The Project Gutenberg EBook of Takt und Ton im geselligen Verkehr nebst
Kommandos der Quadrille  la cour und der Franaise, by Richard Rdiger

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Title: Takt und Ton im geselligen Verkehr nebst Kommandos der Quadrille  la cour und der Franaise

Author: Richard Rdiger

Release Date: December 27, 2007 [EBook #24056]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

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    Anmerkung: Gegenber dem Originaltext wurden folgende
    nderungen vorgenommen:

    Im Original fett gedruckte Passagen sind hier mit "="
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    Im Abschnitt "Kommandos der +Franaise+." wurde in der
    "II. Tour. (+Et.+)" nach "+Chass+ rechts und links" die
    im Original fehlende Taktzahl "4" eingefgt.




  Takt und Ton
  im geselligen Verkehr

  nebst Kommandos

  der Quadrille + la cour+
  und der +Franaise+

  von

  Richard Rdiger

  Tanzlehrer


  Gttingen

  Selbstverlag des Verfassers




Vorwort.


Vielen an mich gerichteten Wnschen nachkommend, habe ich dieses Bchlein
verfat, nicht um eine erschpfende Darstellung dessen zu geben, was Sitte
und Anstand fordern, sondern nur um meinen Schlern Gelegenheit zu bieten,
spter wieder nachzulesen, was ihnen whrend des Unterrichts gesagt und
gelehrt wurde. Selbstverstndlich habe ich mich mglichst kurz fassen
mssen, doch war ich bemht, alles, was irgendwie ntig ist, zu berhren.
Damit hoffe ich den Zweck zu erreichen, da meine Schler in zweifelhaften
Fllen einen willkommenen Ratgeber und zuverlssigen Fhrer in diesem
Bchlein finden mgen.

_Gttingen_, im September 1910.

=Der Verfasser.=




  Inhalt.


                                                       Seite

  Allgemeine Regeln                                        7

  Die Krperhaltung                                        8

  Das Betragen                                             9

  Zu Hause                                                10

  Auf der Strae                                          10

  Auf der Reise                                           12

  Was habe ich beim Fahren im Wagen zu beachten?          13

  Die Vorstellung                                         13

  Der Besuch                                              14

  Bei Tafel                                               24

  In Gesellschaft                                         37

  ber das Rauchen                                        38




Allgemeine Regeln.


_Was ist Anstand?_ Es ist das Benehmen, wie man es von einem gebildeten,
gesitteten und taktvollen Menschen im Verkehr mit seinen Mitmenschen
verlangt, entsprechend den durch Gewohnheit und Herkommen festgelegten
Sitten und Gebruchen. Diese Sitten und Gebruche sind nun in den meisten
Lndern verschieden, je nach der Kulturstufe, die die Vlker einnehmen. Je
weiter eine Nation in der Kultur vorgeschritten ist, um so viel feiner
ausgebildet ist auch ihr Gefhl fr Anstand und gute Sitte und ihr
dementsprechendes Benehmen. Es ist daher Pflicht eines jeden, durch sein
eigenes Betragen dahin mitzuwirken, da seine Nation als auf der hchsten
Stufe der Kultur stehend sich vor der Welt zeige. Ich will nun nicht von
den verschiedenen Sitten der Kulturvlker sprechen, sondern mich auf
diejenigen beschrnken, die uns selbst, unser Vaterland berhren. Ich
mchte vor allen Dingen vier Haupttugenden als die Grundlage jeder guten
Sitte besonders hervorheben: 1.Sittsamkeit, 2.Hflichkeit,
3.Dankbarkeit, 4.Bescheidenheit. Man nehme sich zur Richtschnur, zwei
kleine Worte stets zu gebrauchen, und man wird nicht leicht Ansto im
Umgange erregen. Man gebrauche bei jedem Wunsche, auch wenn man befehlen
kann, das kleine Wort bitte und vergesse ebensowenig, das andere kleine
Wort danke anzuwenden. Der Raum des Bchleins verbietet es, auf die
einzelnen Tugenden nher einzugehen; doch mchte ich noch bemerken, da
kein Stand ausgeschlossen, sondern fr jeden die Kenntnis und Befolgung des
guten Tones ntig ist.

_Wodurch erlangt man die ntige Lebensart?_ Dadurch, da man sich die
Kenntnis alles dessen aneignet, was von einem gebildeten Menschen verlangt
wird. Den ersten und besten Unterricht erhlt man oder vielmehr sollte man
zu Hause in der Familie von Jugend auf erhalten. Dann folgt die Schule, der
neben der wissenschaftlichen Bildung auch die Herzens- und Gemtsbildung
und damit des Taktgefhls im Verein mit dem Elternhause obliegt. Den
letzten gesellschaftlichen Schliff gibt dann der Tanzunterricht und der
Verkehr der jungen Damen und Herren unter- und miteinander. Willst du
erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an, sagt unser
groer Goethe und stellt damit das weibliche Geschlecht als die berufene
Lehrmeisterin der guten Sitten hin; allerdings mit der Einschrnkung edle
Frauen; doch bin ich fest berzeugt, da jede meiner Schlerinnen sich
jederzeit bemhen wird, diesen Ehrentitel mit Recht zu verdienen.




Die Krperhaltung.


Die Krperhaltung sei stets eine gerade; denn nichts macht einen
hlicheren und unfeineren Eindruck, als eine nachlssige und falsche
Krperhaltung. Der erste Eindruck ist magebend, sagt ein altes Wort, und
mit Recht. Denn ein Mensch, der nichts auf seine Haltung und sein ueres
gibt, zeigt dadurch, da er nicht die ntige Achtung vor sich selbst und
vor andern und deshalb keine Lebensart besitzt. Man vermeide daher in
Gesellschaft, den Kopf schief zu halten oder nach vorn herunterhngen zu
lassen, den Krper gebeugt zu tragen, die Arme auf der Brust zu kreuzen
oder auf den Rcken zu legen oder gar die Hnde in die Taschen zu stecken.
Man unterlasse es, die Fe breit auseinander zu stellen oder unruhig bald
dahin, bald dorthin zu setzen; beim Gehen halte man den Krper ruhig, d.h.
ohne steif zu sein, und mache weder zu groe noch zu kleine Schritte. Da
die Fe dabei stets auswrts, d.h. die Fuspitzen nach auen gerichtet
sein mssen, die Hacken nach innen, versteht sich von selbst; auch setze
man immer die Fuspitzen zuerst auf und lasse die Hacken folgen. Beim
Sitzen lehne man sich nie an, wenn jemand mit uns spricht oder wir mit
jemand sprechen, und halte die Fe nicht unter den Stuhl, sondern vor
diesen, und schlage auch nie die Beine bereinander. Auch soll man nicht
mit dem Sessel schaukeln. Man strecke sich nicht lang auf dem Sessel aus.
Auch setze man sich nicht rcklings auf den Sessel, beuge sich beim
Schreiben und Nhen nicht zu tief ber die Arbeit und bei Tisch nicht zu
weit ber den Teller. Mit den Fen schlenkern und mit dem Sessel hin- und
herrcken, ist ebenfalls gegen den guten Ton.




Das Betragen.


Das Betragen sei stets ein sittsames, hfliches und bescheiden
zuvorkommendes gegen Jedermann, auch gegen Untergebene, denn man vergibt
sich nichts, ehrt sich selbst damit und erwirbt sich deren Liebe und
Achtung! Diesen Spruch sich fest einzuprgen und in allen Lagen des Lebens
streng danach zu handeln, mchte ich ganz besonders der Jugend empfehlen.

Das Alter hat berall den Vortritt, und nach seinen Wnschen und
Bestimmungen hat sich die Jugend stndig zu richten. In Gesellschaft suche
man sich nie vorzudrngen und durch auffallendes Benehmen Aufsehen zu
erregen; auch sei man nie vorlaut, sondern stets bescheiden und fhle sich
als Teil der Gesellschaft. Man trage, soviel man kann, zu der Unterhaltung
bei, ohne diese etwa allein besorgen zu wollen, und fge sich gern
ausgesprochenen Wnschen anderer. Man sei stets freundlich und zeige nie,
auch nicht durch den Gesichtsausdruck, da man etwas nicht gern tut.

Nach diesen ganz allgemeinen Bemerkungen wollen wir das Benehmen bei
einzelnen Gelegenheiten etwas nher betrachten.




Zu Hause.


Das Betragen im eigenen Hause sei ebenso und von denselben Grundstzen
beherrscht, wie in der Gesellschaft. Man sei zu seinen Familienangehrigen
noch liebenswrdiger, aufmerksamer, diensteifriger als zu Fremden und voll
zarter Rcksichtnahme gegeneinander. Macht es doch die Liebe zu den
Angehrigen selbstverstndlich, da man diesen mindestens dieselbe Achtung
und Rcksicht entgegenbringen mu wie Fremden. Man lasse sich zu Hause nie
einfallen, die gute Sitte als einen lstigen Zwang abzuschtteln. Man
bitte und danke zu Hause gerade so oft wie auswrts. Man zeige sich nie
seinen Angehrigen in nachlssiger oder mangelhafter Toilette. Zu den
Eltern sei man stets ehrerbietig und suche ihre Wnsche schon zu erfllen,
ehe sie ausgesprochen sind. Bruder und Schwester seien stets rcksichtsvoll
gegeneinander, und der Bruder sehe in der erwachsenen Schwester stets die
Dame.




Auf der Strae.


Hier hte man sich sehr, durch auffallendes Betragen Aufsehen zu erregen.
Man sei immer hflich und gre die Bekannten, sowohl die der Eltern wie
die eigenen. Der Herr grt zuerst und zwar durch Abnehmen des Hutes mit
der von dem zu Grenden abgewandten Hand. Der Hut mu stets so gehalten
werden, da die ffnung nach dem Krper zu gerichtet wird. Hutgru
erfordert wieder Hutgru, auch geringeren Personen gegenber. Alsdann neigt
man im Vorberschreiten Kopf und Oberkrper nach der zu grenden Person.
Eine Dame grt nie zuerst, sondern wartet den Gru des Herrn ab. Jungen
Mdchen steht es wohl an, ltere Herren oder solche, fr die sie besondere
Achtung haben, wie Geistliche, Lehrer usw. zuerst zu gren. Eine ltere
Person lt man stets an der rechten Seite gehen.

=Wie grt man deutsch?= Man bt sich zunchst, eine kleine Verbeugung
als Gru zu machen, so wie man in Slen ohne Hut grt. Dann macht man
dasselbe, nachdem man vorher die rechte Hand an den Hutrand gelegt hat. Man
mu dabei das Gefhl walten lassen, da das Anblicken der zu grenden
Person und unser Gesichtsausdruck die Hauptsache ist. Sonst verdreht man
leicht den Kopf nach der angelegten Hand, und die Verbeugung wird schief
und ungelenk.

Das Anlegen der Hand geschieht leicht mit gleichzeitigem Anheben des
Ellbogens, ungezwungen. Die Hand ist natrlich leicht gekrmmt, Daumen und
Finger sind geschlossen, die Handflche nach unten und etwas nach vorn, da
man von vorn in die Hand hineinsehen kann, Zeige- und Mittelfinger liegen
an dem Hutrand, etwa neben dem rechten Auge. Man nimmt die Hand hoch, ehe
man mit der Verbeugung beginnt, je frher, desto mehr ehrt man den zu
Grenden. Nach dem Gru nimmt man sie leicht herunter, ohne, wie die
Soldaten, sie in die Luft zu schwenken. Ist die zu grende Person rechts,
so kann man auch die Hand ber das linke Auge an den Hutrand legen, hat man
die rechte Hand nicht frei, fhrt man z.B. eine Dame, so grt man mit
der linken. War die nichtgrende Hand in der Manteltasche, so wird sie
herausgenommen. Der Arm bleibt ruhig, natrlich an der Seite hngen. Gehen
Herren und Damen zusammen, so geht die Dame rechts. Um die Seite zu
wechseln, geht man stets hinter der Dame vorbei. Der Dame lt man beim
Betreten eines Hauses, sowie sonst berall, den Vortritt, ebenso lteren
Personen. Nur geht der Herr voran, wenn eine Treppe nicht breit genug ist,
um nebeneinander hinaufgehen zu knnen.

=Wie weiche ich aus?= Begegnet man als Herr einer Dame oder einem lteren
Herrn, so berlt man diesen beim Ausweichen die Seite nach den Husern
zu; ist der Fuweg zu schmal, um ein bequemes Ausweichen darauf zu
ermglichen, so tritt man von ihm auf den Fahrweg hinber.

Weicht man aus, so tut man es, wenn nicht andere Grnde dagegen sprechen,
immer nach rechts. Tut der Begegnende dies ebenfalls, so kommt man ohne
Ansto aneinander vorber. Tritt aber doch jenes rgerliche Hin- und
Hertreten ein, so braucht man nur, um der Situation ein Ende zu machen,
einen Augenblick stehen zu bleiben. Ungebildeten, rohen Menschen weiche man
stets aus, auch wenn es ihre Pflicht wre, Platz zu machen.




Auf der Reise.


Auf Reisen glaubt oft mancher, sich mehr Freiheiten erlauben zu drfen, als
unter seinen heimischen Bekannten. Allein wer wirklich Lebensart besitzt,
wird auch auf der Reise bemht sein, jede Verletzung des Anstandes zu
verhten. Man sei stets rcksichtsvoll gegen seine Reisegenossen, da diese
dasselbe Recht zu beanspruchen haben wie wir. Der Herr sei Damen stets
behlflich, wenn er, ohne sich aufzudrngen, ihnen kleine Dienste leisten
kann. Bei Partien zu Fu nimmt der Herr stets den Mantel usw. der Dame und
ist mit liebenswrdigem Eifer bemht, die Partie so angenehm wie mglich zu
gestalten. Ein von einer Dame ausgesprochener Wunsch mu einem Herrn stets
Befehl sein, den auszufhren er sich beeilt.




Was habe ich beim Fahren im Wagen zu beachten?


Als Herr berlt man der Dame den Rcksitz des Wagens. Nur wenn man
bekannt oder verwandt mit einer Dame ist, darf man die Einladung annehmen,
sich neben sie zu setzen.

Der Platz rechts gehrt der Dame. Steht der Wagen so, da der Platz rechts
beim Einsteigen der nhere ist, so steigt man entweder rasch vor der Dame
ein, oder man geht um den Wagen herum und besteigt ihn von der andern
Seite.

Als jngere Dame hlt man es lteren Damen oder vorgesetzten Damen
gegenber ebenso. Ist kein Bedienter da, so ffnet der Herr der Dame den
Schlag. Will man im Omnibus oder auf der Straenbahn seinen Platz einer
Dame abtreten, so kann man dies tun, gentigt dazu ist man aber nicht.




Die Vorstellung.


In jeder Gesellschaft verlangt es der gute Ton, da man sich den
unbekannten Personen vorstellen lt.

In der Regel wird der Hausherr oder ein guter Freund dies schon aus freien
Stcken tun, wird es jedoch versumt, so bitte man darum. Ein Herr wird
stets einer Dame vorgestellt; der jngere stets dem lteren, der niedere
Stand stets dem hheren.

Die Vorstellung erfolgt meist mit folgenden Worten:

Gestatten Sie mir, Ihnen Herrn M. vorzustellen-- Herr L.; oder: Gestatten
Sie, da ich die Herren miteinander bekannt mache: Herr Kaufmann M.-- Herr
Baurat L. Oder man sagt auch nur beide Namen der vorzustellenden Personen.
Jngere Personen sind bei der Vorstellung meist etwas ngstlich, sie wissen
nicht, wer zuerst vorgestellt werden soll.

Ist kein bestimmter Alters- oder Standesunterschied vorhanden, so stellt
man den Hinzukommenden stets den Anwesenden vor; ist deren Zahl sehr gro,
so nennt man auch nur den Namen des Hinzukommenden, etwa mit den Worten:
Mein Freund Mller, und dieser stellt sich dann den einzelnen Personen
gelegentlich selbst vor, denn nichts ist lcherlicher, als 30-40
Personen-Namen hintereinander herzusagen; der Vorgestellte kann sie ja doch
nicht behalten.




Der Besuch.


Der Anstandsbesuch ist das Mittel, durch welches die Gesellschaft in
Fhlung untereinander gehalten wird.

Wann ist ein Besuch am Platze? Wenn man Empfehlungen, Gre zu berbringen
hat, oder wenn man sich des Anstandes wegen in bestimmten Kreisen oder
Familien einzufhren hat, auch wenn man eingeladen ist zu Familienfesten,
oder wenn man fr erwiesene Dienste gebhrenden Dank aussprechen soll.
Ebenso ist ein Besuch ntig, wenn man sich einen Rat holen will. Besuche
sind weiter notwendig in Krankheits- und Trauerfllen, aber auch zu
Gratulationen, ebenso wenn eine bekannte Familie einen Ort verlt oder
anzieht, ferner beim Antritt einer groen Reise oder bei Rckkehr von
einer solchen. Junge Mdchen machen Besuche in Begleitung der Mutter.
Antrittsbesuche machen junge Herren, welche eine feste Anstellung erhalten
haben und nun selbstndig sind, ebenso Ehepaare, wenn sie ihr neues Heim
bezogen haben. Persnlich seine Angelegenheiten erledigen, ist immer
besser, als dies schriftlich zu tun, Pflicht ist es, auf alle genannten
Antrittsbesuche Gegenbesuche zu machen. Wnscht man nicht nher bekannt zu
werden, so schiebt man den Gegenbesuch weit hinaus. Der andere wird dadurch
gengend unterrichtet sein und die weitere Annherung nicht aufdringlich
suchen.

Erfordert, streng genommen, jeder Besuch einen Gegenbesuch, so gibt es doch
auch fr diese Regel Ausnahmen. So ist es gestattet, da ltere Personen
gegenber viel jngeren, Hochgestellte gegenber geringer gestellten
Leuten, Damen gegenber Herren den schuldigen Gegenbesuch durch eine
Einladung, eine dienstliche Geflligkeit und Gnnerschaft oder durch eine
Aufforderung zu wiederholtem Besuch ersetzen. Macht man in einem Hause
Besuch, so entschuldigt man sich ebensowenig, wie derjenige, dem der Besuch
gilt, sich bedankt. Ist der Besuch eine Aufmerksamkeit, um sich ber das
persnliche Befinden zu erkundigen, so ist kein Gegenbesuch notwendig.
Willst du bei Vornehmen einen Besuch machen, so melde dich schriftlich an
und bitte dabei, man mchte dir die Zeit bestimmen, wann du angenehm bist.
Porto fr etwaige Postantwort lege bei, wenn du es fr notwendig hltst,
d.h. wenn der Betreffende dir fremd ist.

Wirst du eingeladen, so folge der Einladung und sei przis im Kommen. Bist
du abgehalten, so begrnde dein Fernbleiben.

Bei Krankenbesuchen erkundige dich nach der passenden Besuchszeit, mache
den Besuch kurz ab und rege den Kranken nicht durch vieles Sprechen auf.
Sende dem Kranken Blumen, wenn Genesung eingetreten ist. Dieses ist die
grte Aufmerksamkeit. Getrnke und Speisen sende nur, wenn diese der
Kranke genieen kann. Erkundige dich vorher hierber. Die Besuchszeit ist
sehr verschieden. Mache den Besuch vor Tisch, vorausgesetzt, da die Person
um diese Zeit abkmmlich ist. Wenn dies nicht der Fall ist, so mache deine
Besuche nach Tisch. Erkundige dich vorher, wann gespeist wird und ob es
angenehm ist, da man vorspricht. An Festtagen macht man keine Besuche,
ohne gebeten zu sein. Vermeide womglich, am Sonnabend (Samstag) Besuche zu
machen. In Geschftsangelegenheiten besucht man zur Geschftszeit. rzte,
Notare und andere Beamte haben ihre bestimmten Sprechstunden. Bist du im
Hause angekommen, so la dich melden. Zweckmiger aber ist es, man
berreicht die Visitenkarte und sagt stets deutlich, wem der Besuch gilt.

Ein junger Herr lt sich nie bei der Tochter des Hauses melden, und diese
empfngt in der Abwesenheit der Mutter keine Besuche, es sei denn von
lteren Herren, welche im vertraulichen Verkehr mit der Familie stehen.
Eine Ausnahme ist nur gestattet, wenn die Tochter nicht mehr ganz jung ist
und als selbstndiges Glied in der Gesellschaft gilt. Ist man nicht
angenommen worden, so wiederholt man den Besuch nicht, sondern gibt, wenn
ntig, eine schriftliche Mitteilung. Eine Dame macht einem Herrn nie einen
Besuch, der seiner Person gilt. Sie sucht den Arzt und Rechtsanwalt in der
Regel stets in Begleitung einer Dame auf. Wenn keine ernsten Absichten
obwalten, soll ein junger Herr in einem Hause, in dem Tchter sind, nicht
zu oft Besuch machen, denn dies ist fr die Damen unangenehm. Ist niemand
zu Hause, so lt man seine Visitenkarte zurck. Soll der Besuch einer
Familie gelten, dem Herrn und der Frau Gemahlin, so gibt man zwei Karten
ab; gilt er auch der Tochter, dann drei Karten. Mehr Karten werden nicht
zurckgelassen. Manche Leute haben den Brauch, bei einfachen Visiten den
linken Rand unten umzubiegen, wenn die Herrschaften nicht zu Hause waren,
um den Beweis zu geben, da man persnlich da war. Der ganze linke Rand der
Visitenkarte wird nach oben gebogen, wenn es nur einen einfachen Besuch
galt. Der ganze rechte Rand wird nach unten gebogen, wenn man gekommen war,
um seine Teilnahme an irgend etwas zu bezeugen. Die Visitenkarte soll
einfach sein. Auch soll sie so bedruckt oder geschrieben sein, da man
genau wei, welche Person da war. Unten links soll der Wohnort stehen,
rechts die spezielle Angabe der Wohnung. Eine Frau wird ihre Visitenkarte
halten wie ihr Gemahl, sie hat aber den Beisatz Frau. Fr
gemeinschaftliche Visiten kann man auch gemeinschaftliche Karten fhren,
wie Rudolf W.W. Schulz und Frau. Adelige fhren auf ihren Karten den
Vornamen nicht. Freiherren, Barone und Grafen fhren den Vornamen.

Visitenkarten fr Abschiedsbesuche tragen unten in der linken Ecke die
Buchstaben +p.p.c. (pour prendre cong)+[1] oder besser: u.A.z.n. (um
Abschied zu nehmen).

    [1] hnliche Abkrzungen sind: +p.f. (pour fliciter)+, um zu
    gratulieren; +p.c. (pour condoler)+, um Beileid zu bezeigen; +p.r.v.
    (pour rendre visite)+, um Besuch abzustatten.

Darfst du nach Anmeldung zum Besuch eintreten, so entledige dich deiner
berkleider, Schirme, berschuhe und schlage-- wenn du verschleierte Dame
bist-- den Schleier zurck. Durchnte Kleider leg unaufgefordert ab. Die
Herren nehmen den Hut mit ins Zimmer, nicht aber, wenn der Diener die
Anweisung hat, ihn abzunehmen. Wird man im Zimmer gebeten, den Hut
abzulegen, so legt man ihn auf den Boden neben oder unter den Stuhl. Auf
einem Sopha nimmt ein Herr nie Platz, sondern er nimmt den nchsten Stuhl.
Wenn Herren oder Damen sich besuchen, so kann man auf besondere Einladung
auf dem Sopha Platz nehmen. Eine Dame bietet einem Herrn nie das Sopha zum
Sitzen an. Beim Besuche von Damen und Herren biete man den Damen das Sopha,
den Herren Sthle an. Man sehe darauf, da niemand einer andern Person den
Rcken zukehrt.

Bei Festlichkeiten oder Besuchen hnge die Kleider nicht an die Tr oder
ans Fenster. Tritt man ins Empfangszimmer, so mache man die Tr geruschlos
zu. Damen legen den Hut nur ab, wenn sie aufgefordert werden. Ist die Tr
offen, durch welche man eintritt, bleibt man zwei Schritte vor derselben
stehen, macht eine Verneigung, wenn die besuchte Person einem
entgegenkommt, und tritt dann erst ein. Ist die Tr geschlossen, so ffnet
sie der Einfhrende, wenn ein solcher da ist, und komplimentiert. Wird man
ersucht, Platz zu nehmen, so hat dies sofort mit groer Sicherheit zu
erfolgen. Setze dich nicht auf den Rand des Stuhles. Lehne dich nicht an,
wenn der Stuhl auch Lehnstuhl ist. Wenn ein zweiter Besuch ins Zimmer
tritt, hat der Zuerstgekommene sich zu erheben; er setze sich nicht frher
nieder, bis er darum gebeten wird oder bis die gegenseitige Vorstellung
stattgefunden hat. Alles steht auf, wenn eine Dame eintritt. Wenn ein Herr
eintritt, so stehen blo die Herren auf, ausgenommen, es kommen bejahrte
oder hochgestellte Damen und Herren. Sind mehrere Personen im Zimmer, so
sprich nicht blo mit ein und derselben, sondern womglich mit allen,
vorzglich mit lteren. La andere reden, ohne sie zu unterbrechen.
Behandle deine Gste gleichmig liebenswrdig, gib keinem einen besonderen
Vorzug; dies gilt besonders, wenn man zwei Besucher gleichzeitig empfngt.
Den zuerst weggehenden Besucher begleite nur bis zur Tr des
Empfangszimmers, damit du die andern Herrschaften nicht allein lassen
mut.

Die Dauer einer Visite darf hchstens zehn bis fnfzehn Minuten sein, wenn
man nicht aufgefordert wird, lnger zu bleiben. Auch erhebt man sich
alsbald, wenn man fhlt, da das Gesprch stocken will. Man berhre dann
keinen neuen Gesprchsgegenstand, am wenigsten Vorgesetzten gegenber.
Hhergestellte entlassen oft durch fein angedeutete Worte ihren Besuch. Als
Andeutungen dieser Art hat man Bemerkungen aufzufassen, wie Ich darf Sie
nicht lnger aufhalten oder Bei Ihrer knapp bemessenen Zeit und
dergleichen.

Kommt ein zweiter Besucher, so erhebe dich nach einigen Minuten zum Gehen.
Mu man aus Pflicht seinem Besuch die Mitteilung machen, seine Anwesenheit
nicht lnger mehr genieen zu knnen, so ladet man ihn ein, seinen Besuch
baldigst zu wiederholen, und gibt eine Stunde an, da er lnger verweilen
kann. Drcke auch stets dein Bedauern aus, da dein Besuch schon geht, so
da er die berzeugung gewinnt, er sei angenehm gewesen. Beim Eintreten ins
Zimmer wie beim Austreten aus demselben achte darauf, da du niemandem den
Rcken bietest. Der Scheidende ffnet die Tr beim Gehen. Das Gegenteil
wre eine Beleidigung fr den Gast. Begleitet man den Gast bis vor die Tr,
so soll man die Zimmertr ffnen, sobald der Gast dieses tun will. Beim
Anziehen der Garderobe im Vorzimmer sei behilflich, wenn es passend ist.
Bei Einladung zu Tisch mu man sehr przis kommen.

Sollte man bei Visite ein Gesprch unterbrechen, wie dies notwendig wird
etwa beim Anznden der Lampe, beim Herbeiholen von Gegenstnden usw., so
hat man sich zu entschuldigen. Bei einfachen geschftlichen Besuchen hat
man nach Verbeugung und Gru sich zu entschuldigen fr die eventuelle
Strung, worauf dir der Besuchte bedeutet, da du nicht strst. Wenn du
dich nicht anmelden konntest mit deiner Visitenkarte, so stelle dich nur
vor, wenn man dich nicht schon nach deinem Namen fragte. Der Besuchte wird
seine Freude aussprechen, da er dich kennen lernt, und dich fragen, womit
er dir dienen kann. Er wird dich dann einladen, Platz zu nehmen, wenn die
Angelegenheit, in welcher du gekommen bist, es notwendig macht, d.h. wenn
eine lngere Verhandlung in Aussicht steht.

Mit einer freundlichen Verbeugung nimm Platz. Der Einladende wird dich
beehren und sich links von dir niederlassen. Der Platz, den du einem
Besuchenden anbietest, sei immer so, da der Besucher beim Eintreten einer
Person sich nicht umdrehen mu, um dieser gegenber zu stehen. Gilt der
Besuch einer nicht anwesenden Person, so sprich dein Bedauern aus, da sie
den Besuchenden nicht empfangen kann. Lt sich aber der Abwesende
herbeiholen, so biete einen Stuhl an und gib dem Besuch eine kleine
Unterhaltung, wie ein Buch zum Lesen oder eine Zeitschrift mit Bildern zum
Ansehen.

Kinder gehren nicht ins Empfangszimmer. Bringt der Besuch Kinder mit, so
empfange diese mit der gleichen Freundlichkeit wie die Mutter; denn meist
wird eine Zurcksetzung der Kinder weit schmerzlicher empfunden, als wenn
sie die Eltern selbst betrifft. Das Besuchskleid whle den Verhltnissen
angepat-- ja nicht prahlerisch vornehm! Das Empfangskleid sei einfach.
Dies ist der Beweis, da die Hausfrau ihre Gste zu achten wei. Die
Hausfrau selbst fhrt nie die Unterhaltung allein, sondern sucht durch
geschickte Wendungen sie zu einer allgemeinen zu machen, um die Vorzge und
Achtung ihrer Gste in das beste Licht zu setzen.

Empfngt man einen Besuch im Familienzimmer, so ist von den Anwesenden jede
Beschftigung auf die Seite zu legen. Mit den Hnden spielen, ist ein
Zeichen von Befangenheit oder Langeweile, und ist deshalb zu unterlassen.
Erhebt sich der Besuch, so sagt man: Sie gehen schon? oder: Mchten Sie
nicht noch einen Augenblick verweilen?

Damenbesuch wird stets von den Damen bis zur Tr begleitet, wenn noch
andere Personen gegenwrtig sind. Ist die besuchende Dame jedoch der
einzige Besuch gewesen, so begleitet man sie zum Zimmer hinaus. Die
jngeren Familienmitglieder haben beim Anlegen des Mantels usw. zur Hand zu
gehen, wenn dies nicht einem Dienenden besonders aufgetragen sein sollte,
wie es in vornehmeren Familien gebruchlich ist. Da fllt dann auch das
Hinausbegleiten fort. Auch mu die Bedienung angewiesen sein, die Haus- und
Flurtr fr den fortgehenden Besuch zu ffnen und nicht eher wieder zu
schlieen, bis dieser auer Hrweite ist.

Bei solchen kurzen Besuchen bietet man keine Erfrischung an, es sei denn,
da man besonderen Grund hat, etwa wenn man beim Besuchenden Ermdung
vermutet. Auch fordert man nicht zum Ablegen von Kleidungsstcken auf.
Handelt es sich mehr um freundschaftlichen Besuch von lngerer Dauer, so
ist es Pflicht der Hausdame, alles aufzubieten, um es dem Besuchenden
behaglich zu machen. Zu lngeren Besuchen mu man persnlich oder
schriftlich eingeladen sein. Bei Morgenbesuchen bietet die Dame des Hauses
der besuchenden Dame den Ehrenplatz auf dem Sopha an, sie selbst hat den
andern Sophaplatz inne. Etwaige Begleiter(innen) nehmen die Sthle links
und rechts des Sophas ein. Einen Bekannten, der von ferne herkommt, fragt
man nach der Reise, ehe man sich nach der Gesundheit der von ihm in der
Heimat zurckgelassenen Familie erkundigt. Im Vorzimmer steht ein
Garderobestnder, ein Stuhl mit Schuhzieher, ein Spiegel, ein kleiner
Teller mit Haar- und Stecknadeln, ein Schuhanzieher und ein kleines
Tischchen mit Visitenkartenteller.

Einladungen sende man nicht als Drucksache, sondern betrachte sie als
familire Mitteilung. In diesen Einladungen bedient man sich der krzesten
Form, z.B. bei einer Einladung zu einem Ball:

    P. Hoffmann und Frau beehren sich, Herrn Julius B. nebst Frau
    Gemahlin und Frulein Tochter auf Sonnabend, den 26.d.Mts.,
    um 9Uhr, zum Tee mit Tanz ergebenst einzuladen.

Oder auch:

    Herr Baron D.... und Frau Baron D.... werden gebeten, unsern
    am 26.d.Mts. stattfindenden Ball mit ihrer Gegenwart
    beehren zu wollen.

                                          A.B. von Z. und Frau.

Der gute Ton erfordert, auf jede Einladung zu antworten, zusagend oder
ablehnend. Neuerdings kommen fr weniger formelle Einladungen zierliche
Briefbltter in Gebrauch von folgender Fassung:

    Paul Ehrenstein und Frau beehren sich,

    Herrn Professor Zittelmann und Frau Gemahlin
                   zum Musikabend
              am Freitag den 6.Januar
    freundschaftlichst einzuladen. Gefl. 8Uhr.

    Pariser Strae14.                U.A.w.g.

Eine Einladung auf Postkarte darf man blo den jngeren Verwandten
zusenden. Wer ein Haus macht, mu, wenn er zu einem Mittagsmahl geladen
war, auch seinerseits ein Mittagsmahl geben. Alleinstehende Damen oder
Herren, die kein Haus machen, erwidern, wie folgt: Herren knnen Herren zu
einem Frhstck, Damen die Damen zu einem Tee einladen oder sich bei
Festlichkeiten revanchieren. Es sei besonders betont, da man durch seine
Einladungen womglich gleichgebildete Menschen zusammenzufhren sucht.


Hausbesuch, Verhltnis zwischen Wirt und Gast, Trinkgelder, Dienstboten.

Ladest du einen Freund als Gast ein, so la es an nichts fehlen, denn es
nimmt alle Stimmung, wenn der Gast etwas vermit. Als Gast halte dich nicht
zu lange auf. Hast du Gste, so sorge fr Unterhaltung, mache Spaziergnge
usw. Wenn du als Gast erscheinen willst, so melde dich immer vorher an;
unangemeldete Besuche sind nicht Sitte, es knnte ja sein, da bereits
Besuch eingetroffen oder irgend Jemand krank wre. Macht man irgendwo einen
lngeren Besuch, so mu man sich den Verhltnissen der Familie anpassen.

Geschenke bringt man dem Wirt und seinen Familiengliedern mit, Ansichten
aus der Heimat und Ewaren oder Spielzeug fr die Kinder, aber keins, das
Gerusch macht.

Findest du, da du durch deinen Besuch groe Umstnde machst, reise bald
wieder ab, aber nicht so pltzlich, da es als Beleidigung empfunden wird.

Unterrichte dich ber die Gewohnheiten deines Gastes, da er sich behaglich
fhle. Die eingefhrten Gewohnheiten mssen unter Umstnden gendert
werden, wenn dein Gast eine hervorragende Stellung oder ein hohes Alter
hat. Auch Gebrechen rechtfertigen eine nderung. Kinder nimmt man nur auf
besondere Einladung mit. Man lasse sie nie ohne Aufsicht.

Junge Mdchen, welche ihre Freundinnen besuchen, drfen dort keine
Vorschlge machen, welche besondere Ausgaben veranlassen wrden, wie
Theaterbesuche. Junge Mdchen, die auf Besuch sind, sollen womglich
behilflich sein im Haushalt und sich ntzlich zu machen suchen. Nichts kann
ja fr ein junges Mdchen empfehlender sein, als wenn von seiten der Eltern
ihrer Freundin um Verlngerung des Aufenthalts gebeten wird und alle
schlielich voneinander Abschied nehmen mit dem Wunsch, recht bald wieder
zusammen leben zu knnen.

Junge Herren haben auch hnliche Pflichten; besonders den Herrn des Hauses
zu unterhalten, in seiner freien Zeit mit ihm Schach u.dergl. zu spielen,
und die Zeitung vorzulesen. Am Abend wird der Vorschlag, sich
zurckzuziehen, von den Gsten ausgehen. Man nimmt hierbei Rcksichten auf
den Wirt und seine Gewohnheiten. Bist du abgereist, so bedanke dich zeitig
noch schriftlich bei deinem Wirt fr die freundliche Aufnahme. Hat man dir
Dienste geleistet, so gib dem Personal ein Trinkgeld.

Hat man Dienstboten, so behandle man diese anstndig, spreche einen Tadel
ruhig und gelassen und nicht in Gegenwart dritter Personen aus; werfe ihnen
auch ihre untergeordnete Stellung nie vor. In Gegenwart von Dienstboten
sollen keine Familienangelegenheiten besprochen werden.

Wer seine Dienstboten von Anfang an daran gewhnt, nie ein Zimmer zu
betreten, ohne vorher anzuklopfen, oder auer dem Ja und Nein noch mit
der blichen Anrede zu antworten, der wird auch in manch anderer Beziehung
nicht ber unhfliches Betragen zu klagen haben. Dienstboten drfen sich
nicht erlauben, ankommenden Besuch auffallend zu begren (gren sollen
sie natrlich jedermann, der im Hause verkehrt), noch weniger ein Gesprch
anzufangen. Die Kinder sollen die Dienstboten mit Sie anreden. Im
Gesprch darf man niemals die Angehrigen mit dem Vornamen nennen oder
Fremde ohne den ihnen gebhrenden Titel.

Bei Tisch sind folgende Regeln zu beobachten: Das Hinreichen geschieht mit
dem linken Arm von der linken Seite des Gastes. Das Fortnehmen geschieht
mit der rechten Hand, welche das Geschirr auf das Brett stellt, das in der
linken Hand ist. Beim Anbieten wird nichts gesprochen, hchstens etwa:
Bitte, versehen Sie sich.




Bei Tafel.


Bei der Tafel kann man aus dem Benehmen des einzelnen Gastes am besten den
Grad seiner Bildung beurteilen. Wird eine grere Gesellschaft zur Tafel
geladen, so werden die Herrschaften im Empfangszimmer zuerst vom Herrn des
Hauses begrt. Dieser bietet ihnen den Arm und fhrt sie zu seiner
Gemahlin. Diese hat die Gste nun zu begren und den Willkommengru des
Hauses zu bieten, dann die Gste gegenseitig einander vorzustellen, soweit
sie sich noch nicht kennen. Womglich sollten hierbei alle Gste anwesend
sein. Die Hausfrau soll fr eine gemtlich-heitere Stimmung sorgen.

Erwartet man Besuche, so hat man besondere Toilette zu machen. Diese sei
einfacher als die der Gste. Ein Schrzchen darf die Frau des Hauses nur
dann anlegen, wenn sie die Gste selbst bedient.

Auch das Dienstpersonal mu sauber gekleidet sein. Unterhalte deine Gste
so lange gut, bis alle anwesend sind. Sei selber pnktlich im Einhalten der
Zeit. Bist du abgehalten, bei Tafel zu erscheinen, so entschuldige dich
zeitig. Hat ein Gast eine grere Versptung, so beginnt man ohne ihn die
Tafel.

Sind alle Gste im Vor- oder Nebenzimmer versammelt und ist die Tafel in
jeder Beziehung vorbereitet, so pflegt die Hausfrau den ltesten oder
angesehensten Herrn der Gesellschaft um seinen Arm zu bitten. Sie darf
dieses ohne weiteres tun. Sie sagt etwa: Herr X, wrden Sie die Gte
haben, mir Ihren Arm zu reichen? Der Herr des Hauses fhrt ebenso die
angesehenste Dame zu Tisch. Dies ist das Zeichen, da die brigen Herren
die anwesenden Damen engagieren und zu Tisch fhren. Die jngeren warten,
bis die lteren ihre Wahl getroffen haben. Der Herr des Hauses geht mit der
angesehensten Dame voraus. Die Frau beschliet mit dem angesehensten Herrn
den Zug. Jeder Herr ist nun der von ihm gefhrten Dame behilflich, im
Speisesaal ihren durch Namenkarte bezeichneten Platz aufzufinden. Er
verabschiedet sich dann von ihr mit einer Verbeugung und sucht seinen Platz
auf. Nimmt er Platz, so hat er sich nach beiden Seiten hin gegen seine
Nachbarn zu verbeugen und sie mit einigen hflichen Worten zu begren. Der
Hausherr und die Hausfrau sitzen gewhnlich in der Mitte der Tafel und zwar
einander gegenber. Die Pltze in ihrer Nhe gelten als die Ehrenpltze.
Den Wnschen einzelner mu hier Rechnung getragen sein in Betreff der
Zusammenstellung der Paare und in der Verteilung der Pltze. Es ist aber
auch zu beachten die gesellschaftliche Stellung der Gste, der Bildungsgrad
und das Alter usw. Einwendungen gegen die Tafelordnung zu machen, ist
unpassend. Bei brgerlichem Tisch ist es Sitte, da ein einzelner Gast
neben der Dame des Hauses seinen Platz erhlt. Ist der Gast eine Dame, so
sitzt sie rechts vom Hausherrn. Sind die Pltze nicht durch Karten
bezeichnet, so sollen jngere Gste warten, bis die lteren Platz genommen
haben. Viel Aufmerksamkeit erfordert das Servieren. Es hat stets von links
zu geschehen. Bei Gasttafeln mit strengem Zeremoniell pflegt man immer erst
die Damen rechts von der Hausfrau, dann die rechts von dem Hausherrn, dann
die links von der Hausfrau usw. zu bedienen. Nach den Damen kommen dann
erst die Herren. Die Gastgeber selbst werden immer zuletzt bedient. Bei
Mahlzeiten mit weniger peinlichem Zeremoniell werden die Gerichte den
Gsten der Reihe nach serviert; oder die Gerichte werden an einem Ende der
Tafel aufgestellt und dann von den Gsten selbst weitergegeben. Dieses
Herumreichen der Speisen ist fr besonders lebhafte Personen oft ein
heikles Geschft. Diese haben doppelt ntig, sich Strenge aufzuerlegen,
vorsichtig zu sein und besonders auf sich zu achten. In kleinen Kreisen
sagt man etwa: Gesegnete Mahlzeit! oder Wnsche wohl zu speisen! aber
nicht nur: Mahlzeit!

Die Handschuhe werden abgelegt und eingesteckt, ehe man die Serviette
anlegt. Sie werden auch nicht viel frher wieder angezogen, als bis die
Frau des Hauses sich anschickt, die Tafel aufzuheben.

Mit der Serviette putze nicht das Besteck nach oder den Teller ab. Es wre
dies fr die Hausfrau eine grobe Beleidigung. In Gasthfen ist es jedoch
ratsam, nach dem Besteck zu sehen. Dort kann sich auch jeder die Serviette
anlegen, wie es ihm beliebt. Aber in privater Gesellschaft wre dies
taktlos. Die Serviette falte man auseinander und lege sie auf den Scho bis
zum Knie oder blo auf dasselbe. Nach dem Gebrauch lege sie links zur
Seite, ohne sie zusammenzufalten. Bei einfachem brgerlichem Tisch und in
Gasthusern ziehe die Serviette durch den beigelegten Ring. Das beigelegte
Brtchen berhre nicht vor dem Essen. Bei grerer Tafel wartet man mit dem
Beginn des Speisens nicht, bis alle bedient sind. Wenn bei kleinen Tafeln
die Frau des Hauses selbst bedient, wartet man bis zum allgemeinen Anfang.
Das Besteck nimm nicht eher zur Hand, als bis ein Gang serviert ist!
Trommle nicht auf dem Teller oder auf den Stuhllehnen der Nachbarn mit den
Fingern! Berhre nicht mit den Fen die Stuhlfe der Nchstsitzenden! Von
links her wird bedient. Wird ein Gericht von den Gsten weitergegeben, so
gib es so, da dein Tischnachbar es bequem angreifen kann. Ist die Platte
hei, so mache darauf aufmerksam. Der Herr hlt so lange die Schssel, bis
die Dame sich bedient hat. Die Dame gibt die Schssel dann weiter.
Schsseln, welche zu voll sind, drfen nicht auf den Tisch kommen. Das
berreichen eines spitzen oder scharfen Gegenstandes geschehe so, da der
andere sich nicht verletzen kann. Man bediene sich eines Tellers. Beim
Prsentieren der Brotkrbchen, der Fruchtschalen, eines Glases Wassers,
einer Tasse Kaffee oder Tee bentze stets einen Teller. Die besten Stcke
einem bestimmten Gast auszulesen und vorzulegen ist nicht liebenswrdig und
anstndig. Auch du selber sollst dies beim Herumreichen der Speisen nicht
tun. Sei bescheiden auch im Quantum der Speisen. Sei also nicht von denen,
die denken:

    Bescheidenheit, Bescheidenheit,
    Verla mich nicht bei Tische
    Und gib, da ich zu jeder Zeit
    Das grte Stck erwische!

Denke nicht etwa, da Kaviar Gemse sei, du knntest sonst ausgespottet
werden! Sei aber auch nicht gar zu bescheiden und schneide nicht auf der
Platte, welche dir prsentiert wird, Stckchen ab. Mache dir zur Regel:
Speise geruschlos und sprich dabei blo, was unbedingt notwendig ist, auch
dies nie zu laut. Whrend man kaut, spricht man gar nicht. Halte den Mund
zusammen und bewege die Lippen geruschlos. Sieh dich nicht in auffallender
Weise oft nach rechts und links um. Geht es bei Tisch eng her, so sei
bescheiden im Beanspruchen von Platz. Lege die Arme nicht auf den Tisch.
Mache nicht zu groe Ansprche und wnsche nicht alle Augenblicke etwas
anderes. Die Gabel fhre mit der linken, das Messer mit der rechten Hand.
Mit dem Messer wird nur geschnitten, nicht gespeist. Das Brot wird
gebrochen. Das Auftauchen der Sauce mit Brot ist recht unpassend. Schneide
blo so viel ab, als du eben genieen willst. Nach dem Gebrauch lege Messer
und Gabel nicht auf das Tischtuch, sondern auf den Teller. Bei brgerlichem
Tisch werden sie auf das Messerbnkchen zur weiteren Bentzung gelegt.

Fische speist man in Ermangelung des Fischbestecks mit der Gabel und einer
Brotkruste. Nimm das Brot in die linke Hand und halte den Fisch fest,
whrend du das Fleisch ablst, schiebe es dann mit Hilfe des Brotes auf die
Gabel. Grne Erbsen speist man auch mit Brot und Gabel. Kle, Eierkuchen
und Kartoffeln zerteilt man mit der Gabel, nicht mit dem Messer. Knochen
vom Wildbret oder Geflgel darf man nicht mit den Zhnen abnagen. pfel
und Birnen zerteilt man und schlt sie von der Blte nach dem Stiel. Beim
Zerlegen von Apfelsinen (Orangen) sei vorsichtig. Nsse ffne mit dem
Messer. Beim Kirschenessen nimmt man einen Kaffeelffel zum Aufnehmen der
Steine, um sie dann auf die Seite des Tellers zu legen. Werden Kartoffeln
in der Schale vorgesetzt, so stellt man kleine Drahtkrbchen fr die
Schalen auf. Man hlt beim Schlen die Kartoffeln an der Gabel. Es sei noch
bemerkt, da man beim Speisen von kleinen Fischen am Schwanzende beginnt
und die obere Seite ablst. Darauf wendet man den Fisch um und behandelt
die andere Seite ebenso. Der Lffel liegt beim Speisen auf der Hand.
Hierbei fhrt man die Spitze-- nicht die Breitseite-- zum Munde. Ist die
Suppe hei, so wartet man, bis sie abgekhlt ist, blst aber nicht in
dieselbe. Die Speisen darf man ohne einen Besteckteil nicht anfassen. Fr
berreste: Knchelchen, Grten, Schalen usw. sei immer ein kleiner Teller
oder ein Krbchen aufgestellt.

Wenn man speist, halte man den Krper so, da er etwas ber den Teller
geneigt ist. Vermeide alles, was dir von andern unangenehm sein knnte. Die
Gemse speise mit der Gabel, nicht mit dem Lffel. Diesen bentzt man blo
zur Suppe. Das Besteck darf nur zum eigenen Gebrauch dienen. Bei allen
angebotenen Platten und Schsseln mu das ntige Besteck sein. Man
verwechsle aber nicht das seine mit diesem. Fr Obst sind besondere Messer
aufgestellt oder aufgelegt. Gibt es Hummer, so serviert man dazu
Hummergabel und Scheere. Sind bei den Gewrzen keine kleinen Lffelchen, so
bentze zum Nehmen das Messer, wenn du Bedrfnis hast, nie aber die Finger.
Das Huhn oder die Taube tranchiert man mittels Querschnitt. Erkundige dich
ab und zu bei einer Dame ber die Gte der Speisen und nach ihren Wnschen,
aber immer bescheiden. Hat man gespeist, so rckt man mit dem Stuhle etwas
zurck. Es ist heutzutage weder Sitte, einen sogenannten Anstandsbissen
liegen zu lassen, noch auch den Teller mit Brot rein zu putzen. Dem Wein
sprich nicht eher zu, als bis hierzu eingeladen worden ist, denn es wird
oft nach der Suppe besonderer Wein gereicht. Versorge deinen Nachbar mit
Wein, da kein Mangel ist. Scherzhafterweise zum Trinken zureden, ist
gestattet, aber das Ntigen dazu ist taktlos.

Erkundige dich vorher nach der Sorte, welche dein Nachbar gern trinkt--
wei oder rot--, ehe du ihn bedienst. Beim Eingieen gib erst dir ein
wenig, dann deinem Nachbar. Giee das Glas nie voll bis zum Rande, es ist
unanstndig. Dem rechten Nachbar giet man mit der linken, dem linken mit
der rechten Hand ein. Die Flasche fat man so, da der Daumen sich an der
unteren Seite befindet. Der Wein darf nicht von hoch herab eingegossen
werden, am allerwenigsten der Champagner, auch lt man diesen nicht
knallen. Es unterbleibt besonders aus Rcksicht gegen nervenschwache Damen.
Beim Anstoen bringe man den Rand des Glases dem Rand des andern nahe und
sehe dann demjenigen, mit dem man anstt, ins Gesicht (Augen). Fasse das
Glas unten. Sind verschiedene Glser aufgestellt, ein kleines und ein
groes fr ein Paar, so ist fr die Dame das kleine, fr den Herrn das
grere bestimmt. Aus grnen Glsern trinkt man Rheinwein, den Champagner
aus Champagnerkelchen. Sherry wird aus kleinen farblosen Glsern getrunken.
Das Weinglas setze etwas vom Teller zurck, da es nicht umgestoen werde.
Man stoe nicht zu viel und nicht zu laut an, auch lasse man sich nicht zu
oft auffordern. Wird Wein von Dienern herumgereicht, so mu jeder Herr
denjenigen Damen Wein anbieten, die ihm nher sitzen als einem andern
Herrn.

Toaste ausbringen ist ein alter Brauch und bringt Leben in die
Gesellschaft. Die richtige Reihenfolge ist hier zu beobachten. Damen
bringen selten Toaste aus.

Wird das Zeichen zu einem Toaste gegeben, so hat alles zu schweigen. Ist
ein Toast einer einzelnen Person gebracht, so geht man nachher zu ihr hin
und stt mit den Glsern an. Dies ist nur aber in kleiner Gesellschaft
blich.

Den ersten Toast bringe auf deine Gste aus und danke ihnen fr ihr
Erscheinen. Die Rede soll kurz sein, denn Krze ist der Rede Wrze.
Whrend man spricht, ruhen die Hnde. Diejenige Person, die eine Rede
halten will, mu dies knnen, ohne sie abzulesen. Auswendig gelernte oder
gar abgeschriebene Reden haben keine Wrze.

Halte in Gesellschaft keine Kritik ber die Tafel und ber die Reden.
Sollte dir das Unangenehme passieren, da sich etwa ein Haar, eine Fliege
oder sonst etwas Ungehriges in der Suppe befindet, so sei still und la
dir nichts anmerken. Das Essen kannst du ja stehen lassen, aber verdirb
deinen Nachbarn nicht auch den Appetit. Erkundige dich nicht ber den Preis
der Weine. Sprich nicht mit Personen, welche zu weit von dir wegsitzen;
fhre auch kein Kreuzgesprch!

Das Werfen mit Brotkgelchen ist taktlos, wie auch das Schnellen mit
Kirschkernen. Tafelmusik ist nur bei groer Gesellschaft zu empfehlen. Hat
man gespeist, so zieht man die Handschuhe an, whrend man sich noch etwas
unterhlt, um zum allgemeinen Aufbruch fertig zu sein.

Den Zahnstocher gebraucht man, indem man die Hand vor den Mund hlt und die
Operation vollzieht. Bei Tisch soll dies nicht geschehen. Stochere nie mit
der Gabel in den Zhnen, das ist sehr unanstndig, ja ekelhaft! Das
Aussplen des Mundes hilft leicht ab.

In vielen Husern ist es Sitte, nach dem Essen kleine, farbige Glasschalen
und einen Glasbecher mit lauem Wasser, etwas mit Pfeffermnze gemischt,
den Gsten vorzustellen. Dies ist zweckmig und angenehm, aber nicht
schn. Ist es dir zuwider, so unterla die Bentzung.

Die Frau des Hauses hebt die Tafel auf, denn ihr steht allein das Recht zu.
Es wrde einem Gaste sehr bel anstehen, wenn er sich vorher von der Tafel
erheben wollte, wohl gar mit dem familiren Segensspruch: Gesegnete
Mahlzeit! Das ist lediglich Sache der Dame des Hauses. Sie bentzt einen
schicklichen Augenblick nach Beendigung der Mahlzeit, vielleicht eine
momentane Stockung des allgemeinen Gesprchs, erhebt sich von ihrem Platze
und macht ihren Nachbarn rechts und links eine Verbeugung. Damit ist das
Signal zum allgemeinen Erheben gegeben. Der erwhnte familire Segensspruch
ist schon lange nicht mehr blich. Wenn er aber trotzdem hier und da noch
angewendet wird, so ist das gerade auch kein groer Fehler. Jeder Herr hat,
nachdem er sich nach beiden Seiten hin mit einigen hflichen Worten
verbeugt hat, die Pflicht, da er die ihm zur rechten Hand sitzende Dame in
den Salon zurckfhrt, sich hier von ihr mit einer Verbeugung verabschiedet
und dann die Hausfrau aufsucht, um ihr einige verbindliche Worte zu sagen.
Sollte letzteres unmglich sein, weil die Dame gerade zu sehr umlagert ist,
so kann er es auch ruhig unterlassen; bel genommen wird ihm dies in keinem
Fall, und einer nachtrglichen Entschuldigung bedarf es auch nicht.

Sollten nach Schlu des Mahles Zigarren gereicht werden, so sind diese erst
anzuznden, nachdem die Damen in den Salon zurckgefhrt worden sind, um
dort Kaffee einzunehmen. Junge Mdchen tun gut, wenn sie uerst vorsichtig
beim Wein sind und sich lieber an dem nachfolgenden Kaffee, der im
Gesellschaftszimmer gereicht wird, beteiligen. Da ihnen Likre unbedingt
verboten sind, ist selbstverstndlich.

Ist kein Rauchzimmer vorhanden, so sollte man einen Raum dazu einrichten.

                     *       *       *       *       *

Beim Morgenkaffeetisch erscheine alles sauber und geglttet, gewaschen,
gekmmt! Nichts macht einen bleren Eindruck, als wenn man ungewaschene
Finger und Hnde, struppiges Haar, vernachlssigte Kleidung whrend des
Speisens zeigt. Den Kindern wird von der Mutter das Kaffeegebck
ausgeteilt, damit ja kein Streit bei Tisch entstehe. Den Kaffee khle nicht
durch Hineinblasen ab. Das Umgieen in den Untersatz der Tasse ist aber
geradezu unschicklich. Das Gebck darf man nicht in den Kaffee eintauchen
oder einbrocken, man fhrt es mit der linken Hand zum Munde. Kleinen
Kindern ist das Einbrocken erlaubt. Das Brot lege immer auf die untere,
flache Seite. Trinkt man den Tee aus der Tasse, so halte man die Untertasse
mit der linken Hand unter.


Einladung zur Tafel.

Wird man zur Tafel eingeladen, so entsteht die Pflicht, sich spter hierfr
zu revanchieren, wenn man die geeigneten Rumlichkeiten zum Abhalten einer
Gesellschaftstafel hat. Einzelstehende Personen revanchieren sich hierfr
bei Familienfestlichkeiten durch berreichen eines Geschenks. Erscheine zur
Tafel stets pnktlich. Bist du abgehalten, so teile dein Fernbleiben unter
dem Ausdruck des Bedauerns sofort mit. Den Grund hierfr anzugeben ist
nicht ntig. Eine Verfehlung hiergegen wrde wohl als Verzicht auf sptere
Einladung in diesem Kreise angesehen. Das Erscheinen wird nicht angezeigt.
Bin ich zu einer Familienfestlichkeit nicht geladen, so darf ich es nicht
bel nehmen, sondern ich mu denken, da eben nur die vertrautesten Freunde
des Hauses geladen sind, zu denen ich noch nicht gehre.

Auf der Einladungskarte schreibt man statt der Bemerkung U.A.w.g.,
d.h. Um Antwort wird gebeten diesen Passus lieber ganz aus, um jede
Mideutung oder jedes bersehen auszuschlieen.-- Lade nie einen Gast zu
dem Zweck, da dieser durch seine knstlerischen Vortrge die Gesellschaft
unterhalten soll, da dieses im Grunde genommen als eine Beleidigung des
Knstlers angesehen werden kann. Auch wre der Spott auf deiner Seite, wenn
du mit diesem Antrag abgewiesen wrdest. Deine Einladung fasse kurz:

                                          Berlin, den 28. Juli.

    Die Unterzeichneten beehren sich, Herrn und FrauB. fr
    Mittwoch, den 1.August, nachmittags 5Uhr, zu einem
    einfachen Kaffee und Abendessen ganz ergebenst einzuladen.

                                          HeinrichA. und Frau.

Oder:

                                        Berlin, den 1.Februar.

    Herr und FrauB. werden freundlichst gebeten, nebst Frl.
    Tchtern den am 10.d.Mts. in unsern Wohnrumen
    stattfindenden Familienball mit ihrer Gegenwart beehren zu
    wollen. Beginn des Vergngens abends 8Uhr.

                                          HeinrichA. und Frau.

Diese kurze Form der Einladung ist fr alle vorkommenden Flle vollkommen
gengend. Sie sagt dem Eingeladenen in hflicher und bndigster Weise
alles, was er zu wissen ntig hat. Fr eine grere Mittags- oder
Abendtafel wird aus den vorher erluterten Grnden links unten noch das
U.A.w.g. (oder der genannte Satz) hinzugefgt. Dies zu tun bleibt jedem
natrlich auch bei andern Einladungen unbenommen, sobald er wnscht, da
die Anzahl der Gste zuvor schon wenigstens annhernd bestimmt sein mchte.
Diese Einladung soll geschrieben sein, hchstens bei groer Anzahl der
Gste ist sie gedruckt. Den Zweck, Ort und Zeit hinzuzufgen sei dir
berlassen. Bei der Versendung verwende einen Dienstboten, in greren
Stdten die Post. Sind gedruckte Formulare verwendet worden, so mssen die
Briefe auch geschlossen sein.


Die groe Gasttafel.

Die Bezeichnungen Diner, das Mittagsbrot, Souper, das Abendbrot, fhrt man
blo bei festlichen Veranstaltungen. Das, was du deinen Gsten bietest,
passe deinen Verhltnissen an, um blen Nachreden zu entgehen. Bei einem
kleinen Diner oder Souper whlt man einen runden oder ovalen Tisch, bei
greren die Tafel oder einige Tafeln in Hufeisenform gestellt.

Die Sthle werden, wenn der Tisch gedeckt wird, zur Seite gestellt, da man
freie Wandelgnge hat, um zu decken.

Das Tischtuch wird zuerst aufgelegt. Hierbei ist zu beachten, da es
gleichmig an allen Seiten herabhngt; der Lngsbruch sei genau in der
Mitte, und nach oben liegt stets der erste Seitenbruch auf der Kante des
Tisches.

Das Monogramm ist rechts auen. Mu man mehrere Tischtcher bentzen, so
legt man auf die Stelle, wo sie sich berhren, eine Serviette. Noch feiner
sind seidene Lufer. An den Ecken raffe man es in zierliche Falten. Man
kann dies auch an der Lnge des Tischtuches fortsetzen und dann an diesen
Raffungen Schleifen oder Bouquets befestigen. Eine Friesdecke unter das
Tischtuch zu legen, ist sehr zu empfehlen, damit das Klappern der Geschirre
gedmpft werde. Das Aufstellen kleiner Vasen mit frischen Blumen als
Dekoration ist empfehlenswert. Groe Blumenstrue und -stcke sind hierzu
unpraktisch, weil sie die Aussicht versperren. Menu und Weinkarten stelle
auf oder lege sie unter den Teller. Tafelaufstze mit Obst sind auch ein
sehr schner Tafelschmuck, ebenso verschiedenes Weingelee und Baumkuchen.
Auch Flaschen mit Wasser werden aufgestellt, man rechnet fr vier Personen
eine Literflasche. Feine Schlingpflanzen der Lnge nach ber den Tisch
(Lufer) zu legen, ist sehr hbsch. Bei feiner Tafel liegt noch ber dem
Tischtuch in der Mitte desselben ein Lufer. Dieser ist von Kreppapier, in
sehr feinen Husern aber von Seide und gestickt. Beim einfachen Tisch
werden die Teller aufgestellt, die frische Serviette in den Teller und der
Serviettenring auf diese oder auf die rechte Seite des Tellers gelegt.

Tisch- und Menukarten sollen nie fehlen. Bei jedem zweiten Gedeck soll ein
Salz- und Pfeffernpfchen stehen. Ist die Suppe der erste Gang, so werden
keine Teller aufgestellt, sondern nur die Serviette auf den Tisch gelegt,
weil die Suppe eingeschpft jedem Gast vorgesetzt wird.

Das Besteck liegt unmittelbar bei dem Teller und zwar rechts Messer,
Lffel, Fischmesser. Die Gabel liegt mit den Zinken nach oben, ebenso zeigt
der Lffel die Hhlung nach oben. Links liegt die Gabel. Oben quer liegt
das Dessertbesteck. ber diesem liegt der Eis- oder Kompottlffel. Die
Weinglser stehen rechts oben vom Besteck, und die gebrauchten Glser
werden nach jedem Gang abgetragen. Angeboten wird von links, abgetragen von
rechts.

Kompotte und Salat stehen fertig auf der Tafel. Das Dessert dient teilweise
zum Schmuck der Tafel. Nur Butter und Kse sowie Eis werden spter
gereicht.




In Gesellschaft.


Alles bisher Gesagte vom Verkehr mit Damen gilt erst recht vom Verkehr mit
ihnen in Gesellschaft. Doch hte sich der Herr, durch zu groen Diensteifer
einer Dame gegenber diese ins Gerede zu bringen. Sein Benehmen sei
vielmehr zu allen Damen von der gleichen Hflichkeit und rcksichtsvollen
Liebenswrdigkeit. Die Dame aber sei stets trotz aller Liebenswrdigkeit
von einer gewissen Zurckhaltung, so da jede Vertraulichkeit
ausgeschlossen bleibt. Das Benehmen eines Herrn einer Dame gegenber
richtet sich nach dem Benehmen der Dame selbst. Man erscheine pnktlich zur
angegebenen Stunde, da man durch Zusptkommen leicht in den Verdacht kommt,
dadurch Aufsehen erregen zu wollen; auerdem ist es eine
Rcksichtslosigkeit gegen alle Erschienenen.

Man bedenke stets, da man nur ein Teil der Gesellschaft ist, und betrachte
sich nicht als die Hauptperson.

Man sehe ber kleine Versehen und Vorkommnisse ruhig hinweg und hte sich,
gar darber zu sprechen oder sich die Verstimmung merken zu lassen.

Wird getanzt, ist es Pflicht eines jeden Herrn zu tanzen, solange noch
Damen frei sind, da diese doch dazu geladen sind.

Herren, die herumstehen, statt zu tanzen, solange noch tanzlustige Damen
vorhanden sind, beweisen, da sie keine Lebensart besitzen.

Einer Dame, welche man zum Tanze auffordern will, mu man sich vorstellen
lassen.

Bei ffentlichen Vergngungen wie Reunions usw. kann sich der Herr selbst
vorstellen; er nennt seinen Namen und verbeugt sich, hierauf nennt die Dame
ihren Namen und verbeugt sich ebenfalls.

Die Aufforderung geschieht etwa in der Form: Darf ich um die Ehre bitten,
mir den Walzer usw. zu bewilligen? Die Antwort wird lauten: Sehr gern!
oder Ich bedaure sehr, aber ich habe diesen Tanz bereits vergeben. Weist
eine Dame einen Tnzer ab, ohne vorher einem andern Herrn den Tanz zugesagt
zu haben, so mu sie auf diesen Tanz vllig verzichten, da sie sich sonst
Unannehmlichkeiten zuziehen kann. Whrend des Tanzes wolle man nicht
sprechen, wenn man nicht wei, ob es der Dame angenehm ist.

Zum Tanz wird eine Dame stets an der Hand gefhrt.

Das Engagieren geschieht durch gegenseitige Verneigung. Ist der Tanz
beendet, so fhrt der Herr die Dame wieder auf ihren Platz, verbeugt sich
vor ihr, geht einige Schritte, indem er ihr noch mit dem Gesicht zugewandt,
zurck und begibt sich dann erst wieder zu der Gesellschaft.




ber das Rauchen.


Vor dem Betreten fremder Wohnungen versume ein junger Herr nicht, die
Zigarre abzulegen; selten wird ein Fensterbrett oder sonstiger
Aufbewahrungsort auf dem Korridore fehlen, wo er sie deponieren kann.
Vorsichtige Leute fhren einen Zigarrentter bei sich. Nur in vertrautem
Kreise ist es gestattet, die Zigarre mit in das Zimmer zu bringen. Man
vermeide berhaupt soviel als mglich, in Gesellschaft von Damen zu
rauchen, jedenfalls versume man nicht, zuerst um Erlaubnis zu bitten. Es
ist wohl kaum ntig, die jungen Damen vor einer fatalen, aus Frankreich zu
uns gekommenen, aber glcklicherweise noch nicht eingebrgerten Sitte bei
dieser Gelegenheit zu warnen. Wenn die Pariserinnen daran Gefallen finden,
trkische und russische Zigaretten zu rauchen, so ist das kein Grund, da
auch unsere Damen diese Sitte oder Unsitte annehmen. Es macht einen hchst
unbehaglichen und abstoenden Eindruck auf den grten Teil nicht nur der
Frauen, sondern auch der Mnner, eine Dame rauchen zu sehen.

Jedem das Seine!




  Kommandos der +Franaise+.


  Dieselbe wird in Kolonnen-Aufstellung getanzt.


  I.Tour. (+Pantalon.+)

  Verbeugung.                                                  Taktzahl.

  +Demi-chaine anglaise+ (Platzwechsel der Paare)                    8
  +Balanc+ 4 mal oder +pas de baque+ (Schwebeschritte)              4
  +Tour de main+ (umeinander herumtanzen)                            4
  Damen-+chaine+ (Platzwechsel der Damen)                            8
  +Promenade+ (paarweise Platzwechsel)                               4
  +Demi-chaine anglaise+ (zurck auf den Platz)                      4


  II.Tour. (+Et.+)

  Herr 1 und Dame 2 zur Mitte vor und zurck                         4
  +Chass+ rechts und links (schrgrechts vor und zurck)            4
  +Travers+ (Platzwechsel)                                          4
  +Chass+ rechts und links                                          4
  +Retravers+ mit +balanc+ (zurck auf den Platz mit +balanc+)    4
  +Tour de main+ (umeinander herumtanzen)                            4


  III.Tour. (+Poule.+)

  +Travers+ (Platzwechsel an der rechten Hand)                      4
  +Retravers+ (Platzwechsel an der rechten Hand)                    4
  +Balanc en ligne+ (Schwebeschritt zu Vieren)                      4
  +Promenade+ (paarweise Platzwechsel)                               4
  Herr 1 und Dame 2 zur Mitte vor und zurck                         4
  Alle Herren vor Damen und Verbeugung oder +Dos--dos+              4
  Alle zur Mitte vor und zurck                                      4
  +Chaine anglaise+ (zurck auf den Platz)                           4


  IV.Tour. (+Pastourelle.+)

  1. Paar zur Mitte vor und zurck                                   4
  Wieder vor, Dame zurck. Herr hinber zu Paar 2                    4
  Triumphbogen: zweimal vor und zurck                               8
  Damen-Solo, +Ronde+ links und Platzwechsel                         8
  Alle zur Mitte vor und zurck                                      4
  +Chaine anglaise+ (auf die Pltze)                                 4


  V.Tour. (+Trnis.+)

  1. Paar zur Mitte vor und zurck                                   4
  Wieder vor, Herr zurck, Dame hinber                              4
  +Travers+ (Platzwechsel Herr 1 mit Dame 2)                        4
  +Retravers+ (auf die Pltze zurck)                               4
  +Chass+ rechts und links mit +Balanc+                            4
  +Tour de main+ (beide Hnde)                                       4


  VI.Tour. (+Finale.+)

  +Groise+ und Verbeugung nach rechts und links                      8
  Groe +Promenade+ (vorwrts und retour)                            8
  +Balanc+ und +Tour de main+ (rechte Hand)                         8
             { Herr 1 und Dame 2 zur Mitte vor und zurck            4
             { +Chass+ rechts und links                             4
  II.Tour.  { +Travers+                                            4
             { +Chass+ rechts und links                             4
             { +Retravers+ und +Balanc+                            4
             { +Tour de main+                                        4
  Alle zur Mitte vor und zurck                                      4
  Groer Stern vorwrts und zurck                                  16

  Diese Tour wird noch einmal wiederholt. In TourII beginnt 2.Herr
  und 1.Dame.


  Zum Schlu.

  +Grande chaine+ (groe +ronde+).




  +Quadrille  la cour.+


  Dieselbe wird in Karree-Aufstellung getanzt. Das erste Paar, nimmt man
  an, steht dem Orchester gegenber.


  I.Tour.

  Verbeugungen.

  Erster Herr und zweite Dame:

  Zur Mitte vor und zurck.

  Zur Mitte vor, Handtour rechts u. an d. Platz zurck.

  Das erste Paar zieht durch das (geffnete) zweite Paar.

  Das zweite Paar zieht durch das (geffnete) erste Paar.

  Verbeugungen: Erst nach den Ecken, dann der Paare sich selbst.

  Handtour rechts, Handtour links.

    1.Wiederholung: Zweiter Herr und erste Dame beginnen.

    2.Wiederholung: Dritter Herr und vierte Dame beginnen.

    3.Wiederholung: Vierter Herr und dritte Dame beginnen.


  II.Tour.

  Verbeugungen.

  Erstes Paar: Zur Mitte vor und zurck.

  Die Dame tritt vor ihren Herrn.

  Handtour rechts (ganz), Handtour links (halb) und

  Nebenreihen des ersten und zweiten Paares neben das dritte und vierte
  Paar.

  Alle: Zur Mitte vor und zurck.

  Die Paare drehen sich (links hin) mit Handfassen an ihre Pltze.

    1.Wiederholung: Das zweite Paar beginnt.

    2.Wiederholung: Das dritte Paar beginnt.

    3.Wiederholung: Das vierte Paar beginnt.

  (Bei der 2.und 3.Wiederholung geschieht das Nebenreihen neben
  das zweite und erste Paar.)


  III.Tour.

  Verbeugungen.

  Erster Herr und zweite Dame:

  Zur Mitte vor und zurck.

  Platzwechsel und tiefe Verbeugung.

  Zurckkehren an den eigenen Platz.

  Mhle der Damen, Handtour links mit dem Herrn gegenber.

  Mhle der Damen, Handtour links mit dem eigenen Herrn.

    1.Wiederholung: Zweiter Herr und erste Dame beginnen.

    2.Wiederholung: Dritter Herr und vierte Dame beginnen.

    3.Wiederholung: Vierter Herr und dritte Dame beginnen.


  IV.Tour.

  Verbeugungen.

  Das erste Paar geht:

  Vor das dritte Paar, Runde nach links hin.

  Vor das vierte Paar, Runde nach rechts hin.

  Smtliche Damen kreuzen vor ihrem Herrn nach links (der Herr tritt
  nach rechts).

  Smtliche Damen kreuzen vor ihrem Herrn nach rechts zurck (der Herr
  tritt nach links).

  Alle Paare: Handtour rechts, Handtour links.

    1.Wiederholung: Das zweite Paar beginnt und geht erst vor
       das vierte, dann vor das dritte Paar.

    2.Wiederholung: Das dritte Paar beginnt und geht erst vor
       das zweite, dann vor das erste Paar.

    3.Wiederholung: Das vierte Paar beginnt und geht erst vor
       das erste, dann vor das zweite Paar.


  V.Tour.

  Alle: Groe Kette (links beginnend) bis zum Platze gegenber
  (Verbeugung) und weiter bis an den eigenen Platz.

  Das erste Paar schwenkt um, dahinter tritt das dritte Paar.

  Hinter das dritte das vierte Paar. (Smtliche Paare stehen
  jetzt hintereinander.)

  Kreuzen der Damen (vor ihren Herren) nach links, gleichzeitig
  Kreuzen der Herren (hinter ihren Damen) nach rechts.

  Wiegen. Kreuzen der Damen nach rechts, der Herren nach links.

  Wiegen. Gegenzug (+Promenade+) die Damen rechts, die Herren
  links und ffnen der Reihen mit Handfassen.

  Alle: Zur Mitte vor und zurck.

  Die Paare drehen sich mit Handfassen (nach links hin) an ihre Pltze.

    1.Wiederholung: Nach der Kette schwenkt das zweite Paar um.

    2.Wiederholung: Nach der Kette schwenkt das dritte Paar um.

    3.Wiederholung: Nach der Kette schwenkt das vierte Paar um.

  Das Ganze schliet mit der groen Kette.

  (Die V.Tour wird meistens ohne vorherige Verbeugungen ausgefhrt.)





End of the Project Gutenberg EBook of Takt und Ton im geselligen Verkehr
nebst Kommandos der Quadrille  la cour und der Franaise, by Richard Rdiger

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK TAKT UND TON IM GESELLIGEN ***

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Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
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