBERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

Kleine, rohe rom. *Dorf-K.*

_OBERWEIMAR._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Klst.,* M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr
entstellt. Rom. Turm von lterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewlbter
2sch. Halle. An der SSeite ein verstmmeltes hochgot. Portal; im Tympanon
Relief des _Jngsten __ Gerichts._ -- _Doppelgrabstein_ des Grafen
Friedrich von Orlamnde {~DAGGER~} 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. _Grabstein_
des herzogl. Kindes Johann {~DAGGER~} 1519. -- _Altarbild_ von _Cranach d. J._ Reste
von frgot. _Malerei_ in den Fensterleibungen.

_OBERWIRBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.

_OBERZELL_ b. Wrzburg s. Zell.

_OBHAUSEN S. PETRI._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverndert das landesbliche
rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster trgt dem
neuen Stil Rechnung.

_OBSCHITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis.

_OCHSENFURT._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der
NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den
mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten.
Die ganze brige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schlu. Lhs.
7jochige Hallenkirche, das Msch. betrchtlich berhht. Die niedrigen
Strebepfll. knnten auf den Gedanken fhren, da ursp. eine Basilika
beabsichtigt war und erst nachtrglich Modifikation durch berhhung der
Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unverndertem Profil in die
Scheidbgg. bergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches
Mawerk, vereinzelt mit ersten Anstzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore
durch alle 3 Schiffe. -- Ganze L. 47 m. -- Der Hochaltar von 1612, der
hnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt;
erhalten das groe _Kreuzigungsrelief_. Die Seitenaltre aus derselben
Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. -- Zierliches, nicht sehr groes
_Sakramentstrmchen_ 1496. Auerdem _Sakramentsnische_ E. 14. Jh. --
Bronzenes _Taufbecken_ mit reicher, nicht eigentlich lebendiger
Gliederung; in vieler Hinsicht hnlich dem von _Hermann Vischer d. _. in
Wittenberg von 1457 (der von _Riemenschneider_ gefertigte Deckel nicht
mehr vorhanden). -- _Chorgesthl_ E. 14. Jh. (Brstungswnde und oberer
Abschlu neu). -- Auf der Fenstersohlbank des nrdl. Ssch. 3 _Steinstatuen_
aus 2. H. 14. Jh. -- Bmkw. _Holzstatue_ einer schmerzhaften Muttergottes,
geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um
1520. _Holzstatue_ des h. Nikolaus, _Riemenschneider_ nahestehend.

Neben der Kirche *Michaelis-Kap.* (Karner) bez. 1440, Mestiftung 1473,
Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer _Hans Pauer_ war erster Polier bei S.
Lorenz in Nrnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in
Mitteldeutschland fr derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgefhrt
mit mehr als gewhnlichem Aufwand. Hauptgescho hoch, hell und klar mit
fast ganz aufgelsten Wnden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front
doppelflgelige Freitreppe und reiches Portal, im _Tympanon_ Jngstes
Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar _Steinmadonna_, seitlich 2
_Holzstatuen_, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten,
von der Wrzburger Schule unabhngig.

*Spital-K.* (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewlbtem Chor von
1499. Im _Tympanon_ des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um
1450. -- _Spitalhof_ mit hbscher Laube in Holzarchitektur 1551.

*Kapuziner-K.* 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). _Altarbltter_ von _Onghers_.

*Kap. S. Wolfgang.* Bez. 1463. -- _Hochaltar_ mit nicht blem Gemlde 1699.
Steinerne _Kanzel_ 1551.

Die meist starke *Befestigung* aus 2. H. 14. Jh., zu einem groen Teil
erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Trmen (1567) bestehen noch.
Die Mauertrme rund.

*Rathaus* 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der lngeren
Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtrmchen, _Steinmadonna_ (1498)
an der Ecke -- einfache Mittel zu hbscher Gesamtwirkung. Im Erdgescho
Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergescho Diele und Ratssaal.
Trbeschlge. Spgot. Tische und Schrnke. Messingener Eicheimer.
Ortsmuseum.

Stattliche Beispiele von *Amtsgebuden* aus 1. V. 16. Jh., ehemals
domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. -- Am Marktplatz
*Fachwerkhuser* A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgefhrter Bar. Bau
von 1717. -- Auf dem Markt _Ziehbrunnen_ von 1573. -- An der Landstrae
zahlreiche _Bildstcke_.

_OCHSENSAAL._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.

_DERAU._ K. Sachsen AH Flha.

*Dorf-K.* Gerumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage;
weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den
eingezogenen Strebepfll. Grndlich berarbeitet 1709-25. -- _Ausstattung_
um 1720. -- -- _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1727. -- _Grabstein_ des
Pfarrers Paulus Odontius {~DAGGER~} 1605, mit guter Relieffigur. --

*Rathaus* fr. Renss., verndert 1785.

_OHRDRUF._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.

*Michaelis-K.* 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27
: 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in einer derselben, und zwar an
der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der
Turm.

*Trinitatis-K.* 1709. Einfacher Emporensaal. _Grabstein_ 18. Jh.

*Rathaus* 1546. -- *Schlo.* Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.

_OLBERNHAU._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* 1639 und 1790. -- _Altargemlde_ von _J. Finck_ 1648. Mehrere
wertvolle _Kelche_, ein Augsburger bez. _A. L._ und ein Freiberger von
_Samuel Klemm_.

_OLDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Benedikt.-Klst.* bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut)
zerstrt. -- *Dorf-K.* spgot.

_OLLENDORF._ Sachsen-Weimar BV Weimar.

*Dorf-K.* spgot. und bar. -- Groer _Kanzelbau_, die ganze Breite des Chors
einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von _Valentin Ditmar_ aus
Erfurt.

_OELSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* rom., verndert 1654. Rom. Tympanon.

_OELSNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* Unterbau der OTrme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten
ging die K. als unregelmig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest.

_OEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1718. Groes, fr diese Gegend ungewhnlich reiches _Epitaph_
des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs {~DAGGER~} 1731. -- _Bildnisgrabstein_ Hans
Wilh. v. Haberg {~DAGGER~} 1555.

_OPPERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Dorf-K.* spgot. mit rom. OTurm.

_ORB._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Stadt-K.* spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter
polygon. Chor; dieser, der lteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der
NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschlge. Auen an
der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei _Statuen_: Schmerzensmann
(tchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen _Grabfigur_, 1354.
-- _Heiliges Grab_ um 1500. -- Aus derselben Zeit stark bermalte
_Wandmalerei_. -- Sonstige innere Ausstattung 1683.

_ORLAMNDE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Stadt-K.*, bel verbaut. -- Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen
Wert.

*Rathaus* 1493, Uhrturm 1670

*Burg.* Der lteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die alte Kemnate,
ein Kastenbau von kolossaler Mauerstrke, der Eingang (fr Leiter) 10 m
ber dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.

_ORTRAND._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch.
Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgefhrt. ber dem rck. Altarhaus hbscher
Bar. Turm 1730. Trbeschlge 1627.

*Friedhofs-Kap*. mit Epitaph v. Lttichau 1548.

_OSCHATZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

Aegidien-K. Neubau nach Zerstrung durch die Hussiten 1443; weitere Brnde
1616 und 1842; nach dem letzten von _Heideloff_ mit Willkr rest. --
Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender
Hauptchor, rckspringende Nebenchre, beide aus 8Eck geschlossen. Die
Nebenchre in zwei Geschossen. Unter dem Schlu des Hauptchors eine als
regelmiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang
durch 5 Portale. Am ueren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen
Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. vllig entstellt. 2
stattliche WTrme. -- Von der ma. _Ausstattung_ wenig brig: 3 Halbfigg.
von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkmler der
Sp.Renss.

*Franziskaner-K.* Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen
Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten
Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch.
Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der
Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. -- Groer
_Taufstein_ aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flgelaltar und
mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] -- Die Klst. Gebude nur aus
lteren Abb. bekannt.

*Gottesacker-K.* 1583. Saal mit 3/6 Schlu. Die Fenster noch got., auch
mit Mawerk. Hbsch behandelte hlzerne Empore im W. Unter den
_Denkmlern_ ist das der Susanna Taucher {~DAGGER~} 1622, junge Frau mit
Wickelkind, eine tchtige, lebensvolle Arbeit.

*Rathaus* 1537 von Bastian Kramer, vielfach verndert. Bmkw. die
Freitreppe mit offener Laube ber dem Podest, Fr.Renss, im Stil des
Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.

*Brunnen* 1588 von _Gregor Richter_.

*Schloruine Osterland*.

_OSCHTZCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, fr die Epoche
nach dem 30jhrigen Kriege bezeichnende rmlichkeit. -- _Schnitzaltar_ E.
15. Jh. Ein _zweiter_, besserer, im Stall des Schulhauses.

_SLAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1517. 1sch. mit 3/8 Schlu. Flachgedeckt. Von Interesse die
Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore
mit ungewhnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figrlichem Schmuck,
Holz und Stuck; die Unterflchen der Emporen sowie die Decke ebenfalls
stuckiert in Quadratwerk. -- Aus derselben Zeit die _Kanzel_. _Chorbnke_
um 1700.

*Herrenhof* 16. Jh. -- *Herrgottsmhle,* am Mhlwerk Schnitzerei, bez.
1617.

_OSSA._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13.
Jh. mit Turm berhht; die SWand des Lhs. mit Sulenportal; die WWand. --
_Ausstattung_ 1680. Verstmmeltes _Altarwerk_ um 1490.

_OSSLING._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 1803, gro, sehr nchtern. Zahlreiche _Denkmler_ aus 18. Jh.

_OSSMANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein,
Kanzel usw. aus dieser und der nchsten Zeit.

_OSTERBURG._ UFranken BA Neustadt.

*Burgruine.* Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten
auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.

_OSTHEIM._ UFranken BA Hofheim.

*Pfarr-K.* Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. _Kanzel_ 1727. -- _Hochaltar_
1774 mit entsprechendem Gemlde von _Herrlein_. -- _Glocke_ 14. Jh.

*Schmerzhafte Kap*. 1675, noch wesentlich got.

_OSTHEIM V. D. RHN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Stadt-K.* 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit
hlzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Sulen der
NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm ber dem Altar. Das
uere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen
ausgefhrten Portale. -- Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der
SWand ein eigentmliches _Holzschnitzwerk_: Szenen aus der Geschichte
Christi, in 4 Reihen bereinander; sie sind lter als die um 1738
ausgefhrte umrahmende Sll.Architektur. -- Eine Reihe von
_Bildnisgrabsteinen_ in meist guter Qualitt: a) in der Vorhalle: Hans
Veit v. Obernitz {~DAGGER~} 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, {~DAGGER~} 1573
als Knabe; Chr. v. Stein {~DAGGER~} 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl.
Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein {~DAGGER~} 1560 und Anna v. Ostheim;
G. W. v. Stein {~DAGGER~} 1616; Margarethe v. Stein {~DAGGER~} 1575, bez. I. H. 1580;
weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentmlich durch das
Material, Gueisen, die Platte des Konrad v. Thngen {~DAGGER~} 1626.

_Befestigter Kirchhof_. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter sdl.
in den frnkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Mastabe oft
vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Trmen und
Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1.
H. 15. Jh.

Von den im 17. Jh. genannten 7 _Adelshfen_ gut erhalten, der Hansteinsche
aus E. 16. Jh.

In der Nhe ein runder *Wartturm*.

_OSTRITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im bergangsstil des 13. Jh.,
Einflu der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafr
das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. --
_Hochaltar_ rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Knigshain, das Gemlde
ebenfalls von _Leubner_ in Reichenberg, bez. 1773. -- Auf dem nrdl.
Nebenaltar _Pietas_ um 1480. -- _Sandsteinkanzel_ 1609. -- Prchtige
_Monstranz_ um 1500. -- _Kelche_ des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg
und Prag. -- Zahlreiche _Grabdenkmler_ des 17. und 18. Jh., hervorzuheben
der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld {~DAGGER~} 1661.

_OTTENDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* spgot. mit ungewhnlich reich detailliertem Chor. -- _Altarwerk_
1591. -- *Schlo.* Gemengbau 15.-18. Jh.

_OTTENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., _Emporen_ mit
Bildern. Gemalte _Glasscheiben_ bez. 1624. -- Im Dorf gute
_Fachwerkhuser_.

_OTTENHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Weiensee.

*Dorf-K.* (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltrme im O, von gleicher Anlage wie
die in Gangloffsmmern; kleiner polyg. got. Chor. -- Ziemlich reicher
spgot. _Schnitzaltar_.

_OTTERWISCH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. -- 12 zum Teil ansehnliche _Denkmler_ der
Familie von Hirschfeld 1545-1578.

_OTTOWIND._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Spgot. turmtragender Chor, das brige 1753.

_OTTRAU._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Kirche,* zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Abstzen
errichtet. Rck. Schiff mit schmlerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen
Holzdecke. In den stl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene
Dienste als Trger ehemaliger Wlbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor
schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die brigen
neu. -- _Wandtabernakel_ E. 14. Jh. -- Spgot. _Wandgrab_ von ungewhnlicher
Anlage; groe, reich umrahmte und gekrnte Blende; das Standbild fehlt. --
_Ikon. Grabstein_ 1604, roh. -- Bmkw. _Kanzel_ von 1544, noch in spgot.
Formen.

_OTZDORF._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Umbau 1713, unbedeutend. -- Sitzende rom. _Madonna_ aus Holz.
Eine _zweite_ desgl. wenig jnger. _Johannes_, ebenfalls Holz, 2. H. 13.
Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus groer Zeit.

_OYBIN._ K. Sachsen AH Zittau.

*Burg* und *Kloster*. Groartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb.
um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortrme, die
Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man
erkennt sie an den kleinen unregelmig geschichteten Bruchsteinen. 1319
gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone
Bhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am nrdl. Felsenrand.
1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er
mit Cisterciensermnchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384.
1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als
Steinbruch- -- _Kirche_. Dach und Gwbb. zerstrt, sonst im wesentlichen gut
erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1
gerades Joch und 5/8 Schlu, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem
gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhhe zurcktritt.
Die NSeite wird durch weitlufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie
gesttzt; das obere Gescho, in gleicher Hhe mit dem Kirchenflur, enthlt
Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehhlt.
Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen.
Die Reste des Mawerkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die
Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von
Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der _Parler_
gebruchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen.

*Museum* im Burgsaale.

*Dorf-K.* 1732. Hbsche einheitliche Inneneinrichtung.




_P_


_PAHNSTANGEN._ Reu . L. LA Greiz.

*Dorf-K.* Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet
die Regel, ber dem Altar.

_PANNEWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Rittergut* 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn-
und Wirtschaftsrume.

_PAULINZELLA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Benedikt.-Klst.-K.* Im Bauernkriege 1525 beschdigt, bald darauf
verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil
abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den
aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der
stilkrftigsten Schpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen;
Ruinenschnheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal
vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. -- Gegr. vor 1109. Der
bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden Mnchen. Bei der
Weihe 1132 mindestens die Mnchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des
Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach lngerer Pause vollendet
etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. -- Die Anlage nach
dem Hirsauer, d. i. aus dem burgundischen Cluny herbergenommenen
Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele
Nebenchre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., Schlu in 3
parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der OSeite der Qschiffsflgel,
die ihretwegen etwas berhhtes Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2)
in 8 Arkaden. Das erste Sttzenpaar Pfll., die folgenden Sll. ber dem
Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Trme vorbereitet, sind
aber nie ausgefhrt worden. Dies alles Hirsauer Merkmale. Dazu als
Negatives die Abwesenheit von Krypta und WChor, welche beiden einer
schs.-thringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht htten fehlen drfen. An
Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttrmen. Ein wichtiges Novum der Aufbau
als reine Sulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, in der Moritz-K.
bei Hildesheim, auch hier unter sddeutschem Einflu). Die Ostteile sind
ganz zerstrt, konnten aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden.
Die Wrfelknaufsulen des Lhs. gehren in der strengen Eleganz ihrer
Proportionen und der ausdrucksvollen Schrfe der Linienfhrung zu den
schnsten der ganzen Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die
Eckzhne der Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims
aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die
Umrahmung der kleinen Tr am nrdl. Qsch. durch Herumfhrung des
Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das groartige Hauptportal in
Anspruch. Es ist im schs.thringischen Gebiet das erste groe
Sll.-Portal; je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rcksprngen, die
Bogenlufe in straffer, die Gegenstze von Licht und Schatten vorzglich
wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig
entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. ber dem
Mauermassiv des Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit
der Wand bndigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, da im
ersten Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengngen beabsichtigt
war. Die sptere Ausfhrung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht.
Ihre Pfll. in der spezifisch thringischen Gliederung (vgl. Talbrgeln und
Petersberg b. Erfurt). -- Von den Klst.-Gebuden erhalten ein kleiner rom.
Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses
eingebaute) Skulpturreste. Groes Wasserbecken aus der Tonsur. --
Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberfrsterei.

_PEGAU._ K. Sachsen AH Borna.

*Laurentius-K.* Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose,
zweitrmige WBau erhalten; brigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. --
_Sakramentshuschen_ um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. --
_Grabmal_ des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen Klst.-K.,
eines der schnsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere Entstehungszeit
schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh.,
also Idealportrt. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des
Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch sich ber
das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit Rankenornament
gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfsse dargestellt)
besetzter Leibrock, roter pelzgeftterter Mantel, Vollbart und kurzes
Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. -- Bibliothek mit
bmkw. Handschriften und frhen Drucken.

*Rathaus,* erbaut 1559 nach den Plnen von _Hieronymus Lotter_, die Anlage
hnlich dessen Leipziger Rathaus.

_PEGNITZ._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Stillos, jedoch an Kanzel und Altar bemerkenswerte
Schnitzereien.

_PEISSEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. _Taufstein_.

_PENIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Bergkirche.* Beg. vor 1499, gew. 1515. Groe (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit
7seit. Schlu. Die Gewlbe nicht ausgefhrt; beabsichtigt war eine Halle
mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore hnlich
Schneeberg. An der NSeite gerumige Kapelle 1306 und massiger, mit der K.
nicht in Verband ausgefhrter Turm. -- Groer und prchtiger _Steinaltar_
1564 von _Christoph Walther_ (gest. von Wolf v. Schnburg), Architektur in
korrekter ital. HochRenss., groe Menge von Alabasterreliefs,
protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. --
_Holzkruzifix_ mit alabasterner Marienfigur 1660. -- _Taufstein_ 1609 vom
Meister von Seyda (_Ulrich Eckhardt_) _Kanzel_ 1607 von _Nik. Schwarz_.
Hinter dem Altar _Sandsteinepitaph_ Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt
der _Lorenz_ zu Freiberg. _Ikon. Grabstein_ eines Altaristen 1517. ber
der Sakristeitr _Bronzeplatte_ 1530. Bmkw. _Lutherbildnis_ von 1521
(_Cranach_?). _Reliefbildnis_ Luthers aus Papierteig, vielleicht nach der
Form _Alberts v. Soest_. -- Die Kapelle der NSeite enthielt frher
Begrbnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der von Schnburg. Schnes
_Leichenschild_ des letzten Leisnigers {~DAGGER~} 1538. _Sandsteinepitaph_ Ph. v.
Hassenstein {~DAGGER~} 1557. _Sandsteinplatte_ der Grfin Agnes mit deren
Relieffigur und den Wappen von Leisnig und Mansfeld. Groes
_Renss.Epitaph_ fr Hans Ernst von Schnburg {~DAGGER~} 1586, bez. _Samuel
Lorentz_. _Epitaph_ Ch. H. v. Sch. 1607 bez. _Uriel Lorentz_. Beschdigte
_Sandsteinfig_. des sitzenden Christkindes, (von einer Madonnenstatue) E.
12. Jh. _Altarwerk_ 1510. Interessante _Prozessionsfahnen_. Auf dem
Kirchhof _Erbbegrbnisse_ der Bar.Zeit mit schnen Eisengittern.

*Rathaus* 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener
Georgenbaues.

Vorstadtkirche *Altpenig*. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein schnes
Portal, E. 12. Jh.

_PETERSBERG B. ERFURT._ Prov. Sachsen.

*Benediktiner-Klst.-K*. Brnde der lteren K. 1069, 1080, Neubau der
bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders _Ditmar_ 1103, als
ltester Bau der Hirsauer Schule in Thringen. Weihung der stl. Teile
1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Altre im Chor 1143, Schluweihe
1147. Zu erwgen wre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende
Vernderungen nach sich gezogen habe; alle spteren unerheblich, bis auf
den Brand bei der Beschieung 1813; worauf 1816-18 die Obermauern des
Msch. und Qsch., sowie die Trme abgetragen und die Kirche als
Militrmagazin eingerichtet wurde. Durch Gre und technische
Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau
Thringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. -- Flachgedeckte
Pfeilerbasilika mit gewlbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema.
Dahin gehrt auch die starke Streckung der Lngsachse (79 m) d. i. etwas
mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von
schmalen Nebenchren, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung,
zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das stl. Ende
der Nebenchre schlieen sich Trme, deren Erdgescho sich gegen jene als
Kap. ffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so da nach O eine
gerade Abschlulinie gewahrt bleibt. (Die Annahme, da eine Apsis
vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flgel des Qsch.
etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis
eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundristellung mit
sorgfltig durchgefhrtem quadr. Schematismus. Die beiden stl. Arkaden
des Lhs. waren zum Mnchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche
der Abseiten, gleich den Nebenchren, gewlbt (Tonne); auer durch zu
vermutende Schranken war die Grenze durch strkere Bildung der Pfll.
bezeichnet; ber ihnen im Hochschiff ein Bogen, hnlich den Vierungsbgg.
Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebenchre, urspr. in der
Tonne gewlbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete
eine Vorhalle zwischen zwei Trmen; die letzteren im Gr. etwas ber die
Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben fr das Laienschiff
7 Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken
Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des
Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache
Wrfelknufe; Sockel und Kmpfer nach attischem Profil; gegliederte
Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. fr alle diese
Eigentmlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbrgeln,
Hamersleben). Die durch einen Kupferstich berlieferten rippenlosen
Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. -- Das uere erhlt durch sein
vollendet schn behandeltes Groquaderwerk (eine Errungenschaft der
Hirsauer Schule aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle rtlich und
zeitlich nahe liegenden Bauten hoch berragende monumentale Wrde.
Vollstndig ausgebildet sind infolge der Gelndeverhltnisse nur die O und
SSeite, die letztere am besten erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren
Abschnitt (etwa 2/5) gnzlich ungegliedert; dann schrger Rcksprung, aus
dem sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und Wrfelkaptt.
erheben; besonders energisch empfunden und mit grter technischer
Sicherheit ausgefhrt der obere Abschlu durch Schachbrettfries und stark
schattendes Gesims, darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe
Gliederung wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverndert um das
Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch die Gliederung der
Apsiden -- ein nach den ma. Baugewohnheiten ungewhnlich strenges
Gleichma. Ungewi bleibt die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie
schon in spgot. Zeit grere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der
Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am SKreuz ist am
Gewnde einfach abgestuft, ohne Sll., die Verbindung der Umrahmung mit dem
Sockel im Sinne der Hirsauer Schule. Die WTrme wohl nie ausgefhrt, die
OstTrme zeigen auf lterer Abbildung Ecklisenen und in den zwei
Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz
beseitigten Klst.-Gebude an der NSeite nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80;
Obergeschosse Fachwerk. -- Die _Ausstattung_ war in der letzten Zeit des
Klst. barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine)
nichts erhalten als der in den Dom bergefhrte berhmte Grabstein des
Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein
_Kreuzigungsrelief_ auen neben dem SPortal, dem Meister des
Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14. Jh.

_PETERSBERG B. FULDA._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und
hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich
architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die
Krypta, Tonnengwbb. mit altertmlich rohen Kappen. Marmormensen mit
Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen
Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh.
eingebrochen. Der Hauptbau enthlt Reste einer kleinen, schlicht, fast roh
ausgefhrten rom. Pfeilerbasilika aus nicht nher zu bestimmender Zeit;
1479 1sch. umgebaut. Achteckiger Vierungsturm 12. Jh. -- Rom.
_Steinreliefs_: Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht
so alt, wie angenommen wird, erst Sptzeit des 12. Jh.

_PETERSBERG B. HALLE._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Benediktiner-Klst*. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch.
unter Abt Eckehard 1184. -- Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema.
Hauptchor oblong, Nebenchre ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen
ausgefhrt die Apsidiole am nrdl. Kreuzflgel. Die Chorpartie gewlbt.
Die Nebenchre mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern sind
spter (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefgt. Durch diesen Umbau die
Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe nach auen
unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine schwerfllige, dem
rom. Stil sonst fremde Gestaltung. -- Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend
schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der WBau
erhebt sich ohne Turm als breite Masse ber rechteckigem Gr. und endet in
ein Satteldach. Nach innen ffnete er sich mit Empore. -- Auen die lteren
WTeile sehr formenarm, die jngeren etwas geschmckter. Durchgreifende
Rest. von _Quast_ 1853-57. Bmkw. das schn gegliederte Portal des
NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt
(hirsauisch), im Tympanon sichere Gemldespuren, Maria mit Engeln. Ein
zweites hat am Gewnde je 3 Sll. in eigentmlicher Gruppierung, die
Trffnung von Perlstab umsumt. -- Im 13. Jh. erhielt die K. ein
groartiges _Denkmal_ der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus
Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen sein (?); die 1567
hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an sich geringwertig, zeigen in
der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen Anschlu an die Urbilder. -- Am
_Konventsgebude_ schne Details aus A. 13. Jh.

_PETTSTDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Der rom. Charakter einigermaen erhalten am Chorturm; Spuren
einer abgebrochenen Apsis, drftig spgot. ersetzt. -- _Sakramentsnische_
und _Schnitzaltar_, auf den Flgeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15.
Jh.

_PFAFFENDORF._ UFranken BA Ebern.

*Schlo.* Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter
Frhrok.Bau, 2geschossig, groe Estrade.

_PFAFFRODA._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* 1645 erneuert, architekturlos. -- _Taufstein_, am Fue 4 der im
Lande typischen Kinderfigrchen, Kappen auf den Kpfen, 1655.

_PFARRWEISACH._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze
Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. _Epitaphien_ der
Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530).

_PFERDINGSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* spgot. -- Groer _Schnitzaltar_, die _Gemlde_ interessant.

_PFORTA._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Ehem. *Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta* gegr. 1136, seit 1543 Sitz der
berhmten Schule. -- Der knstlerische Charakter des Kirchengebudes wird
wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268
(I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis
auf den stl. und westl. Abschlu, im got. erhalten, und es ist kein Grund
gegeben, seine Ausfhrung wesentlich spter als die Grndung anzusetzen;
also in runder Schtzung M. 12. Jh. Demgem fr Deutschland das lteste
Beispiel einer Cistercienser-K. von schon ausgeprgtem Typus: Kreuzf.
Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite
des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen Anstze zu Apsidiolen; es ergibt
sich daraus eine staffelfrmige Anordnung hnlich den gleichzeitigen
Kirchen in Talbrgeln und Georgental. Das ist die lteste Fassung des
Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte sttzenwechselnde
Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum Chor gezogen und
voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff
abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrckten) Blendbgen, die je
eine Doppelarkade zusammenfaten; ferner die Oberlichter, ungewhnlich
niedrige Raumverhltnisse dokumentierend, und die ganz schlichten Profile
der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. -- Der got. Umbau begann nach
M. 13. Jh. mit der Einwlbung des Qsch.; Detail verhltnismig reich,
romanische Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen;
nicht leicht zu erklren. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. niedriger
angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal berarbeitet. --
_Chor_. Inschr. am sdstl. Strebepfl. nennt das Jahr der Grundsteinlegung
1251. Anlage und Ausfhrung zeigen aber die reife Kunst der Sptzeit des
Jahrhunderts. Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr.
ein gerades Joch und regelmig aufgeteilter 5/8 Schlu. Das Erdgescho,
(4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine Folge vom Sitznischen,
Piscinen und Wandschrnken. Das Hauptgescho ist vllig aufgelst. Auf der
2 m starken Sockelmauer ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren
Wnde von den uern Widerlagern zu den inneren Dienstbndeln keilfrmig
verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig
(ffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m breit). Mawerk aus Dreipssen,
schon mit Nasen; an Kaptt. und Schlusteinen reiches naturalistisches
Laubwerk. Schulcharakter mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System
im ersten Joch: hier ffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die ber den
alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis
und S. Margarethe) und ber diesen ist die Fensterffnung als reich
gemusterte Rose gestaltet. -- Im Gegensatz zum vornehm formenreichen
Charakter des Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche
gehrt, ist das uere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll.
ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. --
Verhltnismig unerfreulich wirkt das _Langhaus_; Altes und Neues sind im
Umbau ungeschickt verbunden, die Baufhrung wurde durch wiederholte
Unterbrechungen konfus. Der gegebene Sttzenwechsel ist beibehalten mit
der bizarren Eigentmlichkeit, da die Zwischensttze hhere Kmpfer hat
als die Hauptsttze, woraus fr die Arkadenbgen ungleiche Schenkel
entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an
diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind schn zu nennen; ihre Dienste auf
Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene
Strebebgg. (in der lteren Cisterc.-Archit. verpnt). Das uere System
hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer
stoen. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Sttzenwechsel des inneren
gebundenen Systems wieder. Zum Schlu (nach 1300) erfolgte Verlngerung um
2 Doppeljoche gegen W und Herumfhrung des sdl. Ssch. um das Qsch. -- Die,
wie immer bei den Cisterciensern, turmlose WFassade hat auerdem das
Eigentmliche, da sie allein auf das Msch. komponiert ist, whrend die
Sschiffsfronten zurckspringen und durch wagerechten Abschlu mit
abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche Fassade ist
also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt zwischen 2 weit
vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in 3 jedesmal
zurckspringende Stockwerke: zu unterst groer Nischenvorbau, in dessen
Hintergrund das an sich einfache Portal und ber diesem an der Wand eine
Statuengruppe; im Mittelgescho weites, 5teiliges Mawerkfenster; zu
oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische mit
reicher Brstung und Statuenwand. Sicher eine originelle Idee! Aber um sie
berzeugend auszugestalten, reichte die knstlerische Kraft des Meisters
nicht hin (von den Einzelheiten Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854).
Vllig ungengend waren dann die Hnde, denen die Ausfhrung des
Statuenschmuckes, der in der Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle
spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend deutlich, da der
groe Naumburger Meister keine Schule hinterlassen hatte.

_Innere Ausstattung_. Sprlich erhalten; bedeutender nur der prchtige
Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schne frgot. Mensa des Hochaltars. Unter
den _Grabdenkmlern_ das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v.
Meien {~DAGGER~} 1402; 1641 von den Franzosen verstmmelt, 1705 notdrftig
wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; an
den Seitenwnden Arkatur mit Kielbogenabschlu, in den 14 Nischen das
leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk lt hohe
Tchtigkeit der Ausfhrung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen
Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters
Heinrich Varch {~DAGGER~} 1294, schne Umrizeichnung in der Typik der Naumburger
Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines
brgerlichen Ehepaares, nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl.
der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkmlern. -- Sonst zu
beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom.
Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt;
Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein
(Steingu?), die Beschreibung lt den Salzburger Typus vermuten.
Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit.

_Klausur_. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall,
auf der NSeite der K. Die inneren Gebude mit der Zeit vllig
entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die nrdl., sdl.
und westl. Front vom rom. Bau, wenn auch verstmmelt; die erhaltenen Pfll.
und Bgg. umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden
auf Sulchen. hnliche Gruppen zeigt noch der am OFlgel gelegene
Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungewlbt. Das
Refektorium am WFlgel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne ltere
Kunstformen. -- Die _Abtwohnung_ lag abgesondert im O und ist im Erdgescho
des spteren Frstenhauses erhalten. Zugehrig die _Abtskapelle_, eine
der feinsten Leistungen des bergangsstils in Deutschland; um 1230-40 von
einem Meister der Maulbronn-Magdeburger Schule, Ornament mehr thringisch.
Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler (5/10)
Apsis. An Gewlbsttzen und Fenstergewnden ein reicher Apparat
gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke Betonung des Anlaufs und somit
der Entwicklung der reichen Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die
Fenster gepaart, bis auf den Sockel herabgezogen; Abschlu der Gruppe
durch Okulus. -- Aus rom. Zeit noch die _Klostermhle_, wenn auch stark
verndert. -- _Friedhofslaterne_ sdstl. vom Chor, gestiftet 1268,
archologisch eine groe Merkwrdigkeit. -- _Betsule_ 1521, das Bildwerk
stark verwittert. -- In der Schulbibliothek _Bilderhandschr._ (Augustin)
des sp. 12. Jh.

_PFNDHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und Inneneinrichtung
gleichzeitig.

_PFTZENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* mit schnem rom. Portal hnlich Neutz.

_PHILIPPSTAL._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus dieser
Zeit. Flachged. Sulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schlieen mit
1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der
quadr. Vorchor und groe 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem
ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6
gut proportionierte Arkaden; die Sulenstmme stark geschwellt;
Wrfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltrme und zwischen ihnen
Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll.
in 3 sich stark verjngenden Geschossen. -- In got. und neuerer Zeit das
alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. -- In der westl. Vorhalle
landgrfliche Familiengruft 1743. -- Die Klostergebude zu landgrfl.
*Schlo* umgebaut.

_PILGRAMSREUTH._ OFranken BA Rehau.

*Pfarr-K.* 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewlbt.
_Sakramentshuschen_ spgot. _Hochaltar_ 1710.

_PILLNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Bergkirche* 1723 von _Pppelmann_, einfaches Rck. mit Flachdecke und
Emporen; _Altarbau_ aus Sandstein mit groem Relief um 1650, das Ornament
in sog. Knorpelmanier; groes _Epitaph_ eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh.,
Schule des _Hans Walther_; _Grabstein_ v. Lo 1609; _Grabstein_ eines
Kindes der Familie v. Bnau 1637, hbsch und originell; _Gedenktafel_ fr
Sophie v. Bnau 1640.

*Schlo*. Der _alte Bau_ (1610-33) brannte 1818 ab. _Wasserpalais_
(indianisches Lustschlo߫) fr August den Starken 1720 von _Pppelmann_
und _Longuelune_; das als groe Hohlkehle gebildete Gesims und die ber
den Mittel- und Eck-Risaliten hohlgeschweiften groen Dcher mit
phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. -- Eine symmetrische
Wiederholung das _Bergpalais_ 1723. -- _Flgelbauten_ 1788-91 von _Exner_
und _Weinlig_. -- Das _neue Palais_ 1818-26. -- Die _Orangerie_ nach 1731,
wahrscheinlich von _Longuelune_. -- Der _englische Pavillon_ (im englischen
Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art _Weinligs_. Daneben
Statue einer Vestalin 1781 von _Trippel_. -- _Chinesischer Pavillon_ 1804.

_PINZBERG._ OFranken BA Forchheim.

*Kirche.* 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof
umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar.
Glockenturm dient als Tor.

_PIRNA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K. S. Marien.* Schon die vorangehende K. war bedeutend; die
Urkunden nennen 15 Altre von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen Neubau
der unregelmig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546.
-- Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schlieen gerade
mit abgeschrgten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des 8Ecks. Der 47 m lange
Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m, die Ssch. wenig schmler
als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie Raumverhltnisse. Die
8eckigen Pfll. von uerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule zum
Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung der
Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgefhrt; Grundform des Gwb.
1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges Rippennetz im Msch.,
Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz abgelst
und in kruselnde Verschlingungen (gewundene Reihungen) gebracht, etwa
an Hobelspne erinnernd; die tiefsten Auslufer ganz naturalistisch als
Baumstmme charakterisiert; wilde Mnner klettern an ihnen empor; die
Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewlbeanfngern des Lhs.
befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal,
mit abgeflachtem Spitzbg. geschlossen, Mawerk sprlich und matt. Als
Beispiel sptestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitr. An der
NSeite Renss.Emporen von 1570.

_Altarwerk_ aus Sandstein 1611 von _David Schwenke_, Skulpturen von
_Antonius v. Saalhausen_; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und
Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung;
in der Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn,
seitlich Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des
Obergeschosses die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld
Christi Himmelfahrt. -- _Kanzel_ aus Sandstein 1543 verknstelt spgot.,
Schalldeckel 1576. -- _Taufstein_ 1561, Fu 1802 (der alte zeigte
Kindergruppen wie in Annaberg). -- Unter den zahlreichen _Grabsteinen_ und
_Epitaphen_ mehrere hervorragende Stcke: D. v. Sebottendorf 1585; M. L.
Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607, hchst
lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nchtern. Unter den Grabsteinen an der
Auenwand hervorzuheben H. W. v. Schnberg {~DAGGER~}  1645. -- _Epitaphgemlde_ von
_H. Gding d. ._ [_Antependium_ aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt
Altert. Ver. Dresden.] -- An den Gwbb. groer _Gemldezyklus_ aus M. 16.
Jh., ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und Seltenheit.
-- _Orgel_ 16. Jh., verndert 1678. -- _Glocke_ 2. H. 14. Jh.

*Dominikaner-Klst.* Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 :
12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerstrt). Im Schiff
8eck. Pfll. von uerster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich
skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der Kmpferpunkt an den Pfll.
selbst nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke
angefgte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige
Kapitelhaus.

*Rathaus* spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten
Epoche die reich umrahmten Tren des Erdgeschosses.

*Privathuser.* Pirna hat mehr als die meisten anderen Stdte Sachsens vom
Geprge lterer Jahrhunderte bewahrt. _Sptgotisches_ z. B. Markt 3 und
46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. -- Aus
_Renss._ besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den
Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrnt mit dem
Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt
12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schlo; Ecke
Barbiergasse und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18,
Schustergasse 4; Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673,
Schustergasse 2 von 1676. _Rokoko_: Langestr. 10, Badergasse 5.

*Schlo Sonnenstein*, jetzt Irrenanstalt; von lteren Bauzeiten kaum etwas
erkennbar.

_PLASSENBURG B. KULMBACH._ OFranken.

Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, _Caspar Vischer_ unter Mitwirkung
der Wrttemberger _Alberlin Tretsch_ und _Blasius Berwart_. Hauptbauzeit
1559-1569. Die berhmten Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das
meiste knstlerische Interesse haben folgende Teile: im ueren Hof
Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, im
mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu Ro;
Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstcke der
ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die groartige Wirkung der
letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen
Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelsten, an den Flchen
ber und ber mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse; abweichend
der NFlgel, der ehemals den groen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktrme
mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache
Massen.

_FLAUE._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

*Liebfrauen-K.* mit rom. Resten. Ruine *Ehrenburg*.

_PLAUEN._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache WPortal
und die kleine Sakramentsnische.

_PLAUEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Johannis-K.* Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTrme und die OWand des
Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von
Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach
Brand 1548. -- In die _Superintendentur_ eingebaut die Reste des
Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.

*Gottesacker-K.* (Luther-K.) 1693-1708. Nchst der zu Carlsfeld der
lteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und
vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. -- Kleiner
4flgeliger _Altar_ aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von
_Valentin Silbermann_, die feinen figrlichen Reliefs um 1500.

*Rathaus* letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v.
Westfalen (Meien) und wohl von demselben Meister wie die Schlsser in
Sachsenburg und Netzschkau (_Hans Reinhart_). Der breite Backsteingiebel
nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der Hhe wachsende
Pilasterordnungen, Eckfllungen in Wellenlinien.

_PLSSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter
Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.

_PDELISL._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten
Schallffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich
reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht bar. Schiff. --
_Schnitzaltar_ bez. _H F_ und _Pflugschar_ (derselbe Meister in
Klein-Heringen, Grschen und S. Moritz in Naumburg).

_PODELWITZ._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im
19. Jh. gnzlich unberhrt geblieben und dadurch von einem leider nicht
mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles.

_PHL._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* Nach Zerstrung im 30jhrigen Kriege 1654-61.

*Schlo* 1572 fr Kaspar v. Rder, einfach renss., groe tonnengedeckte
Halle. _Gemldesammlung_. Bmkw. ein reicher Rahmen von _J. H. Bhm._

_POLENZ._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo.* E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und
Treppenhaus.

_POLLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Wrfelform. Spgot.
_Schnitzaltar_.

_POMMERSFELDEN._ OFranken BA Hchstadt

*Pfarr-K.* 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische _Grabsteine_
1543-1685. Einer um 1560 von _Peter Dell d. J._

*Altes Schlo*. Wasserburg des 16. Jh.

*Neues Schlo Weienstein*. 1711 bis 1718 fr Lothar Franz v. Schnborn,
Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von _M. v. Welsch_
in Mainz, Ausfhrung von _Joh. Dientzenhofer_ in Bamberg. Nach Gre und
Wert einer der vornehmsten Schlobauten des Jahrhunderts, auch interessant
fr die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rckwrts Marquardsburg). Gr.
in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt den groen Hof der
Halbkreis der Stallungsgebude. Der Mittelflgel des Hauptbaues wird durch
einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas hheren Querbau
durchbrochen, die Flgel enden in je 2 Pavillons. An der Gartenfront 27
Achsen, an den Flgelfronten 15. Der Aufbau in 3 differenzierten
Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd Sule, Pilaster, Lisene, je
nach der Bedeutung des zu schmckenden Bauteils. bergroes Mansarddach.
Im Innern sind die strksten Motive das Treppenhaus und der Festsaal,
beide den mittleren Querbau ausfllend. Das _Treppenhaus_ war, bevor die
Neumannschen Schlobauten es berboten, das groartigste in Deutschland
und wird von keinem franzsischen erreicht. Ein dem Quadrat sich nherndes
Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien
Mittelraum in 2 Lufen sich entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten
Obergescho; zum zweiten fhren verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum
obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem
kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal
gelangt. Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer,
als Grotte charakterisierter Gartensaal. Im _Festsaal_ ein schwerer,
zugleich unruhiger Prunk; an den Wnden wechseln Pilaster und Vollsulen;
das Kranzgesims von willkrlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr
groe, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle fhrt
zum freskierten Spiegel ber. Unter den brigen Rumen ist das
Vorhandensein einer Galerie fr Gemlde bemerkenswert. Die kleineren
Gemcher haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten)
verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinknstlerischen
Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fubden. -- Der prchtige im
Zirkel laufende Marstall 1717 von _Welsch_. Fr andere Nebengebude _B.
Neumann_ zu Rate gezogen. -- Sehr bedeutend waren die Gartenanlagen; sie
sind A. 19. Jh. englisch umgearbeitet. -- Die groe, frher ber
Deutschland hinaus berhmte _Gemldegalerie_ hat M. 19. Jh. ihre
wertvollsten Stcke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer
beachtenswert.

_POMSSEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom. Anlage. -- Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein
malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stcke fr sich bmkw. Groes
_Sandsteinepitaph_ der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmler
dieser Familie bis 1725.

_PONICKAU._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Dorf-K.* Einfacher flachgedeckter Bau mit groem Turm von 1726. --
_Flgelaltar_, geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh.

_PONITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.*, lteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. --
Gedenktafeln 1593 und 1613 in tchtiger Renss.

*Schlo,* 1574, stattliche Auenerscheinung.

_PORSTENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Schlo.* Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe
meist aus 18. Jh.

_POSA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben fr
den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau bereinstimmende
Fnfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt
mit Talbrgel. WTrme durch Merians Stich bezeugt.

Am WAbhang des Berges rom. _Palas_, von den Rundbogenfenstern nur eines
unvermauert, mit schner Mittelsule.

_POSSENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weitrumige
Verhltnisse, Formen sptestgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten
Schlusteine.

_PSSNECK._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Stadt-K.* spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewlbe beraubt.

*Rathaus.* 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in
eigentmlicher und reizvoller Mischung sptester Gotik und frher Renss.
(A. 20. Jh. bel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in glcklichem
Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; ber den
Treppenlufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel,
staffelfrmig ansteigend, aufgelst ist. Reich dekoriert auch die beiden
groen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von
Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenfrmig geschlossener
Blendbgen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gewlbte Halle, sonst
aber wenig von lteren Kunstformen erhalten.

*Wohnhuser.* Haus Wohlfahrt am Markt mit schnem Portal von 1565 noch
ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus Fischer
am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564.

*Marktbrunnen* 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.

Bmkw. *Friedhof* mit K. und vielen Denkmlern des 17. und 18. Jh.

_POSTERSTEIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* spgot. und 17. bis 18. Jh. -- Bmkw. die reich geschnitzte
_Herrschaftsempore_ 1689 und der _Altaraufbau _ aus derselben Zeit.

*Schlo.* Die hchst malerische Gebudegruppe, wesentlich 16. Jh.,
umlagert einen groen ma. Turm.

_PTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.* Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. -- Bmkw. spgot.
_Schreinaltar_.

_POTTENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* Got. 2sch. Halle, whrend der Chor sprom. (?) Formen erhielt,
Ausstattung bar. -- *Schlo.*

_PREDEL._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm
Fr.Renss. -- _Schreinaltar_ um 1500.

_PRESSECK._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Chor got., Sch. bar.

_PRETTIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3
Gewlbejochen. -- Groer _Schnitzaltar_ um 1500, nordwestdeutsch, oder
niederlndisch, 1614 von der Kurfrstin Hedwig, einer dnischen
Prinzessin, geschenkt.

Runder got. *Torturm* in Backstein.

_PRETZFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Kirche* 18. Jh. unbedeutend.

*Schlo* 16. Jh. auf ma. Grundlage.

_PRETZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. -- _Altar_ 1652 von _J. G.
Kretschmer_ aus Dresden. _Gemlde_, Kreuzigung, von _D. Heuer_ aus
Leipzig. _Grabmal_ der Knigin Eberhardine. Arnimsche _Epitaphe_ 18. Jh.
Auen am Turm Rittergrabstein 14. Jh.

*Schlo* 1634.

_PRICHSENSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen.

Ein altfrnkisches *Stadtbild*, an dem man, wenn sich die Gelegenheit
bietet, nicht vorbergehen sollte. Inmitten groer Weiher. Fast der ganze
Mauergrtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2
runden Flankentrmen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im Stdtchen
groer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss. Dachwerk.

*Kirche* urspr. got., dann bar. berarbeitet und baulich ohne Interesse,
doch enthlt sie eine originelle bemalte _Steinkanzel_ des 17. Jh.

_PRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack
niederlndischer SpRenss. glnzend ausgestattet, besonders die
herrschaftlichen Betstuben. Die _Gemlde_ von _Johann de Perre_ aus
Antwerpen, ansssig in Leipzig.

_PRIETITZ._ K.Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 1881 fast ganz erneuert. -- _Altar_, gute Tischlerarbeit von
1646. _Denkmler_ des 18. Jh., ber die in der Lausitz recht gute
Durchschnittsqualitt noch hinausgehend.

*Herrenhaus* (v. Stammer) um 1770. Grere Portrtreihe, u. a. von _Anton
Graff_ und _Chr. Leberecht Vogel_.

_PROBSTZELLA._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* wesentlich 1755. -- _Altarwerk_ frnkisch um 1500.

_PROFEN._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Rom. Turm. Schner spgot. Chor 1495. -- Ausstattung in guter
Renss., desgl. Decke und Emporen in krftiger Polychromie.

_PRLSDORF._ UFranken BA Hafurt.

*Pfarr-K.* 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit der
Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. -- Im Pfarrhof bmkw. _Kaselkreuz_
15. Jh.

_PROSSELSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Posthum got. Neubau 1614. -- Derb wirkungsvolle Ausstattung um
1700. -- _Dorfbrunnen_ unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.

_PROZELTEN_ siehe Stadtprozelten.

_PULSNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Pfarr-K.* ber Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. --
Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmler der Barockzeit.

*Schlo* (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen Epochen
des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben.

*Rathaus* schlicht renss. Wohnhuser 18. Jh.

_PURSCHENSTEIN._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Schlo* aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage von
5 Trmen von hohen bar. Helmen gekrnt; davon jetzt nur einer erhalten;
sonstige Kunstformen sprlich.

_PUSCHENDORF._ OFranken BA Hchstadt.

*Pfarr-K.* 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewlbt. Im Langhaus Holztonne.
Tchtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer
Innenraum. 3 _Schnitzaltre_ aus der Erbauungszeit. Gemalte
_Wappenscheiben_ nrnbergischer Familien.




_Q_


_QUEIENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die Fenster
in got. Formen. -- Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der ehemals
berhmten _Wallfahrts-K._

_QUERFURT._ Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.

*Stadt-K.* Urspr. spgot. Hallenkirche, in jngerer Zeit durch
Emporeneinbauten u. a. m. stark verndert. Die rom. Sll., welche die
Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm
geflliges Portal 1. H. 15. Jh. -- Groer bar. _Altarbau_.

*Friedhofs-K.* Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen _Epitaphen_.

*Rathaus.* Schlicht sprenss.

*Schlo.* Weitlufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- und
Wirtschaftshusern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh. Imposanter
runder Bergfried (der dicke Heinrich) von 21 m Durchmesser und 4,5
Mauerstrke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im bergang zur Renss. ein vom
Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die mitten im
weitlufigen Bering freistehende _Kapelle_ etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor
normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung,
im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im ueren Aufbau die schlichten rom.
Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716 barockisiert. ber der
Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries. -- Grabkapelle E. 14.
Jh. _Tumba_ des Gebhard v. Querfurt {~DAGGER~} 1383, an den Seitenwnden das
Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit merkwrdiger
Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog Georgs in
Pforta.




_R_


_RABENECK._ OFranken BA Pegnitz.

*Burg.* Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.

_RABENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Burg* mit Wappenstein von 1495.

_RABOLDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Homberg.

*Dorf-K.* Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein {~DAGGER~} 1604 und seiner Ehefrau
Ch. v. Berlepsch.

_RCKNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Denkmal* fr General Moreau {~DAGGER~} 1813.

_RADEBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Stadt-K.* Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. -- _Kanzel_ und
_Taufstein_ 1730 von _J. C. Feige_.

*Schlo.* 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus dem
Kreise des _Hans Schickentanz_, erneuert 1628 durch _Ezechiel Eckhardt_. --
Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin
interessante Beispiele der Dresdener Frhrenaissance.

_RADEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* Turm sprom., Sch. spgot.

_RADIBOR._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Kirche* neu. Aus der alten mehrere hbsche Ausstattungsstcke 16. bis 18.
Jh. -- _Holzplastik_ in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh.,
ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite
desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und
gemalten Flgeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen um 1480
u. a. m.

*Schlo* 1709, groe Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte
Lichthof und Treppenhaus.

_RADMERITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* Turm 1702. Ansehnliches _Grabmal_ des J. v. Ziegler, Stifters v.
Joachimstein {~DAGGER~} 1734. Ausstattung um 1734. Prchtiges Gruftgebude 1744.

_RALBITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Niedriger Gewlberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch
katholisch. -- Im Dorf _Dreifaltigkeitssule_.

_RAMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Schlo.* Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren
Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und Oberteil
der Seitenwnde bedeckt mit biblischen Darstellungen in hoch erhabenem
Bildwerk.

_RAMMENAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schlo* nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die
Wirtschaftsgebude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Gerumiges,
vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art _Oesers_. Die
sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten
Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700
und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer.

_RANDERSACKER._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut
erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungewhnlich reicher Gliederung,
die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. -- Ausstattung um
1700. Auf den Seitenaltren _Gemlde_ von _Oswald Onghers_, 1683 und 1704.
Seinsheimsche _Grabsteine_ E. 14. Jh. -- _Friedhofsbefestigung_ nach 1609.

Groer *Zehnthof* des Wrzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332,
verndert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte _Huser_ 16.-18. Jh. Am
Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhuschen, Schule _Neumanns_. --
_Bildstcke_ in groer Zahl, meist 17. Jh.

_RANIS._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Stadt-K.* spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der
ehemals reichen Ausstattung wenig brig.

*Schlo,* got. und renss., mit hohen Giebeln, hchst malerisch.

_RASDORF._ RB Cassel Kr. Hnfeld.

*Pfarr-K.* (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh.,
im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und spgot. Nachbesserungen. --
Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile
spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt
im Fuboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, hohe
Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende Emporeneinbau
(verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des Obergadens
beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten fr das Kreuzrippengwb.
ber der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine
steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinauffhrt; der Chor mit 5/8
Rippengwb. -- Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms ber 50 m.

_RATENDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm
ber dem Chor. -- _Schnitzaltar_ 1510.

_RATSFELD._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

Frstl. *Jagdschlo* 1698. Auen sehr einfach. Die Kapelle in strengem
Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.

_RATTELSDORF._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* 1465 hnlich Hallstadt; 1823 zur Hlfte abgebrochen und
erneuert.

_RAUENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Dorf-K.* 1453. Hbsche Steinkanzel A. 16. Jh.

*Burg* erb. um 1350, zerstrt 1640, Spuren edlerer architektonischer
Durchbildung.

_RAUHENECK._ UFranken BA Ebern.

*Burgruine.* Polyg. Bering mit Renss. Trmen; am ehem. Palas noch rom.
Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Grben gut erhalten.

_RAUSCHENBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Pfarr-K.* 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nrdl. Ssch. nebst den
nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf
Kragsteinen, von roher Ausfhrung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck.
Kreuzgwbb., Fenster nur an der sdl. Seite, sdl. Ssch. unterdrckt;
renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schlu, spgot. Netzgwb. in
gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. -- _Ikon. Grabstein_ 1584. --
_Holzstatuette_ der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit. -- _Kruzifix_
aus gleicher Zeit. -- _Altarflgel_ um 1400.

*Burgruine.* Der in 3 gewlbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13. Jh.
interessant in Anlage und Einzelheiten.

_REDWITZ._ OFranken BA Wunsiedel.

*Pfarr-K.* E. 14. Jh., verndert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem
Chor in 2 Jochen, 5/8 Schlu, im Lhs. 3 Joche. Rundpfll. mit einfachen
Kaptt. Kreuzgwbb. -- Hbsches _Sakramentshaus_ 1498, ca. 4 m h. Auen
_lberg_ 2. H. 15. Jh.

*Kathol. K.,* gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.

*Rathaus* umgebaut aus got. Schlo; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509,
1593, 1642.

_REGENSBERG._ OFranken BA Forchheim.

*Schlo* ziemlich erhalten.

_REIBERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgefhrt. Kanzelaltar
1780. Nicht ble Rittergrabsteine 1552, 1619. Grfl. Einsiedelsche Gruft
1746.

*Schlo* 1763 von _Andreas Hnigen_ in Zittau. Ufrmige Anlage, die kurzen
Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem Klassizismus
zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten. Prchtige
Empirembel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf
Joh. Georg v. E. von _A. Graff_, Graf Heinrich v. E. in der Art _J. F. A.
Tischbeins_. Meiener Porzellan mit einigen hervorragenden Stcken. -- Die
ursp. franzsische _Parkanlage_ in der englischen Umwandlung noch zu
erkennen. Reizender _Gartentempel_ von _Eschke_ 1796 (etwas verndert
1830).

_REICHELSBERG._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Burg.* Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525
zerstrt. Groartige Ruine. Die Regelmigkeit der Anlage deutet auf
spteres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtrme.

_REICHELSBURG b. AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Burgruine.*

_REICHENAU._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1690 von _Heinrich Proscher_. Weitrumiger Saal mit Doppelempore
und flacher Holzdecke. Reste von spgot. _Altarplastik_ [z. T. im Dresdener
Altert.-Ver.]. _Altar_ 1819, die _Holzfigg_. von _Gareis_ in Ostritz.
Prchtige _Orgel_ 1769.

_REICHENBACH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach vernderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor
quadr., berall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei Wrfelknaufsulen
wechseln mit 1 Pfl.

*Burgruine.*

_REICHENBACH._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* 1720 mit rom. Mauerresten. -- Schnes _Altargert_ E. 17. und A.
18. Jh., augsburgisch. -- _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1725.

_REICHENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* Chor 1513, das 1sch. Lhs. lter. -- 2 Taufsteine, der eine rom.
13. Jh., der andere, reich geschmckte, 1620. -- _Denkmler_: 1621 Kind von
zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrau und Gebetbuch.

_REICHENBERG._ UFranken BA Wrzburg.

*Schlo,* seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwstung im Bauernkriege
whgest. im 17. Jh.

_REICHENFELS._ Reu j. L. LA Schleiz.

*Burgruine* 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine geworden.
Museum des _Voigtl. Altert.-Ver._ mit Resten von spgot. Altarplastik.

_REICHMANNSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* 1607-15.

*Burgruine.* Rechteckige Anlage. Trme, Mauern und Grben teilweise
erhalten, besonders betrchtliche Teile des groen, sdl. Bergfrieds.
14.-15. Jh. Mit Bauernhusern eingebaut.

_REIDEBURG._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm.

_REIFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Cisterc.-Klst*. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im
Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Betrchtliche Reste des got. Kreuzgangs.
Klostergebude bar. mit stattlichem Treppenhaus.

_REINHARDSBRUNN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Herzogl. Schlo* an Stelle eines einst hoch berhmten *Klosters*; gegr.
im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von
_Grabsteinen_ thringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer {~DAGGER~} 1123
zurckgehend, jedoch smtlich A. 14. Jh. ausgefhrt, als Ahnenreihe nach
derselben Idee, wie die wettinischen Grabmler auf dem Petersberg bei
Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Meien.
Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hnde, beide nicht ersten Ranges,
zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III.,
Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der
Eiserne. Auer dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen {~DAGGER~} 1324,
einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.

_REINHARDTSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit schnem Portal,
bez. 1675.

_REINHARDTSGRIMMA._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* Umbau 1742, am uern spgot. Formen erhalten; ungewhnlich
langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. -- Sandsteinaltar mit
Abendmahlsrelief 1601. Orgel von _Gottfr. __ __ Silbermann_ 1731 -- _Ikon.
Doppelgrabstein_ fr H. v. Schnberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller
Charakteristik.

*Schlo* 1767 in der Richtung _Knffels_. Im Park Marmordenkmal fr Anna
v. Blow von _L. Grossi_ 1790.

_REINHARZ._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Kirche* 1704 mit ungestrt erhaltener Ausstattung.

*Jagdschlo* fr August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Groer
Mittelbau mit niedrigen Seitenflgeln, schlanker achtstckiger Turm mit
Zwiebelhaube. 3 vollstndig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer.
Altmeiener Porzellan.

_REINHOLTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar.

_REINSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. *Klst.-K.,* gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als
evang. Pfarr-K. umgebaut. -- _Tympanon_, Maria zwischen Engel und Bischof,
A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich
stuckiert, weniger gut die Gemlde.

_REINSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Kirche* spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got.
_Schnitzaltren_. _Grabsteine_ v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.

*Burg* in dem einfachen Typus der Kemnate, in 4geschossigem spgot.
Aufbau gut erhalten.

_REITZENGESCHWENDE._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Dorf-K.* 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv lndlichem
Geschmack. -- _Bauernhuser_ im Blockverband.

_REITZENSTEIN._ OFranken BA Naila.

*Schlo* 1557 an Stelle lterer Burg.

_REMLINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Sog. *Wrzburgerschlo,* erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim.
Typische Wasserburg, unvollstndig erhalten.

*Kastellsches Schlo*. Komplex einfacher Bauten um 1560.

_REMSE._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Dorf-K.* Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch
rom. Steinempore (Reste) knnte durch das nahe ehem. Nonnenklst. veranlat
sein. -- *Kloster*. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen
Kreuzgwbb. Bestimmung ungewi.

_RENGELRODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1738. Sorgfltig ausgebildeter Quaderbau.

_RENGERSBRUNN._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar _Holzfigur_ der Madonna um
1460. -- Gute _Kanzel_ in der Art der _Bossiarbeiten_, E. 18. Jh. --
_Hochzeitsbecher_, Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit von 1670. --
Groes prchtiges _Ciborium_, wrzburgisch, um 1720.

_RENTWEINSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* Groe Anzahl von _Epitaphien_ der Freih. v. Rotenhan, darunter
gute Renss. Arbeiten in Sandstein.

*Schlo* (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem
Mitteltrakt und schrgen Flgeln; Formcharakter bambergisch. Im Schlopark
schne _Orangerie_ um 1750. Vor dem jetzigen Schlo stehen noch Trme und
Wehrbauten des _alten Schlosses_ um 1520.

_REPPERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh.
-- _Altar_ 1608 mit _Gemlden_ von _Hans Haunisch_.

_RETZBACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1736-40 von _B. Neumann_. Typisch fr die kleineren Landkirchen
des groen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern,
eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, ueres verputzt mit roten
Sandsteinpilastern. -- _Altarblatt_ von _Zaner_ 1741. -- Prchtiges
_Rok.Ciborium_ um 1770 bez. _D_ (_Joh. Drffer_ in Wrzburg). Schner
_Kelch_ 15. Jh.

*Wallfahrts-K.* Chor 14. Jh., Lhs. 1625. -- _Gnadenbild_ der Madonna 14.
Jh. -- Im Pfarrhof reiches rom. Sulchen.

*Rathaus.* Hbscher Fachwerkbau um 1574.

_RETZSTADT._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3. Gescho
gekuppelte rundbg. Schallffnungen mit zierlich behandelten Sulchen aus
sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines
Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschrgten Kante des Bg.
phantastische Tierfigg. -- _Deckenbilder_ von _S. Urlaub_ 1728.
_Hauptaltar_ vom Schreinermeister _Joh. Uhl_ (der Ri von _B. Neumann_
approbiert). _Monstranz_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1793.
_Prozessionstafel_ (Blutschild) aus Silber, um 1700.

Gute *Fachwerkhuser,* meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. --
Mehrere _Bildstcke_ 18. Jh.

_REUCHELHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Dorf-K.* Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die _Altre_ in derbem
Rok., dekorativ von famoser Wirkung. _Deckengemlde_ bez. _J. P. Herrlein_
1753.

_REURIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K.
Das brige fters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament
bemalte _Bretterdecke_ bez. 1596.

*Burg,* ziemlich gut erhalten, der WFlgel 14. Jh.

_REYERSBACH._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Sehr feine _Rokokoaltre_ (aus Kloster Bildhausen stammend).

_RIEDE._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Schlo.* 16. Jh. Noch bewohnt.

_RIENECK._ UFranken BA Gemnden.

*Kreuzkapelle* um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem
_Relief_ der Kreuzigung, bez. 1628.

*Burg.* Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten und
der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der
WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13.
Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen
Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale Strke von 7 m
erreicht, oben im 3. Gescho eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m,
Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen
Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 Sulen, auf
denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundri;
die Sulen haben attische Basis mit den zum berfang umgebildeten
Eckblttern der Sptzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried,
ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres
Seitenstck zum nrdlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig,
flachgedeckt mit OApsis. ber dem WPortal, spter eingefgt, 2 gute
_Grabsteine_ des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und
seiner Frau.

_RIESA._ K. Sachsen AH Groenhain.

Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Einfache spgot. Kirche, 1848 durchgreifend
erneuert. Am OFlgel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss Fenster der
Nonnenzellen. Im NFlgel Refektorium mit schnem Kreuzgwb. Der SFlgel E.
16. Jh., jetzt *Rathaus.* Von der alten Befestigung ein mchtiger quadr.
Turm.

_RIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1682, rom. OTurm.

_RIMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* spgot. -- _Schnitzaltar_ von besserer Qualitt, v. Hansteinsche
_Grabsteine_ roh.

_RIMPAR._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* 19. Jh. _Sandsteinaltar_, reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen
des Frstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8)
_Bildnisgrabsteine_ der Grumbach; hervorzuheben Eberhard {~DAGGER~} 1487, mit
Unrecht _Riemenschneider_ zugeschrieben, Valentin {~DAGGER~} 1520, Konrad {~DAGGER~} 1527,
Kunigunde {~DAGGER~} 1507.

*Schlo.* Nicht gro, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich
Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz
machte, 1613 ff. 2 Wohnflgel im Winkelhaken, an der Auenecke mchtiger
Rundturm. Das uere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3
Reprsentationsrume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte
Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wnden breiter Figurenfries in Stuck
mit Szenen aus der rmischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im
Ornament Floriselemente. -- _Lusthaus_ des Schlogartens, seiner Dekoration
beraubt (Mdchenschule).

*Rathaus* 1614. -- Menge von _huslichen Heiligenbildern_ und
_Bildstcken_.

_RITTERSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. _Altarbau_ von
_Winterstein_, mit den Seitenaltren zu einer wirkungsvollen Gruppe
zusammengeschlossen. -- Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.

_ROCHLITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Petri-K.* Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll.
1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche,
das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. _Taufstein_ 1548
noch mit got. Ornament.

*Kunigunden-K.* von _Arnold v. Westfalen_ (dem Meister des Meiener
Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz hnlich der Petri-K., nur der Schlu
aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der
spter angelegten Langhaushalle weit berragt und deshalb abgewalmt. Um
diese unschne Lsung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den
hohen 8eck. Mittelturm, whrend die Seitentrme niedrige Hauben erhielten
(vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die
Sdseite verlegt. Tr und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen,
dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal bereinander an den
Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flchen kleine Figrchen
hervor, oder blo Kpfe oder Hnde. Nach alter Zeichnung war auch eine
Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der
ganze Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. --
Groes _Altarwerk_ um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Flgel, mit der
Bekrnung 8,57 m hoch. [Ein anderer Flgelaltar von 1521 jetzt in der
Hospital-K.] -- Im Chor Reste von _Glasmalerei_ um 1500.

*Schlo* sehr reduziert; einzelne Teile Werk _Arnolds v. Westfalen_,
_Museum_ mit rtlichen Kunstaltertmern.

_ROCHSBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger
Vorhalle, also ca. 1220-30. -- Groes _Freigrab_ des Wolf v. Schnburg
{~DAGGER~} 1581 und seiner Gemahlin {~DAGGER~} 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die
zwlf Apostel, oben die lebensgroen knienden Gestalten der Verstorbenen.

*Schlo.* Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im gerumigen 4eck. Hof,
ltester Teil der runde Bergfried. Knstlerisch interessanter der Ausbau
1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch _Arnold v. Westfalen_. Rest. nach
Brnden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes _Altarwerk_ 1576, die 10
steinernen Reliefs von _Andreas Lorentz_ aus Freiberg. In einem Nebenraum
_Schnitzaltar_ von 1522.

_RCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und sptestgot. Chor.

_RODA._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.*, rom. Mauern, eingewlbt im 15. Jh. von einem Meister der
Rochlitzer Htte, vielleicht demselben, der in Kohren ttig war.

_RODA._ Sachsen-Altenburg.

*Kreuz-K.* Alte Grndung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen.
Durch hufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden.

*Stadt-K.* E. 16. Jh. in der ungewhnlichen Form eines groen (21 m
Durchmesser) Achtecks. Drei Rnge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen von
auen; flache Decke; der polyg. Chor spgot.

*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die
OWand hat 3 groe pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter
von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen. Die
Langseiten knnten dem Stiftungsbau um 1240 angehren; Fenster klein, zu 2
gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem
_Madonnenrelief_. Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit
Erbbegrbnis der Herren von Lobedaburg.

_RODACH._ Sachsen-Coburg Amtsstadt.

*Stadt-K.* Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, lngliche, polyg.
geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verndert; seitlicher Turm
1471. -- Reste der *Stadtbefestigung* von 1550.

_RDELSEE._ UFranken BA Kitzingen.

*Kath. Pfarr-K.* 1779.

*Prot. Pfarr-K*. 1770.

Stattliche Profanbauten: das _Crailsheimsche Schlo_, der _Ebracher
Zehnthof_ (beide ca. 1600) und das grfl. _Castellsche Zehnthaus_ (Gasth.
zum Lwen) von 1648.

_RDERAU._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Dorf-K.* 1786-1817.

_RDERSDORF._ Reu j. L. LA Schleiz.

*Dorf-K.* Spgot. Mehrere _Schnitzaltre_.

_RODERSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.

*Kirche,* ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore.
Die kunstvolle  _Altarbekleidung_ ursp. fr die Feldgottesdienste Gustav
Adolfs von Schweden. -- Gute schmiedeeiserne _Grabkreuze_.

_RODEWISCH._ K. Sachsen AH Auerbach,

*Petri-K*. Gerumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. Lblicher
Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden.

_RODIGAST._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Anlage rom.

_ROHR._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. (von Fulda abhngig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt
Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche Hlften
geteilt; die westl. enthielt die Nonnenempore ber hlzerner
Zwischendecke. Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein
quadr. Turm.

*Dorf-K.* Vermutlich die 825 als zu Fulda gehrig genannte S. Michaelis-K.
(Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Hgel haben an eine
ehemalige heidnische Kultsttte denken lassen.) ltester Teil die Krypta;
Gr. berhhter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, auen rck. ummantelt (wohl als
Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in
primitiver Weise in Mrtelgu mit Bruchsteinen ausgefhrte Gwb. ruht auf 4
formlosen Pfll.; die Steine ber der nrdl. Stollentr zeigen Riefelung.
Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. -- Die K. rck.
28,7 : 8,7 m. Form und Gre sprechen dafr, da dieser Bau die ltere
Klst.-K. war. Sptere Vernderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster brig
gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. -- Befestigter Kirchhof,
Wall, Graben, Tor; letzteres rom., spter mit neuem Wehrturm berbaut;
davor eine Art Zwinger mit Vortor.

*Baderei,* reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenber groes Hoftor mit
Sitzkonsolen 1619.

_ROHRBACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1778 von _Geigel_. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die
_Altarfigg_. in der Richtung _P. Wagners_. Bmkw. _Monstranz_ und _Kelche_
von _Stipeldey_ in Augsburg 1797.

*Kreuz-Kap.* 1712. Reste guter _Altarplastik_ um 1500, Richtung
_Riemenschneiders_, wohl von derselben Hand wie die Figg. in Grolangheim.
Gute _Pietas_ um 1490, verwandt der in Euenheim.

_ROHRBORN._ Pr. Sachsen Kr. Weiensee.

*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage.

_RHRIG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Bar. mit dem in dieser Gegend regelmig angewendeten 3/8 Chor.
-- Ein gutes Stck die renss. _Kanzel_ mit unten eingebautem Beichtstuhl.

_RHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Herrenhaus.* Groe schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die hbsche
Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Portrts.

_RHRSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* Architekturlos. -- Die _Kanzel_ aus Porphyrtuff, bez. 1565, im
Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figrliche Plastik allerdings
minderen Wertes. Groe _Glocke_ A. 15. Jh. Die zwei groen _lgemlde_ auf
Holz aus A. 17. Jh. bildeten den Verschlu einer Orgel in Chemnitz.

_RHRSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo* A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelfen hnlich denen in Wiesenstein.
Portrts von _A. Graff_. Gartenstatuen bez. _Gottfr. Knffler_.

_RMHILD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwrdig die Anlage eines
doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und
polyg. geschlossen, Turm im NO ber der Sakristei. -- ppig geschmckter
Fu eines zerstrten spgot. _Sakramentshuschens_; _Altarbau_ 1686
tchtig; _Votivgemlde_ 1482. Ein wertvoller Besitz die seit 1865 im Chor
aufgestellten 7 _Grabsteine_: Georg I. von Henneberg 1465; Johannetta
1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v.
Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die
wichtigsten Stcke (Sdkap.) das _Erzbild Ottos_ IV. {~DAGGER~} 1502, doch frher
ausgefhrt, aus der _Vischer_schen Werkstatt (Peter?), und das _Hochgrab
Hermanns_ VIII. und der _Elisabeth von Brandenburg_, nach (wahrscheinlich
eine lngere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der Elisabeth; nahe
verwandt dem Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die persnliche
Urheberschaft _Peter Vischers_ wird fast allgemein angenommen, aber es
fehlt dafr nicht nur die uere Beglaubigung; die architektonische
Dekoration der Tumba in matter Sptgotik verrt in keiner Weise den
Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht von sehr
lebendiger Formenschnheit die stehend gedachten, einander in
Profilstellung zugekehrten Portrtfiguren der Deckplatte; nicht
gleichwertig die Eckstatuetten. -- Zahlreiche Gemlde, z.T. inhaltlich
interessant, knstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter den Gerten und
Paramenten.

*Gottesacker-K.* 1708-12 von _Chr. Richter_.

*Schlo Glcksburg*. Oft umgestaltet. Den ltesten Kern (Hinterschlo und
Mittelschlo) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit
1540 ff. Eine dritte unter Leitung von _Chr. Richter_ 1676-78. Eine vierte
1724.

*Prinzenpalais* ca. 1770.

_ROMMERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Edelhof*. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das
Innere gut erhalten. Auen Bildhauerarbeiten des _Philipp Soldan_ von
Frankenberg.

_ROMSCHTZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* 1725-33.

*Schlo* 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.

_RONSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm ber dem gewlbten Altarhaus.

_ROPPERHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Burgruine.* Rom. Wohnturm.

_RPPISCH._ Reu . L. LA Greiz.

*Dorf-K.* Rom. Anlage wie Pahnstangen.

_ROSENAU_ bei Coburg.

*Schlo.* 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.

_ROSENTAL._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*Stadt-K.* 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmlere polyg. Chor 14. Jh.

_ROSENTAL._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Wallfahrts-K*. 1778. Grorumiger gewlbter Hallenbau, Ausstattung
gleichzeitig. Eine schne Bar.Arbeit die silberne _Expositur_ bez. 1691.
_Kelche_ got. und bar.

_ROSSACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor.

_ROSSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Groer, 1730 verlngerter Saalbau; in der stl. Hlfte Emporen
und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. Der in gutem Umri
aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schiescharten.

_RSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Frgot. mit OTurm.

_ROSSFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit
Jahrhunderten gebruchliche Form, quadr. mit darber stehendem Turm,
beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut.

_ROSSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs.
1690, sehr nchtern.

*Klst.-K.* fast spurlos zerstrt. ltere Ansichten ergeben eine sprom.
Anlage hnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, btissinnenbilder
in Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von _Arntz Semler_
von Freyburg. Das neue Schulgebude 1740-42 in bescheidenen Formen.

_ROSSRIETH._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Wasserschlo* mit Fachwerkgiebeln und Trmen mit Fachwerkobergescho.
Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh.

_ROSSWEIN._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Stadt-K.* 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau
erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. --
*Rathaus* 1505, rest. nach Brand 1806.

*Tuchmacherhaus*, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von
Zelle; schmuckreiches Portal 1537.

_ROTENBUCH._ UFranken BA Lohr.

Ehem. Jagdschlo der Erzbischfe von Mainz. 4flgelige Wasseranlage des
17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Brcke mit einer Kap. des 15. Jh.
verbunden.

_ROTENBURG I. TH._ Schwarzburg-Rudolstadt.

*Burgruine.* Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp.
Ma. Knstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau
mit groem Saal im Obergescho.

_ROTENBURG._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stifts-K. S. Elisabeth,* beg. 1370, weitergefhrt 1484-1501, verstmmelt
1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im
Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Trme (WTrme nie vorhanden). Eine
der grten K. Kurhessens. -- _Denkmal_ des Landgrafen Hermann {~DAGGER~} 1658 und
seiner Gemahlin {~DAGGER~} 1683.

*Pfarr-K. S. Jakob,* bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb.
nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., spgot., aber mit
Rundbogenfries und Ecklisenen. Schner marmorner Tisch aus der Schlo-K.

*Georgs-Kap.* (Hospital) an Stelle der alten Burg.

*Schlo.* Im SFlgel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.).
Reichgeschnitzter Hochaltar.

Gute *Fachwerkhuser* 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive hufig.

_ROTENFELS._ UFranken BA Lohr.

*Pfarr-K.* 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des
Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs.
dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Mawerkfenster. Aus der
Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von _W. Ritterlein_
(vgl. Karlstadt, Bchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar _Madonna_,
Holz, E. 14. Jh. -- _Kanzel_ und _Sakramentshuschen_ Sandstein, 1613.
_Monstranz_ 1615, Stiftung des Frstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in
der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die Bauten
dieser Zeit tragen.

*Schlo.* Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried,
Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgefhrten
Wohngebude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebuden
16.-17. Jh.

*Rathaus* 1595 in reicheren Renss.Formen.

_ROTENHAN._ UFranken BA Ebern.

*Burgruine.* Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken
Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.

_ROTENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hnfeld.

*Dorf-K.* Rck. mit WTurm. Gilt fr frhrom.

_ROTENSTEIN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.

*Rathaus* mit spgot. Stabwerkportal.

Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.

_ROTH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18.
Jh. -- _Kanzel_ 1738, hbsch, nicht ganz von der gewhnlichen Art.

_RTHA._ K. Sachsen AH Borna.

*Georgen-K.* urspr. rom., auf 2 WTrme berechnet, von denen nur der nrdl.
ausgefhrt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene
gewlbte Chor nach 1510. -- _Altarwerk_ um 1620; das Hauptgemlde
vielleicht von _Johann de Perre_ (vgl. Prienitz). v. Friesensche
_Epitaphe_ und _Bildnisse_.

*Marien-K.* (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der Rochlitzer
Htte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schlu. Durchweg
Netzgwbb. -- _Altarwerk_ um 1520, bmkw. durch frhen Anklang an die Renss.

*Schlo* (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von _Chr. Bodenstein_ in
Weienfels. Reiche Innenausstattung. Portrtgalerie mit Stcken von
_Pierre Gaudreau_ (Marschall v. Sachsen), _Rigaud_ (?), _Silvestre_,
_Graff_.

_ROTTELSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm.

_ROTTENBAUER._ UFranken BA Wrzburg.

*Ev. Pfarr-K.* von 1490, unbedeutend. -- Zahlreiche _Grabsteine_ der
Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.

2 Wolfskeelsche *Schlsser,* bar., im jetzigen Zustand unerheblich.

_ROTTENDORF._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Gotisierender Umbau 1613. _Deckengemlde_ 2. H. 18. Jh., nicht
schlecht. Vortreffliche klassizist. _Ausstattung_.

_RTTINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Gerumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Vernderungen A. 17.
Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in frher Kompromigotik (Abla
1287). ber dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom.
gegliederte OTurm. Anschlieend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten
des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive
Wasserspeier. -- Ausstattung 17. und 18. Jh. -- Zahlreiche _Grabsteine_.
ltester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim
{~DAGGER~} 1414. Groer _lberg_ 18. Jh.

*Spital-K*. 1614. Auf einem der klassizist. Altre liebenswrdige
feingefhlte Holzmadonna um 1470.

*Ringmauern* groenteils erhalten. -- Im Rentamtsgebude Reste der
Hohenlohischen Burg des 13. Jh. -- *Rathaus* nach 1750. Alte
_Trinkgefsse_. -- Der sog. *hohe Bau* im unteren Teil 13. Jh., mit sprom.
Fenstern, oben spgot. Fachwerk.

_ROTWERNDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo* seit 1556. Eigenartige Grundrianordnung; aus einem Rck. von 26 :
10 m springen bereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor;
Fassadengliederung durch Pilaster.

_RCKINGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* 1596, am Schnrkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche
Grabsteine und Wappen der Herren v. Rckingen und von Rdigheim. -- 2
Schlsser dieser Adelsfamilien.

_RUDELSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burg.* Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten,
der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch
einen Mauerrest angedeutet, war von auerordentlicher Ausdehnung als
Wohnsitz zahlreicher Burgmannen.

_RDENHAUSEN._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schlo* der Frsten Castell. Um 1285 zuerst erwhnt. uerst malerische
Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentrmen; innen einige
charakt. Zimmer des frhen 16. Jh. Erweiterungen 1910.

Westl. davon das *neue Schlo;* M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verndert.

*Kirche.* _Epitaphe_ der Grafen Castell, die ltesten (E. 13. Jh.)
heraldisch.

_RDIGHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Kirche.* Frgot. 1sch., 4 kurzgewlbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise
erhaltene Auenbemalung. Gehrte zu einer *Johanniter-Commende,* von
welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Domne dienender Bau erhalten ist.
An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. _Grabstein_ des
Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.

_RUDOLSTADT._ Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.

*Stadt-K.* 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch.
Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hlzerne Emporen in 2 Rngen. Pfll.
8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von lterem
Bau beibehalten. -- Hlzerne _Kanzel_ von einer Mosesfigur getragen 1636;
derb bar. _Altaraufsatz_ mit wiederverwendeten spgot. Gemlden.

*Ludwigsburg*. 1734.

*Schlo Heidecksburg,* nach Brnden 1571 und 1735, formenarmer Massenbau.
Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven, Dekoration reich
und nicht schlecht, Deckengemlde von _Deisinger_.

*Rathaus* 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.

*Wohnhuser*. Einige aus 16. Jh.; hbsch die Hofgalerie in der Oberen
Marktstrae no 8.

_RUGENDORF._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut
ornamentiertes Chorgesthl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute
_Epitaphe_ 1564, 1658.

_RUHLA._ Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.

*Dorf-K.* 1682. Anlage im Winkelhaken mit hlzernem Tonnengewlbe. Derb
prchtige _Barockkanzel_.

_RUNDSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche
_Vierzehnnothelferaltar_ um 1500, nicht ohne Interesse.

_RUPPENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674.
_Schnitzaltar_ um 1500.

_RUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere
sicher rom. -- Zahlreiche v. Nostitzsche _Grabdenkmler_ 16.-18. Jh.

_RUPPERTSGRN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewlbebau. Das Emporensystem
von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage bertragen. Die wenig
ber ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schlu herum.
In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerckt, ein
Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster
rundbg. In einigen Details Anstze von Renss. frhestes Beispiel dafr im
Kreise der lndlichen Architektur. -- Runde _Kanzel_ mit derben Reliefs.

_RUSSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Ansehnliche *Dorf-K.* 1729-33.

_RUSTENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Schlo* bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. _Taufstein_.

*Burg.* Grndung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot.
Kap. z. T. erhalten. Groes Amtshaus 18. Jh. -- Ganz in der Nhe Spuren der
*Kunzenburg*.

_RUSTENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. -- _Altar_ und _Kanzel_
gehren zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil fr die Entstehungszeit
altmodisch.




_S_


_SAALBORN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* rom.-got. bergang. -- _Altarkruzifix_ ganz ausgezeichnete
Arbeit des 12. Jh. aus vergoldetem Kupfer.

_SAALBURG._ Reu j. L. LA Schleiz.

*Stadt-K.* Mischbau ohne Interesse. -- Im Frstenstand ein renss. Ofen.
Tchtiger Altarbau 1665.

Bmkw. Reste der _Stadtbefestigung_.

*Klst. Heiligenkreuz* gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K.
zerstrt.

_SAALECK._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burgruine.* Der enge Raum ntigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch
Schildmauern verbundene Rundtrme, wohl M. 12. Jh.

_SAALECK._ UFranken BA Hammelburg.

*Burgruine.*

_SAALFELD._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

*Johannis-K*. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTrme am Anfang
des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. -- 3sch. Halle von 28 :
22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm trgt. Gestreckter Chor
mit 8Eck-Schlu. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In
den Fenstern reiches Fischblasenmawerk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2
Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstrt,
erhalten die _Tympanonreliefs_ (W Jngstes Gericht, S Anbetung der Knige
und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrstung der Sakristei NSeite
_Relief_ mit Schweituch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.).
Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. -- Reste von spgot. _Altren_,
einer von dem Meister der architektonischen Baldachine; bar. _Kanzel_;
_Relief_ von 1516 (ehemals an der Brckenkapelle) mit der hl. Kmmernis
(S. Wilgefortis) und dem Spielmann; _Tumbendeckel_ eines Gf. v. Orlamnde,
14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; _Glasmalereien_ in
den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Drerische Anleihen. Im
nrdl. Sschiff hl. _Grab_, 15. Jh.

*Siechenkapelle,* Kernbau frhrom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17.
Jh. drftig rest. -- _Schnitzaltar_ M. 15. Jh.

*Barfer-Klst.,* 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im
19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgescho jetzt stdt. Museum. Im obersten
Gescho _Deckengemlde_ des 17. Jh. -- Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten.

*Nikolai-K*. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frhrom. Bau, der die
Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein knnte, nur die glatten Mauern und
zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die
spteren Vernderungen (1265 Einrichtung fr Cisterciensernonnen?) nicht
mehr erkennbar.

*Amtsgebude,* 1610.

*Rathaus* 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte
8eckiger Treppenturm, zur Hlfte vorspringend und in kleinen Giebeln
endigend; mit ihm gruppieren sich rechts und links 2 Zwerchhuser (in
etwas jngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene
Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im bergang zur Renss.;
an den Wandflchen Spuren von ornamentaler Malerei.

*Herzogl. Schlo.* An Stelle des vllig niedergelegten Benedikt.Klst.
Schlichter grozgiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Groes
Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemlden. Einige Zimmer
in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schlogarten.

*Hofapotheke* um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus;
nach Brand 1880 stilgem hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile
eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgescho, das erste Zwischengesims, die
Eckdienste, das Fensterpaar ber der Tr der Marktfront, ein Teil der
Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.

*Stadtapotheke.* Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2
Zwerchhuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.

*Haus Gerdts,* 1609. Dem vorigen hnlich und wohl von demselben Meister. --
Sonstige Wohnhuser des 15. und 16. Jh. in grerer Zahl.

*Schlo Kitzerstein;* in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben
kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe hchst malerisch.

*Burgruine Hoher Schwarm,* erb. nach 1200 an der Stelle einer weit lteren
Kaiserpfalz. Groer quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtrmen an den Ecken.

Von der *Stadtbefestigung* 4 Tore erhalten.

*Friedhof* mit Resten einer Renss.Halle.

_SAATHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* Die stattlichste und lteste (ca. 1600?) unter den vielen
Fachwerkkirchen des Kreises.

*Herrenhaus,* schlicht bar., 4flgelig, im Hof einst offene Arkarden.

_SABABURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Schlo.* Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum
Jagdschlo eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.

_SACHSENBURG._ K. Sachsen AH Flha.

*Schlo.* 1488 von _Hans Reynhart_; bedeutende Anlage, seit der Verheerung
im 30j. Kriege entstellt.

_SACHSENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Burgruine.*

_SACHSENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor;
die 3 Rnge Emporen aus 17. Jh. -- Am Triumphbogen ausdrucksvolle
_Kreuzigungsgruppe_, 16. Jh.

_SACHSENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. --
Spgot. Altarwerk.

_SALLMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. -- Guter _Schnitzaltar_ um 1500,
jetzt ber dem Chorbogen.

_SALZ._ UFranken BA Neustadt.

*Dorf-K.* Unter spteren Vernderungen als Kern eine kleine rom. Basilika
zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schtzenerker.

_SALZBURG B. NEUSTADT._ UFranken BA Neustadt.

*Burgruine.* Eine der grten in Deutschland. Die Identitt mit der
namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht vllig sicher. Der
vorhandene Bau gehrt in der Anlage wie auch in seinen meisten
knstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die
Burg wrzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein
unregelmiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebude sind
regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma.
Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). -- Torturm um 1200, schne
Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in krftigen und
zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die
1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt);
westlich davon neben dem Turm Jungfernku߫, wo sich der Palas an die
Auenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer
Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (flschlich Mnze
genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner
Frhgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntrmen. Endlich manche
Erneuerungen der Sptgotik und Renaissance.

_SALZUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Stadt-K.* Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die
Stadtbrnde 1640 und 1786 fast alle lteren Gebude vernichtet. Von
Wohnhusern zu nennen der stattliche Hnische Hof um 1624 und ein
Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefllige Brgerhuser
der Zopfzeit.

*Husenkirche* vor der Stadt. Sehr alte Grndung (775?), jetzt ein
rmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.

*Friedhofs-Kap.* spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh.
und viele Epitaphe von besserer Qualitt.

_SANGERHAUSEN._ Pr. Sachsen. Kreisstadt.

*Jakobi-K.* Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgefhrt) mit hherem
langgestrecktem Chor. -- Der _Flgelaltar_ der grte und beste des
Kreises. Einfacher spgot. _Taufkessel_. Groes _Grabmal_ von 1618 aus der
Werkstatt des kurfrstl. Hofbildhauers _J. M. Nosseni_.

*Ulrichs-K*. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den
Cisterc.-Nonnen berwiesen, 1389 Brand. -- Kreuzf. rom. Basilika, mit
ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die
Seitenschiffsgewlbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.)
wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die
ungewhnliche Anordnung, da die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind;
das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit
Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwlbung des Msch. im 13.
Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg.,
aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler
kreuzfrmig, einfach abgeschrgte Deckplatten mit flach skulptiertem,
steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise,
dem man in Quedlinburg, Grningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. -- Ob
der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorlufer gehabt hat, wird nicht
klar; WTrme sind nie vorhanden gewesen. _Tympanon_ mit Ludwig dem
Springer und dem hl. Ulrich. -- _Kanzel_ 1620. -- Figurierter spgot.
_Taufkessel_.

*Schlsser*. _Altes_ 1446, im Erdgescho Kreuzgwbb. auf Bndelpfl. _Neues_
1586 und 1612.

2 km vor der Stadt Ruine der *S. Katharinen-K*. im Helmstal, gew. 1220,
flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.

_SANKT GOTTHARDSBERG_ b. Amorbach. UFranken.

*Frauenkloster* (Ruine). Gegr. 1138? Verwstet im Bauernkrieg, 1629
hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. -- Rom. Pfeilerbasilika von 7
Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor
got. Portal sprenss.

_SANKT HELENA_ b. Grfenberg. OFranken.

*Dorf-K.* mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, _Veit Sto_
(vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.

_SANKT JOHANNIS._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* 1771. Schlo einfach renss., Portal 1617.

_SANKT KILIAN._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1689 im Typus Hinternah, noch got.

_SANKT KUNIGUND._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Kapelle.* Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht
erheblich verndert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der
Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon
ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau
mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt.
Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschttet. Schiff flachgedeckt.
An den Lngsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. -- Eine Tr im
Chor (mit ornamentiertem Tympanon) fhrte zu einer _Auenkanzel_, wohl fr
Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten
Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche _diademtragende __ Figur_
vorgelegt (Kunigunde). -- Friedhofsmauer mit Torbau.

_SANKT MICHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* sprom. A. 13. Jh. Das uere fast unberhrt; quadr. Chor, rck.
WTurm.

_SANKT WOLFGANG._ RB Cassel Kr. Hanau.

Von dem 1468 gegr. *Kloster* wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch.
Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.

_SAYDA._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Stadt-K.* 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller
Vorhalle. -- 3 _Wandgrber_ der Familie v. Schnberg, besonders bmkw. das
jngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art
_Nossenis_, ungengend die Bildnisfigg. -- _Taufstein_ mit figrl. Reliefs
um 1500.

_SCHAALA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh.,
spgot. bekrnt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von
origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. -- _Schnitzaltar_ aus der
Saalfelder Schule um 1500 (Meister der Baldachine). Die Flgelgemlde
nach Stichen von _M. Schongauer_ (Erfurter Ausstellung 1903).

_SCHACHTEBICH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein _spgot.
Altar_ aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flgelgemlde.

SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. *Stadt-K.* Spgot. Das 1sch.
Lhs. mehrmals verndert, der verlngerte polyg. Chor 1520. -- _Grabsteine_
der Familie v. Schaumberg.

*Burgruine Schaumberg,* wenig erhalten.

_SCHANDAU._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* umgebaut 1645 und 1704. -- _Moseskanzel_ 1706.

_SCHARFENBERG._ K. Sachsen AH Meien.

*Burg.* Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (berwlbte
Hofstube).

_SCHARFENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Burg.* Die ltesten Teile 2 Rundtrme, der grere in Mauerstrke 3,25 m.
Bedeutende Vernderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot.
Verschlingungen zwischen dnnen Pfll.

_SCHARFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schlo* frhes Ma. bis bar.

_SCHEIBENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* 1571. -- Bmkw. Schnitzaltar um 1500.

_SCHELLSITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnrung zwischen dem got.
5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar.
_Kanzelaltar_. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. _Schnitzwerk_, jetzt
auf der Empore.

_SCHENKENSCHLOSSHOF._ UFranken BA Wrzburg.

*Burgruine Roberg*. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp.
Hhe von 28 m.

_SCHERNECK._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um
1650 mit vielen Schnitzfigg.

_SCHESSLITZ._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest.
1650. -- _Grabsteine_ des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner
Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. --
_Hochaltargemlde_ von _Mattenheimer_ um 1780. -- Auf dem Kirchhof schnes
_Steinbild_ der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg
stammend.

_SCHILDAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K.* Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewlbt, rest. 1730 und 1829. --
_Schnitzaltar_ der schs. Schule 15. Jh.

_SCHILDECK._ UFranken BA Brckenau.

*Burgruine* aus 13. Jh., wenig erhalten.

_SCHIRGISWALDE._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Kath. Stadt-K.* 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem
Bar.Charakter. Sumptuse Altarausstattung, sehr hbsch namentlich die
Kanzel mit Rok.Elementen.

_SCHIRMDING._ OFranken BA Wunsiedel.

*Kirche,* 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.

_SCHKAUDITZ._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und
Portal.

_SCHKEITBAR._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Rom. WBau mit Empore (fr Nonnen?).

_SCHKLEN._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Burg* aus Ma., mchtige turmreiche Anlage.

_SCHLEBERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* mit interessantem rom. OTurm. -- Kanzelaltar und Taufengel
geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.

_SCHLECHTSART._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1606, rom. OTurm.

_SCHLEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1743 vom Frstabt Amandus von Fulda (wohl von
demselben Meister wie die K. in Bremen). Auen und innen durch dorische
Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem.
_Hauptaltar_: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus
der ev. K. ein hbscher _spgot. Schnitzaltar_ und Taufstein bez. 1529. --
Am ehem. _Pfarrhaus_ Hoftor 1591.

_SCHLEINITZ._ K. Sachsen AH Meien.

*Schlo.* Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten
Anlage fllt die gerumige Kapelle auf; Gratgewlbe im Stichbogen;
Sakramentsnische bez. 1518.

_SCHLEIZ._ Reu j. L. Amtsstadt.

*Stadt-K.* spgot. unbedeutend. -- _Altarbau_ 1721, fr diese Gegend
ungewhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von
Freifiguren in 2/3 Lebensgre.

*Berg-K*. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit
Schlu aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl.
und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. -- Das Innere
durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. _Altaraufsatz_
1635. _Tumba_ Heinrichs des Mittleren {~DAGGER~} 1500, charakterisiert durch die
Flle des alle Flchen berwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur
unbedeutend. -- _Epitaph_ Heinrichs II. von Reu, {~DAGGER~} 1639, kolossal,
knstlerisch schwach. -- Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in
ungewhnlich groer Menge.

*Schlo.* Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschden im 18. Jh.
erneuert.

_SCHLETTAU._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Ulrichs-K.* 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor lter.

*Schlo.* Am nrdl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit
Vorhangbgen; das brige entstellt.

_SCHLETTAU._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* rom., ziemlich gut erhalten.

_SCHLEUSINGEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K.* Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap.
11 _Grabsteine_ der Grafen v. Henneberg 1444-1583.

_SCHLCHTERN._ RB Cassel Kreisstadt.

Ehem. *Benedikt.-Klst.* (mit Einschlu der K. als Lehrerseminar
eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm
und den Klostergebuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll.
mit Wrfelknufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite
des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg.
Tonnengwb., westl. quer davor ein schmlerer, ebenfalls mit Tonne
gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. -- _S. Andreas-Kap._ sprom. von 2
Kreuzrippengewlben berdeckt. -- _Huttensche Kap._ 1354 in guten got.
Formen. -- _Kreuzgang-Kap._ mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. -- Got.
_Kche_. Sonst die Klostergebude gnzlich verndert.

*Rathaus* renss. 1567.

_SCHLSSELAU._ OFranken BA Bamberg II.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, sptestgot.
1599 als Pfarr-K. erneuert. -- Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor,
am WGiebel steigender Spitzbogenfries. -- _Grabstein_ des Gottfr. v.
Schlsselberg 1308.

_SCHLSSELFELD._ OFranken BA Hchstadt.

*Pfarr-K.* alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss.
(bedeutet wohl bar.) Stil. Schne _Glasgemlde_. _Hochaltar_ aus der
Universittskirche in Wrzburg.

*Rathaus* 1723. -- *Brunnen* mit Petrusstatue 1715.

_SCHMACHTENBERG._ UFranken BA Hafurt.

*Burgruine.* Erhalten 2 Rundtrme und Ringmauer.

_SCHMALKALDEN._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stadt-K. S. Georg.* Beg. 1437 von _Jrg Meier_ aus Erfurt Gwb. im Chor
1500 (Inschr.), im Schiff 1506. -- Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor
von 3 Jochen und Schlu aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4
vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor fr (jetzt modern ergnzte)
Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen
Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den
Diensten, sondern aus den Gewlbeanfngern heraus. -- ueres:
Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzportrt. Von 2
WTrmen ist der sdl. im Unterbau rom., die Turmdcher bar. Reiches
2teiliges WPortal, ber dem Flachbogen ein Eselsrckenwimperg mit
Kantblumen. -- In der Lutherstube ber der Sakristei einige _Bildwerke_.
-- _Kanzel_ reich geschnitzt, _Taufstein_ mit biblischen Szenen auf Metall
gemalt 1560. An der WEmpore 16 _Tafelbilder_ von 1503. _Grabsteine_ 17.
Jh. Groer got. _Sakristeischrank_ und ansehnliche got. _Kelche_.
_Tafelbild_ mit Kreuzigung um 1450. _Schnitzaltar_ um 1500. Prachtvoller
messingener _Kronleuchter_.

*Hospital-K*. von 1339, neuerlich verrestauriert.

*Friedhofs-Kap*. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. -- Das
_Gespring_, gefate Quelle in Renss.Architektur.

*Hessenhof*. Fachwerkbau, 1551, bertncht und verdorben; das steinerne
Erdgescho geht auf ca. 1200 zurck. In einem als Herrentrinkstube
gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum _Wandgemlde_ aus 1. H. 13. Jh.,
Szenen aus Iwein; knstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwrdig wegen
des fr diese Zeit seltenen profanen Stoffes.

*Rathaus.* Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark
verndert, doch manches noch von Interesse.

*Herrenhuser*. _Groe Kemnate_ in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410
noch vieles erhalten. _Heilig-Grab-Haus_ in der Pfaffengasse, spter
_Henneberger Hof_, Westhlfte got., Osthlfte renss. _Rosenapotheke_ in
der Steingasse 1545. _Todtenwarthsche Kemnate_ am Altmarkt 1575.

*Brgerhuser*. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die
zahlreichen ppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2,
Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).

Vor der Stadt zahlreiche *Gartenhuser* des 18. Jh., meist in feiner
baulicher Gestaltung.

*Stadtbefestigung*. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Trme
meist, die Tore alle abgetragen.

*Schlo Wilhelmsburg*. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher
der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt,
Ausfhrung durch _Christoph_ und _Hans Mller_, Hofschreiner und
Baumeister. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg
wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewhnlich regelmig, Viereck auen
51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der Flgel) nher dem
Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst
aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die
niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf
symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a.
m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schlssern und
Rathusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des
Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhuser sind jetzt
allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaen
auffallend ist der Mangel an Trmen; es ist nur der wenig hochragende an
der Schlokirche vorhanden, im Erdgescho aus Ma. Die innere Einteilung
kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem
zugnglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2
Tren auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in
der SWEcke angelegte, nach auen nicht selbstndig gekennzeichnete
_Kapelle_. Die Anlage folgt dem in den Schlssern von Torgau (1544) und
Stuttgart (1566) begrndeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3
Seiten von gerumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich
3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schlieenden Schmalseite
bereinander -- diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum
erstenmal auf -- Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses
haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden ffnen sich in
Korbbgen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte
Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom
Niederlnder _Wilhelm Vernucken_): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit
sog. Beschlgsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches
Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende
Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die
Ausfhrung berall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung.
Lbke: in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von
hnlicher Feinheit der Dekoration. An den jetzt kahlen Emporenbrstungen
ehemals Tafelgemlde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes
durchgefhrt war (anscheinend im Anschlu an _Cranachs_ Holzschnittwerk
Passional Christi und Antichristi), sie bildeten meist den Mittelpunkt
der farbigen Dekoration. -- Auch in den brigen Teilen des Schlosses hat
sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Tren
(letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien
eingerahmt; nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal
erscheinen breitspurige Landsknechte als Trwchter; Kamine; fen mit
gueisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollstndigsten
Ensemblewirkungen im _Riesensaal_, hauptschlich Malerei auf Wandverputz
und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hlzerne
Deckentrger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Groer Kamin. Der
Riesensaal hat bei einer Grundflche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie
denn auch die sddeutschen Schlosle dieser Zeit niedrig proportioniert
zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das _Landgrafenzimmer_ im Erdgescho.
ber mehrere Rume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen
Gesch.-Ver. Die _Gartenterrassen_ aus A. 17. Jh. sehr zerstrt.

_SCHMERLENBACH._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Benedikt-Nonnen-Klst.* 1769.

_SCHMIEDEBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines lteren
Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.

*Rathaus* 1648 mit hbschen Giebeln und Portalen.

*Privathuser* mit renss. Portalen zahlreich.

_SCHMIEDEBERG._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dreifaltigkeits-K*. 1713-16 von _George Bhr_. Griechisches Kreuz mit
sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr.
ein regelmiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. _Taufstein_ vom
Dresdener Hofbildhauer _Benjamin Thomae_. In der Sakristei Wachsbste,
wohl von _Dubut_.

_SCHMIEDEHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Der quadr. Turmchor rom.

_SCHMOCHTITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schlo.* Hauptgebude 1764 vom jngeren _Pppelmann_. Im (stark
vernderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx
(hervorragend), Monumente fr Kurfrst Friedrich August III. 1769 und P.A.
v. Schnberg, den Grnder des Parks.

_SCHMLLN._ Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.

*Stadt-K.*; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand
1772 mit Holzgwb.

_SCHMORKAU._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.

_SCHNABELWEID._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.

*Schlo* mit Rund-Turm einfach renss.

_SCHNEEBERG B. AMORBACH._ UFranken.

*Dorf-K.* Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse.
Sehr stattlich in der Flle seines Bildhauerwerks der _Hochaltar_, 2. V.
17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn.

_SCHNEEBERG._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang* 1515-16. Baumeister _Hans v. Torgau_.
-- Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten
gleich; der stl. Abschlu gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des
16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Mae: 61 m L., 27 m
Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben ber alle 3 Sch. weg ein einheitliches
Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die
Emporen, wie berall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch
eingefgt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die
Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in
Annaberg und Chemnitz, durch Verkrpfung um den Strebepfeiler, sondern
durch Zurckziehung des letzteren bewirkt. -- Groer _Altarbau_ in strenger
Barock-Architektur von 1712. Der alte _Flgelaltar_ von 1539 teilweise in
den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt _Cranachs_;
interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel.
Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rckseite.
-- _Kanzel_ 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch
got. Erinnerungen; berarbeitet 1607. -- Im Chor 4 Grabmler des 17. Jh. --
Hinter dem Altar _Gemlde_ des Schneebergers _Wolfgang Krodel_ 1561.

*Hospital-K.* von 1567, erneuert 1737.

*Rathaus* 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. --
Kurfrstenbilder von _Andr. Engelhard_ in kunstreichen Rahmen von _Andr.
Petzold_. Kleine Holzdicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 _W K_ (_Wolf
Kreuter_).

_SCHNEY._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.

*Schlo* aus _Dientzenhoferscher_ Zeit auf ma. Burganlage.

2 malerische *Torbauten* und Mauerreste aus Ma.

_SCHLLKRIPPEN._ UFranken BA Alzenau.

*Pfarr-K.* spgot. -- *Schlo,* aus einer alten Wasserburg umgebaut.

_SCHNAU._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem
Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar im Museum Bautzen].
_Pastorengrabstein_ 1653, tchtig.

_SCHNAU._ UFranken BA Gemnden.

*Kloster-K*. Gegr. 1160 fr Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.)
erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699
(Umwandlung fr Franziskaner) das jetzige Langhaus angefgt und der Chor
teilweise verndert, die trockene derbe Architektur der Richtung
_Petrinis_ nahestehend. Die pompse _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit,
_Altarbltter_ (wahrscheinlich) von _Oswald Onghers_ und von _Seb. Urlaub_
(1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes, sehr
gute Arbeiten, mglicherweise eigenhndig von _Riemenschneider_.

_SCHNBACH._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* In der berarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich
gut bewahrt. -- Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15.
Jh.

_SCHNBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* (franzs. Kolonie) 1706 von _Paul Du _Ry.

_SCHNBERG._ K. Sachsen AH Oelsnitz.

*Dorf-K.* Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669.

_SCHNBORN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* mit rom. Altarhaus. -- _Altarbild_ an _Hans v. Culmbachs_ Art
erinnernd(?)

_SCHNBRUNN._ OFranken BA Wunsiedel.

*Pfarr-K.* Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. _Ikon. Grabstein_ 17. Jh. Kalkstein
und Eisengu.

_SCHNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burg.* (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Vernderungen.
Mchtiger, freistehender Rund-T. ber 30 m hoch, darin ein Gemach mit
Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen,
also nicht der lteste Kamin Deutschlands. Palas und Kapelle, in der
Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstrt die Vorburg, doch auch hier rom.
Kennzeichen.

_SCHNERSTADT._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und
sorgfltig durchgebildetes rom. Portal. -- _Holzstatuen_, Reste eines
Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend.

_SCHNFELD._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. -- Altar mit _Gemlde_
von _Jonas Eywick_ zu Pirna 1658; einfache _Sandsteindenkmler_ 18. Jh.

*Schlo* einheitliche Schpfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches.
Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem
6eck. Treppen-Turm berschnitten. Die innere Einteilung sehr regelmig.
Im Erdgescho Gewlbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken.

_SCHNFELD._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Schlo.* 1574. Ohne eigentliche knstlerische Bauidee von hochmalerischer
Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten.

_SCHNFELS,_ s. Alt- und Neuschnfels.

_SCHNHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 _got. Altre_ verarbeitet.

_SCHNRAIN._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Burg.* Ringmauern mit rom. Ecktrmen. Wohnbau 1556.

_SCHOTTENSTEIN._ OFranken BA Staffelstein.

*Pfarr-K.* bar. 1703, got. Turm. -- _Grabdenkmler_ 16. Jh.

_SCHRAPLAU._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Rblingen (s.
dort), doch grer und etwas geschmckter. Apsis mit Lisenen und
Bogenfries, Sulenportal, Tympanon. -- Von der alten Burg (ao. 979
Scrapenlevaburg) und der neuen Burg (erb. 1206) drftige Spuren.

_SCHREBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

Groe spgot. *Dorf-K.* 1sch., Netzgwb., WTurm.

_SCHRECKSBACH._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* 1754. -- *Schlo* 1580.

_SCHULPFORTE_ s. Pforta.

_SCHPTITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.

*Dorf-K.* mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. --
_Schnitzaltar_ 16. Jh.; _Weihrauchgef_ 13. Jh.

_SCHWALLUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen

*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu
gehrig 4eck. Wohnturm (Kemenate) von 1537. -- Von den Fachwerkhusern
des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute
Beispiele brig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von 1663.

_SCHWANEBERG._ UFranken BA Kitzingen.

*Schlo* in schner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus
Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.

_SCHWAPPACH_ (Ober- u. Unter-). UFranken BA Hafurt.

Stattliche *Amtshfe* des Klosters Ebrach von _Joh. Dientzenhofer_.

_SCHWARZACH._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Gotisierender Flachdeckbau 1610, Mawerkfenster, Doppelempore
auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. _Grabstein_ 1542, 1609. -- *Wirtshaus*
schner Fachwerkbau 1680.

_SCHWARZBACH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* wesentlich rom., neuerdings rest. -- _Glocke_ aus 13. Jh.

_SCHWARZBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche,* in den ltesten Teilen spgot. Gerader Chorabschlu. Flache Decke
mit 4 groen Gemlden. Moseskanzel.

Mehrere geschnitzte *Holzfachwerkhuser* des 17.-18. Jh. mit gut
geschnitzten Eckpfosten.

_SCHWARZBURG._ Schwarzburg-Rudolstadt.

*Schlo.* Der alte Bestand durch Brnde 1695 und 1726 fast ganz
vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. -- 2
_Schnitzaltre_ von _Valentin Lendenstreich_, dem Hauptmeister der
Saalfelder Schule, 1479 und 1503.

_SCHWARZENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* 1690-99 von _Joh. Georg Roth_ (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von
34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, wrdevolle Barockausstattung.

_SCHWARZENBORN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* Schiff im bergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor
etwas jnger.

_SCHWARZENFELS._ RB Cassel Kr. Schlchtern.

*Schloruine* 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares
Gebude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von
1621.

_SCHWEBDA._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Dorf-K.* mit rom. Turm. -- v. _Keudellsche_ Grabsteine. -- Got.
*Wasserburg* der v. Keudell.

_SCHWEBENRIED._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien,
namentlich der Orgelgehuse.

_SCHWEBHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

*Schlo* (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und groem, von Trmen
flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige Huser mit Staffelgiebeln
1526, die Treppentrme 1574.

_SCHWEINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Pfarr-K.* schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, fr diese
Gegend reich.

_SCHWEINFURT._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher knstlerischer Qualitt,
durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus lterer rom. Bauzeit der
Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Trme (jetzt 1). Im
2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, da
es durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mute; die Vierung und
die Flgel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der
Mitte. Die beiden Pfll. haben Bndelform, jedoch unter sich verschieden.
An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom.
Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzglich schwungvoller
Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim
spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um dieselbe
Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das sdl. Portal in guter Arbeit des
14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am ueren
interessiert jetzt nur die sprom. sdl. Qsch.-Front. Das Portal nicht
gro, aber von auserlesener Erfindung und Ausfhrung. Im Obergescho
entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 groe Kreisfenster mit reich
profiliertem Gewnde, getrennt durch eine die Mittellinie einnehmende
Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf
Sulchen mit Knospenkaptt. -- _Taufstein_ 1367. _Kanzel_ 1694, got.
_Grabsteine_ unter dicker Tnche; bmkw. Konrad v. Seinsheim 1369, Marg.
Fuchs Art des _P. Dell d. J._ um 1550. An der Auenwand _Epitaph_ des
Berthold Rucker {~DAGGER~} 1377, vor dem Heiland kniend; interessant fr die
Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Schne _Abendmahlskanne_ E. 16.
Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet.

*Rathaus* 1570 ff. von _Niklas Hoffmann_ aus Sachsen. Es wird den besten
seiner Gattung zugezhlt. Bei migem Reichtum des Zierwerks wirkt es
vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte
Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das
traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden
Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig
ber den Giebel hinaufgefhrtem Erker und einer Durchfahrt im Erdgescho.
Das Innere besteht aus mehreren Hallen und Slen, die sich in einem
Rckflgel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt. Das
Detail entspricht der schsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen.
Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzglich, erhalten.

*Gymnasium* 1582.

*Mhltor* 1564.

_SCHWEINITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon,
wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die _Schnitzerei_ gilt fr
Saalfelder Arbeit, die _Gemlde_ nicht aus _Wolgemuts_ Werkstatt (so
Lehfeldt), die Anklnge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie
kommen in der Saalfelder Werkstatt fters vor, z. B. auf dem Altar in
Schaala.

_SCHWEINSBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Stadt-K.* um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb.
ohne Strebepfeiler. -- Ikon. _Grabsteine_ der Familie Schenk zu
Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.

*Schlo,* ausgedehnte, groenteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils
bewohnt.

_SCHWEPNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok.
_Denkmlern_.

_SCHWETA._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Schlo.* Renss. Stattlicher Kamin.

_SCHWETA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1751. Zentralbau unter Einflu _G. Bhrs_. Gr. in Form eines
Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.

_SCHWICKERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.

*Schlo* 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Groe Stallgebude 1579,
1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung.

_SEBNITZ._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewlbt. -- Reicher _Altarbau_ bez.
_Martin Roth_ 1586. _Kanzel_ 1621. Gute _Madonnenstatue_ E. 15. Jh.

_SEDLITZ._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo* und Lustgarten 1719-1732 fr Graf Wackerbarth, Entwurf von
_Pppelmann_, verkrzt ausgefhrt von _Knffel_ und _Longuelune_; rest.
1846; im Garten dekorative Figuren, Vasen usw.

_SEEBACH._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* des 18. Jh. mit rom. O-Turm. -- Figurenreiche
_Alabaster-Epitaphe_ der Familie v. Berlepsch.

_SEEBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Ausgedehntes, verhltnismig wohlerhaltenes *Schlo*. Hauptgebude 17.
Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurck, darunter die *Kapelle,*
nach dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-Rblingen).
Auerdem grere *Schlo-K.,* spgot.

_SEEGA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

*Dorf-K.* quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.

_SEEGNITZ._ UFranken BA Kitzingen.

*Rathaus* 1608. -- Auf dem Friedhof kleines _Epit_. bez. TK (_Thomas
Kistner_).

_SEEHOF._ OFranken BA Bamberg I.

*Schlo Marquardsburg.* Bedeutende Anlage. 1686 von _Petrini_ aus Wrzburg
fr Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flgel, an den
Ecken breite niedrige Trme; im wesentlichen noch der Schlotypus von
Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Trme 1711
durch _Joh. Dientzenhofer_ verndert, die innere Ausstattung durch _B.
Neumann_ 1729.

_SEELITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* aus E. 15. Jh. Ungewhnlich gro und aufwndig: Gr. hnlich der
Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausfhrung
gekommen. -- _Schnitzaltar_ jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar.
Aufbau 1771. -- Mehrere _Grabsteine_.

_SEIBELSDORF._ OFranken BA Steinach.

*Pfarr-K.* 1735, helle und gerumige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753.

_SEIDMANNSDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Spgot. Emporen bez. 1538.

_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck., Gewlbe
mit aufgeputzten Rippen. -- Das umfangreiche _Altarwerk_ scheint
Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten _Grabmals_ aus der Schule
Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen _Grabmlern_ besonders die
des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grnrod {~DAGGER~} 1604, 1606 bmkw.

*Schlo.* Wasserschlo 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. --
Hervorragende _Portrtreihe_, u. a. Goethe 1787, Knigin Luise v. Preuen
1788, beide von _Darbes_, mehrere Glieder der grfl. Brhlschen Familie
von _Graff_.

Das _Seifersdorfer Tal_, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde,
seit 1781 von Grfin Christiane v. Brhl in einen romantischen Park
umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Vergnglichkeit, Htte des
Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800).

_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* architekturlos. Ansehnliches _Altarwerk_ von 1518, die
tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got., die
Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von geringerer
Qualitt.

_SEIFHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1796. Groer Saalbau mit 3 Rngen Emp., nchtern klassizistisch,
von _K. Ch. Eschke_.

_SEINSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Dorf-K.* _Holzmadonna_ von einem der besseren Gesellen
_Riemenschneiders_.

_SEITENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern
spitzbg. im bergang zur Renss.

_SELIGENTAL._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. --
Mehrere gute _Fachwerkhuser_.

_SERRFELD._ UFranken BA Knigshofen.

*Dorf-K.* spgot. mit OTurm. -- _Alabasterreliefs_ um 1480. --
Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll.

_SESSLACH._ OFranken BA Staffelstein.

Anziehendes altertmliches *Stadtbild*. Mauern und Trme auf grere
Strecken gut erhalten. Huser des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein
und Fachwerk.

*Kirche.* Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522
durch Anbau an ltere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert.

_SEUSSLINGS._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* um 1470. Doppeltrmig. Unter dem Chor ltere (rom.?) Krypta.
_Glasfenster_. Relieftafeln vom ehemaligen _Hochaltar_ um 1480.

_SEUSSLITZ._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Dorf-K.* Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit
gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh.

_SIEMERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1sch. bar., reich bemaltes hlzernes Tonnengwb. Ungewhnlich
gutes spgot. _Holzrelief_ (hl. Sippe).

_SIERSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Dorf-K.* rom. 12. Jh. -- Hbsche _Sakramentsnische_ 1484.

_SINNERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstrt, spter Gutshof. An der
Gartenmauer rohe frgot. _Steinfigur_, im Garten mehrere _Rok.-Figuren_.

_SITTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* mit rom. O.-Turm.

_SITTICHENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. *Cisterc.-K*. fast spurlos verschwunden. Bis zur Skularisation
scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverndert bestanden zu haben; auf ihn
gehen 2 mchtige Wrfelkaptt. zurck mit 1/2kr. Schilden wie in
Paulinzelle und deren Basen. -- Nahebei 2 frhgot. _Kapellen_. Am
Fenstermawerk auf Sulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.

_SITZENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. -- _Schnitzaltar_ 15. Jh. Mehrere
_Epitaphe_ 1530-1626.

_SODEN._ RB Cassel Kr. Schlchtern.

*Huttensches Schlsschen*. 1536 und 1591. Gut erhalten.

_SODENBERG._ UFranken BA Hammelburg.

*Ruine*. Schwer zugngliche Hhenburg. Erb. im 14. Jh. von den Thngen.
Sehr verfallen.

_SOMMERACH._ UFranken B A Gerolzhofen.

Interessantes Beispiel einer zum grten Teil erhaltenen
sptmittelalterlichen *Dorfbefestigung*.

_SMMERDA._ RB Erfurt Kr. Weiensee.

*Stadt-K. S. Bonifazius.* 1sch. flachgedeckt mit gewlbtem Chor 1462; Turm
nrdl. daneben. -- Guter _Schnitzaltar_. Hinter ihm 2 _Gemlde_ A. 15. Jh.

*Rathaus* 1529 ff. ziemlich gro, entstellt.

_SOMMERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

Anmutiges *Mainstdtchen* mit 4 Rundtrmen, 3 Tortrmen, 2 Figurenbrunnen.
In der Kirche schne geschnitzte _Kanzel_ 17. Jh.

*Schlo* der Grafen v. Rechteren. -- _Rathaus_ krftiger Renaissancebau. --
Auf dem Friedhof originelle _Steinkanzel_ mit berdachung.

_SMMERSDORF._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* 1795 mit nachgot. Turm. _Marmoraltar_ aus St. Michael in
Wrzburg, um 1750. Reste eines _spgot. Altars_ um 1510.

_SOMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* 1711 umgebaut, ein brig gebliebenes Fenster der NSeite scheint
rom. [Reste eines groen _Altarwerks_ um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.]

_SONDERSHAUSEN._ Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.

*Trinitatis-K.* nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration,
in den Winkeln des Polygons 4 Palmbume; darauf die 4 Evangelisten;
schwebende Kinderengel halten Gemlde. Reicher _Kelch_ um 1400.

*Frstl. Schlo* 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17.
Jh., NFlgel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 Rngen.

_SONDHEIM V. D. RHN._ Sachs.-Weimar VB Dermbach.

*Pfarr-K.* 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. Die
Emporen mit biblischen Gemlden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775,
auf der hlzernen Flachdecke _Kolossalgemlde_ (Himmelfahrt) von _Peter
Herrlein_ 1775. -- Hohe befestigte _Kirchhofsmauer_. -- Von den _Adelshfen_
ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig brig geblieben.

_SONNEBORN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Kirchenruine mit frgot. Chor. _Grabsteine_ des M. v. Wangenheim 1588
gehrt zu den besseren.

_SONNEFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1264. Der mchtige Chor, 3 Joche und
5/8 Schlu, berragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und
sorgfltig ausgefhrten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). --
_Grabsteine_ aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht
bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mnchs;
Kunigunde v. Sonneberg; btissin Anna v. Henneberg {~DAGGER~} 1356, vielleicht der
beste Grabstein Sdthringens aus der Hochgotik.

_SONTRA._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*K. S. Georg*. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg.
Tren gekreuzte Stbe. Fischblasenmawerk. Turm 17. Jh. Unter den
Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf.

*Rathaus,* malerischer Fachwerkbau mit Trmchen und hoher Freitreppe.

_SORNITZ._ K. Sachsen AH Meien.

*Schlo* 1500. Przises Beispiel eines festen Hauses jener Tage. Kleines
Rechteck mit diagonal gestellten Rundtrmen, umschlossen von Wassergrben.
Nchterner Umbau 1742.

_SPANGENBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Stadt-K.* Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, hherer 1sch. Chor,
gestreckt mit Schlu aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich
gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken
hlzernen Helm. -- _Tumba_ der Landgrfin Anna {~DAGGER~} 1462, an den Seiten 8 von
Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Hupten 2 Engel, zu Fen
Lwe und Hund.

*Hospitals-K.* Schlicht spgot. 1sch. -- _Holzskulptur_, Pietas.

*Schlo.* Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des
16. Jh. mit lterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Grben und
kunstvollem Wall. In verschiedenen Slen figrliche und ornamentale
Malerei.

Schne alte *Fachwerkhuser* in neuester Zeit durch Brand und Umbau
zerstrt.

*Ringmauern* schlecht erhalten, besser 3 *Trme* (1 runder und 2
viereckige).

_SPARNECK._ OFranken BA Mnchberg.

*Kirche* got. mit Grabmlern aus 15. und 16. Jh.

_SPIELBERG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom.

_SPIESSCAPPEL._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. *Prmonstratenser-Klst.-K.* Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged.
Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroen Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch.
und stl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des
Msch., mit 6 Arkaden, das nrdl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom.
Bauformen verhltnismig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und
verjngte Sll. Die Wrfelknufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an
mehreren eine von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8
Mnner- und Weiberkpfe, deren Haar und Bart in langen Strhnen
durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenfrmig
profiliertes Gewnde, die des Msch. sind durch Rundstab, Schrge und Kehle
gegliedert. Das WPortal hat im Gewnde 5 Rcksprnge mit 3/4 Sll.
ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des
Salvators, der Mutter Gottes und des Tufers. Die Vorhalle spgot. 1504. --
In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein _Altarbaldachin_ in sptesten
und reichsten rom. Formen. -- In der Vorhalle _Steinreliefs_ von 1500 und
1504. -- _Springbrunnenbecken_ bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang.

_SPITZKUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1712 von _J. Kirschstein_, dem Erbauer der K. von Hainewalde und
dieser gleich. Altar mit gediegenen _Schnitzfiguren_ von _Fr. Bhner_ aus
Bhmen. Zahlreiche bar. _Grabdenkmler_.

_SPORA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.

_SPREMBERG._ K. Sachsen AH Lbau.

*K.* 1901 vllig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. -- Zahlreiche
_Grabdenkmler_ bar. und rok., unbedeutend

_STADELHOFEN._ OFranken BA Bamberg I.

*Dorf-K.* um 1700.

_STADTILM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Pfarr-K.* Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten,
darunter das wichtigste die 2 Portale an der N- und SSeite mit Vorhallen
in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten _Statuen_ der
Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. Der
platte Chorschlu aus der alten K. herbergenommen. Das schngegliederte
Portal (3 m gro) in Paulinzeller Tradition. Im W 2 ansehnliche Trme,
rom. und rom.-got., letztes Gescho hochgot. mit niedriger Steinpyramide,
Eckfialen und Wimpergen -- eine treffliche Komposition, aber neuerdings
vllig verrestauriert.

*Ehem. Kloster* der Cist.-Nonnen. Der sptgot. Unterbau der Nonnenempore
eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete *Schlo*. (Verstndnisloser
Anbau A. 20. Jh.).

_STADTLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim.

*Pfarr-K.* wesentlich 1731.

*Rathaus,* schner Fachwerkbau bez. 1563.

*Zehntscheuer* mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.

_STADTLENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Pfarr-K.* WTurm mit rom. Schallffnungen. Schiff 1790.

*Schlo* (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh.
umgebaut.

_STADTPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh.
Langhaus im 17. Jh. nachgot. verndert. Turm von 1628. -- Im Innern gute
_Sandsteinfigur_ einer weibliehen Heiligen, um 1430.

*Rathaus* erb. um 1520, mit spteren Vernderungen. Malerischer,
zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im
Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzge und ein Glasfenster,
bez. 1600.

*Burgruine Prozelten* (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg,
Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage, die
Harmonie der einzelnen Teile und die Khnheit des Aufbaues eine der
schnsten Sddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die
Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die Ringmauer
mit groen Bastionstrmen und dem Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein
unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nrdl.
Teil des OPalas. 2. Groartiger Umbau und Erweiterung der Gesamtburg durch
den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus dieser Zeit der kleine Bergfried,
der WPalas und die Ringmauer. Einzelne nderungen spgot.

_STADTSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Lhs. neu. Chor 1467. -- Pompser _Hochaltar_ um 1730, die
feineren _Seitenaltre_ um 1710. Spgot. _Chorstuhl_ mit Flachschnitzerei.
Sitzende _Madonna_ 1. H. 14. Jh., buerisch.

_STADTSTEINACH._ OFranken BAmtsstadt.

*Marien-Kap.* 1690, Apsis aus 13. Jh.

*Marter* 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. Sulen.

2 *Stadttrme* und Strecke der Mauer. _Burgruine Nordeck_ (Hennebergisch);
zerst. 1525.

_STAFFELSTEIN._ OFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Der lteste Bestandteil der groe, in Quadern ausgefhrte Turm,
jetzt nrdl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481,
1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in
Mittelfranken hufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im
bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein hbsches
malerisches Innenbild. -- Neben der Haupttr _Rotmarmorrelief_ 1484; am
Turm ein verwitterter _Rittergrabstein_ 14. Jh.

*S. Annen-Kap.* Schnes geschnitztes Marienbild, aber nicht _Veit Sto_.

*Rathaus* 1687, Erdgescho mit Quaderecken, ber dem Portal ein an Kaiser
Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.

4 *Tortrme* 14 Jh. (?).

_STAUCHITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schlo* fr A. H. v. Lttichau 1700-1708 von _J. R. Petersell_.
15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit;
am flachen Giebel Nachklnge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und
tiefer Vorsaal mit doppellufiger Treppe. Reihe von Bildnissen.

_STAUSEBACH._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Pfarr-K.* 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck
geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb. --
Einfache _Kanzel_ etwa E. 15. Jh. _Weihwasserstein_ sptestgot. 16. Jh. --
Befestigter Kirchhof.

_STECKELBERG._ RB Cassel Kr. Schlchtern.

*Burgruine.* Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16.
Jh.

_STEDTEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhltnismig
aufwndigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma -- *Schlo* 1737, einfach.

_STEDTEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Rom. *Dorf-K.,* das Detail geschmckter als gewhnlich; got. berarbeitet.
Groer _Flgelaltar_.

_STEDTLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1736, sehr reiche _Kanzel_. -- Geschnitztes Fachwerkhaus 17.--18.
Jh.

_STEIN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Schlo,* sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und
wohlerhalten.

_STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina
abgegangen). _Unterstein_ erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau,
Fachwerkobergescho. Noch ansehnlicher angelegt _Oberstein_ 1582, 1594.

_STEINACH._ UFranken BA Kissingen.

*Pfarr-K.* _Crucifixus_; durch eine in der Seitenwunde verborgene Urkunde
von 1516 als eigene Arbeit _Riemenschneiders_ beglaubigt; Holz; mit
ausgeprgtem Streben nach weicher Schnheit in Haltung und Krperform.

_STEINAU._ RB Cassel Kr. Schlchtern.

*S. Katharinen-K.* 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit
gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im _NO._ -- Geringe
Steinfiguren, Reste eines _h. Grabes_. --

Spgot. _Kanzel_ von Stein.

*Schlo.* Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage,
umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein
3stckiger Saalbau, ber 30 m lang. Das Erdgescho mit Netzgwb. auf 5
Mittelsulen. Das 2. Gescho enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden);
Reste von Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse
ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbgen und
Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloturm mit bar. Bedachung.

*Amtshaus* 1562 spgot.

*Rathaus* 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschohalle.

*Gasthaus zum Schwan* 1620.

*Ringmauern* z. T. doppelt und *Stadttrme* ziemlich gut erhalten.

_STEINBACH._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 1717. Stuckdecke und sonstige tchtige Bar.Dekoration --
Stattliches _Herrenhaus_ (v. Pflugk) 1715.

_STEINBACH._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* 1770 mit geflliger Ausstattung der gleichen Zeit.

_STEINBACH._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmlerer quadr. Chor
und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewhnlich fein.

_STEINBACH._ UFranken BA Lohr.

*Pfarr-K.* 1723 von _Balthasar Neumann_. Den Typus der kleineren
Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in groem Mastabe St. Paulin
in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark kultiviert wurde, hat
auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch.
Lhs. mit einspringendem WTurm. -- Ausstattung gut. -- _Hochaltar_ etwas
frher als der Bau. Linker _Seitenaltar_ von _Leunenschloss_ 1723.--
Silbergetriebenes _Kruzifix_, Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. --
_Kreuzpartikel_, Silber vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit,
vermutungsweise nach _Neumanns_ Entwurf.

*Schlo* der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von _Balthasar
Neumann_. Der ganz originelle Grundri Lngsbau, von zwei Querflgeln
rechtwinklig durchschnitten, so da der Lngsflgel noch als Risalit an
den Schmalseiten vortritt, whrend die inneren Schnittpunkte abgerundet
sind, macht die uere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im
Innern in der Mitte der 2geschossige, groe Saal mit guten Stuckaturen im
Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie.

_STEINBACH-HALLENBERG._ KB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Burgruine Hallenburg*. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger.
Um 1600 verfallen.

*Dorf-K.* Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore mit
Brstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. -- Befestigter
Kirchhof, am Tor bez. 1605.

_STEINBERG._ OFranken BA Kronach.

*Pfarr-K.* angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.

_STELZEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung lterer Teile.

_STEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser
Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. -- Die Kirchhofsbefestigung
mit Tortren stand mit dem ehem. Schlo in Verbindung. -- _Fachwerkhuser_
17. und 18. Jh.

_STERNBERG._ UFranken BA Knigshofen.

*Pfarr-K.* (1673) mit guter Fassade. Stattlicher _Hochaltar_.

*Schlo* um 1660-70, 4flgelig mit 4 quadrat. Ecktrmen (Schema wie bei
dem Aschaffenburger Schlo).

_STERPERSDORF._ OFranken BA Hchstadt.

*Wallfahrts-Kap.* 1763.

_STETTBACH._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Zwei mnnliche _Holzfigg_. neben dem Hochaltar, schwache
Arbeiten ohne nheren Zusammenhang mit _Riemenschneider_.

_STETTEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt.
wiederbenutzt. Am _Taufstein_ von 1651 lgemlde in Kartuschen.

_STETTFELD._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. --
Chorbg. _Kruzifix_ berlebensgro, um 1520, bmkw. -- _Glocke_ 1354.

*Mhle* A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend.

_STEUDNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentren mit altem
Beschlag.

_STCKACH._ UFranken BA Hofheim.

*Schlo* um 1730. Im Dorf schnes Fachwerkhaus.

_STOCKHEIM._ UFranken BA Mellrichstadt.

Altes *Zehnthaus*. Mchtiger Fachwerkbau des 17. Jh.

Ansehnliche Reste der *Dorfbefestigung*.

_STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Stadt-K. S. Martin* 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schne bronzene
_Grabplatte_ der Elisabeth von Stolberg, geb. Grfin v. Wirttenberg,
{~DAGGER~} 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der _Vischer_schen Werkstatt,
desgl. die _Gedenktafel_ fr den schon 1488 verstorbenen
Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Groes Wandgrab fr den
gegen die Trken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. Handwerkliche
Bildnisse von _Luther_ und _Melanchthon_ 1611, besser die
_Pastorenportrts_ 1656, 1672.

Die *alte Mnze* (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei
gezierter Fachwerkbau 1535. -- *Rathaus* 1482, rest. 1600. -- *Schlo,*
groe Gebudegruppe, deren stl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss.
Portal.

_STOLLBERG._ UFranken BA Gerolzhofen.

Von der ma. *Hhenburg* ist die Anlage mit Grben, sowie Teile des
sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten.

_STOLLBERG._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Marien-K.* Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1. H.
15. Jh. als regelmige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades
Joch und 5/8 Schlu. ber dem Chor Dachreiter. -- Spgot. _Schnitzaltar_ mit
den 14 Nothelfern.

_STOLPEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1490, durch Umbau 1793 entstellt. -- Veste. Ruine, einige Teile
noch unter Dach. Prchtiges Renss.Eingangstor nach M. 16. Jh., nicht 1521;
dieses Datum (ein sehr frhes fr Renss.Architektur in Deutschland) kommt
nur der Nebenpforte zu. -- _Kapelle_ 1405 und 1440.

_STOLZENBURG._ RB Cassel Kr. Schlchtern

*Burgruine,* mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten.

_STOLZENHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1592. Anlage unverndert ma., Fenster rundbg. -- Intakte
_Ausstattung_ um 1680, recht gut der Altar.

_STRMTAL._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, langgestreckter Bau mit eigentmlichem, im Dreipa angelegtem
OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17. Jh.

_STSITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Herrenhaus* 1764-66. Architektur und Ausstattung tchtige Leistung von
Dresdner Knstlern zweiten Ranges.

_STRASSBERG._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* von 1576, groer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg.
Fenster, platter Chor.

_STREHLA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Stadt-K.* Spgot. Von Interesse die Ausstattung. _Hochaltar_ 1605 von
_Hans Ditterich_ aus Freiberg, groes Auferstehungsrelief, am Sockel
Abendmahl; die lebensgroen Statuen gehren zu den besten der Zeit.
_Kanzel_ von 1565, ein merkwrdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur
leider berstrichen; die tragende lebensgroe Mosesstatue mit einem
Rundpfeiler verschmolzen, an Brstung und Treppengelnder Reliefs.
_Denkmale_ des Hans v. Beschwitz {~DAGGER~} 1496, tchtige vollplastische
Standfigur; des Seb. Pflugk {~DAGGER~} 1557; des Otto Pflugk {~DAGGER~} 1568 (wohl von _Hans
Walther_); der Margarethe Pflugk {~DAGGER~} 1573 (_Christoph Walther_
zugeschrieben); des Otto Pflugk {~DAGGER~} 1591, bez. _WK_, das Ornament unter
niederlndischem Einflu; des Hans Pflugk {~DAGGER~} 1618 (Art _Ch. Walthers_). Die
zahlreichen Denkmler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse.

*Rathaus* 1751, schlicht.

_STREITBERG._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Burgruine,* umfngliche Anlage, wenig erhalten.

_STREUFDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Wohl ltestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden
Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom. Formen. Um
1500 Verlngerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. --
_Moses-Kanzel_ 1650; _Taufstein_ 16. Jh.; im Chor _Holzstatuen_ des
Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; _ikon. Grabst._ 1701, 1716.

_STRUPPEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verndert; bmkw. rom.
Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit sptestrom. Rippengwb. aus
2. H. 13. Jh. -- Im *Pfarrhaus* Reste eines _Schnitzaltars_ aus E. 15 Jh.

_STRUTH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* 1771. -- _Dorflinde_ mit ummauertem Tanzplatz.

_SUHL._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Stadt-K.* 1645 und jnger. Grozgiger Bar.Bau. Ansehnlicher
Bar.Kanzelbau.

*Kreuz-K.* 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die uere
Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern.
Unter Baueinflu der K. ein Brgerhaus mit fein stuckierter Fassade.

*Schlo,* gruppiert sich um einen unregelmig 4eck. Hof; Portale und
andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen bis
13. Jh. zurck.

_SULZA (DORF)._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17.
Jh.

_SULZA (STADT)._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator.

_SLZENBRCKEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* Mischbau rom. bis 18. Jh. -- Bmkw. gesticktes _Antependium_ um
1400.

_SULZFELD._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der
got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verstrkt). An der
Auenwand mehrere _Epitaphe_, das beste 1605. Groer _lberg_ im bekannten
Schema, 1497 gestiftet vom Schultheien Lorenz Gtz und zur Erinnerung an
diesen {~DAGGER~} 1534 eine Bronzetafel.

*Rathaus* 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr ppig fr das winzige
Stdtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte
Portale.

*Heiligenstatuen* an den Husern ungemein zahlreich und von
verhltnismig hoher Qualitt.

Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute
*Stadtbild* mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen,
meist zerbrckelten Mauertrmen.

_SLZFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw.
*Fachwerkhuser*, Datierungen 1612, 1619. -- *Dorflinde* mit alter
Steinbank.

_SULZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schlo* (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Hchst stattlicher Bau um 1720
(der Hinweis auf _Balth. Neumann_ sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau,
an den Enden Querflgel vor- und rckwrts ausspringend. Im Detail
Kreuzung bambergischer und wrzburgischer Formen (vgl. einerseits
Oberschweppach, andererseits Untertheres). Schne Treppenanlage. In den
Zimmern Rok.Tapeten.

_SULZTAL._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von _Bossi_ u. a.,
frher im Kloster Oberzell bei Wrzburg.

_SYHRA._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. _Altarwerk_ (Holz) 1598. Aus
demselben Jahr die _Kanzel_ mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren.
Mehrere v. Einsiedelsche _Grabdenkmler_.

*Herrenhaus* 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.

_SYLBACH._ UFranken BA Hafurt.

*Dorfrathaus* 1598. Allerliebster Fachwerkbau.




_T_


_TAL._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Kirche* des ehem. *Wilhelmitenklst.* A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh.,
entstellt. -- Ruine *Scharfenberg,* fast nur der runde Bergfried erhalten.

_TALBRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Benedikt.-Klst.-K.* Unter den rom. Denkmlern Thringens an Wert in
vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterfhrung desjenigen von Paulinzelle.
OBau 1142-1150, WBau bis A. 13. Jh. (die frhere Inschr. am Portal 1201
nicht mehr sichtbar). Lhs. nach 1200 fortgesetzt. -- Der Chor zeigt das
Hirsauer Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an Cluniacenser-
und frhesten Cistercienserkirchen Burgunds fters vorkommenden
Modifikation: neben dem Chorquadrat mit Apsis je _zwei_ Nebenchre von
gleicher Anlage, aber sukzessive kleiner werdenden Maen, so da die ganze
Gruppe der 5 Chre im Gr. staffelfrmig zurckspringt. Um dieser Anordnung
Raum zu geben, sind die Flgel des Qsch. ber das gewhnliche Ma
verlngert. Die Chre werden gewlbt gewesen sein; alles brige
flachgedeckt. Eine Krypta war nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh.
nebst einem got. Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs.
enden mit Trmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch nicht, wie
dort, das Erdgescho in das Schiff einbezogen, sondern als massive Mauer
ausgefhrt, nur gegen das Qsch. mit einer kleineren Doppelarkade geffnet.
Der zwischen diesen OTrmen liegende Abschnitt des Msch. war gegen die
Gemeinde-K. durch eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners).
-- Das Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr.
ist oblong mit 6 Dreiviertelsulen besetzt, davon 4 an den Ecken und je 1
unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform einen gestreckten Gr.
erhlt. Das Profil der Scheidbgg. im Anschlu an die Pfeilergliederung aus
3 Wulsten und Rcksprngen zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die
eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Wrfelkapitellchen,
einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck, welcher ebenso wie die
Palmettendekoration des Gurtgesimses der Nordwand erst nach 1200
ausgefhrt sein kann. Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. -- Im
W ist dem Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die
Portalnische eingreift; das Gewnde abgetreppt und jederseits mit 4 Sll.
besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grtigen Kreuzgewlben. Ungemein
charaktervolle Gestalt der stmmigen Sll., die Schfte stark geschwellt;
mchtige Wrfelkapitelle und attische Basen in Eckhlsen. Im W waren Trme
nicht vorhanden. -- Gesamtlnge 72 m. -- Jetzt ist nur das Lhs. (mit
zerstrtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860 sehr nchtern whgest.;
OBau und Vorhalle Ruine, sdl. Ssch. abgetragen, die Klostergebude bis
auf wenige Keller verschwunden. -- _Pietas_, Holz, um 1500. -- _Grabsteine_
des 16. und 17. Jh.

_TALHEIM._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K.* gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die
Backsteinteile jnger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener quadr. Chor
und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies ergibt eine 4fache von O nach
W steigende Hhenabstufung.

_TALLEBEN._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

*Dorf-K.* mit sprom. Chorturm. -- *Wohnhuser* 1541, 1548.

_TANN._ RB Cassel Kr. Gersfeld.

*Gottesacker-K*. mit groem v. Tannschem _Epitaph_.

*Stadttor* 1557 rundbogig mit Flankentrmen, geschweifte Hauben.

*Schlo.* Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. Brunnen mit
bronzenen Delphinen.

_TANNEBERG._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. -- Schnes _Wandgrabmal_ von
_Andreas Walther_ 1575.

_TANNENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Dorf-K.* Bmkw. _Altarwerk_, bez. 1521. Die Gemlde in der Dekoration
schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand wie die Altre in Einsiedel
und Ehrenfriedersdorf.

_TANNENBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg

*Burg,* teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus 16. und
17. Jh. Dabei 7stckiger Wohnbau mit ausgekragter Kapellenapside.

_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* Chor mit Zellengwb. in der Art _Arnolds v. Westfalen_. Rom.
Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. -- _Altaraufsatz_ aus
Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter _Taufstein_ wenig lter.

_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Lbau.

*Dorf-K.* 17. und 18. Jh. -- Reich an _Grabdenkmlern_.

_TAUCHA._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* stattlich nchterner Predigtsaal von 1772. -- Beweinung Christi,
lebensgroes ausdrucksvolles _Holzschnitzwerk_ des 16. Jh.

_TAUTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ mit gemalten Flgeln.

*Schloruine*. Erhalten ein trapezfrmiger rom. Turm mit Zinnenkranz.

_TEICHA._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got.
Sakramentsnische. Spgot. _Schnitzaltar_, einer von den besseren. Auf dem
Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw. durch Ornamente und Trachten.

_TEICHWEIDEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.*, rom. Anlage, spgot. umgebaut. -- Guter spgot. _Schnitzaltar_.

_TEILHEIM._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches Beispiel
fr den Formenkampf der bergangszeit. -- _Altre_ um 1700, auf einem
(nrdl.) gute lebensgroe _Holzfig._, Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. --
_Priestergrabstein_ 1496. -- _Kanzel_ um 1525, frheste Renss.

_TEISTUNGENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die bestehende Kirche 1724, Tonnengwb. mit
aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, WPortal mit figurengeschmcktem
Nischenaufbau. Reste des Kreuzgangs.

_TENNEBERG._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Schlo.* Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar.
_Deckengemlde_.

_TENNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Pfarr-K.* Kreuzgewlbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 (Inschr.). Das
3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken hergestellt.

_TETTENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die Fortdauer des
got. Stils noch 1608.

_TEUTLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Verhltnismig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; Chorquadrat
mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; im W eine Empore auf 2
rippenlosen Kreuzgewlben, der Fubodenbelag aus Platten mit Tier- und
Pflanzen-Ornamenten in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail. --
_Taufstein_ 1586, vielleicht nach rom. Muster; prchtige _Kanzel_ hinter
dem Altar A. 18. Jh.

_THALLWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Chor um 1440, Schiff 1626. -- Zahlreiche _Denkmler_, meist der
Familie v. Holtzendorff.

*Schlo* des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender _Park_ in
franzsischer Art 1764.

_THAMSBRCK._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Stadt-K.* Sch. 1669. Der got. Turm im O und ber dem Altarhaus; wohl in
Nachwirkung einer rom. Anlage. -- Groes _Renss.Epitaph_ der Familien v.
Berlepsch und v. Haugwitz.

_THANGELSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* Rom. OTurm, in dessen Erdgescho der Chor. -- _Altarwerk_ 1498.

_THARANDT._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Kirche* charakterlos. In der Sakristei _Kreuzigungsgruppe_ um 1500,
temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht bekannten Knstlers von
selbstndiger Physiognomie. Die darunter angebrachte _Predella_ 17. Jh.
Ungewisser Herkunft das eingemauerte rom. _Portal_, von nicht gewhnlicher
Feinheit, um 1220-30. -- Tchtige _ikon. Grabsteine_ 1634, 1667.

*Schlo* 1446 unter Oberleitung _Arnolds v. Westfalen_ (vgl. Meien)
umgebaut, jetzt Ruine.

_THEKLA._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte
Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter Brstung. -- Glocke
aus 13. Jh. -- Am _Abendmahlskelch_ der Knauf hervorragende Arbeit des 13.
Jh., Fu 15. Jh., Kuppa neu.

_THEMAR._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* beg. 1488; mehrere sptere Umbauten laufen ineinander. 1sch.
mit eingezogenem, lnglichem, gewlbtem Achteckchor; daneben Turm. Die
2geschossige Emporenanlage von 1541 mit hbsch durchgebildeten
Einzelheiten. -- Im Chor 4 spgot. _Schnitzaltre_ mit gemalten Flgeln, der
lteste der an der SOSeite.

*Amtshaus* bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. -- *Wohnhuser* bez. 1601
(Hintere Stadt 170), 1672 (Rmhilder Str. 65). -- *Stadtbefestigung* 1457.

_THEUMA._ K. Sachsen AH Plauen.

*Kirche,* ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewlbebau um 1400. --
Vierflgeliges _Altarwerk_ A. 16. Jh.

_THIERBACH._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* in groem befestigtem Kirchhof. -- _Altar_ und _Deckenstuck_ mit
biblischen Darstellungen um 1680.

_THIERSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel.

*Burg.* Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, rest. 1640,
verbrannt 1725.

_THOSSEN._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* Vierflgeliges _Altarwerk_ um 1500; ber der Predella die
liegende Stifterfigur.

_THRENA._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom. Anlage. Stattlicher spgot. _Schnitzaltar_, wohl aus dem
Klst. Eiche.

_THULBA._ UFranken BA Hammelburg.

Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Gegr. 1127. Das Klst. im Bauernkrieg
zerstrt. Die rom. Kirche erhalten, stattliche kreuzf. Pfeiler-Basilika.
Im Lhs. ein Teil der Sttzen ausgebrochen, vielleicht urspr.
Sttzenwechsel. Rest eines Kreuzganges mit Wrfelknaufsulen. -- Rok.
_Epitaphe_.

Ehem. *Propsteihaus* (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.

_THNGEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Protest. K.* Charakterlos verbaut. Thngensche Grabsteine 18. Jh. *Kath.
K.* neu. Auf den neuen Altren bmkw. Reste lterer Plastik, bez. _CB_
1627.

*Friedhofs-Kap.* neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche v.
Thngensche _Grabsteine_ aus dem. 16. Jh.

*Schlo,* Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh.

_THNGERSHEIM._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. -- _Taufstein_ 1590.
_Kanzel_ 1605. _Orgel_ und _Chorsthle_ rok. Brgerliche _Epitaphe_ des
17. Jh. Kirchhofsmauer mit Gaden. -- 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751.
Altertmliche Straenbilder. Haus no 260 geflliger spgot. Bau mit
ansehnlicher Zimmerausstattung. An no 188 _Madonna_ um 1520, an no 189
_Johannes_ um 1780. -- Zahlreiche (9) Bildstcke 15.-18. Jh.

*Brunnenhaus* mit schner _Madonna_ von _Riemenschneider_.

_THURM._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Dorf-K.* 1729. -- _Schnitzaltar_ um 1500. _Kelch_ 1571. _Grabmal_ des Wolf
v. Weienbach, {~DAGGER~} 1584, von _Samuel_ und _Uriel Lorentz_ aus Freiberg;
reicher Aufbau in bedeutenden Maen, die lebensgroen Gestalten des
Verstorbenen und seiner zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor
mit Vergoldung.

_THURNAU._ OFranken BA Kulmbach.

*Kirche.* Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur
von derselben Hand wie in der Ordenskirche in Bayreuth. -- Groer
Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer Verkrzung. Kanzel auf 2
lebensgroen Stuckfiguren, Moses und Johannes.

*Marktbrunnen* mit Neptun um 1700.

*Schlo* der Grafen Giech. ltester Teil, A. 13. Jh., die sog. Kemenate;
Treppen-Turm 1591; schner Erker 1570. Weiter westl. einfacher Renss.-Bau
2. H. 16. Jh. Am Haupthof der Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau
1729-31. Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an
Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der Plassenburg.

_TIEFENORT._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten.
Eingemauert ein rom. Trsturz in flacher Giebelform. _Steinkanzel_ 1550,
gotisierend. _Grabst._ des Grafen Adam v. Bruhlingen, {~DAGGER~} 1538, in guter fr.
Renss. Andere _Grabst._ 17. Jh.

_TIEFENSEE._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Schlo.* Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen Landsitzes E.
16. oder A. 17. Jh.

_TIEFURT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* aus 15. und 18. Jh.

*Schlo* ganz bescheidene Anlage von ca. 1760.

_TINZ._ Reu j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.

*Frstl. Lustschlo* 1748 ff.

_TONNDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* WTurm rom., Lhs. 1494.

*Burgruine* mit Resten aus 12. Jh.

_TORGAU._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K. S. Marien* 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schlu mit 3 polyg.
Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen Langchor hinausgeschoben.
Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im Chor Zellengwb. Doppeltrmige rom. WFront
(der STurm bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallffnungen,
deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und Fensterrosen.
Renss. Sakristei. -- Hlzerne _Kanzel_ mit Evangelisten 1582. _Taufstein_
1693. Marmorner _Altaraufsatz_ 18. Jh. -- _Bronzeplatte_ der Sophie v.
Mecklenburg {~DAGGER~} 1503 aus der _Vischer_schen Htte, bez. 1504. _Grabst._ der
Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau {~DAGGER~} 1552, halbrundes bemaltes
Relief. Zahlreiche _Epitaphe_ an der Auenwand, darunter das des
Baumeisters Konrad Krebs {~DAGGER~} 1540. -- _Triptychon_ bez. 1509. --
_Lutherportrt_ in Papiermasse 16. Jh. -- Bmkw. _Altargerte_. [Ein lange
verschollen gewesenes Hauptbild _L. __ Cranachs_ jetzt im Mus. Frankfurt
a. M.]

*Alltags-K.* (Militrmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 Achsen,
verlngerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schlu. Die Fenster des Lhs. 3teilig
mit Vorhangbg. und berschnittenem Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit
rundbg. Mawerk und Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. --
_Grabst._ 1463.

*Nikolai-K.* (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten
Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Trme mit renss. Giebeln und
Bischofsmtzen.

*Rathaus* groe 3flgelige Anlage, ehemals rein renss., wovon jetzt noch
der SOGiebel und ein prchtiger Erker.

*Stadtmauer* Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden Wichhusern.

*Privathuser*: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. 354 mit
Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale hufig,
hervorzuheben Schlostr. 453.

*Schlo Hartenfels*. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. und 14. Jh.
Fr die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten 1533-44 und 1616-23. Mit
seinen vielen teils runden, teils viereckigen Trmen und hochragenden
Mauermassen gibt das Schlo besonders vom jenseitigen Elbufer eine
groartige Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. _Cranach_sche
Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne verdorben.
Architektonisch am bedeutendsten, eine Hauptleistung der FrRenss. in
Deutschland, ist die Hoffront des 1533-35 von _Konrad Krebs_ erbauten
OFlgels. Langgestreckter 4geschossiger Aufbau mit mig groen spgot.
Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Hhe balkonartig vorgekragten
Laufgang; von durchschlagender Wirkung als Vertikalkontrast das aus der
Mitte vorspringende Treppenhaus; schlichter rck. Unterbau in Hhe des
Erdgeschosses mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche
Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; der Aufbau in
Pfll. aufgelst, zwischen denen die Spirallinien der Stiege auch nach
auen sichtbar gemacht sind; Pilaster und Brstungen mit reichstem
FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein von Dresdener Steinmetzen
angefertigt); der krnende Giebel folgt der Krmmung des Gr. Das Ganze die
renaissancemige Umsetzung des analogen Motivs am Schlo zu Meien;
Kenntnis des Schlosses von Blois mglich, doch nicht notwendig. Ein an die
NSeite geschobener Erker von hchster Pracht und Feinheit der Dekoration
und ein aus der SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgngen
vervollstndigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen
Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschlo
einnehmenden Saal von 14 : 70 m. -- Schlokirche 1543-44 von _Nickel
Grohmann_. Von Luther persnlich eingeweiht und tatschlich die erste
protestantische Kirche. Die Anlage erklrt sich aber nicht sowohl aus
neuen Forderungen des protestantischen Gottesdienstes, als aus der
Eigenschaft als Schlokirche, deren mehrere in dieser Gegend schon E. 15.
Jh. hnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstdt). Die Kirche ist
lediglich ein in den NFlgel des Schlosses eingebauter Saal, gleich den
brigen Teilen 3geschossig, was im Innern zur Anlage von Doppelemporen
fhrt; dieselben ruhen auf Flachbgen, die zwischen die einwrts gezogenen
Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne mit
Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel am Mittelpfeiler der
SSeite. -- Der prachtvolle _Altaraufsatz_ stammt aus der Schlo-K. zu
Dresden; keine Knstlerbezeichnung; Art der _Walther_. Eine dekorativ
vorzgliche Arbeit die _Dedikationstafel_ mit dem Portrt Luthers zwischen
denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich, gegossen 1545 durch
_Wolf_ und _Oswald Hilger_.

_TRAGNITZ._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff mit verhltnismig groem Chor. Das
Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten Felderdecke, seinen
Emporen, Stbchen und Sthlen wohl das malerischste in Sachsen. Der
_Altar_ 1659 von dem Bildhauer _V. Otte_ und dem Maler _J. Richter_ (vgl.
Leisnig).

_TRAPPSTADT._ UFranken BA Knigshofen.

*Schlo* (frher v. Bibra) um 1700. Ein lterer Bau von 1616. Guter,
grofiguriger Ofen.

*Dorf-K.* Gleichzeitig mit dem Schlo, mit nicht bler Fassade.

_TRAUN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* Der rom. Turm stl. ber quadr. Altarhaus.

_TRAUSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* Zwei gute spgot. _Holzfiguren_ um 1500 im Stil
_Riemenschneiders_. Stattlicher _Hochaltar_ um 1680.

Ehem. *Schlo* (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. Voit-Rieneck.
Das Innere verwstet. Im einstigen Festsaal bmkw. Reste einer
ernst-pompsen Dekoration in Stuck und Malerei, besonders interessant
durch die Zeitstellung, Epoche der ersten Wiederbelebung der Kunst nach
dem 30 jhrigen Kriege.

_TRAUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 1475. WTurm mit 8eck. Obergescho und originellem Dach (wohl 17.
Jh.). -- Bmkw. _Sandsteinwandgrab_ des Burgold Puster {~DAGGER~} 1567. -- _Glocke_
mit Reliefbildern bez. 1462.

_TREBEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* um 1450, WTurm A. 13. Jh. -- Groe _Gedenktafel_ fr H. v. Bnau
1600.

_TREBEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.*, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.

_TREBGAST._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* 1740. Fr eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der Zeit des
Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. Am breiten,
flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, darber Turm. Da am
Chorbg. noch got. Profile vorhanden sind, wird die Disposition ins hohe
Ma. zurckgehen. Sonst ist die Kirche in schnen Quadern vllig erneuert.
An den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der
Fenstergewnde; der Turm 3geschossig, sehr hbsch die berfhrung zuerst
in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmiges 8Eck. Das Innere ganz
einheitlich erhalten (nur die moderne Frbung etwas strend); ringsum
tiefe Emporen, schnes Orgelgehuse, hervorragend gut stuckierter Plafond,
Kronleuchter mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau ber dem Altar
zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das Ganze zwischen Reichtum und
Armut in anstndiger Mitte, von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich;
nicht leicht kann fr den protestantischen Geist im Zeitalter des
Rationalismus ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. -- Reste einer
prchtig skulptierten renss. _Steinkanzel_ in der Holzlege des
Pfarrhauses.

*Pfarrhaus* aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.

*Rochus-Kap.* anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.

_TREBSEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Schlo,* 1522 fr Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. Der
mittlere Flgel lehnt sich an einen kolossalen wohl lteren Rundturm;
spgot. Giebel; Vernderungen 1783.

_TREFFURT._ Pr. Sachsen Kr. Mhlhausen.

*S. Bonifazius-K.* Sprom. ca. 1230-50, unter Einflu von S. Blasien in
Mhlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. kreuzfrmige Anlage in
schmuckreicher Ausfhrung; einfacher und etwas jnger, schon stark mit
got. Elementen durchsetzt das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und
Qsch. mit spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschrfter Rundstab
begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit Teilungsringen,
an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und Knospenwerk;
Kleeblattpiscinen in der Art derer von Walkenried. Das Lhs. jetzt mit
Bretterdecke, Qsch. und Lhs. mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne
dasselbe. Die Portalnische am nrdl. Kreuzarm zur Gewinnung grerer Tiefe
halb vorgebaut, 3 Rcksprnge mit Sulen, die eckigen Teile des Gewndes
wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab besetzt; ein
nordwestfranzsisches Motiv; soll man an einen von dort kommenden Arbeiter
denken? Das Tympanon wird ein Gemlde getragen haben. Der schlichte WBau
hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein
Fachwerkgescho.

*Rathaus.* Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und Freitreppe.

*Burg Normannstein*. Stattliche Ruine; der Rundturm und das zunchst
anstoende, einst durch eine hlzerne Brcke verbundene Gebude 13. Jh.

_TREISBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2sulenfrm.
Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.

_TRENDELBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. _Kanzel_ 1633.
_Wandmalerei_, h. Christophorus u. a. Vier _Grabsteine_ 1577-1604.

*Burg.* Wohngebude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben von Grben und Mauern
mit 4 Ecktrmen.

_TRENNFELD._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* um 1614 umgebaut. _Epitaphien_; an der Auenseite H. von
Reinstein {~DAGGER~} 1349, R. v. Gebstetter {~DAGGER~} 1540 von _P. Dell d. J._; vom selben
Enders v. Bibra {~DAGGER~} 1553.

_TREPPENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., Lhs. spgot.
und 1756. -- _Altarwerk_ um 1480.

_TREYSA._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. *Pfarr-K.* (Totenkirche). Um 1230-40 sprom. begonnen; beabsichtigt
als Basilika mit flachem Msch. und gewlbten Sschiffen. Von diesem bis zu
halber Hhe ausgefhrten Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare)
auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der Marburger
Elisabeth-K. gendert, doch mit Beibehaltung des basilikalen
Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als Bndeldienste umgearbeitet,
den Auenwnden Strebepfll. vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom.
rundbg., die Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Mawerk.
Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schlu. -- Aus der
SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls einfache Turm auf;
von Interesse nur die Krnung mit 4 groen Giebeln, ebensoviel diagonal
gestellten kleinen und gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome
System noch erkennbar. -- Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten
Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.

*Dominikaner-K.* (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch 2sch.
Hallenkirche. Der Chor schliet sich dem nrdl. Sch. an. Das Sch. mit 8,
der Chor mit 3 Jochen und Schlu aus 8Eck. Die Formen tunlichst
vereinfacht, nur die Portale reicher. Die abwechselnd 8eck. und runden
Schafte ohne Kaptt., die Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. ber dem Ssch.
standen Giebel und quergestellte Dcher. Im Winkel zwischen Ssch. und Chor
ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstrt. -- Ikon. _Grabstein_
des Hermannus de Wildungen, episcopus [titular.] Scopiensis {~DAGGER~} 1396,
kleinere Nebenfigg. zweier Geistlichen. -- _Reliefs_ von gebranntem Ton,
Stationsbilder, an den Strebepfl. (15. Jh.). -- Bmkw. die _Totenleuchte_ am
Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. -- _Orgelbhne_ von Holz bez. 1466.

*Spital-K.* zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und 3/8 Schlu.
Das uere, ohne Strebepfll., hat in dem an der SWEcke angebrachten
zierlichen 7seitigen Baldachin und dem ber dem steilen WGiebel
aufsteigenden steinernen Glockentrmchen einen eigentmlichen und
anziehenden Schmuck. -- Blende mit dem in Stein gehauenen _Leichnam
Christi_, schlichte Handwerksarbeit um 1400. -- Bei der Rest. 1910 wurden
an allen Wnden Spuren von figrlicher _Malerei_ entdeckt.

*Rathaus.* Steinernes Erdgescho mit got. spitzbg. Fries. Die folgenden
Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. -- *Brunnen* mit kleiner
Rolandfig.

*Stadtmauer* an verschiedenen Stellen in voller Hhe erhalten.

_TRIEFENSTEIN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Klst.-K.* (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige Kirche erb.
1685 ff., wohl nach dem Risse von _Valentin Pezani_, von welchem
nachweisbar 1696 die Klostergebude aufgefhrt wurden. Was den
stattlichen, aber architektonisch nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht,
ist die in den Jahren um 1780 (die Deckengemlde voll. 1786)
hinzugekommene Ausstattung. Die Stuckaturen von _Augustin Bossi_, ebenso
von ihm die prchtigen Altre und die Kanzel aus Stuckmarmor. Die
Altargemlde von _Osw. Onghers_ 1694 f. von der frheren Ausstattung
herbergenommen. Die groen Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner
das Chorgesthl, die Orgel und die Beichtsthle in der Richtung _P. A.
Wagners_, die Deckengemlde von _Januarius Zick_. Die Tendenzen des frhen
Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen Kirche ein
Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf ein Minimum, Ornamentik und
Motive der klassischen Architektur und architektonische Funktionen
vortuschend; vlliger Parallelismus in der Anordnung, so da sogar bei
der an das Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster durch
eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber fein berechnete
Anwendung der Farbe im zarten, khlen Dreiklang von meergrn, wei und
mattgold.

*Klostergebude,* erbaut 1696 ff., durch _Valentin Pezani_, mit Verwendung
weniger lterer Teile; schmucklos. Jetzt Schlo des Frsten von
Lwenstein-Wertheim-Freudenberg.

_TRIESTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, Gesthl,
Empore, Decke reich bemalt. _Epitaph_ 1689, 1704.

_TRIMBERG._ UFranken BA Hammelburg.

*Burg-Ruine.* Erstmals erwhnt 1018. Stammburg eines altberhmten
Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden deutlich erkennbar. Die
Innenburg in der Anlage rom.; jedoch reichen nur mehr der Bergfried und
die ihn einschlieende Schildmauer in das 12. Jh. zurck. Die beiden Palas
17. Jh. Bering mit Bastionstrmen 15.--16. Jh. hnlichkeit in der
Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg.

_TROSSENFURT._ UFranken BA Hafurt.

*Dorf-K.* sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, gut
erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, ber dem Quadrium Rippengwb. auf
Eckpfll. mit Wrfelkaptt. schwerer, gediegener Quaderbau. -- ppige
_Ausstattung_ in lndlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfltig
durchgebildete _Madonna_, um 1500.

_TROSTADT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Ehem. *Prmonstratenser-Nonnen-Klst.* Die Kirche einfaches Rck., in den
unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt zu landwirtschaftlichen
Bedrfnissen eingerichtet.

_TRUSEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-wei. --
_Kindergrabstein_ 1570. Zinnerne _Weinkanne_, feine Renss. um 1550.

_TCHERSFELD._ OFranken BA Pegnitz.

2 *Burgen,* geringe Reste.

_TCKELHAUSEN._ BFranken BA Ochsenfurt.

Ehem. *Klst.-K.* Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als
Prmonstratenserdoppelklst. 1350 mit Karthusern besetzt. Beschdigung im
Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. Im jetzigen Zustand
Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. Anlage nicht mehr sicher
festzustellen. Rom. Formen, und zwar schon A. 13. Jh., hauptschlich an
der Auenwand des platt geschlossenen Chores; das groe rom. Fenster wird
an der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries,
umsumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand groe Apsiden (durch Ausgrabung
nachgewiesen); seine Flgel im 14. Jh. durch eingezogene Zwischenwnde
abgesondert und zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit,
verwandten Charakters mit Dittelbach. Vor der groen ungegliederten
verputzten Flche hebt sich das reiche und kraftvolle Portal in fr.
Barockform (bez. 1615) mit groer Wirkung ab; an den Kanten
Diamantquadern. Auerdem geben die schweren bar. Giebeldekorationen der
Auenansicht das Geprge. -- Groer figurenreicher _Hochaltar_ von
_Wolfgang Auwera_ nach 1750. _Kanzel_ um 1720 aus S. Barbara in Wrzburg.
Bedeutendes _Chorgesthl_ in reicher Rocailledekoration 1746. Schne
_Monstranz_ um 1720.

*Klostergebude.* Der typische Charakter der Karthause gut erhalten. Der
weitlufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten Zellen ist so angelegt, da die
Kirche den WFlgel in der Mitte durchschneidet. Vor der Kirche das
Verwaltungsgebude. Der groe Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale
Becken mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.

*Pfarr-K. S. Lambert* (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem
4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.




_U_


_BIGAU._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, Rest.
1681.

_BIGAU._ K. Sachsen Dresden-N.

*Schlo* 1724 fr Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau von 20 :
13,5 m mit wenigen, aber groen Gemchern; allseitig eine (1726 von
_Eosander v. Gthe_ hinzugefgte) 2geschossige Pfeiler- und Bogenhalle,
deren der ital. Hochrenss. nahestehende Haltung sich erheblich von der
sonst in Dresden blichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen
groen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die _Kindergruppen_
auf der Brstungsmauer.

_UDER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal 1720. Die
Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewhnlich. Einheitliche
ungestrte Barockausstattung. Got. _Klappaltar_.

_UDESTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Groe *Dorf-K.,* wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm um 1380. --
_Schnitzaltar_ 1520 (in vernderter Anordnung) wohl frnkische Arbeit, die
bmkw. gemalten Flgel jnger. -- _Glasscheiben_ 1594.

_UHYST._ K. Sachsen AH Bautzen.

Groe *Dorf-K.* von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, Turm an
der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel an der anderen Lngsseite.

_ULBERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* _Altar_, die Gemlde bez. _Gottfr. Schaicker_ 1685 (Reste des
got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 _Grabplatten_ E. 16. bis A. 17.
Jh., meist derer v. Hermsdorf.

_UMMERSTADT._ Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, darber Turm.

*Gottesacker-K.* rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. umgestaltet.
Befestigter Kirchhof.

*Marktbrunnen* 1743.

_UMPFERSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

*Dorf-K.* aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. Der Chor
frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel mit Kruzifix.
Lhs, 16. Jh. mit Holztonne.

_UNSLEBEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* 1sch. spgot., lter das quadr. Altarhaus mit 1812 erneuertem
Turm. -- 4 adlige _Epitaphe_ 16. Jh.

*Schlo* (Wasseranlage), guter Typus eines frnkischen Reichsrittersitzes,
lteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich jedoch renss. und
bar. Einige getfelte Zimmer mit ornamentaler Bemalung 16. Jh.

_UNTERDRRBACH._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar bmkw.
Kreuzgruppe von _Peter Wagner_.

_UNTERERTHAL._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verndert. Drei
Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. _H R_ 1554. Werke des
gleichen Meisters kommen in der Gegend fters vor (Thngen, Windheim,
Hammelburg).

_UNTERESSFELD._ UFranken BA Knigshofen.

*Dorf-K.* Fr die Gegend bezeichnender Sptbarockbau (1699). Reiche
Fachwerkhuser und charakteristische *Hofanlagen* mit skulptierten Toren,
meist in schwerem Sptbarock.

_UNTERGREISSLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weienfels.

*Dorf-K.*, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwhnten, dann verschollenen
Nonnenkonvent gehrig. Sprom. Apsis, durch schlanke Halbsulen gegliedert,
Sockel und Fenstergewnde fein profiliert; desgl. Portal.

_UNTERHOHENRIED._ UFranken BA Hafurt.

*Kath. Pfarr-K.* 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle und Giebel.

*Prot. Pfarr-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verndert. -- Wertvoller
_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Glocke_ 14. Jh. Eine _zweite_ 1510.

_UNTERLAUTER._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schiescharten 16. Jh.

Ehem. *Herrenhaus* mit Wappenstein 1517.

*Brunnenhaus* 1510 und 18. Jh.

_UNTERLEINACH._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* Gotisierend A. 17. Jh. -- Hochaltar 1743 von _Benedikt Schlecht_.

_UNTERLEITERBACH._ OFranken BA Staffelstein.

*Pfarr-K.* 1439-52, umgebaut im 18. Jh. -- _Kanzel_ 1590. Groes _Grabmal_
fr L. v. Schaumburg von _Hans Werner_ 1588. Groer _Altar_ mit
Reliefflgeln aus der Nrnberger Schule um 1500.

_UNTERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Wasserburg* 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstrmen, hnlich
Bibra, einer bez. 1669.

_UNTERMERZBACH._ UFranken BA Ebern.

*Schlo* (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im 18. Jh. Groe bar.
Terrasse (frher anschlieend der Garten) hebt die schon von Natur schne
Lage.

_UNTERMHAUS._ Reu j. L. LA Gera.

*Kirche* einfach got. M. 15. Jh.

*Frstl. Residenzschlo Osterstein,* einst Grenzveste gegen die Slawen,
der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstrke. Jetzt wesentl. 1686-1735; die
_Schlo-K._ 1752. Das uere, wie an den brigen thringischen
Frstenschlssern der Zeit (Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld,
Weienfels usw.) ganz anspruchslos; etwas aufwndiger die Innenrume;
bmkw. Stuckdecken.

_UNTER-NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1490, erweitert 1723.

_UNTERPLEICHFELD._ UFranken BA Wrzburg.

Rest eines ehem. Grumbachschen *Schlosses.*

_UNTERREICHENBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* Schon 810 erwhnt; jetziger Bau 1748. -- _Doppelgrabstein_ zweier
Grfinnen v. Weilnau 1364.

_UNTERRISSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* rom. Der Turm, wie in dieser Gegend hufig, ohne Tr, d. h. zur
Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an den
Kmpfern rom. Ornamente, Seitentr mit rom. Tympanon.

_UNTERRBLINGEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Beispiel einer greren rom. *Dorf-K.* Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2
Tren; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden geffnet; quadr.
Vorchor und 1/2kr. Apsis. -- Eine hnliche Kirche in Ober-Rblingen.

_UNTERSIEMAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gemlde der
Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. -- _Ikon. Grabstein_ 1557.

*Schlo.* Das obere 2. H. 16. Jh., erhht 1682; das untere 16. Jh. mit
neuklassischem Saal.

*Pyramide* zum Gedchtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst
Friedrich 1799.

_UNTERSTEINACH._ OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II, BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* Schiff sprom., netzgewlbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in
schner Schnitzarbeit 1631.

_UNTERSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* 1615. Merkwrdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis
ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm.

_UNTERTHERES._ UFranken BA Hafurt.

*Pfarr-K.* 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altre gegen 1760.

_UNTERWEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* 1719. OTurm von alter Anlage. -- Ummauerte _Dorflinde_, bez.
1578.

_UNTERWEISSBACH._ Schwarzbg.-Rudolst. LA Knigsee.

*Dorf-K.* 1767. Gut erhaltenes _Altarwerk_, Saalfelder Arbeit von 1510.

_UNTERWELLENBORN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verndert, das Innere mit
bar. Emporen gefllt. -- _Schnitzaltar_ 1512, die Figuren ungewhnlich
gro.

_UNTERWLLNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1743. Buerlicher Zentralbau.

_UNTERZELL_ b. Wrzburg s. Zell.

_UTENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener
quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp.
Stilcharakter verwischt.

_UTENBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu
urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; bel verunstaltet
und verbaut.

_UTTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Dorf-K.* Chor 1520, Sch. 1767. -- 2 _Sandsteinreliefs_, S. Georg und
Kreuztragung, sptestgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar
eingemauert.

_TTINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* 1730 mit beachtenswertem lgemlde, bez. _J. J. __ Siecht_
1621.




_V_


_VACHA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Stadt-K.* Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. Portal und
kleinen frgot. Fenstern. Obergescho 16. Jh. -- in der Sakristei 2
_Bildnisgrabsteine_ 1621; sorgfltige Kostmbilder.

*Klst.-K. der Serviten.* Der allein erhaltene Chor um 1400 dient als
Friedhofs-K. -- _Wandgemlde_ E. 15. Jh. (rest.). _Rittergrabsteine_ v.
Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.

*Haus Widemark,* sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem Erdgescho,
erb. 1613 von _Hans Weber_ aus Hersfeld in hessischem Charakter. Die
innere Ausstattung z. T. erhalten. -- Auch sonst mehrere gute
*Fachwerkhuser,* namentlich das ehem. Rathaus. (1878 brannten 64
Wohnhuser ab.)

Der *Brunnen* von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schnsten in
Thringen gerechnet.

*Stadtbefestigung* in betrchtlichen Teilen erhalten. -- In der Nhe die
vorgeschichtliche *Burg Oechsen*.

_VACHDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. Kirche nach 1626.
Einfache, ansprechende _Ausstattung_ aus derselben Zeit.

_VARGULA._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Dorf-K.* Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.

_VEITHCHSHEIM._ UFranken BA Wrzburg.

*Pfarr-K.* von 1690 mit sprom. Turm. _Ausstattung_ aus der gleichen und
der nchstfolgenden Zeit.

*Friedhofs-Kap.* einfach rom. 12. Jh., Vernderung 1589. -- Gute _Bar.
Plastik_.

*Schlo.* Erste noch bescheidene Anlage fr Frstbischof v. Dernbach,
(1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche 1748. Erweiterung des
Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, nach Plnen von _Neumann_. Im
Treppenhaus bmkw. Skulpturen von _P. Wagner_ um 1770. Die hbsche, doch
nicht bedeutende Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. -- Den
Ruhm Veithchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen des
Frstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1763-75 (Leiter, doch kaum
Erfinder, der Bauamtmann _Geigel_). Der kleinere ltere Teil liegt in der
Achse des Schlosses, der jngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. --
Die rumliche Ausdehnung nicht sehr gro (der untere Garten 300m lang, 200
m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und See, ganz
verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in der Veithchsheim
unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Knstler (mit Gehilfen): _Auwera_,
noch in bar. Tradition (Figg. des Schloparterres, Neptun an der nrdl.
Gartenmauer), _Dietz_, ein leichtsinniger, berbeweglicher Rokokogeist
(der sog. Helikon im groen See, die groe Orpheusgruppe mit den Tieren,
die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer Tracht), _P.
Wagner_, ein gediegener Vertreter des eigentlichen Zopfes, d. h. des
berganges vom Rok. zum Klassizismus (groe Ruinenkaskade mit Neptun,
Ceres, Saturn). Wagner arbeitete ber 1775 hinaus. -- Obschon der Eindruck
der Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und auch die
Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten von Veithchsheim
einer der anschaulichsten Vertreter der Gartenkunst des 18. Jh., die wir
noch haben.

_VEITLAHM._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. mit
eingebautem Treppen-Turm. -- Gute ikon. _Grabsteine_ der Herren v. Knsberg
16. und 17. Jh. _Bronzeepitaph _ 1551 gegossen von _Kunz Neilich_. --
Befestigter Kirchhof.

_VEITSBERG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.

*Kirche.* ltester Bestandteil der OSchlu des nrdl. Ssch., vielleicht
von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle der Grafen v.
Gleisberg) und in diesem Fall der lteste erhaltene kirchliche Bau im
thringischen Vogtland. Das Kreuzrippengewlbe unmglich von 974 (Lehfeldt
nach Mothes); immerhin ist die Konstruktion altertmlich, indem der eine
Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei Armen gegen ihn
stt. -- Die brigen Teile der K. zeigen eine verworrene Folge von
Erweiterungen und wiederum Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. --
gAltarwerk um 1480. Auen an den Streben _Reliefs_ aus der Passion (nach
Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). -- Got. _Wandmalerei_ am Triumphbg.
und am Chorgwb. -- _Glasbilder_ in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210
(?).

_VESSRA._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Kloster-K.* (Prmonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum von
umfassend zerstrender Wirkung. Kreuzf. flachged. Basilika mit strenger
Quadratur in den Abmessungen des Gr. und Triangulatur des Querschnittes.
Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches
Profil, am Kmpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des sdl.
Ssch. rundbg. und einfach abgeschrgt, die des nrdl. Ssch. got.
erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. Gegen N und S sind
keine Vierungsbgg. vorhanden. Der quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die
1/2kr. Nebenapsiden zerstrt, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine
Krypta; (die Gewohnheiten der Prmonstratenser in dieser Hinsicht
dieselben wie die der Hirsauer und spter der Cistercienser). Pfll. und
Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. -- Der WBau wohl nach dem
Brand von 1201. Zwei vierseitige Trme flankieren die rck. Vorhalle;
Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil rck. mit vorgelegtem Plttchen und leicht
geschrftem Rundstab; auf Ecksulchen mit dekorierten Wrfelkapitellen
ruhend. Nach auen ffnet sich die Vorhalle in einer weiten rundbg.
Arkade, in das Schiff fhrt ein reiches, dreifach abgetrepptes sprom.
Portal. Die Fassade beginnt mit energisch profiliertem Sockel. Die
wagerechte Teilung durch Gesims und Bogenfries entspricht der
Hhenabstufung der Schiffe; schmlere und breitere Lisenen vollenden die
wohlproportionierte, von keinen Fenstern unterbrochene Flchengliederung.
Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgescho mit
spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach, an der niederen Wand
eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse aus spterer got. Zeit und in
schlechterer Technik. Am nrdl. Qsch. die Begrbniskap. der Grafen v.
Henneberg, gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist
ungewi; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? -- Rom. _Taufstein_,
breite Schale mit sulenartigem Fu. -- In der Klostermauer eine
_Torfahrt_; das Gewnde dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die
Bg.Lufe mit Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche
kleinere Tr vermauert. Die jetzige Schmiede wird als ehemalige Pfrtnerei
gedeutet.

_VIERZEHNHEILIGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.*, frher Wallfahrt, gerumiger Bau aus M. 15. Jh.

_VIERZEHNHEILIGEN._ OFranken BA Staffelstein.

*Wallfahrts-K.* und *Cistercienserpropstei*. Beg. 1743 von _Balthasar
Neumann_; nach seinem Tode (1753) genau in seinem Sinne weitergefhrt;
voll. 1772. -- Die immer weiter ausgreifende Phantasie des groen
Rokokomeisters wagt in diesem Alterswerk ein uerstes. Zwar die
Auenansicht verrt noch nichts Ungewhnliches; sie scheint einer
kreuzfrmigen Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich keiner
einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist mglich, da _Neumann_ die
erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche Banz empfangen hat; nur
erscheint _Dientzenhofers_ Khnheit im Vergleich mit dem, was hier
unternommen wurde, schchtern. Der erste Anblick lt das geometrische
Prinzip, nach dem die Gewlbe und ihre Sttzen geordnet sein knnten
durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie statisch
unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern und Sulen; alle zur
Grundflche parallel laufenden Linien sind Kurven, und zwar Kurven zweiter
Ordnung, ebenso die Gewlblinien. Nach und nach entdeckt man dann
folgendes (vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Lngsachse
steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; ber ihm eine ovale
Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen korinth. Sll.
getragen; hieran schliet sich nach der Lngsachse im O und W je ein
kleineres Oval; wo sie sich mit dem mittleren tangieren, werden Querachsen
gebildet; eine krzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W;
eine lngere, auch nach, auen als Qsch. sich geltend machend, zwischen
dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren werden jedoch nur in den
Gewlben selbst erkennbar, die Grundristellung der Sttzen bringt von
ihnen nur Segmente zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhngenden
Kmpferlinien, da ber allen Intervallen Stichkappen in die Kuppelflchen
eingreifen. An den Kreuzungspunkten der beiden Querrume mit dem
Lngsraum, wo man sonst eine zusammenhngende Form oder eine
Hhensteigerung zu finden gewohnt war, fliehen sich hier die Gewlbelinien
und sinken sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wre dies alles barbarische,
antiarchitektonische Willkr; was _Neumann_ sucht, ist die Poesie des
Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem abstrakt gewordenen
Denken durch einige schwere Fehler sein eigenes Werk gestrt. Die ganz
entsetzliche Gestalt der Nebenrume, in denen man auf der einen Seite
gerade Linien, auf der anderen unverstndliche Kurven hat, mag noch
hingehen. Unentrinnbar strend sind aber die Fenstereinschnitte, die
vllig auer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das Bild an zahllosen
Stellen durchlchern. Sie sind es auch, die keinen vollen Genu an dem fr
sich sehr harmonischen Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit
Marmorstuck aufkommen lassen. -- Die Frage, ob diese Architektur dem Bar.
oder dem Rok. zuzuzhlen sei, ist mig. Entschiedenen, programmatischen
Rokokocharakter haben aber die Altre, soweit sie von _Neumann_ selbst
herrhren, vor allem der zentrale Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an
die architektonische Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltre
von _J. M. Feichtmayer_. Das Hochaltarblatt und smtliche Fresken von
_Giuseppe Appiani_ (mehrere nach dem Brand 1835 erneuert). -- Die Fassade
bildet in der Mitte eine vorspringende Kurve und wird von zwei von unten
auf 8eck. Trmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht
beitragen.

_VIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. -- Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die _Figuren_ aus
spgot. Altarwerken.

_VITZENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Schlo* 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von 1587 gab
den Baumeisternamen _Nickel Delitzscher_. NFlgel 1694. Treppenpavillon
1767. Alle Einzelheiten stark rest.

_VOIGTSBERG._ K Sachsen AH lsnitz.

Groe *Burg,* im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches Interesse.

_VOLKACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Stadtpfarrk.* 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor (Baubeginn
1413) mit spgot. Netzgewlbe und urspr. 3sch. Lhs. (um 1474), das im 18.
Jh. durch Herausschlagen der Pfll. und Einziehung einer stuckierten
Spiegeldecke 1sch. umgestaltet wurde. Das uere besitzt reiche spgot.
Gliederung. Details in der Art des Meisters _Hans Bock_ (Dommeister um
1500 in Wrzburg), der um 1512 erwhnt wird. Turm nrdl. vom Chor mit
Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und Kuppel. -- Einrichtung Rok.;
Wrzburger Charakter um 1750. -- Taufstein um 1600 mit Wappen. -- _Pietas_
Gustein, sdbairischer Import um 1420. -- Reiche Paramente des 17. und 18.
Jh.

*St. Michaels-Kap.* Vor dem Sdtor. _Tympanon_ um 1400-1420; Krnung
Mari.

*Wallfahrts-K.* auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, jetzt
1sch. -- Im Hochaltar _Pietas_ (Gnadenbild); um 1380-1400 mit Resten der
alten Fassung. -- _Rosenkranzmadonna_ um 1500; hervorragende Arbeit, wohl
mit Recht _Riemenschneider_ zugeschrieben. _Epitaphe_ 16.-17. Jh.
berreste einer lebensgroen _Wachsgruppe_, einen Ritter und dessen Frauen
darstellend; erhalten nur einige Kpfe und der Holzkern. _Groes
Steinkruzifix_ bez. _TK_ (_Thomas Kistner_) 1555. -- Am Weg zur Kirche drei
spgot. _Reliefs_, Stationsbilder (1521). -- 2 _Glasfenster_ mit
Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, um 1450-80.

*Rathaus.* Renss.Bau mit Freitreppe (1544).

*Amtsgericht.* Guter Renss. Bau um 1600; eine schne Kassettendecke.

Behbige *Brgerhuser,* spbar. und rok. -- Eine hervorragende Leistung des
Wrzburger Sptbar. Greisingscher Richtung das Schelfenhaus. Stuckierte
Zimmer. Reicher und ansehnlicher, grofiguriger, schwarz glasierter
Kachelofen um 1700.

Von der *Stadtbefestigung* stehen noch 2 Tore; spgot. in der Anlage, mit
hbschen Renss.Giebeln.

_VOLKENRODE._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Klst.-K.* Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils drftig wieder
hergestellt. Ursp. regelmige Kreuzbasilika. Quaderbau. Hauptapsis
erhalten, Nebenapsiden untergegangen. Am Triumphbogen abgebrochene
Pfeilervorlagen (fr Triumphkreuz). Reste des Kreuzgangs rom. und got.

_VOLKERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister wie Geisleden.

_VOLKERSBERG._ U Franken BA Brckenau.

*Einsiedelei* von 1113 zum Klst. erweitert 1661.

_VLKERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Kirche* 1731. Typisch protest. Emporensaal, ber dem Altar Kanzel und
Orgel.

*Schlo* der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung
erhalten.

*Oberfrsterei* 1613. Mehrere Huser in geschnitztem Fachwerk.

_VOLKMARITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Im W rom. Turm, trlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. geffnet, im
Obergescho gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterrblingen).

_VOLKMARSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Pfarr-K. S. Maria.* Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit quadr. Chor und
vortretendem WTurm. Msch. doppelt so breit wie die Sschiffe, 3 Joche,
starke Rundpfll. mit 4 alten und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten,
reiche Laubkaptt. Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen
mit Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das sdl. sehr reich und
zierlich, _Marienstatue_ im Tympanon, _Petrus_ und _Paulus_ unter den
Fialen des Wimpergs. Ein drittes Portal am Turm, im Tympanon _thronender
Heiland_. Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschlu zur Aufnahme der
Wasserausgsse. Der Turm mit spgot. Obergescho und welscher Haube. -- Zwei
_Wandtabernakel_, E. 13. und E. 14. Jh.

*Holzhuser* des 16. und 17. Jh.

*Stadtmauer* im SO erhalten.

_VOLSBACH._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung.
Innendekoration 1680.




_W_


_WABERN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Lustschlo* 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von _S. L. Du Ry_ (jetzt
Strafanstalt). 3 Gebude in Hufeisenstellung, durch Galerien verbunden.

_WACHAU._ K. Sachsen Dresden-N.

*Dorf-K.* ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet.

*Schlo* seit 1730 fr Graf Schnfeld. Groartige Vestibl- und
Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.

_WACHSENBURG._ Sachsen-Gotha LA. Gotha.

*Burg* (eine der drei Gleichen). Nach 1710 zur Festung eingerichtet. Die
ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr entstellt.

_WCHTERSBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Stadt-K.* mit WTurm von 1519.

Isenburgisches *Schlo,* bedeutende ehem. Wasserburg mit 4 Ecktrmen, von
denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode um 1525 die zierlichen Erker am
WTurm. Dritter Umbau um 1650.

_WAHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfngliche Emporen machen den
evangel. Charakter in dem sonst kathol. Kreise sofort kenntlich. Die Decke
und alle Holzteile 1775 von dem Schullehrer geschickt ausgemalt.
_Grabsteine_ der Herren von Hanstein.

_WAHREN._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, frgot. Kernbau. _Taufstein_ aus 13. Jh. Hbsches geschnitztes
_Lesepult_ E. 15. Jh. _Beschlge_ der Trflgel, naive drfliche Kunst,
knnte ins 13. Jh. hinaufreichen.

_WAEHRSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766,
stimmungsvolles Grabmal 1798.

_WAISCHENFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze Kirche
berarbeitet.

_WAITZENBACH._ UFranken BA Hammelburg.

*Schlo.* Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltrme an den
Ecken um 1680.

_WALBECK._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Kloster* gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr Material
wahrscheinlich in das jetzige Schlo verbaut, in dem der alte
Klosterkreuzgang noch erkennbar. _Rittergrabstein_ mit eingeritzter Fig.
um 1300.

_WALDAU._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1601 wie Hinternah.

_WALDAU._ RB Cassel Kr. Cassel.

*Kirchturm* spgot. 16. Jh. Der 8eck. hlzerne Helm von 4 ausgekragten
Ecktrmchen umgeben.

_WALDBTTELBRUNN._ UFranken BA Wrzburg.

*Dorf-K.* bar. -- Krnung Mari, _Holzgruppe_, um 1500, nicht aus der
Werkstatt _Riemenschneiders_, doch ihr verwandt.

_WALDENBURG._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. --
_Wandgrab_ des Hugo v. Schnburg {~DAGGER~} 1566, vom Dresdner Bildhauer _Chr.
Walther_, das bedeutendste Werk dieser Gattung in Sachsen vor dem
Auftreten _Nossenis_ (vgl. auch Penig).

_WALDHEIM._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Schlo-K.* E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schlu. Reiches Netzgwb. Die
Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. mit got.
Mawerk. -- _Altar_ 1594 von _Joh. Maria Nosseni_, 1716 umgestaltet.

_WALDKIRCHEN._ K. Sachsen AH Auerbach.

*Dorf-K.* mit rom. Portal, alte Beschlge.

_WALDSTEIN._ OFranken BA Mnchberg.

*Burgruine.*

_WALLDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Kirchhofsbefestigung mit 5 Trmen. Der grte ist Bergfried der
ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. _Bildnisstein_ der Marschalk v. Ostheim.

*Synagoge,* aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. -- Mehrere sehr
ansehnliche *Fachwerkhuser*: Schmiede 1592, das rote Haus um 1600,
Gasthaus zum freien Ritter (Herrenhaus v. Marschall) 1697.

_WALLENBURG_ s. Auwallenburg.

_WALLENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.

*Burgruine* mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der Ringmauer.

_WALLRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* ohne Interesse. -- _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Taufbecken_ aus
Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. Die _Orgel_ das erste Werk _J. G.
Silbermanns_.

_WALSDORF._ OFranken BA Bayreuth.

*Kirche.* Schnes _Denkmal_ des Vizekanzlers Reu 1599.

_WALTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.

*Stadt-K.* 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen ber Pfll. in ellipt.
Grundstellung. Turm 1458. _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.

_WALTERSHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.

*Schlo.* Erb. um 1540, verndert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal mit bemalter
(allegor. Figg.) Holzdecke.

_WANDERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* Erweiterung eines rom. Baus. -- Spgot. _Schnitzaltar_.

*Gasthaus*. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. -- *Gehft* mit Jahreszahlen
1541-1605. -- *Burg Gleichen,* ausgedehnte Ruine mit rom. Kapelle.

_WANFRIED._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Rathaus,* frher Landgrfl. Rotenburgsches Schlchen aus dem E. d. 17.
Jh. Oberstock -- reicher Fachwerkbau; Innenrume noch mit alten Tapeten
usw.

*Gasthaus* zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. zerstrtem
groem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.

_WANGENHEIM._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* spgot.; 9 _Grabsteine_ der Familie v. W. (vgl. Sonneborn).

_WARTBURG_ b. Eisenach Sachsen Weimar.

Gegr. hchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. Die ltesten
erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem Ende der rom. Epoche. Im 13.
und 14. Jh. war die Wartburg Residenz der Landgrafen von Thringen und
Markgrafen von Meien. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17.
Jh. zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem Verfall
berlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten Gebude abgetragen
mit Ausnahme des Landgrafenhauses und des hinteren Bergfrieds in der
Hauptburg, des Ritterhauses und der Vogtei samt den berdeckten
Mauergngen in der Vorburg. 1838-1867 umfangreiche Restaurierung der
erhaltenen und vllige Neuerbauung vieler der frher abgetragenen
Baulichkeiten unter Groherzog Carl Alexander von Weimar durch Prof. _Hugo
v. Ritgen_ aus Gieen. Als Ziel schwebte bei der Wiederherstellung vor,
die Wartburg in der Erscheinung wiedererstehen zu lassen, die sie im 12.
Jh. gehabt hatte.

*Mittelalterliche Bauten*: 1. _Das Landgrafenhaus_, _Palas_, groes
dreigeschossiges Wohngebude aus Sandstein. Berhmt als besterhaltener
rom. Palasbau auf deutschem Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht
durchweg richtig restauriert. Die Auenwand steht auf der Ringmauer. Die
Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, deren Sll.
und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprnglichen sind.
Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert. ber der Tr rom. Relief,
frher in der Vorburg. Die Gestaltung des Gurtgesimses zwischen 2. und 3.
Gescho lt vermuten, da es ursprnglich Dachgesims war, mithin das 3.
Gescho etwas spter hinzugefgt ist. Die SSeite des Palas im oberen Teile
erneuert, mit einem modernen Balkon. Die OSeite, ursprnglich durchaus
nicht als Schauseite gedacht, bei der Restaurierung wesentlich
verschnert. Der NGiebel, das Dach und zwei der groen Rauchschlote
erneuert. -- Das _Innere_: Im Kellergescho einfache, im wesentlichen
unvernderte Rume ohne Zierformen. Im Erdgescho 3 Wohnrume, der
mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus Eisenach bertragene rom.
Steinsule gesttzt wird, die beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewlben
berspannt, die durch reich verzierte Mittelsulen getragen werden.
Fenster-- und Trffnungen in diesen Rumen meist die ursprnglichen. Einer
derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings mit
byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. -- Wohl erhaltene Innentreppe,
die zum mittleren Gescho emporfhrt. Hier das Landgrafenzimmer mit
erneuerter Holzdecke und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom.
Sttzsule. Wandgemlde von _M. v. Schwind_. Der Sngersaal mit Holzdecke
und zwei alten Sttzsulen. Wandgemlde von Schwind, den sagenhaften
Sngerkrieg darstellend. Anstoend die Sngerlaube, zu der Stufen
hinanfhren, erneuert. Kapelle, nicht im ursprnglichen Bauplan
vorgesehen, wahrscheinlich von Landgr. Ludwig fr seine Gemahlin Elisabeth
eingebaut. Eine reich verzierte rom. Mittelsule, trgt die Kreuzgewlbe.
Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. -- Holzkanzel von 1628.
Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstcke. -- Elisabethgalerie
mit Wandgemlden von _M. v. Schwind_. Wendeltreppe aus dem 19. Jh. fhrt
zum Obergescho, das einen einzigen groen Saal enthlt, dessen
Ausstattung durchweg neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind smtlich
alt, die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach Ritgens Entwurf
rekonstruiert.

2. _Der hintere Bergfried_ im Hofe der Hauptburg, got. Sein hohes Dach
wurde 1803 abgetragen und durch einen Zinnenkranz ersetzt.

3. _Ringmauer der Hauptburg_ gegen S und W im Unterbau alt, in den oberen
Teilen meist erneuert.

4. _Zisterne im Hofe der Hauptburg_, jetzt ohne berdeckung und mit einem
ganz irrefhrenden Zinnenkranze aus dem 19. Jh. umgeben.

5. _Torturm_ in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im 16. Jh. abgetragen
bis zur Dachhhe des aus got. Zeit stammenden

6. _Ritterhauses_, das aber bei der Restaurierung im 19. Jh. durch
romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. Im Erdgescho Wachstube mit
got. eisenbeschlagener Tr. Im 1. Obergescho reizvolle Eingangshalle mit
spgot. Deckenbemalung. Gegen S stt an das Ritterhaus

7. _die Vogtei_, das massive Erdgescho aus 15. und 16. Jh., der Oberstock
aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut das got. geschnitzte
Pirckheimerstbchen aus Nrnberg und die Lutherstube mit got. und Renss.
Mbeln, Bildern von _Cranach_ usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker
aus Nrnberg angebaut. 8. _Der Margarethengang_, ein berdeckter
Verbindungsgang auf der westlichen Ringmauer der Vorburg.

9. _Der Elisabethengang_, berdeckter Verbindungsgang mit angebautem
Schtzenerker auf der stlichen durchweg wohlerhaltenen Ringmauer der
Vorburg.

*Bauten aus der Zeit der Restauration* (1838-1867): Das an der SSeite des
Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene _Badehaus_ an der Stelle
eines frheren Fachwerkbaues. An der WSeite das Gadem (Gstehaus) in
Fachwerkstil. (Der Keller unter diesem Gebude ist noch mittelalterlich.)
Nrdlich an den Palas anstoend die in rom. Stil ganz massiv erbaute _neue
Kemenate_ mit Wohnrumen fr den Hof (Keller mittelalterlich,), auf drei
Seiten um den _Hauptturm_ herumgebaut, der ungefhr auf den Fundamenten
des alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen
Hauptturmes neu errichtet ist. _Torfahrtshaus_, das Haupt- und Vorburg
scheidet, in rom. Stile gehalten, darber ein lnglicher Wohnraum, die
sog. _Dirnitzlaube_; endlich an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in
der Vorburg stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten
z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgescho der reichhaltige _Rstsaal_, in
den oberen Geschossen Wohnrume fr Gste. Reich geschnitztes
Schweizerzimmer, aus dem Schlosse der Herren v. Salis-Soglio bei Chur,
treffliche SpRenss.-Arbeit. An der N Seite auen rom. Steinrelief: Simson
mit dem Lwen.

_WARZA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.

_WASEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.

_WASSERLOSEN._ UFranken BA Hammelburg.

*Kirche.* Zwei virtuose _Rokokoaltre_ mit Altarblttern von _Nic. Treu_.
1762.

_WSSERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Einheitlich spgot. 1496. -- _Madonna_, Holz, um 1480. 5
_Epitaphe_ der Schwarzenberg und Seinsheim. Das lteste und beste Stck
die betende Profilfigur des Kilian v. Seinsheim {~DAGGER~} 1502, sehr feiner
Portrtkopf, die untere Hlfte der Platte zerschlagen.

*Schlo* (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im 16. Jh. an die
Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flgeliger Wohnbau, Ringmauer mit Trmen.
Formen einfachst. Im Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh.
Fachwerkwnde mit farbiger Bemalung.

_WASUNGEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

*Stadt-K.* 1584, im Charakter einer greren Dorf-K., 1sch. mit 3/8
Schlu, spitzbg. mawerklose Fenster. Inneneinrichtung mit Holztonne und
hbsch geschnitzten Emporen E. 17. Jh.

An und in der ganz einfachen *Friedhofs-Kap.* (mit rom. Mauerresten)
zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.

*Rathaus* 1533, einer der ltesten und tchtigsten Fachwerkbauten des
Gebiets. (Einige Vernderungen 1904).

*Amtshaus* 1606. Auf hohem steinernem Erdgescho ein Fachwerk-Obergescho
mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches Hoftor in origineller
Rustika, bez. 1611.

Mehrere *Hfe* ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches
Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof 1630, auch hier
Stuckdecken in Quadraturwerk. -- Brgerhuser des 17. Jh. in guter
Fachwerkarchitektur. -- Reste der *Stadtmauer*.

*Burgruine Maienluft*. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, Abschlu
rest.

_WATZENDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1729, an der Flachdecke Gemlde, Chor spgot. rck. mit rippenlosem
Kreuzgwb.

_WECHSELBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Schlo-K.* (frher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. 1168 von den
Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht magebend; die einheitliche
Formengebung weist auf das 2. bis 3. Jahrzehnt des 13. Jh. -- Eine der
sptesten Flachdeckbasiliken, in der Erscheinung klar und frei. Normaler
kreuzf. Gr., 54,3 m l. Mauern Gneisbruchstein, fr die Gliederungen harter
Rochlitzer Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der Vierung
mit Ecksulchen. Aus spteren Zeiten keine Vernderungen als die spgot.
Einwlbung des Lhs. im 15. und die des Qsch. im 14. Jh. Die WTrme
schlieen eine nach dem Schiff sich ffnende Empore ein. Die WWand ohne
Eingang; derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig
offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten
Erinnerungen an den sog. Knigslutterer Stil und noch mehr an Kreuzgang
und Choreingang des Magdeburger Doms. Das uere durchgehend mit fein
profilierten Lisenen und reichen Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken
feine Rundstbe; die Fenster des Chors mit Sulchen im Gewnde; ber dem
Apsidendach am OGiebel ein Vierpafenster. An den Giebeln des Qsch.
Erneuerung der Dcher noch in sprom. Zeit zu erkennen. Die WTrme nur bis
zur Hhe des Schiffs ausgefhrt; nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des
Stifters zu schlieen, wre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. --
Das Innere birgt _Bildhauerwerke_, die unter den edelsten Kleinoden
deutscher Kunst zu nennen sind. Einheitlich nach Vollendung der K., also
um 1230-35, leider nicht mehr in ursprnglicher Anordnung. Bis zu den
eingreifenden Vernderungen im J. 1666 lag der Fuboden des Chors,
veranlat durch die Krypta, 2,5 m hher als jetzt; zu ersehen aus der
Hhenlage der Arkatur in der Apsis und der Basen der Ecksulchen an den
Triumphbogentrgern. Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner
abgeschlossen. Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze der
Apsis, zurckgeschoben und bei dieser Operation auch in seiner
Zusammensetzung verndert. (In einem Wirtschaftsraum des Schlosses
befinden sich formierte Trmmer, die ber die ursp. Gestalt Aufschlu
geben knnten.) Der jetzige Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es
liegt nahe, zu glauben, da sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta
befand, whrend die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen fhrten. Seine
Laubdekoration ist die ursprngliche; die in den Zwickeln befindlichen
Halbfiguren von Kain und Abel haben diesen Platz erst bei der letzten
Rest. erhalten; vorher gehrten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die
zweite Hhenabteilung enthielt unter dem groen Mittelbogen, jetzt mit
modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die Kanzel; zu deren beiden
Seiten in Wandnischen 4 Gestalten des Alten Testaments (Daniel und David,
Absalom und ein ungewisser Prophet). Die Gegenstnde der Kanzelreliefs
sind: an der Front Christus in der Glorie umgeben von den
Evangelistenzeichen und begleitet von Maria und Johannes d. T. (Dusis);
an der linken Schmalseite die eherne Schlange, an der rechten Isaaks
Opferung; die oben genannten Halbfiguren Abels und Kains sowie zwei
Halbfiguren von Engeln werden schicklich auf die Zwickel der Bgen
verteilt, von denen man die Kanzel getragen denken mu. Die Kanzelbrstung
hatte ursp. polyg. Gr., so da die Seitenfelder mit Maria und Johannes in
stumpfem Winkel zurcksprangen. Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln
[**Illustration:]. Endlich die Krnung des ganzen Aufbaues, die kolossale
Kreuzigungsgruppe; die starke Ausbiegung der Hfte (byzantinisch) und die
Durchbohrung der Fe mit einem einzigen Nagel eines der frhesten
Beispiele; zu Hupten Christi im Dreipa der Kreuzesendigung die Halbfigur
des Vaters mit der Taube; zunchst den ausgestreckten Armen, wieder in
Dreipssen (vgl. Halberstadt), zwei ber Betrachtung der Wundmale in
Jammer ausbrechende Engel; zu den Fen Marias eine gekrnte weibliche
Gestalt, zu den Fen Johannes eine desgl. mnnliche, auf die berwundenen
Mchte des Judentums und Heidentums gedeutet; zu den Fen Christi Adam,
der in einem Kelche das erlsende Blut auffngt. Die Gesamtkomposition
also eine Darstellung der im alten Bunde verheienen und antitypisch
vorgebildeten, im neuen vollzogenen Welterlsung. -- An ihrem ursp. Platz
zwei als Melchisedek und Abraham (als Heerfhrer) vermutete Freistatuen. --
Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas mehr als
lebensgro; alles brige Bildwerk aus dem grobkrnigen und harten
Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis zur letzten Rest. gut sichtbar. Der
Stil eine freie Verarbeitung byzantinischer Anregungen, den Freiberger
Skulpturen in den Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu
ihnen. In der Ausfhrung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe;
feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefhls, Migung und
Verinnerlichung des Pathos und im Zusammenklang aller dieser Eigenschaften
eine Monumentalitt, die fr die deutsche Kunst damals eine neue
Offenbarung war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die
Traditionen der Kleinkunst; es weist zurck auf das, was zu berwinden
ntig gewesen war. Von anderer Hand die in Stein ausgefhrten Stcke;
besonders die Kanzelreliefs mehr realistisch, voll Gre, schwierigen
Aufgaben der Verkrzung gewachsen. -- Ungefhr derselben Zeit, doch in der
Qualitt nicht auf gleicher Hhe das _Grab der Stifter_, des Grafen Dedo
von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; lebensgroe Gestalten, auf der
Tumba ruhend.

_WECHTERSWINKEL._ UFranken BA Mellrichstadt.

Ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst.*

*Kirche.* Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch. rom. Basilika,
nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten, auch der Nonnenchor
abgerissen. Breite 19,7, Lnge 18,3 m. 4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll.
und glatten Rundbgg. Soweit im Stil zu 1179 passend. Jnger das einfache
WPortal mit Rundbogentr und kleinem rom. Crucifixus. -- _Barockaltar_ aus
Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild einer btissin 1558.

*Propstei* von 1792. Mit schnem Treppenhaus.

_WEESENSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo* auf hohem Felsen ber der Mglitz. Erste Anlage angeblich von
Knig Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im Besitz der Bnau. Aufbau,
dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, die unteren die jngsten, so da die
Kellereien im 5., die Stlle im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem
durch Brcke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog. Mnchsboden
_Wandmalereien_ der frhesten Renss. Einrichtung der Schlokirche 1738-41.
Der steinerne Saal 16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18.
Jh. Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Mbel. Im Gartenflgel gute
klassizist. Ausstattung. _Portrts_ von Rotari, Mengs, Graff, Vogel,
Leypoldt, Torelli. -- Oben im Walde Jagdschlchen mit prachtvollen
_Rok.-fen_.

_WEHNDE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* 1670 gotisierender Barock.

_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Hnfeld.

*Dorf-K.* An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut, der Turm
wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh.

_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem Kirchhof. --
Spgot. _Schnitzaltar_.

_WEHRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Marien-K.* OHlfte 1475, WHlfte jnger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. auf
Laubkragsteinen, polyg. Schlu. Hbscher Dachreiter.

_WEIDA._ Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O.

*Stadt-K.* (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schlu; im 16. Jh.
ein sdl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal in einfachen frgot. Formen.
-- _Kanzel_ und andere Ausstattungsstcke 1646 ff. Tchtiges lebensgroes
_Kruzifix_ 1680.

*Friedhof*. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau von 1608.

*Peters-K.* Ruine mit groem rom. Turm.

*Wieden-K.* Ruine; Lhs. und doppeltrmiger WBau rom. Um M. 14. Jh.
begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet wurde; ausgezeichnete
Leistung der in diesem Teile Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der
Chor schliet mit 5 Seiten des 8Ecks, Mawerk und Laubwerk von bester
Zeichnung. -- In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei (13. Jh.?).

*Nonnenklst.-K.*, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut, spter
stdt. Kornhaus.

*Rathaus* 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg und Gera
verwandt.

*Schlo Osterburg*; eine noch immer bedeutende Baugruppe, wenn auch nicht
mehr so reich wie auf der Ansicht Merians. Groer runder Bergfried; der
erste, ca. 30 m hohe Absatz 2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch,
von kleinerem Radius, und die beiden Zinnenkrnze aus dem spten Ma. Die
Wohngebude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut, ihrer Zwerchhuser und
sonstigen Schmuckes groenteils beraubt. In der Kap. rom. Bndelpfll.,
hnlich denen im Klst. Mildenfurt.

_WEIDELSBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Burgruine.* Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 groe Wohngebude,
umgeben von Mauern mit 9 halbrunden Trmen und tiefem Graben.

_WEIKERSGRBEN._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* Guter spgot. _Flgelaltar_ um 1490. -- _Holzfigur_ St. Nikolaus,
wrzburgisch um 1500.

_WEILAR._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* Einheitlich 1740. -- Hbscher Rok.Kanzelaltar, mit der
Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand mehrere _Flgelgemlde_ E. 15.
Jh. (in diesem Gebiet selten).

*Schlo* (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und der
Folgezeit. Gemlde- und Waffensammlung.

Auf dem Beyer vorgeschichtliche *Wallburg*.

_WEIMAR._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb. spgot. --
Steinkanzel spgot., Empore renss.

_WEIMAR._ Hauptstadt von Sachsen-Weimar.

*Haupt-* und *Stadt-K.* Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut 1735. -- Groer
Reichtum an _Grabmlern_ (im Inv. werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6
groe Wandgrber: 1) fr Herzog Joh. Wilhelm {~DAGGER~} 1573; Triumphbogen in den
Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken Zgen; --
2) fr Herzog Johann III. {~DAGGER~} 1605 und Gemahlin von _L. Tttich_ und _H.
Hnefeld_ aus Leipzig; die Triumphbogenform klar durchgefhrt, die
Einzelheiten sehr barock; in der Hauptnische die lbergsgruppe; -- 3) fr
die Kurfrstin Agnes {~DAGGER~} 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem Fu; -- 4) fr
Friedrich Wilhelm I. {~DAGGER~} 1602; der Herzog und die Herzogin Freifiguren,
kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld flankiert von gekuppelten
korinth. Sll. mit verkrpftem Geblk; an dem hohen Sockel und der Attika
Relieftafeln; -- 5) fr Johann Friedrich III. {~DAGGER~} 1565; das Motiv hnlich dem
Epitaph der Kurfrstin Agnes; -- 6) fr die Herzogin Dorothea Susanna,
Witwe Joh. Wilhelms, {~DAGGER~} 1592; geteilt durch 4 jonische Pilaster, vor
welchen 4 jonische Freisulen; die Verstorbene dreimal, als Kind, Braut
und Witwe (oder mit zwei Tchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer.
Unter den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfrstin Margarethe {~DAGGER~} 1521;
Bronzegu aus der Werkstatt _P. Vischers_, flaches Bildnisrelief,
Umrahmung durch einen Kleeblattbg. mit leichter Andeutung von Mawerk; am
Rande der Platte die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen
Bordre von renss. Ornament; -- 8) Lucas Cranach pictor celerrimus et
consul Witebergensis {~DAGGER~} 1553; Sandstein; die Portrtfigur knstlerisch von
migem Wert; -- 9) Herzog Wilhelm d. Tapfere {~DAGGER~} 1482; Bronze; die Zeichnung
in khnen derben Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume
stehend, halb links gewendet; -- 10) Joh. Friedrich d. Gromtige und
Gemahlin, beide {~DAGGER~} 1554; zwei Tafeln aus Bronze auf steinernem Sockel; nur
mit Wappen und Inschriften; Umschlieung durch ein schnes eisernes
Gitter; Entwurf des Ganzen vom Maler _Peter_ [_Gothland_], die
Bronzeplatten vom Bildhauer _Hermann_ in Erfurt und dem Bchsengieer
_Jacob __ Schlaf_ in Eisleben; -- 11) Kurfrstin Agnes {~DAGGER~} 1555
(zusammengehrig mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, blo ornamental
behandelt, in der Mitte das groe Wappen in strkerem Relief. --
_Altartriptychon_ von _L. Cranach_; des Meisters letztes Werk, in dem
seine lange verwahrloste Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr
vor seinem Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde in der
Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als Sieger ber Tod und
Teufel; rechts die Portrtgestalten Luthers und Cranachs, von Johannes dem
Tufer auf das Kreuz hingewiesen; auf den Flgeln Portrts der
kurfrstlichen Familie; auf den Auenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt.
-- Drei _Lutherbildnisse_ zu einem Triptychon zusammengestellt, das linke
bmkw. Original von _Veit Thim_, die beiden anderen Kopien nach _Cranach_.

*Residenzschlo*. Die seit 1651 von _Moritz Richter_ erbaute Wilhelmsburg
hatte einen hnlich unbewegt migen und dsteren Charakter wie der
Friedenstein in Gotha. Nach Brand 1774 unter _Goethes_ Leitung Um- und
Neubau (bis 1803). Architekten: _Steiner_, _Ahrens_, _Thouret_, _Genz_.
Drei Flgel umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt;
mig gegliedert; Formen nchtern neuklassisch. Vor der SWEcke einige von
dem lteren Schlo gerettete Baulichkeiten: der Schloturm, im Unterbau
von 1439, in den Obergeschossen E. 18. Jh.; die Bastille mit groem
renss. Tor um 1550, Sulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh.

*Rotes Schlo,* 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; der Erker
beraubt und sonst einfach.

*Gelbes Schlo,* im selben Gebudekomplex wie das vorige; 1702.

*Grnes Schlo* (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den Schauseiten
durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das uere vereinfachend umgebaut,
das Innere rok.

*Wittumspalais*, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen.

*Stadthaus* 1526-1547. -- *Haus* der Familie _v. __Ltzelburg_ (jetzt
Staatsanwaltschaft) 1568. -- *Cranachhaus* am Markt (von C. bewohnt
1552-53), wesentlich E. 16. Jh. -- *Haus Herderplatz No.* 16, ehemals dem
Deutschorden gehrig, 1566, Renss. strengerer Richtung. -- Das *Goethe-*
und das *Schillerhaus*; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des
vornehmeren und des bescheideneren mitteldeutschen Brgerhauses am E. 18.
Jh. nicht uninteressant. -- Ein hnliches Doppelinteresse bietet der _Park_
mit seinen Ziergebuden aus Goethes Zeit.

_WEISCHWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* wesentlich 1792. -- Drei Figuren von einem _Altarwerk_ um 1500
zu den vorzglichsten Erzeugnissen der Saalfelder Werkstatt zu rechnen.

_WEISMAIN._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; genauere
Anhaltspunkte fr die ursp. Gestalt waren nicht mehr zu finden.

*Rathaus* 1634. -- Gut erhaltenes Torhaus mit Turm.

_WEISSENBERG._ K. Sachsen AH Lbau.

*Stadt-K.* Stattlicher _Altar_ 1666. -- Lange Reihe v. Gersdorfscher
_Grabsteine_ 16.-18. Jh.

*Rathaus* nach Brand 1787, ltere Teile bentzend.

_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* ohne ausgeprgten Stil. -- Stattliches _Epitaph_ des Adolf v.
Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen Arbeiten in Sayda und
Lauenstein. -- 3 ikon. _Grabsteine_ derselben Familie 1557, 1632, 1664. --
Schloruine.

_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. -- _Selbdritt_, gutes
Schnitzwerk um 1500. _Glocke_ 14. Jh., mit 1489 und 1538.

_WEISSENBRUNN AM WALD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1508 (Inschr. ber der NTr), umgebaut 1753. *Schlo* 1556.

_WEISSENFELS._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K. S. Marien.* Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift 1303; das
brige nach Brand 1429 erneuert bis 1480, doch wohl mit Benutzung der
alten Grundmauern. Die Schmalseite des Ssch. spricht fr ehemalige
Basilika. Jetzt die drei Schiffe von gleicher Hhe, das Gwb. des Msch.
nicht ausgefhrt (Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen
der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch. schlieen
sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite des Msch. vorgebaute
Chor hat 2 Joche und 5/10 Schlu. Seine Fenster und Strebepfll. sind sehr
reich dekoriert, ungefhr in der Art der Schlo-K. zu Altenburg, whrend
das Lhs. sparsam gehalten ist. -- _Hochaltar_ 1524, sonstige Ausstattung
1670-84.

Ehem. *Klst. S. Clara* (profaniert und ruins). Im wesentlichen der
Grndungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), der Chor nicht
abgesetzt, aber durch (sptere) Gwbb. vom flachgedeckten Lhs.
unterschieden. Er schliet 3/8. Im W. 2jochige Nonnenempore. Die schlanken
Fenster 2teilig, als Mawerk einfacher Kreis ber 2 Spitzbgg. -- Die spgot,
Kanzel aus der *Stadt-K.* versetzt. -- Die als Magazine vernutzten
Klst.Gebude in der Anlage noch zu erkennen.

*Schlo Neu-Augustusburg.* 1664-90 von _Erhard Lindner_; der Entwurf wohl
von _Moritz Richter_, hnlichen Charakters wie die Schlsser von Weimar
und Gotha. Imposanter Massenbau in schlichtesten Einzelformen. 3 Flgel in
Triklinienstellung. Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel.
Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflgel. Die
innere Ausstattung durch Umwandlung zur Kaserne zerstrt. Von namhaftem
Interesse die von Leonhard Sturm, dem Theoretiker des protestantischen
Kirchenbaus, gerhmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das Schlo
von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr reiche
tppisch-berzierliche Dekoration in weiem Stuck auf rosa und
apfelgrnem Grunde.

*Rathaus* 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. -- *Brgerhuser* renss. und
bar.

_WEISSENOHE._ OFranken BA Forchheim.

Ehem. *Benedikt. Klst.-K.* gegr. im 11. Jh., neu erbaut und ausgestattet
17.-18. Jh., ohne knstlerische Bedeutung.

_WEISSENSEE._ RB Erfurt Kreisstadt.

*Nikolai-K.* (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit got.
Vernderungen.

*Petri-Paul-K.* Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schlu nach 1331,
das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jnger. 2 _Schnitzaltre_ um 1500.

*Landgrafenburg.* Die rom. Anlage vollstndig erhalten, hnlich dem
Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von demselben Meister
erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgescho des Turms rom. Sll. Erhalten auch
das rom. Auentor.

_WEISTROPP._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* 1499. Stark verndert. Im groen WTurm Vorhangsbgen. -- Schlo
ohne Interesse. Portrts von _Graff_ und _Tischbein_.

_WEITERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. bergangs-Stil, 1700 rest.

_WELKERS._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung in 23
Figuren, E. 15. Jh.

_WENDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Burg.* Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als
frstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jhr. Kriege zerstrt; jetzt
greren Teils Ruine, einige Gebude notdrftig unter Dach. Das 1596 fr
Wolf Dietrich v. Witzleben von _Friedrich Fuss_ errichtete Neue Schlo߫
zeigt im Hauptportal Hochrenss. in vornehm behandelter jon. Ordnung; an
der Tr des Treppenturms Elemente des Florisstils.

_WENIGENJENA,_ Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.

*Dorf-K.* Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. Chor
mit 5/8 Schlu hochgot., die Gewlbe 1902 ergnzt. Drftiges kleines 1sch.
Lhs. aus A. 16. Jh. Auen an der SSeite reich angelegtes und sorgfltig
ausgefhrtes, aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit.
-- _Sakramentsnische_, auf der Grenze von Hoch- und Spgot. -- _Gedenktafeln_
aus 17. und 18. Jh. -- Im Chor _Wandmalereien_ des 14. Jh., Jngstes
Gericht, Passion und Heiligenlegende.

_WENKBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem Erdgescho den
Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern. Am flachged. Sch. nur die
SMauer rom.

_WERDAU._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Stadt-K.* 1760 vom Dresdener Baudirektor _S. Locke_. Hallenbau mit
Emporen. Stuckierung von _A. Vogel_. Reicher _Kelch_ M. 15. Jh.

_WERKEL._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Kirchturm*, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm, woran 4
Ecktrmchen.

_WERLESHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Ansehnlicher *Edelsitz* der Herren v. Harstein 1565, steinerner Unterbau,
2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und Erker.

_WERNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrck.

*Dorf-K.* Chor rom., Sch. jnger. Ausstattung von einigem Interesse.

*Kap. S. Veit.* Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel reiche
Mawerkblenden.

*Schlo* 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgescho groe gewlbte Halle.

_WERNECK._ UFranken BA Schweinfurt.

*Sommerschlo* des Frstbischofs Karl Friedrich von Schnborn, 1731 bis
1747 von _B. Neumann_. Mit den sich anschlieenden Stallungen und
konomiegebuden eine groe, komplizierte Anlage; im Hauptbau 2 Sle und
100 Zimmer. Die glnzende innere Einrichtung 1806-14 durch Groherzog
Ferdinand vllig verndert, jedoch in der Kapelle noch die Stuckdekoration
aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstrungen bei der Einrichtung als
Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore von _Oegg_ in der Art jener des
Wrzburger Schlosses. Der ausgedehnte Park anglisiert.

_WERNSTEIN._ OFranken BA Kulmbach.

*Schlo.* ber Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner Renss.-Bau
1567. Befestigung mit reicher Tordekoration 1576, anscheinend von _Caspar
Vischer_. Im Vorwerk groer Festsaal 1580-93, Portrtmedaillons und
Ornament im Charakter der Plassenburg.

_WESTENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1579, verndert 1731.

_WESTHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit grndlich umgebaut.

_WETTER._ RB Cassel Kr. Marburg.

*K.* des 1015 gegr. *adligen Jungfrauenstifts*. Baudaten fehlen.
Mglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg begonnen, ist sie
doch wesentlich unter deren Einflu ausgefhrt, mit Neigung zu etwas
altertmlicherer Prgung der Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei
bedeutend kleineren Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied,
da die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewhnlicher Weise gerade
schlieen. Das Qsch. enthlt also auer der quadr. Vierung je 2 rck.
Gewlbefelder. Das Lhs. 5 Joche. Ganze innere L. 40 m. Von Marburg
abweichende Zge sind sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der
OTeile; die schlichten runden Sockel; die fast zur Hlfte nach innen
gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Mawerks durch Ausschnitt
aus Steinplatten; die Walmdcher auf den Kreuzflgeln (die jetzigen
Dachgiebel eine willkrliche Zutat von _G. G. Ungewitter_). Das Hauptdach
aus 15. Jh.; vorher ber dem Msch. ein gesondertes Satteldach und
quergestellte Dcher ber jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant
wahrscheinlich 2 W-Trme. Jetzt ein einzelner groer von 1506. Die spgot.
Bemalung des Innern von _C. Schfer_ beseitigt und nach vorgefundenen
frgot. Resten erneuert; ob fr das Ganze zutreffend, ist natrlich
zweifelhaft. Auch am ueren des Chors Spuren eines gemalten Frieses. --
_Stifterdenkmal_ der Almudis und Dinkmudis. Schner Celebrantenstuhl 1466.
_Taufstein_ frgot., 6 auf Lwen ruhende Sulen sttzen das halbkugelige
Becken. -- _Altar_ mit Retabelgemlde, 7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. --
_Wandmalereien_ im Chor spgot.

Von dem alten *Stiftsgebude* geringe Reste.

Von der *Stadtbefestigung* Teile mit Wehrgang erhalten.

_WETTESINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, ohne Tr.
Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh.

_WETTIN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Stadt-K.* spgot. unbedeutend.

*Burg*, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse.

_WETTRINGEN._ UFranken BA Hofheim.

*Pfarr-K.* Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher _Hochaltar_, die Figg. in
der Richtung _P. Wagners_, ebenso die vortrefflichen _Kruzifixe_ auf den
Seitenaltren. _Pietas_ A. 16. Jh. -- Mehrere _Bildstcke_.

_WETZHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.

*Ev. Pfarr-K.* Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. -- Bmkw. durch
Vollstndigkeit und z. T. auch durch Qualitt die lange mit 1460
beginnende Reihe von _Grabmlern_ der Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der
Zahl. -- Bmkw. _Kelch_ 14. Jh.

*Schlo.* Groer 4flgeliger, 4geschoiger Bau des 16. Jh., Einzelheiten
got. und renss.

_WEYER._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Got. OTurm mit Chor 1. Hlfte des 15. Jh. Der brige Bau nebst
Stuckaturen um 1730.

*Pfarrhaus.* Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) erbaut. Gute
Stuckdecken um 1730.

Malerischer *Gemeindebrunnen* auf zehn steinernen Sulen. Erneuert 1840.

*Bildstock* der Kreuzigung mit Stifter von 1623.

_WICKERSHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Marien-K.* (frher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und Anbauten hat
die ursp. rom. Anlage (von welcher der turmtragende quadr. Vorchor und die
WWand) eine sehr unregelmige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von
eigentmlicher Verschiebung des polyg. Gr.

_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das schne Sdportal.

_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Borna.

*Schlo* (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von vornehmen
Verhltnissen. Bmkw. die unvernderte Ausstattung des durch 2 Geschosse
gehenden Saales. -- Portrts von _Graff_, Venusstatue bez. _Balth.
Permoser_ 1724, von demselben die Jahreszeiten.

_WIEDERKUNFT, FRHLICHE._ Sachs.-Altenb. LA Roda.

*Jagdschlo* Joh. Friedrichs des Gromtigen beg. 1547. Inmitten eines von
Waldbchen gebildeten Teiches. Nach vielen Beschdigungen im 19. Jh. sehr
willkrlich rest. Urspr. ein groer, von Grben, niedrigen Mauern und
Ecktrmen mit Zwiebeldchern umgebener Hof; im Innern freistehend der
Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Trmen. -- Die jetzige
Ausstattung mit renss. Mbeln verschiedenen, meist fremden Ursprungs. 4
_Gemlde_ aus der Schule _Cranachs_ schildern das Leben Joh. Friedrichs.
_Relief-Brustbild_ desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in
Thringen beliebte Technik.

_WIEDERSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1601, wie Hinternah.

_WIESENBRONN._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. -- Altar A. 17. Jh. mit bmkw.
_Gemlde_ von _Hans Heunisch_. -- _Grabmal_ des brandenbg. Geh. Rats Joh.
Buttner {~DAGGER~} 1605 und seiner Frau, 2 Tafeln in schnem _Bronzegu_ von _Joh.
Weinmann_.

_WIESENFELD._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*K.* einer um 1200 gestifteten *Johanniter-Kommende*. Frgot. 1260. Rck.
mit Schlu aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb. An der NSeite groer
5geschossiger Turm ohne Tr, nur mit Leiter ersteigbar, also zu
Verteidigungszwecken errichtet (rest. 1903).

*Johanniterhaus*. 1587, unbedeutend und verwahrlost.

_WIESENFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder Bar.-Typus
(vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, Wstheuterode).

_WIESENTHAU._ OFranken BA Forchheim.

*Dorf-K.* spgot., stark rest. -- _Altre_ 17.-18. Jh. _Kanzel_ bar. mit
spgot. Figg. Reich geschnitzter _Beichtstuhl_ 18. Jh. _Epitaphe_ der
Familie v. Wiesenthau 1581, 1590, 1605.

*Schlo*, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtrmen, Schneckenstiegen,
Rittersaal. Im Bauernkriege zerstrt, neu gebaut 1566.

_WIESENTHEID._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Pfarr-K.* 1727-32 von _Balth. Neumann_; Baufhrer der oft von Neumann
verwendete und spter im Kurfrstentum Trier selbstndig auftretende
_J. G. Seiz_. In ihr gibt der groe Knstler seine Idee einer Landkirche,
freilich mit ungewhnlich reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme
Bauherr (Schnborn) zur Verfgung stellte, ausgefhrt. Die Raumdisposition
ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, eingezogener
Chor. Auen Verputzbau mit Sandsteingliederung. Mansarddach. Im Detail
neben spezifischen Rokokoformen (Fenster) Elemente des dorischen Stils
(Pilaster und Fries). Der Turm wchst hinter dem Fassadengiebel aus dem
Dach; ein interessanter, indes kaum geglckt zu nennender Versuch. Die
Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur an Wand und
Decke, gut verbunden mit den prchtigen Stuckmarmoraltren. Auf dem
Hochaltar bmkw. gut die _Statue_ des h. Mauritius.

*Kreuzigungsgruppe* vor der K. 1766; gro, virtuos, enorm theatralisch.

*Schlo* der Grafen v. Schnborn; weitlufiger Komplex um einen quadr.
Binnenhof, Ausfhrung 16.-18. Jh. im ganzen schlicht. Geschmackvoll
eingerichtete Rok.Zimmer.

*Grfl. Gruftkapelle*, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur von dem Maler
der Kirche (eine einstrzende Kuppel darstellend).

*Rathaus* in behbigem frnkischem Fr.Rok.

_WILDBURG._ UFranken BA Knigshofen.

*Burgruine.* Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes
Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten.

_WILDENBERG._ UFranken BA Miltenberg.

*Burgruine* ca. 1170-1250. Eine der schnsten, die sich aus rom. Zeit
erhalten haben; Gelnhausen und Mnzenberg nicht nachstehend (die
Inschriften jetzt im grfl. Erbachischen Schlo Eulbach nicht
einwandfrei). Die Anlage klar und regelmig. Ungewhnlicher Aufwand an
Kunstformen: rom. die Torhalle, darber Kap. mit ausgekragtem Altarerker;
der Palas rom. und frgot., ganz glnzende Fensterarchitektur.

_WILDENFELS._ OFranken BA Forchheim.

*Burgruine* bedeutend.

_WILDPRECHTSRODA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1683.

*Schlo* (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der Gegend, 17.
Jh.

_WILHELMSBAD_ bei Hanau RB Cassel.

*Badanlage* 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell; im Park
knstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage.

_WILHELMSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*K.* des ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen*. Rom. 12. Jh.
Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am Chor und Qsch., im Lhs.
4 Arkaden mit Sttzenwechsel. An den Sll. attische Basen mit Eckblttern,
Wrfelknufe mit Pflanzenornament. Eine Tr am sdl. Kreuzflgel umrahmt
mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon Agnus Dei. (Nebenapsiden
und Sschiffe jetzt zerstrt.) 1892 rest. und vielfach verndert.

_WILHELMSHAUSEN._ Kr. Cassel-Land.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die Bauformen der
Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jhrigen Kriege halb zerstrt, 1891 rest. --
Kleine kreuzf. Basilika (28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau
dieselben Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis alt. Im
Lhs. 4 Arkaden mit Sttzenwechsel. Wuchtige Sll. mit kurzem, stark
verjngtem Schaft, an den Flchen der Wrfelkaptt. eingetiefte Palmette.
WFassade turmlos. Rom. (?) _Taufstein_.

_WILHELMSHHE_ bei Cassel.

Ein im 12. Jh. gegr. *Nonnenklst.* 1527 aufgehoben. Bescheidenes
landgrfl. *Schlo*. Im 17. Jh. vergrert. A. 18. Jh. unter Landgraf Karl
Neubau (Entwurf von _de la Fosse_ 1710) mit groartiger Parkanlage
geplant. Nur die letztere wurde unter Karl wirklich begonnen, von seinen
Nachfolgern fortgesetzt. Den Schlobau verwirklichte erst Wilhelm IX.
(Abbruch des alten Schlosses Weienstein 1786-90). Der erste Entwurf von
_Wailly_ 1785 wurde abgelehnt; desgl., wegen zu groer Ausdehnung, der
unter dem Einflu Palladios entstandene, knstlerisch sehr bedeutende
Entwurf von _H. Chr. Jussow_ 1786. Den Auftrag erhielt _Salomon Louis Du
Ry_ (aus der in Cassel, s. dort, in mehreren Generationen ttigen
Hugenottenfamilie). Die vorgeschlagenen Lsungen sehr verschiedenartig,
bereinstimmend jedoch in der Stilfrage. Der in seiner Jugend bei Blondel
in Paris gebildete Knstler hatte sich unumwunden dem Klassizismus
englischer Frbung zugekehrt. Der Bau des nrdl. Flgels begann 1788, der
Mittelbau 1792, die Innenarbeiten 1803 vollendet. -- Die Anlage modifiziert
mit interessanter Wirkung, zumal in Anpassung an das bewegte Gelnde und
die ansteigenden Baummassen des Parkes, den traditionellen
Hufeisengrundri in der Weise, da dessen 3 Flgel in 3 selbstndige
Gebude aufgelst, dann aber durch segmentfrmige Zwischenbauten wieder
verbunden werden, und zwar so, da die Achsen der Nebengebude zu dem
Hauptgebude in stumpfem Winkel anlaufen.

Nicht befriedigend ist das Hhenverhltnis der Zwischenbauten; sie waren
auch ursp. auf das Erdgescho beschrnkt; die Obergeschosse teils unter
Jerme, teils erst 1829 hinzugefgt. Wie sehr die apsidialen Schlsse der
Hauptbauten und berhaupt der ganze Rhythmus durch sie gestrt wird,
leuchtet ohne weiteres ein. -- Das Schlo von Wilhelmshhe vertritt
zusammen mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem Empire vorangehende
Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied der beiden Gebude ist
bezeichnend fr den Unterschied der strengeren, grozgigeren englischen
(von den Zeitgenossen oft rmisch genannten) und der weicheren
franzsischen Richtung. In der inneren Einrichtung drngt sich der
franzsische Geschmack wieder vor, doch schon im Geprge des eigentlichen
Empire. Ein Verzeichnis der Gemlde von 1790 gibt 45 Nummern, zu denen
spter noch manches hinzukam, vieles wieder beseitigt wurde. Unter den
Gegenstnden berwiegt die rmische Geschichte, auch ein Zyklus aus Tasso
war vorhanden. Die Knstler groenteils Deutsche. Die bekanntesten Namen
_F. H. Tischbein_, _Hackert_ und _Nahl_.

Der *Park*. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung an die
Grten in Rom und Frascati durch den rmischen Architekten _Giov. Fr.
Guernieri_ -- vielleicht das grandioseste, was irgendwo der Barockstil in
der Verbindung von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage,
die, wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatschlich zur
Ausfhrung gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden Naturpark im
englischen Geschmack. Bei _Guernieri_ war das Hauptmotiv die mit reichem
architektonischem Beiwerk ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der
Hhe des Habichtswaldes bis zum Schlo Weienstein hinzog, 3500 Fu rhein.
l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Abstze mit Rundmotiven und
eine breite Querallee mit vielen Becken und Springbrunnen durchbrochen.
Davon hat sich nur der oberste Abschnitt erhalten, endend in das
phantastisch-kolossalische _Oktogon_ mit dem Herkules (der kleine
Herkules aus einer lteren Anlage des 17. Jh.). Auch der englische Park
wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht verzichten. Doch in einem
grundstzlich anderen Sinn, als das Barock. Nicht um architektonische
Durchbildung des Gelndes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern um
Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar) freien
Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenstndliche Bedeutung
Stimmung machen sollten. Knstliche Ruinen u. a. wurden beliebt. Im ersten
Projekt _Du Rys_ sollte sogar das Schlo selbst einen Ruinenflgel
erhalten. Im Charakter einer imaginren Urkunst das Grab der Vgel.
Rmisch die Sibyllengrotte und die kleine Nachbildung der
Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische Schwrmerei
fr die Gotik. So entstand (erster Plan 1790) die _Lwenburg_, anfangs als
Ruine beabsichtigt. Auf Verlangen des Landgrafen ein vollstndiges,
wohnbares, allerdings im Mastab der einzelnen Bauteile klein gegriffenes
Bergschlo -- kulturhistorisch merkwrdig als eine der frhesten
Schpfungen sentimentaler Neugotik in Deutschland. Entwurf von _Jussow_.
Fr die dem Schloe nher liegenden Zierbauten kehrte derselbe mit gutem
Takt wieder zu klassischen Formen zurck: _Sulenhalle_ und _Tempel_ am
Bowlingreen und reizvoller Entwurf (nicht ausgefhrt) zum Philosophentale.
-- Eine _chinesische Galerie_, eine _Moschee_ und eine _Eremitage des __
Plato_ sind seither wieder verschwunden. -- Unter den Nebengebuden des
Schlosses das wichtigste das _Theater_ von 1808 (jetzt mit starker
Vernderung Tennishalle) und das _Pflanzenhaus_.

_WILHELMSTAL_ bei Cassel.

*Schlo.* Es gehrt nicht zu den greren, aber zu den reizvollsten unter
den Rok.Schlssern Deutschlands. Erb. von Mitgliedern der aus Frankreich
stammenden, in mehreren Generationen in Cassel ansssigen
Architektenfamilie _Du Ry_. Drei Flgel in aufgelster Triklinienstellung.
Anlage des Ganzen und Ausfhrung der Kavaliershuser von _Karl D._ Sein
Sohn _Simon Ludwig D._ war schon 1749 in Paris mit der Durcharbeitung des
Entwurfs fr den Mittelbau (corps de logis) unter den Augen _Blondels_
beschftigt (ausgefhrt erst nach dem 7jhrigen Kriege). Die bei groer
Feinheit der Sandsteinarbeit etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine
leise Tendenz zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings
nicht in jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die geistlichen
Frsten des katholischen Deutschlands huldigten, auch in ihren Schlssern,
sondern leichter in der Haltung, feiner und anheimelnder; wie denn auch
der Gr. und die Abmessungen in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. --
Zur Seite standen _Du Ry_ der Bildhauer _J. A. Nahl_ und der Maler _J. H.
Tischbein_. -- Die kleinen Wachthuser um 1770 in derjenigen Abwandlung des
Rok., die man Zopf zu nennen pflegt.

_WILHELMSTAL_ bei Eisenach Sachsen-Weimar.

*Groherzogl. Schlo*. Malerische Gruppe von niedrigen schlicht bar.
Einzelhusern, zwei Reihen in einer Lngsachse geordnet. Am NEnde ellipt.
Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung der beiden NHuser unter Goethes Leitung
1790. Aus derselben Zeit der Brunnen in der Querachse. Weitere verbindende
Zutaten 1850.

_WILLERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit lterem quadr. Chor. Im Schiff je 4
schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft sich windenden Anstzen.

*Schlo*, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung.

_WILLMERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. 1753 umgebaut. --
_Holzfigg._ Reste eines _Altars_ von ca. 1520. Bmkw. _Taufstein_ 2. H. 16.
Jh.

_WILSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Die rom. Anlage unverndert. Rck, OTurm in gleicher Br. mit dem
Schiff. Trrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen.

_WILSDRUFF._ K. Sachsen AH Meien.

*Pfarr-K.* S. Nikolai neu; aus der alten das hbsche Portal aus ziemlich
frher got. Zeit; _Kanzel_ 17. Jh.; _Epitaph_ 1731.

_WIMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Benediktiner-Klst.* gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil der 2. H.
12. Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des Chors und Qschiffs
(lichte Lnge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden.
Nebenchre (gewlbt) und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch je
zwei niedrige Arkaden (also hnlich Konradsburg, doch ohne den dortigen
Blendbg.); Pfll. mit Ecksulchen in der Art des Meisters von Knigslutter.
Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie (wie in Klst. Mansfeld).

_WINDECKEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Stadt-K.* 1455-96, 3sch.

*Schlo* (Amtsgericht) 16.-17. Jh.

*Rathaus*, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung.

*Stadtmauer* mit Wehrgang und Scharten.

_WINDHAUSEN._ Kr. Cassel-Land.

*Herrenhaus*, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die Anlagen des
Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches Beispiel des
sentimentalen Naturparks und seiner Requisiten: Einsiedelei,
Freundschaftsdenkmal, Altar, Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrcke.

_WINDEHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Pfarr-K.* Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe, am
Gewnde Ringsulen.

_WINDHEIM._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich von Hauptmann
_Fischer_ (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher _Hochaltar_ von 1696, ehem. in
Hammelburg.

_WINDISCH-HOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis.

_WINDISCHLEUBA._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Ansehnliche spgot. *Dorf-K*. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh.

*Schlo*; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verstndnisvoll hergestellt.
Ringmauern und Ecktrme ma., Hauptwohngebude (SFlgel) im 1. und 2.
Gescho um 1450, das Obergescho und die sehr stattlichen Giebel und
Zwerchhuser 1532. Auch die anderen Gebude enthalten bmkw. Einzelheiten.
Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken.

_WINTERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

Hbsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten Einzelheiten.
*Pfarr-K.* 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3 sprom. Geschosse.
Bar. _Hochaltar_ mit bmkw. spgot. _Schnitzbildern_; im Hauptfeld
Kreuzigung, in der Predella Abendmahl. Starke Kirchhofsbefestigung aus sp.
Ma.

*Mauritius-K.* (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung der
Lambert-K. in Tckelhausen, 1sch. mit eingezogenem quadr. Chor.,
Stilformen frgot. um 1300.

*Rathaus* 1738, geflliger Bau des Wrzburger fr. Rok.

_WIPFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* um 1780-90, aufwndige klassizist. Ausstattung der Wrzburger
Schule.

_WIPPRA._ Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis.

*Burgruine.* Sehr verfallen.

_WIRSBERG._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im sog.
Markgrafenstil. Kanzelaltar (schsisch-thringischer Einflu).

_WIRTHEIM._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem 1/2 8eck.
Chor; sorgfltiges Mawerk.

_WITTENBERG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K.* Unscheinbare Hallenkirche von gedrckten Verhltnissen. Chor
und WBau mit 2 Trmen um 1300, Lhs. A. 15. Jh. Die 3 Sch. schlieen platt
in gleicher Flucht, das nrdl. ist verbreitert, daher die
Unregelmigkeiten des Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und 1540
gemeldet. Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers (1543) in der
Lutherhalle, das _Altarwerk_ _L. Cranachs d. ._ modern verunstaltet. An
der nrdl. Chorwand Gemlde von _L. Cranach d. J._, die Bekehrung Pauli,
des Meisters letztes Werk, 1586. _Taufbecken_ in Rotgu von _Hermann
Vischer_ 1457, 8eck., auf Lwen ruhend, am Kessel Reliefs von Heiligen.
Einfacher _ikon. Grabstein_ Bugenhagens. Groes _Epitaph_ fr Matth. v.
Schulenburg 1S69 von _G. Schrter_. Das ausgezeichnete _Alabasterrelief_,
Grablegung, am Grabmal L. Cranachs d. J. {~DAGGER~} 1586 von _S. W._ (_Sebastian
Walther_ in Dresden). Tafel fr Kaspar Lindemann von _Ulrich Gretel_ in
Leipzig. -- Auen an der NSeite Relief, Christus als _Weltenrichter_ 1310;
am WPortal _Maria_ mit Heiligen aus derselben Zeit; am Chor _Judensau_.

*Schlo-(Universitts)-K.* ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das uere
entspricht ungefhr dem alten Zustande, das Innere durchaus rest. Rck. von
6 Achsen mit 3/8 Schlu. Zwischen den nach innen gezogenen Pfll. eine
ringsumlaufende, von Stichbgen getragene Empore, dem entsprechend ein
niedriges unteres und ein hohes oberes Fenstergescho. -- Groe
_Bronzegrabplatten_ fr Friedrich den Weisen und Johann den Bestndigen;
jene bez. _Peter Fischer_ (sic) _Norimbergensis_ A. 1527; diese, eine fast
genaue Nachahmung, _H V_ (_Hans Vischer_). Auerdem dieselben beiden
Kurfrsten in lebensgroen knienden _Marmorstatuen_. Die Bronzetafel auf
dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars in Jena.
_Bronze-Gedchtnistafel_ des Juristen Henning Goeden von _P. Vischer_ 1521
(Wiederholung im Dom zu Erfurt).

*Schlo* erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt. Bmkw. die
beiden Treppenhuser, die sich nach dem Hof in Lauben ffnen. ber dem
Portal schn gemeielte Wappen. 2 runde Trme an den Ecken. Urspr. Zustand
auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs.

*Rathaus* spgot. und renss. An der langen Marktseite auer dem
(modernisierten) Erdgescho 2 Geschosse zu 13 Achsen, Vorhangbgen; spter
hinzugefgt ein Renss.-Portal mit Altan und 4 Renss. Zwerchhusern. --
*Apotheke L. Cranachs*. Straenseite durch neuen Verputz entstellt, besser
erhalten der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines
Geharnischten. *Huser Melanchthons* und *Bugenhagens*. Das *Lutherhaus*
(urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die Rest. 1840 einen gnzlich falschen
Charakter erhalten; unberhrt das 1540 in Pirna gefertigte Portal und im
ganzen auch Luthers Wohnstube.

*Alter Friedhof* vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit Relief des
Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter Elisabeth und
Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften.

_WITTGENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1754. Gute _Grabmler_ E. 17. Jh.

_WITZELRODA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um 1702.

_WITZENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Stadt-K.* Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit berhhtem, fensterlosem Msch.
Jetzt Bretterdecken. Der gewlbte Chor hher. -- Grabmal der Familie v.
Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroe Rundfigg. knien auf einer von Sll.
getragenen Plattform, darber Relief mit der Auferstehung Christi.

*Wilhelmiter-Klst.* 2 Sle (jetzt Schafstall); der kleine mit 4Gwbb. auf 1
Mittelpfl.; der grere durch 4 achteckige Schafte, aus deren Kanten die
Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder geteilt; hnlichkeit mit dem
Rittersaal des Marburger Schlosses. Die Klostergebude jetzt zur
Kolonialschule eingerichtet.

*Klus-Kap.* am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom. Profilen.

*Hospitals-Kap. S. Michael.* Einfacher spgot. Bruchsteinbau um 1392. Der
sonst schmucklose kleine WTurm trgt einen bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch
Eselsrcken verbunden, die ffnungen mit Mawerk gefllt, Krnung mit
steinernem Helm.

*Rathaus.* Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration nach einem
Brande zur Unkenntlichkeit entstellt.

*Wohnhuser* in Fachwerk.

Reste der *Stadtbefestigung*.

_WITZLEBEN._ Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt.

*Dorf-K.* mit rom. Resten.

_WOFFLEBEN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* 1751. Der eigentmliche Gr. erklrt sich aus den Experimenten
des protestantischen Kirchenbaues.

_WOLFERSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal.

_WOLFHAGEN._ RB Cassel Kreisstadt.

*Pfarr-K. S. Anna*. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in schlichten,
krftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 (Inschr.), das bmkw. Dach
1501.

Vor der Stadt *Kapelle* in vorzglichen hochgot. Formen.

_WOLFMANNSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Im Sch. schne Felderdecke aus 17. Jh., stl. Chorturm im
Erdgescho rom. Hbsche Ausstattung um 1730.

_WOLFSMNSTER._ UFranken BA Gemnden.

*Pfarr-K.* Turm A. 14. Jh., das gerumige Langhaus 1734 mit urspr. guter
gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). _Glocken_ 1412, 1786.

*Schlo Wolfsmnster*. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln.

_WOLKENBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* 1794 nach Entwurf von _J. A. Giese_ in der Richtung von _C. G.
Langhans_. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende Empore von dor. Sulen
getragen; der Altartisch ohne Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemlde
von _A. F. Oeser_ und _H. V. Schnorr v. Carolsfeld_.

Die *ltere K.* (um 1400) jetzt *Erbbegrbnis* der Grafen Einsiedel.
Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete Arbeit von _J. H.
Bhm_. Schne Gedenktafel des bei Kaiserslautern gefallenen Gf. Friedrich
v. E., Eisengu aus Lauchhammer.

*Schlo* (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles grndlich
umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung vom Besten.
Familienbildnisse u. a. von _Mengs_, _Graff_ und _Grassi_. Groer Park,
englisch umgearbeitet.

_WOLKENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienburg.

*Stadt-K.* nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. -- _Altarwerk_ aus
mehrfarbigem Gestein 16S2 von _Joh. Bhme_.

*Burg*, in jetziger Gestalt ohne Interesse.

_WOLKRAMSHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschlu.

_WOLKSHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Erb. 1616, nach W verlngert 1778. Die vortrefflich in das
Architekturbild eingegliederten _Altre_ von _Auwera_ und _Steuerwald_
(letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen).

*Sebastians-Kap.* 1771. Stuckatur und Altre gleichzeitig. Ein lterer
_Altaraufsatz_ um 1650 an der NWand. Hinter der Kap. bmkw. _Bildstock_ um
1400.

Im Dorf lebensgroe _Standfig_. des hl. Michael 1743.

_WOLMIRSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* spgot., 1sch., mit Netzgwb.

_WOMMEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Gutshaus*, Portal Frhrenaissance 1535.

_WONFURT._ UFranken BA Hafurt.

*Pfarr-K.* Zentralbau von 1824. Altre und Kanzel um 1700.

*Friedhofs-Kap.* Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh. Gute
_Kreuzigungsgruppe_ um 1750.

*Schlo.* E. 16. Jh., einige Vernderungen 1695.

_WONSEES._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 18. Jh. -- Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601.

_WORBIS._ Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt.

*Stadt-K.* 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest.

*Klst.-K.*, bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb.

*Hardtkap.* 1749. Groer Schnitzaltar 15. Jh.

*Amtsgericht*, schner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh.

_WORMSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Kirche.* Angeblich lteste des Gebietes. -- Jetzt stillos bis auf ein
primitiv aussehendes rom. Tympanon.

_WLFERSHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.

*Pfarr-K.* 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof Julius
begnstigten Nachgotik.

_WLFERSHAUSEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Dorf-K.* aus der Juliuszeit, im 18. Jh. berarbeitet. Die guten
Rok.-Mobilien in Wrzburg gearbeitet.

_WUNSIEDEL._ OFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.*, spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut.

*Spital-K.*, spgot., unbedeutend. -- *Gottesacker-K.* 1672.

_WRDENHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1577 und 1747. -- Spgot. _Flgelaltar_, zusammengesetzt aus einem
greren und kleineren. Die Figuren nicht bel.

_WRZBURG._ UFranken B Amtsstadt.

*Dom S. Kiliani*. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter B. Burkard
(931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner noch, in rom. Zeit
bedeutende Bauttigkeit unter B. Embricho (1125-47) und B. Hermann
(1225-54); Vernderungen 1606 bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der Dom im
ueren wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. -- Die
Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage ist: hat Embricho, auf
dessen Zeit alles formale Detail am Langhaus hinweist, dieses auf dem
unvernderten Grundri Brunos wiederhergestellt? oder hat er einen
vlligen Neubau in vergrertem Mastabe begonnen? Fr die erstere
Alternative kann die hnlichkeit des mehrere ungewhnliche Eigenschaften
zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau des 11. Jh., der Klst.-K. in
Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht werden. Dann aber mte der
WBau mit seinen Doppeltrmen, da er auf schmlere Schiffe hinweist(4), auf
eine noch ltere Zeit zurckgehen, was aber nicht wohl mglich ist, weil
die Anlage westlicher Doppeltrme mit Eingangshalle nicht vor 2. Viertel
11. Jh. (zuerst in Straburg) nachgewiesen werden kann. Zwischen den
beiden oben genannten Mglichkeiten blieb dann nur noch eine dritte, rein
hypothetische: Vernderung des Mastabes schon unter Bruno. -- Der Ostbau
hat das volle Geprge schon des 13. Jh. -- Der Gr. ist kreuzfrmig, die
Vierung genau quadr., die Flgel des Qsch. sowohl als der Chor gestreckt
rechteckig (einzige aber genaue Analogie die Kloster-K. Hersfeld);
Hauptapsis und 2 kleinere Apsiden an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2
quadr. Trme. Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kmpferprofile der Pfll. noch
sichtbar. Wie die allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen
denen von Hersfold sehr nahe: ganze lichte L. ohne Turmhalle 97 (Hersfeld
95), Lhs. 57 : 31 (Hersfeld 55 : 30), Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch.
24 (Hersfeld 23). Der Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten
Krypta.

_Inneres_. Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben und von
mchtiger Wirkung. Rom. Einzelformen nur an den Pfll. sichtbar. Sie zeigen
eine ungewhnliche, nur mit einigen thringischen Bauten vergleichbare
Form; Halbsulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die Gewlbe des
Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof Julius
beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im Charakter der von ihm
bevorzugten posthumen Gotik. Zur Ausfhrung kamen nur die Gewlbe des
Hochschiffes durch _Lazzaro Agostino_. Die ausgezeichnet schne
Stuckdekoration 1701 von _Pietro Magni_.

_ueres_. Die Fassade stammt aus verschiedenen rom. Epochen; durch die
glttende und gleichmachende Rest. 1880 hat sie ihren historischen
Charakter verloren; das Portal neu erfunden; bis 1644 stand vor dem
Erdgescho eine Paradieshalle. -- Die oberen Turmabschlsse 1418. -- Die
Langseiten aus 1. H. 12. Jh. mit der blichen Lisenen- und
Bogenfriesgliederung, die jedoch einen eigentmlich flauen Charakter hat;
vielleicht ist der Grund durch Verputz erhht. -- Die Osttrme im
Erdgescho mit dem Chor gleichzeitig, in den oberen Teilen 1225-50. Die
berfhrung vom Quadrat zum 8Eck sehr eigentmlich; fast mchte man
glauben, da hier eine blasse Erinnerung an die Trme von Laon vorliegt,
vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen Wirkungen
durch Wechsel im Sandstein.

_Ausstattung_. _Chor_. [Von den 1701ff. beseitigten Kunstwerken waren die
wichtigsten gewesen: _Hochaltar_ mit dem Standbild des Salvators unter
einem von 4 Sll. getragenen Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der
Retabelwand ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von _Riemenschneider_;
von demselben 1494 ein bis zum Gewlbe reichendes _Sakramentshuschen_.
Ehernes _Singpult_ von _Hans Wurzelbauer_ aus Nrnberg jetzt in der
Sepultur.] Die jetzigen _Altre_ gute Durchschnittsleistungen der
Barockzeit. Sie enthalten Gemlde von _Oswald Onghers_ (Enthauptung
Johannis), _Sandrart_ (Kreuzabnahme), _Bueler_ (Grablegung), _Merian_
(Drei Knige). Die Altre des Langhauses an den Pfeilern aufgestellt; sie
erhielten 1793 einheitliche Umrahmung. -- _Chorsthle_ von _Jakob van der
Auwera_ 1749 mit den Wappen der damals amtierenden Domherren. --
_Eisengitter_ von _Gattinger_. -- Spgot. _Bischofsstuhl_ jetzt in der
Sakristei. -- Im Langhaus Taufkessel, Erzgu, bez. _Eckart von Worms_ 1279.
-- _Kanzel_ von _Mich. Kern_ 1609.

_Grabdenkmler_. Neben denen des Mainzer Doms die groartigste Reihe, die
Deutschland besitzt. Sie wurden im 18. Jh. an Wnden und Pfeilern
aufgestellt. Die lteren bildeten Deckplatten von Tumben, die jngeren
sind Bildnisepitaphe; die zu den letzteren gehrigen Bodenplatten (ber
der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an den
Seitenschiffswnden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das dikulaepitaph mit
Reliefbild auf.

Im _Querschiff_: I. NFlgel. a) OWand. ber der kleinen, zur Krypta
fhrenden Tr Epitaph des Dechanten J. C. Kottwitz v. Aulenbach {~DAGGER~} 1610; B.
Konrad v. Bibra {~DAGGER~} 1544 im Stil des _Peter Dell d. _. b) WWand. Grabstein
des Grafen Bernhard v. Solms {~DAGGER~} 1553 im Stil des _P. Dell d. J._; Grabstein
des B. Gerhard von Schwarzburg {~DAGGER~} 1400, berlebensgro, die Gewandung
dekorativ sehr wirksam, dabei ist es wichtig, da mit ihr auch das gesagt
wird, was eigentlich Sache der Figur wre; im Kopf knnte man ein fein
gestimmtes Portrt zu sehen glauben, trge nicht der von demselben Meister
gefertigte Konrad von Weinsberg in Mainz auch ganz dieselben Zge. Epitaph
des Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg {~DAGGER~} 1673. Unter dem Durchgangsbogen
zum nrdl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz v. Aulenbach (vgl. Epitaph oben)
und des Erasmus Neustetter. -- II. SFlgel. a) WWand: Ehernes Epitaph des
C. F. v. Thngen 1629. b) SWand: Kenotaph des B. Moritz v. Hutten {~DAGGER~} 1552
von _Martin Hering_, c) OWand: Epit. des B. Konrad v.Thngen 1540 von _Loy
Hering_ aus Eichsttt; Kenotaph des Dompropstes Niedhard v. Thngen, B. v.
Bamberg, 1598.

_Im Langhaus_. -- _Nrdliche Reihe_. 1. Pfl. NSeite: B. Gottfried III. v.
Hohenlohe {~DAGGER~} 1322 (mit neuer falscher Inschrift), das Schwert fhren die
Wrzburger Bischfe als Herzge von Franken; trotzdem die Rechte zum
Segnen erhoben. SSeite: B. Otto v. Wolfskeel {~DAGGER~} 1345, ausgezeichnetes
Beispiel fr den Stil des 14. Jahrhunderts; die groe Schleppfalte von der
linken Hfte zum rechten Fu im Schema der Apostel des Klner Doms.
Rundfigur. -- 2. Pfl. NSeite: Domdechant Peter v. Aufse {~DAGGER~} 1522, flacher
Erzgu, wohl aus der _Vischer_schen Htte. OSeite: B. Albert v. Hohenlohe
{~DAGGER~} 1372, die Sfrmige Schwingung so trefflich in die Charakteristik
einbezogen, da sie kaum noch als konventionell wirkt. -- 3. Pfl. NSeite:
Epit. des Erasmus Neustetter 1594 (Grabplatte s. oben). -- 4. Pfl. O.
Seite: B. Johann v. Eglofstein 1411, Standbild unter Baldachin,
Portrtkopf. B. Wolfram v. Grumbach-Wolfskehl {~DAGGER~} 1333. Kein Kissen mehr,
die Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgefhrt,
berhaupt bedeutende Arbeit. -- 5. Pfl. NSeite: Dompropst v. Frankenstein
1789 vom Bamberger _Mutschelle_. OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466,
Standbild unter Baldachin, fein, vornehm, geschmackvoll; vom Wrzburger
Meister _Leonhard Strohmeier_. -- 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich v.
Seinsheim 1779 von _J. P. Wagner_ nach dem Entwurf des Hofmalers
_Christoph Fesel_. -- 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf v. Ehrenberg {~DAGGER~} 1631,
ausgefhrt 1664. -- _Sdliche Reihe_. 1. Pfl. NSeite: B. Mangold v.
Neuenburg {~DAGGER~} 1303. Keinesfalls wesentlich jnger, wichtig fr den bergang
vom Stil des 13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen
geschulten frnkischen Knstler); der merkwrdig individuelle Kopf im 18.
Jh. bergangen. SSeite: B. Gottfried v. Spitzenberg {~DAGGER~} 1190 auf dem
Kreuzzug; der Stein, trotz der jngeren Inschrift, gleichzeitig, ltestes
Zeugnis der Monumentalplastik in Wrzburg, -- 3. Pfl. NSeite, neben der
Kanzel: B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. -- 4. Pfl. OSeite: B. Johann
v. Brunn 1440; die Gesichtszge sind individuell, verraten aber nicht
einen 80jhrigen Greis. NSeite: B. Rudolf v. Scherenberg 1493 von
_Riemenschneider_, dessen Stil von seiner besten Seite zeigend. -- 5. Pfl.
NSeite: B. Lorenz v. Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk
zeigt, wie sich der alternde Meister _Riemenschneider_ mit den
eindringenden Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch unter
Mitwirkung eines jngeren Gehilfen; die Putten haben auch in den Kpfen
mit dem bekannten Engeltypus _Riemenschneiders_ nichts gemein; brigens
ist das Verhltnis der Figur zur tektonischen Umgebung vorzglich
abgewogen und die Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem
Geschmack durchgefhrt. -- 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg,
ermordet 1558, Hauptwerk des vielbeschftigten aber unerfreulichen _P.
Dell d. J._ -- 7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. Wirsberg 1573 von _W.
Sarder_ aus Eichsttt. OSeite: B. Franz Ludwig v. Ertal 1795. -- 8. Pfl.
NSeite: B. Julius Echter v. Mespelbrunn 1617 von _M. Kern_; Architektur
gut, Figur nicht bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs
Bruder, 1577. OSeite: das umgestrzte Wappen des letzten Echter {~DAGGER~} 1665. --
9. Pfl. NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen {~DAGGER~} 1622. -- Die Form des
Renss.Epitaphes, dikula mit Relief. An der sdl. Sschiffswand eine Reihe
bronzener Grabplatten, ehemals in der Nhe der entsprechenden Epitaphe zu
denken. Von ihnen gehren der Giehtte _Peter Vischers_: Dompropst Georg
v. Giech {~DAGGER~} 1501, Dompropst Albert v. Bibra {~DAGGER~} 1511, B. Lorenz v. Bibra
{~DAGGER~} 1519, letztere vielleicht nach _Riemenschneiders_ Entwurf in Nrnberg
gegossen.

_Sonstige Skulpturen_. -- Vom Triumphbogen herabhngend berlebensgroes
_Holzkruzifix_ von 1478. -- Auf 3 Pfll. der NSeite verstreut _Maria und die
h.h. drei Knige_, interessante, stark bewegte Standbilder aus A.14.Jh.,
durch moderne Rest, und Bemalung entstellt; hnliche Pfl. Aufstellung in
der Lorenz-K. in Nrnberg; trotzdem vielleicht ursp. fr ein Portal
gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des Lhs. _Taufkessel_, Erzgu, bez.
_Eckart v. Worms_ 1279; die zu dieser Zeit in Sddeutschland wenig
gelufige Technik erklrt die Roheit der Formen. -- _Kanzel_ von _Mich.
Kern_ 1609. -- In einer Kap. am WEnde des sdl. Ssch. groe _Gruppe_ des
Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch Wahrheit und Strke des
Ausdrucks; am Eingang in die Kap. ein _Diakon_ mit Lesepult in einem
zugleich an _Riemenschneider_ und _Backofen_ erinnernden Stil, dann die 2
_Sulen_ Booz und Jachim vom ehemaligen Paradies. -- Die spgot.
_Standbilder_ an den ersten Pfll. des Lhs, von den Strebepfll. der
Marienkap., wo sie zu verwittern drohten, hierher geborgen. -- In der
Vorhalle Madonna um 1420.

_Epitaphe am ueren_. Meist sehr beschdigt. Historisch interessant
dasjenige _Tilman Riemenschneiders_, wohl von seinem Sohne _Jrg_.

_Schnborn-Kap._ am nrdl. Qsch. 1721-36 von _J. B. Neumann_. Kreisrunder
Kuppelraum mit elliptischen Exedren nach O und W, Eingang N, Hauptaltar S.
Vier _Grabmler_ von Kirchenfrsten aus der Familie Schnborn. Das Innere,
als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor, kommt infolge nicht
glcklicher Lichtfhrung nicht nach seinem Werte zur Geltung; das uere
zeigt _Neumanns_ Formensprache in aller Vollendung.

_Kreuzgang_. NFlgel 1424-28, SFlgel 1428-31, WFlgel nach 1431, OFlgel
1449-53. Die 3rippige Wlbung, deren mit Wappen geschmckte Schlusteine
im Gr. eine Zickzacklinie bilden, wohl spter. Stattliche Abmessungen,
etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gnge. Die im O liegende Sepultur 1461.
2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand 8 Kapp., deren ffnungen in den
Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5] Konsequenz der sternfrmigen Teilung des
Gwb. Das Erdgescho diente als Sepultur des Kapitels. Unter den beraus
zahlreichen _Denkmlern_ im Kreuzgang seien hervorgehoben: Heinrich v.
Seinsheim {~DAGGER~} 1360, schlanke Ritterfigur in engem Lederpanzer; Paul Fuchs
{~DAGGER~} 1540 wohl von _Peter_ _Dell_; Martin v. Wiesenthau {~DAGGER~} 1554, bez. _T K_
(_Thomas Kistner_), Dompropst Markgraf Friedrich v. Brandenburg {~DAGGER~} 1536;
Oberst Baur v. Eisenberg, bez. _Mich. Kern_ 1623. In der Sepultur
Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez. _Jrg Straubinger _ (Nrnberg)
1680.

*S. Burkard.* K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033, eingreifende
Rest. 1168, Erweiterung der stl. Teile 1494-97. -- Kleine flachged.
Basilika ohne Qsch. An den stl. Enden der Ssch. quadr. Trme, aus deren
Mauermasse rundbg. Altarnischen ausgespart sind; jetzt durch neue
Einbauten verdeckt. Der Hauptchor setzte sich zwischen den Trmen fort und
schlo voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Auerdem waren WTrme vorhanden,
die 1677 abgetragen wurden; damals auch die WEmpore eingebaut. 6 Arkaden
mit regelmigem Sttzenwechsel. Sll. mit Wrfelkaptt. und eckblattlosen
att. Basen. -- ueres ganz schmucklos, der Gesimse beraubt. Interessant
nur das Portal an der NSeite mit geschlossener Vorhalle; dieselbe hat den
Eingang im O und eine Altarnische im W, an der NWand 2 gekuppelte groe
Lichtffnungen. Das Portal (nachtrglich) durch seitwrts vorgeblendete
Sulengruppen geschmckt; reiche und originelle tektonische Gliederung bei
fast vlligem Mangel an Ornament. Die Trme quadr. bis zur Firsthhe des
Msch., dann ins 8Eck umsetzend; diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot.
Formen. -- Der spgot. OBau in erheblich grerem Mastab; das Qsch. so
breit, da zwischen Vierung und Flgeln je eine Sttze eingeschoben; ursp.
flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. -- _Chorstle_ 1693 aus
got. und bar. Teilen zusammengesetzt. -- Im nrdl. Qsch. bmkw. _Opferstock_
mit Reliefs E. 13. Jh. -- _Votivrelief_ aus dem Leprosenhaus, Kreuzigung
ca. 1370. -- Groer _Flgelaltar_, noch in got. Anordnung, 1589-91; die
Gemlde vom Wrzburger Brger _Alexander Mller_ (die von demselben
ausgefhrte Wand- und Deckenbemalung zerstrt). -- _Grabsteine_ der bte
Hermann Lesch {~DAGGER~} 1408, Eberhard Lesen {~DAGGER~} 1436, Johann v. Waldenfels {~DAGGER~} 1427.
-- An der Wand _Gemlde_ der Grablegung von _Osw. Onghers_ 1676. -- In der
Pfarrei _Holzmadonna_ von _Riemenschneider_ aus seiner Frhzeit.

[*Augustiner-Klst.* Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante Reste von
dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang bekundend, im
Museum.]

*Franziskaner-K.* Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwrtige K. eine
ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H. 13. Jh. Der gewlbte Chor,
grer als der erste, gegen 1289 hinzugefgt. Vernderungen unter Bischof
Julius: Einziehung von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter
ein gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme derer am
O- und WSchlu) verndert. Vom frgot. Bau geblieben: der Gr. (das 3sch.
Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor 22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden
des Msch. Sie zeigen die got. Formen in der fr die Bettelorden
charakteristischen uersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll., 8eck.
Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen glatt bis
auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster kreisrund mit Vierpa. --
Traurige Rest. 1882. -- Der gerumige Kreuzgang um 1300 bereits in
reicherer Behandlung. -- Die betrchtliche relative Hhe der Ssch. schon im
ursp. Querschnitt. -- Die Valentins-Kap. an der SSeite, eine sehr alte
Grndung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. ber ihr ein reich
stuckierter Prunksaal, der vor der Erbauung der Universitt den
akademischen Festlichkeiten als Aula diente. -- An der steinernen Mensa des
Hochaltars Metallplatten mit frgot. _Schmelzarbeit_, meist Tierbilder nach
dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine _Pietas_ von _Riemenschneider_
(?). -- Bmkw. _Megerte_ 18. Jh. -- _Grabmler_: Bildnisplatte des
Weihbischofs Georg Antworter {~DAGGER~} 1499, keine von den guten Arbeiten der
Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheien Zingel {~DAGGER~} 1407. Dann im guten
Wrzburger Durchschnittscharakter mehrere Rittergrabsteine: Balthasar v.
Zingel {~DAGGER~} 1493; Truchse v. Wetzhausen {~DAGGER~} 1513, Hans v. Grumbach {~DAGGER~} 1529,
Peter v. Randersacker {~DAGGER~} 1540. Schnes kleines Kinderepitaph 1582 fr eine
Echter v. Mespelbrunn. Groes prachtvolles Wandgrab des Heinrich Zobel v.
Giebelstadt {~DAGGER~} 1589 mit Frau und 11 Kindern. Ein hnliches fr die Familie
v. Thngen 1625 v. _Mich. Kern_. -- Auen an der K. lberg von _Georg
Riemenschneider_.

*Deutschhaus-K.* (Militrmagazin). Der frheste got. Bau in Wrzburg (an
Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher der erhaltene rom. WTurm
in Beziehung steht), beg. nicht lange vor 1280, die WTeile nach 1296. --
1sch. Anlage von 7 Jochen mit polyg. Schlu. Am 4. Joch tritt ein Wechsel
der Formen ein. Der ltere Teil mit Wimpfen, der jngere mit Oppenheim
verwandt. Reiche Schlusteine, Blattmasken und Figrliches, das letztere
von sehr guter Hand. Dagegen das Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten
Architekturformen.

*Dominikaner (Augustiner)-K.* Erste Niederlassung 1228. Der jetzige Bau
ein Neubau von _Balthasar Neumann_ 1744, bei dem der got. Chor (von 1308)
beibehalten, nur dekorativ umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende
Pfl.Basilika, hat fr das Bar. ungewhnliche Proportion; _Neumann_ selbst
erklrt: Die Kirche, da sie so hoch mu werden, obliegiert der schne
alte, gut gewlbte Chor. Es ist mglich, da Neumann auch den got. Gr.
vollstndig beibehalten hat. Die Dekoration ist einfach; es wird
hauptschlich, und zwar stark, durch die Altre gewirkt, deren einer auf
jeden Pfl. des Lhs. Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der
architektonische Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier
wollen nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prchtige und umfngliche.
Die prunkvollere Dekoration des Mnchschors hinter dem Hochaltar
nachneumannisch. Gemlde des Hochaltars von _Treu_ aus Bamberg,
Deckengemlde von _G. A. Urlaub_ (Chor) und _Ermeltraut_ (Lhs.).

*S. Gertraud* in der Pleichach. Vor 1133 von Meister _Enzelin_, der spter
am Dom ttig. 1600-1613 vllig umgestaltet.

*Stifts-K. Haug*. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTrmen und
Dreiapsidenschlu. 1665 wegen der Festung niedergelegt. Tympanon mit
thronender Muttergottes und den beiden Johannes, nach 1200, jetzt im
Luitpold-Mus. -- Neubau 1670 bis 1691 von _Antonio Petrini_. Die Anlage
nach dem Typus des Ges in Rom; als selbstndige Elemente treten hinzu die
starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System der seitlichen
Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltrme der Fassade. Die Einzelformen
schwer und ernst, von starker Ausladung. In allen Nischen mchtige
Barockaltre italienischen Geprges (Gemlde _Onghers_). Im brigen ist
der Binnenraum farblos. -- Am meisten weicht von den italienischen
Vorbildern das uere ab. Es hat Strebepfll. und hohe Dcher, welche die
Fenster des hohen Kuppelanbaues teilweise berschneiden. Immerhin wirkt
die Kuppel sehr bedeutend. Die Fassade hat durch die seitliche Stellung
der Trme eine mchtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen Lebens, das
sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt, entbehrt sie. Schwere
Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht antike Ordnungen!) und Statuennischen
ergeben vielfltige, aber monotone Gliederung. -- Prchtige _Kanzel_.

*S. Jakob.* K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll. 1146.
Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schlieend mit 3 parallelen
Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten Ssch. Joche mit stumpf
grtigen Kreuzgwbb. zwischen breiten Gurten (in urspr. Form nur im sdl.
Ssch.). Die quadr. Pfll. und alle brigen Formen die einfachsten. Die
rundbg. Friese hnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh.
abgebrochen. Die OTrme, von denen der sdl. rom., der nrdl. einfachst
got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet: ber der im Unterbau
beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein hoher polygonaler Chor. -- An den
Pfeilern Malereien des Augsburgers _Leonhard Beck_ 1504. -- Die K. jetzt
Militrspeicher, das Klst. Militrkrankenhaus.

[*Johanniter-K.* A. 14. Jh., 1815 zerstrt. Die Grabsteine im Mnchener
Nationalmuseum.]

*Karmeliter-K.* 1662-1669 von _Antonio Petrini_. Der erste italisierende
Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische von den Jesuiten
ausgebildete Form. Die Haltung derb und schlicht. -- _Altarbilder_ aus der
Erbauungszeit von den Rubensschlern _Diepenbeck_ und _de Rul_. -- Im Klst.
ein _Holzkruzifix_ aus 13. Jh.

*Liebfrauen-Kap.* auf der Feste Marienberg. Der Kernbau wahrscheinlich
identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann genannten cappella in honorem
S. Mariae constructa, also der lteste kirchliche Steinbau im Frankenland.
Rotunde Das Erdgescho hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstrke; im
Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgnge im W und O gegliedert. Im 12.
Jh. ein Obergescho von nur 0,75 m Wandstrke, daher in der Auenansicht
rckspringend. Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewlbt gewesen sein; fr
den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus hnlich sieht, ist
Wlbung vorauszusetzen. -- Renss.-Portal vom Herstellungsbau nach Brand
1600. -- Stuckdekoration 1699 ff. -- Bmkw. spgot. _Reliquiar_ bez. 1519.

*Marien-Kap.* auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung 1348 zur christl. K.
eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew. 1392; die Ausschmckung setzte
sich bis nach 1470 fort. -- Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4
Jochen und 5/8 Schlu. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne
hergestellt. Hallen von extremen Hhenverhltnissen. Noch bezeichnender
fr die Zeit das in allem Schmuckreichtum etwas drr bleibende, in
schematisch eleganten Formen durchgebildete uere, an dem namentlich die
Streben ein ungemein glnzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben.
Eigentmlich die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel herumgefhrt
ist. Im S, W und N 3 sehr prchtige Portale. -- Der Turm steht nrdl. neben
der Fassade, mit 3 Pfll. frei; bis zur Gesimshhe der K. ganz einfach,
dann noch ein mit Stab- und Mawerkrelief besetztes quadr. Gescho,
endlich ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile 1441-60
von _Eberhard Friedeberger_ aus Frankfurt. (Der durchbrochene Steinhelm
modern, vorher Bleidach.)

_Skulpturen_. Am WPortal Madonna um 1440. Die Bogenfelder der 3 Portale,
am nrdl. Verkndigung, am sdl. Marienkrnung, am westl. Jngstes
Gericht, das Verkndigungsrelief ausgezeichnet in der Fllung der
Bildflche, der leichten Beweglichkeit der Gewnder, der Anmut der Typen.
Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). -- _Riemenschneiders_ _Adam und
Eva_ am NPortal, knstlerisch von grter Bedeutung, wurden in jngster
Zeit entfernt (Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt. Ebenfalls
von _Riemenschneider_, 1500-1506, die _Statuen_ Christi, des Tufers und
der zwlf Apostel an den Strebepfll., durch moderne Rest. verdorben (die
beiden Johannes neu, Originale im Dom).

Im Innern: sdl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; _Marientod_, feierliche zarte
Stimmung, feinfhlig flaches Relief, die Komposition altertmlich bis auf
das perspektivisch schrg gestellte Bett; von anderer Hand und in
krftigerem Pathos die _Kreuzgruppe_, der kniende Donator vielleicht Graf
Gnther v. Schwarzburg {~DAGGER~} 1410. Am Chorbg. _Dorothea_ und _Margaretha_ von
_Riemenschneider_, ca. 1510. _Grabsteine_: Martin v. Seinsheim {~DAGGER~} 1434;
Konrad v. Schaumburg {~DAGGER~} 1499, Werkstatt _Riemenschneiders_; Ritter Schrimpf
von _Peter Dell d. J._ 1556, Valentin v. Mnster von _demselben_, 1558.
Brgerliche Grabmler in Epitaphform 1566, 1624, 1648.

*S.Michaels-K.* An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau 1766
Valntin v. Mnstr 1858ff. von _J. P. Geigel_ und _Joh. Fischer_ als
Ordens-K. der Jesuiten. Das uere nchtern, das Innere von bedeutender
Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren Wollens zwischen barockem
Grundgefhl und modernistischem Klassizismus. (Weitaus unerfreulicher als
die die gleiche bergangsstufe hochbedeutend reprsentierende Klst.-K. zu
Wiblingen bei Ulm). Die Deckengemlde, reich an theologischen Finesen,
1770 vom Mainzer Hofmaler _Joseph Appiani_, fortgesetzt vom Wrzburger
_Chr. Fesel_. Stuckaturen von _Materno Bossi_, Hochaltar von _Grtner_
1798.

*Neubau-K.* s. Universitt.

*Neumnster-K.* Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl. den Stein am Chor
mit der Inschr. Henricus me fecit; schon in rom. Zeit wiederholte
Bauvernderungen, berliefert fr die Zeit B. Adalberos (1045-1085),
ferner Ablsse 1223-47. Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff. Der
Barock-Umbau nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom. Mauer- und
Pfeilerkrper wurde beibehalten, aber im Innern ganz mit Barockformen
umkleidet, auen die romanischen belassen. -- Urspr. flachgedeckte Basilika
mit Doppelchor. Die OKrypta erstreckt sich bis unter die Vierung; ihre
rom. Wandsll. erhalten; in der westl. Hlfte Wrfelkaptt. und an den Basen
primitive Eckbltter, in der stl. reiche sprom. Laubkaptt. Die WKrypta
gnzlich umgebaut. -- Der im NW stehende Turm drfte mit dem abgebrochenen
WChor in Verbindung gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark
bewegter Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an die OTeile der
Stifts-K. von Gelnhausen erinnernd; der Stil pat zeitlich zu den Ablssen
1223ff. -- Umbau in den 30er Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten
Wrzburger Namen geben nur die Baufhrer, der Plan von nicht sicher
nachzuweisenden auswrtigen Knstlern; u. a. _Gabrieli_ in Ansbach zu Rate
gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau von mchtiger Wirkung
ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem Grundri, gut in den Proportionen
und reich, auch mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit im
Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen engen Platz
(Krschnerhof) komponiert. Die neuerliche Freilegung hat ein gutes Teil
der Wirkung zerstrt. -- Das Innere enthlt bmkw. ltere Kunstwerke. Im
nrdl. Qsch. eine der schnsten _Madonnenstatuen_ von _Riemenschneider_
bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. -- _Grabstein_ des Abtes Joh. Trithemius
{~DAGGER~} 1516 von _Riemenschneider_. In der WKrypta bmkw. rom. Altarmensa und die
in Holz geschnitzten _Brustbilder_ der drei Frankenapostel von
_Riemenschneider_, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta merkwrdiger
_Crucifixus_ um 1340, _Selbdritt_ bez. 1417. Vier bedeutende _Tafelbilder_
A. 16. Jh., Schulherkunft nicht festgestellt. [Ein Flgel des reichen rom.
Kreuzgangs jetzt im Garten des stdtischen Museums.]

*Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge* (*Kppele*) 1747 bis 1750 von
_B. Neumann_ neben der lteren Gnadenkap. Groer, zentraler Kuppelraum mit
3 elliptischen Apsiden, Eingangshalle und 2 Fassadentrmen. Die innere
Dekoration z.T. aus nachneumannscher Zeit. -- Die _Deckenfresken_, sehr
farbig, bez. _M. Gnther_ 1752. -- Eine ausgezeichnete Komposition der
groe, den Berg hinanfhrende Treppenweg; die 14 _Stationsbilder_
(Sandsteingruppen) von _Joh. Peter_ und _Simon Wagner_ um 1775.

*Peters-K.* Umbau einer ma. K. 1717ff. durch _Greising_ und _Pezzani_
(beide wohl nur Ausfhrer der Idee eines Dritten). Der rom. Turm, der got.
Chor und Mauerteile des Langhauses sollten wiederverwendet werden. Im
Verhltnis zu diesen Schwierigkeiten die Lsung geschickt: weitrumige
Hallen-K. mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade, im
Mittelstck flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck
klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben die rok. Kanzel
von _Ant. Bossi_, in Brillanz und Grazie unbertroffen.

*S. Stephans-K.* Von der rom. Basilika die Krypta und der untere Teil der
Trme erhalten. Im brigen 1789 von _Geigel_ (_Kleinholz_ nur
Maurermeister) vollstndig umgestaltet als weitrumiger, ungeteilter Saal
ohne Emporen. Die dekorative Ausstattung durch den Bildhauer _Georg
Winterstein_, eine der besten in dieser Zeit in Deutschland entstandenen,
gibt die Klrung der klassizistischen Bewegung, deren erste Regungen an
der Michaels-K. zu beobachten sind. Die Wnde ausschliesslich in Wei und
Gold; Gesthl und Kanzel in natrlicher Holzfarbe. Stuckierung von
_Materno Bossi_. Deckengemlde von _K. Huber_ von Weiensee.

*Schlo Marienberg*. Seit 1250 stndiger Sitz der Bischof-Herzge. Groe
Erweiterungen 1468-1495. Umfassende Neugestaltung, doch mit Benutzung der
alten Teile (starker runder rom. Bergfried) durch B. Julius nach Brnden
1572 und 1600. Es wurde tunlichst fr Regelmigkeit des Gr. gesorgt, der
ein langgestrecktes Viereck darstellt. Einheitliche Fassadenbildung fehlt,
geschmcktere Formen nur an einzelnen Zwerchgiebeln, Trmen und Portalen,
wovon seither vieles wieder verschwunden. Eine interessante Folge von
Stiltypen geben die nach den Erbauern benannten Festungstore:
Scherenbergertor 1482, Echtertor 1606, Neutor 1657, Guttenbergtor 1684.

*Rathaus.* Den ltesten Teil bildet der Graf-Eckhardturm. Entstanden aus
einem rom. Wehrbau (Sitz der Wrzburger Burggrafen), doch schon im sp. Ma.
umgebaut. Am stl. Ende der jetzigen Straenfront ein breites rom. Tor mit
spgot. Einbau. Sonst bildete das Erdgescho ursp. eine ungegliederte
Masse. Der Erker und Doppelfenster mit Vorhangbg. M. 16. Jh. Die
Obergeschosse, der WGiebel und der Turm 1615. Die Uhr 1455 von _Hans
Klein_ aus Hafurt. Im Mittelgescho ein Saal; eine prchtige Sl. trgt
ber 2 Rundbgg. 4 spitzbg. Kreuzgwbb. Die Ausmalung in Teppichmustern und
mit zahlreichen Wappen der Reichsfrsten, vermutlich 1397 fr den Besuch
Knig Wenzels. -- Das _neue Rathaus_ 1659. Die Komposition der hohen
Giebelfassade, wie der malerisch gruppierten Treppen und Vorsle steht
noch ganz auf dem Boden der deutschen Kunst vor dem groen Kriege, wenn
auch mit einem Zusatz schweren Ernstes; Rustikabau fast ohne Ornament.

*Universitt*. 1582-91 unter B. Julius Echter u. a. Man kann keinen
bestimmten Baumeister nennen; Kompromi, bei dem viele mitgesprochen
haben. Der erste Entwurf war von _Robin_ in Mainz (vgl. Bd. III u. Bd.
IV.). -- 4 Flgel von gleicher Hhe umgeben einen groen quadr. Hof; der
sdl. enthlt die Kirche und hat sein eigenes System; der stl. und westl.
entsprechen sich genau. Im Erdgescho Pfeilerhallen (von _Petrini_
geschlossen und als Bibliothekssaal umgebaut) in reicher diamantierter
Rustika mit dorischem Fries. Die 3 Obergeschosse geben eine verputzte
Flche ohne jede andere Gliederung als durch die breiten Fenster;
Teilungspfosten; gotisierende Gewnde. In der Mitte unbedeutende
Zwerchgiebel. Wendeltreppen kommen nicht mehr vor, sondern nur solche mit
gerade gebrochenem Lauf. Die Einfahrt hat ein vllig got. Netzgwb. Als
uere Schauseite hat die Front nach der Schulstrae zu gelten; sie
besitzt 3 Portale, unorganische Vorsatzstcke in harten antikisierenden
Formen. Dem Gesamteindruck fehlt das Heitere und Behagliche, das der
deutschen Renss. des 16. Jh. eigen gewesen war; man ahnt schon den
strengen und finsteren Geist der Epoche des Religionskrieges. _Die
Kirche_. In ihr scheint noch am meisten vom Robinschen Plan beibehalten zu
sein. Einer der wenigen bedeutenden Kirchenbauten der deutschen Renss. In
Deutschland galt es, mit der protestantischen Predigt in Wettbewerb zu
treten, daher hnlichkeit mit dem Typus der protestantischen
Schlokirchen. Die Ausstattung der rundbg. Fenster mit Mawerk (sehr grob)
ist ein Zugestndnis an den noch immer fr vorzugsweise sakral geltenden
got. Stil. Drei Rnge Galerien begleiten beiderseits ein hohes,
langgestrecktes Msch. Pfeiler- und Bogenstellungen mit vorgesetzten
antiken Ordnungen; Kreuzgwbb. Der gro gedachten Anlage sind die
Einzelformen und die Proportionen nicht ebenbrtig: sie entbehren der
feineren Belebung. Auch war die Konstruktion fehlerhaft; 1617 strzte das
Hauptgwb. ein und zerstrte das Juliusdenkmal _Robins_ und die brige
reiche Ausstattung. Wiederherstellung 1696. Der vorspringende WTurm in den
unteren Teilen vom Juliusbau erhalten, in den oberen von _Petrini_; eine
bedeutende Kunstleistung; die Lsung wesentlich anders und besser, als an
den Trmen, die _Petrini_ vorher an der Hauger K. errichtet hatte; der
innerlich widerstrebende antike Formenapparat ist der nordischen Turmidee
merkwrdig glcklich dienstbar gemacht.

*Juliusspital*. Von dem 1580 voll. Stiftungsbau des Bischofs Julius hat
sich nichts erhalten. Brand 1699 und danach vlliger Umbau durch
_Petrini_; nach neuem Brande 1745 von _Neumann_ instand gesetzt, erweitert
1791 von _Ickelsheimer_ (Straenfront).

*Hofspital*. Die K. aus einer got. E. 18. Jh. von _A. S. Fischer_
klassizistisch umgebaut. Schnes _Holzrelief_ mit den 14 Nothelfern A. 16.
Jh. (nicht von _Riemenschneider_). _Grabstein_ des Ritters Christoph von
Kln 1564 von _P. Dell d. J._

*Josephsspital* (Hueberspflege), gegr. 1794 durch Erweiterung des v.
Zobelschen Hofs in der Kapuzinergasse. Groes _Relief_ von _B. H. Nickel_,
zur Erinnerung an die Stiftung; von ansprechender, entfernt an die
Tendenzen Schadows erinnernder Natrlichkeit.

*Brgerspital*. Gegr. 1319 vom reichen Brger Johann vom Stern (Johannes
De Ariete). _Madonna_ um 1420. Zwei ausgezeichnete _Bildnisgrabsteine_:
Johann v. Stern {~DAGGER~} 1329, Ekro v. Stern {~DAGGER~} 1343; man beachte den Stilwechsel
im Standmotiv. Auen Sternsches Familienepitaph ca. 1330. -- [Der schne
Portalstein im Museum.]

*Klerikalseminar* (frher Jesuitenkollegium) als Werk _Jos. __ Greisings_
gesichert, 1716 f. Ernst und tchtig, der Formengeist in der Mitte
zwischen der dsteren Schwerflligkeit des 17. Jh. und der neuen
Vornehmheit Neumanns. Die Portalskulpturen von _Jakob v. d. Auwera_ aus
Mecheln (nur die krnende Nischenstatue des h. Ignatius nach Aufhebung des
Ordens durch guten Hirten ergnzt).

*Rckermaingebude* (frher Amtshaus des Ritterstifts S. Burkard) 1715-22
v. _J. Greising_; derselbe knpft, im Gegensatz zu dem Hauptmeister der
unmittelbar vorangehenden Zeit, _Ant. Petrini_, an die Traditionen des
deutschen Frhbarok an. Im Innern bmkw. Stuckdecken.

*Zuchthaus* in der Burkharderstrae. Erb. A. 19. Jh. als Kaserne der
frstbischfl. Leibgarde von _Spth_, in krftiger und origineller
Verbindung von Rustika mit dor. Sll.

*Deutschordenskomturei*, mit dem Wappen des Komturs v. Ow 1694, Richtung
_Petrinis_.

*Residenzschlo*. Erb. 1719-44 (innere Einrichtung fortgesetzt bis in die
70er Jahre) von den beiden Frstbischfen aus dem durch groartigen
Bausinn hervorragenden Geschlecht der Schnborn (vgl. Pommersfelden,
Werneck, Wiesentheid, Heusenstamm, Bruchsal, Worms, Mainz, Koblenz,
Trier). Frstbischof Johann Philipp whlte zum Baumeister den noch jungen
und erst an einem einzigen Kunstbau (Ebrach 1716) bewhrten Artillerie-
und Geniehauptmann _Joh. Balthasar Neumann_ (1687-1753). Nach der Sitte
der Zeit wurde der Plan von auswrtigen Architekten (_M. v. Welsch_ und
_L. v. Hildenbrand_), vermittelt durch Joh. Philipps Verwandte, den
Kurfrsten von Mainz und den Reichsvizekanzler in Wien, begutachtet, ohne
jedoch ihn irgend nennenswert zu verndern. Erst als Neumann nach Paris
geschickt wurde, mute er sich durch den nchternen Akademiker _Boffrand_
eine Verschlechtbesserung seines Treppenhauses gefallen lassen; ntzlicher
knnten die auf die Zimmereinteilung bezglichen Ratschlge _Robert de
Cottes_ gewesen sein. 1729 ging N. nach Wien, wo _L. v. Hildebrand_
diesmal greren Einflu gewann; die Gartenfassade bezeugt ihn. -- Das
Schlo von Wrzburg ist eines der grten architektonischen Kunstwerke,
die Deutschland besitzt, auch in seinem inneren Wesen deutscher, als die
landlufige Meinung annimmt. Der franzsische Geschmack beeinflut nur,
und auch nur teilweise, die Innendekoration. Den italienischen Bar. kannte
N. nur mittelbar durch die Wiener Schule. Der Stil seines Werkes ist
wesentlich persnlich auf Grund der international gewordenen allgemeinen
Barockberlieferung. -- Der Grundri erweitert das herkmmliche
Triklinienschema zu einem Gruppenbau. In der Mitte ein 53 m tiefer und 60
m breiter Ehrenhof (ehemals durch ein prachtvolles Gitter abgeschlossen),
in den Flgeln je zwei Binnenhfe, die gerade Gartenfront 160 m l., die
Seitenfronten 90 m. Der Aufbau ist 2teilig, da das 2. und 4. Gescho sich
als Mezzanine vllig unterordnen. Von Risaliten wird mavoller Gebrauch
gemacht, auch die Dachlinien sind nicht sehr bewegt, im ganzen sollen die
Horizontalen herrschen. Die Einzelheiten vorzglich im Grad des Reliefs
und in der Przision der Zeichnung, barocke ppigkeit nur in der Krnung
des Mittelbaus. Das berhmte Treppenhaus bietet nur die Hlfte von
Neumanns ursp. Plan; die symmetrisch dazu gedachte zweite Treppe wurde ihm
von _Boffrand_ gestrichen; ausgefhrt wre es weitaus die groartigste
Treppenanlage der Welt geworden. -- Die Stuckdekoration ist von N. bis ins
einzelne vorgezeichnet. Seine erste Manier im rechten Flgel, voll. 1737,
das meiste A. 19. Jh. umgendert. Im Spiegelsaal und Thronsaal beginnt
eine gewisse Hinneigung zum franzsischen Louis XV., strker wird sie in
der Salle des gardes. In der 1743 gew. _Kapelle_ verliert _Neumann_ die
frhere Klarheit seiner Kunstsprache, eine eigentmlich schwle,
berhitzte Stimmung tritt ein. Die Gwbb. und ihre Widerspiegelung im Gr.
geben die Durchschneidung mehrerer Ellipsen. In den jngeren Rumen
allmhliche Wandelung des Stils. Die letzten 1805 ff. durch _N. A. de
Salins_ umgestalteten verknden den Sieg des Neuklassizismus. -- 1750-53
fhrten _G. B. Tiepolo_ und sein Sohn _Domenico_ die weltberhmten
Deckengemlde im Treppenhaus und Kaisersaal aus; die brigen Maler waren
durchweg Deutsche. (Das Riesenbild des Treppenhauses, eine Huldigung fr
den Frstbischof Karl Philipp v. Greifenklau, zu der der ganze Olymp und
alle vier Weltteile aufgeboten werden; im Kaisersaal Geschichte Friedrich
Barbarossas, dem das Bistum die Belehnung mit dem Herzogtum Franken
verdankt.) Kurz vor Tiepolo hatte _Joh. Zick_ die Decke des Gartensaales
gemalt, 1750. Unter den Bildhauern und Stuckateuren bemerkt man neben den
Deutschen (der beste war _Balthasar Esterbauer_) mehrere Italiener, die
Niederlnder _Jakob_ und _Wolfgang v. d. Auwera_, nur einen Franzosen,
_Cur_. Die unvergleichlich prachtvollen Schmiedearbeiten sind vom Tiroler
_J. G. Oegg_. Die ltesten Stuckaturen im Ingelheimer Zimmer von
_Castelli_ 1724-28. Kaisersaal, Weier Saal und andere Paradezimmer der
Ostfront von _Anton Bossi_, das Grne Zimmer von _Materno Bossi_ 1770,
ebenso der schon zum Klassizismus bergehende Frstensaal. -- 1765-70 die
Abrundung des Residenzplatzes durch die Arkaden und den Gesandtenbau von
_J. Geigel_; der korrespondierende Rosenbachsche Hof auf der NSeite ist
lter (vielleicht von _Greising_). Die dekorative Plastik im Treppenhaus
und spter die im Garten von _J. P. Wagner_.

*Wohnbauten*. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine sich augenfllig
machende Formen; gut, wenn auch nicht zahlreich vertreten die Renss. des
16. und 17. Jh., ganz hervorragend das 18. Jh.

_Adelshfe der Renss._: Curia Tannenberg am Paradeplatz 1575. Das jetzige
bischfl. Palais, frher Echterscher Hof, A. 17. Jh., gegen Herrengasse 8
reicher Erker, in der Hauskapelle Alabasteraltar von _Mich. Kern_. Von
demselben Meister der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof, Marktplatz 1.
Der Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verndert), reizvoll, namentlich die
Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil einer einst
umfassenden Dekoration [Stcke im Nat.-Mus. Mnchen]. Ehrmannsches Haus
Augustinerstr. 1, im Hof Fachwerk mit ausgezeichnet schnen Schnitzereien
1547. Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den Schnitzereien stark unter
Einflu von Steinformen, das Bachmannsche Haus von 1634, Neubaustr. 2.
Seebachhof Domerschulgasse 3 mit got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von
1626. Hof zum Kalb, Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden
Schweinskopf, Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schnem Eckerker aus dem
17. Jh.

_Barock_. Seit E. 17. Jh. Von _Petrini_ oder unter seinem Einflu:
Marktplatz 2, ao. 1685, Musikschule 1680-90, Pleicherschulhaus 1695. Von
_Greising_ mehrere Huser der Neubaustrae, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no
14 verndert 1736, im Innern stattliche Treppen mit geschtztem Gelnder
und Stuckdecken. Curia Groburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, daneben 7
und 9 ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718.

_Rokoko_. Von _Neumann_ oder unter seinem Einflu: sein eigenes Haus (Hof
Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse; Haus des Hofkanzlers v. Fhler,
Bronnbachergasse 8, anno 1724. Huttenschlchen 1725, in der
Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao.
1747. Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie.
Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Husern in der
Theaterstr. (2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat das Haus zum Falken
(Marktplatz 9) mit Neumann nichts zu tun; stuckierte Fassadendekoration
von glnzender Munterkeit, echt deutsche Fassung des Rokoko.

_Im bergang zum Klassizismus_: Domstr. 19. Bahnhofstr. 11.

*Votivstatuen und Reliefs* an Privathusern noch in groer Menge erhalten;
keine andere Stadt Deutschlands (auer Mainz) kann sich darin mit Wrzburg
messen; gute got. Exemplare Augustinergasse 13, ca. 1390, Eichhornstr. und
Johanniterstr. ca. 1410; die groe Masse bar. und rok., die besten von
jngeren Mitgliedern der Familie _v. d. Auwera_.

*Brunnen* auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der grte der
_Vierrhren-Br._ 1766 von _Lucas v. d. Auwera_, recht zopfig. In
anmutiger Maskereinatrlichkeit der _Fischer-Brunnen_ am Fischmarkt und
der _Bcker-Br._ in der Semmelgasse, beide von _Michael Daniel Khler_
{~DAGGER~} 1778. _Dreikronen-Br._ 1779. Ceres-Br. um 1790, von _Nickel_.

*Luitpold-Museum* mit wichtigen Resten Wrzburger Plastik.

*Universitts-Bibliothek*. Frhromanische Elfenbeinreliefs,
Bilderhandschriften, Skizzenbuch _Balthasar Neumanns_.

*Universitts-Sammlungen*, wichtig fr frnkische Plastik und Malerei.

_WURZEN._ K Sachsen AH Grimma.

*Dom*. Den ltesten Teil der langgestreckten Anlage (63 m) bildet im W
eine sprom. Pfeilerbasilika von 3 spitzbg. Arkaden, urspr. flachgedeckt,
im ganzen hnlich der Frauen-K. zu Grimma. Erweiterungen 13., 14., 16.
Jh., neugot rest. 1817. -- _Steinstatuen_, zum Chorbau von 1513 gehrig,
jetzt im Lhs.

*Schlo* 1491.

_WSTHEUTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1804. Gewlbter Quaderbau, noch ganz in dem
herkmmlichen Eichsfelder Bar. Typus.

_WYHRA._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1494; die auch fr das Lhs. (1sch.
3jochig) beabsichtigten Gewlbe nur im Chor (eingezogen 2 Joche und 5/8
Schlu) zur Ausfhrung gelangt.




_Z_


_ZABELSTEIN._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Burgruine* aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschdigung im
Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur sprliche Reste.

_ZAHNA._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch. kreuzf. Von den
urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale. Im W rck. Turm, unten
Granit, oben got. Backstein.

_ZEHISTA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schlo*; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut 1736 vom
Gf. Brhl.

_ZEIGERHEIM._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, ber welchem der Turm, wie oft
blich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; Chor verlngert und beide
Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.; Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken
des O- und WGiebels zu Ohren verkrpft. Das sdl. Fenster des stl.
Chor-Joches erweitert mit Mawerk der Hochgotik. Bmkw. hlzerne Emporen
des Sch. 1715. -- Guter _Schnitzaltar_ um 1490, vom Saalfelder Meister der
Baldachine. -- _Glocke_ 1499.

_ZEIL._ UFranken BA Hafurt.

*Stadt-K.* 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr W). Im Chor
reiches _Deckengemlde_ von _J. P. __ Herrlein_ 1761. _Altre_ um 1730. --
_Glocke_ 1379, eine zweite A. 14. Jh.

*Golgatha-Kap.* mit groer Kreuzigungsgruppe unter einem von 4 Sll.
getragenen Dach, 1623.

*Rathaus* 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk.

*Rentamt* (vorher bischfl. bambergisches Jagdschlo) erb. von Lothar
Franz v. Schnborn gegen 1700.

Mehrere gute *Fachwerkhuser*. No 126 von 1689 mit besonders reichem
Schnitzwerk (hnliches in Knigsberg i. Fr.).

_ZEILFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1734 im Anschlu an die fr diese Gegend typische ma. Anlage,
1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darber Turm. -- _Altarwerk_ A.
16. Jh.

_ZEILITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Pfarr-K.* 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke.

*Schlo* des spten 17. Jh., eine der frhesten frnkischen Bauten der
Familie Schnborn. 4flgelig um einen quadr. Hof. Innen einige sehr
vornehm dekorierte Zimmer.

_ZEITHAYN._ K. Sachsen AH Groenhain.

*Dorf-K.* 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. -- Schleinitzsches
_Wandgrab_ 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur in reicher
Umrahmung von Marmorsll. _Doppelgrab_ 1620.

_ZEITZ._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Pfarr-K. S. Michael*. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen und der
Unterbau der 2 WTrme frhrom. Fr das letztere, in Thringen durch kein
lteres Beispiel beglaubigte Motiv ist das Fehlen genauerer Datierung
besonders zu bedauern. Langhaus, Chor und Stirnwnde des Qsch. frhgot.
gegen 1300. Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die
bmkw. _Wandgemlde_ des Chors mit Stuckauftrag an Nimbus und Gewandsumen.
Von den einst 12 Kolossalfigg. (2-3 m hoch) sind 7 wiederhergestellt. --
Sptgot. Umbau als Hallen-K. nach der Zerstrung durch die Hussiten 1429.
Sptgot. Wandgemlde, darunter _Totentanz_. bermalt mit einem kolossalen
_S. Christophorus_. Die Gemldespuren im Qsch. frhgot. In der Sakristei
guter bar. _lberg_.

*Schlo-K. S. Peter u. Paul*. (Bis zur Verlegung des Bistums nach Naumburg
im 11. Jh. Domkirche.) ltester Teil die Krypta, erb. 974 ff., erweitert
nach 1032, die Gwbb. aus 12. Jh. Wichtige Zeugnisse fr den Stand der
ottonischen Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2  4 Sulen, in
denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit mhsamen
Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend ein nach der Wrfelform
tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl in flachem Relief aufgerollte
Akanthusstengel ausgearbeitet sind. -- Von der Basilika des 12. Jh. hat
sich erhalten die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der WTrme. --
1433-44 Umbau als sptgot. Hallen-K. An den hnlich wie im Erfurter Dom
gegliederten Bndelpfll. 13 lebensgroe _Standbilder_. Rom. _Taufstein_,
Becken vierpafrmig, Fu als attische Basis. An den Wnden ein
_Kreuzigungsrelief_ in Alabaster aus 16. Jh. und 7 _Grabdenkmler_ der
Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche Zinnsrge aus der Familie der Herzge
von Sachsen-Zeitz. 16 Grabsteine (durch moderne Zementrestauration
mihandelt) im Kreuzgang.

*Franziskaner-K.* um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen 1400
verlngerte Chor mit 5/10 Schlu, das Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen,
oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). -- In einem Raum des
ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer des Gymnasiums) bmkw. Spuren von
_Wandmalerei_ des 15. Jh.

*Nikolai-K.* neu. Aus der alten die _Glocken_ (wahrscheinlich von _F.
Eisenberg_), ein _Gemlde_ _Cranachs d. ._

*Stephans-K.* An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung.

*Rathaus* 1502-09 von _Sebald Waldstein_ aus Altenburg. Bezeichnend fr
die letzte Phase der Sptgotik. Die Komposition beruht auf der
Kontrastierung der ganz schlichten, durch unregelmige Fensterreihen
schwach belebten Wnde mit der reichen Ausstattung der Giebel (Mawerk aus
gebrannten Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen Satteldachs
(rest. 1909). Ratskeller 1505, grorumig, mit 4 Rippengwbb. eingedeckt.

*Schlo.* Die ma. Anlage im 17. Jh. verstrkt, 8 Rundtrme, in den
herzogl. Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit Kassettendecke. -- Bmkw.
*Stadtbefestigung* 14-16. Jh., von ihr 6 Trme erhalten.

_ZELL A. M._ bei Wrzburg UFranken.

*Prmonstratenser-Klst. Oberzell*. Gegr. 1128. Der Bau bald darauf beg.
Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838 z. T. wieder abgetragen). M.
17. Jh. das rom. Lhs. eingewlbt, unter Abt Hammerich (1692-1720)
stuckiert, WFassade bez. 1696. -- Das unter der Bar.Hlle erhaltene rom.
Lhs. gehrt zu den klarsten und gediegensten Bauschpfungen aus der Klasse
der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden, die Sll. verjngt und
geschwellt, die att. Basen eckblattlos, die Wrfel-Kaptt. jetzt vom Stuck
verdeckt. Im WBau ist die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich der
urspr. Anlage nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten ffnungen
(jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am 1. Joch des sdl.
Ssch. fhrte in den ehemaligen Kreuzgang. Die 1696 vorgeblendete
Sandsteinfassade ist mit jonischen Pilastern 1geschossig gegliedert;
Statuen von _Maucher_. -- _Stiftergrabmal_ 1604, wohl nach got. Vorbild. --
_Klostergebude_ 1744-60. Keine von den ganz groen Anlagen, aber in der
reichen und vornehmen Behandlung ihres Meisters, _Balth. Neumanns_,
wrdig. Die Fassade in langgestrecktem Aufbau von 19 Achsen, die linke
Hlfte (Abteiflgel) nicht ausgefhrt; im Aufbau Erdgescho, Hauptgescho,
Mezzanin in ausgeprgter Kontrastierung; die Endrisalite wenig, das
mittlere stark herausgehoben. Im Treppenhaus interessiert vor allem die
Raumlsung; die Dekoration nicht hervorragend. Die Innenrume
(Kapitelsaal, Sommer- und Winterrefektorium) einheitlich in Stuck
dekoriert. Im Erdgescho _Deckengemlde_ von _Franz Asam_ 1758 (dem Sohn
Cosmas Damians). Rom. Hoftor, aus M. oder 2. H. 12. Jh., durch die
Seltenheit derartiger Anlagen (vgl. Bd. IV, Remagen) besonders
interessant. Geteilt in Einfahrt fr Wagen und kleines Fugngerpfrtchen,
Gewnde und Bgg. reich profiliert; Quadermauer; Abschlu des Torbaues
durch Rundbogenfries. -- Reich behandelte _rom. Sulenreste_, wohl vom
Kreuzgang, an mehreren Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet.

*Prmonstratenserinnen-Klst. Unterzell*. Von dem urspr. Doppelklst.
abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte Verlegung in grere
Entfernung erst im 13. Jh. ausgefhrt. 1609-11 Neubau von einem welschen
Baumeister. Trotzdem in den von FB. Julius gepflegten gotisierenden
Formen, 1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Mawerk. Vom alten Bau blieb
erhalten, in unregelmiger Stellung an der SSeite, der 5geschossige rom.
Turm. Die K. seit der Aufhebung des Klst. 1803 profaniert. --
_Klausurgebude_ renss., aus der Juliuszeit. Saaldekoration um 1720.

_ZELLA-ST.-BLASII._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Stadt-K.* 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort.

_ZELLA a. d. Werra._ Sachsen-Weimar. VB Eisenach.

*Propsteigebude*, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592. Ringmauer.

_ZELLA_ b. Dermbach. Sachsen-Weimar.

*Kirche* der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten Leistungen aus
der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften Ttigkeit des katholischen
Kirchenbaues in dieser Gegend. Prchtige Sandsteinfassade auf geschweiftem
Gr. und mit Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des 1sch. Raumes von
Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen. Wrdevolle
_Altarausstattung_. Gutes _Holzrelief_ mit Grablegung Christi um 1500.
Schnes _Silbergert_ ca. 1780-90. -- _Propsteigebude_ 1718. Reich
dekorierter Festsaal.

_ZELLA._ Pr. Sachsen Kr. Mhlhausen.

Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.*, jetzt fr landwirtschaftliche Zwecke
umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar eine ziemlich groe
1sch. rom. Anlage.

_ZELLINGEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1785 von _Geigel_. 1sch. Saal mit Muldendecke und eingezogener
Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklrt sich aus der
Wiederverwendung der Mauern eines Schlobaues. Das Innere ziemlich reich
klassizistisch dekoriert von _Materno Bossi_ (vgl. Kirchheim), mehr mit
dem Pinsel als mit Stuck. Altre und Kanzel aus grau- und violettem
Stuckmarmor, auf den Fensterbnken die Stuckbsten der Apostel.

*Mariahilf-Kap.* Bmkw. die _Altre_ von _Peter Wagner_ 1788.

*Rathaus.* A. 17. Jh., einfach. _Markttor_ E. 15. Jh. mit behbiger
Bar.Haube.

_ZEUCHFELD._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener rck.
Chor mit frgot. Dreifenstergruppe.

_ZEUBELRIED._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen. Um 1300. Im
Detail noch rom. Erinnerungen. -- Bmkw. _Renss. Kanzel_ 1598. ber dem
NPortal _Statue_ des h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. _lberg_ E. 15. Jh. --
Gute _Bildstcke_ 18. Jh.

_ZEUZLEBEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung. Turm
nach 1602.

_ZIEGELHEIM._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Dorf-K.* 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule.
Ungewhnlicher Gr.: zwischen dem mchtigen WTurm und dem langgestreckten
Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus. Kunstvolle Sterngwbb. mit reicher
Durchsteckung der Rippen. -- Stuhlwerk und Emporen um 1642, gut.
Gleichzeitig die Malerei der Chorgwbb., zwischen den Aposteln das Bildnis
Luthers.

_ZIEGENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Schlo.* Groer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptschlich spgot.

Ehem. *Landratsamt*, 1659 in noch ma. Weise.

Groe *Fruchtspeicher* von 1543 und 1577.

*Fachwerkhuser* aus 16. und 17. Jh.

_ZIEGENHAIN_ b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptschlich E. 15. Jh. Langer
Chor mit 5/8 Schlu, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus, jetzt dachlos, Portal
vom selben Steinmetzen, wie die Portale der Stadt-K. in Jena. -- Reste
eines spgot. _Schnitzaltars_ und spgot. _Wandmalerei_. Hbsche renss.
_Weinkanne_ 1610; Rest einer _Kirchenfahne_ aus 2. H. 15. Jh. Bar.
_Kanzelbau_ auf 4 Palmbumen. -- Von den 3 *Burgen* oberhalb Ziegenhain
jetzt nur ein runder frrom. Bergfried erhalten, der sog. _Fuchsturm_
(Haube 1909).

_ZIEGENRCK._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K.* einfachst spgot. mit Flachdecke.

_ZIERENBERG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Pfarr-K.* 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schften, blattlose Kaptt.

*Rathaus.* Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und ehem. 4
Ecktrmchen. ber einer Tr Inschr. 1590.

*Fachwerkhuser* aus 16. und 17. Jh.

*Ringmauern* z. T. erhalten.

_ZILLBACH._ Sachsen-Weimar B Dermbach.

*Kirche* im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstr bez. 1595.
Das neue _Jagdschlo_ 1790.

_ZIPSENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste got.
Dorf-K. des Kreises.

_ZITTAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Johannis-K.* Der spgot. Bau, eine doppeltrmige Hallenkirche, durch Brand
1757 zerstrt. Neubau beg. 1766 nach Entwurf von _Andr. Hnigen_ (mit
Beibehaltung des alten NTurms). 3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden
Enden in den 1/2Kr. bergefhrte Msch. mit Muldendecke, die mit Emporen
durchsetzten Sschiffe flachgedeckt. -- Konstruktionsfehler ntigten im 19.
Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von _Schinkel_. Das Mittelstck
der Fassade neukomponiert, das Innere mit schmucklosem Detail. --
Zahlreiche _Denkmler_ des 17. und 18. Jh. erhalten; unter ihnen das des
Prokop Naso {~DAGGER~} 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration. Interessantes
_Hungertuch_, lmalerei auf Leinwand, die 6,80 m br., 8,20 m h. Flche in
90 Felder geteilt; wohl vom Franziskanerkonventualen _Vincentius_.

*Petri-Pauli-K.* (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht planmig
zusammengehrenden Bauteilen. 1) Die frhere Nikolaus-Kap., jetzt
Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frhgot. Detail mit rom. Erinnerungen.
2) Chor gegen 1293. Gestrecktes Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in
Backstein) auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in
Backsteinformen. -- Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes Chorgesthl 15.
Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die Kanzel. Empore in krftigem
Holzwerk. Am Ssch. die _Noack_sche _Betstube_ mit guter Fassade, 1696. --
_Denkmler_. ltestes 1449, Frau und Kind in geritzten Umrissen. Auf dem
Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit vorzglichen eisernen Gittern. --
_Klostergebude_. Erhalten der got. Kapitelsaal. Bibliotheksaal im WFlgel
1662.

*Frauen-K.* Der ma. Bau durch Brnde 1475 und 1535 zerstrt. Nur der Chor
mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) Die Formen im bergangsstil, etwa
1260-80, weisen auf bhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit
vorgotisch. Denkmler in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch.
werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine Doppelarkade
abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schliet sich die polyg. (5/8)
Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster. Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg.,
Rippen derb rck., teils auf dnnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf
gestielten Konsolen. Das uere mit Blenden auf hnlichen Diensten
zierlich gegliedert. -- Im _Altarbau_ von 1619 eine schne spgot.
_Madonna_. _Kanzel_ 1619 von _Michel Greger_. Emporen aus derselben Zeit.
Die Wnde bergen einen reichen Schmuck von hlzernen _Bar. Epitaphen_. Die
_steinernen Denkmler_ an den Auenseiten opulent und meist von guter
Qualitt. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht.

*Kreuz-K.* beg. 1410. Plan hnlich der Serviten-K. in Prag. Lhs. quadr.
mit Mittelpfl., von dem sich ein regelmiger Stern entwickelt.
Eingezogener Chor. Material Sandstein. -- Der _Gekreuzigte_ mit Maria und
Johannes, gute Schnitzw. aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17.
und 18. Jh. auerordentlich freigebig mit Grabdenkmlern, namentlich von
den Gruft-Kapp. des ueren sind mehrere geradezu luxuris, so die
Mnchsche um 1710, die Schrnsche um 1720, die Finksche um 1730.

*Dreifaltigkeits-K.* (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. mit 3/8
Schlu. An Stelle der zerstrten Gwbb. Flachdecke des 17. Jh. Die
Grabdenkmler wiederum sehr zahlreich.

*Hospital-K.* Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest. Portal und
Fenster noch ausgeprgt frgot. Das Innere durch mannigfaltige Einbauten
recht malerisch.

*Altes Gymnasium* 1571 mit Benutzung von Resten des Johanniterkreuzhofs.
Denkmal des Grnders Joh. v. Dornsbach. {~DAGGER~} 1580.

Vom *Rathaus* des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die Keller erhalten.

*Marstall*, zugleich Rstkammer und Schttboden, bez. 1511. Der mchtige
Dachraum im 18. Jh. umgebaut.

Von den einst zahlreichen *Brunnen* haben sich die folgenden, durchweg
plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen 1585,
Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen 1708, Schwanenbrunnen 1710.

*Wohnhuser*. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrnde 1589 und
1608 und die Beschieungen 1632 und 1757.) a) _Fr.Renss._ Neustadt 32 und
34, prchtige Sandsteintore. b) _Sp.Renss._ Markt 3 und 15, Bautzener Str.
2 und 11. c) _Fr.Bar._ Markt 24 (Amtsgericht) von 1678; Neustadt 23 von
1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail, Eindringen
Dresdener Einflsse, auch die Rckfassade zum Johanniskirchhof zu
beachten, d) _Sp.Bar._ Markt 9 von 1710, 7 Fenster br., guter Aufbau und
prchtiges Detail; Weberstr. 20 von 1717; Wettinerstr. 21 von 1728; Markt
16, Bautzener Str. 6 von 1745. e) _Rok._ Lebhafte Bauttigkeit nach
Stadtbrand 1757. Markt 13 von 1767.

*Stdtisches Museum*.

_ZBLITZ._ K. Sachsen Kr. Marienberg.

*Stadt-K.* 1729 von _J. Ch. Simon_, sehr einfach.

_ZORBAU._ Pr. Sachsen AH Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz fr die rom. Apsis;
alles sehr entstellt.

_ZRBIG._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Stadt-K.* ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest. ohne
Interesse.

_ZSCHAU._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Wenig vernderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs. flachgedeckt, der
eingezogene quadr. Chor mit Hngekuppel zwischen mchtigen Gurtbgg.,
darber der Turm (in jetziger Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der
Halbkugel gewlbt, die Fenstergewnde z. T. alt. -- Granitener rom.
_Taufstein_ im Gutspark. Spgot. _Sakramentsnische_. Guter _Flgelaltar_ um
1520, besonders die Relieffig. des Schreins, S. Nikolaus, von
sorgfltigster Ausbildung.

_ZSCHAITZ._ K. Sachsen AH Dbeln.

*Dorf-K.* Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken. -- Stattlicher
_Altarbau_ mit Gemlden 1655, _Kanzel_ 1656.

_ZSCHEILA._ K. Sachsen AH Meien.

*Dorf-K.* Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor, kreuzgewlbt,
M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W.

_ZSCHEIPLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. *Klst.K.*, rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem Typus einer
Dorf-K., nur durch die grere Lnge des Schiffs ausgezeichnet.

_ZSCHEPPLIN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* spgot. Backsteinbau. -- Frrenss. _Taufstein_ mit figrl. Reliefs.
Mehrere _Epitaphe_ des 17. Jh., fr dieses Gebiet von guter Qualitt.

_ZSCHOPAU._ K. Sachsen AH Flha.

*Martins-K.* E. 15. Jh., oft erneuert.

*Burg* alter Grndung. Umbau 1545 durch Kurfrst Moritz; aus Ma. der
starke runde Bergfried.

_ZWTZEN_ b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen
Schlitzfenstern und rom. Bohlentr mit altem Beschlge. _Schnitzaltar_
1517, guter thringischer Durchschnitt. _Grabsteine_ von
Deutschordensrittern, deren Embleme auch am _Kanzelbau_ (Zopf). -- Die
Komtureigebude gnzlich verbaut.

_ZWETHAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* renss. Seitwrts in 8 m Abstand rom. Turm mit gekuppelten
Schallffnungen.

_ZWICKAU._ K. Sachsen Kreishauptstadt.

*Marien-K.* Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter 1465-1506.
Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt der Gr. viele
Unregelmigkeiten. Die ltesten Teile im WBau. Querschifflose
Hallenkirche hnlich Annaberg, Schneeberg usw. Nur deutet der zuerst
begonnene Chor auf die ursp. Absicht, die Ssch. schmler zu halten; er
schliet mit 5 Seiten des 16Ecks. Lichte Mae 59,5 m l., 31 m br., 17 m h.
Die uere Erscheinung reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der
Erzgebirgsschule; die Strebepfll. krftig vortretend; sie selbst sowohl
als die zwischen ihnen liegenden Wandflchen in glnzender, wenn auch
einigermaen einfrmig wirkender Weise mit blindem Stab- und Mawerk,
durchflochtenen Kielbgen usw. berkleidet. Unter dem Dachgesims taucht
der Rundbogenfries wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom.
Motivs; an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Mawerk fters
naturalistische Astformen an (vgl. Schlo-K. in Chemnitz). -- Die Kirche
nimmt durch die wenig versehrte Flle ihrer Ausstattung eine bevorzugte
Stellung ein. Groes _Altarwerk_ von _Michael Wolgemut_ aus Nrnberg 1479;
4 bewegl. und 2 feste Flgel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die
Innenflgel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk; alles
brige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkndigung, Geburt,
Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung lberg, Geielung.
Kreuztragung, Kreuzigung. -- _Taufstein_, Kelchform in blhender FrRenss.
1536, vielleicht von _Hans Speck_. -- Sicher von diesem die _Kanzel_, z. T.
in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tr; Schalldeckel 1651. --
Reste von _Chorsthlen_ mit Laubwerk, Getier und Fratzen, E. 15. Jh.
Prunkvoller _Ratsstuhl_ von 1617. _Kalandstbchen_ in der sdwestl.
Turmempore mit prachtvollem Ofen aus emaillierten Kacheln um 1540. Bemalte
Orgeltrflgel 1627. -- _Heiliges Grab_, bez. 1507; aus Lindenholz
geschnitzter freistehender Schrein mit hohem turmartigem Aufbau; das
figrl. Element tritt gegen das architektonische zurck. -- _Freigruppe_
der Maria mit dem Leichnam des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz, noch in der
feinen alten Bemalung; nicht manierfrei, aber edel und tief gedacht; unter
den deutschen Bildhauerarbeiten dieser Epoche verdient dies anonyme
(neuerdings von Flechsig dem Zwickauer _Peter Bauer_ zugeschriebene) Werk
einen hohen Rang. -- _Grabsteine_ und besonders _Gedenktafeln_ in sehr
groer Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Rmer 1560, die meisten
heraldisch. Freigrab nebst Epitaph fr Karl v. Bose 1637. Von den ber den
Emporen hngenden Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der
Art des _Schreckenfuchs_; Joh. Zochendorf 1662, farbiges, plastisches
Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich {~DAGGER~} 1674, lebendgroe, lebendig
behandelte Holzfig.; Brgermeister Mhlpfort {~DAGGER~} 1534; unbekannte
Stifterfamilie 1559 bez. _W. K._ (_Wolf Kirchner_?). -- Unter den
_Altargerten_ Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst.
Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister _M W_ 1622, Hostienbchse _C W_
1661.

*Katharinen-K.* gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen umgebaut,
zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor und die Sakristei aus 14.
Jh. Das Gemeindehaus durch Hinzufgung von Ssch. in Hallenkirche
umgewandelt. Das schmuckreiche uere durch Rest, des 19. Jh.
entcharakterisiert. -- _Altarwerk_, ganz gemalt, A. 16. Jh. (von Hans v.
Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flgel. -- _Kanzel_ von _Hans Speck_.

*Rathaus* 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante
_Glasgemlde_ bez. _C. R._ 1581. _Silberschatz_.

*Gewandhaus* 1522; der nrdl. Backsteingiebel zeigt die got. Formen in
einer fr diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration.

*Schlo Osterstein*, fr Kurfrst August ausgebaut von _Hans Irmisch_
1565-85; sehr entstellt.

_ZWNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Stadt-K.* 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hlzerne Gwb. durch
Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung aus Holz, gut erhalten,
die Emporentrger in Gestalt von Palmbumen.

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_ORTSVERZEICHNIS_
_ GEORDNET NACH STAATEN UND VERWALTUNGSBEZIRKEN._




_Knigreich Sachsen._



_Kreishauptmannschaft Bautzen._


*Bautzen.* Baruth. Bischofswerda. Burkau. Frankental. Gaussig. Gda.
Grditz. Grohartau. Guttau. Kleinbautzen. Klix. Knigswartha. Malschwitz.
Miekel. Neschwitz. Niedergurig. Oberneukirch. Pannewitz. Radibor.
Rammenau. Schirgiswalde. Schmochtitz. Uhyst.

*Kamenz.* Bischheim. Brauna. Elstra. Glauschnitz. Grorhrsdorf.
Hckendorf. Knigsbrck. Krakau. Marienstern. Nebelschitz. Obergersdorf.
Oberlichtenau. Ossling. Prietitz. Pulsnitz. Ralbitz. Rhrsdorf. Rosental.
Schwepnitz.

*Lbau.* Bernstadt. Bertelsdorf. Berzdorf. Cunewalde. Ebersbach. Eibau.
Friedersdorf. Glossen. Grohennersdorf. Herrnhut. Herwigsdorf. Hochkirch.
Kittlitz. Kottmarsdorf. Lauske. Lawalde. Neugersdorf. Neusalza.
Niederruppersdorf. Nostitz. Obercunnersdorf. Oberoderwitz. Ruppersdorf.
Schnau. Spremberg. Taubenheim. Weienberg.

*Zittau.* Althrnitz. Bertsdorf. Giemannsdorf. Groschnau. Grunau.
Hainewalde. Herwigsdorf. Hirschfelde. Neuhrnitz. Joachimstein.
Karlsfried. Knigshain. Leuba. Lckendorf. Mariental. Niederoderwitz.
Oberseifersdorf. Ostritz. Oybin. Radmeritz. Reibersdorf. Reichenau.
Seifhennersdorf. Seitendorf. Spitzkunnersdorf. Waehrsdorf. Wittgendorf.



_Kreishauptmannschaft Dresden._


*Dippoldiswalde.* Brenstein. Bieberstein. Frauenstein. Geising.
Glashtte. Hennersdorf. Hckendorf. Lauenstein. Lungwitz.
Niederpretzschendorf. Possendorf. Reichardsgrimma. Ruppendorf.
Schmiedeberg. Seebach. Seifersdorf.

*Dresden-Altstadt.* Brienitz. Dhlen. Frdergersdorf. Grillenburg.
Klingenberg. Leubnitz. Lockwitz. Mohorn. Nthnitz. Oberpesterwitz. Plauen.
Rcknitz. Somsdorf. Tharandt.

*Dresden-Neustadt.* Groeckmannsdorf. Hermsdorf. Hosterwitz. Kaditz.
Kleinwolmsdorf. Ktzschenbroda. Lausa. Leuben. Lomnitz. Loschwitz.
Moritzburg. Niederlnitz. Oberlnitz. Pillnitz. Radeberg. Reichenberg.
Schnfeld. Seifersdorf. Uebigau. Wachau. Wallroda.

*Freiberg.* Kleinschirma. Langhennersdorf. Oberbobritzsch. Pfaffroda.
Purschenstein. Sayda. Weienborn.

*Groenhain.* Blochwitz. Frauenhayn. Grodittmannsdorf. Koselitz.
Lauterbach. Ponickau. Riesa. Rderau. Schnfeld. Seulitz. Zeithayn.

*Meien.* Altzelle. Boritz. Burkhartswalde. Constappel. Coswig. Grumbach.
Heiligenkreuz. Heinitz. Hirschfeld. Lommatzsch. Miltitz. Naustadt.
Neukirchen. Nossen. Oberreinsberg. Scharffenberg. Schleinitz. Sornitz.
Tanneberg. Taubenheim. Weistropp. Wilsdruff. Zscheila.

*Pirna.* Altstadt. Borna. Borthen. Dittersbach. Dohna. Eschdorf.
Friedrichswalde. Gamig. Gottleuba. Grosedlitz. Hohnstein. Knigstein.
Langburkersdorf. Liebstadt. Lohmen. Maxen. Neustadt. Ottendorf. Polenz.
Reinhardtsdorf. Rhrsdorf. Rottwerndorf. Schandau. Sebnitz. Sedlitz.
Stolpen. Struppen. lbersdorf. Weesenstein. Zehista.



_Kreishauptmannschaft Leipzig._


*Borna.* Auligk. Dittmannsdorf. Elstertrebnitz. Eschefeld. Frohburg.
Geithain. Gnandstein. Greifenhain. Groitzsch. Kohren. Lausigk. Mlbis.
Nenkersdorf. Niedergrfenhain. Ossa. Pegau. Prienitz. Roda. Roetha.
Steinbach. Syhra. Trautzschen. Wickershain. Wiederau. Wybra.

*Dbeln.* Altenhof. Beerwalde. Buch. Gersdorf. Gleisberg. Groweitzschen.
Grnlichtenberg. Hainichen. Knobelsdorf. Kriebstein. Leisnig. Marbach.
Nauhain. Noschkowitz. Otzdorf. Rowein. Schnerstadt. Schweta. Tragnitz.
Waldheim. Zschaitz.

*Grimma.* Altenbach. Ammelshain. Belgershain. Bernbruch. Brandis.
Burkhartshain. Cannewitz. Colditz. Dben. Dornreichenbach. Erdmannswalde.
Falkenhain. Fremdiswalde. Glasten. Grethen. Grubnitz. Klinga. Kssern.
Kunitzsch. Machern. Mglenz. Mutzschen. Nischwitz. Otterwisch. Pommssen.
Schwarzbach. Thallwitz. Threna. Trebsen. Wasewitz. Wurzen.

*Leipzig.* Baalsdorf. Crbern. Engelsdorf. Gautzsch. Grozschocher.
Gundorf. Knauthain. Knautnaundorf. Lindenthal. Markranstdt. Podelwitz.
Strmtal. Taucha. Thekla. Wahren.

*Oschatz.* Abla. Altmgeln. Altoschatz. Blowitz. Borna. Bornitz.
Calbitz. Canitz. Cavertitz. Dahlen. Hof. Hubertusburg. Jahna. Jakobstal.
Ktitz. Kreinitz. Laas. Lampertswalde. Leuben. Liptitz. Lonnewitz.
Lorenzkirch. Luppa. Merkwitz. Mgeln. Naundorf. Ochsensaal. Schmorkau.
Schrebitz. Schweta. Stauchitz. Stsitz. Strehla. Zschau.

*Rochlitz.* Burgstdt. Erlau. Geputzig. Ghren. Grfenhain, Ober-.
Kaufungen. Knigsfeld. Langenleuba. Markersdorf. Mittweida. Neusorge.
Niedersteinbach. Penig. Ratendorf. Rochsburg. Seelitz. Wechselburg.
Wiederau. Wolkenburg.



_Kreishauptmannschaft Zwickau._


*Annaberg.* Buchholz. Ehrenfriedersdorf. Elterlein. Gelenau. Jhstadt.
Rauenstein. Scheibenberg. Schlettau. Tannenberg.

*Auerbach.* Klingenthal. Rodewisch. Waldkirchen.

*Chemnitz.* Altchemnitz. Brunsdorf. Einsiedel. Glsa. Lugau.
Niederfrohna. Niederrabenstein. Rhrsdorf. Stollberg. Zwnitz.

*Flha*. Auerswalde. Augustusburg. Ebersdorf. Frankenberg. Lichtenau.
Lichtenwalde. Niederlichtenau. Oederau. Sachsenburg. Zschopau.

*Glauchau.* Hohenstein. Lichtenstein. Meerane. Remse. Thurm. Waldenburg.
Ziegelheim.

*Marienberg.* Forchheim. Gro-Olbersdorf. Lauterbach. Olbernhau.
Scharfenstein. Wolkenstein. Zblitz.

*lsnitz.* Elster. Schnberg. Voigtsberg.

*Plauen.* Geilsdorf. Kauschwitz. Krbitz. Mylau. Netzschkau. Neumark.
Phl. Reichenbach. Rodersdorf. Straberg. Theuma. Thierbach. Thossen.

*Schwarzenberg.* Carlsfeld. Grnhain. Klsterlein-Zelle. Lnitz.
Neustdtel. Schneeberg.

*Zwickau.* Altschnfels. Blankenhain. Crimmitschau. Hrtensdorf.
Hartenstein, Hirschfeld. Knigswalde. Langenhessen. Langenreinsdorf.
Neuschnfels. Niebra. Niederplanitz. Obergrnberg. Ruppertsgrn.
Schnfels. Stein. Weienborn. Werdau.




_Groherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach._


*Apolda.* _AG Allstedt_: Kalbbrieth. Oldisleben. Wolferstedt. _Apolda_:
Hainichen. Nauendorf. Niederrola. Niedertrebra. Osmannstedt. Sulza.
Utenbach. _Buttstedt_: Groneuhausen. Gutmannshausen. Hardisleben.
Mannstedt. Teutleben. _Jena_: Altengnna. Ammerbach. Beutnitz. Brgel.
Dornburg. Dothen. Frauenprienitz. Gschwitz. Grolbichau.
Groschwabhausen. Hohlstedt. Kleinschwabhausen. Kunitz. Lehesten. Leutra.
Lichtenhain. Lobeda. Lbstedt. Maua. Nennsdorf. Neuengnna. Porstendorf.
Rodigast. Rothenstein. Steudnitz. Talbrgel. Tautenburg. Unterwllnitz.
Wenigenjena. Ziegenhain. Zwtzen.

*Dermbach.* Bremen. _Geisa_: Bermbach. Borsch. Buttlar. Geismar.
Kranlucken. Motzlar. Schleid. _Kaltennordheim_: Brunnhardtshausen.
Diedorf. Empfertshausen. Erbenbausen. Helmershausen. Kaltensundheim.
Kaltenwestheim. Unterweid. Zella. Zillbach. _Ostheim_: Lichtenburg.
Sondheim. Stetten. _Vacha_: Dorndorf. Kieselbach. Krayenburg. Tiefenort.
Vlkershausen.

*Eisenach.* Bischofsroda. Burkhardsroda. Farnroda. Krauthausen. Kreuzburg.
Marksuhl. Mihla. Wartburg. Wilhelmstal. Zella a. d. Werra. _Gerstungen_:
Berka. Brandenburg. Dankmarshausen. Dippach. Frauensee. Groensee. Herda.
Lauchrden. Sallmannshausen. Untersuhl. _Stadtlengsfeld_: Lengsfeld.
Weilar.

*Neustadt a. d. Orla.* _Auma_: Braunsdorf. Schnborn. Traun. _Neustadt_:
Arnshaugk. Daumitsch. Dreitzsch. Keila. Lausnitz. Neunhofen. Nieder- u.
Oberoppurg. _Weida_: Frienitz. Mildenfurt. Mnchenbernsdorf. Schptitz.
Veitsberg.

*Weimar.* _Blankenhain_: Berka. Heilsberg. Magdala. Saalborn.
Thangelstedt. Tonndorf. (_Grorudestedt_:) Eckstedt. Nda. _Ilmenau_.
_Vieselbach_: Gromlsen. Kerspleben. Ollendorf. Udestedt. _Weimar_:
Belvedere. Ehringsdorf. Ettersburg. Heichelheim. Kapellendorf. Liebstedt.
Mellingen. Oberweimar. Sachsenhausen. Tiefurt. Umpferstedt.




_Herzogtum Sachsen-Altenburg._


*Altenburg.* Breitenhain. Flemmingen. Langenleuba. Romschtz. Rudorf.
Treben. Windischleuba. _Meuselwitz_. (_Ronneburg_:) Grostechau. Kauern.
Korbussen. Lbichau. Mckern. Posterstein. _Schmlln_: Gnitz. Ponitz.

*Roda.* _Eisenberg_: Klosterlausnitz. _Kahla_: Altenberge. Bibra.
Dienstdt. Grokrblitz. Gumperda. Hummelshain. Meckfeld. Neusitz.
Oberhasel. Orlamnde. Reinstdt. Schweinitz. Wiederkunft. Frhliche.
_Roda_: Drackendorf. Kleinebersdorf. Lippersdorf. Ottendorf.




_Herzogtum Sachsen-Meiningen._


*Hildburghausen.* _Eisfeld_: Brnn. Crock. Sachsendorf. Stelzen.
Unterneubrunn. _Heldburg_: Gellershausen. Gompertshausen. Hellingen.
Rieth. Schlechtsart. Ummerstadt. Westhausen. _Hildburghausen_:
Adelshausen. Bedheim. Ebenhards. Heberg. Klosterveilsdorf. Michaelisberg.
Roth. Streufdorf. Zeilfeld. _Rmhild_: Behrungen. Haina. Milz. Westenfeld.
Wolfmannshausen. _Themar_: Dingsleben. Henfstedt. Marisfeld. Reurieth.
Trostadt.

*Meiningen.* Amalienruhe. Belrieth. Bettenhausen. Bibra. Einhausen.
Elisabethenburg. Ellingshausen. Fasanerie. Feldeck. Grimmental. Habesburg,
Helba. Henneberg. Hermannsfeld. Herpf. Hutsberg. Jchsen. Landeswehr.
Landsberg. Leutersdorf. Melkers. Neubrunn. Nordheim. Obermafeld.
Queienfeld. Schwickershausen. Stedtlingen. Stepfershausen. Slzfeld.
Untermafeld. Vachdorf. Walldorf. _Salzungen_: Allendorf. Altenstein.
Dietlas. Feldeck. Frankenberg. Frankenstein. Frauenbreitungen. Helmers.
Leimbach. Liebenstein. Mhra. Oberellen. Schweina. Wildprechtsroda.
Witzelroda. _Wasungen_: Hmpfershausen. Kaltenlengsfeld. Maienluft.
Metzels. Oepfershausen. Rodorf. Schwallungen. Schwarzbach. Sinnershausen.

*Saalfeld.* _Camburg_: Kleingestewitz. Leislau. Mnchengosserstdt.
Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. _Grfental_: Lichtentanne.
Probstzella. _Kranichfeld_: Achelstdt. _Saalfeld_: Aue am Berg. Gorndorf.
Graba. Grokochberg. Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. Pneck.

*Sonneberg.* _Schalkau_: Effelder. Meschenbach. Rauenstein. _Sonneberg_:
Gefell. Mupperg. Neuhaus. Oberlind.




_Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha._


*Coburg.* Ahorn. Callenberg. Groheirath. Grub am Forst. Hohenstein.
Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfllbach. Rosenau. Rossach. Schermeck.
Seidmannsdorf. Unterlauter. Untersiemau. Watzendorf. Weienbrunn.
_Knigsberg i. Fr._: Altershausen. (_Neustadt_:) Einberg. Fechheim.
Mnchrden. Oelau. _Rodach_: Breitenau. Elsa. Gauerstadt. Growalbur.
Meeder. Ottowind. Rofeld. _Sonnefeld_: Gestungshausen. Hassenberg.

*Gotha.* Apfelstedt. Gnthersleben. Haarhausen. Ichtershausen.
Ingersleben. Molschleben. Molsdorf. Pferdingsleben. Stedten.
Slzenbrcken. Wachsenburg. Warza. _Grfentonna_ (Tonna): Grofahner.
Herbsleben. Volkenrode.

*Ohrdruf.* _Liebenstein_: Elgersburg, Gera. Grfenroda. _Ohrdruf_:
Crawinkel. Georgental. Hohenkirchen. Zella.

*Waltershausen.* _Tenneberg_: Cabarz. Friedrichroda. Hrselgau.
Reinhardtsbrunn. _Thal_: Ruhla. _Wangenheim_: Ettenhausen.
Friedrichswerth. Groenbehringen. Hastrungsfeld. Sonneborn.




_Frstentum Schwarzburg-Rudolstadt._


*Frankenhausen.* Gllingen. Ichstedt. Kyffhuser. Rathsfeld. Rothenburg.
Seega. Thalleben.

*Rudolstadt.* (_Knigsee_:) Allendorf. Meuselbach. Oberrottenbach.
Unterweibach. _Leutenberg_: Bucha. Burglemnitz. Eyba. _Rudolstadt_:
Blankenburg. Greifenstein. Kirchhasel. Oberwirrbach. Schaala. Schwarzburg.
Teichweiden. Zeigerheim. _Stadtilm_: Bcheloh. Griesheim. Paulinzelle.




_Frstentum Schwarzburg-Sondershausen._


*Arnstadt.* Alkersleben. Dornheim. Espenfeld. Oberndorf. Plaue. Witzleben.

*Sondershausen.* _Ebeleben_: Allmenhausen. Keula. Gehren: Grobreitenbach.
Langewiesen. _Sondershausen_: Bendeleben. Grofurra. Jechaburg.




_Frstentum Reu ltere Linie._


*Greitz.* _Burgk_: Friesau. Pahnstangen. Rppisch. _Greiz_: Fraureuth.
Gottesgrn. Hermannsgrn.




_Frstentum Reu jngere Linie._


*Gera.* Geien. Kstritz. Kulm. Lusan. Tinz. Untermhaus. _Hohenleuben_:
Reichenfels.

*Schleiz.* _Hirschberg_. _Lobenstein_: Ebersdorf. Harra. _Schleiz_:
Kirschkau. Rdersdorf. Saalburg.




_K. Pr. Regierungsbezirk Merseburg._


*Bitterfeld.* Alt-Jenitz. Beyersdorf. Brehna. Friedersdorf. Mhlbeck.
Talheim. Zrbig.

*Delitzsch.* Beerendorf. Benndorf. Brinnis. Cletzen. Eilenburg. Grebehna.
Hayna. Landsberg. Naundorf. Radefeld. Tiefensee. Zschepplin.

*Eckartsberga.* Auerstedt. Beichlingen. Burghseler. Burgwenden. Clleda.
Gorsleben. Heldrungen. Kannawurf. Leubingen. Memleben. Niederholzhausen.
Sachsenburg. Steinbach. Wolmirstadt.

*Halle und Saalkreis.* Beesenlaublingen. Bllberg. Brachstedt. Buschdorf.
Cnnern. Giebichenstein. Hohenturm. Krosigk. Mcheln. Nauendorf. Neutz.
Peissen. Petersberg. Reideburg. Schlettau. Teicha. Wettin.

*Liebenwerda.* Alt-Burxdorf. Blumberg. Boragk. Elsterwerda. Grokmehlen.
Grothieming. Langennaundorf. Martinskirchen. Mckenberg. Mhlberg.
Ortrand. Oschtzchen. Prettin. Saathain. Stolzenhain. Uebigau. Wrdenhain.

*Mansfelder Gebirgskreis.* Arnstein. Conradsburg. Ermsleben. Falkenstein.
Hettstedt. Mansfeld. Rammelburg. Siersleben. Walbeck. Wippra.

*Mansfelder Seekreis.* Alsleben. Amsdorf. Benkendorf. Burgisdorf.
Eisleben. Esperstedt. Gerbstedt. Gdewitz. Heiligental. Helfta. Holzzelle.
Ihlewitz. Mllerdorf. Pftzental. Polleben. Rottelsdorf. Schraplau.
Seeburg. Stedten, Unterridorf. Unterrblingen. Volkmaritz. Wimmelburg.
Wormsleben.

*Merseburg.* Atzendorf. Beuchlitz. Corbetha. Crllwitz. Cursdorf. Dehlitz.
Ermlitz. Hohenlohe. Kleinlauchstedt. Lauchstedt. Lssen. Ltzen. Rcken.
Rssen. Rundstedt. Schkeitbar. Treben.

*Naumburg.* Abtlbnitz. Altenburg. Benndorf. Flemmingen. Grschen.
Hassenhausen. Kleinheringen. Kreipitzsch. Niedermllern. Pforte.
Rudelsburg. Saaleck. Schellsitz. Schnburg. Schulpforte.

*Querfurt.* Albersrode. Almsdorf. Altenroda. Balgstedt a. U. Barnstedt.
Baumersrode. Bottendorf. Branderode. Braunsdorf. Burgscheidungen.
Dobichau. Ebersroda. Eichstdt. Freyburg. Gatterstedt. Ghrendorf. Goseck.
Groosterhausen. Laucha. Leiha. Lodersleben. Markrlitz. Mcheln. Nebra.
Neumark. Niedereichstdt. Obercrumpa. Obereichstdt. Obhausen. Pettstdt.
Plnitz. Pdelist. Reinsdorf, Roleben. Sankt-Micheln. Schleberode.
Sittichenbach. Spielberg. Vitzenburg. Wendelstein. Wilsdorf. Zeuchfeld.
Zorbau. Zscheiplitz.

*Sangerhausen.* Artern. Beiernaumburg. Bernecke. Bielen. Brcken. Gonna.
Grsbach. Grillenberg. Hain. Heringen. Kaltenborn. Kelbra. Klosterrode.
Lengefeld. Sittendorf. Stolberg. Windehausen.

*Schweinitz.* Clden. Frauenhorst. Glsdorf. Herzberg. Malitschkendorf.

*Torgau.* Annaburg. Axien. Belgern. Dautzschen. Dommitsch. Elsnig.
Graditz. Lebien. Lichtenburg. Schildau. Sitzenroda. Triestewitz. Zwethau.

*Weienfels.* Burgwerben. Dobergast. Droyssig. Grocorbetha. Groptewitz.
Hassel. Langendorf. Lissen. Markwerben. Meineweh. Obergreilau. Obschitz.
Ptewitz. Schklen. Untergreilau.

*Wittenberg.* Kemberg. Pretzsch. Reinharz. Schmiedeberg. Zahna.

*Zeitz.* Aue. Breitenbach. Gleina. Haynsburg. Langenaue. Posa. Predel.
Profen. Schkauditz. Spora. Zipsendorf.




_K. Pr. Regierungsbezirk Erfurt._


*Erfurt.* Alach. Bechstedtwagd. Gottstedt. Nottleben. Petersberg.
Windisch-Holzhausen. Wandersleben.

*Heiligenstadt.* Bernterode. Besenhausen. Birkenfelde. Bischofsstein.
Burgwalde. Dieterode. Dingelstedt. Ershausen. Freienhagen. Geisleden.
Geismar. Gerbershausen. Gro-Bartloff. Gnterode. Hanstein. Heuthen.
Hilfensberg. Hohengandern. Kefferhausen. Keudelstein. Kirchgandern.
Kreuzeber. Lengenfeld. Lindewerra. Martinfeld. Reinholterode Rengelrode.
Rimbach. Rhrig. Rustenberg. Rustenfelde. Schachtebich. Schnhagen.
Siemerode. Stein. Uder. Volkerode. Wahlhausen. Werleshausen. Wiesenfeld.
Wstheuterode.

*Langensalza.* Ngelstadt. Oppershausen. Tennstedt. Thamsbrck. Vargula.

*Mhlhausen.* Ammern. Annerode. Drna. Falken. Helmsdorf. Langula.
Treffurt. Zella.

*Nordhausen* u. Grafsch. *Hohenstein*. Ascherode. Bleicherode. Dietenborn.
Kleinfurra. Kleinwerthern. Lohra. Mitteldorf. Mnchenlohra. Nohra.
Tettenborn. Woffleben. Wolkramshausen.

*Schleusingen.* Altendambach. Christes. Heinrichs. Hinternah. Khndorf.
Rohr. St. Kilian. Schwarza. Suhl. Vera. Waldau. Wiedersbach.

*Weiensee.* Gangloffsmmern. Griefstedt. Ottenhausen. Rohrborn. Smmerda.

*Worbis.* Adelsborn. Beuren. Bischofferode. Bodenrode. Bodenstein.
Breitenworbis. Gerode. Gro-Bodungen. Haurden. Kirchohmfeld. Kirchworbis.
Neustadt. Reifenstein. Scharfenstein. Teistungenburg. Wehnde.

*Ziegenrck.* Altenbeuthen. Blankenberg. Blintendorf. Bodelwitz.
Liebengrn. Ranis. Reitzengeschwende. Wernburg.




_K. Pr. Regierungsbezirk Cassel._


*Cassel.* Breitenbach. Crumbach. Drnhagen. Elgershausen. Eschenstruth.
Helsa. Karlsdorf. Kaufungen. Niederzwehren. Nordshausen. Oberkaufungen.
Waldau. Weimar. Wilhelmshausen. Wilhelmshhe. Wilhelmstal. Windhausen.

*Eschwege.* Abterode. Bischhausen. Boyneburg. Brandenfels. Germerode.
Herleshausen. Hoheneiche. Jestdt. Nesselrden. Netra. Schwebda. Wanfried.
Willershausen. Wommen.

*Frankenberg.* Basdorf. Haina. Hessenstein. Rosental. Wiesenfeld.

*Fritzlar.* Besse. Braberg. Gudensberg. Jesberg. Uttershausen. Wabern.
Werkel.

*Fulda.* Adolfseck. Blankenau. Bieberstein. Giesel. Groenlder. Haimbach.
Johannisberg. Kmmerzell. Kleinheilig-Kreuz. Margretenhaun. Neuenberg.
Neuhof. Oberbimbach. Petersberg. Welkers.

*Gelnhausen.* Alsberg. Altenhalau. Aufenau. Birstein. Burgjossa. Hchst.
Kirchbracht. Lohrhaupten. Meerholz. Niedermittlau. Orb. Unterreichenbach.
Wchtersbach. Wirtheim.

*Gersfeld.* Tann.

*Hanau.* Bergen. Bischofsheim. Bockenheim. Bruchkbel, Hochstadt.
Httenges. Kesselstadt. Langenselbold. Niederdorfelden. Rckingen.
Rdigheim. St. Wolfgang. Wilhelmsbad. Windecken.

*Hersfeld.* Aua. Ebersberg. Friedewald. Hattenbach. Johannesberg.
Philippstal.

*Hofgeismar.* Gottesbren. Grebenstein. Haueda. Helmarshausen.
Hohenkirchen. Immenhausen. Krukenberg. Lippoldsberg. Sababurg.
Trendelburg. Wilhelmshausen.

*Homberg.* Falkenberg. Neuenstein. Raboldshausen. Wallenstein.

*Hnfeld.* Hauneck. Neukirchen. Rasdorf. Rotenkirchen. Wehrda.

*Kirchhain.* Albshausen. Allendorf. Amneburg. Anzefahr. Langenstein.
Neustadt. Rauschenberg. Schweinsberg. Stausebach.

*Marburg.* Bauerbach. Caldern. Christenberg. Ebsdorf. Elisabethbrunnen.
Frauenberg. Fronhausen. Leidenhofen. Lohra. Mellnau. Michelbach.
Nieder-Asphe. Nieder-Walgern. Nordeck. Ober-Rosphe. Ober-Walgern.
Treisbach. Wehrda. Wehrshausen. Weitershausen. Wenkbach. Wetter.

*Melsungen.* Altenburg. Altenstein. Breitenau. Carthause. Dagobertshausen.
Felsberg. Gensungen. Harle. Heidau. Mrshausen. Niedermllrich.
Spangenberg.

*Rinteln.* (Exklave Grafschaft Schaumburg). Siehe Bd. V.

*Rotenburg.* Asmushausen. Blankenheim. Heimbach. Kornberg. Nentershausen.
Ronshausen. Sontra. Tannenberg.

*Schlchtern.* Altengronau. Schwarzenfels. Soden. Steckelberg. Steinau.
Stolzenburg.

*Schmalkalden.* Auwallenburg. Barchfeld. Fambach. Haindorf. Hallenberg.
Herrenbreitungen. Seligental. Steinbach-Hallenberg. Struth. Trusen.

*Witzenhausen.* Allendorf. Arnstein. Berlepsch. Lichtenau. Ludwigstein.
Reichenbach.

*Wolfhagen.* Altendorf. Breuna. Burghasungen. Ehlen. Ehringen.
Elmarshausen. Merxhausen. Naumburg. Niederelsungen. Oelshausen. Riede.
Volkmarsen. Weidelsburg. Wettesingen. Zierenberg.

*Ziegenhain*. Hausen. Herzberg. Immichenhain. Michelsberg. Neukirchen.
Ottrau. Rommershausen. Ropperhausen. Schnberg. Schrecksbach.
Schwarzenborn. Spiekappel. Treysa.




_K. Bayr. Regierungsbezirk Oberfranken._


*Bamberg I.* Altenburg. Buttenheim. Giech. Ggel. Hallstadt. Litzendorf.
Rattelsdorf. Schelitz. Seehof. Stadelhofen.

*Bamberg II.* Burgebrach. Burgwindheim. Ebrach. Frensdorf. Lisberg.
Schlsselau. Seuling. Walsdorf.

*Bayreuth.* Bindlach. Bischofsgrn. Eckersdorf. Emtmannsberg. Gesees.
Kolmdorf. Mengersdorf. Mengersreuth. Mistelbach. Obernsees. St. Johannis.
Warmensteinach.

*Berneck.* Gefrees. Goldkronach. Himmelkron. Marktschorgast. Nemmersdorf.
Neudrossenfeld.

*Ebermannstadt.* Aufse. Burggailenreuth. Drgendorf. Freienfels.
Heiligenstadt. Hollfeld. Nankendorf. Neudeck. Oberaufse. Pretzfeld.
Streitberg. Waischenfeld. Wonsees.

*Forchheim.* Effeltrich. Eggolsheim. Grfenberg. Hetzlas. Hilpoltstein.
Jgersburg. Kersbach. Kirchenehrenbach. Leutenbach. Neideck. Neunkirchen.
Pinzberg. Regensberg. St. Helena. Weienohe. Wiesenthau. Wildenfels.

*Hchstadt a. A.* Bchenbach. Hannberg. Herzogenaurach. Mhlhausen.
Mnchaurach. Oberreichenbach. Pommersfelden. Puschendorf. Schlsselfeld.
Sterpersdorf.

*Hof.* Feilitsch. Oberkotzau.

*Kronach.* Mitwitz. Steinberg.

*Kulmbach.* Buchau. Burggehaig. Harsdorf. Kasendorf. Mangersreuth.
Melkendorf. Neudrossenfeld. Plassenburg. Sanspareil. Schwarzach. Thurnau.
Trebgast. Veitlahm. Wernstein. Willmersreuth. Wirsberg. Zwernitz.

*Lichtenfels.* Altenkundstadt. Burgkundstadt. Grtenroth. Hochstadt.
Isling. Langheim. Mainrot. Marktzeuln. Michelau. Mistelfeld. Nawang.
Schney. Weismain.

*Mnchberg.* Helmbrechts. Sparneck. Waldstein.

*Naila.* Lichtenberg. Reitzenstein.

*Pegnitz.* Betzenstein. Bronn. Creussen. Gweinstein. Lindenhart.
Oberailsfeld. Pottenstein. Rabeneck. Rabenstein. Schnabelweid.
Tchersfeld. Volsbach.

*Rehau.* Hohenberg. Pilgramsreuth.

*Stadtsteinach.* Grafengehaig. Guttenberg. Kupferberg. Marienweiher.
Marktleugast. Ludwigschorgast. Presseck. Rugendorf. Seibelsdorf.
Untersteinach.

*Staffelstein.* Banz. Dringstadt. Schottenstein. Selach.
Unterleiterbach. Vierzehnheiligen.

*Teuschnitz.* Lauenstein. Ludwigstadt.

*Wunsiedel.* Alexanderbad. Epprechtstein. Katharinenberg. Kirchenlamitz.
Redwitz. Schirnding. Schnbrunn. Thierstein.




_K. Bayr. Regierungsbezirk Unterfranken._


*Alzenau.* Hrstein. Klberau. Mmbris. Schllkrippen.

*Aschaffenburg.* Groostheim. Hessental. Mespelbrunn. Schmerlenbach.
Schnrain.

*Brckenau.* Maria-Ehrenberg. Schildeck. Volkersberg.

*Ebern.* Albersdorf. Altenstein. Baunach. Eyrichshof. Fischbach.
Frickendorf. Gereuth. Gleusdorf. Heilgersdorf. Junkersdorf. Kirchlauter.
Leuzendorf. Lichtenstein. Mrsbach. Obermerzbach. Pfaffendorf.
Pfarrweisach. Rauheneck. Rentweinsdorf. Rotenhan. Untermerzbach.

*Gemnden.* Adelsberg. Burgsinn. Harrbach. Hofstetten. Hllrich. Homburg.
Massenbuch. Rengersbrunn. Rieneck. Schnau. Weikersgrben. Wolfsmnster.

*Gerolzhofen.* Abtswind. Alitzheim. Altenschnbach. Astheim. Bimbach.
Castell. Dimbach. Fahr. Gaibach. Hallburg. Kirchschnbach. Laub. Nordheim.
Obereisenheim. Oberschwarzach. Prichsenstadt. Rdenhausen. Sommerach.
Stollberg. Sulzheim. Traustadt. Volkach. Wiesentheid. Zabelstein.
Zeilitzheim.

*Hammelburg.* Aura. Diebach. Engental. Euerdorf. Fuchsstadt. Saaleck.
Sodenberg. Sulztal. Thulba. Trimberg. Unterertal. Waitzenbach.
Wasserlosen. Windheim.

*Hafurt.* Augsfeld. Buch. Ebelsbach. Eltmann. Gleisenau. Kentzgau.
Kirchaich. Limbach. Maria-Burghausen. Meckenried. Obertheres. Prlsdorf.
Schmachtenberg. Schnbach. Schwappach, Ober- und Unter-. Steinbach.
Stettfeld. Sylbach. Trossenfurt. Unterhohenried. Untertheres. Wonfurt.
Zeil.

*Hofheim.* Aidhausen. Bettenburg. Birkenfeld. Birnfeld. Bramberg. Bundorf.
Burgreppach. Eichelsdorf. Friesenhausen. Gomannsdorf. Happertshausen.
Junkersdorf. Oberlauringen. Ostheim. Stadtlauringen. Stckach. Wettringen.
Wetzhausen.

*Karlstadt.* Altbessingen. Arnstein. Aschfeld. Bonnland. Bchold. Bhler.
Duttenbrunn. Erbshausen. Euenheim. Fhrbrck. Gnheim. Gauaschach.
Gramschatz. Himmelstadt. Karlsburg. Laudenbach. Mdesheim. Retzbach.
Retzstadt. Reuchelheim. Rohrbach. Schwebenried. Thngen. Wlfershausen.
Zellingen.

*Kissingen.* Aschach. Bildhausen. Bocklet. Bodenlauben. Burglauer.
Eltingshausen. Frauenroth. Growenkheim. Lauter. Mnnerstadt. Steinach.

*Kitzingen.* Bietelried. Biebergau. Buchbrunn. Bullenheim. Dettelbach.
Efeldorf. Etwashausen. Frhstockheim. Gerlachshausen. Gntzheim. Gro- und
Kleinlangheim. Herrnsheim. Mainbernheim. Mainsondheim. Mainstockheim.
Marktbreit. Marktstett. Michelfeld. Mnsterschwarzach. Obernbreit.
Prosselsheim. Repperndorf. Rdelsee. Schwaneberg. Segnitz. Seinsheim.
Stadtschwarzach. Sulzfeld. Wsserndorf. Wiesenbronn.

*Knigshofen.* Althausen. Aubstadt. Breitensee. Eibstadt. Eyershausen.
Findelberg. Gollmuthausen. Ipthausen. Irmelshausen. Kleinbardorf.
Merkershausen. Oberessfeld. Serrfeld. Sternberg. Trappstadt. Unterefeld.
Waltershausen. Wildburg. Wlfershausen.

*Lohr.* Maria-Buchen. Neuhtten. Neustadt a. M. Rotenbuch. Rotenfels.
Steinbach.

*Marktheidenfeld.* Bttigheim. Dorfprozelten. Esselbach. Fechenbach.
Grnau. Hafenlohr. Hasloch. Holzkirchen. Homburg. Karbach. Kreuzwertheim.
Lengfurt. Remlingen. Stadtprozelten. Trennfeld. Triefenstein. Uttingen.

*Mellrichstadt.* Bahra. Euenhausen. Filke. Fladungen. Knsbergk. Leubach.
Mauerschedel. Mittelstreu. Mhlfeld. Nordheim. Oberfladungen. Oberstreu.
Reyersbach. Rorieth. Stockheim. Unsleben. Wechterswinkel.

*Miltenberg.* Amorbach. Amorsbrunn. Engelsberg. Gro- und Klein-Heubach.
Schneeberg. St. Gotthardsberg. Wildenberg.

*Neustadt a. S.* Bischofsheim. Brend-Lorenzen. Heustreu. Hollstadt.
Kreuzberg. Osterburg. Salz. Salzburg.

*Obernburg.* Himmeltal.

*Ochsenfurt.* Aub. Baldersheim. Bieberehren. Bolzhausen. Butthart.
Darstadt. Eibelstadt. Erlach. Efeld. Euerhausen. Frickenhausen.
Gauknigshofen. Gelchsheim. Giebelstadt. Gomannsdorf. Gtzingen.
Herchsheim. Hopferstadt. Ingolstadt. Kleinochsenfurt. Reichelsberg.
Reichelsburg. Rittersheim. Rttingen. Sommerhausen. St. Kunigund.
Tckelhausen. Winterhausen. Wolkshausen. Zeubelried.

*Schweinfurt.* Bergrheinfeld. Eckardshausen. Egenhausen. Ettleben.
Euerbach. Garstadt. Geldersheim. Gochsheim. Grafenrheinfeld. Grettstadt.
Heidenfeld. Heiligental. Hirschfeld. Holzhausen. Klingenberg. Lffelsterz.
Maibach. Mainberg. Obbach. Obereuerheim. Pfundhausen. Reichmannshausen.
Schwebheim. Smmersdorf. Werneck. Weyer. Wipfeld. Zeuzleben.

*Wrzburg.* Bergtheim. Burggrumbach. Eisingen. Erlabrunn. Estenfeld.
Gerbrunn. Gntersleben. Heidingsfeld. Himmelpforten. Hchberg. Kirchheim.
Kleinrinderfeld. Krnach. Lindflur. Maidbronn. Margetshchheim.
Mergelshchheim. Mhlhausen. Oberdrrbach. Oberleinach. Oberzell.
Randersacker. Reichenberg. Rimpar. Rottenbauer. Rottendorf.
Schenkenschlohof. Stettbach. Teilheim. Thngersheim. Unterdrrbach.
Unter-Leinach. Unterpleichfeld. Unterzell. Veitshchheim. Waldbttelbrunn.
Zell.

[Blank Page]





_KNSTLERVERZEICHNIS._


*A*B 110.
A. L. 317.
Adler, Fr. 272.
Aglio, A. S. 59.
Agostino, Lazzaro 437.
Ahrens 420.
Albert v. Soest 324.
Ammann, Jost 22.
Anwander, J. 41. 192. 286.
Appiani, Gius. 407. 445.
Arnold v. Westfalen 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390.
Asam 11. 95. 456.
Auwera, Jakob van der 95. 438. 449. 451.
Auwera, Joh. Wolfgang v. d. 11. 399. 404. 435. 451.
Auwera, Lucas v. d. 452.
Auwera, Richt. der 23. 452.

*B*acher, Gideon 219.
Backofen u. s. Schule 21. 69. 70. 161. 167. 186. 251. 440.
Bhr, George 78. 81. 87. 89. 118. 159. 182. 192. 203. 247. 248. 304. 368.
374.
Balestra 86.
Baratta, Franc. 80. 86.
Barthel von Durlach 12.
Barthel, Melch. 223. 238.
Basler, Peter 139.
Basti, Matteo 24.
Bauer (Augsburg) 80.
Bauer, Peter 462.
Beaumont, Adam 204.
Beck, Leonh. 444.
Beham, H. S. 47.
Behem, J. 237.
Behringer, Wolf 191.
Berger 88.
Bergner, Nik. 216 f.
Bernini, L. 80. 86. 95.
Berwart, Blasius 333.
Bestheimer, J. N. 264.
Bibiena, Carlo 48.
Bibiena, Giuseppe 48.
Birkner, Wolfg. 220.
Blondel 430.
Bock, Hans 176. 408.
Bodenstein, Chr. 355.
Bodt, Jan de 86. 223.
Boffrand, G. 450.
Bogenkranz, Zach. 169.
Bhm, Franz 40.
Bhme d. ., Joh. Heinr. 13. 161. 298. 335. 435.
Bolster, G. M. 1. 60. 114. 130.
Bonalino 40. 128. 217.
Borcht v. d. 87.
Bormann, Jan 160.
Bossi, Ant. 447. 451.
Bossi, Augustin 73. 398.
Bossi, Materno 92 ff. 133. 210 f. 346. 387. 445. 447. 451. 457.
Bouts, Dirk 244.
Braun, Erasmus 35.
Braunschweig, Heinrich u. Ludolf v. 168 f.
Bromeis 206.
Brckner, A. 140.
Bruigt, gid. de 208.
Brunner, Melch. 273.
Buchau, Cl. K. 277.
Buchner, P, 83f. 223. 278. 309.
Bhner 379.
Bueler 438.
Buttigen (Bdingen?), Conrad v. 12.
Butzus 118.

*C*. B. 391.
C. G. 113.
C. P. 296.
C. R. 462.
C. T. R. 6.
C. W. 462.
Casanova 86.
Castelli 6. 173. 451.
Cesare, Carlo di 125f.
Chiaveri, Gaet. 79. 81. 296.
Conrad von Buttigen 12.
Corradini 86.
Cotte, R. de 450.
Coudroy, Pierre 240.
Cranach d. . u. s. Werkstatt 153. 197. 205. 217. 220. 224. 238f. 267.
293. 295. 298. 302. 307. 324. 367. 369. 393. 413. 419ff. 433. 455.
Cranach d. J. 25. 209. 307. 314. 420. 433.
Cranachschule 2. 14. 57. 121. 168. 180. 190. 201. 266. 426.
Cur 451.

*D* 346.
Dahlwein 147.
Darbes 375.
Daucher, Adolf 13.
Dauthe 236. 240.
David, Chr. 183.
Decker 49.
Degen, Hans 75.
Dehn-Rothfelser, Hans v. 82. 125. 157. 242. 278. 340.
Deibel, Jos. 87.
Deisinger 356.
Delitzscher, Nickel 407.
Dell, Peter d. . 18. 23. 373. 438. 441.
Dell, Peter d. J. 438. 439. 445. 449.
Dientzenhofer, einer der 41. 136. 369.
Dientzenhofer, Georg 39.
Dientzenhofer, Johann 42. 133. 134. 197. 213. 335. 372. 375.
Dientzenhofer, Joh. Leonh. 136. 314.
Dientzenhofer, Just. Heinr. 41.
Dientzenhofer, Leonhard 35. 37. 40. 42. 49. 94. 136. 193. 246. 406.
Diepenbeck 444.
Dierks 86.
Dieterici 195.
Dietrich, Ch. W. E. 70. 101.
Dietz 404.
Dieussart, Ch. Ph. 47.
Dirnstein, Hans 21.
Diterich, Bernh. 126. 214.
Ditmar (Laienbruder) 325.
Ditmar, Valent. 317.
Ditterich, Hans 385.
Dittmann, Hans 75.
Dbner 230.
Drffer, Joh. 346.
Dorsch, J. B. 85. 87.
Dowher s. Daucher.
Drentwett, Ph. H. 80. 203.
Dreler, Andr. 201, 311.
Dreysigmark, M. 112.
Dubut 368.
Duck, Joh. 307.
Dmpel, Veit 2. 218.
Durlach, Barthel von 12.
Drer 13. 119. 266.
Du Ry, Charles 206. 430.
Du Ry, Paul 203. 205 f. 370.
Du Ry, Salomon Louis 428 f.
Du Ry, Simon Louis 191. 205. 206. 409. 430.

*E*. W. 159.
Eberlein, Bernh. 216.
Ebhardt, J. Ch. 242.
Eckart v. Worms 438. 440.
Eckhardt, Ezech. 45. 340.
Eckhardt, G. 324.
Eckhart, Hans 212.
Eifflnder, Hans 78.
Einbeck, Konrad v. 168.
Eisenberg, F. 455.
Emes, Julius 18.
Ende, Hans am 239.
Enderlein, Caspar 25.
Engelhard, Andr. 369.
Ermeltraut 443.
Ernes, Julius 286.
Eschke, K. Ch. 313. 343. 376.
Esterbauer, Balth. 451.
Exner, Chr. F. 79. 81. 332.
Eysenberg, Nik. 101.
Eywick, Jonas 370.

*F*. H. 204.
Faber, A. W. 56.
Fabritius, Kilian 259.
Fehre, J. G. 89 f. 118.
Feichtmayer, J. M. 11. 407.
Feige, J. C. 340.
Fesel, Christoph 439. 445.
Finck, Joh. 41. 278. 317.
Fischer, A. S. 137. 449.
Fischer, J. M.
133. 155. 157. 432. 445.
Fleischer, Gg. 83. 125.
Fltner, Peter 13.
Fossati 45.
Fosse, de la 213. 428.
Franz v. Magdeburg 13.
Friedeberger, Eberh. 445.
Friedemann d. ., H.
105 f. 108-112.
Friedemann d. J., H., 105. 110. 112.
Fuchs 240.
Fuger 163.
Fuss, Friedr. 423.

*G*abrieli 446.
Gallasini, Andrea 135.
Gareis 343.
Grtner 27. 31. 445.
Gattinger 11. 438.
Gaudreau, Pierre 355.
Gedeler, E. 187.
Gedeler, G. v. 47.
Gehart, Joh. 17. 107. 110 f.
Geigel, J. P. 68. 351. 404. 445. 447. 451. 457.
Genz 420.
Grin 205.
Ghezzi, G. 205.
Giese, J. A. 435.
Glantschnigg, J.A. 91.
Godechen, Hnrch. 280.
Godefroy, Elias 204.
Gding, Heinr. 84. 126. 333.
Goldwitzer 118.
Gontard, P. K. Ph. 48 f.
Gthe, Eosander v. 400.
Goethe, Wolfg. v. 233. 420.
Gothland, Peter 420.
Gottschick, Chr. 222.
Gout 55.
Grbner 81. 100.
Grael, Fr. 228.
Graff, Anton 71. 82. 173. 223. 244. 338. 343. 351. 355. 375. 418. 422.
426. 435.
Grassi 435.
Graul, J. F. 48.
Greger, Michel 459.
Greising, Jos. 94. 130. 247. 250. 314. 408. 447. 449. 451 f.
Gretel, Ulrich 433.
Grohmann, Chr. 113.
Grohmann, N. 5. 180. 219. 394.
Gronig, Hans 198.
Grninger, Aug. 112.
Gro, Abr. 47.
Grossi, L. 345.
Grnberger, Mich. 139.
Grnewald, Math. 20. 167.
Guernieri, G. F. 429.
Gundermann, W. 98.
Gnther, Math. 11. 446.
Gutschell, Enders 105.

*H* 251.
h. b. 176.
H F 152. 213. 335.
H G B 280.
H H B 190.
H K 261. 293.
H R 401.
H. V. 433.
H. W. (Hans Walther) 126.
H. W. (Hans Werner) 210.
H.W. [Z.] (auch W.Z., Meister d. schnen Tr in Annaberg). 12, 59. 92.
96.
Hackert 429.
Hackl 80.
Hagelgan 223.
Hagenberger, Joh. 190.
Hhnel, J. C. 302.
Hans v. Straburg 103.
Hans v. Torgau 369.
Hase, G. 89.
Haunisch, Hans 346.
Heck, Hieronymus 21.
Hegewald 79. 81. 224.
Heideloff 27. 31. 174. 219. 318.
Heinemann, Chr. 57. 179.
Heinrich v. Braunschw. 168 f.
Heinrich v. Hesserode 193.
Heinricus filius Tiderici 26.
Henricus 61. 445.
Henthoos 299.
Hering, Loy. 18. 34. 227. 438.
Hering, Martin 438, Hermann 172. 420.
Hermes 295.
Herrlein, J. A. 102.
Herrlein, Joh. Peter 8. 135. 162. 213. 271. 310. 319. 346. 378. 453.
Herwarthel 199.
Herzog 298.
Hesserode, Heinrich v. 193.
Heuer, D. 338.
Heunisch, Hans 426.
Hildebrand, L. v. 450.
Hilger, Osw. 394.
Hilger, Wolff 125. 394.
Hofmann, Joh. 259.
Hofmann, Nickel 168 ff. 190. 259. 373.
Hogenwald, M. 304.
Hlzer, G. A. 81.
Hnnicke 95.
Hornung, Lor. 234.
Huber, K. 447.
Hbsch, H. 301.
Humbach, D. F. 135.
Hnefeld, H. 419.
Hnigen, Andr. 304. 343. 458.

*i* 109 ff.
Ickelsheimer 449.
Ihener, Gg. 168.
Irmisch, Hans 84. 126. 221. 223. 462.

*J*. E. 54.
J. H. 54. 308. 320.
J. L. 248.
Jacob v. Schweinfurt 12. 268f.
Jkel 260.
Jrg, Andreas 109.
Junker, Hans 22. 71.
Junker, Valentin 40.
Jupe, Ludw. 257.
Jussow, H. Chr. 428. 430.

*K*amm, J. B. 41. 90. 118. 192.
Kndler, J. J. 278. 296.
Kapup, Christoph 307.
Kaufmann, Angel. 303.
Keil, Paul 14. 209.
Keilwerth, Jos. 11.
Keller, Georg 22.
Kern, Michael 40. 52. 73. 137. 163. 194. 247. 438. 440 ff. 451.
Kelau, A. F. v. 187.
Kil, J. G. 69.
Kirchner, J. Ch. 86.
Kirchner, Wolf 462.
Kirschstein, J. 379.
Kistner, Thomas 23. 375. 408. 441.
Klanbacht, Hans 76.
Klein, Hans 447.
Kleinholz 447.
Klemm, Sam. 97. 161. 317.
Klengel, 53. 82. 89. 278. Klenze 102.
Knauf 7.
Knfel, F. G. 200.
Knffel, Joh. Chr. 79. 86. 87. 88. 90. 194. 240. 303. 305. 345. 374.
Knffler, Gottfried 71. 84. 87. 88. 90. 195. 297. 300. 305. 351.
Khler, Gottfr. 62.
Khler, M. D. 452.
Konrad v. Einbeck 168.
Krmser 55.
Krafft, Adam 37. 209.
Kramer, Bastian 318.
Kramer, Hans 79.
Krebs, Konrad 216. 393.
Kretschmer, J. G. 338.
Kreuter, Wolf 369.
Kriebel, Gg. 236 f.
Krodel, M. 279.
Krodel, Wolfg. 201. 369.
Krohne, G. H. 154.
Krubsacius 81. 87. 297.
Krugelstein 295.
Kchel, J. M. 36. 40. 41. 209.
Kcher, Eckh. 105.
Khne 74.
Kulmbach, Hans v. 370. 462.
Kumoller, Hanns u. Matth. 81.
Kunz, J. J. 222.

*L*anghans, C. G. 435.
Lauermann, Franz 260.
Lendenstreich, Valentin 155. 230. 285. 298. 313. 372.
Le Notre 206.
Leubner, Phil. 222. 320.
Leunenschloss 383.
Leypoldt 418.
Lindemann, H. 98.
Lindner, Erhard 422.
Liotard 71.
Locke, Sam. 79. 224. 423.
Lohe, M. H. 190.
Longuelune, 86 ff. 31 f. 374.
Lorentz, Andr. 139. 349.
Lorentz, Sam. 304. 324. 392.
Lorentz, Uriel 324. 392.
Lorentz, Werkstatt der 324.
Lossow 74.
Lotter, Hier. 25. 236. 239. 323.
Lucas, Gottfr. 242.
Ludolf v. Braunschweig 168 f.
Lnenschlo 95.
Lynar, Rochus v. 25. 126.

*M*.S. 293.
M W 462.
Magdeburg, Franz v. 13.
Magni, Pietro 437.
Mainz, Peter von 106. 160.
Marcolini, Fr. 39.
Martinus 215.
Mattenheimer 90. 363.
Mattielli, Lorenzo 80. 87. 195.
Maucher 455.
Maulbersch, Ant. 80.
Maurer, J. M. 203.
Mayer, Andr. 147.
Meer, Erhard v. d. 25.
Meier, Jrg 365.
Meister der Baldachine 152. 160. 230. 263. 299. 311. 358. 362. 453.
Meister der Barferkirche in Erfurt 107. 110.
Meister der schnen Tr in Annaberg (H. W. [Z.] u. W. Z.) 12. 59. 92.
96.
Meister d. Neusitzer Altars 230.
Meister i von Erfurt 109 ff.
Meister t von Erfurt 106. 109.
Meister von Chemnitz 139.
Mengs, A. R. 80. 82. 418. 435.
Merian 35. 438.
Meyner 173.
Mica, Franc. 65.
Michael, J. G. 57.
Michael, Martin 46.
Milla, Isr. v. d. 112.
Minetti, Fr. D. 68.
Mhring, Melchior 105.
Monot, Pierre 206.
Moritz, J. G. 114.
Mller, Alexander 441.
Mller, Chr. 366.
Mller, Hans 366.
Mller, Jakob 261. 263.
Mller, Joh. Mich. 96.
Mnzel, Joh. 98.
Mutschelle, B. 41. 210. 439.

*N*. T. 237.
Nagel, Franz 171.
Nahl, J. A. 429 f Naumann, Jacob 16.
Naumann, J. Ch. 194.
Nave, Ant. 95.
Neilich, Kunz 405.
Neumann, Balthasar 35. 41 f. 67. 94 f. 115. 135 ff. 153. 155. 176. 193.
196. 211. 214. 227. 229. 233. 244. 260. 287. 310. 336. 341. 346. 375. 382
f. 387. 404. 406 f. 424. 426. 440. 443. 446. 449 f. 452. 456.
Neumann, F. J. 192.
Neuner 118.
Nickel, B. H. 449. 452.
Noack 459.
Nosseni, Joh. Maria 79. 81. 82. 125. 126. 226. 237. 361. 362. 411.

*O*egg 424. 451.
Oeser, A. 70 f. 191. 195. 236. 240. 305. 341. 435.
Onghers, Oswald 52. 67. 96. 97. 116. 118. 155. 164. 212. 316. 341. 370.
398. 438. 442. 443.
Otte, V. 241. 394.
Otto, Valentin 277.

*P* D 18.
Palko, Karl 80. 296.
Parler 322.
Pauer, Hans 315.
Pauwart, Ant. 168.
Pellegrini 45.
Permoser, Balthasar 45. 80. 85 f. 101. 126. 426.
Perre, J. de 237 f. 338. 354.
Perri, Ant. 158.
Pesne, Ant. 60.
Peter v. Mainz 106. 161.
Peter v. Pirna 12.
Petersell, J. R. 381.
Petrini 39. 40. 116. 212. 259. 370. 375. 443 f. 448 f. 452.
Petrozzi, M. 47. 48. 298.
Petzold, A. 199. 203. 303. 369.
Pezani, Val. 398. 447.
Pfau, Hans 103.
Pflugschar 335.
Pfretschner, Sittich 239.
St. Pierre 47. 48. 49. 188.
Pirna, Peter v. 12.
Pppelmann, M. D. 78 f. 83 f. 86. 88 f. 224. 240. 278. 331. 368. 374.
Ptzsch, Martin 44.
Pozzo 39 Preier, Hieron. 105.
Proscher, Hnrch. 343.

v. *Q*uast 215. 327.

*R*T 105.
Rnz, El. 49.
Rnz, J. D. 49.
Reinboth, J. B. 242.
Reis, Hans 82.
Remela, Jo. Ad. 95.
Rnier 217.
Reu 40.
Reynhart, Hans 334. 359.
Ricchini 83.
Richter, Chr. 239. 352. 422.
Richter, Gregor 318.
Richter, J. F. 163. 241. 277. 394.
Richter, Moritz 420. 422.
Richter, Rud. Heinr. 50.
Rickmann, E. 191.
Ridinger, Georg 21.
Riedel 2.
Riemenschneider, Jrg 440. 442.
Riemenschneider, Tilman 24. 34. 37. 54. 96. 99. 114 f. 148. 160. 174. 176.
191. 202 f. 211. 250. 279. 286. 300. 315. 348. 351. 370. 376. 382 f. 392.
408. 410. 437. 439 f. 442. 445 f. 449.
Rigaud 355.
Ritgen, Hugo v. 412.
Ritter, F. A. v. 153. 276.
Ritter, J. H. 6.
Ritterlein, W. 64. 203. 354.
Robin 448.
Roder, Claus 236.
Rhrscheidt, Wenzel 46.
Rsler, C. 224.
Rossini, A. 179. 264.
Rotari 418.
Roth, Joh. (Hans) Gg. 203. 372.
Roth, Mart. 374.
Rubens 51. 85. 101 f.
Rudolfi, A. 154.
Rudolph, J. Ph. 17.
Rul, de 444.

*S*. (im Ring m. 3 Herzen) 189.
S. L. 304.
S. W. 433.
Saalhausen, Ant. v. 324.
Salins, N. A. de 451.
Sandrart 35. 438.
Sarder, W. 440.
Schade, Abr. 47.
Schadow 449.
Schaefer, C. 258. 265. 424.
Schaicker, Gottf. 400.
Schatz, David 75. 146. 200.
Schenau 162.
Scherer, Hans 205.
Scheubel, J. J. 40.
Schick, Fhnrich 10.
Schickentanz, Hans 71. 82. 191. 340.
Schilling 81.
Schinkel 458.
Schit, Nik. 141.
Schlaf, Jakob 420.
Schlecht, Bened. 401.
Schleinitz, R. 78.
Schlter, A. 49. 138.
Schmidt, J. G. 78. 81. 88. 159.
Schmidt, J. M. 276.
Schmidt (Schreiner) 173.
Schnorr, H. V. 435.
Schockholz, Casp. 272.
Scholz, Daniel 66.
Schoner, Joh. 170.
Schnermark 3.
Schongauer 13. 362. 374.
Schreckenfuchs 462.
Schrer, Hans 25. 126.
Schrter, G. 433.
Schulze 187.
Schuster, J. 149.
Schwartze, J. H. 79. 84.
Schwartzmann, Andreas 135.
Schwarz, Nic. 324.
Schweinfurt, Jak. v. 12. 268 f.
Schwenke, David 332.
Schwind, Mor. v. 413.
Seiz, J. G. 427.
Semler, Arntz 353.
Semper 84.
Sengelaub, Peter 217 f.
Siecht, J. J. 403.
Silbermann, J. Gottfr. 25. 150. 316. 343 f. 411.
Silbermann, Val. 76. 92. 334.
Silvestre 71. 86. 195. 355.
Simon, J. Ch. 43. 304. 460.
Simonetti, Giov. 239.
Soest, Albert von 324.
Soldan, Phil. 120. 205. 352.
Sorg, Kilian 34.
Spth 449.
Speck, Hans 462.
Spie, G. J. 222.
Spranger, Barth. 295.
Starke, J. G. 85.
Steiner, K. 295. 420.
Stengel, F. J. 56. 135. 154.
Stettner, Jost 220.
Steuerwald 435.
Steyer, Hans 89.
Stipeldey, F. X. 4. 71. 110. 346. 351.
Sto, Veit 38. 188. 220. 286. 361. 381.
Sto (Schule) 118 f.
Straburg, Hans v. 103.
Straubinger, Jrg 441.
Strohmeier, Leonh. 439.

*t* 106. 109.
T K (Thomas Kistner) 23. 375. 408. 441.
Teuscher, Sebald 101.
Thalheimer 71.
Thim, Veit 420.
Thola, B. de 83 f. 125.
Thom, B. 78. 368.
Thoman, Jos. Val. 11.
Thormeyer 57.
Thouret 420.
Tiepolo 11. 451.
Tile 307.
Tischbein (welcher?) 422.
Tischbein, J. F. A. 343.
Tischbein, J. G. 205.
Tischbein, J. H. 205. 429 f.
Todesco, Heinr. 301.
Torelli, Stef. 305. 418.
Torgau, Hans v. 369.
Trautmann 41.
Tretsch, Alberlin 333.
Treu, J. N. 39. 263. 414. 443.
Trippel 332.
Trost, G. H. 6.
Ttleb, Jer. 130.
Tttich, L. 419.

*U*brich, Peter 248.
Uebelher, G. 11.
Uhl, Joh. 346.
Unger, Gottfr. 163.
Ungewitter, G. G. 424.
Urlaub, Chr. 148.
Urlaub, Gg. A. 116. 196. 443.
Urlaub, J. A. 137.
Urlaub, S. 17. 346. 370.

*V*aga, Perino del 83.
Valentin 8. 194.
Vater, G. S. 6.
Vernucken, Willi. 367.
Vincentius 458.
Vingerhut, Heinr. 140.
Vischer, Casp. 35. 228. 333. 424.
Vischer, Hans 20. 272. 433.
Vischer, Herm, d. . 266 f. 315. 433.
Vischer, Herm, d. J. 105. 267.
Vischer, Peter u. s. Werkstatt 6. 20. 34. 69. 105. 266 f. 272. 293. 351 f.
384. 393. 419. 433. 439. 440.
Vogel (welcher?) 418.
Vogel, A. 423.
Vogel, Chr. Leber. 243. 338.
Vogel, J. J. 39. 40. 71. 118. 192.
Vogt, Caspar 82.

*W*. B. 333.
W K. 369. 385. 462.
W. Z. (Meister der schnen Tr in Annaberg) 12. 59. 92. 96.
Wagner, Erasmus 108 f.
Wagner, J. P. 52. 102. 116. 148. 155. 176. 188 f. 244. 351. 400. 404. 425.
439. 447. 451. 457.
Wagner, P. A. 241. 398.
Wagner, Simon 447.
Wailly 428.
Waldstein, Seb. 455.
Walther, Andreas 84. 388.
Walther, Christoph 46. 83. 157. 202. 215. 278. 324. 385. 410.
Walther, Hans 78. 83. 90. 126. 194. 225. 331. 375. 385.
Walther, Sebast. 81. 433.
Walther, Val. 58.
Walther, Werkst. u. Schule der 50. 83. 226. 242.
Wamser, Chr. 21.
Weber, Christoph 66.
Weber, Hans 403.
Weinlig, Ch. 87 f. 332.
Weinmann, Jakob 34.
Weinmann, Joh. 426.
Wei, J. G. 47.
Welsch, General M. v. 10. 112. 135 f. 199. 335 f. 450.
Wemding, Hans 40.
Werner, G. 240.
Werner, Hans 2. 40. 47. 119. 154. 210. 228. 281. 401.
Werter, Gg. 308.
Wessel, Hans 125.
Westfalen, Arnold v. 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390.
Wiedemann, Ludwig 90.
Wiedemann, Paul 239.
Willkomm, Hans 83.
Winkler 88.
Winterstein, Gg. 17. 348. 447.
Wirauch, Joh. 177.
Wiskotschill 87.
Wohlhaupter, E. 135.
Wolgemut 78. 107. 109. 118. 259. 281. 374. 461.
Wolker, J. M. 129. 148. 298.
Worms, Eckart v. 438. 440.
Wunder 47. 48. 90.
Wurzelbauer, Hans 438.
Wydemann, Joh. 108.

*Z*anck, Mich. 245.
Zaner 346.
Zapf, G. 210.
Zeckel, Joh. 73.
Zeissig, J. E. 162.
Zeller 306.
Zeni 286.
Zerroen, A. v. 125.
Zick, Januarius 398.
Zick, Joh. 11. 155. 451.
Zincke, H. G. 7.
Zwenger, Paul 97.





Satz und Druck der Berliner Buch- und Kunstdruckerei, G. m.b. H.,
Berlin SW. 48 -- Zossen.






FOOTNOTES


    1 Die Vermutung, da hierbei Ebrach die Vermittlerrolle gespielt habe,
      liegt nahe, wenn auch von eigentlicher Nachahmung nicht die Rede
      sein kann.

    2 fters ist in der Literatur von Brandspuren am Hochschiff die Rede,
      woraus gefolgert wird, da dieses den Brand von 1185 berdauert
      habe, also ottonisch sei. Nach Versicherung eines materialkundigen
      Gewhrsmannes ist die rote Frbung einzelner Steine in der Tat nur
      durch Erhitzung zu erklren. Allein diese Steine bilden keine
      zusammenhngenden Flchen, sondern sind zwischen naturfarbenen
      zerstreut. Es kann sich also nur um Benutzung einzelner Werkstcke
      aus dem abgebrochenen lteren Bau handeln.

    3 Die rechtwinklige Umrahmung mit abschlieendem Bogenfries ist neu
      und so wenig organisch, da sie schwerlich auf alte Anstze
      zurckgehen kann (bei Puttrich nichts davon zu erkennen).

    4 Die Mauern des jetzigen Hochgadens stoen auf die Fensterffnungen
      an der Ostseite der Trme.





***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMLER, BD.1, MITTELDEUTSCHLAND, 1914***



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September 2006

            Preparing Project Gutenberg Edition (proofing finished)
            Karl Eichwalder
            Online Distributed Proofreading Team

October 2006

            Draft Edition
            Karl Eichwalder



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that the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} collection will remain freely available for
generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation was created to provide a secure and permanent future for
Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} and future generations. To learn more about the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
http://www.pglaf.org.


Section 3.


   Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation


The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
Its 501(c)(3) letter is posted at
http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr.
S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
can be found at the Foundation's web site and official page at
http://www.pglaf.org

For additional contact information:


    Dr. Gregory B. Newby
    Chief Executive and Director
    gbnewby@pglaf.org


Section 4.


  Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
                                Foundation


Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} depends upon and cannot survive without wide spread
public support and donations to carry out its mission of increasing the
number of public domain and licensed works that can be freely distributed
in machine readable form accessible by the widest array of equipment
including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
determine the status of compliance for any particular state visit
http://www.gutenberg.org/fundraising/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
statements concerning tax treatment of donations received from outside the
United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
checks, online payments and credit card donations. To donate, please
visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate


Section 5.


      General Information About Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works.


Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
concept of a library of electronic works that could be freely shared with
anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} eBooks are often created from several printed editions,
all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
with any particular paper edition.

Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's eBook
number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
(zipped), HTML and others.

Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the
old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
_Versions_ based on separate sources are treated as new eBooks receiving
new filenames and etext numbers.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:


    http://www.gutenberg.org


This Web site includes information about Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}, including how
to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
newsletter to hear about new eBooks.






***FINIS***
